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Schotten Totten 2

Bereits seit 1999 ist das Kartenspiel Schotten Totten des Autors Reiner Knizia auf dem Markt. Der Iello Verlag hat nun in Form von Schotten Totten 2 eine komplett neue Version dieses Klassikers herausgebracht, dessen deutsche Ausgabe von Hutter vertrieben wird. Bei dieser besteht das Spielmaterial aus 71 Karten, 2 Figuren, 7 Mauerplättchen, 3 Ölkesselplättchen, 2 Spielhilfen und dem Regelheftchen. Dies alles findet in einer recht kompakten, rechteckigen Box mit witzig gestaltetem Cover sicher seinen Platz.

Die Schotten sind ein kriegerisches Völkchen und so wird denn auch mal schnell die Burg des Nachbarn belagert, wenn es Streit gibt. Dieser wehrt sich natürlich mit allem, was ihm zur Verfügung steht und so wird sich erst am Ende zeigen, welche der beiden Seiten erfolgreich sein wird.

Schotten Totten 2 ist ein reines Zwei-Personen-Spiel. Zu Beginn müssen sich die Spieler entscheiden, wer den Angreifer und wer den Verteidiger spielt. Dementsprechend werden dann die Spielfiguren und Ölkesselplättchen verteilt und die Mauerplättchen in der Tischmitte platziert. Die 60 Belagerungskarten werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt, von dem sich jeder Spieler 6 Karten auf die Hand zieht. Der jeweils aktive Spieler hat in seinem Zug bis zu 4 Aktionen, die er nacheinander abhandelt. Die 1. Aktion ist die einleitende Aktion, die optional ist. Der Angreifer kann sich hierbei von einem Mauerstück zurückziehen, indem er alle Karten dort auf den Ablagestapel wirft und eine neue Karte an das Mauerstück legt. Der Verteidiger kann einen seiner Ölkesselmarker nutzen, um die Karte des Angreifers, die am nächsten an einem Mauerstück liegt, zu zerstören. Aktion 2 ist das Ausspielen einer Karte, wobei zu beachten ist, dass die Maximalzahl an Karten an einem Mauerstück nicht überschritten wird. In Aktion 3 zieht der Spieler eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand. Die 4. Aktion ist wiederum optional. Hier kann der Angreifer jederzeit während seines Zuges die Führung an einem Mauerabschnitt erklären, d.h. er erklärt, dass er die Siegbedingungen für den Mauerabschnitt erfüllt, egal was der Verteidiger noch auslegen würde. Ist dies der Fall, wird das Mauerstück beschädigt, bzw. ein beschädigtes Mauerstück zerstört. Die Partie endet mit dem Sieg des Angreifers, wenn dieser 4 Mauerstücke beschädigt oder eines zerstört hat. Der Verteidiger gewinnt, wenn die letzte Karte vom Nachziehstapel gezogen wird und es dem Angreifer im folgenden Zug nicht mehr gelingt, noch seine Siegbedingungen zu erfüllen.

Schotten Totten 2 ist ein wirklich witziges, kleines Bluffspiel, das sich sehr schnell spielt und einen hohen Wiederspielwert hat. Die Grundregeln an sich sind sehr einfach, allerdings ist die Erklärung, wie man einzelne Mauerabschnitte wertet, um zu sehen, ob der Angreifer oder der Verteidiger gewonnen hat, etwas kompliziert formuliert. Es erklärt sich dann aber im Spielverlauf sehr schnell, wie die Regeln hier gemeint sind. Auch für Besitzer des ursprünglichen Schotten Totten ist dieses Spiel sicherlich interessant, denn durch die beiden unterschiedlichen Rollen des Angreifers und Verteidigers, die jeder eigene Fähigkeiten haben, kommt ein völlig neues Spielelement hinzu. Was zudem neben dem wirklich schön gestalteten Spielmaterial gefällt, ist die Tatsache, dass auch gleich noch 11 Karten als eine Art Minierweiterung mitgeliefert werden, die eine weitere Spielvariante ermöglichen.

Titel: Schotten Totten 2
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Iello / Hutter

Detective Charlie

Unter dem Label Loki vertreibt der französische Iello Verlag Kinderspiele, von denen sich einige Titel in einer deutschen Version wiederum im Vertriebsprogramm von Hutter finden. Zu den Neuheiten 2021 von Loki zählt auch das Detektivspiel Detective Charlie des Autors Théo Rivière, das unlängst erschienen ist. Seine quadratische Box kommt mit einer sehr ansprechenden Covergestaltung daher, die ebenso wie die Illustrationen der Karten von Piper Thibodeau geschaffen wurden. In der Box ist das Spielmaterial in Form von 6 Fallkartenstapeln, 6 Umschlägen mit den Lösungen der Fälle, einem Würfel, einem Aufsteller, einer Taschenuhr, dem Detektiv-Notizbuch und dem Regelheft in einem Kunstofftiefzieheinleger sicher verstaut.

In Rätselstadt gehen immer wieder seltsame Dinge vor sich. Doch die findige Detektivin Charlie Holmes macht sich mit unserer Hilfe an die Lösung der Fälle. Allerdings sitzt ihr die Zeit im Nacken, denn Punkt 5:00h muss sie zurück auf der Polizeiwache sein, um die Teestunde nicht zu verpassen.

Für eine Partie Detective Charlie wählt man zunächst einen der 6 Fälle aus. Die Fallkarte wird in die Tischmitte gelegt, die Karten der Zeugen kreisförmig, in Reihenfolge der Nummern auf ihren Rückseiten darum angeordnet. Die Karten der 8 Verdächtigen dagegen werden in die entsprechenden Halterungen des Einlegers im Boxboden, welcher als Polizeiwache Teil des Spielmaterials ist, gesteckt. Sobald der Detective Charlie-Aufsteller vor Zeugenkarte Nummer 1 platziert ist und auch noch Würfel und Uhr bereitliegen, kann es losgehen. Beginnend mit dem Startspieler würfelt der jeweils aktive Spieler und führt die erwürfelte Aktion aus. Dies kann das Bewegen von Detective Charlie, um Zeugen zu befragen oder ein Verstellen der Uhr bedeuten. Werden Zeugen befragt, muss die Gruppe danach gemeinschaftlich entscheiden, welche der 8 Verdächtigen sie für unschuldig hält. Deren Karten werden dann aus der Polizeiwache entfernt. Bleibt so am Ende nur noch eine Karte übrig, öffnet man den Lösungsumschlag für den Fall und überprüft, ob die Gruppe richtig ermittelt hat.

Detective Charlie wird seinem Anspruch als Krimispiel für Kinder ab 7 Jahren vollauf gerecht. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich, die Fälle an sich nicht übermäßig schwer zu lösen, und die Gestaltung des gesamten Spielmaterials ist mehr als kindgerecht gemacht. Zudem fördert das Spiel das Sprachverständnis und logisches Denken. Ein kleiner Minuspunkt ist natürlich das Tatsache, dass nach 6 Fällen denn auch Schluss ist. Aber vielleicht bringt Loki hier ja in der Zukunft noch Erweiterungen mit Spielmaterial für neue Kriminalfälle für unsere jungen Ermittler heraus.

Titel: Detective Charlie
Autor: Théo Rivière
Verlag: Loki / Hutter

Kitara

Eigentlich hätte das Area-Control-Spiel Kitara des Autors Eric B. Vogel schon letztes Jahr erscheinen sollen. Durch die Corona-Pandemie hat sich der Verkaufsstart der deutschen Version auf 2021 verschoben. Herausgeber ist der französische Iello Verlag, wobei den Deutschlandvertrieb wie gewohnt Hutter übernimmt. Kitara kommt mit einer sehr stimmungsvoll gestalteten, quadratischen Box daher, für deren Illustrationen Miguel Coimbra verantwortlich zeichnet. Das Spielmaterial besteht aus 2 Spielplänen, 80 Spielsteinen, 72 Karten, 40 Markern, 4 Tafeln und dem Regelheft. Dies alles ist in einem passenden Tiefziehteil sauber sortiert und sicher untergebracht.

Das Kitara-Imperium ist schon vor vielen Jahrhunderten untergegangen und nur noch Ruinen erinnern an seine einstige Macht und Größe. An seine Stelle sind zahlreiche kleine Königreiche getreten, die alle davon träumen, das Reich Kitara wieder zu vereinen. Doch am Ende kann nur einer der neue Herrscher Kitaras werden.

Je nach Anzahl der teilnehmenden Spieler wird der zugehörige Spielplan in der Tischmitte platziert. Jeder Spieler erhält alle Spielsteine, die Königreichtafel in seiner Spielerfarbe und eine Start-Königreichkarte. Sobald sich die Gruppe entschieden hat, mit welchem Königreichkarten-Deck sie spielen will, werden dessen Karten nach Zeitaltern getrennt gemischt und in aufsteigender Reihenfolge als verdeckter Nachziehstapel über dem Spielplan abgelegt. Die obersten 6 Karten werden offen daneben platziert. Beginnend mit dem Startspieler setzt dann jeder Spieler 3 Kriegerfiguren auf ein freies Startfeld seiner Wahl und legt seinen Wohlstandspunktanzeiger auf den Wert 0 der Anzeige auf dem Spielplan. Sobald auch noch der Beutel mit den Heldenmarkern bereitgelegt ist, kann es losgehen. In jeder Runde durchläuft der aktive Spieler jeweils 5 Phasen. In Phase 1 – Nehmen – nimmt er sich eine der offen ausliegenden Königreichkarten, wobei die Anzahl der Kartensymbole in seiner eigenen Königreichauslage vorgibt, aus wie vielen der ausliegenden Karten – von links gezählt – er auswählen darf. Die verbliebenen Karten der Auslage werden dann nach links geschoben und rechts durch die oberste Karte vom Nachziehstapel ergänzt. Rekrutieren bildet die Phase 2. Hier stellt der Spieler die Anzahl an neuen Spielfiguren, die seine gewählte und in seiner eigenen Königreichauslage ganz rechts platzierte Karte vorgibt, auf ein bereits von ihm besetztes Feld auf dem Spielplan. In Phase 3 – Bewegung – führt er mit seinen Figuren so viele Bewegungen durch, wie seine Königreichauslage vorgibt. Bewegt er sich dabei in ein Feld mit fremden Figuren, was nur erlaubt ist, wenn er dieses mit mehr Figuren, als dort stehen, betritt, kommt es zum Angriff und der Gegner muss seine Figuren in das nächstgelegene, eigene Feld zurückziehen. Erfolgt der Angriff mit einem Helden, erhält der Angreifer einen Heldenmarker, den er blind aus dem Beutel zieht. Zieht er in seiner Runde so mehrere Heldenmarker muss er am Ende von Phase 3 einen davon auswählen und verdeckt auf seine Königreichtafel legen. Die übrigen gehen zurück in den Beutel. In der anschließenden Wertungsphase erhält der Spieler für jedes Ruinenfeld, auf dem ein eigenes Herrschertier steht, und für Wohlstandssymbole auf den Königreichkarten Wohlstandspunkte und bewegt seinen Anzeiger auf der Skala nach vorne. Phase 5 – Verwalten – bildet den Abschluss der Runde des aktiven Spielers. Hier muss überprüft werden, ob der Spieler so viele Savannenfelder besetzt hält, wie er Königreichkarten hat. Ist dies nicht der Fall, muss er Königreichkarten abwerfen. Sobald ein Spieler eine Königreichkarte des 5. Zeitalters aufdeckt, startet die Endphase. Die aktuelle Runde wird zunächst fertig gespielt. Danach folgt noch eine Runde und dann die Endwertung, in der nun auch die Werte der Heldenmarker zum Wohlstand dazuaddiert werden. Der Spieler, der am Ende den höchsten Wohlstandswert hat, gewinnt.

Die lange Wartezeit auf Kitara hat sich mehr als gelohnt. Wir haben hier ein wirklich gut gemachtes, schnelles Strategiespiel mit dem Area-Control-Spielprinzip. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich und durch die Bewegung und damit verbundene Kämpfe ist stets Interaktion zwischen dem aktiven Spieler und seinen Mitspielern vorhanden. Zudem ist der Spielaufbau extrem variabel, da jeder die Zusammenstellung seiner Königreichauslage nach seinen Wünschen gestalten kann, wobei natürlich die Kartenauswahl durch das, was einem die Mitspieler übrig lassen, limitiert ist. Was zudem gefällt, ist das schön gestaltete Spielmaterial mit hölzernen Spielfiguren. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Kitara nur mit maximal 4 Spielern spielbar ist.

Titel: Kitara
Autor: Eric B. Vogel
Verlag: Iello / Hutter

D-Iced

Im Rahmen unseres Mittwochsspecials stellen wir heute das Multilevel-Logikspiel D-Iced des Autors Marek Žitňanský vor, das erst vor wenigen Wochen ganz neu bei Hutter erschienen und alleine spielbar ist. Es wird in einer rechteckigen Pappschachtel als Umverpackung geliefert, in der sich die eigentliche Spielbox aus stabilem Kunststoff verbirgt, welche wiederum die 8 Würfel, das Regelheft, das gleichzeitig auch noch den Spielplan bildet, sowie das Aufgabenheftchen enthält.

8 Würfel passend auf einem Spielfeld anordnen, kann ja so schwer nicht sein. Oder vielleicht doch? Denn jeder Würfel darf nur an exakt so viele andere angrenzen, wie er Augen anzeigt. Hier ist also Knobeln angesagt!

Um mit einer Partie D-Iced zu beginnen, muss man nur die Spielbox öffnen, das Regelheft mit der Spielplanseite nach oben darin platzieren und das Aufgabenheft aufschlagen. Dieses gibt vor, wo und wie der rote Startwürfel auf den Spielplan gelegt werden muss und wie viele blaue Würfel mit welchen Augenzahlen um diesen herum gruppiert werden sollen. Der Rest ist dann reine Knobelei, um herauszufinden, wo genau welcher der blauen Würfel abgelegt werden kann, um das Rätsel zu lösen. Wenn man gar nicht mehr weiterweiß, findet man am Ende des Aufgabenheftes die Lösung.

D-Iced scheint auf den ersten Blick recht simpel zu sein. Doch schon die Rätsel der einfachsten Stufe erfordern nicht gerade wenig logisches Denken und genaues Überlegen. Wer an Rätselspielen Gefallen findet, der wird hier viele Stunden Spaß haben. Dank der praktischen, kompakten und sehr stabilen Kunststoffspielbox, die sehr fest schließt, kann man D-Iced auch problemlos in der Tasche mitnehmen, so dass man hier Rätselspaß für unterwegs, oder wenn man denn mal wieder in den Urlaub fahren kann, hat.

Titel: D-Iced
Autor: Marek Žitňanský
Verlag: Huch!

Captain Wondercape

Unter den Sommerneuheiten des Hutter Verlages des Jahres 2020 befand sich auch das Geschicklichkeitsspiel Captain Wondercape, das das Autorenduo Walter Obert und Carlo Emanuele Lanzavecchia entwickelt hat. Der namensgebende Superheld ziert denn auch das Cover der schukartonförmigen Box, welche gleichzeitig auch noch Teil des Spielmaterials ist. Dieses umfasst desweiteren den Superheldenclip, einen Würfel, eine Pipette, 8 sogenannte A-Bomben und eine Rolle Toilettenpapier, was für manche in der heutigen Zeit, in der Toilettenpapier ja immer mal wieder gehamstert und damit zur Mangelware wird, den Kaufpreis schon wieder wettmachen dürfte.

Der mutige Captain Wondercape kämpft täglich gegen Schmutz und das Übel auf dieser Welt. Doch sein Gegenspieler der hinterhältige Professor Albertus Pi versucht, dies mit allen Mitteln zu verhindern. Er weiß, der magische Umhang von Captain Wondercape verleiht ihm seine Kraft, doch ist er auch seine Achillesferse.  Und so setzt er seine verheerenden Waffen ein, um unseren Superhelden scheitern zu lassen.

Vor der ersten Partie Captain Wondercape muss zunächst der Aktionswürfel beklebt und die Rolle Toilettenpapier mit dem beiliegenden Halter in der Spielbox befestigt werden. Desweiteren muss auch noch ein Glas Wasser bereitgestellt werden. Das Spiel hat so viele Runden, wie Spieler teilnehmen, wobei jeder einmal der Superheld ist. Hierzu klemmt der aktuelle Superheldenspieler den Superheldenclip am ersten Blatt Toilettenpapier fest, das aus der Box herausragt. Die anderen Spieler unterstützen dagegen Professor Pi, wobei sie sich in ihren Tätigkeiten abwechseln. Einer hält z.B. die Box fest, ein anderer würfelt den Aktionswürfel, der vorgibt, um wie viele Blatt der Superheldenspieler das Toilettenpapier aus der Box zieht und ob bzw. wie viele A-Bomben und / oder Spritzer aus der Pi-Pipette ein weiterer Spieler auf das Toilettenpapier legt bzw. spritzt. Die Runde endet, sobald entweder das Papier reißt oder alle A-Bomben verbraucht sind oder eine A-Bombe herunterfällt. Das Toilettenpapier wird dann an der Box abgerissen und der nächste Spieler ist als Superheld an der Reihe. Am Ende gewinnt derjenige, der den längsten Toilettenpapierstreifen hat.

Captain Wondercape richtet sich natürlich in erster Linie an eher jüngere Spieler, ist es doch schon ab 7 Jahren spielbar und diesem Anspruch wird es vollauf gerecht. Die Regeln sind kindgerecht einfach und leicht verständlich gehalten und auch die komplette Aufmachung spricht eine eher jüngere Zielgruppe an. Allerdings hat Captain Wondercape auch als Partyspiel für Ältere durchaus Potential, vor allem wenn man es in größerer Runde spielt, denn es erfordert letztlich einiges an Geschicklichkeit, das Toilettenpapier, das den Umhang des Captains bildet, intakt zu halten und gleichzeitig die A-Bomben darauf zu balancieren, damit er lange genug wird, um zu gewinnen.

Titel: Captain Wondercape
Autoren: Walter Obert, Carlo Alberto Lanzavecchia
Verlag: Hutter

Rajas of the Ganges

Das Roll`n Write Rajas of the Ganges der Autorin Inka Brand ist eine der Herbstneuheiten des Jahrgangs 2020 im Programm des Hutter Verlages. Das Spiel kommt in einer quadratischen, kompakten Box daher, deren Covergestaltung einen sofort auf die Indien-Thematik, die als Hintergrundgeschichte des Spieles dient, einstimmt.  In der Box finden sich 2 Spielblöcke, 8 Würfel, 5 Tableaus, der Startspielerelefant zum zusammenstecken und das mehrsprachige Regelheft.

Großmogul Akbar hat seine Rajas und Ranis zusammengerufen. Er will sein Land weiterentwickeln und dies kann nur gelingen, wenn seine Landesfürsten ihre Provinzen auf Vordermann bringen. Und so beginnen diese, Straßen zu bauen, Gebäude zu errichten, Handel zu treiben und den Ganges zu befahren, um Ruhm und Reichtum anzuhäufen. Doch am Ende kann nur einer von ihnen der angesehenste Landesfürst werden.

Zur Spielvorbereitung muss zunächst der Startspielerelefant zusammengesteckt und an alle Spieler ein Blatt von einem Spielblock und ein Würfelablagetabelau ausgegeben werden. Sobald auch noch die Würfel bereitgelegt sind und jeder Spieler einen Stift hat, kann es auch schon losgehen. Der jeweilige Startspieler nimmt die 8 Würfel und würfelt sie. Dann wählt er einen aus, legt ihn auf sein Würfelablagetabelau und führt die entsprechende Aktion aus.  Dies bedeutet bei einem lila Würfel das Einsammeln von Waren, bei einem grünen den Bau von Wegen, bei einem blauen das Befahren des Ganges und bei einem orangenen eine Palastaktion. Den zweiten Würfel derselben Farbe platziert der Startspieler auf dem Startspielerelefanten, so dass er für die anderen Spieler nicht mehr nutzbar ist, es sei denn, sie setzen Karmapunkte ein. Ansonsten wählen nun alle anderen Mitspieler im Uhrzeigersinn aus den verbliebenen Würfeln einen aus, den sie entsprechend auf ihrem Würfelablagetabelau ablegen und die Aktionen ausführen. Haben so alle Spieler einen Würfel genutzt, endet die Runde. Der Elefant wandert im Uhrzeigersinn zum nächsten Spieler und eine neue Runde startet. Die Partie endet, sobald sich bei einem Spieler die Ruhmes- und die Geldleiste auf dem Spielerblatt überschneiden, wobei die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt wird. Es gewinnt derjenige, bei dem sich die beiden Leisten am weitesten überschneiden.

Das Spielprinzip von Rajas of the Ganges klingt im ersten Moment recht simpel, doch zeigt sich hier recht schnell, dass der Teufel wie so oft im Detail steckt. Zum einen sind die eigenen Aktionsmöglichkeiten immer sehr stark davon abhängig, wann man in der jeweiligen Runde an der Reihe ist, sprich, welche Würfel einem dann überhaupt noch zur Verfügung stehen. Zum anderen will jede Aktion an sich sehr gut geplant sein, denn vor allem im späteren Spielverlauf kann man mit minimalem Einsatz oft ein Maximum herausholen, wenn eine Aktion zusätzliche Bonusaktionen ermöglicht. Von daher bleibt das Spannungslevel über die gesamte Partie auf hohem Niveau und es entscheidet sich oft erst in letzter Minute, wer am Ende wirklich gewinnt.

Titel: Rajas of the Ganges
Autorin: Inka Brand
Verlag: R&R Games / Hutter

Caylus 1303

Bereits 2005 erschien beim französischen Verlag Ystari Games erstmalig das Spiel Caylus des Autors William Attia, welches im Jahr darauf von der Spiel des Jahres-Jury den Sonderpreis „Komplexes Spiel“ erhielt. Es gilt zurecht als einer der Urväter der Worker Placement Spiele, denn mit ihm trat dieses damals neue Spielprinzip seinen Siegeszug rund um die Welt an. Den Deutschland-Vertrieb von Caylus hatte bereits damals der Hutter-Verlag übernommen, bei dem nun auch die Neu-Auflage Caylus 1303 erschienen ist. Diese kommt in einer klassischen Standardbox daher, in der sich neben dem Spielplan und dem Regelheft, 166 Plättchen, 216 Holzfiguren und 2 Marker verbergen.

Wir befinden uns im Jahr 1303 und der Krieg zwischen England und Frankreich ist gerade vorüber. Da Guyenne weiter in englischem Besitz verbleibt, muss die nahe der Grenze gelegene Burg Caylus schnellstmöglich wieder aufgebaut werden. Verschiedene Baumeister wetteifern daher darum, wer von ihnen der einflussreichste werden wird, der am Ende am meisten zum Wiederaufbau beigetragen hat.

Zur Vorbereitung einer Partie Caylus wird zunächst der Spielplan in der Tischmitte platziert und danach das Spielmaterial gemäß Anleitung an die Spieler verteilt und auf bzw. neben dem Spielplan angeordnet. Das Spiel an sich verläuft dann in 9 Runden, welche aus jeweils 4 Phasen bestehen. Beginnend mit dem Startspieler setzen in der Planungsphase zunächst solange alle Spieler reihum ihre Arbeiter auf ein Gebäude oder die Baustelle, bis alle gepasst haben. In der 2. Phase, der Aktivierung, werden nun die Arbeiter beginnend beim Stadttor aktiviert und führen ihre Aktion aus. In der Phase 3, Lieferung, werden die Arbeiter auf der Baustelle aktiviert, um Prestigepunkte zu gewinnen. Nun schließt sich die 4. und letzte Phase, Verwaltung, an, in der Monumente errichtet und neue Arbeiter rekrutiert werden. Nach Ende der 9. Runde decken alle Spieler ihre Prestigepunkte auf und zählen für eventuell vorhandenes Gold noch weitere Punkte hinzu. Der Spieler mit dem höchsten Punktestand gewinnt.

Caylus 1303 ist wirklich ein Worker Placement Spiel in Reinkultur und hat trotz seines Alters in dieser Neuauflage nichts an seinem Reiz verloren. Die Grundregeln sind zwar scheinbar einfach, aber wie üblich bei wirklich guten Strategiespielen steckt der Teufel auch hier oft im Detail, so dass der Einsatz der eigenen Arbeiter sehr gut geplant sein will. Doch wie so oft nutzt am Ende alle Planung nichts, wenn der geplante Spielzug nicht mehr möglich ist, weil ihn ein Konkurrent schon gemacht hat. Von daher ist hier viel Spielspaß bei hohem Wiederspielwert garantiert.

Titel: Caylus 1303
Autor: William Attia
Verlag: Huch!

Bauchplatscher

Unter den diesjährigen Neuheiten an Kinderspielen im Vertriebs-Programm des Hutter-Verlages findet sich der Titel Bauplatscher des Autors Heinz Meister, der ursprünglich beim französischen Verlag Cocktail Games erschienen ist. Als Verpackung dient eine kompakte, hübsch gestaltete Blechdose mit Illustrationen von Stivo, deren Unterteil mit dem Plastikeinleger auch gleich Teil des Spielmaterials ist. Dieses umfasst zusätzlich noch 18 Figuren und 6 Chips.

Was gibt es Schöneres als ein erfrischendes Bad an heißen Sommertagen, wie vor wenigen Wochen? Und was steigert den Badespaß noch? Wenn man andere heimlich in den Pool schubsen kann! Um hier nicht entdeckt zu werden, heißt es, zu bluffen und hin und wieder ein Risiko einzugehen,

Vor der ersten Partie Bauchplatscher müssen zunächst die Spielerfiguren und das Sprungbrett noch mit den entsprechenden Stickern beklebt werden. Danach ist das Spiel schnell vorbereitet, denn die Figuren müssen nur zufällig rund um den Beckenrand platziert und die Spielerchips, welche festlegen, wer mit welcher Farbe spielt, verdeckt an die Spieler verteilt werden. Beginnend mit dem Startspieler zieht der aktive Spieler eine beliebige Figur und zeigt den anderen die Zahl, die auf ihrer Unterseite klebt. Danach bewegt er sie im oder gegen den Uhrzeigersinn um genau so viele Felder vorwärts. Landet sie auf einem besetzten Feld wird die dort stehende Figur in den Pool geschubst. Zieht man mit einer Figur über das Sprungbrett oder landet auf diesem, kann man eine Vermutung zur Spielerfarbe eines Mitspielers äußern. Ist die Vermutung richtig, muss dieser seinen Chip aufdecken, alle seine Figuren in den Pool schubsen und ist aus dem Spiel. Ist sie falsch, muss man selbst seinen Chip aufdecken, seine eigenen Figuren in den Pool schubsen und ist entsprechend ebenfalls ausgeschieden. Die Partie endet, sobald nur noch 2 Farben im Spiel sind und es gewinnt, wessen Figur näher am Sprungbrett steht.

Bauchplatscher wird seinem Anspruch als Kinderspiel vollauf gerecht, sind die Regeln doch einfach und leicht verständlich. Es ist aber durchaus auch als schnelles Spiel für Zwischendurch oder als Partyspiel für ältere Spieler geeignet. Was zudem gefällt, ist die Blechdose, die als Verpackung und gleichzeitig als Pool dient. Allerdings gibt es auch 2 kleine Kritikpunkte. Zum einen halten die Sticker sowohl auf den Figuren als auch auf dem Sprungbrettfeld extrem schlecht. Hier sollte man mit etwas Klebstoff nachhelfen, bzw. für eine Neuauflage wären Bedruckungen sicher die bessere Lösung. Zum anderen ist der Farbunterschied zwischen Rot und Orange bei den Spielerchips recht gering, so dass es da leicht zu Verwechslungen kommen kann. Etwas kräftigere Farbtöne wären hier besser.

Titel: Bauchplatscher
Autor: Heinz Meister
Verlag: Huch!

King of Tokyo – Dark Edition

Wenn man von Spieleklassikern redet, dann kommt man mittlerweile um die King of-Spiele von Richard Garfield nicht mehr herum. In Form der limitierten Dark Edition von King of Tokyo, welche in Deutschland vom Hutter Verlag vertrieben wird, hat diese Reihe nun ein neues Mitglied bekommen. Passend zum Titel präsentiert sich die quadratische Standardbox mit düster gestaltetem Cover in edlem Mattschwarz. In ihr finden sich zunächst der Spielplan und das Regelheft, unter denen ein Tiefziehteil zum Vorschein kommt, in dem das übrige Spielmaterial, sicher und sortenrein, sauber sortiert seinen Platz findet. Es besteht aus 8 Würfeln, 66 Karten, 10 Plättchen, 6 Figuren mit Aufstellern, zugehörigen Markern und Monstertafeln, sowie diversen weiteren Markern.

Die Finsternis senkt sich über Tokyo und ein epischer Kampf um die Stadt entbrennt. Mächtige Monster treten zum Wettstreit um die Vorherrschaft in der Metropole an und vernichten dabei alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Denn am Ende kann nur eines von ihnen als König der Finsternis über Tokyo herrschen.

Wer die King of-Spiele kennt, für den bietet der Aufbau der Dark Edition wenig Neues. Der Spielplan wird in der Tischmitte platziert. Alle Spieler wählen ihr Monster aus und erhalten die entsprechende Figur nebst Aufsteller, Marker und Monstertafel. Danach werden die Powerkarten und die Bosheitsplättchen gemischt und gemäß Regeln neben dem Spielplan platziert. Sobald die übrigen Marker und die Würfel bereitliegen, kann es losgehen. Der aktive Spieler würfelt, sofern Karten nichts anderes vorgeben, bis zu 3 mal mit den 6 grauen Würfeln. Nach dem 3. Wurf erfolgt die Auswertung, wodurch der Spieler Siegpunkte, Punkte für Bosheit, Energieladungen oder Lebenspunkte gewinnen kann oder Kämpfe führen muss. Zudem kann er in seinem Zug auch offen ausliegende Powerkarten kaufen. Sobald ein Monster 20 Siegpunkte erreicht hat oder nur noch ein Monster übrig ist, endet die Partie.

Auf den ersten Blick erscheint King of Tokyo – Dark Edition nur eine limitierte Sonderedition des normalen King of Tokyo zu sein. Doch dem ist nicht so. Mit den Bosheitsplättchen kommt ein neues Spielelement hinzu, das den Monstern zusätzliche Fähigkeiten verleiht. Aber auch ohne diese Neuerung ist die Dark Edition für jeden King of-Fan schon wegen ihrer genialen Optik ein absolutes Must-have.

Titel: King of Tokyo- Dark Edition
Autoren: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Catham City

2018 erschien bei Russian Games das Kartenspiel Catham City des Autors Yuriy Zhuravlev, das dieses Jahr in der deutschen Version bei Hutter herausgekommen ist. In dezentem Schwarz ist die kompakte Box, die etwas kleiner als DinA5 ist, gehalten. Öffnen wir sie, so gibt sie zunächst den Blick auf das mehrsprachige Regelheft frei, unter dem sich 6 Infokarten und darunter wiederum ein Einleger mit dem eigentlichen Spielmaterial befinden. Dieses bilden 120 Karten und 42 Chips.

In Catham City stehen wieder einmal Bürgermeisterwahlen an. Doch welcher der Kandidaten wird das Rennen machen? Um in der Gunst der Wähler am Ende die Nase vorne zu haben, kann etwas Vitamin B nicht schaden, genauso wenig wie gute Presse oder Kontakte zu Polizei und Bürokratie. Und notfalls hilft die Unterwelt, um den Konkurrenten Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

An einer Partie Catham City können maximal 6 Spieler teilnehmen. Zur Vorbereitung wählt die Gruppe aus den 8 vorhandenen Fraktionen die 5 aus, mit denen sie spielen will. Die entsprechenden Karten werden dann gemischt und jeder Spieler erhält gemäß Regelheft seine Handkarten. Abschließend werden noch die 7 obersten Karten aufgedeckt und nach Fraktionen sortiert in der Tischmitte platziert, während die restlichen Karten den Nachziehstapel bilden. Der aktive Spieler kann in seinem Zug entweder eine beliebige Zahl offen ausliegender Karten einer Fraktion auf die Hand nehmen, wobei er am Ende seines Zuges maximal 10 Handkarten haben darf. Oder er spielt Karten einer Fraktion aus seiner Hand gemäß den Regeln für die jeweilige Fraktion aus, um so Wahlkampfpunktechips zu gewinnen. Der erste Spieler, der so 13 Wahlkampfpunktechips sammelt, gewinnt die Partie.

Die Regeln für Catham City sind sympathisch einfach und schnell erlernt, so dass man fix die erste Partie starten kann. Dadurch dass von 8 möglichen Fraktionen immer nur 5 in einer Partie genutzt werden, ergeben sich zudem immer neue Spiel- und Taktikvarianten, denn jede Fraktion bringt eigene Fähigkeiten und Bedingungen mit sich, um Wahlkampfpunktechips zu ergattern. Von daher hat Catham City einen sehr hohen Wiederspielwert und wird auch nach mehreren Partien nacheinander nicht langweilig.

Titel: Catham City
Autor: Yuriy Zhuravlev
Verlag: Hutter