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Gutenberg

Seit diesem Jahr findet sich das Strategiespiel Gutenberg des polnischen Verlages Granna in der deutschen Version im Vertriebsprogramm von Hutter. Die quadratische Box, welche dem Titel, der von den Autoren Katarzyna Cioch und Wojciech Wiśniewski entwickelt wurde, als Verpackung dient, präsentiert sich mit der Szenerie einer Druckerei der Renaissance auf dem Cover. Dieses wie auch das Artwork des übrigen Spielmaterials wurde von Rafal Szlapa gestaltet. Öffnen wir die Box, finden wir darin den Spielplan, 4 Tableaus, 4 Tafeln, 4 Sichtschirme, 81 Plättchen, 114 Karten, 8 Scheiben, 12 Steine, 32 Zahnräder, 55 Marker, 57 Münzen, einen Beutel und das Regelheft.

Im 15. Jahrhundert steckt der Buchdruck noch in den Kinderschuhen. Nur wenn Du Deine Aufträge zur Zufriedenheit der Kunden durchführst, Dir mächtige Gönner sicherst und Deine Werkstatt ständig verbesserst, wirst Du Dich am Ende gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler ein Druckereitableau, eine Planungstafel, einen Sichtschirm, ein Charakterplättchen, seine Spielermarker und -scheiben, 3 Abdeckplättchen für die Zahnräder, eine gewisse Anzahl Planungsmarker und 10 Gulden. Dann wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt und gemäß Anleitung mit Karten, Zahnrädern, Tintentropfen und Spielerscheiben bestückt. Die übrigen Karten werden wie auch Geld, Lettern und Zahnräder griffbereit danebengelegt. Von den Stapeln mit den Auftrags- und Veredelungskarten werden je 10 aufgedeckt und neben den Spielplan gelegt. Beginnend mit dem Startspieler wählt sich reihum jeder eine Auftrags- und eine Veredlungskarte aus und legt sie neben sein Druckereitableau, dann wählt jeder in umgekehrter Reihenfolge eine zweite Kartenkombination. Die übrigen Karten werden abgelegt. Zuletzt wählt jeder Spieler noch 3 beliebige Lettern, dann kann die Partie starten. In jeder Runde führen die Spieler nacheinander 5 Schritte durch. Im ersten Schritt drehen sie an den Zahnrädern auf ihrem Druckereitableau. Daran schließt sich die Planungsphase an, in der die Spieler hinter dem Sichtschirm die Planungsmarker in ihre Planungstafel setzen. Anschließend werden die Sichtschirme entfernt und die Pläne ausgeführt. Es beginnt immer der, der für den jeweiligen Plan die meisten Planungsmarker eingesetzt hat, ansonsten geht es beginnend mit dem Startspieler reihum. In dieser Phase können die Spieler neue Aufträge annehmen, Tinte besorgen, Spezialisierungen entwickeln, ihre Druckerei durch Zahnräder verbessern oder Gunst erwerben. Im vierten Schritt erfüllen die Spieler ihre Aufträge, wenn sie die Bedingungen hierfür erfüllen und erhalten dadurch Geld und gegebenenfalls Ruhm und Sonderaktionen. In der abschließenden fünften Phase wird das Spielbrett wieder aufgefüllt und die nächste Runde beginnt. Nach 6 Runden erfolgt eine Endwertung. Wer die meisten Ruhmespunkte hat, gewinnt.

Um Gutenberg spielen zu können, braucht es zunächst einmal einen entsprechend großen Spieletisch, denn sowohl der Spielplan als auch die persönlichen Auslagen sind recht raumfüllend. Zum anderen sollte man Zeit mitbringen, denn die Spielvorbereitungen sind doch recht zeitintensiv und auch das Regelstudium vor der ersten Partie dauert. Hat man diese Hürden überwunden, hat man hier ein wirklich toll gemachtes Strategiespiel vor sich, bei dem man auch als inaktiver Spieler ständig gefordert ist. Denn man muss den Spielplan und die Aktivitäten der Mitspieler immer im Auge haben, um im Fall der Fälle seine Planungen für den eigenen Zug dann noch umzuwerfen, wenn einem mal wieder die erhoffte Karte vor der Nase weggeschnappt wurde. Was zudem begeistert, ist das mit extrem viel Liebe zum Detail gemachte Spielmaterial, das komplett ohne Plastik auskommt. Selbst die heute allseits üblichen Druckverschlussbeutel sucht man hier nämlich vergeblich. Stattdessen sind Karten und kleinteiliges Spielmaterial in als Truhen gestalteten Pappschächtelchen sicher verstaut.

Titel: Gutenberg
Autor: Katarzyna Cioch, Wojciech Wiśniewski
Verlag: Granna / Hutter

Dollars Wanted

Vor kurzem erreichte uns eine weitere 2022er-Neuheit aus dem umfangreichen Frühjahrsneuheitenpaket von Hutter und zwar das Kartenspiel Dollars Wanted des Autorenduos Anna Oppolzer und Stefan Kloß. Es kommt in einer sympathisch gestalteten, rechteckigen, sehr kompakten Box daher, in der sich 120 Karten und das mehrsprachige Regelheftchen befinden.

Im wilden Westen herrschen raue Sitten. Und so machen sich die Banditen auf, mit Colt, Spitzhacke, Dynamit und Brecheisen, so viel Geld wie möglich zu ergaunern.

Bevor eine Partie Dollars Wanted starten kann, werden die Gebäudekarten gemischt und dann als 3 offene Stapel à 6 Karten in die Tischmitte gelegt. Die übrigen Karten werden ebenfalls gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt, von dem jeder Spieler 6 Karten auf die Hand bekommt. Sobald ein Startspieler bestimmt ist, kann es dann auch schon losgehen. Der aktive Spieler muss in seinem Zug 2 seiner Handkarten verdeckt rechts an einen der Gebäudekarten-Stapel anlegen. Danach kann er optional eines der Gebäude ausrauben. Dazu ruft er „Dollars Wanted“ und deckt die Karten von links nach rechts auf. Sind genügend Banditenkarten mit den passenden Symbolen für das Gebäude vorhanden, erhält der Spieler es und legt es mit der Dollar-Seite nach oben vor sich ab. Sind nicht genügend passende Banditenkarten vorhanden oder können aufgrund der Effekte von Sonderkarten nicht gewertet werden, geht der Spieler leer aus. Die Partie endet, sobald der erste Gebäudestapel aufgebraucht ist. Es gewinnt, wer die meisten Dollars erbeutet hat.

Dollars Wanted ist ein sehr einfaches, schnelles Kartenspiel mit extrem hohem Glücksfaktor. Dadurch dass nämlich alle Spieler ihre Karten verdeckt anlegen, weiß am Ende niemand wirklich, was ihn erwartet, wenn er die Karten aufdeckt. Schon eine Geier- oder Kojoten-Karte kann hier den sicher geglaubten Raubzug vereiteln. Mal ganz abgesehen davon, dass man recht schnell den Überblick darüber verliert, welche Karten man selbst angelegt hat. Wer Kartenspiele mit Glückfaktor mag, kommt hier voll auf seine Kosten und wird auch nach mehreren Partien den Spaß am Spiel nicht verlieren.

Titel: Dollars Wanted
Autoren: Anna Oppolzer, Stefan Kloß
Verlag: Hutter

Speedy Ants

Das 2022er Neuheitenprogramm von Hutter ist wieder einmal mehr als umfangreich. Unter den zahlreichen Titeln, die neu erscheinen, ist auch das Kartenspiel Speedy Ants, das vom Autorenduo Kim Sehee und Kang Chulku entwickelt wurde. Die namensgebenden Ameisen zieren dann natürlich sowohl das Cover der quadratischen Box als auch die 74 Spielkarten, welche sich zusammen mit dem mehrsprachigen Regelheft in ihr befinden.

Ein Ameisenhaufen ist bekanntlich ein recht chaotisches Gewusel. Und so ist es dann am Ende gar nicht so einfach, in all dem Gewimmel die richtige Ameise zu finden…

Zu Spielbeginn werden zunächst die 39 Ameisenhaufenkarten gemischt und dann offen in der Tischmitte ausgelegt. Anschließend werden auch noch die 35 Ameisenkarten gemischt und als verdeckter Stapel dem ältesten Spieler übergeben. Dieser deckt im Laufe der Partie nacheinander die Karten des Ameisenstapels auf. Die Spieler müssen nun versuchen, so schnell wie möglich den Ameisenhaufen mit der entsprechenden Zahl auf dem Tisch zu finden und sich diesen zu schnappen. Derjenige, dem dies als Erstem gelingt, erhält die Ameisenkarte und legt den betreffenden Ameisenhaufen zurück. Ab jetzt muss bei jeder neu aufgedeckten Karte darauf geachtet werden, ob Spieler bereits Karten dieser Farbe gewonnen haben. Deren Anzahl muss nun nämlich zum Wert der aufgedeckten Karte dazugezählt werden, um zu ermitteln, welchen Ameisenhaufen man sich schnappen muss. Sobald ein Spieler so entweder 5 Karten einer Farbe oder 7 Karten unterschiedlicher Farben ergattert hat, gewinnt dieser. Ist der Kartenstapel schon vorher aufgebraucht, gewinnt, wer die die meisten Ameisen vor sich liegen hat.

Speedy Ants ist eines dieser Spiele aus der Gruppe „Klein aber oho“. Zu Anfang der Partie besteht die einzige Schwierigkeit darin, den passenden Ameisenhaufen schnell genug auf dem Tisch zu finden. Je länger die Partie geht und die Mitspieler bereits Karten gewonnen haben, geht bei jeder neuen Karte das große Rechnen los, wobei es einem manche Mitspieler dann noch dadurch besonders schwer machen, dass sie die gewonnenen Karten nicht nach Farben sortiert vor sich ablegen. Des weiteren sollten man keine tiefhängenden Lampen über dem Spieltisch haben, denn im Eifer des Gefechts fliegen hier schon einmal die Hände durch die Luft, um sich einen Ameisenhaufen zu sichern. Von daher ist bei Speedy Ants jede Menge Spielspaß garantiert, zu dem nicht zuletzt auch die putzigen Kartengrafiken beitragen.

Titel: Speedy Ants
Autoren: Kim Sehee, Kang Chulku
Verlag: Hutter

Codex Naturalis

In unserem Mittwochsspecial stellen wir heute das Kartenspiel Codex Naturalis des Autors Thomas Dupont vor, das bei Hutter erschienen ist und mit maximal 4 Spielern gespielt werden kann. Als Verpackung dient ihm eine schön gestaltete quadratische Blechdose, in der sich 102 Karten, 9 Spielsteine, die Wertungstafel und das Regelheft befinden.

Der Codex Naturalis ist ein uraltes, geheimes Manuskript, das die Spezies zeigt, die dereinst in den Wäldern der 4 Königreiche lebten. Wird es Dir gelingen, die einzelnen Seiten wieder richtig zusammenzusetzen und seine Geheimnisse zu ergründen?

Zur Spielvorbereitung wird die Wertungstafel in die Tischmitte gelegt und jeder Spieler setzt seinen Spielstein auf das Startfeld. Dann werden die Ressourcen-, Gold- und Aufgabenkarten getrennt gemischt, neben den Spielplan gelegt und jeweils die beiden obersten Karten aufgedeckt. Zuletzt erhalten die Spieler alle noch eine Startkarte, die sich vor sich ablegen und jeweils eine Karte vom Gold- bzw. 2 vom Ressourcenstapel als Handkarten, sowie eine Aufgabenkarte als geheime, persönliche Aufgabe. Sobald ein Startspieler bestimmt wurde, kann es losgehen. Der aktive Spieler muss in seinem Zug eine seiner Handkarten ausspielen, indem er damit eine oder mehrere sichtbare Ecken von bereits ausliegenden Karten überdeckt. Je nach Karte bringt ihm dies sofort Siegpunkte, die er auf der Wertungstafel vermerkt. Dann zieht er wieder auf 3 Handkarten auf, wobei er sowohl von den Ressourcen- als auch den Goldkarten nehmen kann. Sobald ein Spieler 20 Punkte erreicht hat oder beide Kartenstapel aufgebraucht sind, wird die aktuelle Runde zu Ende gespielt. Danach folgt noch eine weitere komplette Runde. Wer nun die meisten Punkte hat, gewinnt.

Codex Naturalis ist ein strategisches Karten-Legespiel mit leicht verständlichen Regeln, die aber an der einen oder anderen Stelle dann doch etwas Interpretationsspielraum lassen. Wie bei allen Strategiespielen ist hier Planung alles, doch löst sich dann manch eine Planung auch schnell wieder in Luft auf, wenn einem die Mitspieler die benötigten Karten immer wieder vor der Nase wegschnappen. Des Weiteren sollte man auch die beiden allgemeinen und den geheimen, persönlichen Auftrag stets im Hinterkopf haben, denn diese können zu Spielende nochmal wichtige Zusatzpunkte liefern. Was wohl aber das absolute Highlight dieses Spiels ist, sind Spielmaterial und Verpackung. Die Karten sind nämlich extrem hochwertig verarbeitet und bieten eine außergewöhnlich gute Haptik, von der edlen Gestaltung gar nicht erst nicht zu sprechen. Letztere bietet auch die Blechdose, die die Verpackung für das Spielmaterial bildet und ein echter Eyecatcher ist.

Titel: Codex Naturalis
Autor: Thomas Dupont
Verlag: Hutter

Café

2020 ursprünglich beim portugiesischen Pythagoras-Verlag erschienen, findet sich das Legespiel Café in seiner deutschen Version seit Herbst 2021 im Vertriebsprogramm von Hutter. Wenig überraschend bei diesem Titel geht es um das Thema Kaffee bzw. die Kaffeehaustradition der Belle Époque, was sich denn auch als roter Faden durch die Gestaltung des Boxcovers und des gesamten Spielmaterials zieht. Dieses besteht aus 56 Karten, 144 Spielsteinen, einer Startspielerfigur und dem zweisprachigen Regelheft.

Der Weg von der Kaffeebohne zum duftenden Kaffee ist lang und beschwerlich. Erst müssen die Bohnen angebaut, dann getrocknet und geröstet werden und zuletzt gilt es, die richtige Mischung der verschiedenen Sorten zusammenzustellen. Denn die Kundschaft in Portugals Kaffeehäusern ist anspruchsvoll…

Zum Spielstart erhält jeder Spieler eine Start- und zugehörige Firmenkarte, je einen Kaffeebohnenwürfel der 4 verschiedenen Sorten und einen großen, weißen Würfel, den er auf das Einserfeld seiner Firmenkarte legt. Die Startkarte dient dagegen als erste Karte seines Firmengeländes. Die restlichen Kaffeebohnenwürfel werden griffbereit in die Tischmitte gelegt, daneben kommt der verdeckte Stapel der Planungskarten. Sobald ein Startspieler bestimmt ist, der die Startspielerfigur erhält, kann es losgehen. Der jeweilige Startspieler deckt in seiner Runde 3 Planungskarten auf. Aus diesen wählt sich sein linker Nachbar eine aus oder kauft eine, dann wird die Auslage wieder auf 3 Karten aufgefüllt, aus denen der nächste Spieler eine auswählt, usw.. Hat so auch der Startspieler eine Karte gewählt, kommen die verbliebenen beiden Karten auf den Ablagestapel. Die gezogenen Karten müssen die Spieler sofort an ihr Firmengelände anlegen, wobei die neue Karte mindestens 2 Felder einer bereits ausliegenden Karte überdecken muss. Haben alle Spieler ihre Karten gelegt, führen sie Aktionen aus. Die Anzahl der möglichen Aktionen richtet sich dabei nach der Anzahl an Kaffeetassen auf dem eigenen Firmengelände. Aktionen können der Anbau, das Trocknen, das Rösten oder das Ausliefern des Kaffees an ein Kaffeehaus sein. Nach 8 Runden endet das Spiel mit der Schlusswertung. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Café ist allein schon optisch ein Traum, fängt doch das komplette Spielmaterial die Stimmung der Belle Époque gekonnt ein. Und auch spieltechnisch hat uns dieses Spiel sehr gut gefallen. Hier muss man stets genau überlegen, welchen der Verarbeitungsschritte man wann am sinnvollsten macht, um die vorhandenen Aktionspunkte möglichst effektiv zu nutzen. Und auch das eigene Firmengelände will gut geplant sein, wobei einem hier natürlich die Mitspieler immer wieder gehörig in die Suppe spucken können, wenn sie einem die ersehnte neue Karte vor der Nase wegschnappen und man seine kompletten Planungen wieder über den Haufen werfen kann. Von daher kommt hier nie Langeweile auf, weil man auch während man nicht selbst am Zug ist, die Mitspieler immer genau im Auge haben muss.

Titel: Café
Autoren: Rôla & Costa
Verlag: Hutter

Witchstone

Auf Witchstone des Autorenduos Reiner Knizia und Martino Chiacchiera haben wir lange warten müssen. Eigentlich schon für 2020 angekündigt, wurde es nun Spätsommer 2021, bis es endlich in den Handel kam. Das Spiel, das sich im Vertrieb von Hutter findet, kommt in einer großen, quadratischen Box daher, die einen auch schon gleich durch ihre Covergrafik in die mystische Welt der Hexen und Zauberer entführt. In ihrem Inneren sorgt ein Tiefziehteil für Ordnung beim mehr als umfangreichen Spielmaterial, das aus dem Spielplan, 75 Hexplättchen, 4 Sichtschirmen, 4 Zauberkesseln, 80 Energieeinheiten, 28 Kristallen, 8 Markern, 12 Spielsteinen, 10 Plättchen, 40 Karten, 21 Chips, 48 Figuren und dem dreisprachigen Regelheft besteht.

Alle 100 Jahre treffen sich Hexen und Zauberer um an einem geheimen Ort mit magischen Formeln und Riten die Energie des Hexensteins zu erneuern und so auch die eigenen Zauberkräfte zu stärken. Doch nur einer von ihnen, der dabei das größte Geschick beweist, wird am Ende der Meister des Hexensteins werden.

Zur Spielvorbereitung muss zunächst der Spielplan gemäß Anleitung mit Spielmaterialien bestückt bzw. dieses an die einzelnen Mitspieler – sobald sie sich für eine Spielerfarbe entschieden haben – verteilt werden. Danach setzt jeder Spieler – beginnend mit dem Spieler rechts vom Startspieler – seine große Hexe auf einen der 4 Türme in der Kristallkugel auf dem Spielplan, erhält dafür 2 Siegpunkte und führt die Aktion des dort liegenden Magiechips aus. Nun beginnt die Partie. Der jeweils aktive Spieler spielt eines seiner offen ausliegenden Hexplättchen aus und legt es auf 2 freie Felder in seinem Kessel. Danach führt er die beiden Aktionen des eben gelegten Hexplättchens aus, wobei er diese ggf. mehrfach ausführen kann, wenn er das Plättchen so gelegt hat, dass eine Gruppe mit identischen Symbolen entstanden ist. Mögliche Aktionsarten sind hierbei die Energie-, die Hexen-, die Pentagramm-. die Kristall-, die Zauberstab- und die Schriftrollenaktion. In der Energieaktion kann der Spieler Orte in der Kristallkugel durch Energieeinheiten verbinden, was ihm Siegpunkte bringt. In der Hexenaktion kann er Hexenfiguren neben seinen Turm legen, bzw. dort bereits liegende Hexen an freie Orte, die eine vollständige Energieverbindung haben, setzen, was ihm wiederum Siegpunkte und ggf. dort liegende Magiechips und somit Zusatzaktionen bringt. In der Pentagrammaktion bewegt er seinen Marker im Pentagramm. Auch dies kann Siegpunkte und/oder Sonderhexplättchen bringen, die wiederum für Zusatzaktionen eingesetzt werden können. In der Kristallaktion kann er die Kristalle in seinem Kessel bzw. aus diesem heraus bewegen. Letzteres ermöglicht es ihm, Plätze im Phiolenregal zu belegen, welche auch wiederum Zusatzaktionen bringen. In der Zauberstabaktion bewegt er seinen Marker auf dem Zauberstab und handelt jedes Mal, wenn er ein Wertungsfeld passiert, dieses entsprechend ab. In der Schriftrollenaktion schließlich kann er eine  der ausliegenden Schriftrollenkarten nehmen, die Zusatzaktionen oder zusätzliche Punkte bei der Endwertung bringen. Die Partie endet nach der 11. Runde. Die Spieler werten nun alle ihre Eulenplättchen, Magiechips und Schriftrollen. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Um es vorweg zu nehmen, die lange Wartezeit auf Witchstone hat sich gelohnt, haben wir doch hier ein wirklich spannendes und extrem kurzweiliges Spiel vor uns. Das Regelheft erschlägt einen im ersten Moment zwar etwas, doch sind die Grundregeln, die man beachten muss, eigentlich relativ einfach. Danach gilt es nur noch, möglichst Aktionskaskaden durch das geschickte Legen von Hexplättchen loszutreten, um so ein Maximum an Aktionen in jeder Runde und damit am Ende Punkte zu generieren. Was zudem gefällt, ist das wirklich mit viel Liebe zum Detail gestaltete Spielmaterial.

Titel: Witchstone
Autoren: Reiner Knizia, Martino Chiacchiera
Verlag: Hutter

Stuttgarter Messeherbst 2021

Nachdem ja der Stuttgarter Messeherbst letztes Jahr wegen der Coronapandemie komplett ausfallen musste, war es nun vom 18. bis 21. November wieder so weit. Allerdings wurde auch der diesjährige Messeherbst noch voll von der Pandemie überschattet und stand kurz vor der Absage. Die wegen der viel zu niedrigen Impfquoten momentan wieder explodierenden Zahlen an Neuinfizierten und vor allem an Infizierten, die die Intensivstationen füllen, führten letztlich auch dazu, dass der Messeherbst nur unter strikten 2G-Bedingungen und mit stark reduzierten Besucherzahlen durchgeführt werden konnte. So war es dann in den Hallen auch deutlich leerer als sonst, auch wenn sich immer noch eine beträchtliche Anzahl Besucher auf den Weg in die Landesmesse am Stuttgarter Flughafen gemacht hatte.

Für Spielefreunde war natürlich die Halle 1 wieder der wichtigste Anlaufpunkt, hat doch dort traditionell die Spielemesse – neben der Kreativ und dieses Jahr erstmals auch den Modellbahnern – ihren Standort. Wie kaum anders zu erwarten, waren dieses Jahr insgesamt weniger Aussteller vorhanden und auch die vom Game-Point Bietigheim betreute Spieleinsel war deutlich geschrumpft. Allerdings scheinen mittlerweile immer mehr Spieleverlage Stuttgart für sich entdeckt zu haben. So waren unter anderem Heidelbär, Hutter, Queens Games, Skellig Games und die Verlage der Spieleoffensive, um hier nur einige zu nennen, mit teils recht großen Ständen vertreten, an denen verlagseigene Promotoren interessierten Spielefans die Neuheiten erklärt haben. Gerade für alle, die nicht zur SPIEL in Essen reisen konnten oder wollten, war dies natürlich die Gelegenheit schlechthin, die 2021er Herbstneuheiten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und sie auch gleich auszuprobieren.

Und wem nach all den Spielen der Sinn nach etwas Abwechslung stand, dem boten die LEGO-Ausstellung auf der Galerie der Halle 1 und die anderen Messen in den übrigen Messehallen sowie das Straßenmusikfestival mehr als genug Alternativprogramm. Der nächste Messeherbst soll vom 17. bis 20. November 2022 stattfinden und wir hoffen wohl alle, dass dieser dann nicht mehr im Schatten von Corona stehen muss.

Espresso Doppio

Bei der Präsentation der Frühjahrsneuheiten 2021 von Hutter sind wir damals über Espresso Doppio gestolpert. Es ist zwar nur für maximal 2 Spieler gedacht und damit ja nun nicht ganz im Hauptfokus unseres Blogs, aber die Spielidee klang witzig, so dass wir es dann doch einmal genauer unter die Lupe genommen haben. Autor des Titels, der in einer recht ungewöhnlichen, länglichen Rechteckbox daherkommt, ist Walter Obert. Öffnet man die Box, findet man darin in einem Tiefziehteil sicher verstaut 3 Espressotassen, nebst Untertassen und Löffeln, einen kleinen Tischläufer, 16 Karten, 60 Bohnenmarker und das dreisprachige Regelheft.

Mit Geschirr sollte man besser nicht spielen, denn sonst geht schnell mal etwas zu Bruch. Doch hier ist spielen erwünscht, ja geradezu nötig. Denn nur wer hier Tassen, Untertassen und Löffel munter hin und her bewegt und die richtigen Kombinationen erzeugt, gewinnt am Ende.

Zur Spielvorbereitung werden der Tischläufer in die Tischmitte gelegt und die Aufgabenkarten gemischt. Von diesen werden an die Spieler je 8 verdeckt ausgeteilt, von denen sie dann 3 offen vor sich auslegen. Nun platzieren die Spieler abwechselnd die Untertassen, dann die Tassen und zuletzt die Löffel auf eines der 5 Felder des Tischläufers, wobei auf jedem Feld nur Gegenstände unterschiedlicher Farben liegen dürfen. Danach kann die Partie starten. In seinem Zug kann der aktive Spieler bis zu 3 mal Gegenstände bewegen oder tauschen, wobei am Ende jeder der Aktionen immer nur ein Gegenstand jeder Sorte auf einem Feld liegen darf. Anschließend kann er eine oder mehrere seiner Aufgabenkarten, deren Bedingungen erfüllt sind, werten und erhält die auf ihnen abgebildete Zahl an Kaffeebohnenmarkern. Sobald ein Spieler alle seine 8 Aufgabenkarten gewertet hat, endet die 1. Runde. Alle Karten werden eingesammelt, erneut gemischt und wieder 8 Karten an jeden Spieler verteilt, so dass der zweite Durchgang nach identischen Regeln starten kann. Wer am Ende der zweiten Runde die meisten Kaffeebohnenmarker hat, gewinnt die Partie.

Espresso Doppio ist – wie die Packung schon verspricht – ein wirklich schnelles Spiel, das aber sicher nicht nur Kaffeefans ansprechen wird. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich, es erfordert aber trotzdem viel strategisches Denken, Tassen, Untertassen und Löffel am Ende immer so zu kombinieren und zu platzieren, dass man die Aufgabenstellungen der eigenen Karten erfüllt und es dem Gegner gleichzeitig nicht zu leicht macht. Wem nach mehreren Partien dann der Sinn nach größeren Herausforderungen steht, für den ist zudem noch eine Spielvariante in den Regeln enthalten. Und da echte Porzellan-Tassen und -Unterteller das Spielmaterial bilden, kann man aus diesen nach einer Partie Espresso Doppio gleich auch noch einen echten Espresso genießen.

Titel: Espresso Doppio
Autor: Walter Obert
Verlag: Hutter

SPIEL `21 – Neuheitenschau

Nachdem wir ja nun gut anderthalb Jahre ohne eine physische Messeveranstaltung in Essen auskommen mussten, öffneten sich am vergangenen Donnerstag kurz vor 10:00h die Tore zur SPIEL `21. Auch wenn im zweiten Coronajahr noch nicht wieder alles so ist wie zuvor – so fand die Eröffnungs-Pressekonferenz wie hier berichtet dieses Jahr nur online statt – sind doch manche Traditionen erhalten geblieben. Eine davon ist, dass akkreditierte Medienvertreter und Blogger bereits einen Tag vor Messebeginn vorab die Möglichkeit hatten, in der Neuheitenhalle 1A einen Blick auf die Spieleneuheiten zu werfen.

Die Neuheitenschau fiel dieses Jahr zwar etwas kleiner aus als sonst, doch alle namhaften Verlage wie Amigo, Heidelbär, Hutter, Kosmos, NSV oder Pegasus, um hier nur einige zu nennen, waren wieder mit eigenen Ständen und Spieleerklärern vertreten. Aber auch zahlreiche Kleinverlage, die teils zum ersten Mal an der SPIEL teilnahmen, nutzten diese Gelegenheit, sich dem Fachpublikum zu präsentieren.

Doch getreu dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ genug derselben und viel Spaß beim Betrachten unseres kleinen Bilderbogens von der Neuheitenschau der SPIEL `21.

Greek Salad

Ursprünglich beim israelischen Verlag FoxMind erschienen, findet sich das Kartenspiel Greek Salad des Autors Dror Shomrat seit diesem Sommer in der deutschen Version im Vertriebsprogramm von Hutter. Wie bei einem Kartenspiel kaum anders zu erwarten, ist die rechteckige Box mit zum Thema passender Covergestaltung in ihren Abmessungen recht kompakt geraten. Öffnen wir sie, so finden wir darin das Regelheftchen und 60 Spielkarten.

Viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei, oder auch nicht. Sofern alle genau den Anweisungen der Küchenchefs folgen und die passenden Zutaten in den Salat geben, kann am Ende ein leckerer griechischer Salat aufgetischt werden.

Zur Spielvorbereitung müssen die Karten zunächst gemischt und dann an jeden Spieler verdeckt 6 ausgegeben werden. Die restlichen bilden den verdeckten Nachziehstapel, der in der Tischmitte platziert wird. Sobald die oberste Karte des Nachziehstapels aufgedeckt wurde, die damit zur ersten Karte des Abwurfstapels wird, kann es losgehen. Der jeweils aktive Spieler muss sich entscheiden, ob er eine seiner Handkarten ausspielt, oder – sofern er das nicht kann oder will – eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand zieht. Spielt er eine seiner Handkarten, muss diese immer mindestens eine Einheit mehr einer der Zutaten zeigen, als auf der obersten Karte des Abwurfstapels zu sehen ist. Alternativ kann er auch eine Sonderkarte ausspielen, deren Effekte sofort wirksam werden. Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle seine Handkarten ausgespielt hat.

Greek Salad ist ein schnelles, kleines Kartenspiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln. Es ist daher als Spiel für die ganze Familie geradezu prädestiniert. Trotz der einfachen Regeln kommt aber auch der Taktikaspekt nicht zu kurz, denn man muss sehr gut überlegen, ob und wenn ja wann man welche Karte ausspielt und ob es nicht hin und wieder sinnvoller ist, neue Handkarten aufzunehmen. Und wie bei allen taktischen Überlegungen gibt es dann natürlich noch die „lieben“ Mitspieler, die mit einer Sonderkarte alle Planungen wieder zunichte machen. Von daher ist hier Spielspaß bei hohem Wiederspielwert garantiert. Ein kleiner Kritikpunkt betrifft allerdings die Verpackung, der ein Einleger ganz gut getan hätte, damit die Karten nicht lose in ihr herumrutschen.

Titel: Greek Salad
Autor: Dror Shomrat
Verlag: FoxMind / Hutter