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Zwei-Personen-Spiele von Hutter

Auch wenn sich unser Leben mittlerweile allenthalben langsam wieder normalisiert, werden wir mit den Kontaktbeschränkungen wegen des Corona-Virus noch länger leben müssen. Das bedeutet natürlich auch, dass große Spielerunden momentan nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sind. Daher werfen wir heute in einem kleinen Off-Topic den Blick auf 3 Zwei-Personen-Spiele des Hutter Verlages. Es handelt sich dabei um die beiden Strategiespiele Fenix und Katarenga und das Quizspiel My Love.

Fenix stammt aus der Feder des Spieleautors Fred Horn und kommt, wie auch die beiden anderen Titel, in einer kompakten, quadratischen Box daher. Öffnen wir diese, so finden wir darin den doppelseitigen Spielplan, die 56 Spielsteine und das mehrsprachige Regelheft.

Fenix lässt sich wohl am besten als eine sehr gelungene und auch anspruchsvolle Mischung aus Schach und Dame beschreiben, in der sich 2 gegnerische Armeen gegenüberstehen. Doch im Gegensatz zu Schach endet die Partie nicht sofort, wenn der gegnerische König besiegt ist. Denn wie der namensgebende Phönix, der auch als Grafik das Cover der Verpackung ziert, kann sich ein neuer König aus der Asche wieder erheben und die Schlacht weiterführen.

Deutliche Anleihen bei den Regeln des Schach nimmt auch das zweite Strategiespiel namens Katarenga, das vom Autor David Parlett stammt. Das Spielmaterial bilden hier der zweiteilige Spielplanrahmen, 4 doppelseitige Spielplantableaus und die 16 Figuren. Auch hier ist das Regelheft wiederum mehrsprachig gehalten.

Katarenga nutzt die klassischen Spielzüge des Schachs. Aber im Gegensatz dazu hat hier keine Figur eine definierte Rolle, sondern der Spielplan an sich gibt vor, wie sich die Figur bewegen und damit andere Figuren schlagen kann. Da dieser durch die 4 doppelseitigen Einzelteile, die immer wieder neu kombiniert werden können, eine hohe Variabilität aufweist, gleicht keine Partie der anderen.

Das dritte und letzte Spiel, das wir hier kurz betrachten wollen, ist das Quizspiel My Love, bei dem das Spielmaterial aus 270 Karten, einem Kartenhalter und einem Würfel besteht, wobei der Einleger der Box auch noch Teil des Spielmaterials ist, in den die Karten nach Kategorien getrennt einsortiert werden müssen, um spielen zu können.

My Love nutzt die klassischen Elemente eines Quizspieles für einen Wettstreit unter frisch oder auch schon länger Verliebten. Pärchen können sich hier abwechselnd gegenseitig intime Fragen aus den Kategorien Erotisches Wissen, Liebe, Sex und Zärtlichkeit stellen, um so Herzen einzusammeln. Wer als Erster alle nötigen Herzen seiner Aufgabenkarte hat, gewinnt und erhält als Belohnung die vorher ausgewählte Geschenkkarte, die der Verlierer innerhalb der nächsten Wochen erfüllen muss.

Daddy Winchester

Ursprünglich ist der Titel Daddy Winchester des Autors Jérémy Pinget beim französischen Verlag blue orange erschienen. Seit diesem Jahr findet er sich nun in der deutschen Version auch im Vertriebsprogramm von Huch. Das Bietspiel kommt in einer Standardbox mit putzig gestaltetem Cover daher, in der neben dem Spielplan und den Regeln, das Spielgeld, Schiffs- und Zugminiatur, 93 Plättchen, 30 Karten, Startspielerstern und Auktionsaufsteller dank eines passenden Einlegers sicher und schön geordnet untergebracht sind.

Daddy Winchester ist noch nicht richtig unter der Erde, da bricht schon der Streit unter seinen Erben los! Denn das alte Schlitzohr hat seine Reichtümer in den verschiedenen Parzellen seiner Ländereien versteckt. Und so versammeln sich nun alle Erben zur großen Auktion, bei der jeder hofft, am Ende die meisten Reichtümer zu ergattern und neues Familienoberhaupt zu werden.

Zur Spielvorbereitung wird zunächst der Spielplan wie in den Regeln beschrieben aufgebaut und die Spieler erhalten ihr Startkapital, ihre Hutplättchen, ein Duellplättchen und 2 Karten als geheime Ziele. In jeder Runde deckt der jeweilige Startspieler ein Parzellenplättchen auf und die Spieler können nun reihum auf dieses Plättchen bieten. Der Höchstbietende erhält die Parzelle und wird neuer Startspieler, es sei denn es kommt zwischen 2 Spielern zum Duell um die Parzelle. Nach Ende dieser Kaufaktion wird überprüft, ob eines der offenen Ziele erfüllt ist, bevor die nächste Runde startet. Sind alle Parzellen auf diese Weise verteilt, endet das Spiel und es erfolgt die Wertung. Der Spieler mit dem meisten Bargeld plus eventueller Boni durch Karten gewinnt.

Wir haben es hier mit einem klassischen Auktionsspiel zu tun, das um die Wildwestthematik ergänzt wurde. Die Regeln sind entsprechend einfach und auch für Kinder leicht verständlich, so dass sich Daddy Winchester mit der ganzen Familie spielen lässt und durch die variablen offenen und geheimen Ziele entsprechenden Wiederspielwert besitzt. Was auch gefällt, ist das mit viel Liebe zum Detail gestaltete Spielmaterial.

Titel: Daddy Winchester
Autor: Jérémy Pinget
Verlag: Hutter

Little Town

Im Vertrieb von Hutter befindet sich seit kurzem auch das Spiel Little Town des französischen Iello-Verlages, welches auf einer Idee von Shun & Aya Taguchi basiert. Das Spielmaterial bilden der Spielplan, 15 Karten, 33 Plättchen, 60 Rohstoffwürfel, 48 Figuren, 6 Anzeiger, Münzen, eine Spielhilfe und das Regelheft. Auch wenn diese Ausstattung recht umfangreich klingt, findet sie doch in einer erstaunlich kompakten, quadratischen Box mit Einleger sicher Platz.

Hinter den großen Bergen erstreckt sich eine weite, fruchtbare und an Rohstoffen reiche Ebene. Der ideale Platz also, um mit dem Bau einer Stadt zu beginnen. Doch es gibt mehrere Konkurrenten um den Titel des besten Baumeisters und so wird sich am Ende zeigen, wer der talentierteste unter ihnen ist.

Zu Spielbeginn erhalten die Spieler ihre Spielerfiguren, Auftragskarten und 3 Münzen. Getreide- und Bauwerkplättchen werden auf dem Spielplan platziert, die Siegpunktanzeiger aller Spieler auf 0 gesetzt und der Rundenanzeiger auf 1. Beginnend mit dem Startspieler platzieren reihum alle Spieler nacheinander jeweils solange ihre Arbeiter auf dem Spielplan, um Rohstoffe zu sammeln oder um Gebäude zu bauen oder diese zu aktivieren, bis alle aufgestellt sind. Die Arbeiter führen dabei ihre Aktion immer sofort durch und die Spieler erhalten ggf. sofort entsprechend Siegpunkte. Am Ende der Runde müssen die Arbeiter noch mit erwirtschafteten Nahrungsrohstoffen versorgt werden, ansonsten verliert der betreffende Spieler Siegpunkte, bevor dann die nächste Runde beginnt. Nach Ende der 4. Runde erfolgt eine Endwertung, die zusätzliche Siegpunkte bringen kann. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Little Town ist ein klassisches Worker Placement Spiel und dabei ein extrem gelungener Vertreter dieser Gattung. Die Regeln sind kurz und leicht zu verstehen, trotzdem ist das Spiel alles andere als simpel. Zum einen gilt es, die Nahrungsversorgung der eigenen Leute stets im Blick zu haben und auch jedes Bauvorhaben will gut geplant sein, denn ein falsch platziertes Bauwerk kann den Zugang zu Ressourcen blockieren, wobei dies bisweilen auch wieder von Vorteil sein kann, um so die Konkurrenz auszubremsen. Was zudem begeistern mag, sind die liebevoll gestalteten Grafiken der Plättchen und die aus Holz gefertigten Spielfiguren. Einziger Wermutstropfen an dem Spiel ist, dass es leider nur für maximal 4 Spieler konzipiert ist.

Titel: Little Town
Autoren: Shun & Aya Taguchi
Verlag: Iello / Hutter

Spielwarenmesse Nürnberg

Auch wenn sich die Messelandschaft in Deutschland in den letzten Jahren stark verändert hat, bleibt die Spielwarenmesse in Nürnberg, deren Pforten sich heute Abend nach 5 Tagen wieder schließen werden, weiterhin die Leitmesse der Branche schlechthin. Und so waren auch im 71. Jahr ihres Bestehens die 12 Hallen, des rund 170.000 m² großen Messeareals wieder mehr als gut gefüllt mit über 2800 Ausstellern aus rund 70 Nationen. Auch der Besucherandrang an den Messetagen war ungebrochen, wenngleich die diesjährige Spielwarenmesse im Zeichen der Sorge um die Verbreitung des Corona-Virus stand. So waren nicht wenige Besucher mit Mundschutz unterwegs und in der traditionell von chinesischen Ausstellern belegten Halle 11 herrschte wohl nicht zufällig gähnende Leere in den Gängen. Auch wenn die endgültigen Besucherzahlen noch nicht vorliegen, dürften aber trotzdem auch dieses Jahr wieder mehr als 70.000 Fachbesucher aus aller Welt die Chance genutzt haben, sich zwischen dem 29. Januar und 2. Februar in Nürnberg über die Neuheiten und Trends der Branche zu informieren.

Wie üblich war für uns natürlich einmal mehr die Halle 10 mit ihren beiden Ebenen die wichtigste Anlaufstelle, nachdem dort die Spielehersteller konzentriert sind. Die Ausnahmen bildeten dabei wie jedes Jahr der Pegasus Verlag, der zusammen mit dem Spiele Café im Foyer vor Halle 11 untergebracht war und der Ravensburger Verlag, der seinen üblichen Stand in Halle 12.0 hatte. Einige kleinere Verlage, die erstmalig in Nürnberg ausstellten, präsentierten sich zudem im Bereich des New Exhibitor Center der Halle 3A.

Wie schon in den vergangenen Jahren würde eine Auflistung aller in Nürnberg gezeigten Neuheiten den Rahmen dieses Messeberichtes sprengen, weshalb wir uns auf einige Highlights beschränken wollen.

Bei Abacus Spiele ist uns das kooperative Partyspiel Fringers ins Auge gestochen, an dem bis zu 10 Spieler teilnehmen können. Eher für Familien gedacht ist dagegen Kai Piranja und in Form von Bang! findet sich auch ein Würfelspiel unter den Neuheiten, wobei dieses vom italienischen Verlag GV Giochi stammt und von Abacus ins Vertriebsprogramm übernommen wurde.

Der Amigo Verlag feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen, weshalb es über das Jahr verteilt zahlreiche Events geben und auch das Spielefest im Herbst in Köln um einige spezielle Aktionen erweitert werden wird. An Frühjahrsneuheiten für 5 und mehr Spieler wurden Biber-Gang, Chip it und Verflixxt vorgestellt.

Bei ASS sind uns natürlich die beiden Erweiterungen zu Dominion sofort ins Auge gefallen, wobei nur Menagerie wirklich neu ist. Hinterland ist dagegen die Neuauflage einer Erweiterung, die bereits 2012 erstmalig veröffentlicht wurde. Pünktlich zur SPIEL `20 in Essen wird in Form des Dulcinaria Decks auch noch eine neue Erweiterung zu Agricola von Lookout Games im Vertrieb von ASS erscheinen.

Wie üblich recht umfangreich ist die Neuheitenliste bei Asmodee. So wird mit Munchkin Dungeon ein Miniaturen Brettspiel zum bekannten Kartenspielklassiker kommen, Forgotten Waters verspricht Piratenabenteuer, während es in Sherlock Holmes darum geht, gemeinschaftlich die schwierigsten Fälle des Detektivs zu lösen. Spaß auf Partys versprechen dagegen Titel wie Throw Throw Burrito oder Taco Cat Cheese Pizza und auch Familienspiele wie Paranormal Detectives oder Colt Super Express fehlen nicht, um hier nur einige wenige Titel aus dem diesjährigen Neuheitenpaket herauszugreifen.

Neu in Nürnberg vertreten war der englische Spieleverlag Clarendon Games, der in erster Linie witzig gemachte, kleine Partyspiele wie Truth Serum oder Party Poison in seinem Programm hat. Den einen oder anderen Titel werden wir hier in nächster Zeit sicherlich noch detailliert vorstellen.

Game Factory, die sich im Vertrieb von Carletto befinden, hatten ihren Stand in Halle 1. Neben Erweiterungen von Frantic und Virus, die im Laufe des Jahres erscheinen werden, hatten die Schweizer noch das Chaos-Zähl-Spiel Poule Poule und das Memo-Suchspiel Gold dabei, das in einer Mini-Blechdose daherkommt.

Feuerland, die mit Titeln wie Scythe oder Flügelschlag in den letzten Jahren große Erfolge feiern konnten, präsentierten die deutsche Version von Parks, das letzten Herbst auf Kickstarter seine Premiere hatte. Es soll bereits ab März im Handel erhältlich sein.

Wordsmith hatte der Heidelberger Spieleverlag bereits in Essen auf der SPIEL `19 gezeigt. In Decipher erhält die Letter-Piece-Game-Reihe nun weiteren Zuwachs. Daneben war auch noch das Kartenspiel Spicy zu sehen, das wir hier bald noch genauer vorstellen werden.

Auch der schweizer Helvetiq-Verlag war wieder in Nürnberg vertreten und hatte neben seinen bekannten Spielen auch die Muster neuer Titel dabei, die im Laufe des Jahres erscheinen werden. Besonders interessant waren hier das Partyspiel Tatamokatsu, Captain Bluff, Papageno und Bandida das Sequel zum Erfolgstitel Bandido.

Auch Hutter hatte wieder einige neue Titel für größere Spielergruppen im Programm. So sind hier Daddy Winchester, Catham City, die überarbeitete Neuauflage des Worker-Placement-Klassikers Caylus 1303 und die Psychatrie des Schreckens zu nennen. Fans der King of-Reihe von Iello, die sich ebenfalls im Vertrieb von Hutter findet, werden dieses Jahr auch nicht an der King of Tokyo Dark Edition vorbeikommen. Hier gilt es aber, sich zu beeilen, weil das Spiel nur in einer streng limitierten Auflage erscheint.

Ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums von Die Siedler von Catan war der Messeauftritt von Kosmos. Eine Jubiläums-Edition des Spieleklassikers darf zu diesem Anlass natürlich nicht fehlen und wird ab dem 3. Quartal im Fachhandel erhältlich sein. Die erfolgreichen Exit-, Escape Tales- und Adventure Games-Reihen erfahren durch neue Titel Erweiterungen und mit Crime Stories kommt ein ganz neues semi-kooperatives Story-Spiel ins Programm.

Der Moses Verlag bringt 2020 keine neuen Editionen seiner Black Stories-Reihe heraus, sondern wagt sich mit Titeln wie Das geheimnisvolle Grand Hotel und Die verlassene Bibliothek an das Genre der Escape Games heran. Mit Black Party kommt zudem noch eine neue Reihe ins Programm, die gleich mit 3 Titeln für Krimi-Partys für zu Hause startet. Last but not least wird es in Form von Short List auch noch ein neues Quiz-Spiel geben.

2 kooperative Spiele für maximal 5 Mitspieler hatte der Nürnberger-Spielkarten-Verlag im Gepäck. Es handelt sich um das Weltraumabenteuer Contact und das Kartenspiel The Game – Quick and easy.

Pegasus war einmal mehr mit einem umfangreichen Neuheitenprogramm eigener Titel und Titel seiner Partnerverlage auf der Messe vertreten. Für größere Spielergruppen geeignet sind dabei Dice Flick, Treelings und Pharaon. Daneben erhält die Undo-Reihe Zuwachs und voraussichtlich rechtzeitig zur SPIEL `20 in Essen wird auch die Neuauflage des Weltraum-Strategiespiels Eclipse ihre Premiere feiern.

Gab es letztes Jahr bei Queen Games keinen Titel, der für 5 oder mehr Spieler geeignet war, so haben wir dieses Jahr unter den Neuheiten gleich 2 passende Spiele gefunden. Für bis zu 7 Mitspieler ist Way 2 Go, ein kooperatives Partyspiel, geeignet, während Wald der Wölfe für maximal 5 Spieler ausgelegt ist.

Groß ist das Neuheitenangebot bei Ravensburger, doch leider sind die meisten Titel nur für maximal 4 Spieler geeignet. Ausnahmen bilden dabei das Würfelspiel Strike, von dem diesen Jahr eine Harry Potter Version erscheint, und das Strategiespiel Puerto Rico, welches unter dem Label Alea verlegt werden wird.

Ridley`s Games hatte vor 2 Jahren seine Premiere auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit Selfish – Space Edition. Mittlerweile haben die Briten das Spiel weiterentwickelt und bringen nun die Zombie Edition und eine Star Wars Edition von Selfish heraus.

Für Spiele, die mit App-Unterstützung gespielt werden, ist Rudy Games bekannt. Als neuer Titel wird hier im Herbst DKT Smart erscheinen.

Schmidt Spiele bringt dieses Frühjahr 3 Neuheiten heraus, die für 5 oder mehr Spieler geeignet sind. Da wäre als erstes das Kartenspiel Point Up zu nennen. Ein kommunikatives Kooperationsspiel ist hingegen Perfect Match und nicht zuletzt gibt es noch Mystery House, ein 3D-Escape Abenteuer mit App-Unterstützung, das für den ToyAward 2020 nominiert wurde.

Zur Simba Dickie Group gehören die Verlage Zoch und Noris. Während bei ersterem die Kinder- und Familienspiele Da bockt der Bär und Einer geht noch erscheinen werden, bringt Noris mit Crime Story eine Live-Krimispiel-Reihe heraus und erweitert seine bekannte Escape Room Reihe.

King of… Monsterpack – Cybertooth

Die King of-Reihe des Autors Richard Garfield hat einmal mehr Zuwachs erhalten in Form des Monsterpack – Cybertooth. Den Deutschlandvertrieb dieser Erweiterung des Iello-Verlages hat dabei wieder Hutter übernommen. Sie umfasst neben 2 Cybertooth-Figuren, die Monstertafel, 1 Würfel, 17 Karten, 6 Marker und ein Regelblatt. Dies alles ist in einer blisterähnlichen Verpackung sicher untergebracht.

Und wieder einmal taucht ein neues Monster auf im Kampf um die Städte New York und Tokyo! Cybertooth, ein gigantischer Roboter, der sich in einen Säbelzahntiger verwandeln kann, fällt über die Städte her und es wird nicht leicht werden, der Wut dieses Berserkers zu widerstehen…

An den Grundregeln der King of-Spiele ändert sich auch beim spielen mit dieser Erweiterung nichts. Als neues Spielelement kommt lediglich der Berserkermodus hinzu. Je nach Würfelergebnis können Monster in diesen versetzt werden, was durch entsprechende Marker an den Figuren gekennzeichnet wird. Im Berserkermodus können sie zusätzlich mit dem Bersekerwürfel würfeln. Der Berserkermodus endet, wenn man sich heilt.

Optional sind auch noch Evolutionskarten vorhanden, falls mit der Power Up!-Erweiterung gespielt wird.

Mit Cybertooth kommt nicht nur ein neues Monster in die King of-Reihe sondern mit dem Bersekermodus auch noch ein komplett neues Spielelement, das eine willkommene neue Variante im bekannten Spielablauf darstellt. Erfreulicherweise ist diese neue Erweiterung auch gleich so ausgelegt, dass sie nicht nur sowohl mit King of New York als auch King of Tokyo sondern auch allen anderen Erweiterungen kombinierbar ist.

Titel: King of… Monsterpack – Cybertooth
Autor: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Verkauft!

Im Vertriebsprogramm von Hutter findet sich seit diesem Sommer auch der Titel Verkauft! des Laurence King Verlages. Das Kunstauktionsspiel, dessen Illustrationen Simon Landwein realisiert hat, kommt in einer stabilen Standardbox daher, in der sich neben dem Spielplan und Spielgeld, 2 Würfel, 6 Spielfiguren. 36 Kunst- und 30 Ereigniskarten, sowie das Regelheft befinden.

Der Kunstmarkt ist ein schwieriges Pflaster. Ist das eben erstandene Meisterwerk wirklich sein Geld wert oder erweist es sich als teure Fehlinvestition? Kunstsammler reisen rund um die Welt, um auf Auktionen und bei Privatverkäufen ihre Sammlungen zu erweitern und zu vervollständigen. Wer wird am Ende die wertvollste Sammlung besitzen und dabei auch noch das meiste Bargeld auf der hohen Kante haben?

Für eine Partie Verkauft! erhält jeder der maximal 6 Spieler seine Spielerfigur und sein Startkapital, sowie 3 zufällige Kunstkarten. Die restlichen Kunstkarten werden ebenso wie die Ereigniskarten auf dem Spielplan platziert. In einer Runde würfeln die Spieler reihum und ziehen ihre Spielfigur entsprechend dem Würfelergebnis auf dem Spielplan vorwärts. Das jeweils erreichte Feld gibt vor, ob z.B. eine Auktion oder ein Privatverkauf stattfindet oder ob eine Ereigniskarte gezogen werden muss. Sind alle Kunstwerkkarten auf diese Weise verkauft oder alle Spieler pleite, endet die Partie mit einer abschließenden freien Verkaufsrunde, bei der die Spieler Kunstwerke untereinander kaufen und verkaufen können. Danach erfolgt die Endauswertung und der Spieler dessen Sammlung zusammen mit seinem noch vorhandenen Bargeld den höchsten Wert ergibt, gewinnt.

Ein klein wenig erinnert Verkauft! an Monopoly, auch wenn man hier keine Straßen auf dem Spielplan kaufen kann. Von daher ist das Spielprinzip leicht verständlich und recht kurzweilig. Was zudem gefällt, sind die Illustrationen von Simon Landwein, der gekonnt echte Meisterwerke verballhornt. Wie viel Liebe zum Detail man hier investiert hat, sieht man auch am Regelheft, das gleichzeitig auch noch als Auktionskatalog fungiert, in dem jede der Kunstkarten ausführlich erklärt wird.

Titel: Verkauft!
Autoren: k.A.
Verlag: Laurence King / Hutter

Heisse Ware

Im Vertrieb von Hutter findet sich das Krimi-Kartenspiel Heisse Ware des Gmeiner Verlages, das der Autor Reiner Knizia entwickelt hat. In einer praktischen kleinen Box, die auch gut ins Reisegepäck passt, findet dabei das komplette Spielmaterial bestehend aus der Anleitung, 43 Karten sowie 80 Plättchen seinen Platz.

Um dem Alkoholschmuggel endlich das Handwerk zu legen, hat die Regierung eine neue Regelung erlassen. Jeder darf nur noch eine Flasche Alkoholika pro Person mit sich führen und die Gesetzeshüter sind angewiesen, dies auch strikt zu kontrollieren. Doch nicht selten halten sie selbst die Hand auf und so wird sich am Ende zeigen, wer die meisten Flaschen in seinen Koffern an der Polizei vorbeischmuggeln kann.

Die Spielvorbereitungen für eine Partie Heisse Ware sind schnell erledigt. Ein Spieler wird zum Polizisten gewählt. Dieser mischt die Kofferkarten und teilt an die anderen Spieler, die so genannten Reisenden, je 5 von diesen aus. Zudem erhalten alle Spieler zu Beginn 10 Flaschen. Die Reisenden wählen nun aus ihren 5 Kofferkarten 3 aus und legen sie verdeckt vor sich ab. 2 werden nebeneinander platziert die 3. quer darüber. Die restlichen Karten gehen zurück auf den Stapel. Nun decken alle Spieler die quer platzierte Kofferkarte aus, die als Bestechung für den Polizisten dient. Dieser kann diese annehmen, indem er eine Bestechungs-Aktionskarte neben den entsprechenden Koffer legt. Dieser Reisende zahlt dem Polizisten dann die auf der Karte angezeigte Menge Flaschen aus seinem Vorrat und kann passieren. Bei den übrigen Reisenden kann der Polizist eine Kontrolle-Aktionskarte spielen und so einen der beiden verdeckten Koffer des Spielers aufdecken. Zuletzt kann er noch die Verhaften-Aktionskarte spielen, so dass der jeweilige Reisende beide verdeckten Koffer aufdecken muss. Zeigen sie 2 oder mehr Flaschen erhält der Polizist die entsprechende Anzahl Flaschen aus dem Vorrat, bei einer oder weniger muss er dem betroffenen Spieler, der 1 Flasche aus dem Vorrat erhält, auch noch 2 seiner Flaschen geben. Danach ist der im Uhrzeigersinn nächste Spieler der Polizist und die Runde beginnt von neuem. Das Spiel endet, wenn jeder zweimal der Polizist war, und der Spieler mit den meisten Flaschen gewinnt.

Eigentlich klingt es ja ganz einfach, in Koffern einige Flaschen zu schmuggeln. Doch es gehört schon das passende Pokerface, Taktik und nicht zuletzt auch ein Quäntchen Glück dazu, den Polizisten zu täuschen, so dass dieser nicht ahnt, dass man viele Flaschen in seinen Koffern hat, oder ihn gerade dazu zu bringen, die Verhaften-Aktionskarte auszuspielen, wenn die eigenen Koffer leer sind. Von daher wird Heisse Ware auch nach mehrmaligem Spielen nie langweilig und ist, auch und gerade wegen der Thematik, ein ideales Partyspiel, an dem bis zu 8 Spieler teilnehmen können.

Titel: Heisse Ware
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Gmeiner

King of New York – Power Up!

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg im Januar angekündigt und mittlerweile auf dem Markt ist die Power Up!-Erweiterung der Monsterspiele der King of-Reihe des Autors Richard Garfield. Den Deutschlandvertrieb dieser Titel des Iello-Verlages hat Hutter übernommen. Die Erweiterung umfasst neben dem Mega-Shark mit entsprechender Figur und Monstertafel als neuem Monster, jeweils 56 Evolutionskarten, um sie sowohl zusammen mit King of New York als auch mit King of Tokyo nutzen zu können. Das komplette Spielmaterial findet zusammen mit den Regeln in einer stabilen, quadratischen Box mit Einleger sicher Platz.

Der Kampf der Monster um die Städte New York und Tokyo geht weiter! Und mit Mega-Shark betritt ein neuer Akteur, der  aus den Tiefen des Ozeans aufgetaucht ist, die Bühne. Zudem macht auch die Evolution nicht halt und die Kämpfer entwickeln sich und ihre Fähigkeiten ständig weiter.

Spielt man eines der King of-Spiele zusammen mit dieser Power Up!-Erweiterung, ändert sich an den Grundregeln des Spieles nichts. Beim Spielstart erhält lediglich jeder Spieler den Satz Evolutionskarten seines Monsters, mischt diese, zieht 2 davon und behält eine davon auf der Hand, die er im Laufe der Partie jederzeit ausspielen kann, sofern nichts Gegenteiliges auf der Karte vermerkt ist. Würfelt ein Spieler in seiner Runde mindestens 3 Herz-Symbole, kommt es zur Evolution und er kann als zusätzlichen Spielzug wieder 2 Evolutionskarten für sein Monster ziehen, von denen er eine behalten darf.

Durch die Evolutionen der Power Up!-Erweiterung, die den Monstern teils temporäre, teils permanente zusätzliche Fähigkeiten geben, kommt ein komplett neues Spielelement in die King of-Reihe, welches einer Partie eine völlig neue Richtung geben kann.  Von daher ist diese Erweiterung gerade für langjährige Spieler der Reihe absolut empfehlenswert, um den bekannten Spielablauf zu variieren. Was auch gefällt, dass die Erweiterung sowohl Karten für King of New York als auch für King of Tokyo enthält, so dass nicht für jedes Grundspiel eine eigene Erweiterung angeschafft werden muss.

Titel: King of New York – Power Up!
Autor: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Spielwarenmesse Nürnberg

Als 1949 vier Unternehmer beschließen, in Nürnberg eine deutsche Fachmesse für Spielwaren zu gründen, ahnen sie wohl nicht, welche Erfolgsgeschichte sich daraus entwickeln wird. Sind auf der ersten Messe gerade einmal 351 Aussteller vertreten, so zählt die Jubiläumsveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der Messe heute 2886 Aussteller aus 68 Nationen, die die 12 Messehallen füllen. In der Zeit vom 30. Januar bis zum 03. Februar 2019 haben dabei wieder einmal weit über 70.000 Fachbesucher die Gelegenheit genutzt, um sich auf dem rund 170.000 m² großen Messeareal über die Neuheiten und Trends der Branche zu informieren.

Eine der wichtigsten Neuerungen der 70. Ausgabe der Spielwarenmesse in Nürnberg ist die veränderte Hallenstruktur, die den dynamischen Veränderungen am Markt Rechnung trägt. So ist dieses Jahr erstmals das elektronische Spielzeug in Halle 4A konzentriert, wo die Aktionsfläche Tech2Play im Zentrum deutlich an Größe zugelegt hat.

Die Spielehersteller, die uns natürlich besonders interessieren, finden sich dagegen nach wie vor auf den zwei Ebenen der Halle 10. Im Foyer vor Halle 11 sind darüber hinaus wie schon in den vergangenen Jahren Pegasus Spiele und das Spiele Cafe untergebracht, während Ravensburger wie üblich eine große Standfläche in Halle 12.0 belegt. Aber auch in den übrigen Hallen waren – teils etwas versteckt – einige kleine Spieleverlage vertreten.

Alle Neuheiten, die in Nürnberg präsentiert wurden, hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. Wir beschränken uns deshalb auf einige Highlights, die uns besonders ins Auge gefallen sind, wobei wir die Neuheiten von Pegasus, Asmodee und Kosmos ja bereits vorab vorgestellt hatten.

Die aus unserer Sicht wichtigste Neuheit am Stand von ASS war mit Sicherheit die neueste Erweiterung der Dominion Reihe. Renaissance wird pünktlich zur Spiel `19 im Oktober in Essen erhältlich sein und neben neuen Karten und Metallmünzen auch wieder neue Spielmechanismen bringen. Zum 10-jährigen Jubiläum von Dominion kommt zusätzlich auch noch eine Einsteiger-Bigbox mit 1000 Karten heraus. Als weitere Neuheiten waren zudem Arctic Scavengers und das Städtebauspiel Neom zu sehen.

Bei Noris erhält einmal mehr die Escape Room Reihe Zuwachs, während die übrigen Spieleneuheiten nur für maximal 4 Spieler geeignet und daher für uns weniger von Interesse sind.

Queen Games feiert dieses Jahr mit Neuheiten wie Copenhagen sein 30-jähriges Bestehen. Leider sind alle Neuheiten nur wieder für maximal 4 Mitspieler ausgelegt, so dass man abwarten muss, ob zur Spiel `19 in Essen vielleicht noch weitere Neuheiten, die sich auch mit mehr Spielern spielen lassen, herauskommen werden.

Bei den Frühjahrsneuheiten von Amigo stechen Saboteur – The Lost Mines, 6 nimmt! und Hochspannung besonders hervor, die alle 3 für große Spielegruppen geeignet sind.

Die Quacksalber von Quedlinburg von Schmidt Spiele wurde 2018 zum Kennerspiel des Jahres gewählt. Als Erweitung kommt dieses Jahr Die Kräuterhexen heraus.

Im Vertrieb von Hutter finden sich die Spiele des Iello Verlages. Als Ergänzung der beliebten Monsterspiele King of New York und King of Tokyo übernimmt Hutter die deutsche Version von King of New York – Power Up! in den Vertrieb.

Der Moses Verlag hingegen erweitert seine Black Stories Reihe wieder einmal um zwei neue Editionen. Dark Night Edition und 5 nach 12 Edition heißen die neuesten Vertreter der Reihe, die jeweils 50 neue, rabenschwarze Rätsel bereithalten.