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Stuttgarter Messeherbst 2022

Wie alle Jahre Mitte November fand auch dieses Jahr vom 17. bis 21. November wieder der Stuttgarter Messeherbst statt. Stand die letztjährige Ausgabe noch ganz im Schatten der Corona-Pandemie, waren dieses Jahr praktisch alle Beschränkungen gefallen, so dass wieder deutlich mehr Besucher den Weg zur Landesmesse am Stuttgarter Flughafen fanden. Am Ende konnten die Veranstalter rund 105.000 Besucher in den vier Tagen zählen, denen die acht Messen mit ihren rund 850 Ausstellern und ein buntes Rahmenprogramm einen abwechslungsreichen Messebesuch boten.

Erster Anlaufpunkt für uns war natürlich einmal mehr die Halle 1, in der neben der Kreativ traditionell auch die Spielemesse ihren Standort hat. Deren Fläche war dieses Jahr leider einmal mehr deutlich geschrumpft, muss sie sich diese doch mit den Modellbahnern und -bauern teilen. Hier sollten sich die Veranstalter für die Zukunft einmal Gedanken machen, ob man die beiden Bereiche, die thematisch nicht wirklich etwas miteinander zu tun haben, nicht wieder wie früher trennen sollte. Dass das Spielehobby nämlich ein Publikumsmagnet ist und ständig an Bedeutung gewinnt, sah man auf der verbliebenen Restfläche mehr als deutlich. Hier war der Andrang ungebrochen, so dass schon kurz nach Messeöffnung praktisch alle Tische der Spieleinsel besetzt waren und spätestens mittags in den Gängen zwischen den Ständen der Verlage und Spielehändler, an denen die Fans sich über Neuheiten informierten und nach Schnäppchen jagten, drangvolle Enge herrschte. Zu den ausstellenden Verlagen gehörte 2022 erfreulicherweise auch wieder der Kosmos Verlag, der dieses Jahr sein 200-jähriges Jubiläum feiert. Daneben waren unter anderem Hutter, Amigo, Queen Games, Heidelbär und die Verlage der Spieleoffensive neben einigen Kleinverlagen vertreten, während andere, die 2021 noch an der Spielemesse teilgenommen hatten, dieses Jahr in Stuttgart keine Präsenz mehr zeigten.

Alles in allem fällt unser Fazit dieses Jahr also etwas zwiespältig aus und es bleibt abzuwarten, wie sich die Spielemesse in Stuttgart weiterentwickeln wird. Der Messeherbst an sich bleibt nichtsdestotrotz einen Abstecher nach Stuttgart wert, bieten doch die anderen Messen, zu denen dieses Jahr erstmal auch die Blasorchester-Messe BRAWO gehörte, wie auch das Rahmenprogramm mehr als genug Abwechslung, so dass wir uns den 23. bis 26. November 2023, wenn die nächste Ausgabe des Messeherbstes stattfinden wird, schon vorgemerkt haben.

Troyes

Das Strategiespiel Troyes mit seinen Workerplacement-Elementen ist 2010 erstmals erschienen. Um den Titel, der vom Autorentrio Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orbain entwickelt wurde, war es in den letzten Jahren etwas still geworden. Umso erfreulicher war es, dass Hutter Anfang 2022 bekanntgegeben hat, eine deutsche Neuauflage des Klassikers herauszubringen. Dieser ist nun mittlerweile im Handel erhältlich und präsentiert sich in einer rechteckigen Standardbox mit zur Mittelalterthematik passender Covergestaltung aus der Feder von Alexandre Roche. Öffnen wir sie, so finden wir darin das Spielmaterial, welches den Spielplan, Münzen, 54 Plättchen, 24 Würfel, 56 Figuren, 90 Klötzchen, 8 Scheiben, 36 Karten, die Spielanleitung und eine Seite Anhang mit Kartenbeschreibungen umfasst.

Wir befinden uns im Jahr 1200 und in Troyes beginnt der Bau einer Kathedrale. Die aufstrebende Stadt in der Champagne wird beherrscht von einigen einflussreichen Familien, die Adel, Klerus und Bürgertum geschickt für ihre eigenen Zwecke einzusetzen versuchen, um so am Ende den eigenen Ruhm zu maximieren.

Zu Beginn einer Partie Troyes wird als erstes der Spielplan in die Tischmitte gelegt und gemäß Anleitung mit dem benötigten Spielmaterial bestückt. Würfel, Geld, Siegpunkte, die Nachziehstapel der Ereigniskarten und ein allgemeiner Vorrat an Gefolgsleuten wird daneben platziert. Dann wählt jeder Spieler eine Farbe und erhält 4 Gefolgsleute und 2 Spielerscheiben seiner Farbe, verdeckt eine Persönlichkeitskarte, sowie 10 Denare. Die Spielerscheiben platziert er sodann auf dem Startfeld auf der Einflussskala bzw. einem der grauen Felder im Stadtkern auf dem Spielplan, das ihm am nächsten liegt. Beginnend mit dem Startspieler stellen die Spieler nun reihum einen ihrer Gefolgsleute in ein freies Feld im Palast, Bischofssitz oder dem Rathaus, bis alle ihre Gefolgsleute aufgebraucht sind. Noch freie Plätze werden durch graue Gefolgsleute aus dem allgemeinen Vorrat aufgefüllt. Nun kann es losgehen. In den ersten 3 Runden startet jede Runde damit, dass für jede der 3 Bevölkerungsgruppen die neue Aktionskarte auf dem Spielplan aufgedeckt wird. Dieser Schritt entfällt dann in den weiteren 3 Runden. Danach erhalten alle Spieler 10 Denare Einkommen und müssen die Löhne ihrer Gefolgsleute in Bischofssitz und Palast bezahlen. In Phase 2 erhalten die Spieler für ihre Gefolgsleute in den 3 Hauptgebäuden die entsprechenden farbigen Würfel, die sie würfeln und in ihren Stadtteil legen. Für die grauen Gefolgsleute würfelt der Startspieler die Würfel und legt sie in den zugehörigen Stadtteil. Nun wird in Phase 3 eine rote Ereigniskarte aufgedeckt, die vorgibt, ob noch eine gelbe oder weiße Ereigniskarte aufgedeckt werden muss. Beide werden in die entsprechende Leiste auf dem Spielplan gelegt und dann nacheinander abgehandelt. In der vierten Phase können die Spieler Aktionen durchführen. Dies kann das Aktivieren von Aktionskarten, die Mithilfe am Bau der Kathedrale, das Kämpfen gegen Ereignisse, das Platzieren neuer Gefolgsleute in den Hauptgebäuden oder das Betreiben von Landwirtschaft bedeuten. Hierfür nutzt er eigene oder auch fremde Würfel, welche er dem Besitzer dann abkaufen muss, und erhält je nach Aktion Denare, Siegpunkte oder Einflusspunkte. Passt ein Spieler, scheidet er aus der aktuellen Runde aus und legt 2 Denare aus der Bank in seinen Stadtteil. Solange seine Mitspieler die Runde noch weiterspielen, legt er jedes Mal, wenn er am Zug wäre, einen weiteren Denar in seinen Stadtteil. Passen alle Spieler in einer Runde oder sind keine Würfel mehr vorhanden, endet die Runde. Die Spieler sammeln Gefolgsleute, die auf den Abbildungen der Gebäude liegen und die ev. vorhandenen Münzen in ihrem Stadtteil ein, die Startspielerkarte wandert nach links weiter und die nächste Runde startet. Nach Ende der sechsten Runde erfolgt eine Endwertung. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

Trotz seines Alters hat Troyes auch heute nichts von seinem Reiz verloren, weshalb man dieses Spiel mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnen kann. Die Regeln dieses Strategiespiels, das mit dem Workerplacement-Prinzip arbeitet, sind komplex, weshalb man sich für deren Studium Zeit nehmen sollte. Auch eine kleine Proberunde, um sich mit den grundlegenden Spielmechanismen vertraut zu machen, kann nicht schaden, denn sonst läuft dieses Spiel schnell komplett an einem vorbei. Des Weiteren sollte man den Anhang mit den Kartenbeschreibungen immer griffbereit haben, um nachschauen zu können, welche Effekte die einzelnen Karten haben, sind sie doch ein nicht zu unterschätzendes Element, um Siegpunkte zu generieren. Wer Spaß an anspruchsvollen Strategiespielen hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Titel: Troyes
Autoren: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orbain
Verlag: Pearl Games / Hutter

Barrakuda

Zu den 2022er-Neuheiten des schweizer Helvetiq-Verlages, der in Deutschland seit diesem Jahr von Hutter vertrieben wird, gehört das Strategiespiel Barrakuda des Autors Isaac Pante. Geliefert wird es in einer sehr kompakten, rechteckigen Box mit dem namensgebenden Barrakuda als Covergrafik, die – wie für Helevetiq üblich – sehr stabil gehalten ist. In der Box finden wir dank eines Pappeinlegers sicher verstaut das Spielmaterial, welches 44 Karten, 36 Goldstücke, 5 Figuren, 2 Würfel und die Regelfaltblätter in 5 Sprachen umfasst.

Auf dem Meeresgrund vor dem kolumbianischen Cartagena liegen viele versunkene Schiffswracks und nicht wenige von ihnen bergen Schätze, die gehoben werden wollen. Auf also zur Schatzsuche! Doch offensichtlich bist Du nicht die Einzige, der reiche Beute machen will und dann ist da auch noch ein Barrakuda, der die Wracks unsicher macht…

Zu Spielbeginn wählt jeder Spieler seine Spielerfarbe und erhält die entsprechenden Bewegungskarten und eine Barrakuda-Karte auf die Hand, während er die Geldsack- und Tresor-Karte wie auch die Taucherfigur vor sich ablegt. Dann werden die Schiffswrack-Karten gemischt und in der Tischmitte als Meeresboden ausgelegt, wobei die Anordnung beliebig erfolgen kann, solange jede Karte mindestens mit einer Seite an eine andere Karte angrenzt. Auf die Karte mit der Nummer 6 wird anschließend die Barrakuda-Figur gelegt. Sobald die Würfel und die Goldstücke bereitliegen, von denen jeder Spieler 3 erhält, die er auf seiner Geldsack-Karte platziert, kann die Partie starten. In jeder Runde wählen die Spieler eine ihrer Handkarten verdeckt aus und legen sie vor sich ab. Dann decken alle Spieler ihre gewählten Karten auf. Zeigen sie einen Zahlenwert, setzen die Spieler ihren Taucher auf die entsprechende Schiffswrack-Karte. Hat ein Spieler eine Barrakuda-Karte gespielt, würfelt er nun mit dem Bewegungs-Würfel und bewegt den Barrakuda entsprechend in beliebiger Richtung vorwärts. Wurden keine oder mehrere Barrakuda-Karten ausgespielt, würfelt ein Spieler beide Würfel, wobei der Richtungswürfel nun vorgibt, auf welche Schiffswrack-Karte sich der Barrakuda zubewegt. Anschließend werden eventuelle Begegnungen abgehandelt. Ist ein Spieler allein auf einer Schiffswrack-Karte, führt er Sonderaktion und allgemeine Aktion durch, wodurch er Schätze einsammeln, diese von seiner Geldsack-Karte auf die Tresor-Karte verschieben oder die älteste ausgespielte Karte wieder auf die Hand nehmen kann. Ist er zusammen mit dem Barrakuda auf einer Schiffswrack-Karte, muss er alle Goldstücke von seiner Geldsack-Karte auf diese Schiffswrack-Karte abwerfen. Sind mehrere Taucher auf derselben Schiffswrack-Karte, wird ermittelt, wer die Initiative, also die wenigsten Bewegungs-Karten vor sich liegen hat. Dieser Spieler kann entweder die Sonderaktion und die allgemeine Aktion durchführen, oder anstelle der Sonderaktion die Goldmünzen von der Geldsack-Karte des anderen Spielers stehlen. Die Partie endet, sobald ein Spieler 8 Goldstücke in seinem Tresor hat.

Barrakuda ist ein schnelles, kleines Strategiespiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln und sehr hohem Glückfaktor. Wer hier erfolgreich sein will, muss sehr genau darauf achten, was die Mitspieler so treiben, wieviel Goldstücke sie schon gesammelt und welche Karten sie bereits ausgespielt haben, um dann schlusszufolgern, was wohl der nächste Spielzug der Gegner sein könnte. All diese wunderbaren Überlegungen nutzen aber am Ende trotzdem nichts, wenn einem der Barrakuda plötzlich in den Weg kommt, der sich ja jede Runde bewegt. Von daher haben wir hier ein schön gemachtes, kurzweiliges Spiel vor uns, das einmal mehr nicht zuletzt auch durch die Helvetiq-typische, hohe Qualität des Spielmaterials überzeugen kann.

Titel: Barrakuda
Autor: Isaac Pante
Verlag: Helvetiq / Hutter

The Deadlies

Der französische Verlag Iello hat 2022 das Kartenspiel The Deadlies herausgebracht, dessen deutsche Version sich im Vertriebsprogramm von Hutter findet. Autor des Spieles, das in einer kleinen Box mit witziger Covergestaltung daherkommt, ist Paul Saxberg, während Lea Fuhrmann für das Artwork verantwortlich zeichnet. In der Box finden wir, dank eines Pappeinlegers sicher verstaut, 52 Spielkarten, 6 Sündenscheiben und das Regelheftchen.

Sind wir nicht alle hin und wieder kleine Sünder? Doch wer will sich schon nachsagen lassen, eine der Todsünden begangen zu haben? Daher sollte man zusehen, diese so schnell wie möglich loszuwerden und sie jemand anderem zuzuschustern. Doch Deine Gegner haben genau dasselbe im Sinn…

Zu Spielbeginn wird die Heiligenschein-Karte in die Tischmitte gelegt, die übrigen Karten verdeckt gemischt und als Nachzielstapel daneben platziert. Nun wählt sich jeder Spieler eine Sündenscheibe, stellt sie auf den Wert 6, zieht entsprechend 6 Karten vom Nachziehstapel auf die Hand und dann kann die Partie starten. In seinem Zug kann der aktive Spieler eine beliebige Zahl Karten von seiner Hand ausspielen. Dies können entweder Karten derselben Farbe oder mit identischem Zahlenwert oder mit aufeinanderfolgenden, aufsteigenden Zahlenwerten sein. Die Anweisungen der Karte, die dabei zuoberst liegt, werden nun abgehandelt, danach landen die Karten auf dem Ablagestapel. Hat ein Spieler nun keine Karten mehr, dreht er seinen Sündenstatus auf der Sündenscheibe um eins herunter und nimmt dann die Anzahl Karten, die die Sündenscheibe anzeigt, vom Nachziehstapel wieder auf die Hand. Sobald die Sündenscheibe eines Spielers 0 anzeigt, hat er gewonnen.

The Deadlies ist ein gemeines, kleines Kartenspiel, bei dem man seinen Mitspielern nach Lust und Laune so richtig eine reindrücken kann, wenn man die entsprechenden Karten auf sie ausspielt. Von daher sollte man sich hier vorher genau überlegen, mit wem man The Deadlies spielt und ob die betreffenden Mitspieler genug Humor haben. Ist dies gegeben, steht einer kurzweiligen Kartenspielrunde nichts im Wege, wozu auch das witzige Artwork der Karten beiträgt. Ob das Spiel angesichts der Thematik dann wirklich schon ab 8 Jahren geeignet ist, lassen wir an dieser Stelle allerdings dahingestellt.

Titel: The Deadlies
Autor: Paul Saxberg
Verlag: Iello / Hutter

Kosmopolit

Von der Ankündigung im Herbst 2021 bis zur Auslieferung im zweiten Quartal diesen Jahres ist zwar einige Zeit ins Land gegangen, aber nun liegt unser Exemplar von Kosmopolit auf dem Redaktionstisch. Die kompakte, quadratische Box, in der es geliefert wird, ist in dezentem schwarz gehalten und mit einer Covergrafik aus putzigen Comicfiguren, die wir auch auf den Karten des Spielmaterials wiederfinden, verziert. Dieses besteht aus 165 Karten, einem Notizblock, dem Regelheft und einem wissenschaftlichen Begleitheft. Die geistigen Väter hinter Kosmopolit, das im Original bei Jeux Opla erschienen ist und in der deutschen Version von Hutter vertrieben wird, sind die Autoren Florent Toscano und Julien Prothière.

In diesem Lokal geht es wahrlich kosmopolitisch zu. Hier kann jeder Mensch, egal welche Sprache er spricht, vorbeikommen und sich ein typisches Gericht servieren lassen. Zumindest theoretisch, denn wie immer hängt es auch hier einmal mehr am Personal…

Zu Beginn einer Partie werden zunächst die Rollen festgelegt. So übernimmt ein Spieler den Part des Kellners, wozu er sich mit einem Smartphone oder Tablet und einem Headset bewaffnen und die App des Spieles herunterladen muss. Ein anderer Spieler wird zum Oberkellner und erhält die Tischkarten, den Notizblock und einen Stift. Die übrigen Spieler (mindestens 2, maximal 6) werden Köche und teilen untereinander die Zutatenkarten und die Sprachenkarten, mit denen die Runde spielen will, auf. Sobald alle bereit sind, startet der Kellner die App und das Lokal beginnt sich mit Gästen zu füllen, deren Bestellungen er über das Headset hört und an den Oberkellner meldet. Dieser notiert sich Tisch und Speise und gibt letztere an die Köche weiter, die nun auf ihren Sprachenkarten das passende Gericht und die zugehörigen Zutaten finden müssen. Haben sie beides beisammen, geben sie Sprachenkarte und Zutaten an den Oberkellner, der sie wiederum zusammen mit der Tischkarte an den Kellner weiterreicht, der dann in der App überprüft, ob die richtige Speise serviert wurde. Ist dies der Fall, gibt es Punkte, ist die Speise falsch, gibt es, wie auch für Nachfragen, erneutes Abhören der Bestellung oder dem Servieren nach Ablauf der Zeit, Minuspunkte. Nach 6 min oder falls schon vorher alle Tische bedient wurden, ist die Partie zu Ende und die App gibt das Endergebnis aus. Entspricht dieses den Mindestanforderungen der gewählten Schwierigkeitsstufe, wird für die nächste Partie eine höhere Schwierigkeitsstufe freigeschaltet, durch die ggf. noch zusätzliches Spielmaterial ins Spiel kommt.

Die lange Wartezeit auf Kosmopolit hat sich durchaus gelohnt. Wir haben hier ein wirklich gut gemachtes, witziges, kooperatives Spiel mit App-Unterstützung, das sich flott spielt und auch nach mehreren Partien nichts von seinem Reiz verliert. In gewisser Weise hat man hier das Stille Post-Prinzip ins Brettspielformat umgesetzt, denn es ist bisweilen erstaunlich, was aus den Speisen, die der Kellner auf seinem Headset hört, wird, bis sie dann bei den Köchen ankommen. Da ist teilweise sehr viel Phantasie gefragt, um die richtige Speise auf den Sprachenkarten zu entdecken, und wenn der Oberkellner seine eigenen Notizen nicht mehr lesen kann, wenn er die Speisen aus der Küche erhält, sind die Lacher vorprogrammiert.

Titel: Kosmopolit
Autoren: Florent Toscano, Julien Prothière
Verlag: Jeux Opla / Hutter

Patient Zero

Aus einer erfolgreichen Kickstarter Kampagne, die wir hier im Blog auch begleitet hatten, ist Ende letzten Jahres das app-unterstützte Spiel Patient Zero des schweizer Helvetiq Verlages hervorgegangen, dessen Deutschlandvertrieb seit diesem Jahr bei Hutter liegt. Autor des Titels mit seiner hochaktuellen Thematik ist Cédric Martinez, während Emiliano Ponzi für die Illustrationen gesorgt hat. Das Spielmaterial, das wir in der dunkelblau gehaltenen, rechteckigen Box finden, umfasst dabei 2 Blöcke mit Forschungsblättern, 2 Sichtschirme, 2 Bleistifte, 2 Scanpads, 4 Tokens, 168 Karten und das Regelheft.

Eine neue, mysteriöse Krankheit hält die Welt in Atem! Und so arbeiten die beiden besten Forschungslabore fieberhaft daran, ein Heilmittel gegen diese Krankheit zu entwickeln. Welches von beiden wird wohl am Ende die Nase vorne haben?

Patient Zero kann je nach Spieleranzahl in verschiedenen Modi gespielt werden. Wir haben das Spiel zu viert getestet und dabei die App genutzt, die jeweils ein Spieler pro Team herunterladen muss. Danach erhält jedes Team sein Spielmaterial, bestehend aus dem Sichtschirm, einem Forschungsblatt vom Block, einem Stift, einem Scanpad, einem Estrugamo- und einem Centrifugo-Token, einem Set Karten für die Werkzeuge, die zur Verfügung stehen, sowie Probenkarten, die gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt werden. Nach dem Starten der App wählt die KI geheim 3 Moleküle aus, die beide Teams nun ermitteln müssen. Der eigentliche Spielablauf besteht dann darin, dass jedes Team entscheidet, welches der Werkzeuge es in einer Runde nutzen will, dies in die App eingibt und ggf. noch Probenkarten zieht und auch diese in die App eingibt und dann wartet, was die App als Ergebnis auswirft. Dieses wird auf dem Forschungsblatt des Teams notiert und wenn auch das gegnerische Team seine Aktion vollendet hat, beginnt die nächste Runde. Sobald ein Team glaubt, die 3 richtigen Moleküle ermittelt zu haben, gibt es diese in die App ein und falls es richtig lag, gewinnt es somit die Partie.

Beim ersten Studieren der Regeln von Patient Zero waren wir ehrlich gesagt etwas erschlagen, denn die verschiedenen Werkzeuge bieten wirklich eine Fülle an Möglichkeiten, um die gesuchten Moleküle zu ermitteln, und es fällt einem zu Beginn schwer, hier den Überblick zu behalten, auch wenn die ganzen Optionen auf der Innenseite des Sichtschirms abgedruckt sind. Ist man einmal im Spiel, läuft Patient Zero dann doch sehr flott, so dass die Spieldauer von 30 min für eine Partie mehr als realistisch ist. Zumindest wenn man eine gute Internetverbindung hat und die App nicht hängt. Diese ist zwar einfach und leicht zu bedienen, aber es dauert manchmal gefühlt eine Ewigkeit, bis sie zur nächsten Runde weiterschaltet. Als Alternative bietet Helvetiq hier erfreulicherweise auch die Option an, die App durch eine Art Spielleiter zu ersetzen, der zu Beginn der Partie geheim die 3 gesuchten Moleküle zieht und dann den Teams die Infos, die sie sonst über die App bekommen würden, liefert.

Titel: Patient Zero
Autor: Cédric Martinez
Verlag: Helvetiq / Hutter

Get on Board

Ursprünglich beim französischen Label Iello erschienen, ist der Titel Get on Board des Autors Saashi seit diesem Jahr in der deutschen Version auch bei Hutter zu haben. Das Legespiel kommt in einer kompakten, quadratischen Box daher, deren Cover wie auch das Spielmaterial Grafiken von Monsieur Z zieren. In der Box finden wir den doppelseitigen Spielplan, einen Block mit Spielerbögen, 160 Marker, 5 Ampeln, 28 Karten, 5 Stifte, eine Schaffnerfigur und das Regelheft.

Der öffentliche Nahverkehr in Großstädten ist bisweilen schwer zu organisieren. Geschäftsleute, Rentner, Studenten und nicht zuletzt auch Touristen wollen möglichst schnell an ihr Ziel kommen. Und so gilt es, Streckenverläufe gut zu planen, damit am Ende nicht alle im Stau stehen…

Je nachdem, mit wie vielen Spielern man Get on Board spielt, wird der Spielplan mit der entsprechenden Seite nach oben in die Tischmitte gelegt. Dann erhält jeder Spieler einen Spielerbogen vom Block, sowie die Ampel und die Streckenmarker in seiner Farbe. Anschließend werden die Bustickets gemischt und an jeden 2 ausgegeben, von denen die Spieler eines wählen und verdeckt vor sich ablegen. Nun decken alle ihr gewähltes Ticket auf und legen ihre Ampel als Startpunkt auf die entsprechende Ampel auf dem Spielfeld. Alle Tickets werden nun erneut gemischt und dann verdeckt auf das zugehörige Feld auf dem Spielplan platziert. Sobald die allgemeinen Aufgabenkarten gemischt, 2 gezogen und mit der gelben Seite nach oben auf den Spielplan gelegt und jeder Spieler einen persönlichen Auftrag erhalten hat, kann es losgehen. Der jeweilige Startspieler deckt in seinem Zug ein Busticket auf. Dessen Zahl gibt für alle Spieler vor, wie viele Streckenmarker sie in dieser Runde legen und wie diese angeordnet sein müssen. Beginnend mit dem Startspieler legen die Spieler dann reihum ihre Streckenmarker auf den Spielplan. Hierdurch nehmen sie Fahrgäste auf und / oder erreichen Ziele, was sie entsprechend auf ihren Spielbögen abhaken und sich ggf. gleich Punkte dafür notieren. Kann oder will ein Spieler die vorgegebene Streckenform nicht legen, kann er gegen Minuspunkte die Richtung ändern. Endet die Strecke eines Spielers dagegen an einer grünen Ampel, darf er sofort noch ein weiteres Streckenstück in beliebiger Richtung legen. Legt ein Spieler seine Strecke allerdings so, dass er seine eigene Strecke wieder trifft, scheidet er sofort aus. Und auch das parallele Verlegen von Strecken zu denen von Mitspielern hat Auswirkungen. Für jedes Feld und jeden fremden Streckenmarker, der dort schon liegt, muss der Spieler einen Bus auf seinem Spielerbogen abhaken, was wiederum Minuspunkte bringt. Haben alle Spieler ihre Strecken gelegt, wird noch überprüft, ob einer die Siegbedingungen der allgemeinen Aufgaben erfüllt. Dann startet die nächste Runde. Die Partie endet, sobald die 12. Busfahrkarte abgehandelt wurde. Alle Spieler zählen nun ihre Punkte und Minuspunkte zusammen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Get on Board ist ein sympathisches Legespiel, dessen Regeln wenig Tücken bieten und sich schnell erlernen lassen. Simpel ist es allerdings definitiv nicht, denn es erfordert schon sehr viel strategisches Denken, seinen Streckenverlauf immer wieder neu zu planen, wenn das nächste Busticket aufgedeckt wird, um das Maximum an Punkten herauszuholen. Im Verlauf das Spiels wird dies dann zunehmend noch dadurch erschwert, dass man zwangsläufig parallel zu den Mitspielern baut, was manchmal massig Minuspunkte bringt. Uns hat Get on Board jedenfalls sehr viel Freude bereitet und lag defintiv nicht zum letzten Mal auf unserem Spieltisch. Und vielleicht wird es ja in der Zukunft noch weitere Stadtpläne geben, um sich an neuen Linienführungen versuchen zu können.

Titel: Get on Board
Autor: Saashi
Verlag: Iello / Hutter

King of the Valley

Unter den Frühjahrsneuheiten des Jahres 2022, die Hutter vorgestellt hat, fand sich auch das Strategiespiel King of the Valley des Autors Hans van Tol, das im Original beim niederländischen Verlag The Game Master erschienen ist. Das Cover seiner quadratischen Box stimmt uns dann auch gleich ein auf die Mittelalterthematik, die ihm als Hintergrundstory dient. Das Spielmaterial, das wir in der Box finden, umfasst 4 Spielfiguren, 4 Tafeln, 91 Plättchen, 12 Marker, 45 Münzen, den Wertungsblock und das Regelheft.

Das Volk sucht einen neuen Anführer. Doch wer wird am Ende der König sein, der über das weite Tal und seine Bewohner herrschen wird? Nur der mutigste und geschickteste unter den zahlreichen Möchtegern-Herrschern, wird sich am Ende die Krone aufsetzen können.

Bevor eine Partie King of the Valley starten kann, müssen zunächst die Charakterplättchen, von denen es drei Sorten gibt, getrennt voneinander gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt werden. Dann werden aus den Plättchen des Stapels mit der I auf der Rückseite ein 5 x 5-Raster in der Tischmitte ausgelegt und der 3D-Hügel bestückt. Marker und Geld werden bereitgelegt und jeder Spieler erhält eine Schlosstafel nebst zugehöriger Königsfigur, sowie zwei Münzen aus dem Vorrat. Sobald der Startspieler bestimmt ist, platzieren alle Spieler reihum ihre Königsfigur auf einem der Plättchen im 5 x 5-Raster. Nun kann der Wettstreit um die Königskrone starten. In seinem Zug kann der aktive Spieler einen Untertanen vom Hügel rekrutieren, indem er den entsprechenden Geldbetrag zahlt und das betreffende Plättchen dann an seine Schlosstafel anlegt. Anschließend muss er seinen König in gerade Linie senkrecht, waagrecht oder diagonal über das 5 x 5-Raster bewegen. Er kann sich dann entscheiden, ob er das Plättchen, auf dem er den Zug beendet oder gleichnamige Plättchen, über die er sich hinwegbewegt hat, nimmt und an seine Schlosstafel anlegt, oder ob er, falls er auf einem Plättchen mit Spezialfähigkeiten den Zug beendet hat, dessen Aktion ausführen will. Sollte er durch Anlegen von Plättchen an seine Schlosstafel dort 5 unterschiedliche Untertanen versammelt haben, kann er nun einen Königreichbonus beanspruchen. Zuletzt füllt er das 5 x 5-Raster mit Plättchen vom Hügel wieder auf und den Hügel mit Plättchen von den Nachziehstapeln. Das Spiel endet, sobald der Hügel nicht mehr aufgefüllt werden kann mit einer Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

King of the Valley ist ein schön gemachtes Strategiespiel mit recht einfachen Regeln, die sich schnell erlernen lassen. Die Interaktion der Spieler hält sich dabei allerdings in Grenzen, denn eigentlich spielt jeder nur für sich vor sich hin. Das einzige Interaktionselement besteht darin, dass man einerseits durch seinen König Plättchen für andere Spieler blockieren kann und andererseits die Neubestückung des 5 x 5-Rasters dadurch steuern kann, von welcher Seite des Hügels man die Plättchen hierfür nimmt. Alles in allem spielt sich King of the Valley aber eher behäbig und ist von daher eher für jüngere Spieler und Neueinsteiger ins Brettspielhobby zu empfehlen.

Titel: King of the Valley
Autor: Hans van Tol
Verlag: The Game Master / Hutter

Gutenberg

Seit diesem Jahr findet sich das Strategiespiel Gutenberg des polnischen Verlages Granna in der deutschen Version im Vertriebsprogramm von Hutter. Die quadratische Box, welche dem Titel, der von den Autoren Katarzyna Cioch und Wojciech Wiśniewski entwickelt wurde, als Verpackung dient, präsentiert sich mit der Szenerie einer Druckerei der Renaissance auf dem Cover. Dieses wie auch das Artwork des übrigen Spielmaterials wurde von Rafal Szlapa gestaltet. Öffnen wir die Box, finden wir darin den Spielplan, 4 Tableaus, 4 Tafeln, 4 Sichtschirme, 81 Plättchen, 114 Karten, 8 Scheiben, 12 Steine, 32 Zahnräder, 55 Marker, 57 Münzen, einen Beutel und das Regelheft.

Im 15. Jahrhundert steckt der Buchdruck noch in den Kinderschuhen. Nur wenn Du Deine Aufträge zur Zufriedenheit der Kunden durchführst, Dir mächtige Gönner sicherst und Deine Werkstatt ständig verbesserst, wirst Du Dich am Ende gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler ein Druckereitableau, eine Planungstafel, einen Sichtschirm, ein Charakterplättchen, seine Spielermarker und -scheiben, 3 Abdeckplättchen für die Zahnräder, eine gewisse Anzahl Planungsmarker und 10 Gulden. Dann wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt und gemäß Anleitung mit Karten, Zahnrädern, Tintentropfen und Spielerscheiben bestückt. Die übrigen Karten werden wie auch Geld, Lettern und Zahnräder griffbereit danebengelegt. Von den Stapeln mit den Auftrags- und Veredelungskarten werden je 10 aufgedeckt und neben den Spielplan gelegt. Beginnend mit dem Startspieler wählt sich reihum jeder eine Auftrags- und eine Veredlungskarte aus und legt sie neben sein Druckereitableau, dann wählt jeder in umgekehrter Reihenfolge eine zweite Kartenkombination. Die übrigen Karten werden abgelegt. Zuletzt wählt jeder Spieler noch 3 beliebige Lettern, dann kann die Partie starten. In jeder Runde führen die Spieler nacheinander 5 Schritte durch. Im ersten Schritt drehen sie an den Zahnrädern auf ihrem Druckereitableau. Daran schließt sich die Planungsphase an, in der die Spieler hinter dem Sichtschirm die Planungsmarker in ihre Planungstafel setzen. Anschließend werden die Sichtschirme entfernt und die Pläne ausgeführt. Es beginnt immer der, der für den jeweiligen Plan die meisten Planungsmarker eingesetzt hat, ansonsten geht es beginnend mit dem Startspieler reihum. In dieser Phase können die Spieler neue Aufträge annehmen, Tinte besorgen, Spezialisierungen entwickeln, ihre Druckerei durch Zahnräder verbessern oder Gunst erwerben. Im vierten Schritt erfüllen die Spieler ihre Aufträge, wenn sie die Bedingungen hierfür erfüllen und erhalten dadurch Geld und gegebenenfalls Ruhm und Sonderaktionen. In der abschließenden fünften Phase wird das Spielbrett wieder aufgefüllt und die nächste Runde beginnt. Nach 6 Runden erfolgt eine Endwertung. Wer die meisten Ruhmespunkte hat, gewinnt.

Um Gutenberg spielen zu können, braucht es zunächst einmal einen entsprechend großen Spieletisch, denn sowohl der Spielplan als auch die persönlichen Auslagen sind recht raumfüllend. Zum anderen sollte man Zeit mitbringen, denn die Spielvorbereitungen sind doch recht zeitintensiv und auch das Regelstudium vor der ersten Partie dauert. Hat man diese Hürden überwunden, hat man hier ein wirklich toll gemachtes Strategiespiel vor sich, bei dem man auch als inaktiver Spieler ständig gefordert ist. Denn man muss den Spielplan und die Aktivitäten der Mitspieler immer im Auge haben, um im Fall der Fälle seine Planungen für den eigenen Zug dann noch umzuwerfen, wenn einem mal wieder die erhoffte Karte vor der Nase weggeschnappt wurde. Was zudem begeistert, ist das mit extrem viel Liebe zum Detail gemachte Spielmaterial, das komplett ohne Plastik auskommt. Selbst die heute allseits üblichen Druckverschlussbeutel sucht man hier nämlich vergeblich. Stattdessen sind Karten und kleinteiliges Spielmaterial in als Truhen gestalteten Pappschächtelchen sicher verstaut.

Titel: Gutenberg
Autor: Katarzyna Cioch, Wojciech Wiśniewski
Verlag: Granna / Hutter

Dollars Wanted

Vor kurzem erreichte uns eine weitere 2022er-Neuheit aus dem umfangreichen Frühjahrsneuheitenpaket von Hutter und zwar das Kartenspiel Dollars Wanted des Autorenduos Anna Oppolzer und Stefan Kloß. Es kommt in einer sympathisch gestalteten, rechteckigen, sehr kompakten Box daher, in der sich 120 Karten und das mehrsprachige Regelheftchen befinden.

Im wilden Westen herrschen raue Sitten. Und so machen sich die Banditen auf, mit Colt, Spitzhacke, Dynamit und Brecheisen, so viel Geld wie möglich zu ergaunern.

Bevor eine Partie Dollars Wanted starten kann, werden die Gebäudekarten gemischt und dann als 3 offene Stapel à 6 Karten in die Tischmitte gelegt. Die übrigen Karten werden ebenfalls gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt, von dem jeder Spieler 6 Karten auf die Hand bekommt. Sobald ein Startspieler bestimmt ist, kann es dann auch schon losgehen. Der aktive Spieler muss in seinem Zug 2 seiner Handkarten verdeckt rechts an einen der Gebäudekarten-Stapel anlegen. Danach kann er optional eines der Gebäude ausrauben. Dazu ruft er „Dollars Wanted“ und deckt die Karten von links nach rechts auf. Sind genügend Banditenkarten mit den passenden Symbolen für das Gebäude vorhanden, erhält der Spieler es und legt es mit der Dollar-Seite nach oben vor sich ab. Sind nicht genügend passende Banditenkarten vorhanden oder können aufgrund der Effekte von Sonderkarten nicht gewertet werden, geht der Spieler leer aus. Die Partie endet, sobald der erste Gebäudestapel aufgebraucht ist. Es gewinnt, wer die meisten Dollars erbeutet hat.

Dollars Wanted ist ein sehr einfaches, schnelles Kartenspiel mit extrem hohem Glücksfaktor. Dadurch dass nämlich alle Spieler ihre Karten verdeckt anlegen, weiß am Ende niemand wirklich, was ihn erwartet, wenn er die Karten aufdeckt. Schon eine Geier- oder Kojoten-Karte kann hier den sicher geglaubten Raubzug vereiteln. Mal ganz abgesehen davon, dass man recht schnell den Überblick darüber verliert, welche Karten man selbst angelegt hat. Wer Kartenspiele mit Glückfaktor mag, kommt hier voll auf seine Kosten und wird auch nach mehreren Partien den Spaß am Spiel nicht verlieren.

Titel: Dollars Wanted
Autoren: Anna Oppolzer, Stefan Kloß
Verlag: Hutter