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Caylus 1303

Bereits 2005 erschien beim französischen Verlag Ystari Games erstmalig das Spiel Caylus des Autors William Attia, welches im Jahr darauf von der Spiel des Jahres-Jury den Sonderpreis „Komplexes Spiel“ erhielt. Es gilt zurecht als einer der Urväter der Worker Placement Spiele, denn mit ihm trat dieses damals neue Spielprinzip seinen Siegeszug rund um die Welt an. Den Deutschland-Vertrieb von Caylus hatte bereits damals der Hutter-Verlag übernommen, bei dem nun auch die Neu-Auflage Caylus 1303 erschienen ist. Diese kommt in einer klassischen Standardbox daher, in der sich neben dem Spielplan und dem Regelheft, 166 Plättchen, 216 Holzfiguren und 2 Marker verbergen.

Wir befinden uns im Jahr 1303 und der Krieg zwischen England und Frankreich ist gerade vorüber. Da Guyenne weiter in englischem Besitz verbleibt, muss die nahe der Grenze gelegene Burg Caylus schnellstmöglich wieder aufgebaut werden. Verschiedene Baumeister wetteifern daher darum, wer von ihnen der einflussreichste werden wird, der am Ende am meisten zum Wiederaufbau beigetragen hat.

Zur Vorbereitung einer Partie Caylus wird zunächst der Spielplan in der Tischmitte platziert und danach das Spielmaterial gemäß Anleitung an die Spieler verteilt und auf bzw. neben dem Spielplan angeordnet. Das Spiel an sich verläuft dann in 9 Runden, welche aus jeweils 4 Phasen bestehen. Beginnend mit dem Startspieler setzen in der Planungsphase zunächst solange alle Spieler reihum ihre Arbeiter auf ein Gebäude oder die Baustelle, bis alle gepasst haben. In der 2. Phase, der Aktivierung, werden nun die Arbeiter beginnend beim Stadttor aktiviert und führen ihre Aktion aus. In der Phase 3, Lieferung, werden die Arbeiter auf der Baustelle aktiviert, um Prestigepunkte zu gewinnen. Nun schließt sich die 4. und letzte Phase, Verwaltung, an, in der Monumente errichtet und neue Arbeiter rekrutiert werden. Nach Ende der 9. Runde decken alle Spieler ihre Prestigepunkte auf und zählen für eventuell vorhandenes Gold noch weitere Punkte hinzu. Der Spieler mit dem höchsten Punktestand gewinnt.

Caylus 1303 ist wirklich ein Worker Placement Spiel in Reinkultur und hat trotz seines Alters in dieser Neuauflage nichts an seinem Reiz verloren. Die Grundregeln sind zwar scheinbar einfach, aber wie üblich bei wirklich guten Strategiespielen steckt der Teufel auch hier oft im Detail, so dass der Einsatz der eigenen Arbeiter sehr gut geplant sein will. Doch wie so oft nutzt am Ende alle Planung nichts, wenn der geplante Spielzug nicht mehr möglich ist, weil ihn ein Konkurrent schon gemacht hat. Von daher ist hier viel Spielspaß bei hohem Wiederspielwert garantiert.

Titel: Caylus 1303
Autor: William Attia
Verlag: Huch!

Bauchplatscher

Unter den diesjährigen Neuheiten an Kinderspielen im Vertriebs-Programm des Hutter-Verlages findet sich der Titel Bauplatscher des Autors Heinz Meister, der ursprünglich beim französischen Verlag Cocktail Games erschienen ist. Als Verpackung dient eine kompakte, hübsch gestaltete Blechdose mit Illustrationen von Stivo, deren Unterteil mit dem Plastikeinleger auch gleich Teil des Spielmaterials ist. Dieses umfasst zusätzlich noch 18 Figuren und 6 Chips.

Was gibt es Schöneres als ein erfrischendes Bad an heißen Sommertagen, wie vor wenigen Wochen? Und was steigert den Badespaß noch? Wenn man andere heimlich in den Pool schubsen kann! Um hier nicht entdeckt zu werden, heißt es, zu bluffen und hin und wieder ein Risiko einzugehen,

Vor der ersten Partie Bauchplatscher müssen zunächst die Spielerfiguren und das Sprungbrett noch mit den entsprechenden Stickern beklebt werden. Danach ist das Spiel schnell vorbereitet, denn die Figuren müssen nur zufällig rund um den Beckenrand platziert und die Spielerchips, welche festlegen, wer mit welcher Farbe spielt, verdeckt an die Spieler verteilt werden. Beginnend mit dem Startspieler zieht der aktive Spieler eine beliebige Figur und zeigt den anderen die Zahl, die auf ihrer Unterseite klebt. Danach bewegt er sie im oder gegen den Uhrzeigersinn um genau so viele Felder vorwärts. Landet sie auf einem besetzten Feld wird die dort stehende Figur in den Pool geschubst. Zieht man mit einer Figur über das Sprungbrett oder landet auf diesem, kann man eine Vermutung zur Spielerfarbe eines Mitspielers äußern. Ist die Vermutung richtig, muss dieser seinen Chip aufdecken, alle seine Figuren in den Pool schubsen und ist aus dem Spiel. Ist sie falsch, muss man selbst seinen Chip aufdecken, seine eigenen Figuren in den Pool schubsen und ist entsprechend ebenfalls ausgeschieden. Die Partie endet, sobald nur noch 2 Farben im Spiel sind und es gewinnt, wessen Figur näher am Sprungbrett steht.

Bauchplatscher wird seinem Anspruch als Kinderspiel vollauf gerecht, sind die Regeln doch einfach und leicht verständlich. Es ist aber durchaus auch als schnelles Spiel für Zwischendurch oder als Partyspiel für ältere Spieler geeignet. Was zudem gefällt, ist die Blechdose, die als Verpackung und gleichzeitig als Pool dient. Allerdings gibt es auch 2 kleine Kritikpunkte. Zum einen halten die Sticker sowohl auf den Figuren als auch auf dem Sprungbrettfeld extrem schlecht. Hier sollte man mit etwas Klebstoff nachhelfen, bzw. für eine Neuauflage wären Bedruckungen sicher die bessere Lösung. Zum anderen ist der Farbunterschied zwischen Rot und Orange bei den Spielerchips recht gering, so dass es da leicht zu Verwechslungen kommen kann. Etwas kräftigere Farbtöne wären hier besser.

Titel: Bauchplatscher
Autor: Heinz Meister
Verlag: Huch!

King of Tokyo – Dark Edition

Wenn man von Spieleklassikern redet, dann kommt man mittlerweile um die King of-Spiele von Richard Garfield nicht mehr herum. In Form der limitierten Dark Edition von King of Tokyo, welche in Deutschland vom Hutter Verlag vertrieben wird, hat diese Reihe nun ein neues Mitglied bekommen. Passend zum Titel präsentiert sich die quadratische Standardbox mit düster gestaltetem Cover in edlem Mattschwarz. In ihr finden sich zunächst der Spielplan und das Regelheft, unter denen ein Tiefziehteil zum Vorschein kommt, in dem das übrige Spielmaterial, sicher und sortenrein, sauber sortiert seinen Platz findet. Es besteht aus 8 Würfeln, 66 Karten, 10 Plättchen, 6 Figuren mit Aufstellern, zugehörigen Markern und Monstertafeln, sowie diversen weiteren Markern.

Die Finsternis senkt sich über Tokyo und ein epischer Kampf um die Stadt entbrennt. Mächtige Monster treten zum Wettstreit um die Vorherrschaft in der Metropole an und vernichten dabei alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Denn am Ende kann nur eines von ihnen als König der Finsternis über Tokyo herrschen.

Wer die King of-Spiele kennt, für den bietet der Aufbau der Dark Edition wenig Neues. Der Spielplan wird in der Tischmitte platziert. Alle Spieler wählen ihr Monster aus und erhalten die entsprechende Figur nebst Aufsteller, Marker und Monstertafel. Danach werden die Powerkarten und die Bosheitsplättchen gemischt und gemäß Regeln neben dem Spielplan platziert. Sobald die übrigen Marker und die Würfel bereitliegen, kann es losgehen. Der aktive Spieler würfelt, sofern Karten nichts anderes vorgeben, bis zu 3 mal mit den 6 grauen Würfeln. Nach dem 3. Wurf erfolgt die Auswertung, wodurch der Spieler Siegpunkte, Punkte für Bosheit, Energieladungen oder Lebenspunkte gewinnen kann oder Kämpfe führen muss. Zudem kann er in seinem Zug auch offen ausliegende Powerkarten kaufen. Sobald ein Monster 20 Siegpunkte erreicht hat oder nur noch ein Monster übrig ist, endet die Partie.

Auf den ersten Blick erscheint King of Tokyo – Dark Edition nur eine limitierte Sonderedition des normalen King of Tokyo zu sein. Doch dem ist nicht so. Mit den Bosheitsplättchen kommt ein neues Spielelement hinzu, das den Monstern zusätzliche Fähigkeiten verleiht. Aber auch ohne diese Neuerung ist die Dark Edition für jeden King of-Fan schon wegen ihrer genialen Optik ein absolutes Must-have.

Titel: King of Tokyo- Dark Edition
Autoren: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Catham City

2018 erschien bei Russian Games das Kartenspiel Catham City des Autors Yuriy Zhuravlev, das dieses Jahr in der deutschen Version bei Hutter herausgekommen ist. In dezentem Schwarz ist die kompakte Box, die etwas kleiner als DinA5 ist, gehalten. Öffnen wir sie, so gibt sie zunächst den Blick auf das mehrsprachige Regelheft frei, unter dem sich 6 Infokarten und darunter wiederum ein Einleger mit dem eigentlichen Spielmaterial befinden. Dieses bilden 120 Karten und 42 Chips.

In Catham City stehen wieder einmal Bürgermeisterwahlen an. Doch welcher der Kandidaten wird das Rennen machen? Um in der Gunst der Wähler am Ende die Nase vorne zu haben, kann etwas Vitamin B nicht schaden, genauso wenig wie gute Presse oder Kontakte zu Polizei und Bürokratie. Und notfalls hilft die Unterwelt, um den Konkurrenten Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

An einer Partie Catham City können maximal 6 Spieler teilnehmen. Zur Vorbereitung wählt die Gruppe aus den 8 vorhandenen Fraktionen die 5 aus, mit denen sie spielen will. Die entsprechenden Karten werden dann gemischt und jeder Spieler erhält gemäß Regelheft seine Handkarten. Abschließend werden noch die 7 obersten Karten aufgedeckt und nach Fraktionen sortiert in der Tischmitte platziert, während die restlichen Karten den Nachziehstapel bilden. Der aktive Spieler kann in seinem Zug entweder eine beliebige Zahl offen ausliegender Karten einer Fraktion auf die Hand nehmen, wobei er am Ende seines Zuges maximal 10 Handkarten haben darf. Oder er spielt Karten einer Fraktion aus seiner Hand gemäß den Regeln für die jeweilige Fraktion aus, um so Wahlkampfpunktechips zu gewinnen. Der erste Spieler, der so 13 Wahlkampfpunktechips sammelt, gewinnt die Partie.

Die Regeln für Catham City sind sympathisch einfach und schnell erlernt, so dass man fix die erste Partie starten kann. Dadurch dass von 8 möglichen Fraktionen immer nur 5 in einer Partie genutzt werden, ergeben sich zudem immer neue Spiel- und Taktikvarianten, denn jede Fraktion bringt eigene Fähigkeiten und Bedingungen mit sich, um Wahlkampfpunktechips zu ergattern. Von daher hat Catham City einen sehr hohen Wiederspielwert und wird auch nach mehreren Partien nacheinander nicht langweilig.

Titel: Catham City
Autor: Yuriy Zhuravlev
Verlag: Hutter

Zwei-Personen-Spiele von Hutter

Auch wenn sich unser Leben mittlerweile allenthalben langsam wieder normalisiert, werden wir mit den Kontaktbeschränkungen wegen des Corona-Virus noch länger leben müssen. Das bedeutet natürlich auch, dass große Spielerunden momentan nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sind. Daher werfen wir heute in einem kleinen Off-Topic den Blick auf 3 Zwei-Personen-Spiele des Hutter Verlages. Es handelt sich dabei um die beiden Strategiespiele Fenix und Katarenga und das Quizspiel My Love.

Fenix stammt aus der Feder des Spieleautors Fred Horn und kommt, wie auch die beiden anderen Titel, in einer kompakten, quadratischen Box daher. Öffnen wir diese, so finden wir darin den doppelseitigen Spielplan, die 56 Spielsteine und das mehrsprachige Regelheft.

Fenix lässt sich wohl am besten als eine sehr gelungene und auch anspruchsvolle Mischung aus Schach und Dame beschreiben, in der sich 2 gegnerische Armeen gegenüberstehen. Doch im Gegensatz zu Schach endet die Partie nicht sofort, wenn der gegnerische König besiegt ist. Denn wie der namensgebende Phönix, der auch als Grafik das Cover der Verpackung ziert, kann sich ein neuer König aus der Asche wieder erheben und die Schlacht weiterführen.

Deutliche Anleihen bei den Regeln des Schach nimmt auch das zweite Strategiespiel namens Katarenga, das vom Autor David Parlett stammt. Das Spielmaterial bilden hier der zweiteilige Spielplanrahmen, 4 doppelseitige Spielplantableaus und die 16 Figuren. Auch hier ist das Regelheft wiederum mehrsprachig gehalten.

Katarenga nutzt die klassischen Spielzüge des Schachs. Aber im Gegensatz dazu hat hier keine Figur eine definierte Rolle, sondern der Spielplan an sich gibt vor, wie sich die Figur bewegen und damit andere Figuren schlagen kann. Da dieser durch die 4 doppelseitigen Einzelteile, die immer wieder neu kombiniert werden können, eine hohe Variabilität aufweist, gleicht keine Partie der anderen.

Das dritte und letzte Spiel, das wir hier kurz betrachten wollen, ist das Quizspiel My Love, bei dem das Spielmaterial aus 270 Karten, einem Kartenhalter und einem Würfel besteht, wobei der Einleger der Box auch noch Teil des Spielmaterials ist, in den die Karten nach Kategorien getrennt einsortiert werden müssen, um spielen zu können.

My Love nutzt die klassischen Elemente eines Quizspieles für einen Wettstreit unter frisch oder auch schon länger Verliebten. Pärchen können sich hier abwechselnd gegenseitig intime Fragen aus den Kategorien Erotisches Wissen, Liebe, Sex und Zärtlichkeit stellen, um so Herzen einzusammeln. Wer als Erster alle nötigen Herzen seiner Aufgabenkarte hat, gewinnt und erhält als Belohnung die vorher ausgewählte Geschenkkarte, die der Verlierer innerhalb der nächsten Wochen erfüllen muss.

Daddy Winchester

Ursprünglich ist der Titel Daddy Winchester des Autors Jérémy Pinget beim französischen Verlag blue orange erschienen. Seit diesem Jahr findet er sich nun in der deutschen Version auch im Vertriebsprogramm von Huch. Das Bietspiel kommt in einer Standardbox mit putzig gestaltetem Cover daher, in der neben dem Spielplan und den Regeln, das Spielgeld, Schiffs- und Zugminiatur, 93 Plättchen, 30 Karten, Startspielerstern und Auktionsaufsteller dank eines passenden Einlegers sicher und schön geordnet untergebracht sind.

Daddy Winchester ist noch nicht richtig unter der Erde, da bricht schon der Streit unter seinen Erben los! Denn das alte Schlitzohr hat seine Reichtümer in den verschiedenen Parzellen seiner Ländereien versteckt. Und so versammeln sich nun alle Erben zur großen Auktion, bei der jeder hofft, am Ende die meisten Reichtümer zu ergattern und neues Familienoberhaupt zu werden.

Zur Spielvorbereitung wird zunächst der Spielplan wie in den Regeln beschrieben aufgebaut und die Spieler erhalten ihr Startkapital, ihre Hutplättchen, ein Duellplättchen und 2 Karten als geheime Ziele. In jeder Runde deckt der jeweilige Startspieler ein Parzellenplättchen auf und die Spieler können nun reihum auf dieses Plättchen bieten. Der Höchstbietende erhält die Parzelle und wird neuer Startspieler, es sei denn es kommt zwischen 2 Spielern zum Duell um die Parzelle. Nach Ende dieser Kaufaktion wird überprüft, ob eines der offenen Ziele erfüllt ist, bevor die nächste Runde startet. Sind alle Parzellen auf diese Weise verteilt, endet das Spiel und es erfolgt die Wertung. Der Spieler mit dem meisten Bargeld plus eventueller Boni durch Karten gewinnt.

Wir haben es hier mit einem klassischen Auktionsspiel zu tun, das um die Wildwestthematik ergänzt wurde. Die Regeln sind entsprechend einfach und auch für Kinder leicht verständlich, so dass sich Daddy Winchester mit der ganzen Familie spielen lässt und durch die variablen offenen und geheimen Ziele entsprechenden Wiederspielwert besitzt. Was auch gefällt, ist das mit viel Liebe zum Detail gestaltete Spielmaterial.

Titel: Daddy Winchester
Autor: Jérémy Pinget
Verlag: Hutter

Little Town

Im Vertrieb von Hutter befindet sich seit kurzem auch das Spiel Little Town des französischen Iello-Verlages, welches auf einer Idee von Shun & Aya Taguchi basiert. Das Spielmaterial bilden der Spielplan, 15 Karten, 33 Plättchen, 60 Rohstoffwürfel, 48 Figuren, 6 Anzeiger, Münzen, eine Spielhilfe und das Regelheft. Auch wenn diese Ausstattung recht umfangreich klingt, findet sie doch in einer erstaunlich kompakten, quadratischen Box mit Einleger sicher Platz.

Hinter den großen Bergen erstreckt sich eine weite, fruchtbare und an Rohstoffen reiche Ebene. Der ideale Platz also, um mit dem Bau einer Stadt zu beginnen. Doch es gibt mehrere Konkurrenten um den Titel des besten Baumeisters und so wird sich am Ende zeigen, wer der talentierteste unter ihnen ist.

Zu Spielbeginn erhalten die Spieler ihre Spielerfiguren, Auftragskarten und 3 Münzen. Getreide- und Bauwerkplättchen werden auf dem Spielplan platziert, die Siegpunktanzeiger aller Spieler auf 0 gesetzt und der Rundenanzeiger auf 1. Beginnend mit dem Startspieler platzieren reihum alle Spieler nacheinander jeweils solange ihre Arbeiter auf dem Spielplan, um Rohstoffe zu sammeln oder um Gebäude zu bauen oder diese zu aktivieren, bis alle aufgestellt sind. Die Arbeiter führen dabei ihre Aktion immer sofort durch und die Spieler erhalten ggf. sofort entsprechend Siegpunkte. Am Ende der Runde müssen die Arbeiter noch mit erwirtschafteten Nahrungsrohstoffen versorgt werden, ansonsten verliert der betreffende Spieler Siegpunkte, bevor dann die nächste Runde beginnt. Nach Ende der 4. Runde erfolgt eine Endwertung, die zusätzliche Siegpunkte bringen kann. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Little Town ist ein klassisches Worker Placement Spiel und dabei ein extrem gelungener Vertreter dieser Gattung. Die Regeln sind kurz und leicht zu verstehen, trotzdem ist das Spiel alles andere als simpel. Zum einen gilt es, die Nahrungsversorgung der eigenen Leute stets im Blick zu haben und auch jedes Bauvorhaben will gut geplant sein, denn ein falsch platziertes Bauwerk kann den Zugang zu Ressourcen blockieren, wobei dies bisweilen auch wieder von Vorteil sein kann, um so die Konkurrenz auszubremsen. Was zudem begeistern mag, sind die liebevoll gestalteten Grafiken der Plättchen und die aus Holz gefertigten Spielfiguren. Einziger Wermutstropfen an dem Spiel ist, dass es leider nur für maximal 4 Spieler konzipiert ist.

Titel: Little Town
Autoren: Shun & Aya Taguchi
Verlag: Iello / Hutter

Spielwarenmesse Nürnberg

Auch wenn sich die Messelandschaft in Deutschland in den letzten Jahren stark verändert hat, bleibt die Spielwarenmesse in Nürnberg, deren Pforten sich heute Abend nach 5 Tagen wieder schließen werden, weiterhin die Leitmesse der Branche schlechthin. Und so waren auch im 71. Jahr ihres Bestehens die 12 Hallen, des rund 170.000 m² großen Messeareals wieder mehr als gut gefüllt mit über 2800 Ausstellern aus rund 70 Nationen. Auch der Besucherandrang an den Messetagen war ungebrochen, wenngleich die diesjährige Spielwarenmesse im Zeichen der Sorge um die Verbreitung des Corona-Virus stand. So waren nicht wenige Besucher mit Mundschutz unterwegs und in der traditionell von chinesischen Ausstellern belegten Halle 11 herrschte wohl nicht zufällig gähnende Leere in den Gängen. Auch wenn die endgültigen Besucherzahlen noch nicht vorliegen, dürften aber trotzdem auch dieses Jahr wieder mehr als 70.000 Fachbesucher aus aller Welt die Chance genutzt haben, sich zwischen dem 29. Januar und 2. Februar in Nürnberg über die Neuheiten und Trends der Branche zu informieren.

Wie üblich war für uns natürlich einmal mehr die Halle 10 mit ihren beiden Ebenen die wichtigste Anlaufstelle, nachdem dort die Spielehersteller konzentriert sind. Die Ausnahmen bildeten dabei wie jedes Jahr der Pegasus Verlag, der zusammen mit dem Spiele Café im Foyer vor Halle 11 untergebracht war und der Ravensburger Verlag, der seinen üblichen Stand in Halle 12.0 hatte. Einige kleinere Verlage, die erstmalig in Nürnberg ausstellten, präsentierten sich zudem im Bereich des New Exhibitor Center der Halle 3A.

Wie schon in den vergangenen Jahren würde eine Auflistung aller in Nürnberg gezeigten Neuheiten den Rahmen dieses Messeberichtes sprengen, weshalb wir uns auf einige Highlights beschränken wollen.

Bei Abacus Spiele ist uns das kooperative Partyspiel Fringers ins Auge gestochen, an dem bis zu 10 Spieler teilnehmen können. Eher für Familien gedacht ist dagegen Kai Piranja und in Form von Bang! findet sich auch ein Würfelspiel unter den Neuheiten, wobei dieses vom italienischen Verlag GV Giochi stammt und von Abacus ins Vertriebsprogramm übernommen wurde.

Der Amigo Verlag feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen, weshalb es über das Jahr verteilt zahlreiche Events geben und auch das Spielefest im Herbst in Köln um einige spezielle Aktionen erweitert werden wird. An Frühjahrsneuheiten für 5 und mehr Spieler wurden Biber-Gang, Chip it und Verflixxt vorgestellt.

Bei ASS sind uns natürlich die beiden Erweiterungen zu Dominion sofort ins Auge gefallen, wobei nur Menagerie wirklich neu ist. Hinterland ist dagegen die Neuauflage einer Erweiterung, die bereits 2012 erstmalig veröffentlicht wurde. Pünktlich zur SPIEL `20 in Essen wird in Form des Dulcinaria Decks auch noch eine neue Erweiterung zu Agricola von Lookout Games im Vertrieb von ASS erscheinen.

Wie üblich recht umfangreich ist die Neuheitenliste bei Asmodee. So wird mit Munchkin Dungeon ein Miniaturen Brettspiel zum bekannten Kartenspielklassiker kommen, Forgotten Waters verspricht Piratenabenteuer, während es in Sherlock Holmes darum geht, gemeinschaftlich die schwierigsten Fälle des Detektivs zu lösen. Spaß auf Partys versprechen dagegen Titel wie Throw Throw Burrito oder Taco Cat Cheese Pizza und auch Familienspiele wie Paranormal Detectives oder Colt Super Express fehlen nicht, um hier nur einige wenige Titel aus dem diesjährigen Neuheitenpaket herauszugreifen.

Neu in Nürnberg vertreten war der englische Spieleverlag Clarendon Games, der in erster Linie witzig gemachte, kleine Partyspiele wie Truth Serum oder Party Poison in seinem Programm hat. Den einen oder anderen Titel werden wir hier in nächster Zeit sicherlich noch detailliert vorstellen.

Game Factory, die sich im Vertrieb von Carletto befinden, hatten ihren Stand in Halle 1. Neben Erweiterungen von Frantic und Virus, die im Laufe des Jahres erscheinen werden, hatten die Schweizer noch das Chaos-Zähl-Spiel Poule Poule und das Memo-Suchspiel Gold dabei, das in einer Mini-Blechdose daherkommt.

Feuerland, die mit Titeln wie Scythe oder Flügelschlag in den letzten Jahren große Erfolge feiern konnten, präsentierten die deutsche Version von Parks, das letzten Herbst auf Kickstarter seine Premiere hatte. Es soll bereits ab März im Handel erhältlich sein.

Wordsmith hatte der Heidelberger Spieleverlag bereits in Essen auf der SPIEL `19 gezeigt. In Decipher erhält die Letter-Piece-Game-Reihe nun weiteren Zuwachs. Daneben war auch noch das Kartenspiel Spicy zu sehen, das wir hier bald noch genauer vorstellen werden.

Auch der schweizer Helvetiq-Verlag war wieder in Nürnberg vertreten und hatte neben seinen bekannten Spielen auch die Muster neuer Titel dabei, die im Laufe des Jahres erscheinen werden. Besonders interessant waren hier das Partyspiel Tatamokatsu, Captain Bluff, Papageno und Bandida das Sequel zum Erfolgstitel Bandido.

Auch Hutter hatte wieder einige neue Titel für größere Spielergruppen im Programm. So sind hier Daddy Winchester, Catham City, die überarbeitete Neuauflage des Worker-Placement-Klassikers Caylus 1303 und die Psychatrie des Schreckens zu nennen. Fans der King of-Reihe von Iello, die sich ebenfalls im Vertrieb von Hutter findet, werden dieses Jahr auch nicht an der King of Tokyo Dark Edition vorbeikommen. Hier gilt es aber, sich zu beeilen, weil das Spiel nur in einer streng limitierten Auflage erscheint.

Ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums von Die Siedler von Catan war der Messeauftritt von Kosmos. Eine Jubiläums-Edition des Spieleklassikers darf zu diesem Anlass natürlich nicht fehlen und wird ab dem 3. Quartal im Fachhandel erhältlich sein. Die erfolgreichen Exit-, Escape Tales- und Adventure Games-Reihen erfahren durch neue Titel Erweiterungen und mit Crime Stories kommt ein ganz neues semi-kooperatives Story-Spiel ins Programm.

Der Moses Verlag bringt 2020 keine neuen Editionen seiner Black Stories-Reihe heraus, sondern wagt sich mit Titeln wie Das geheimnisvolle Grand Hotel und Die verlassene Bibliothek an das Genre der Escape Games heran. Mit Black Party kommt zudem noch eine neue Reihe ins Programm, die gleich mit 3 Titeln für Krimi-Partys für zu Hause startet. Last but not least wird es in Form von Short List auch noch ein neues Quiz-Spiel geben.

2 kooperative Spiele für maximal 5 Mitspieler hatte der Nürnberger-Spielkarten-Verlag im Gepäck. Es handelt sich um das Weltraumabenteuer Contact und das Kartenspiel The Game – Quick and easy.

Pegasus war einmal mehr mit einem umfangreichen Neuheitenprogramm eigener Titel und Titel seiner Partnerverlage auf der Messe vertreten. Für größere Spielergruppen geeignet sind dabei Dice Flick, Treelings und Pharaon. Daneben erhält die Undo-Reihe Zuwachs und voraussichtlich rechtzeitig zur SPIEL `20 in Essen wird auch die Neuauflage des Weltraum-Strategiespiels Eclipse ihre Premiere feiern.

Gab es letztes Jahr bei Queen Games keinen Titel, der für 5 oder mehr Spieler geeignet war, so haben wir dieses Jahr unter den Neuheiten gleich 2 passende Spiele gefunden. Für bis zu 7 Mitspieler ist Way 2 Go, ein kooperatives Partyspiel, geeignet, während Wald der Wölfe für maximal 5 Spieler ausgelegt ist.

Groß ist das Neuheitenangebot bei Ravensburger, doch leider sind die meisten Titel nur für maximal 4 Spieler geeignet. Ausnahmen bilden dabei das Würfelspiel Strike, von dem diesen Jahr eine Harry Potter Version erscheint, und das Strategiespiel Puerto Rico, welches unter dem Label Alea verlegt werden wird.

Ridley`s Games hatte vor 2 Jahren seine Premiere auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit Selfish – Space Edition. Mittlerweile haben die Briten das Spiel weiterentwickelt und bringen nun die Zombie Edition und eine Star Wars Edition von Selfish heraus.

Für Spiele, die mit App-Unterstützung gespielt werden, ist Rudy Games bekannt. Als neuer Titel wird hier im Herbst DKT Smart erscheinen.

Schmidt Spiele bringt dieses Frühjahr 3 Neuheiten heraus, die für 5 oder mehr Spieler geeignet sind. Da wäre als erstes das Kartenspiel Point Up zu nennen. Ein kommunikatives Kooperationsspiel ist hingegen Perfect Match und nicht zuletzt gibt es noch Mystery House, ein 3D-Escape Abenteuer mit App-Unterstützung, das für den ToyAward 2020 nominiert wurde.

Zur Simba Dickie Group gehören die Verlage Zoch und Noris. Während bei ersterem die Kinder- und Familienspiele Da bockt der Bär und Einer geht noch erscheinen werden, bringt Noris mit Crime Story eine Live-Krimispiel-Reihe heraus und erweitert seine bekannte Escape Room Reihe.

King of… Monsterpack – Cybertooth

Die King of-Reihe des Autors Richard Garfield hat einmal mehr Zuwachs erhalten in Form des Monsterpack – Cybertooth. Den Deutschlandvertrieb dieser Erweiterung des Iello-Verlages hat dabei wieder Hutter übernommen. Sie umfasst neben 2 Cybertooth-Figuren, die Monstertafel, 1 Würfel, 17 Karten, 6 Marker und ein Regelblatt. Dies alles ist in einer blisterähnlichen Verpackung sicher untergebracht.

Und wieder einmal taucht ein neues Monster auf im Kampf um die Städte New York und Tokyo! Cybertooth, ein gigantischer Roboter, der sich in einen Säbelzahntiger verwandeln kann, fällt über die Städte her und es wird nicht leicht werden, der Wut dieses Berserkers zu widerstehen…

An den Grundregeln der King of-Spiele ändert sich auch beim spielen mit dieser Erweiterung nichts. Als neues Spielelement kommt lediglich der Berserkermodus hinzu. Je nach Würfelergebnis können Monster in diesen versetzt werden, was durch entsprechende Marker an den Figuren gekennzeichnet wird. Im Berserkermodus können sie zusätzlich mit dem Bersekerwürfel würfeln. Der Berserkermodus endet, wenn man sich heilt.

Optional sind auch noch Evolutionskarten vorhanden, falls mit der Power Up!-Erweiterung gespielt wird.

Mit Cybertooth kommt nicht nur ein neues Monster in die King of-Reihe sondern mit dem Bersekermodus auch noch ein komplett neues Spielelement, das eine willkommene neue Variante im bekannten Spielablauf darstellt. Erfreulicherweise ist diese neue Erweiterung auch gleich so ausgelegt, dass sie nicht nur sowohl mit King of New York als auch King of Tokyo sondern auch allen anderen Erweiterungen kombinierbar ist.

Titel: King of… Monsterpack – Cybertooth
Autor: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Verkauft!

Im Vertriebsprogramm von Hutter findet sich seit diesem Sommer auch der Titel Verkauft! des Laurence King Verlages. Das Kunstauktionsspiel, dessen Illustrationen Simon Landwein realisiert hat, kommt in einer stabilen Standardbox daher, in der sich neben dem Spielplan und Spielgeld, 2 Würfel, 6 Spielfiguren. 36 Kunst- und 30 Ereigniskarten, sowie das Regelheft befinden.

Der Kunstmarkt ist ein schwieriges Pflaster. Ist das eben erstandene Meisterwerk wirklich sein Geld wert oder erweist es sich als teure Fehlinvestition? Kunstsammler reisen rund um die Welt, um auf Auktionen und bei Privatverkäufen ihre Sammlungen zu erweitern und zu vervollständigen. Wer wird am Ende die wertvollste Sammlung besitzen und dabei auch noch das meiste Bargeld auf der hohen Kante haben?

Für eine Partie Verkauft! erhält jeder der maximal 6 Spieler seine Spielerfigur und sein Startkapital, sowie 3 zufällige Kunstkarten. Die restlichen Kunstkarten werden ebenso wie die Ereigniskarten auf dem Spielplan platziert. In einer Runde würfeln die Spieler reihum und ziehen ihre Spielfigur entsprechend dem Würfelergebnis auf dem Spielplan vorwärts. Das jeweils erreichte Feld gibt vor, ob z.B. eine Auktion oder ein Privatverkauf stattfindet oder ob eine Ereigniskarte gezogen werden muss. Sind alle Kunstwerkkarten auf diese Weise verkauft oder alle Spieler pleite, endet die Partie mit einer abschließenden freien Verkaufsrunde, bei der die Spieler Kunstwerke untereinander kaufen und verkaufen können. Danach erfolgt die Endauswertung und der Spieler dessen Sammlung zusammen mit seinem noch vorhandenen Bargeld den höchsten Wert ergibt, gewinnt.

Ein klein wenig erinnert Verkauft! an Monopoly, auch wenn man hier keine Straßen auf dem Spielplan kaufen kann. Von daher ist das Spielprinzip leicht verständlich und recht kurzweilig. Was zudem gefällt, sind die Illustrationen von Simon Landwein, der gekonnt echte Meisterwerke verballhornt. Wie viel Liebe zum Detail man hier investiert hat, sieht man auch am Regelheft, das gleichzeitig auch noch als Auktionskatalog fungiert, in dem jede der Kunstkarten ausführlich erklärt wird.

Titel: Verkauft!
Autoren: k.A.
Verlag: Laurence King / Hutter