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Animal Kingdoms

Eine der Neuheiten, die Game Factory 2022 herausgebracht hat, ist das familientaugliche Strategiespiel Animal Kingdoms des Autors Steven Arami, das im englischen Original bei Galactic Raptor Games erschienen ist. Als Verpackung dient ihm eine stabile, rechteckige Box mit schön gestaltetem Cover mit leicht mystischem Touch. Öffnen wir die Box, so finden wir das Spielmaterial darin in einem Kunststofftiefziehteil sicher verstaut und ordentlich sortiert. Es umfasst im Einzelnen 64 Karten, 30 Kärtchen, einen fünfteiligen Spielplan, 19 Plättchen, 95 Schilde, die Wertungstafel und das Regelheft.

In den 5 Königreichen ist ein Kampf um die Vorherrschaft ausgebrochen. Nur wer seine Tiere geschickt einsetzt und die Gesetze der Königreiche beachtet, wird am Ende als König der Tiere aus diesem Wettstreit hervorgehen.

Zu Beginn einer Partie wird zunächst der Spielplan aus den Einzelteilen zusammengesetzt und zusammen mit der Wertungstafel in die Mitte des Spieltisches gelegt. Dann erhalten die Spieler die Schilde in der Farbe ihrer Wahl, von denen sie einen auf dem Startfeld der Wertungstafel platzieren. Danach wird der Spielplan gemäß Anleitung mit Gesetzeskärtchen und Siegpunktplättchen bestückt, 3 der 4 Bonusplättchen verdeckt bereitgelegt und die Tierkarten verdeckt gemischt und als Nachziehstapel, von dem jeder Spieler 4 Handkarten erhält, ebenfalls in der Tischmitte abgelegt. Das Spiel selbst läuft dann über 3 Durchgänge, in denen die Spieler reihum in ihrem Zug eine von 3 möglichen Aktionen durchführen. Entweder sie spielen eine ihrer Handkarten aus und legen dann einen ihrer Schilde in eines der goldenen Felder in einem der Königreiche. Danach ziehen sie wieder auf 4 Handkarten auf. Oder sie tauschen ihre komplette Hand gegen 4 neue Karten, was aber nur möglich ist, solange kein Spieler die dritte mögliche Option gezogen hat, nämlich Aussteigen, indem er das Kronenfeld in einem Königreich besetzt. Sind alle Spieler ausgestiegen, werden die Königreiche nacheinander gewertet, wobei bei Gleichständen um die Vorherrschaft mittels der Handkarten gekämpft wird. Es gewinnt hier, wer die höhere Handkarte ausspielt. Danach werden die Gesetzeskärtchen getauscht, alle Schilde in den goldenen Feldern vom Spielplan entfernt, die in den Kronenfeldern in ein Thronfeld geschoben und der nächste Durchgang beginnt. Wer am Ende des dritten Durchgangs die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie.

Wie man schon an der Beschreibung der Spielprinzipien erkennt, ist Animal Kingdoms kein Strategiespiel mit außergewöhnlich anspruchsvollen Regeln. Simpel ist es daher aber auch nicht, denn der Einsatz der Handkarten will hier wirklich genau durchdacht sein, will man sich nicht allzu früh selbst in eine Lage manövrieren, bei der man aussteigen muss, weil man sonst keine Optionen mehr hat. Durch die Gesetzeskärtchen, die sich in jedem Durchgang ändern, ist zudem gegeben, dass man sich immer wieder auf eine neue Situation einstellen muss. Alles in allem ist Animal Kingdoms damit ein solides Strategiespiel, das dank seiner einfachen Regeln definitiv für die ganze Familie geeignet ist und uns viel Freude bereitet hat.

Titel: Animal Kingdoms
Autor: Steven Aramini
Verlag: Game Factory

Frantic – Pandora`s Box

Nach langer Zeit gab es für einen Klassiker unserer Spielerunden – dem Kartenspiel Frantic – endlich mal wieder eine neue Erweiterung. In Form von Frantic – Pandora`s Box hat der schweizer Spieleverlag Rulefactory, der in Deutschland von Carletto vertrieben wird, Anfang des Jahres die dritte Erweiterung von Frantic angekündigt, die nun mittlerweile auch im Handel erhältlich ist. Wie üblich zeichnet das Autorenvierergespann Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf und Pierre Lippuner auch für diese Erweiterung verantwortlich, die in einer quadratischen Box daherkommt, in der wir 55 neue Karten, 4 Übersichtskarten und das Gesamtregelwerk finden.

Um diese dritte Frantic-Erweiterung nutzen zu können, ist natürlich das Grundspiel nötig, in dessen Kartendecks die neuen Spiel- und Ereigniskarten hineingemischt werden müssen. Die Regelkarten werden dagegen getrennt gemischt und verdeckt bereitgelegt. Zu Beginn jeder Runde entscheiden die Spieler, wie viele von diesen aufgedeckt werden und somit die Grundregeln für die aktuelle Runde modifizieren.

Während die neuen Spielkarten lediglich eine weitere Farbe ins Spiel bringen, sorgen die Regelkarten für ein komplett neues Spielelement. Sie modifizieren nämlich die Effekte der Spezialkarten, was natürlich auch eine Partie selbst in eine vollkommen neue Richtung drehen kann. Wir haben hier somit einmal mehr ein neues Element, mit dem man seinen Mitspielern den schon sicher geglaubten Sieg wieder zunichte und ihnen das Leben schwer machen kann. Zudem bietet Pandora`s Box genug Platz, um darin sowohl das Grundspiel als auch die bisherigen Erweiterungen zu verstauen, so dass die komplette Frantic-Sammlung in einer einzigen Box platzsparend gelagert werden kann. Des Weiteren sind auch ein Gesamtregelwerk und Übersichtskarten aller Spezial- und Powerkarteneffekte enthalten, so dass man beim Spiel mit Erweiterungen nicht mehr in den verschiedenen Regelfaltblättern danach suchen muss. Für jeden Frantic-Fan ist Pandora`s Box daher ein Must-have!

Titel: Frantic – Pandora`s Box
Autoren: Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf, Pierre Lippuner
Verlag: Rulefactory

Poule Poule

Der schweizer Verlag Game Factory, der in Deutschland exklusiv von Carletto vertrieben wird, ist für seine kleinen aber feinen Spiele bekannt. Als neuer Titel ist nun unlängst Poule Poule des Autors Charles Bossart erschienen. Es kommt in einer kompkaten, kleinen Box mit witzigem Cover daher, in der sich 55 Karten, 24 Marker und die Regeln verbergen.

Der neue Film Poule Poule soll auf den Filmfestspielen von Cannes seine Premiere feiern, doch Wuff hat beim Schneiden des Films die Szenen komplett durcheinandergebracht. Wird es der Crew gelingen, den Film rechtzeitig wieder herzustellen? Nur wenn alle Szenen richtig zusammengeschnitten und 5 Eier sichtbar sind, ist der Film im Kasten und kann seine Premiere feiern.

Zur Vorbereitung werden die Karten gemischt, wobei die Spielerunde sich entscheiden kann, ob sie mit den Spezialkarten oder ohne sie spielt. Einer der maximal 8 Mitspieler wird zum Regisseur bestimmt und nimmt den Kartenstapel, ohne ihn sich anzusehen. Er deckt nun nacheinander die Karten auf, so dass alle sie sehen können. Sobald ein Spieler meint,  5 Eier zu sehen, schlägt er auf den Film-Stapel. Sofern alle Mitspieler dies akzeptieren, erhält er einen Punkt. Legen sie Einspruch ein, werden die Karten des Filmstapels nacheinander kontrolliert. Waren keine 5 Eier zu sehen, erhalten die Spieler, die Einspruch erhoben haben, einen Punkt, ansonsten verlieren sie einen. Danach werden alle Karten wieder gemischt und der nächste Spieler wird zum Regisseur. Sobald ein Spieler 3 Punkte hat, gewinnt er die Partie.

Die Regeln von Poule Poule erscheinen auf den ersten Blick recht einfach. Die eigentliche Schwierigkeit dieses Spiels liegt denn auch weniger in seinen Regeln sondern vielmehr darin, sich zu merken, welche Karten aufgedeckt wurden, denn es ist immer nur die oberste Karte des Filmstapels sichtbar. Zudem reicht es nicht, einfach nur die aufgedeckten Eier zu zählen, denn die anderen Karten können diese wiederum neutralisieren. So ist jede Menge Spielspaß garantiert, der durch Spezial-Effekte, die der Regisseur zu Beginn jeder neuen Runde noch zusätzlich einführen kann, noch weiter gesteigert wird.

Titel: Poule Poule
Autor: Charles Bossart
Verlag: Game Factory

Spielwarenmesse Nürnberg

Auch wenn sich die Messelandschaft in Deutschland in den letzten Jahren stark verändert hat, bleibt die Spielwarenmesse in Nürnberg, deren Pforten sich heute Abend nach 5 Tagen wieder schließen werden, weiterhin die Leitmesse der Branche schlechthin. Und so waren auch im 71. Jahr ihres Bestehens die 12 Hallen, des rund 170.000 m² großen Messeareals wieder mehr als gut gefüllt mit über 2800 Ausstellern aus rund 70 Nationen. Auch der Besucherandrang an den Messetagen war ungebrochen, wenngleich die diesjährige Spielwarenmesse im Zeichen der Sorge um die Verbreitung des Corona-Virus stand. So waren nicht wenige Besucher mit Mundschutz unterwegs und in der traditionell von chinesischen Ausstellern belegten Halle 11 herrschte wohl nicht zufällig gähnende Leere in den Gängen. Auch wenn die endgültigen Besucherzahlen noch nicht vorliegen, dürften aber trotzdem auch dieses Jahr wieder mehr als 70.000 Fachbesucher aus aller Welt die Chance genutzt haben, sich zwischen dem 29. Januar und 2. Februar in Nürnberg über die Neuheiten und Trends der Branche zu informieren.

Wie üblich war für uns natürlich einmal mehr die Halle 10 mit ihren beiden Ebenen die wichtigste Anlaufstelle, nachdem dort die Spielehersteller konzentriert sind. Die Ausnahmen bildeten dabei wie jedes Jahr der Pegasus Verlag, der zusammen mit dem Spiele Café im Foyer vor Halle 11 untergebracht war und der Ravensburger Verlag, der seinen üblichen Stand in Halle 12.0 hatte. Einige kleinere Verlage, die erstmalig in Nürnberg ausstellten, präsentierten sich zudem im Bereich des New Exhibitor Center der Halle 3A.

Wie schon in den vergangenen Jahren würde eine Auflistung aller in Nürnberg gezeigten Neuheiten den Rahmen dieses Messeberichtes sprengen, weshalb wir uns auf einige Highlights beschränken wollen.

Bei Abacus Spiele ist uns das kooperative Partyspiel Fringers ins Auge gestochen, an dem bis zu 10 Spieler teilnehmen können. Eher für Familien gedacht ist dagegen Kai Piranja und in Form von Bang! findet sich auch ein Würfelspiel unter den Neuheiten, wobei dieses vom italienischen Verlag GV Giochi stammt und von Abacus ins Vertriebsprogramm übernommen wurde.

Der Amigo Verlag feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen, weshalb es über das Jahr verteilt zahlreiche Events geben und auch das Spielefest im Herbst in Köln um einige spezielle Aktionen erweitert werden wird. An Frühjahrsneuheiten für 5 und mehr Spieler wurden Biber-Gang, Chip it und Verflixxt vorgestellt.

Bei ASS sind uns natürlich die beiden Erweiterungen zu Dominion sofort ins Auge gefallen, wobei nur Menagerie wirklich neu ist. Hinterland ist dagegen die Neuauflage einer Erweiterung, die bereits 2012 erstmalig veröffentlicht wurde. Pünktlich zur SPIEL `20 in Essen wird in Form des Dulcinaria Decks auch noch eine neue Erweiterung zu Agricola von Lookout Games im Vertrieb von ASS erscheinen.

Wie üblich recht umfangreich ist die Neuheitenliste bei Asmodee. So wird mit Munchkin Dungeon ein Miniaturen Brettspiel zum bekannten Kartenspielklassiker kommen, Forgotten Waters verspricht Piratenabenteuer, während es in Sherlock Holmes darum geht, gemeinschaftlich die schwierigsten Fälle des Detektivs zu lösen. Spaß auf Partys versprechen dagegen Titel wie Throw Throw Burrito oder Taco Cat Cheese Pizza und auch Familienspiele wie Paranormal Detectives oder Colt Super Express fehlen nicht, um hier nur einige wenige Titel aus dem diesjährigen Neuheitenpaket herauszugreifen.

Neu in Nürnberg vertreten war der englische Spieleverlag Clarendon Games, der in erster Linie witzig gemachte, kleine Partyspiele wie Truth Serum oder Party Poison in seinem Programm hat. Den einen oder anderen Titel werden wir hier in nächster Zeit sicherlich noch detailliert vorstellen.

Game Factory, die sich im Vertrieb von Carletto befinden, hatten ihren Stand in Halle 1. Neben Erweiterungen von Frantic und Virus, die im Laufe des Jahres erscheinen werden, hatten die Schweizer noch das Chaos-Zähl-Spiel Poule Poule und das Memo-Suchspiel Gold dabei, das in einer Mini-Blechdose daherkommt.

Feuerland, die mit Titeln wie Scythe oder Flügelschlag in den letzten Jahren große Erfolge feiern konnten, präsentierten die deutsche Version von Parks, das letzten Herbst auf Kickstarter seine Premiere hatte. Es soll bereits ab März im Handel erhältlich sein.

Wordsmith hatte der Heidelberger Spieleverlag bereits in Essen auf der SPIEL `19 gezeigt. In Decipher erhält die Letter-Piece-Game-Reihe nun weiteren Zuwachs. Daneben war auch noch das Kartenspiel Spicy zu sehen, das wir hier bald noch genauer vorstellen werden.

Auch der schweizer Helvetiq-Verlag war wieder in Nürnberg vertreten und hatte neben seinen bekannten Spielen auch die Muster neuer Titel dabei, die im Laufe des Jahres erscheinen werden. Besonders interessant waren hier das Partyspiel Tatamokatsu, Captain Bluff, Papageno und Bandida das Sequel zum Erfolgstitel Bandido.

Auch Hutter hatte wieder einige neue Titel für größere Spielergruppen im Programm. So sind hier Daddy Winchester, Catham City, die überarbeitete Neuauflage des Worker-Placement-Klassikers Caylus 1303 und die Psychatrie des Schreckens zu nennen. Fans der King of-Reihe von Iello, die sich ebenfalls im Vertrieb von Hutter findet, werden dieses Jahr auch nicht an der King of Tokyo Dark Edition vorbeikommen. Hier gilt es aber, sich zu beeilen, weil das Spiel nur in einer streng limitierten Auflage erscheint.

Ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums von Die Siedler von Catan war der Messeauftritt von Kosmos. Eine Jubiläums-Edition des Spieleklassikers darf zu diesem Anlass natürlich nicht fehlen und wird ab dem 3. Quartal im Fachhandel erhältlich sein. Die erfolgreichen Exit-, Escape Tales- und Adventure Games-Reihen erfahren durch neue Titel Erweiterungen und mit Crime Stories kommt ein ganz neues semi-kooperatives Story-Spiel ins Programm.

Der Moses Verlag bringt 2020 keine neuen Editionen seiner Black Stories-Reihe heraus, sondern wagt sich mit Titeln wie Das geheimnisvolle Grand Hotel und Die verlassene Bibliothek an das Genre der Escape Games heran. Mit Black Party kommt zudem noch eine neue Reihe ins Programm, die gleich mit 3 Titeln für Krimi-Partys für zu Hause startet. Last but not least wird es in Form von Short List auch noch ein neues Quiz-Spiel geben.

2 kooperative Spiele für maximal 5 Mitspieler hatte der Nürnberger-Spielkarten-Verlag im Gepäck. Es handelt sich um das Weltraumabenteuer Contact und das Kartenspiel The Game – Quick and easy.

Pegasus war einmal mehr mit einem umfangreichen Neuheitenprogramm eigener Titel und Titel seiner Partnerverlage auf der Messe vertreten. Für größere Spielergruppen geeignet sind dabei Dice Flick, Treelings und Pharaon. Daneben erhält die Undo-Reihe Zuwachs und voraussichtlich rechtzeitig zur SPIEL `20 in Essen wird auch die Neuauflage des Weltraum-Strategiespiels Eclipse ihre Premiere feiern.

Gab es letztes Jahr bei Queen Games keinen Titel, der für 5 oder mehr Spieler geeignet war, so haben wir dieses Jahr unter den Neuheiten gleich 2 passende Spiele gefunden. Für bis zu 7 Mitspieler ist Way 2 Go, ein kooperatives Partyspiel, geeignet, während Wald der Wölfe für maximal 5 Spieler ausgelegt ist.

Groß ist das Neuheitenangebot bei Ravensburger, doch leider sind die meisten Titel nur für maximal 4 Spieler geeignet. Ausnahmen bilden dabei das Würfelspiel Strike, von dem diesen Jahr eine Harry Potter Version erscheint, und das Strategiespiel Puerto Rico, welches unter dem Label Alea verlegt werden wird.

Ridley`s Games hatte vor 2 Jahren seine Premiere auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit Selfish – Space Edition. Mittlerweile haben die Briten das Spiel weiterentwickelt und bringen nun die Zombie Edition und eine Star Wars Edition von Selfish heraus.

Für Spiele, die mit App-Unterstützung gespielt werden, ist Rudy Games bekannt. Als neuer Titel wird hier im Herbst DKT Smart erscheinen.

Schmidt Spiele bringt dieses Frühjahr 3 Neuheiten heraus, die für 5 oder mehr Spieler geeignet sind. Da wäre als erstes das Kartenspiel Point Up zu nennen. Ein kommunikatives Kooperationsspiel ist hingegen Perfect Match und nicht zuletzt gibt es noch Mystery House, ein 3D-Escape Abenteuer mit App-Unterstützung, das für den ToyAward 2020 nominiert wurde.

Zur Simba Dickie Group gehören die Verlage Zoch und Noris. Während bei ersterem die Kinder- und Familienspiele Da bockt der Bär und Einer geht noch erscheinen werden, bringt Noris mit Crime Story eine Live-Krimispiel-Reihe heraus und erweitert seine bekannte Escape Room Reihe.

Virus!

Im Vertrieb von Carletto findet sich seit kurzem das Kartenspiel Virus! des Verlages Game Factory, für das das spanische Autorentrio Cabrero, López, Santisteban verantwortlich zeichnet. Das Spielmaterial bilden dabei 70 Karten, die in einer kompakten Box mit witzig gestaltetem Cover zusammen mit den mehrsprachigen Regeln ihren Platz finden.

Viren sind hinterhältige, kleine Krankheitserreger, die es zu bekämpfen gilt, um einen gesunden Körper zu haben. In der ausgebrochenen Pandemie muss jeder diesen Kampf für sich alleine führen und entscheiden, wie ethisch und moralisch er dabei vorgeht. Denn die „lieben“ Mitmenschen wollen auch gesund werden und sabotieren nicht selten die eigenen Bemühungen gnadenlos.

Virus! ist für maximal 6 Spieler ausgelegt. Vor dem Start einer Partie werden die Karten gemischt und jeder erhält 3 als Handkarten. Die übrigen bilden den verdeckten Nachziehstapel. Der Spieler, der an der Reihe ist, spielt entweder eine Karte von seiner Hand aus, um so ein neues Organ ins Spiel zu bringen, oder ein vorhandenes eigenes zu heilen oder zu immunisieren, oder ein fremdes zu infizieren. Oder er wirft stattdessen eine beliebige Anzahl Karten ab. Danach zieht er vom Nachziehstapel wieder auf 3 Handkarten auf und der nächste Spieler ist an der Reihe. Wer als erster einen Körper mit 4 gesunden Organen hat, hat das Spiel gewonnen.

Wie schon an der Beschreibung einer Partie Virus! zu erkennen ist, sind die Regeln dieses extrem schnellen und kurzweiligen Kartenspiels sehr einfach und fix erlernt. Langweilig oder gar simpel ist das Spiel aber definitiv nicht, denn es ist schwerer als gedacht, 4 gesunde Organe zusammenzubekommen, wenn einem die Mitspieler ständig in die Parade fahren und diese mit Viren infizieren und sie so am Ende gar komplett zerstören. Von daher bietet Virus! einen sehr hohen Wiederspielwert und ist wegen seiner kompakten Größe auch ideal geeignet, um im Reisegepäck noch sein Plätzchen zu finden.

Titel: Virus!
Autor: D. Cabrero, C. López, S. Sentisteban
Verlag: Game Factory

Frantic

Aus einer Kickstarter Kampagne des schweizer Spieleverlages Rulefactory ging das Kartenspiel  Frantic hervor, für das die Autorengruppe Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf und Pierre Lippuner verantwortlich zeichnet. In Deutschland kümmert sich die Carletto GmbH mittlerweile um den Vertrieb dieses wirklich hinterhältigen Kartenspiels, so die Eigenwerbung des Verlages. Das gesamte Spielmaterial in Form von 125 Spielkarten und dem Regelblatt ist dabei in einer passend tiefschwarzen Box sicher untergebracht.

Die Aufgabe klingt doch eigentlich recht einfach: Werde so schnell wie möglich alle Deine Karten los. Dumm nur, dass auch Deine Mitspieler genau dieses Ziel verfolgen und natürlich alles daran setzen, dass Du scheiterst. Frantic ist ein Spiel das Freundschaften zerstören kann, von daher sollte man sich gut überlegen, mit wem man eine Partie startet.

Die Regeln von Frantic sind erfreulich einfach. Es ist für 2 bis maximal 8 Spieler ausgelegt, von denen zu Beginn jeder 7 Spielkarten als Handkarten erhält. Die übrigen Spielkarten dienen als verdeckter Nachziehstapel, neben den der Stapel mit den Ereigniskarten ebenfalls verdeckt platziert wird. Der Kartengeber deckt die oberste Karte des Nachziehstapels aus und nun müssen die Mitspieler reihum versuchen, Handkarten mit passender Farbe und / oder Zahlenwert oder eine Spezialkarte auszuspielen. Hat man keine passende Karte auf der Hand oder will vielleicht keine Karte ausspielen, muss man eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand ziehen. Spielt ein Spieler eine schwarze Karte, wird sofort eine Ereigniskarte aufgedeckt und abgehandelt. Eine Runde endet, wenn ein Spieler keine Karten mehr hat oder der Nachziehstapel aufgebraucht ist oder aufgrund einer entsprechenden Ereigniskarte. Die Spieler rechnen nun die Zahlenwerte ihrer verbliebenen Handkarten zusammen. Erreicht ein Spieler nach einer Runde den vorher vereinbarten Punktestand, endet die Partie und derjenige mit den wenigsten Punkten gewinnt.

Frantic ist in gewisser Weise eine Art Mischung aus Uno und Schwarzer Peter nur um einiges boshafter und gemeiner. Vor allem mit den Spezialkarten kann man den Mitspielern das Leben unendlich schwer machen und deren klug geplante Spielzüge nutzlos werden lassen. Zudem bringen die Ereigniskarten immer wieder komplett neue Wendungen in den Spielverlauf. Frantic ist ein wirklich extrem spassiges und kurzweiliges Kartenspiel, das auch nach vielen Runden nie langweilig wird. Allerdings müssen die Mitspieler auch bereit sein, sich auf diese Art Spielspaß einzulassen. Sonst kann es wirklich dazu beitragen, Freundschaften zu zerstören.

Titel: Frantic
Autoren: Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf, Pierre Lippuner
Verlag: Rulefactory