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Stranger Things – Attack of the Mind Flayer

Pünktlich zum Start der neuen Staffel der Netflix Serie Stranger Things hat der Repos Verlag, der sich im Vertriebsprogramm von Asmodee findet, das Bluff-Spiel Stranger Things – Attack of the Mind Flayer des Autors Joey Vigour herausgebracht. Als Verpackung dient ihm eine kompakte, rechteckige Box mit stimmungsvoller, zur Serie passender Covergestaltung. Öffnen wir diese, finden wir darin einen Tiefzieheinleger, in dem das Spielmaterial in Form von 70 Karten, 10 Plättchen und der Spielanleitung sicher verstaut ist.

Der Mind Flayer will die Menschheit unterwerfen. Dafür bildet er eine Armee aus Menschen, die er kontrolliert. Doch wer ist bereits unter seiner Kontrolle? Nur wenn Du wachsam bleibst, wirst Du seinem Angriff entgehen!

Zu Beginn einer Partie wählt sich jeder Spieler eines der Charakterplättchen und legt es mit der „Im Spiel“-Seite nach oben vor sich ab. Danach werden je nach Spielerzahl eine gewisse Anzahl Mind Flayer- und Waffel-Karten gemischt und an jeden Spieler verdeckt eine ausgegeben. Anschließend werden die verbliebenen Abenteuerkarten gemischt und an jeden 3 als Handkarten ausgegeben. Der restliche Abenteuerkartenstapel wird in 3 etwa gleich große Stapel aufgetrennt, 3 Treffpunktkarten gezogen und dann aus den Abenteuerkarten und den Treffpunktkarten der Nachziehstapel gebildet. Nun schauen sich alle Spieler ihre zu Beginn erhaltene Abenteuerkarte an. Sie legt fest, ob sie besessen (Mind Flayer-Karte) oder gesund (Waffel-Karte) sind. Danach fügen sie auch diese Karte ihren Handkarten hinzu. Auf ein Zeichen des Spielleiters schließen alle ihre Augen. Nun sagt der Spielleiter an, dass die besessenen Spieler die Augen öffnen sollen, damit sie wissen, wer in ihrem Team spielt. Nach wenigen Sekunden schließen sie die Augen auf ein Zeichen des Spielleiters wieder, bevor dann alle die Augen öffnen und die Partie starten kann. In seinem Zug deckt der jeweils aktive Spieler die oberste Karte des Nachziehstapels auf und gibt diese an einen seiner Mitspieler weiter, wobei die Gruppe diskutieren darf, wer eine Karte erhalten soll, da diese verschiedenen Effekte haben. Sammelt ein Spieler nämlich 3 Stürze-Karten und kann diese nicht durch Helfende Hand-Karten ausgleichen, scheidet er sofort aus und dreht sein Charakterplättchen auf die „Ausgeschaltet“-Seite. Sammelt er 3 Mind Flayer-Karten und kann diese nicht durch Erinnerungskarten ausgleichen, wird er besessen, was er seinen Mitspielern allerdings nicht mitteilt. Zieht der aktive Spieler eine Treffpunktkarte, werden deren Effekte sofort abgehandelt. Danach sucht sich jeder, der noch im Spiel ist, 2 seiner Handkarten aus und gibt eine an den rechten und eine an den linken Nachbarn weiter, wobei Mind Flayer-Karten nur von besessenen Spielern weitergegeben werden dürfen. Die Partie endet, wenn nur noch 1 oder 2 Personen im Spiel sind oder das 3. Treffen abgehalten wurde. Nun beschwören die besessenen Spieler den Mind Flayer, während die gesunden Spieler aufstehen und klatschen. Solange noch mindestens 1 gesunder Spieler im Spiel ist, gewinnen die gesunden Spieler ansonsten die besessenen.

Stranger Things – Attack of the Mind Flayer ist ein gut gemachtes Bluff-Spiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln. Eine Partie spielt sich wirklich flott und in der auf der Box angegebenen Zeit von rund 20 min. Dabei bleibt es meistens bis zum Ende spannend, wer denn nun besessen ist und wer nicht, so dass man bis zuletzt nicht weiß, welche Gruppe gewinnen wird. Uns hat dieses Spiel jedenfalls sehr viel Spaß bereitet und das, obwohl wir keine ausgesprochenen Fans von Bluff-Spielen sind. Weitere Pluspunkte sind auch das schön gestaltete Spielmaterial, das die Stimmung der Serie sehr gut einfängt, und die Tatsache, dass Stranger Things – Attack of the Mind Flayer mit bis zu 10 Personen spielbar ist, womit es sich auch als Partyspiel eignet.

Titel: Stranger Things – Attack oft he Mind Flayer
Autor: Joey Vigour
Verlag: Repos / Asmodee

Trial by Trolley

Bei der Vielzahl an Spielen, die mittlerweile jedes Jahr neu auf den Markt kommt, fällt es mehr als schwer, den Überblick zu behalten. Auf Trial by Trolley des Autors Scott Houser, dessen deutsche Version Asmodee vertreibt, sind wir mehr zufällig durch die Vorstellung in einem befreundeten Blog aufmerksam geworden. Die Thematik schien vielversprechend, also ein Exemplar beim Spielehändler des Vertrauens geordert, das dann auch wenige Tage später auf dem Tisch lag. Die knapp ziegelsteingroße und nicht minder gewichtige Box mit ihrem Cartooncover sieht auf jeden Fall schon einmal ganz witzig aus. In ihr finden wir denn auch den Grund für ihr Gewicht, denn sie enthält 500 Karten, 27 Plättchen, den Spielplan und die Regeln.

Um einen bekannten Youtuber zu zitieren: „Alle tot!“. Das ist hier das Motto, denn egal welches Gleis der Zug nehmen wird, es bedeutet das sichere Ende für alle, die auf diesem Gleis stehen. Daher muss man hier sprichwörtlich um sein Leben verhandeln, um den Schaffner zu überzeugen, die Weiche so zu stellen, dass es die anderen erwischt.

Vor Spielstart werden die Unschuldig-, Schuldig und Modifikator-Karten zunächst getrennt gemischt und als verdeckte Nachziehstapel bereitgelegt. Nachdem ein Spieler zum Schaffner bestimmt wurde, der den Spielplan vor sich auslegt, teilt sich der Rest der Spielergruppe in 2 idealerweise etwa gleich große Gruppen auf. Nun zieht jede Gruppe je 3 Unschuldig-, Schuldig- und Modifikator-Karten, die nur die jeweiligen Teammitglieder sehen dürfen. Zuletzt wird noch an jedes Gleis eine zufällige Unschuldig-Karte vom Nachziehstapel offen angelegt und die Runde kann starten. Zunächst wählt jede Gruppe eine ihrer 3 Unschuldig-Karten aus und legt sie an die bereits ausliegende ihres Gleises an. Danach wird eine der 3 Schuldig-Karten gewählt und ans Gleis der Gegner angelegt. Zuletzt suchen sich beide Teams noch eine ihrer 3 Modifikator-Karten aus, die sie an eine beliebige Karte des eigenen oder des gegnerischen Gleises legen können. Daran schließt sich die Diskussionsphase an, in der beide Teams den Schaffner zu überzeugen versuchen, den Zug auf das Gleis der Gegner zu lenken. Hat dieser eine Entscheidung getroffen, verkündet er sie und gibt jedem Spieler aus dem Verliererteam ein Todesplättchen. Alle noch vorhandenen und offen ausliegenden Karten werden zur Seite gelegt, der Spieler links vom Schaffner wird neuer Schaffner und die nächste Runde beginnt. Das Spiel endet, wenn jeder einmal Schaffner war. Derjenige mit den wenigsten Todesplättchen gewinnt.

Trial by Trolley ist eines der Spiele, die man entweder liebt oder hasst. Dazwischen gibt es da nichts. Wer mit hintergründiger Ironie und bitterbösem, tiefschwarzem Humor nichts anfangen kann, der wird hier keine Freude haben. Für alle anderen haben wir hier einen echten Partyspielkracher, der für einen kurzweiligen Abend mit sehr viel Spaß sorgt. Wirklich entfalten kann Trial by Trolley seine Wirkung dabei allerdings so wirklich erst in großer Runde.

Titel: Trial by Trolley
Autor: Scott Houser
Verlag: Cyanide & Happiness / Asmodee

Abgrundtief

In Form von Abgrundtief hat die Arkham Horror-Reihe einen neuen Vertreter erhalten. Im englischen Original ist dieses semi-kooperative Spiel bei Fantasy Flight Games erschienen, die deutsche Version findet sich seit Ende 2021 im Vertrieb von Asmodee. In der voluminösen, quadratischen Box, die die Verpackung bildet und deren Cover natürlich auch gleich die passende Grafik ziert, findet sich das mehr als umfangreiche Spielmaterial, das aus dem Spielplan, einem Würfel, 22 Figuren, 12 Markern, 19 Spielbögen, 291 Karten, 10 Charakteraufstellern, dem Regelheft und einem Referenzhandbuch besteht.

Wir schreiben das Jahr 1913, als sich die S.S. Atlantica von Boston aufmacht, den Atlantik zu überqueren. Schon kurz nach der Abfahrt mehren sich seltsame Geschehnisse und Beobachtungen der Passagiere und Besatzungsmitglieder, bis am dritten Abend der Reise eine Passagierin tot in der Schiffskapelle aufgefunden wird und dass Grauen beginnt…

Vor dem Beginn einer Partie muss zunächst der Spielplan gemäß den Angaben im Regelheft mit dem zugehörigen Spielmaterial bestückt werden. Dann wählen alle Spieler einen Charakter aus, erhalten den zugehörigen Charakterbogen, Charakteraufsteller und Talentkarte, sowie den auf dem Charakterbogen angegebenen Startgegenstand und ein Set Fertigkeitskarten. Sobald alle Spieler ihre Charakteraufsteller auf ihr Startfeld auf dem Spielplan gestellt, eine Loyalitätskarte erhalten haben und Kapitän und Buchwächter bestimmt sind, kann es losgehen. Der jeweils aktive Spieler zieht in seinem Zug zunächst ein Set Fertigkeitskarten. Dann hat er 2 Aktionen frei, die er nutzen kann, um sich zu bewegen, anzugreifen, Passagiere zu retten, sein Talent oder die Fähigkeit eines Feldes zu nutzen, Gegenstände mit Mitspielern im selben Feld zu tauschen, oder sich als Verräter zu enttarnen. Hat er seine Aktionsphase beendet, zieht er die oberste Karte vom Mythos-Stapel und handelt diese entsprechend ab. Im Regelfall kommt es zu einer Krise, die die Spieler nur zusammen meistern können. Danach werden die Monster aktiviert, die ihre Aktionen durchführen und zuletzt entweder der Schiffs- oder der Ritualmarker vorwärtsbewegt. Hat der Spieler am Ende seines Zuges nun noch mehr als 10 Fertigkeitskarten auf der Hand muss er die überzähligen abwerfen. Das Spiel endet, wenn Etappenzielkarten mit 12 oder mehr Entfernungseinheiten ausliegen und der Fahrtmarker das Ankunftsfeld erreicht hat, oder einer der Ressourcenanzeiger auf 0 sinkt, oder 6 Schadenskarten auf dem Schiff liegen oder mehr tiefe Wesen auf dem Spielplan platziert werden müssten, als noch im Vorrat sind. Nun decken alle ihre Loyalitätskarten auf. Im ersten Fall gewinnen die Spieler, die nur Menschen-Loyalitätskarten haben, in allen anderen Fällen die, die mindestens eine Hybrid- oder Kultist-Loyalitätskarte haben.

Wie bei Arkham Horror-Spielen üblich, ist der Aufbau und das Regelstudium eine erste Hürde, die es hier zu überwinden gilt. Zunächst ist man von beidem nämlich etwas „erschlagen“, muss man dafür doch eine gute Stunde einplanen. Ist man dann aber einmal im Spiel, geht dieses eigentlich sehr flüssig voran und bleibt, je nachdem wie verschlagen die Hybride agieren, bis zuletzt spannend. Ein echter Hingucker sind zudem die Monsterminiaturen, wobei auch das übrige Spielmaterial mit extrem viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Wir hatten jedenfalls sehr viel Spaß mit Abgrundtief, das bei uns definitiv nicht das letzte Mal auf dem Tisch lag.

Titel: Abgrundtief
Autor: Tony Fanchi
Verlag: Fantasy Flight Games / Asmodee

Cobra Paw

Das Kinder- und Partyspiel Cobra Paw kennt vielleicht mancher Leser schon. Der Titel, den der Autor Derek Weston für den amerikanischen Verlag Bananagrams entwickelt hatte, war nämlich bisher in der deutschen Version bei Game Factory erhältlich. Nun ist der Vertrieb zu Asmodee gewechselt, die Verpackung bildet aber weiterhin eine sechseckige Box, in der ein Tiefzieheinleger die beiden Würfel, 21 Spielsteine und das Regelfaltblatt sicher und ordentlich sortiert aufnimmt.

Zu Ehren des großen Senseis Meister Miau versammeln sich mutige Katzenninjas, um im Cobra Paw ihre Kräfte zu messen. Welche von Ihnen wird genug geistige Stärke und Schnelligkeit aufbringen, um die legendäre Kobrapfote zu meistern?

Für eine Partie Cobra Paw werden einfach die Spielsteine in die Tischmitte gelegt, ein Startspieler bestimmt und diesem die Würfel gegeben und es kann losgehen. Der aktive Spieler würfelt in seinem Zug mit beiden Würfeln. Diese geben an, welche beiden Symbole der Spielstein, den es in dieser Runde zu schnappen gilt, zeigen muss. Sobald ein Spieler den betreffenden Stein in der Tischmitte oder der Auslage eines Mitspielers entdeckt, muss er ihn sich schnellstmöglich schnappen. Wem dies gelingt, erhält die Würfel und würfelt die Symbole des nächsten gesuchten Steines aus. Sobald ein Spieler so 6 Steine ergattert hat, endet die Partie.

Cobra Paw ist ein komplett chaotisches, extrem schnelles und lustiges Kinderspiel, das aber auch als Partyspiel für ältere Semester taugt. Die Regeln sind dabei mehr als simpel und so besteht die eigentliche Schwierigkeit darin, schnell genug den gesuchten Stein zu entdecken und sich diesen zu sichern. Dabei darf man auch nie die eigene Auslage an bereits gewonnenen Steinen vergessen, denn der Stein könnte auch dort sein und wird sonst womöglich von einem der Mitspieler geklaut. Uns hat Cobra Paw jedenfalls jede Menge Spaß bereitet, wozu auch die Spielsteine mit ihrer sehr wertigen und angenehmen Haptik beigetragen haben.

Titel: Cobra Paw
Autor: Derek Weston
Verlag: Bananagrams / Asmodee

7 Wonders – Architects

Ein Spiel, das wir 2021 wirklich sehnsüchtig erwartet hatten, war 7 Wonders – Architects von Repos Production im Vertrieb von Asmodee, sind wir doch bekennende 7 Wonders-Fans. Dieser neueste Vertreter der Reihe, der natürlich wieder von Antoine Bauza entwickelt wurde, ist diesmal aber keine Erweiterung des Grundspiels sondern eine Art Spin-Off, die eigenständig gespielt wird. Als Verpackung dient ihr eine rechteckige Standardbox mit sympathischer, zum Spiel passender Covergestaltung. In ihr finden wir 8 Plastikschälchen mit Klarsichtdeckeln, in denen das Spielmaterial für die bis zu 7 Spieler sowie das gemeinsame Spielmaterial ordentlich sortiert und sicher verpackt untergebracht sind. Dieses umfasst 235 Karten, 50 Marker, 1 Figur, 7 Weltwunder und das Regelfaltblatt.

Dein einziges Ziel ist es, ein Weltwunder zu errichten, das als Dein Vermächtnis die Zeiten überdauern wird. Aber auch andere Baumeister bleiben nicht untätig und so wird sich zeigen, wer sein Bauwerk wohl als Erster vollenden wird…

Zu Beginn einer Partie Architects wählt sich jeder Spieler ein Weltwunder und erhält das zugehörige Plastikschälchen. Aus diesem nimmt er sich den Kartenhalter, mischt die Karten darin, legt diese offen wieder hinein und stellt den Kartenhalter vor sich ab. Des Weiteren nimmt er sich die Teile seines Weltwunders und legt auch diese – mit der Bauseite nach oben – vor sich ab. Zuletzt werden noch die Figur, die Marker und die Karten aus dem Schälchen mit dem allgemeinen Vorrat entnommen. Die Karten kommen als verdeckter Nachziehstapel in die Tischmitte, daneben die Konfliktmarker mit der Friedensseite nach oben. Die Fortschrittsmarker werden verdeckt gemischt und ebenfalls in die Tischmitte gelegt, wobei die obersten 3 aufgedeckt werden. Sobald es auch noch die Katzenfigur und die Militär-Siegmarker in die Tischmitte geschafft haben, kann die Partie starten. Der jeweils aktive Spieler zieht in seinem Zug eine offene Karte vom Stapel seines linken oder seines rechten Nachbarn oder vom verdeckten Stapel in der Tischmitte und legt sie neben sein Weltwunder. Graue und gelbe Karten liefern dabei Baustoffe für das Weltwunder und müssen sofort eingesetzt und abgelegt werden, wenn dies möglich ist. Blaue Karten bringen am Spielende Siegpunkte. Haben sie ein Katzensymbol darf der Spieler die Katzenfigur nehmen. Ist sie bei seinem nächsten Zug noch in seinem Besitz, darf er die oberste Karte des verdeckten Stapels ansehen, bevor er sich entscheidet, welche Karte er zieht. Grüne Karten haben Wissenschaftssymbole. Sobald ein Spieler 2 gleiche oder 3 verschiedene Symbole hat, muss er die Karten ablegen und sich einen der verfügbaren Fortschrittsmarker nehmen. Rote Karten liefern Schilde. Tragen sie Hornsymbole wird die entsprechende Anzahl Konfliktmarker auf die Kampfseite gedreht. Sobald alle Marker auf der Kampfseite sind, kommt es zum Konflikt. Hierbei vergleichen die Spieler die Anzahl ihrer Schilde mit der ihrer linken und rechten Nachbarn. Für jeden Nachbarn, der weniger Schilde hat, erhält der Spieler einen Militär-Siegmarker. Danach werden die Konfliktmarker wieder auf die Friedensseite gedreht und alle Spieler werfen ihre roten Karten mit Hornsymbolen ab. Die Partie endet mit einer Wertung, sobald ein Spieler sein Weltwunder vollendet hat. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

7 Wonders – Architects ist ein gelungenes Spin-Off des klassischen 7 Wonders. Die Regeln sind ähnlich, aber eben doch nicht identisch, was für erfahrene Spieler des klassischen Spiels eine schöne Abwechslung und für Neulinge einen einfachen Einstieg in die Welt von 7 Wonders darstellt. Dabei wird bei Architects natürlich ganz klar die Zufallskomponente stärker betont, hat man doch hier im Gegensatz zum Drafting des klassischen Spiels praktisch keine Möglichkeiten, zu steuern, welche Karten die Mitspieler bekommen und welche nicht. Uns hat dieses neue 7 Wonders jedenfalls sofort begeistert, so dass es an unserem Testabend nicht bei einer Partie blieb und wir Architects auch in Zunkunft noch öfter bei uns auf dem Spieletisch haben werden.

Titel: 7 Wonders – Architects
Autor: Antoine Bauza
Verlag: Repos Production / Asmodee

Throw Throw Burrito

Das Partyspiel Throw Throw Burrito das seit 2020 im Vertrieb von Asmodee ist, hatten wir schon etwas länger hier auf unserem To-Do-Stapel liegen. Erst hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht und dann der doch eher mäßige Sommer 2021, denn dieses Spiel spielt man am besten draußen und in größerer Gruppe. Geliefert wird es in einer quadratischen Box mit Sichtfenster, durch das wir die namensgebenden Schaumstoff-Burritos auch gleich sehen. Öffnen wir die Box, kommt auch das übrige Spielmaterial in Form von 120 Karten, 6 Markern, einem Orden und dem Regelfaltblatt zum Vorschein.

Hier vereint sich das Beste aus Kartenspielen mit dem Besten aus Ballsportarten. Denn hier muss man Karten sammeln und sich mit Burritos bewerfen, um am Ende die meisten Punkte zu ergattern.

Zur Spielvorbereitung werden die beiden Burritos und die Burrito-Beulen in die Tischmitte gelegt. Danach werden die Karten gemischt, 15 Stück an jeden Spieler verdeckt ausgeteilt und die restlichen als 2 verdeckte Gemeinschafts-Nachziehstapel ebenfalls in die Tischmitte gelegt. Sobald jeder Spieler von seinen 15 Karten die obersten 5 auf die Hand gezogen hat, kann es losgehen. Alle Spieler versuchen gleichzeitig möglichst Drillinge auf die Hand zu bekommen. Dazu werfen sie jeweils eine Handkarte verdeckt auf den Nachziehstapel des nächsten Spielers und ziehen vom eigenen Nachziehstapel oder, falls dieser leer ist, vom Gemeinschafts-Nachziehstapel wieder auf 5 Karten auf. Hat ein Spieler so einen Drilling gesammelt, legt er ihn offen vor sich ab und zieht wieder auf 5 Handkarten auf. Handelt es sich bei dem Drilling um einen Burrito-Drilling, kommen die Burritos zum Einsatz, mit denen sich die Mitspieler bewerfen müssen. Wer getroffen wird, erhält eine Burrito-Beule als Minusmarker. Die Runde endet, wenn alle Burrito-Beulen verteilt wurden mit einer Wertung. Der Sieger erhält den Orden. Nach der zweiten Runde erfolgt wieder eine Wertung, gewinnt nun ein anderer Spieler, muss er sich mit dem Sieger der ersten Runde duellieren. Wer das Duell gewinnt, gewinnt die Partie.

Bei einem Spiel der Macher von Exploding Kittens ist Spaß garantiert und so ist es auch bei Throw Throw Burrito. Binnen kürzester Zeit herrscht hier das komplette Chaos am Spieltisch, wenn hektisch Karten weitergereicht und wieder nachgezogen werden. Und das Ganze wird dann noch durch die umherfliegenden Burritos gekrönt, wenn wieder einmal jemand einen Burrito-Drilling gezogen hat und es zur Schlacht oder einem Duell kommt. Allerdings ist dieses Spiel defintiv nichts für enge kleine Zimmer mit tiefhängenden Lampen. Es sei denn, man will danach sowieso rennovieren.

Titel: Throw Throw Burrito
Autor: Brian Spence
Verlag: Asmodee

Charity-Aktion von Asmodee und Days of Wonder zum Brustkrebsmonat

Brustkrebs ist noch immer die häufigste Krebsart, an der allein in Deutschland jedes Jahr rund 69.000 Frauen erkranken. Um dieses Thema mehr ins Bewusstsein zu rücken, veranstalten Asmodee und Days of Wonder pünktlich zum Brustkrebsmonat Oktober eine Charity-Aktion. Für die Spiele „Zug um Zug“ und „Zug um Zug Europa“ wird ein Set mit besonderen Bahnhöfen und Zügen herauskommen: „Zug um Zug – Play Pink“. Dieses enthält Spielsteine in pinker Farbe, die für das Thema Brustkrebs steht. 2,– € pro verkauftem Set gehen dabei an den Verein Brustkrebs Deutschland e.V., um Projekte zur Prävention, Aufklärung und Hilfe zu unterstützen.

Foto: © Asmodee

Twin it!

Unter den zahlreichen Neuheiten, die Asmodee für das Jahr 2021 vorgestellt hatte, war auch das Kartenspiel Twin it! des Verlages Cocktail Games, das das Autorentrio Nathalie und Rémi Saunier und Tom Vuarchex, der auch für die Illustrationen verantwortlich war, entwickelt hat. Es kommt in einer kompakten, rechteckigen und sehr bunt gestalteten Blechdose daher, in der wir in einem Tiefzieheinleger sicher verstaut die 135 Spielkarten und das Regelfaltblatt finden.

Das Kartenchaos beginnt! Hier braucht man gute Augen und schnelle Reflexe, denn nur wer vor allen anderen identische Kartenmotive entdeckt und sie sich sichert, gewinnt am Ende.

An einer Partie Twin it! können bis zu 6 Spieler teilnehmen. Diese müssen sich vor Spielstart einigen, in welchem der 4 Spielmodi sie spielen wollen. Hierbei stehen die klassische „Jeder gegen jeden“-Variante, die in Teams gespielte Variante „Die Clans“, das kooperative „Alle zusammen“ oder die kompetitive Variante „Der Ring“ zur Auswahl. Bei „Jeder gegen jeden“ werden die Karten zum Start der Partie gemischt und gleichmäßig auf alle Spieler verteilt. Der jeweils aktive Spieler deckt in seinem Zug die oberste Karte seines Stapels auf und legt sie in die Tischmitte. Dann folgt der nächste Spieler im Uhrzeigersinn. Sobald auf diese Weise 2 identische Motive auf dem Tisch liegen, wobei hier egal ist, ob die Karten in der Tischmitte oder auf dem Nachzieh- oder den Set-Stapeln eines Spielers liegen, muss man so schnell wie möglich die Hände auf beide Karten eines Sets legen. Wem dies gelingt, gewinnt die Karten und legt sie als neues Set neben seinen Nachziehstapel. Wer falsch liegt, verliert ein bereits gewonnenes Set und legt es unter seinen Nachziehstapel. Sobald ein Spieler 5 Sets gewonnen hat, gewinnt er die Partie. Die Variante „Die Clans“ wird ähnlich gespielt, nur müssen hier je 2 Spieler aus einem Team eine Hand auf jeweils einer Karte eines Sets haben, um dieses zu gewinnen, und die Partie endet, sobald ein Team 5 Sets gewonnen hat. Bei „Alle zusammen“ wird eine Stoppuhr auf 1 Minute gestellt, gestartet und alle Karten auf dem Tisch verteilt. Nun versuchen alle, so schnell wie möglich passende Kartenpaare und -drillinge zu finden. Ist die Minute abgelaufen, werden die gewonnenen Paare und Drillinge gewertet und so ermittelt, wie gut die Gruppe war. Bei der Variante „Der Ring“ werden die Karten auf 5 Stapel verteilt, wobei einer in die Tischmitte, die anderen 4 an die 4 Ecken des Spielfeldes, des so genannten Rings, gelegt werden. Die Spieler decken nun im Uhrzeigersinn die oberste Karte eines beliebigen Stapels auf und legen sie irgendwo auf eine leere Stelle im Ring. Wenn ein Spieler 2 identische Motive sieht, muss er seine Hände schnellstmöglich auf die Karten legen, sofern diese innerhalb des Rings aber nicht auf einem Stapel liegen, bzw. eine Hand auf den Stapel in der Mitte legen, falls eine der Karten auf einem Stapel liegt oder Teil eines bereits gewonnenen Sets ist. Wer so zuerst 7 Sets sammelt, gewinnt die Partie.

Twin it! ist ein extrem schnelles und extrem chaotisches Kartenspiel, das uns wirklich sehr viel Spaß bereitet hat. Dazu hat nicht zuletzt auch das leicht psychodelische Design der Karten beigetragen, die sich teilweise sehr ähnlich sehen, so dass man in der Hektik oftmals versehentlich danebentappt, was für hämisches Gelächter der Mitspieler sorgt. Von daher ist Twin it! ein ideales Partyspiel. Ein weiterer Pluspunkt sind die verschiedenen Varianten, in denen es spielbar ist und die sich durch einen stetig steigenden Schwierigkeitsgrad auszeichnen.

Titel: Twin it!
Autoren: Nathalie Saunier, Rémi Saunier, Tom Vuarchex
Verlag: Cocktail Games / Asmodee

Spiel des Jahres 2021 – Die Gewinner

Seit dem gestrigen Montag, den 19. Juli stehen nun auch die Gewinner der Spielepreise Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres fest. Zum Spiel des Jahres 2021 hat die Fachjury Micro Marco: Crime City des Autors Johannes Sich gewählt, das bei Edition Spielwiese erschienen ist und sich im Vertriebsprogramm von Pegasus findet.

© Foto Pegasus

© Foto Thomas Ecke / Spiel des Jahres

Als Kennerspiel des Jahres 2021 wurde dagegen Paleo von Peter Rustemeyer gekürt. Es ist bei Hans im Glück erschienen und wird von Asmodee vertrieben.

© Foto Asmodee

© Foto Thomas Ecke / Spiel des Jahres

Die Preisverleihung fand am gestrigen Montag in Berlin statt, wobei sie corona-bedingt dieses Jahr wieder nur in kleinem Rahmen abgehalten werden konnte.

© Foto Thomas Ecke / Spiel des Jahres

Forgotten Waters

Forgotten Waters ist ein Titel aus der Crossroad Games-Reihe von Plaid Hat Games, die in Deutschland von Asmodee vertrieben werden. Bei dieser Spielereihe haben die Entscheidungen der Spieler direkte Auswirkungen auf den Spielverlauf. Die kreativen Köpfe hinter Forgotten Waters sind die Autoren Isaac Vega, J. Arthur Ellis und Mr. Bistro, während das Artwork von Anton Fadeev und Nadezhda Tikhomirova geschaffen wurde. Ganz zur Piratenthematik passend präsentiert sich denn auch die voluminöse, rechteckige Box, deren Gewicht schon auf ein recht umfangreiches Spielmaterial schließen lässt. Dieses umfasst nämlich 7 Würfel, 1 Spielplan, 5 Tableaus, über 200 Karten, über 100 Plättchen, 11 Marker, 8 Aufsteller mit Standfüßen, 2 Blöcke, das Ortsbuch und die Anleitung.

Landratten, seid ihr bereit auf dem Schiff des verrückten Piratencaptains anzuheuern? Als ranghöchste Crewmitglieder brecht ihr zusammen auf, um die Weltmeere zu bereisen, unbekannte Inseln zu entdecken, Schiffe zu überfallen, eure erbeuteten Schätze zu vergraben und dem Captain zu helfen, Aufträge zu erfüllen. Euch erwarten dabei jede Menge Abenteuer und nur das Schicksal wird am Ende entscheiden, wie die Reise für euch ausgeht.

Zur Vorbereitung einer Partie Forgotten Waters muss sich die Spielerunde zunächst auf eines der möglichen Abenteuer, die in der App zur Verfügung stehen, einigen. Die Schaltfläche Szenarioaufbau in der App gibt dann den genauen Aufbau und die Verteilung der Spielmaterialien vor. Anschließend wählt jeder Spieler seine Spielerfigur und erhält den entsprechenden Aufsteller, Würfel, Schatztruhenkarte und Rufmaker, sowie einen Spielerbogen, den er ausfüllt. Danach werden noch die Positionen auf dem Schiff verteilt und die Spieler erhalten die zugehörigen Spielmaterialien. Eine Runde Forgotten Waters gliedert sich grob in die Planungs- und die Aktionsphase. In der Planungsphase entscheiden alle Spieler in der Reihenfolge ihres Rufes, welche Aktion sie durchführen wollen, wobei hier ein Zeitlimit, das die App vorgibt, zu beachten ist. In der anschließenden Aktionsphase werden die einzelnen Aktionen nacheinander abgehandelt. Hier geben die Anweisungen im Ortsbuch vor, was zu tun ist und welche Auswirkungen dies haben kann. Sind so alle Aktionen abgehandelt, sind noch die Anweisungen zum Rundenende im Ortsbuch zu beachten, bevor die nächste Runde starten kann. Auf diese Weise arbeitet man sich gemeinsam langsam durch das gewählte Szenario durch. Hierbei kann man am Ende jedes Teils eines Szenarios den Spielstand auf dem Logbuchbogen abspeichern und die Partie zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Sollte im Laufe eines Szenarios das Schiff kentern, eine Meuterei ausbrechen oder das letzte Bedrohungsereignis erreicht werden, hat man die Partie verloren.

Forgotten Waters ist eines der Spiele, das wir hier schon länger auf dem Tisch liegen hatten, aber wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht testen konnten, weil wir es gleich in der großen Redaktionsrunde spielen wollten. Nachdem die Kontaktbeschränkungen ja nun endlich gelockert wurden und auch schon die ersten Redaktionsmitglieder komplett geimpft sind, haben wir diesen Test nun endlich nachgeholt. Um es vorweg zu nehmen, wir waren bei der Spielvorbereitung zunächst etwas skeptisch, weil der Spielaufbau recht zeitraubend ist. Doch Forgotten Waters hat uns alle extrem positiv überrascht. Das Spiel bietet zwar keine ausgeklügelten Spieltechniken, ist es doch letztlich ein reines Würfelspiel mit entsprechendem Glückfaktor, aber die ganze Konzeption, bei der nach und nach ein Piratenabenteuer gemeinsam durchlebt wird, in dem sich auch die einzelnen Charaktere und ihre Fähigkeiten wie in einem Rollenspiel weiterentwickeln, ist extrem gut gemacht und sorgt für jede Menge Spielspaß, der auch nach Stunden nicht weniger wird. Zudem ist das Spiel auch nicht völlig kooperativ, muss man doch hin und wieder auch mal knallhart seine eigenen Interessen durchsetzen. Allerdings muss man auch bereit sein, sich als Gruppe auf dieses Spielkonzept einzulassen und einen Sinn für schwarzen Humor haben. Einen kleinen Kritikpunkt bildet die App, die leider nur im Onlinemodus funktioniert. Aber hier wird bereits über ein PDF als Ergänzung für die App nachgedacht.

Titel: Forgotten Waters
Autoren: Isaac Vega, J. Arthur Ellis, Mr. Bistro
Verlag: Plaid Hat Games / Asmodee