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Night of the living Dead

Seit 2012 sind bereits mehrere über Kickstarter finanzierte Titel der kooperativen Zombicide-Spielreihe erschienen. Die kreativen Köpfe hinter dieser Spielereihe sind die Autoren Raphael Guiton, Jean-Baptiste Lullien und Nicolas Raoult des französischen Verlages Guillotine Games. Den internationalen Vertrieb der Reihe haben CMON Games und Asmodee übernommen. Als neuster Ableger der Zombicide-Reihe ist Ende 2020 nun eine Brettspieladaption des Horrorfilmklassikers Night of the livining Dead erschienen, bei der bereits die Covergestaltung die Gruselatmosphäre des Films einfängt. Öffnet man die mehr als voluminöse, quadratische Box finden wir darin eine weitere Schachtel, in der 66 Miniaturen in passenden Tiefzieheinlegern sicher verstaut sind, sowie 6 Charakterbögen, 6 Spielplanteile, 111 Karten, 25 Plättchen, 6 Würfel, 12 Bases, 48 Markierungsstifte, 6 Spieler-Tableaus und das Regelheft.

Vor kurzem Verstorbene erheben sich wieder von den Toten und machen Jagd auf die Lebenden! Diese Ghule können nur durch einen Schuß in oder einen harten Schlag auf ihren Kopf getötet werden. Wird es unserer Gruppe von Überlebenden gelingen, die Nacht gemeinsam zu überstehen und über sich hinauszuwachsen? Oder werden die Ghule sie überrennen?

Zur Spielvorbereitung müssen sich die Spieler zunächst auf eines der Szenarien im Regelheft einigen und dann den Spielplan aus den einzelnen Teilen gemäß der Anleitung aufbauen. Diese gibt auch vor, wo und welche Brutplättchen, weitere Plättchen, Karten und Figuren auf und um den Spielplan platziert werden müssen. Die 6 Überlebenden werden nun unter den teilnehmenden Spielern verteilt, wobei sie für jeden Charakter ein Spieler-Tableau, den Charakterbogen und die zugehörige Miniatur mit einer Base erhalten. Nachdem die Tableaus noch mit Markierungsstiften bestückt und jeder Charakter zufällig Startausrüstungskarten erhalten hat, müssen nur noch die Spieler-Miniaturen auf dem Startfeld platziert werden und die Partie kann beginnen. In der Spielerphase führen die Spieler nacheinander maximal 3 Aktionen für jeden von ihnen kontrollierten Charakter aus. Dies kann eine Bewegung um ein Feld, das Durchsuchen eines Raumes, das Öffnen oder Schließen einer Tür, das Bauen, Öffnen oder Verschließen einer Barrikade, das Umsortieren oder Tauschen von Ausrüstungskarten oder der Kampf gegen einen Ghul sein. Haben so nacheinander alle Spieler ihre Aktionen durchgeführt, folgt die Ghulphase. Hier werden nun alle Ghule aktiviert und können 1 Aktion nämlich Angriff oder Bewegung durchführen. Danach wird noch eine Ghul-Karte gezogen, die vorgibt, wie viele neue Ghule auf dem Ghul-Brutplättchen am Ende der Runde auftauchen. Ist auch dieser Schritt abgehandelt, beginnt mit einer neuen Spielerphase die nächste Runde. Das Spiel endet, sobald die im gewählten Szenario vorgegebenen Bedingungen für den Sieg oder die Niederlage erfüllt sind.

Wer die Zombicide-Reihe kennt, bekommt hier einen solide gemachten neuen Vertreter dieser kooperativen Spielreihe, der auch regeltechnisch keine Überraschungen bietet. Neueinsteiger mögen dagegen im ersten Moment sowohl von der Fülle an Spielmaterial als auch den auf den ersten Blick recht umfangreichen Regeln etwas erschlagen sein, doch merkt man recht bald, dass die Grundregeln schnell erlernt sind und sich das Spiel an sich auch sehr flott und flüssig spielt. Dank der verschiedenen Szenarien und des durch die zufällig gezogenen Ghul- und Ausrüstungskarten immer wieder unterschiedlichen Spielverlaufs kommt zudem auch bei mehreren Partien nacheinander keine Langeweile auf.

Titel: Night of the Living Dead
Autor: Raphael Guiton, Jean-Baptiste Lullien, Nicolas Raoult
Verlag: CMON Games / Asmodee

Troyes Dice

Im umfangreichen Herbstneuheiten-Programm von Asmodee findet sich auch das Roll`n Write Troyes Dice der 3 Autoren Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban, das im französischen Original bei Pearl Games erschienen ist. Für das Artwork zeichnet Alexandre Roche verantwortlich, der die zur Thematik passende Mittelalteroptik mehr als überzeugend gestaltet hat. Als Verpackung dient eine recht kompakte und flache, quadratische Box, in der wir den Wertungsblock, das zusammenbaubare Sonnenrad, 4 Würfel, 9 Plättchen des Grundspiels sowie 8 für die Erweiterung und nicht zuletzt natürlich auch noch das Regelheft finden.

Wir befinden uns in der mittelalterlichen Stadt Troyes. Das Leben ist hier streng ständisch gegliedert. So muss sich der Adel um die Landesverteidigung kümmern, der Klerus um die Bewahrung des Glaubens und die Bürger um die Wirtschaft. Doch am Ende werden sie nur erfolgreich sein und die Stadt aufblühen, wenn alle 3 Stände klug zusammenarbeiten.

Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler ein Blatt vom Wertungsblock nebst Schreibgerät. Danach wird das Sonnenrad in der Tischmitte platziert, auf Tag 1 gestellt und die 9 Stadtplätze zufällig auf das Sonnenrad verteilt. Ein Spieler, der als Stadtausrufer bestimmt wurde, nimmt die 4 Würfel und dann kann es auch schon losgehen. Der Stadtausrufer würfelt in jeder der 16 Runden die 4 Würfel und legt sie mit aufsteigenden Werten auf die Stadtplätze des Sonnenrades. Sind die Würfel  platziert, sucht sich jeder Spieler, den Würfel aus, den er nutzen will, und führt die entsprechende Aktion durch, wobei er ggf. anfallende Kosten aus seinem eigenen Vorrat auf dem Wertungsblatt bezahlen muss. Der Platz, der den schwarzen Würfel erhält, kann in der aktuellen Runde nicht genutzt werden und ab dem 3. Tag zerstört der schwarze Würfel die entsprechenden Stadtplätze auf den Wertungsblättern der Spieler, sofern sie diese nicht vorher geschützt haben. Sie sind für den Rest der Partie für die betroffenen Spieler nicht mehr nutzbar. Auf diese Weise werden nun die 16 Runden (8 Tage jeweils mit einem Vor- und einem Nachmittag) durchgespielt, danach addieren die Spieler die auf ihren Wertungsblättern erzielten Punkte. Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Bei Troyes Dice ist zwar eine maximale Spielerzahl von 10 Personen angegeben, aber es ist problemlos auch mit deutlich mehr Spielern spielbar, da eine Interaktion untereinander nicht stattfindet und die Würfel immer von allen Spielern genutzt werden können. Hier muss stattdessen jeder für sich eine Strategie entwickeln, die er für die sinnvollste erachtet, um am Ende die meisten Punkte zu generieren. Dass dies nicht so einfach ist wie gedacht, zeigt sich spätestens ab dem 3. Tag, wenn der schwarze Würfel Stadtfelder zerstören kann, die man nicht geschützt hat und sich somit manche Strategie in Wohlgefallen auflöst.  Von daher muss man hier seine Taktik stets flexibel wieder neu anpassen. Zudem spielt sich Troyes Dice wirklich flott, so dass auch ein hoher Wiederspielwert gegeben ist. Was ebenfalls positiv hervorzuheben ist, ist die Tatsache, dass eine Minierweiterung gleich mitgeliefert wird.

Titel: Troyes Dice
Autoren: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban
Verlag: Pearl Games / Asmodee

Digitale Alternativen

Seit gut 2 Wochen haben wir nun also wieder einen neuen Lockdown, der den verniedlichenden Zusatz light trägt. Viele hatten sich Anfang November wohl der trügerischen Hoffnung hingegeben, dass nach 4 Wochen dann das normale Leben wieder zurückkehrt, was schon damals ein wenig realistisches Szenario war. Wer nun die letzten Tage aufmerksam die Äußerungen der verantwortlichen Politiker verfolgt hat, dem sollte spätestens jetzt klargeworden sein, dass wir auch noch im Dezember und wohl auch darüber hinaus mit den aktuellen Einschränkungen werden leben müssen und ggf. noch weitere Einschränkungen kommen werden. An klassische Spielerunden ist also vorerst nicht zu denken, sofern die eigene Familie nicht entsprechend viele Personen zählt. Von daher werfen wir einmal einen kurzen Blick auf einige der digitalen Angebote, die sich die Verlage zur Pandemie ausgedacht haben.

Bereits Mitte September hatte der Friedberger Pegasus Verlag verkündet, dass seine bekannten Spieletage, mit denen er den stationären Fachhandel und auch die Spieleclubs unterstützt, dieses Jahr digital stattfinden werden und zwar bis zum 20. Dezember. An fast jedem Wochenende werden die Pegasus Neuheiten über die Plattform Tabletopia von Spieleerklärern vorgestellt und können dann auch online gespielt werden. Für die Spiele, bei denen eine Umsetzung auf Tabletopia nicht möglich ist, wird es Teaser-Videos auf YouTube geben. Zur Unterstützung des stationären Handels werden alle Aktionsneuheiten zudem ab Veröffentlichung immer 4 Wochen exklusiv bei teilnehmenden Händlern erhältlich sein. Um welche Neuheiten es sich dabei handelt, wird nach und nach auf www.pegasus.de/spieletage-digital enthüllt werden, wo auch alle weiteren Infos zu den Pegasus Spieletagen digital zu finden sind.

 

Auch HeidelBÄR Games hat sich nach dem Erfolg der Castle TriCon entschieden, während der Pandemie-Zeit ein digitales Angebot zu etablieren. Jeden Dienstag und Donnerstag findet ab 18:30h auf dem Discord-Server des Verlages ein digitaler Spieleabend statt. Dabei können sich Besucher nicht nur die Spiele von HeidelBÄR Games sondern auch die der Partnerverlage Czech Games Edition, Horrible Guild, MeBo und Synapse von den ErklärBÄRen des Verlages erklären lassen und bei Interesse auch gleich selbst in einer lockeren Runde ausprobieren. Wer zu einem der Spieleabende kommen möchte, kann sich entweder auf der Anmeldeliste eintragen (Link:  DE-GB-digital-gamenight ) oder auch einfach spontan vorbeischauen. Genauso ist der Discord-Server natürlich nicht nur an den beiden Tagen sondern durchgängig geöffnet, so dass man ihn jederzeit nutzen kann.

Fotos © HeidelBÄR Games

 

Auch Asmodee hat in Form von Connect & Play ein Konzept für digitale Spieleabende an den Start gebracht. Man setzt hierbei nicht auf Plattformen wie Discord oder Tabletopia sondern auf die Videochatfunktion des heimischen PCs oder Smartphones und darauf, dass zumindest ein Spieler aus der Runde das Spiel auch hat. Ist dies gegeben, kann man sich über die Connect & Play Webseite des Verlages ( https://connect-and-play.asmodee.fun ) eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Spiele, die Teil der Connect & Play Initiative sind, herunterladen. Es handelt sich hierbei im einzelnen um die Titel Dobble, Dixit, Sherlock Holmes: Beratender Detektiv, Just One und Time`s Up. Daneben bleibt auch die bereits im Frühjahr gestartete Aktion Print & Play, die seither weit über 4 Millionen Downloads verzeichnet hat, weiter aktiv.

Foto © Asmodee

Drunken Sailor

Ursprünglich ist das Partyspiel Drunken Sailor unter dem Titel Sunken Sailor beim finnischen Competo Verlag erschienen. Mit dem leicht geändertem und deutlich passenderem Titel ist es nun in der deutschen Version ins Programm von Asmodee aufgenommen worden. Gleich geblieben ist dabei die Verpackung in Form einer überaus stabilen und nicht minder gewichtigen Holzbox, in der wir 28 Umschläge mit Karten, 8 Malstifte, Zeichenpapier, eine Klammer und das Regelblatt finden.

Seemänner spinnen bekanntlich gerne Seemannsgarn, wenn es darum geht, mit ihren Abenteuern zu prahlen. Doch einer aus der Seemannsgruppe, die sich hier zu einem feuchtfröhlichen Treffen versammelt hat, erinnert sich nicht mehr wirklich an das letzte gemeinsame Abenteuer, was er aber nicht zugeben will. Wird es den anderen gelingen herauszufinden, welcher aus ihrer Gruppe dieser Drunken Sailor ist?

An einer Partie Drunken Sailor können maximal 8 Seemänner teilnehmen. Zur Spielvorbereitung wird einer der 27 Umschläge mit Storykarten zufällig ausgewählt und eine Karte weniger, als Spieler vorhanden sind, entnommen. Diese werden dann mit einer Karte aus dem Drunken Sailor-Umschlag zusammengemischt und jeder Spieler zieht verdeckt eine. Sobald alle ihre Zeichenstifte haben und der Deckel der Box mittels der Klammer zum Klemmbrett für das Zeichenpapier umfunktioniert wurde, kann es auch schon losgehen. Beginnend mit dem Startspieler zeichnen alle reihum jeweils mit einer durchgehenden Linie einen Teil des Begriffs auf den Storykarten, wobei der Drunken Sailor den Begriff nicht kennt und aus den Zeichnungen der Mitspieler erraten muss, um was es geht. Wenn so reihum alle 2 mal einen Teil des Begriffes gezeichnet haben, wird das Blatt für alle sichtbar in die Tischmitte gelegt. Nach kurzer Beratung stimmen alle darüber ab, wer der Drunken Sailor sein könnte. Wer richtig tippt, erhält einen Punkt, liegt die Mehrheit daneben, erhält der Drunken Sailor 2 Punkte. Ist der Drunken Sailor enttarnt, kann er noch versuchen den Begriff zu erraten, wofür er 1 Punkt erhält, wenn es ihm gelingt.

Wir waren zugegebenermaßen zunächst etwas skeptisch, als wir Drunken Sailor das erste Mal vor uns liegen hatten, doch ist diese Skepsis bei der kompletten Redaktion schnell verflogen gewesen. Das Spiel ist extrem witzig, vor allem in der großen Runde, weil oft keiner so richtig erkennt, was seine Mitspieler vorher auf`s Papier gezaubert haben, wenn man selbst an der Reihe ist. Was auch gefällt, ist die solide hölzerne Spielbox, deren Deckel in ein Klemmbrett als Zeichenunterlage verwandelt werden kann. Einziger Wermutstropfen bei unserem Exemplar war, dass 2 der Storykarten falsch einsortiert waren und wir natürlich zielgenau einen dieser Umschläge bei der ersten Partie erwischt und genau diese eine falsche Karte an einen Spieler verteilt haben. Aber dieser zweite Drunken Sailor hat den Spielspaß dann eher noch gesteigert.

Titel: Drunken Sailor
Autor: k.A.
Verlag: Asmodee

7 Wonders Neuauflage

Nach über 2 Millionen verkauften Exemplaren und mehr als 30 Auszeichnungen weltweit wird der Klassiker 7 Wonders des Repos Verlages, welcher in Deutschland über Asmodee vertrieben wird, nun in einer komplett überarbeiteten Neuauflage auf den Markt kommen. Neben einer größeren Box mit aufgefrischtem Artwork sind die Wunder jetzt größer und weisen eine Tag- und Nachtseite auf. Die Bausymbole werden zur besseren Erkennbarkeit neu dargestellt und die Symbole allgemein auf den Karten zum einfacheren Verständnis klarer verteilt sein. Nicht zuletzt wurden auch die Regeln überarbeitet, so dass diese gerade für Neueinsteiger leichter erlernbar sind.

© Foto Repos Production

Betrayal at the House on the Hill

Pünktlich zur letztjährigen SPIEL in Essen hat Asmodee die deutsche Version eines Strategiespielklassikers auf den Markt gebracht und zwar Betrayal at the House on the Hill in der überarbeiteten, zweiten Version. Autor dieses Titels, der im Original von Avalon Hill vermarktet wird, ist Bruce Glassco. Passend zur Gruselthematik des Spiels präsentiert sich natürlich schon die Box mit entsprechend gestaltetem Cover. In ihr sorgt ein Einleger dafür, dass das umfangreiche Spielmaterial sicher verstaut werden kann. Es besteht aus 45 Plättchen, 6 bemalten Figuren mit zugehörigen Charakterkarten, 80 Karten, 149 Marker, 30 Plastikclips, der Zug- und Schadensleiste, 2 Spukheften und dem Regelheft.

Werden es die mutigen Abenteurer wagen, das schaurige Haus auf dem Hügel zu erforschen? Hinter jeder Tür kann sich ein neues Monster oder tödliches Geheimnis verbergen, das es zu meistern gilt, um zu überleben. Doch die wirkliche Prüfung steht den Helden erst noch bevor. Das Haus wird einen von ihnen zum Verräter machen und nur mit vereinten Kräften wird es gelingen, ihn zu besiegen und dem Haus wieder zu entkommen.

An einer Partie Betrayal at the House on the Hill können maximal 6 mutige Abenteurer teilnehmen. Sie wählen hierfür zunächst ihren Charakter aus und erhalten die jeweilige Spielerfigur nebst Charakterkarte, an welcher 4 Plastikclips zur Anzeige der Startwerte des Charakters angebracht werden. Danach werden die Eingangshalle, der Kellerschacht und die obere Treppe ausgelegt und anschließend die übrigen Raumplättchen, sowie die Ereignis-, Omen- und Gegenstand-Karten gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt. Nachdem alle Spieler ihre Figuren in der Eingangshalle platziert haben und der Startspieler ermittelt wurde, kann die Partie starten. Der aktive Spieler bewegt seine Figur entsprechend ihres Bewegungswertes vorwärts, um das Haus zu erforschen. Betritt er einen neuen Raum, zieht er eine passende Karte vom Nachziehstapel der Raumplättchen, legt sie an die bereits ausliegenden an und führt die Anweisungen auf dem neuen Raumplättchen aus. Dies kann bedeuten, dass er eine Ereignis-, Omen- oder Gegenstand-Karte ziehen und entsprechend der Karte Aktionen durchführen muss, sich die Werte der Eigenschaften seines Charakters ändern oder letztlich der Spuk ausgelöst wird. Ist dies der Fall, wird über die Spuktabelle zunächst ermittelt, um welchen Spuk es sich handelt und dann wer der Verräter ist. Dieser handelt nun nach den Anweisungen im Foliant des Verräters, während die Überlebenshinweise den verbliebenen Helden als Leitfaden dienen. Sobald eine der beiden Seiten ihre Ziele für den jeweiligen Spuk erfüllt hat, endet das Spiel.

Betrayal at the House on the Hill ist eines jener Spiele, das man immer wieder spielen kann und es wird einem dabei nie langweilig. Es zeichnet sich nämlich durch eine extrem hohe Variabilität des Spielablaufes aus. So weiß man nie, welchen Raum man aufdeckt, und ob man seine Aufgaben meistert, hängt von den ebenfalls variablen Eigenschaften des gewählten Charakters und nicht zuletzt auch vom Würfelglück ab. Zudem bietet das Spiel insgesamt 50 verschiedene Spukszenarien mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Und dann ist es bis zuletzt offen, wer denn zum Verräter werden wird. Das hochwertige und schön gestaltete Spielmaterial rundet diesen positiven Gesamteindruck schließlich noch ab.

Titel: Betrayal at the House on the Hill
Autor: Bruce Glassco
Verlag: Avalon Hill / Asmodee

Asmodee bietet freie Print & Play-Brettspiele zum Download an

Aufgrund der Corona-Krise hat Asmodee eine Print & Play-Initiative gestartet, in deren Rahmen eine Reihe von kostenlosen Download-Brettspielen veröffentlicht wurde. Es handelt sich hierbei sowohl um kompetitive als auch kooperative Titel wie das Kartenspiel Dobble oder das Escape-Room-Rätselspiel Unlock! Aktuell umfasst die Liste 6 Titel, doch soll diese in naher Zukunft um weitere Downloads ergänzt werden, so dass jeder sicherlich ein passendes Spiel finden wird, das er mit seinen Lieben daheim spielen kann.

Foto © Asmodee

Die Spiele werden in mehreren Sprachen auf der folgenden Website zu finden sein: http://print-and-play.asmodee.fun/

Asmodee Modern Classics

Wer kennt sie nicht und hat sie als echter Spielefan nicht auch selbst schon längst in seiner Sammlung? Klassiker wie Dixit, Codenames, Zug um Zug, Concept, Pandemic, Splendor, Carcassone und 7 Wonders waren alle jeweils die ersten ihrer Art und haben Maßstäbe gesetzt. Daher sind all diese Titel weltweit mehrfach preisgekrönt und begeistern bis heute Spieleinsteiger und -profis. Zudem sind sie leicht erlernt und damit für jede Spielerunde geeignet. Asmodee hat diese Spiele daher 2020 in einer Kollektion unter dem Logo Modern Classics zusammengefasst, die wir dieses Jahr sicherlich in jedem gut sortierten Spieleladen finden werden.

Foto © Asmodee

Spielwarenmesse Nürnberg

Auch wenn sich die Messelandschaft in Deutschland in den letzten Jahren stark verändert hat, bleibt die Spielwarenmesse in Nürnberg, deren Pforten sich heute Abend nach 5 Tagen wieder schließen werden, weiterhin die Leitmesse der Branche schlechthin. Und so waren auch im 71. Jahr ihres Bestehens die 12 Hallen, des rund 170.000 m² großen Messeareals wieder mehr als gut gefüllt mit über 2800 Ausstellern aus rund 70 Nationen. Auch der Besucherandrang an den Messetagen war ungebrochen, wenngleich die diesjährige Spielwarenmesse im Zeichen der Sorge um die Verbreitung des Corona-Virus stand. So waren nicht wenige Besucher mit Mundschutz unterwegs und in der traditionell von chinesischen Ausstellern belegten Halle 11 herrschte wohl nicht zufällig gähnende Leere in den Gängen. Auch wenn die endgültigen Besucherzahlen noch nicht vorliegen, dürften aber trotzdem auch dieses Jahr wieder mehr als 70.000 Fachbesucher aus aller Welt die Chance genutzt haben, sich zwischen dem 29. Januar und 2. Februar in Nürnberg über die Neuheiten und Trends der Branche zu informieren.

Wie üblich war für uns natürlich einmal mehr die Halle 10 mit ihren beiden Ebenen die wichtigste Anlaufstelle, nachdem dort die Spielehersteller konzentriert sind. Die Ausnahmen bildeten dabei wie jedes Jahr der Pegasus Verlag, der zusammen mit dem Spiele Café im Foyer vor Halle 11 untergebracht war und der Ravensburger Verlag, der seinen üblichen Stand in Halle 12.0 hatte. Einige kleinere Verlage, die erstmalig in Nürnberg ausstellten, präsentierten sich zudem im Bereich des New Exhibitor Center der Halle 3A.

Wie schon in den vergangenen Jahren würde eine Auflistung aller in Nürnberg gezeigten Neuheiten den Rahmen dieses Messeberichtes sprengen, weshalb wir uns auf einige Highlights beschränken wollen.

Bei Abacus Spiele ist uns das kooperative Partyspiel Fringers ins Auge gestochen, an dem bis zu 10 Spieler teilnehmen können. Eher für Familien gedacht ist dagegen Kai Piranja und in Form von Bang! findet sich auch ein Würfelspiel unter den Neuheiten, wobei dieses vom italienischen Verlag GV Giochi stammt und von Abacus ins Vertriebsprogramm übernommen wurde.

Der Amigo Verlag feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen, weshalb es über das Jahr verteilt zahlreiche Events geben und auch das Spielefest im Herbst in Köln um einige spezielle Aktionen erweitert werden wird. An Frühjahrsneuheiten für 5 und mehr Spieler wurden Biber-Gang, Chip it und Verflixxt vorgestellt.

Bei ASS sind uns natürlich die beiden Erweiterungen zu Dominion sofort ins Auge gefallen, wobei nur Menagerie wirklich neu ist. Hinterland ist dagegen die Neuauflage einer Erweiterung, die bereits 2012 erstmalig veröffentlicht wurde. Pünktlich zur SPIEL `20 in Essen wird in Form des Dulcinaria Decks auch noch eine neue Erweiterung zu Agricola von Lookout Games im Vertrieb von ASS erscheinen.

Wie üblich recht umfangreich ist die Neuheitenliste bei Asmodee. So wird mit Munchkin Dungeon ein Miniaturen Brettspiel zum bekannten Kartenspielklassiker kommen, Forgotten Waters verspricht Piratenabenteuer, während es in Sherlock Holmes darum geht, gemeinschaftlich die schwierigsten Fälle des Detektivs zu lösen. Spaß auf Partys versprechen dagegen Titel wie Throw Throw Burrito oder Taco Cat Cheese Pizza und auch Familienspiele wie Paranormal Detectives oder Colt Super Express fehlen nicht, um hier nur einige wenige Titel aus dem diesjährigen Neuheitenpaket herauszugreifen.

Neu in Nürnberg vertreten war der englische Spieleverlag Clarendon Games, der in erster Linie witzig gemachte, kleine Partyspiele wie Truth Serum oder Party Poison in seinem Programm hat. Den einen oder anderen Titel werden wir hier in nächster Zeit sicherlich noch detailliert vorstellen.

Game Factory, die sich im Vertrieb von Carletto befinden, hatten ihren Stand in Halle 1. Neben Erweiterungen von Frantic und Virus, die im Laufe des Jahres erscheinen werden, hatten die Schweizer noch das Chaos-Zähl-Spiel Poule Poule und das Memo-Suchspiel Gold dabei, das in einer Mini-Blechdose daherkommt.

Feuerland, die mit Titeln wie Scythe oder Flügelschlag in den letzten Jahren große Erfolge feiern konnten, präsentierten die deutsche Version von Parks, das letzten Herbst auf Kickstarter seine Premiere hatte. Es soll bereits ab März im Handel erhältlich sein.

Wordsmith hatte der Heidelberger Spieleverlag bereits in Essen auf der SPIEL `19 gezeigt. In Decipher erhält die Letter-Piece-Game-Reihe nun weiteren Zuwachs. Daneben war auch noch das Kartenspiel Spicy zu sehen, das wir hier bald noch genauer vorstellen werden.

Auch der schweizer Helvetiq-Verlag war wieder in Nürnberg vertreten und hatte neben seinen bekannten Spielen auch die Muster neuer Titel dabei, die im Laufe des Jahres erscheinen werden. Besonders interessant waren hier das Partyspiel Tatamokatsu, Captain Bluff, Papageno und Bandida das Sequel zum Erfolgstitel Bandido.

Auch Hutter hatte wieder einige neue Titel für größere Spielergruppen im Programm. So sind hier Daddy Winchester, Catham City, die überarbeitete Neuauflage des Worker-Placement-Klassikers Caylus 1303 und die Psychatrie des Schreckens zu nennen. Fans der King of-Reihe von Iello, die sich ebenfalls im Vertrieb von Hutter findet, werden dieses Jahr auch nicht an der King of Tokyo Dark Edition vorbeikommen. Hier gilt es aber, sich zu beeilen, weil das Spiel nur in einer streng limitierten Auflage erscheint.

Ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums von Die Siedler von Catan war der Messeauftritt von Kosmos. Eine Jubiläums-Edition des Spieleklassikers darf zu diesem Anlass natürlich nicht fehlen und wird ab dem 3. Quartal im Fachhandel erhältlich sein. Die erfolgreichen Exit-, Escape Tales- und Adventure Games-Reihen erfahren durch neue Titel Erweiterungen und mit Crime Stories kommt ein ganz neues semi-kooperatives Story-Spiel ins Programm.

Der Moses Verlag bringt 2020 keine neuen Editionen seiner Black Stories-Reihe heraus, sondern wagt sich mit Titeln wie Das geheimnisvolle Grand Hotel und Die verlassene Bibliothek an das Genre der Escape Games heran. Mit Black Party kommt zudem noch eine neue Reihe ins Programm, die gleich mit 3 Titeln für Krimi-Partys für zu Hause startet. Last but not least wird es in Form von Short List auch noch ein neues Quiz-Spiel geben.

2 kooperative Spiele für maximal 5 Mitspieler hatte der Nürnberger-Spielkarten-Verlag im Gepäck. Es handelt sich um das Weltraumabenteuer Contact und das Kartenspiel The Game – Quick and easy.

Pegasus war einmal mehr mit einem umfangreichen Neuheitenprogramm eigener Titel und Titel seiner Partnerverlage auf der Messe vertreten. Für größere Spielergruppen geeignet sind dabei Dice Flick, Treelings und Pharaon. Daneben erhält die Undo-Reihe Zuwachs und voraussichtlich rechtzeitig zur SPIEL `20 in Essen wird auch die Neuauflage des Weltraum-Strategiespiels Eclipse ihre Premiere feiern.

Gab es letztes Jahr bei Queen Games keinen Titel, der für 5 oder mehr Spieler geeignet war, so haben wir dieses Jahr unter den Neuheiten gleich 2 passende Spiele gefunden. Für bis zu 7 Mitspieler ist Way 2 Go, ein kooperatives Partyspiel, geeignet, während Wald der Wölfe für maximal 5 Spieler ausgelegt ist.

Groß ist das Neuheitenangebot bei Ravensburger, doch leider sind die meisten Titel nur für maximal 4 Spieler geeignet. Ausnahmen bilden dabei das Würfelspiel Strike, von dem diesen Jahr eine Harry Potter Version erscheint, und das Strategiespiel Puerto Rico, welches unter dem Label Alea verlegt werden wird.

Ridley`s Games hatte vor 2 Jahren seine Premiere auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit Selfish – Space Edition. Mittlerweile haben die Briten das Spiel weiterentwickelt und bringen nun die Zombie Edition und eine Star Wars Edition von Selfish heraus.

Für Spiele, die mit App-Unterstützung gespielt werden, ist Rudy Games bekannt. Als neuer Titel wird hier im Herbst DKT Smart erscheinen.

Schmidt Spiele bringt dieses Frühjahr 3 Neuheiten heraus, die für 5 oder mehr Spieler geeignet sind. Da wäre als erstes das Kartenspiel Point Up zu nennen. Ein kommunikatives Kooperationsspiel ist hingegen Perfect Match und nicht zuletzt gibt es noch Mystery House, ein 3D-Escape Abenteuer mit App-Unterstützung, das für den ToyAward 2020 nominiert wurde.

Zur Simba Dickie Group gehören die Verlage Zoch und Noris. Während bei ersterem die Kinder- und Familienspiele Da bockt der Bär und Einer geht noch erscheinen werden, bringt Noris mit Crime Story eine Live-Krimispiel-Reihe heraus und erweitert seine bekannte Escape Room Reihe.

Black Angel

Im Vertrieb von Asmodee findet sich seit kurzem das semikooperative Strategiespiel Black Angel des Verlages Pearl Games, für das das Autorentrio Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban verantwortlich zeichnet. Es kommt in einer gewichtig, voluminösen Box daher, in der sich das umfangreiche Spielmaterial verbirgt. Dieses umfasst u.a. den Black-Angel-Spielplan, 4 Spielertableaus, 7 doppelseitige Spielplanteile, 77 Plättchen, 90 Karten, Marker, Würfel, Figuren, die Spielanleitung und noch einiges mehr.

Die Ressourcen der Erde sind erschöpft und der Planet nahezu unbewohnbar. In dieser ausweglosen Lage für die Menschheit haben sich die großen Nationen zusammengetan und ein gigantisches, intergalaktisches Kolonieschiff gebaut, die Black Angel. Diese soll menschliches Erbgut auf einer mehrere tausend Jahre dauernden Reise jenseits aller bekannten Welten transportieren. Ihre Crew besteht ausschließlich aus Robotern, die von mehreren KIs geleitet werden, deren Entscheidungen in Systemprotokollen bewertet werden. Ist das Ziel der Reise in Form des bewohnbaren Planeten Spes irgendwann einmal erreicht, wird die KI mit den meisten Systemprotokollen schließlich die Kontrolle übernehmen und die Menschheit wiedererwecken.

Um eine Partie Black Angel zu starten, an der maximal 4 Spieler teilnehmen können, müssen zunächst der Black Angel-Spielplan sowie der Weltraumspielplan und die Spielertableaus gemäß Anleitung vorbereitet und aufgebaut werden. Danach läuft das Spiel rundenbasiert ab. Beginnend mit dem Startspieler führen reihum alle Spieler eine der beiden möglichen Zugsequenzen durch, die wiederum in einzelne Schritte unterteilt sind. Hierbei können in Sequenz A dem eigenen Spielertableau neue Karten hinzugefügt, Aktionen auf der Black Angel oder im Weltraum durchgeführt und Karten gezogen werden, in Sequenz B hingegen Würfel neu gewürfelt, das eigene Spielertableau zurückgesetzt und die Black Angel in Richtung des Planeten Spes bewegt werden. Die Partie endet, sobald die Black Angel den Planeten Spes erreicht hat oder keine Verwüsterkarten mehr vorhanden sind, wobei die aktuelle Runde noch vollständig durchgespielt wird. Es gewinnt derjenige Spieler, der die meisten Punkte erzielt hat.

Auf den ersten Blick hört sich die Beschreibung von Black Angel recht simpel an, doch dieses Spiel hat es in sich. Die Regeln sind komplex und es empfiehlt sich auf jeden Fall, zunächst eine Testrunde zu spielen, um sich mit den grundlegenden Mechanismen vertraut zu machen. Nur so hat meinen einen Überblick über die möglichen Spielzüge, wenn man der Reihe ist und kann sich selbst eine Taktik zurechtlegen, mit der man möglichst viele Systemprotokolle und sonstige Punkte für die Endabrechnung zusammensammeln kann. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, ob er auf Kooperation mit seinen Mitspielern setzt oder versucht, sich als Einzelkämpfer ohne Rücksicht auf die anderen durchzusetzen. Dass das Spiel nur für maximal 4 Spieler ausgelegt ist, ist ein kleiner Wermutstropfen, doch wären bei noch mehr Spielern die Wartezeiten, bis man wieder an die Reihe kommt, definitiv zu lang.

Titel: Black Angel
Autoren: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban
Verlag: Pearl Games – Vertrieb Asmodee