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Twin it!

Unter den zahlreichen Neuheiten, die Asmodee für das Jahr 2021 vorgestellt hatte, war auch das Kartenspiel Twin it! des Verlages Cocktail Games, das das Autorentrio Nathalie und Rémi Saunier und Tom Vuarchex, der auch für die Illustrationen verantwortlich war, entwickelt hat. Es kommt in einer kompakten, rechteckigen und sehr bunt gestalteten Blechdose daher, in der wir in einem Tiefzieheinleger sicher verstaut die 135 Spielkarten und das Regelfaltblatt finden.

Das Kartenchaos beginnt! Hier braucht man gute Augen und schnelle Reflexe, denn nur wer vor allen anderen identische Kartenmotive entdeckt und sie sich sichert, gewinnt am Ende.

An einer Partie Twin it! können bis zu 6 Spieler teilnehmen. Diese müssen sich vor Spielstart einigen, in welchem der 4 Spielmodi sie spielen wollen. Hierbei stehen die klassische „Jeder gegen jeden“-Variante, die in Teams gespielte Variante „Die Clans“, das kooperative „Alle zusammen“ oder die kompetitive Variante „Der Ring“ zur Auswahl. Bei „Jeder gegen jeden“ werden die Karten zum Start der Partie gemischt und gleichmäßig auf alle Spieler verteilt. Der jeweils aktive Spieler deckt in seinem Zug die oberste Karte seines Stapels auf und legt sie in die Tischmitte. Dann folgt der nächste Spieler im Uhrzeigersinn. Sobald auf diese Weise 2 identische Motive auf dem Tisch liegen, wobei hier egal ist, ob die Karten in der Tischmitte oder auf dem Nachzieh- oder den Set-Stapeln eines Spielers liegen, muss man so schnell wie möglich die Hände auf beide Karten eines Sets legen. Wem dies gelingt, gewinnt die Karten und legt sie als neues Set neben seinen Nachziehstapel. Wer falsch liegt, verliert ein bereits gewonnenes Set und legt es unter seinen Nachziehstapel. Sobald ein Spieler 5 Sets gewonnen hat, gewinnt er die Partie. Die Variante „Die Clans“ wird ähnlich gespielt, nur müssen hier je 2 Spieler aus einem Team eine Hand auf jeweils einer Karte eines Sets haben, um dieses zu gewinnen, und die Partie endet, sobald ein Team 5 Sets gewonnen hat. Bei „Alle zusammen“ wird eine Stoppuhr auf 1 Minute gestellt, gestartet und alle Karten auf dem Tisch verteilt. Nun versuchen alle, so schnell wie möglich passende Kartenpaare und -drillinge zu finden. Ist die Minute abgelaufen, werden die gewonnenen Paare und Drillinge gewertet und so ermittelt, wie gut die Gruppe war. Bei der Variante „Der Ring“ werden die Karten auf 5 Stapel verteilt, wobei einer in die Tischmitte, die anderen 4 an die 4 Ecken des Spielfeldes, des so genannten Rings, gelegt werden. Die Spieler decken nun im Uhrzeigersinn die oberste Karte eines beliebigen Stapels auf und legen sie irgendwo auf eine leere Stelle im Ring. Wenn ein Spieler 2 identische Motive sieht, muss er seine Hände schnellstmöglich auf die Karten legen, sofern diese innerhalb des Rings aber nicht auf einem Stapel liegen, bzw. eine Hand auf den Stapel in der Mitte legen, falls eine der Karten auf einem Stapel liegt oder Teil eines bereits gewonnenen Sets ist. Wer so zuerst 7 Sets sammelt, gewinnt die Partie.

Twin it! ist ein extrem schnelles und extrem chaotisches Kartenspiel, das uns wirklich sehr viel Spaß bereitet hat. Dazu hat nicht zuletzt auch das leicht psychodelische Design der Karten beigetragen, die sich teilweise sehr ähnlich sehen, so dass man in der Hektik oftmals versehentlich danebentappt, was für hämisches Gelächter der Mitspieler sorgt. Von daher ist Twin it! ein ideales Partyspiel. Ein weiterer Pluspunkt sind die verschiedenen Varianten, in denen es spielbar ist und die sich durch einen stetig steigenden Schwierigkeitsgrad auszeichnen.

Titel: Twin it!
Autoren: Nathalie Saunier, Rémi Saunier, Tom Vuarchex
Verlag: Cocktail Games / Asmodee

Spiel des Jahres 2021 – Die Gewinner

Seit dem gestrigen Montag, den 19. Juli stehen nun auch die Gewinner der Spielepreise Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres fest. Zum Spiel des Jahres 2021 hat die Fachjury Micro Marco: Crime City des Autors Johannes Sich gewählt, das bei Edition Spielwiese erschienen ist und sich im Vertriebsprogramm von Pegasus findet.

© Foto Pegasus

© Foto Thomas Ecke / Spiel des Jahres

Als Kennerspiel des Jahres 2021 wurde dagegen Paleo von Peter Rustemeyer gekürt. Es ist bei Hans im Glück erschienen und wird von Asmodee vertrieben.

© Foto Asmodee

© Foto Thomas Ecke / Spiel des Jahres

Die Preisverleihung fand am gestrigen Montag in Berlin statt, wobei sie corona-bedingt dieses Jahr wieder nur in kleinem Rahmen abgehalten werden konnte.

© Foto Thomas Ecke / Spiel des Jahres

Forgotten Waters

Forgotten Waters ist ein Titel aus der Crossroad Games-Reihe von Plaid Hat Games, die in Deutschland von Asmodee vertrieben werden. Bei dieser Spielereihe haben die Entscheidungen der Spieler direkte Auswirkungen auf den Spielverlauf. Die kreativen Köpfe hinter Forgotten Waters sind die Autoren Isaac Vega, J. Arthur Ellis und Mr. Bistro, während das Artwork von Anton Fadeev und Nadezhda Tikhomirova geschaffen wurde. Ganz zur Piratenthematik passend präsentiert sich denn auch die voluminöse, rechteckige Box, deren Gewicht schon auf ein recht umfangreiches Spielmaterial schließen lässt. Dieses umfasst nämlich 7 Würfel, 1 Spielplan, 5 Tableaus, über 200 Karten, über 100 Plättchen, 11 Marker, 8 Aufsteller mit Standfüßen, 2 Blöcke, das Ortsbuch und die Anleitung.

Landratten, seid ihr bereit auf dem Schiff des verrückten Piratencaptains anzuheuern? Als ranghöchste Crewmitglieder brecht ihr zusammen auf, um die Weltmeere zu bereisen, unbekannte Inseln zu entdecken, Schiffe zu überfallen, eure erbeuteten Schätze zu vergraben und dem Captain zu helfen, Aufträge zu erfüllen. Euch erwarten dabei jede Menge Abenteuer und nur das Schicksal wird am Ende entscheiden, wie die Reise für euch ausgeht.

Zur Vorbereitung einer Partie Forgotten Waters muss sich die Spielerunde zunächst auf eines der möglichen Abenteuer, die in der App zur Verfügung stehen, einigen. Die Schaltfläche Szenarioaufbau in der App gibt dann den genauen Aufbau und die Verteilung der Spielmaterialien vor. Anschließend wählt jeder Spieler seine Spielerfigur und erhält den entsprechenden Aufsteller, Würfel, Schatztruhenkarte und Rufmaker, sowie einen Spielerbogen, den er ausfüllt. Danach werden noch die Positionen auf dem Schiff verteilt und die Spieler erhalten die zugehörigen Spielmaterialien. Eine Runde Forgotten Waters gliedert sich grob in die Planungs- und die Aktionsphase. In der Planungsphase entscheiden alle Spieler in der Reihenfolge ihres Rufes, welche Aktion sie durchführen wollen, wobei hier ein Zeitlimit, das die App vorgibt, zu beachten ist. In der anschließenden Aktionsphase werden die einzelnen Aktionen nacheinander abgehandelt. Hier geben die Anweisungen im Ortsbuch vor, was zu tun ist und welche Auswirkungen dies haben kann. Sind so alle Aktionen abgehandelt, sind noch die Anweisungen zum Rundenende im Ortsbuch zu beachten, bevor die nächste Runde starten kann. Auf diese Weise arbeitet man sich gemeinsam langsam durch das gewählte Szenario durch. Hierbei kann man am Ende jedes Teils eines Szenarios den Spielstand auf dem Logbuchbogen abspeichern und die Partie zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Sollte im Laufe eines Szenarios das Schiff kentern, eine Meuterei ausbrechen oder das letzte Bedrohungsereignis erreicht werden, hat man die Partie verloren.

Forgotten Waters ist eines der Spiele, das wir hier schon länger auf dem Tisch liegen hatten, aber wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht testen konnten, weil wir es gleich in der großen Redaktionsrunde spielen wollten. Nachdem die Kontaktbeschränkungen ja nun endlich gelockert wurden und auch schon die ersten Redaktionsmitglieder komplett geimpft sind, haben wir diesen Test nun endlich nachgeholt. Um es vorweg zu nehmen, wir waren bei der Spielvorbereitung zunächst etwas skeptisch, weil der Spielaufbau recht zeitraubend ist. Doch Forgotten Waters hat uns alle extrem positiv überrascht. Das Spiel bietet zwar keine ausgeklügelten Spieltechniken, ist es doch letztlich ein reines Würfelspiel mit entsprechendem Glückfaktor, aber die ganze Konzeption, bei der nach und nach ein Piratenabenteuer gemeinsam durchlebt wird, in dem sich auch die einzelnen Charaktere und ihre Fähigkeiten wie in einem Rollenspiel weiterentwickeln, ist extrem gut gemacht und sorgt für jede Menge Spielspaß, der auch nach Stunden nicht weniger wird. Zudem ist das Spiel auch nicht völlig kooperativ, muss man doch hin und wieder auch mal knallhart seine eigenen Interessen durchsetzen. Allerdings muss man auch bereit sein, sich als Gruppe auf dieses Spielkonzept einzulassen und einen Sinn für schwarzen Humor haben. Einen kleinen Kritikpunkt bildet die App, die leider nur im Onlinemodus funktioniert. Aber hier wird bereits über ein PDF als Ergänzung für die App nachgedacht.

Titel: Forgotten Waters
Autoren: Isaac Vega, J. Arthur Ellis, Mr. Bistro
Verlag: Plaid Hat Games / Asmodee

7 Wonders Mystery Contest

Am 26. April startet eine fesselnde Jagd nach den 7 Weltwundern. Asmodee und Repos Production veranstalten nämlich 8 Wochen lang den so genannten 7 Wonders Mystery Contest, bei dem die Teilnehmer Modelle der Wunder, Spiele aus der 7 Wonders Reihe und als Hauptpreis einen Spiele-Gutschein im Wert von 500,– € gewinnen können. Auf der Homepage des Wettbewerbes, auf dem alle weiteren Informationen zu finden sein werden,:

https://www.7wondersmystery.com/de

wird dazu jede Woche ein neues Rätsel veröffentlicht, das das Wissen, die Beobachtungsgabe und den Ideenreichtum der Teilnehmer herausfordert.

Jedes Rätsel liefert zudem einen Hinweis zur Lösung des finalen achten Rätsels. Gleichzeitig unterstützt die Kampagne auch noch den stationären Spielehandel, denn überall, wo es die Coronalage zulässt, wird in teilnehmenden Läden ein Poster aushängen, das den letzten Hinweis für dieses finale achte Rätsel enthält und das online erst später zu sehen sein wird.

Foto: © Asmodee

Loopy Looper

Unser heutiges Mittwochsspecial ist eine Preview, denn das Geschicklichkeitsspiel Loopy Looper von Blue Orange Games aus Kalifornien, dessen Europavertrieb Asmodee übernommen hat, wird erst im Spätsommer hier in Deutschland auf den Markt kommen. Es wird in 4 unterschiedlichen Versionen erhältlich sein, die alle voraussichtlich in einer Blisterverpackung in den Handel gelangen werden. In dieser sind der Murmelkreisel, ein Standfuß und 2 gummiummantelte Stahlmurmeln enthalten. Eine kurze Anleitung findet sich auf der Rückseite der Verpackung.

Ensō (japanisch für Kreis) ist ein Symbol der japanischen Kalligraphie, mit dem der Künstler den Moment symbolisiert, in dem er seinen Geist befreit, um volle Kreativität zu erlangen. Und so soll auch Loopy Looper mit seinen kreisenden Bewegungen Deinen Geist befreien.

Um Loopy Looper zu spielen, muss man lediglich den Murmelkreisel von seinem Standfuß nehmen, eine der mitgelieferten Murmeln oder eine eigene mit identischem Durchmesser im Kreisel platzieren und diese dann mit einem Ruck in Bewegung setzen. Danach gilt es, durch rhythmische Bewegungen aus dem Handgelenk heraus, die Murmel auf ihrer Bahn im Kreisel zu halten, wobei man diesen in unterschiedlichen Winkeln halten und die Geschwindigkeit der Murmel variieren kann. Bei dem uns vorliegenden Loopy Looper der Version Hoop ist der zweite Schwierigkeitsgrad dann, die Bewegung so rechtzeitig zu stoppen, dass die Murmel wie bei einem Korbwurf beim Basketball in das Loch des Kreisels fällt.

Ob man mit Loopy Looper wirklich seinen Geist befreien kann, um zu voller Kreativität zu gelangen, sei an dieser Stelle dahingestellt, denn schon allein die Murmel im Kreisel zu halten, erfordert verdammt viel Konzentration und vor allem die richtigen Handbewegungen. Nichtsdestotrotz ist dieses kleine Geschicklichkeitsspiel wirklich kurzweilig und definitiv eine gute und schnelle Abwechslung, um zwischendurch einmal wieder auf andere Gedanken zu kommen. Praktischerweise wird gleich noch eine zweite Murmel mitgeliefert, denn bei den ersten Versuchen mit Loopy Looper wird diese des Öfteren quer durch den Raum fliegen und bisweilen unter Schränken und Sofas verschwinden, so dass griffbereiter Ersatz nie schaden kann.

Titel: Loopy Looper
Autor: k.A.
Verlag: Blue Orange Games / Asmodee

PS: Ein kurzes Video zu Loopy Looper findet ihr auf unserer Instagram Seite:

https://www.instagram.com/brettspielabend/

Riftforce

Im Rahmen des Pressetages von Asmodee sind wir über das Zwei-Personen-Spiel Riftforce des Autors Carlo Bortolini gestolpert, das wir heute in unserem Mittwochsspecial vorstellen wollen. Erschienen ist der Titel, der aus einer erfolgreichen Kickstarterkampagne hervorgegangen ist, beim noch jungen österreichischen Verlag 1 More Time Games. Er wird in einer sehr ansprechend gestalteten, kompakten, quadratischen Box geliefert, deren Cover die Illustrationen von Miguel Coimbra zieren, der auch für das Artwork des restlichen Spielmaterials verantwortlich ist. Dieses umfasst 110 Karten, 28 Tokens und 2 Regelhefte in deutsch und englisch.

Als die Rifts in die Welt kamen, rissen sie Dörfer auseinander und die aus ihnen strömende Riftforce belebte, was vorher leblos schien. Um diese lebenden Elementare zu beherrschen, gründeten sich die Gilden, die ihr Wissen um die Rifts stetig zu vermehren suchen.

Zur Vorbereitung einer Partie Riftforce werden zunächst die Skala-Hälften und Ortskarten wie in der Anleitung angegeben in der Tischmitte platziert und die Schadens-Tokens zusammen mit den Riftforce-Anzeigern und den Übersichtskarten griffbereit daneben gelegt. Anschließend werden von den 10 Gilden 9 zufällig ausgewählt, von denen sich die beiden Spieler abwechselnd jeder 4 aussuchen. Die Beschwörerkarten der gewählten Gilden legt jeder Spieler gemäß Anleitung neben die Skala-Karten, während er die 36 Gildenkarten mischt und als verdeckten Nachziehstapel vor sich ablegt. Sobald jeder Spieler 7 Handkarten von seinem Nachziehstapel gezogen und der Spieler ohne Startspielermarker das oberste Elementar von seinem Nachziehstapel offen auf seiner Tischseite an den mittleren Ort gelegt hat, kann die Partie starten. Ist ein Spieler am Zug, hat er eine von 3 Optionen. Er kann entweder bis zu 3 Elementare von seiner Hand ausspielen, wobei diese identische Zahlenwerte oder die gleiche Farbe haben müssen und aufgeteilt an angrenzende Orte oder alle am selben Ort abgelegt werden können. Eine andere Option besteht darin, bis zu 3 ausliegende Elementare zu aktivieren. Hierzu muss der Spieler eine Karte mit dem Zahlenwert oder der Farbe der Elementare, die er aktivieren will, ausspielen, welche auf den Ablagestapel kommt. Danach handelt er die in der Beschwörerkarte der jeweiligen Gilde beschriebenen Fähigkeiten der Elementare nacheinander ab, wodurch im Regelfall Elementare des Gegners Schadenspunkte erhalten. Wird ein gegnerisches Elementar dadurch zerstört, erhält der Spieler dafür 1 Riftforce und bewegt seinen Riftforce-Anzeiger entsprechend auf der Skala vorwärts. Die dritte Spieloption des aktiven Spielers ist das Überprüfen und Nachziehen, sofern er weniger als 7 Handkarten hat. Hier überprüft er, ob er einen Ort kontrolliert, also ob kein Elementar des Gegners dort ist, und erhält dafür je kontrolliertem Ort jeweils 1 Riftforce. Danach zieht er von seinem Nachziehstapel wieder auf 7 Handkarten auf. Sobald ein Spieler 12 Riftforce hat, endet die Partie.

Der Erstling von 1 More Time Games kann als mehr als gelungener Einstand dieses Verlages bezeichnet werden. Wir haben hier ein schnelles, leicht verständliches Strategiespiel, das jede Menge Spielspaß bei hohem Wiederspielwert bietet. Durch immer neue Kombinationen der verschiedenen Gilden ergeben sich bei jeder Partie neue strategische Optionen, so dass hier garantiert keine Langeweile aufkommt. Was zudem gefällt, ist die wirklich schöne Gestaltung der Box und des Spielmaterials.

Titel: Riftforce
Autor: Carlo Bortolini
Verlag: 1 More Time Games / Asmodee

Night of the living Dead

Seit 2012 sind bereits mehrere über Kickstarter finanzierte Titel der kooperativen Zombicide-Spielreihe erschienen. Die kreativen Köpfe hinter dieser Spielereihe sind die Autoren Raphael Guiton, Jean-Baptiste Lullien und Nicolas Raoult des französischen Verlages Guillotine Games. Den internationalen Vertrieb der Reihe haben CMON Games und Asmodee übernommen. Als neuster Ableger der Zombicide-Reihe ist Ende 2020 nun eine Brettspieladaption des Horrorfilmklassikers Night of the livining Dead erschienen, bei der bereits die Covergestaltung die Gruselatmosphäre des Films einfängt. Öffnet man die mehr als voluminöse, quadratische Box finden wir darin eine weitere Schachtel, in der 66 Miniaturen in passenden Tiefzieheinlegern sicher verstaut sind, sowie 6 Charakterbögen, 6 Spielplanteile, 111 Karten, 25 Plättchen, 6 Würfel, 12 Bases, 48 Markierungsstifte, 6 Spieler-Tableaus und das Regelheft.

Vor kurzem Verstorbene erheben sich wieder von den Toten und machen Jagd auf die Lebenden! Diese Ghule können nur durch einen Schuß in oder einen harten Schlag auf ihren Kopf getötet werden. Wird es unserer Gruppe von Überlebenden gelingen, die Nacht gemeinsam zu überstehen und über sich hinauszuwachsen? Oder werden die Ghule sie überrennen?

Zur Spielvorbereitung müssen sich die Spieler zunächst auf eines der Szenarien im Regelheft einigen und dann den Spielplan aus den einzelnen Teilen gemäß der Anleitung aufbauen. Diese gibt auch vor, wo und welche Brutplättchen, weitere Plättchen, Karten und Figuren auf und um den Spielplan platziert werden müssen. Die 6 Überlebenden werden nun unter den teilnehmenden Spielern verteilt, wobei sie für jeden Charakter ein Spieler-Tableau, den Charakterbogen und die zugehörige Miniatur mit einer Base erhalten. Nachdem die Tableaus noch mit Markierungsstiften bestückt und jeder Charakter zufällig Startausrüstungskarten erhalten hat, müssen nur noch die Spieler-Miniaturen auf dem Startfeld platziert werden und die Partie kann beginnen. In der Spielerphase führen die Spieler nacheinander maximal 3 Aktionen für jeden von ihnen kontrollierten Charakter aus. Dies kann eine Bewegung um ein Feld, das Durchsuchen eines Raumes, das Öffnen oder Schließen einer Tür, das Bauen, Öffnen oder Verschließen einer Barrikade, das Umsortieren oder Tauschen von Ausrüstungskarten oder der Kampf gegen einen Ghul sein. Haben so nacheinander alle Spieler ihre Aktionen durchgeführt, folgt die Ghulphase. Hier werden nun alle Ghule aktiviert und können 1 Aktion nämlich Angriff oder Bewegung durchführen. Danach wird noch eine Ghul-Karte gezogen, die vorgibt, wie viele neue Ghule auf dem Ghul-Brutplättchen am Ende der Runde auftauchen. Ist auch dieser Schritt abgehandelt, beginnt mit einer neuen Spielerphase die nächste Runde. Das Spiel endet, sobald die im gewählten Szenario vorgegebenen Bedingungen für den Sieg oder die Niederlage erfüllt sind.

Wer die Zombicide-Reihe kennt, bekommt hier einen solide gemachten neuen Vertreter dieser kooperativen Spielreihe, der auch regeltechnisch keine Überraschungen bietet. Neueinsteiger mögen dagegen im ersten Moment sowohl von der Fülle an Spielmaterial als auch den auf den ersten Blick recht umfangreichen Regeln etwas erschlagen sein, doch merkt man recht bald, dass die Grundregeln schnell erlernt sind und sich das Spiel an sich auch sehr flott und flüssig spielt. Dank der verschiedenen Szenarien und des durch die zufällig gezogenen Ghul- und Ausrüstungskarten immer wieder unterschiedlichen Spielverlaufs kommt zudem auch bei mehreren Partien nacheinander keine Langeweile auf.

Titel: Night of the Living Dead
Autor: Raphael Guiton, Jean-Baptiste Lullien, Nicolas Raoult
Verlag: CMON Games / Asmodee

Troyes Dice

Im umfangreichen Herbstneuheiten-Programm von Asmodee findet sich auch das Roll`n Write Troyes Dice der 3 Autoren Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban, das im französischen Original bei Pearl Games erschienen ist. Für das Artwork zeichnet Alexandre Roche verantwortlich, der die zur Thematik passende Mittelalteroptik mehr als überzeugend gestaltet hat. Als Verpackung dient eine recht kompakte und flache, quadratische Box, in der wir den Wertungsblock, das zusammenbaubare Sonnenrad, 4 Würfel, 9 Plättchen des Grundspiels sowie 8 für die Erweiterung und nicht zuletzt natürlich auch noch das Regelheft finden.

Wir befinden uns in der mittelalterlichen Stadt Troyes. Das Leben ist hier streng ständisch gegliedert. So muss sich der Adel um die Landesverteidigung kümmern, der Klerus um die Bewahrung des Glaubens und die Bürger um die Wirtschaft. Doch am Ende werden sie nur erfolgreich sein und die Stadt aufblühen, wenn alle 3 Stände klug zusammenarbeiten.

Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler ein Blatt vom Wertungsblock nebst Schreibgerät. Danach wird das Sonnenrad in der Tischmitte platziert, auf Tag 1 gestellt und die 9 Stadtplätze zufällig auf das Sonnenrad verteilt. Ein Spieler, der als Stadtausrufer bestimmt wurde, nimmt die 4 Würfel und dann kann es auch schon losgehen. Der Stadtausrufer würfelt in jeder der 16 Runden die 4 Würfel und legt sie mit aufsteigenden Werten auf die Stadtplätze des Sonnenrades. Sind die Würfel  platziert, sucht sich jeder Spieler, den Würfel aus, den er nutzen will, und führt die entsprechende Aktion durch, wobei er ggf. anfallende Kosten aus seinem eigenen Vorrat auf dem Wertungsblatt bezahlen muss. Der Platz, der den schwarzen Würfel erhält, kann in der aktuellen Runde nicht genutzt werden und ab dem 3. Tag zerstört der schwarze Würfel die entsprechenden Stadtplätze auf den Wertungsblättern der Spieler, sofern sie diese nicht vorher geschützt haben. Sie sind für den Rest der Partie für die betroffenen Spieler nicht mehr nutzbar. Auf diese Weise werden nun die 16 Runden (8 Tage jeweils mit einem Vor- und einem Nachmittag) durchgespielt, danach addieren die Spieler die auf ihren Wertungsblättern erzielten Punkte. Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Bei Troyes Dice ist zwar eine maximale Spielerzahl von 10 Personen angegeben, aber es ist problemlos auch mit deutlich mehr Spielern spielbar, da eine Interaktion untereinander nicht stattfindet und die Würfel immer von allen Spielern genutzt werden können. Hier muss stattdessen jeder für sich eine Strategie entwickeln, die er für die sinnvollste erachtet, um am Ende die meisten Punkte zu generieren. Dass dies nicht so einfach ist wie gedacht, zeigt sich spätestens ab dem 3. Tag, wenn der schwarze Würfel Stadtfelder zerstören kann, die man nicht geschützt hat und sich somit manche Strategie in Wohlgefallen auflöst.  Von daher muss man hier seine Taktik stets flexibel wieder neu anpassen. Zudem spielt sich Troyes Dice wirklich flott, so dass auch ein hoher Wiederspielwert gegeben ist. Was ebenfalls positiv hervorzuheben ist, ist die Tatsache, dass eine Minierweiterung gleich mitgeliefert wird.

Titel: Troyes Dice
Autoren: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban
Verlag: Pearl Games / Asmodee

Digitale Alternativen

Seit gut 2 Wochen haben wir nun also wieder einen neuen Lockdown, der den verniedlichenden Zusatz light trägt. Viele hatten sich Anfang November wohl der trügerischen Hoffnung hingegeben, dass nach 4 Wochen dann das normale Leben wieder zurückkehrt, was schon damals ein wenig realistisches Szenario war. Wer nun die letzten Tage aufmerksam die Äußerungen der verantwortlichen Politiker verfolgt hat, dem sollte spätestens jetzt klargeworden sein, dass wir auch noch im Dezember und wohl auch darüber hinaus mit den aktuellen Einschränkungen werden leben müssen und ggf. noch weitere Einschränkungen kommen werden. An klassische Spielerunden ist also vorerst nicht zu denken, sofern die eigene Familie nicht entsprechend viele Personen zählt. Von daher werfen wir einmal einen kurzen Blick auf einige der digitalen Angebote, die sich die Verlage zur Pandemie ausgedacht haben.

Bereits Mitte September hatte der Friedberger Pegasus Verlag verkündet, dass seine bekannten Spieletage, mit denen er den stationären Fachhandel und auch die Spieleclubs unterstützt, dieses Jahr digital stattfinden werden und zwar bis zum 20. Dezember. An fast jedem Wochenende werden die Pegasus Neuheiten über die Plattform Tabletopia von Spieleerklärern vorgestellt und können dann auch online gespielt werden. Für die Spiele, bei denen eine Umsetzung auf Tabletopia nicht möglich ist, wird es Teaser-Videos auf YouTube geben. Zur Unterstützung des stationären Handels werden alle Aktionsneuheiten zudem ab Veröffentlichung immer 4 Wochen exklusiv bei teilnehmenden Händlern erhältlich sein. Um welche Neuheiten es sich dabei handelt, wird nach und nach auf www.pegasus.de/spieletage-digital enthüllt werden, wo auch alle weiteren Infos zu den Pegasus Spieletagen digital zu finden sind.

 

Auch HeidelBÄR Games hat sich nach dem Erfolg der Castle TriCon entschieden, während der Pandemie-Zeit ein digitales Angebot zu etablieren. Jeden Dienstag und Donnerstag findet ab 18:30h auf dem Discord-Server des Verlages ein digitaler Spieleabend statt. Dabei können sich Besucher nicht nur die Spiele von HeidelBÄR Games sondern auch die der Partnerverlage Czech Games Edition, Horrible Guild, MeBo und Synapse von den ErklärBÄRen des Verlages erklären lassen und bei Interesse auch gleich selbst in einer lockeren Runde ausprobieren. Wer zu einem der Spieleabende kommen möchte, kann sich entweder auf der Anmeldeliste eintragen (Link:  DE-GB-digital-gamenight ) oder auch einfach spontan vorbeischauen. Genauso ist der Discord-Server natürlich nicht nur an den beiden Tagen sondern durchgängig geöffnet, so dass man ihn jederzeit nutzen kann.

Fotos © HeidelBÄR Games

 

Auch Asmodee hat in Form von Connect & Play ein Konzept für digitale Spieleabende an den Start gebracht. Man setzt hierbei nicht auf Plattformen wie Discord oder Tabletopia sondern auf die Videochatfunktion des heimischen PCs oder Smartphones und darauf, dass zumindest ein Spieler aus der Runde das Spiel auch hat. Ist dies gegeben, kann man sich über die Connect & Play Webseite des Verlages ( https://connect-and-play.asmodee.fun ) eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Spiele, die Teil der Connect & Play Initiative sind, herunterladen. Es handelt sich hierbei im einzelnen um die Titel Dobble, Dixit, Sherlock Holmes: Beratender Detektiv, Just One und Time`s Up. Daneben bleibt auch die bereits im Frühjahr gestartete Aktion Print & Play, die seither weit über 4 Millionen Downloads verzeichnet hat, weiter aktiv.

Foto © Asmodee

Drunken Sailor

Ursprünglich ist das Partyspiel Drunken Sailor unter dem Titel Sunken Sailor beim finnischen Competo Verlag erschienen. Mit dem leicht geändertem und deutlich passenderem Titel ist es nun in der deutschen Version ins Programm von Asmodee aufgenommen worden. Gleich geblieben ist dabei die Verpackung in Form einer überaus stabilen und nicht minder gewichtigen Holzbox, in der wir 28 Umschläge mit Karten, 8 Malstifte, Zeichenpapier, eine Klammer und das Regelblatt finden.

Seemänner spinnen bekanntlich gerne Seemannsgarn, wenn es darum geht, mit ihren Abenteuern zu prahlen. Doch einer aus der Seemannsgruppe, die sich hier zu einem feuchtfröhlichen Treffen versammelt hat, erinnert sich nicht mehr wirklich an das letzte gemeinsame Abenteuer, was er aber nicht zugeben will. Wird es den anderen gelingen herauszufinden, welcher aus ihrer Gruppe dieser Drunken Sailor ist?

An einer Partie Drunken Sailor können maximal 8 Seemänner teilnehmen. Zur Spielvorbereitung wird einer der 27 Umschläge mit Storykarten zufällig ausgewählt und eine Karte weniger, als Spieler vorhanden sind, entnommen. Diese werden dann mit einer Karte aus dem Drunken Sailor-Umschlag zusammengemischt und jeder Spieler zieht verdeckt eine. Sobald alle ihre Zeichenstifte haben und der Deckel der Box mittels der Klammer zum Klemmbrett für das Zeichenpapier umfunktioniert wurde, kann es auch schon losgehen. Beginnend mit dem Startspieler zeichnen alle reihum jeweils mit einer durchgehenden Linie einen Teil des Begriffs auf den Storykarten, wobei der Drunken Sailor den Begriff nicht kennt und aus den Zeichnungen der Mitspieler erraten muss, um was es geht. Wenn so reihum alle 2 mal einen Teil des Begriffes gezeichnet haben, wird das Blatt für alle sichtbar in die Tischmitte gelegt. Nach kurzer Beratung stimmen alle darüber ab, wer der Drunken Sailor sein könnte. Wer richtig tippt, erhält einen Punkt, liegt die Mehrheit daneben, erhält der Drunken Sailor 2 Punkte. Ist der Drunken Sailor enttarnt, kann er noch versuchen den Begriff zu erraten, wofür er 1 Punkt erhält, wenn es ihm gelingt.

Wir waren zugegebenermaßen zunächst etwas skeptisch, als wir Drunken Sailor das erste Mal vor uns liegen hatten, doch ist diese Skepsis bei der kompletten Redaktion schnell verflogen gewesen. Das Spiel ist extrem witzig, vor allem in der großen Runde, weil oft keiner so richtig erkennt, was seine Mitspieler vorher auf`s Papier gezaubert haben, wenn man selbst an der Reihe ist. Was auch gefällt, ist die solide hölzerne Spielbox, deren Deckel in ein Klemmbrett als Zeichenunterlage verwandelt werden kann. Einziger Wermutstropfen bei unserem Exemplar war, dass 2 der Storykarten falsch einsortiert waren und wir natürlich zielgenau einen dieser Umschläge bei der ersten Partie erwischt und genau diese eine falsche Karte an einen Spieler verteilt haben. Aber dieser zweite Drunken Sailor hat den Spielspaß dann eher noch gesteigert.

Titel: Drunken Sailor
Autor: k.A.
Verlag: Asmodee