SPIEL `21 – Neuheitenschau

Nachdem wir ja nun gut anderthalb Jahre ohne eine physische Messeveranstaltung in Essen auskommen mussten, öffneten sich am vergangenen Donnerstag kurz vor 10:00h die Tore zur SPIEL `21. Auch wenn im zweiten Coronajahr noch nicht wieder alles so ist wie zuvor – so fand die Eröffnungs-Pressekonferenz wie hier berichtet dieses Jahr nur online statt – sind doch manche Traditionen erhalten geblieben. Eine davon ist, dass akkreditierte Medienvertreter und Blogger bereits einen Tag vor Messebeginn vorab die Möglichkeit hatten, in der Neuheitenhalle 1A einen Blick auf die Spieleneuheiten zu werfen.

Die Neuheitenschau fiel dieses Jahr zwar etwas kleiner aus als sonst, doch alle namhaften Verlage wie Amigo, Heidelbär, Hutter, Kosmos, NSV oder Pegasus, um hier nur einige zu nennen, waren wieder mit eigenen Ständen und Spieleerklärern vertreten. Aber auch zahlreiche Kleinverlage, die teils zum ersten Mal an der SPIEL teilnahmen, nutzten diese Gelegenheit, sich dem Fachpublikum zu präsentieren.

Doch getreu dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ genug derselben und viel Spaß beim Betrachten unseres kleinen Bilderbogens von der Neuheitenschau der SPIEL `21.

Auf die Nüsse!

Unter den 2021er-Neuheiten des Schweizer Verlages Game Factory, der in Deutschland von Carletto vertrieben wird, fand sich auch das Pocketgame Auf die Nüsse! des Autorentrios Garret J. Donner, Brian S. Spence und Michael S. Steer. Auch wenn es nur für 4 Spieler ausgelegt ist, fanden wir es ganz witzig, so dass wir uns ein Exemplar zum testen besorgt haben. Wie bei den Pocketgames von Game Factory üblich dient eine kompakte, kleine Blechdose als Verpackung, in der sich 9 Würfel und das Regelfaltblatt befinden, die denn auch das gesamte Spielmaterial bilden.

Der Winter naht und die Eichhörnchen sammeln Nüsse, um Vorräte für die kalte Jahreszeit anzulegen. Hier gilt natürlich: Je mehr desto besser! Doch manch eine Nuss stiehlt der Tannenhäher und dann gibt es da auch noch die Nachbarn, die ihre Hunde loslassen, wenn die Hörnchen allzu dreist auf Nussjagd gehen.

Zur Spielvorbereitung werden an jeden Spieler einer der Hundewürfel ausgeteilt und die 5 Eichhörnchenwürfel griffbereit in die Tischmitte gelegt. Sobald man auch noch ein Blatt Papier und einen Stift organsiert hat, kann es losgehen. Der jeweils aktive Spieler würfelt mit den 5 Eichhörnchenwürfeln. Erwürfelte Nüsse werden als Punkte notiert, Eichhörnchen und Tannenhäher zählen dagegen nicht. Der Spieler kann sich dann entscheiden, ob er weiterwürfelt, wobei die Würfel, die Tannenhäher anzeigen, nicht mehr genutzt werden dürfen, oder sich seinen Fang sichert, worauf dann der nächste Spieler an der Reihe ist. Würfelt er weiter, kann er dies so lange tun, bis er freiwillig aufhört, oder eine der beiden folgenden Optionen eintritt. Zeigen alle Würfel den Tannenhäher, verliert der Spieler alle in dieser Runde erwürfelten Nüsse und der nächste Spieler ist an der Reihe. Zeigen alle Würfel, die er gerade gewürfelt hat, Eichhörnchen, verliert er ebenfalls alle Nüsse, die er in dieser Runde erwürfelt hat und es beginnt die „Auf die Nüsse!“-Runde. In dieser würfelt der Spieler mit allen 5 Würfeln, so schnell er kann, und zählt dabei alle Nüsse, die er erwürfelt, ohne die bisherigen Regeln zu berücksichtigen. Seine Mitspieler würfeln gleichzeitig mit ihren Hundewürfeln. Sobald einer einen Hund würfelt, ruft er „Wuff! Wuff!“ und hört auf, weiterzuwürfeln. Wenn alle Mitspieler so „Wuff! Wuff!“ gerufen haben, muss auch der aktive Spieler aufhören, zu würfeln. Er addiert seine während der „Auf die Nüsse!“-Runde erwürfelten Nüsse und der nächste Spieler ist an der Reihe. Das Spiel endet, sobald ein Spieler mindestens 50 Nüsse erwürfelt hat.

Wie bei Game Factory kaum anders zu erwarten war, ist Auf die Nüsse! ein schnelles und extrem witziges Spiel. Die Regeln sind leicht verständlich und bieten keinerlei Tücken, so dass hier Spielspaß bei hohem Wiederspielwert garantiert ist und auch Menschen, die sich sonst eher nicht für Würfelspiele begeistern können, ihre Freude haben werden.

Titel: Auf die Nüsse!
Autoren: Garret J. Donner, Brian S. Spence, Michael S. Steer
Verlag: Game Factory

Plapparagei

Unter seiner Kinderspiel-Marke Drei Magier hat Schmidt Spiele dieses Frühjahr das Ablegespiel Plapparagei der Autorin Lena Burkhardt herausgeracht. Es kommt in einer kindgerecht gestalteten, kleinen, quadratischen Box daher, in der sich 95 Karten, 5 Figuren und das mehrsprachige Regelheftchen befinden.

Was gilt denn jetzt nochmal, wenn ich meine Karte ablege? Muss ich die Farbe nennen, muss ich etwas nachplappern, oder gilt gerade wieder etwas ganz anderes? Hier muss man höllisch aufpassen, denn sonst hat man sich ganz schnell verplappert.

Zum Spielstart werden zunächst die Karten gemischt und verdeckt an die Spieler verteilt, so dass jeder gleich viele als verdeckten Nachziehstapel vor sich liegen hat. Überschüssige Karten kommen zurück in die Box. Dann werden von den 5 Figuren noch 2 zufällig ausgewählt und in die Tischmitte gestellt. Sie geben an, welche Farben aktuell verboten sind und nicht genannt werden dürfen. Der jeweils aktive Spieler deckt in seinem Zug die oberste Karte seines Nachziehstapels auf, legt sie in die Tischmitte und muss je nachdem, was er aufgedeckt hat, z.B. schnellstmöglich die Farbe des Tieres oder des Hutes nennen, eine neue Farbe ansagen, mit der Zunge schnalzen, usw.. Macht er hierbei einen Fehler, muss er alle Karten aus der Tischmitte nehmen und unter seinen Nachziehstapel schieben. Es gewinnt am Ende derjenige, der als erster alle Karten seines Nachziehstapels abgelegt hat.

Plapparagei wird seinem Anspruch als Spiel für Kinder ab 8 Jahren wirklich vollauf gerecht, was aber nicht heißen soll, dass nicht auch ältere „Kinder“ hier ihren Spaß haben können. Bei diesem schnellen, kleinen Ablegespiel muss man wirklich extrem aufpassen, was man sagt, denn allzu schnell hat man etwas übersehen und sich verplappert, so dass der Kartenstapel wieder wächst, statt kleiner zu werden, was die Mitspieler nicht selten mit hämischem Gelächter dokumentieren. Laut Verlag ist Papparagei zwar schon mit 2 Personen spielbar, aber 3 – 4 Spieler sollten es unserer Meinung nach schon sein, um den Spielspaß voll auskosten zu können.

Titel: Plapparagei
Autor: Lena Burkhardt
Verlag: Drei Magier / Schmidt Spiele

SPIEL `21 – Eröffnungspressekonferenz

Normalerweise hätte die Eröffnungspressekonferenz zur SPIEL ja am Tag vor dem Messestart, also kommendem Mittwoch, im CC West der Messe Essen stattgefunden. Da aber wegen der immer noch geltenden Corona-Auflagen dann nur ein Bruchteil der üblicherweise anwesenden Journalisten und Blogger hätte teilnehmen können, hat sich der veranstaltende Merz Verlag entschieden, stattdessen bereits heute eine Online-Pressekonferenz, die auf Youtube übertragen wurde, abzuhalten. Im Rahmen dieser Pressekonferenz gaben Dominique Metzler und Frank Zirpins einen kurzen Ausblick auf das, was uns ab nächster Woche erwarten wird.

Trotz Corona werden in den Messehallen rund 600 Aussteller aus 42 Nationen vertreten sein, die in den vier Tagen Spielefans und Fachbesuchern mehr als 1000 Neuheiten vorstellen werden. Besonders beeindruckend ist dabei die Tatsache, dass rund 63% der Aussteller aus dem Ausland kommen, was bei den immer noch geltenden Reisebeschränkungen keine Selbstverständlichkeit ist und die Bedeutung der SPIEL als Plattform zur Präsentation von Neuheiten eindrucksvoll verdeutlicht.

Um den Besuchern die Gelegenheit zu bieten, diese Neuheiten dann auch gleich einmal testen zu können, werden wieder tausende Spieltische und Spieleerklärer an den Messeständen bereitstehen. Diese sind natürlich in das Hygienekonzept des Veranstalters integriert, so dass an allen Ständen – neben den sonstigen neuralgischen Punkten der Messe – Desinfektionsmittel vorhanden ist und an den Spieltischen eine gesonderte Kontaktnachverfolgung der Teilnehmer mittels Luca-App oder händischer Listen erfolgt. Zudem werden die Hallen mit 100% Frischluft belüftet. Dass für den Zutritt zum Messegelände die 3G-Regel gilt und in den Messehallen Maskenpflicht besteht, bedarf an dieser Stelle wohl keiner gesonderten Erwähnung mehr.

Trotz aller Probleme und Einschränkungen, die Corona für jeden von uns seit März 2020 gebracht hat, hat die Pandemie für einen wahren Boom bei Gesellschaftsspielen gesorgt, was auch Hermann Hutter, der Vorsitzende der Spieleverlage e.V. in seinem Rück- und Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021 bestätigte. So konnte die gesamte Branche 2020 ein Umsatzplus von 21% verzeichnen und der positive Trend hält auch dieses Jahr an. Allerdings werden auch zunehmend Lieferkettenprobleme, wie vor allem der Containermangel, spürbar, wodurch die Erscheinungstermine diverser Titel nach hinten verschoben werden mussten. Mittelfristig wird man auch davon ausgehen müssen, dass steigende Transportkosten und Rohmaterialienpreise zu Preisanpassungen führen werden.

Last but not least wurde im Rahmen der Eröffnungs-Pressekonferenz dann auch noch der Preisträger des diesjährigen innoSPIEL bekanntgegeben. Ghost Adventure von Pegasus konnte dieses Jahr die begehrte Auszeichnung erringen.

© Foto Pegasus

Deranged

Während der diesjährigen B-Rex Tage hatten wir ja schon Gelegenheit, einen ersten Blick auf das kooperative Abenteuerspiel Deranged des Autors German Tikhomirov, das bei Grimspire erschienen ist, zu werfen. Mittlerweile haben wir den Titel nun in Ruhe gestestet. Ganz zur düsteren Thematik des Spiels passend präsentiert sich das Cover der großen, quadratischen Box, in der es geliefert wird. In ihr sorgt ein Tiefziehteil für Ordnung beim Spielmaterial, das aus 154 Karten, 136 Markern, 12 Miniaturen, 6 Spielplanteilen, 30 Spielbögen, 6 Zählern, 2 Zeitleisten, 6 Basisringen und dem Regelheft besteht.

Reise- und Abenteuerlust haben Dich in das kleine Dorf Wutburg geführt. Ein friedliches Örtchen wie es schien, doch als Du erwachst, sind Deine Hände und Kleidung blutverschmiert und Du hörst eine Stimme in Deinem Innern, die Dir Befehle zu geben scheint. Wird es Dir und den anderen Fremden, die Du am Vortag gesehen hast, gelingen, diesem verfluchten Ort wieder zu entkommen?

Zur Spielvorbereitung wählt sich jeder Spieler einen Heldencharakter, dessen Miniatur und Charakterbogen er zusammen mit einem Basisring für die Miniatur und einem Zähler erhält. Danach wird das übrige Spielmaterial gemäß Anleitung und gewähltem Szenario aufgebaut bzw. an die Spieler verteilt. Das Spiel selbst wird in einer durch das Szenario vorgegebenen Anzahl von Kapiteln gespielt. Innerhalb eines Kapitels führt der jeweils aktive Spieler 3 Phasen durch. In der Heldenphase spielt er eine seiner Handkarten aus, die seinem Helden verschiedene mögliche Aktionen wie Bewegung, Angriff oder Durchsuchen eröffnet, oder er ruht sich aus, um die geistige Gesundheit seines Helden zu regenerieren. Hat der aktive Spieler den Schicksalsmarker, muss er in Phase 2, der Monsterphase, alle Monster auf dem Spielplan bewegen. Gelangen diese so auf ein Feld, das an das mit einem Helden angrenzt, kommt es zum Kampf. Phase 3, der Tageszeitenwechsel, wird nur abgehandelt, wenn der Zeitmarker während des Zuges des Spieler die Grenze zwischen Tag und Nacht überschritten hat. In diesem Fall müssen alle entsprechenden Schritte mit dem Beginn einer neuen Nacht oder eines neuen Tages abgehandelt werden. Wer am Ende der letzten Nacht des gewählten Szenarios keine Geisteskrank-Marker und keine Fluchkarten hat und sich mit seiner Heldenfigur auf dem verzauberten Tor befindet, gewinnt.

Wie bei Grimspire üblich haben wir hier ein sehr anspruchsvolles Spiel vor uns, bei dem man sich erst einmal in die Regeln einarbeiten muss. Es ist daher mehr als empfehlenswert, zunächst das Einsteigerszenario zu spielen, bevor man voll durchstartet. Tut man dies, hat man hier ein wirklich spannendes semi-kooperatives Abenteuerspiel, das einen über mehrere Stunden fesselt. Interessant ist dabei gerade das Spielkonzept, dass zwar am Ende jeder für sich gewinnen kann, aber dies nur gelingt, wenn man vorher zusammenarbeitet, denn sonst verlieren alle. Was zudem gefällt, ist das mehr als üppige und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Spielmaterial.

Titel: Deranged
Autor: German Tikhomirov
Verlag: Grimspire

Feierabend

Während der SPIEL.digital letztes Jahr sind wir über den Bremer Verlag 2F-Spiele gestolpert, unter dessen Neuheiten sich auch das Worker-Placement-Spiel Feierabend befand. Da die Vorschaubilder vielversprechend waren und die Thematik ein interessantes Spiel erwarten ließ, haben wir ein Exemplar bestellt, das wir nun mittlerweile auch testen konnten. Die mit witzigen Illustrationen verzierte Box ist im Rechteckformat gehalten und fällt recht groß aus. Dies erklärt sich schnell, wenn man sie öffnet, denn das Spielmaterial ist mehr als umfangreich. So umfasst es 6 Spielpläne, 6 Spielerpläne, 72 Spielfiguren, 75 Marker, Münzen, einen Würfel und die Anleitung.

Wer kennt es nicht? Am Abend verlässt man gestresst den Arbeitsplatz und hofft auf ein wenig Erholung. Doch manch einer muss noch in einem Nebenjob Geld hinzuverdienen und auch beim Urlaub muss man um jeden Tag mit dem Arbeitgeber feilschen. So kann es nicht weitergehen. Die Arbeitszeit muss sinken, die Löhne steigen und dass Frauen weniger verdienen als Männer, ist auch nicht mehr hinnehmbar. Doch welches der Teams am Ende am besten eine Work-Life-Balance findet, wird sich erst noch zeigen.

Getreu dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, müssen zunächst einmal die 6 Spielpläne gemäß Anleitung aufgebaut und mit Markern der Spieler bestückt werden. Diese erhalten dann jeder ihren Fabrikplan und die Arbeiterfiguren in ihrer Farbe, die sie darauf ablegen. Nachdem der Startspieler bestimmt ist, werden noch Streikmarker und das Startkapital an die Spieler verteilt und dann kann die Partie starten. Der jeweils aktive Spieler wählt in seinem Zug aus einer der 3 möglichen Aktionen. Er kann entweder bis zu 3 seiner Arbeiter in eines der Kneipen- oder das Wohnungsfeld des Haushaltsplan stellen, wofür er Stress oder Erholung erhält, was er durch Verschieben des Markers auf der Erholungsleiste anzeigt. Zusätzlich können Kosten entstehen, oder der Spieler erhält Geld. Die zweite Option ist es, einen seiner Arbeiter auf den Freizeit-, Vergnügungs-, Urlaubs- oder Gewerkschaftsplan zu stellen. Dies liefert wiederum Erholung oder Streikmarker, kann Kosten verursachen oder man gewinnt Partner für seine Arbeiter, wodurch diese wieder mehr Erholung generieren können. Die dritte und letzte Option ist es schließlich, Streikmarker einzusetzen, um für bessere Arbeitsbedingungen, wie kürzere Arbeitszeiten, Urlaub, mehr Lohn oder die Reduzierung des Gender-Gap zu kämpfen. Hat sich der Spieler für eine der 3 Optionen entschieden und alle entsprechenden Aktionen durchgeführt, ist sein linker Nachbar am Zug. Sobald ein Spieler seine letzte Arbeiterfigur auf einen der Pläne stellt, muss er alle seine Figuren wieder zurück in seine Fabrik holen und abhängig von der Arbeitszeit den Marker auf der Erholungsleiste um den Stresswert zurücksetzen. Wenn ein Spieler auf der Erholungsleiste 40 oder mehr Erholung erreicht, wird so lange weitergespielt, bis alle Spieler alle ihre Arbeiter auf einem der Spielpläne platziert haben. Die Arbeiter gehen ein letztes Mal zurück in die Fabriken und wer nun den höchsten Erholungswert hat, gewinnt die Partie.

Feierabend präsentiert sich als klassischer Vertreter des Worker-Placement-Genres und bietet regeltechnisch keine wirklichen Überraschungen. Allerdings ist das Regelwerk auch ein wenig die Achillesverse dieses ansonsten gut gemachten Spiels. An einigen Stellen bleibt dieses nämlich recht schwammig, so dass man sich aus den Beispielszenarien selbst zusammenreimen muss, wie gewisse Situationen aufgelöst werden sollen. Das Spiel an sich spielt sich recht flott ohne größere Downtime für die inaktiven Spieler und vermag auch durch die schiere Fülle an Spielmaterial, das wirklich mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde, zu begeistern.

Titel: Feierabend
Autor: Friedemann Friese
Verlag: 2F-Spiele

Charity-Aktion von Asmodee und Days of Wonder zum Brustkrebsmonat

Brustkrebs ist noch immer die häufigste Krebsart, an der allein in Deutschland jedes Jahr rund 69.000 Frauen erkranken. Um dieses Thema mehr ins Bewusstsein zu rücken, veranstalten Asmodee und Days of Wonder pünktlich zum Brustkrebsmonat Oktober eine Charity-Aktion. Für die Spiele „Zug um Zug“ und „Zug um Zug Europa“ wird ein Set mit besonderen Bahnhöfen und Zügen herauskommen: „Zug um Zug – Play Pink“. Dieses enthält Spielsteine in pinker Farbe, die für das Thema Brustkrebs steht. 2,– € pro verkauftem Set gehen dabei an den Verein Brustkrebs Deutschland e.V., um Projekte zur Prävention, Aufklärung und Hilfe zu unterstützen.

Foto: © Asmodee

innoSPIEL 2021 – Die Nominierten

Wie jedes Jahr wird auch 2021 der Veranstalter der Internationalen Spieltage SPIEL, der Friedhelm Merz Verlag, zusammen mit der Stadt Essen den Preis innoSPIEL für ein Spiel, das sich durch ein besonders innovatives Konzept aus der Masse der Neuheiten hervorhebt, vergeben. Für diesen hat eine Fachjury, welche wie schon im Vorjahr aus den folgenden Personen besteht:

Michael Blumöhr, Kritiker, Veranstalter „Darmstadt spielt“
Christwart Conrad, Kritiker, Redakteur und Autor
Diana Dort, Autorin „Der Spiegel“
Karsten Höser, Verleger der Fachzeitschriften „Spielerei“ und „Spiel&Autor“, freier Lektor
Dr. Jürgen Karls, Spielbar.com
Nadine Pick, Inhaberin Fachgeschäft „Spielbrett Köln“
Christoph Post, Blogger „Brettspielbox“

3 Nominierte ermittelt, aus denen dann der Siegertitel gewählt wird. Dieser wird im Rahmen der SPIEL `21 in Essen bekanntgegeben werden.

Die Nominierten für den innoSPIEL 2021 sind:

Der perfekte Moment

Bei der Familienfeier sollen sich alle zum Gruppenfoto aufstellen, doch während sich die einen gerne nach vorne drängen, bleiben manche lieber im Hintergrund. Und wie üblich sagt natürlich keiner offen, wie er es denn gerne hätte. Innovativ ist hier der Ansatz, wie die Wünsche der Gäste mit den Spielern geteilt werden, die auch aus den Aktionen der Mitspieler kombinieren müssen, um selbst zu den richtigen Schlüssen zu kommen. Dadurch dass zur Auflösung ein echtes Foto geschossen werden muss, kommt zudem ein weiteres Medium ins Spiel.

Foto: © Corax Games

Ghost Adventure

Wolfskrieger haben das Waldreich überfallen und seine Schutzgeister gefangen. Nur eine kleine Geistermaus mit ihrem magischen Kreisel konnte entkommen und muss nun versuchen, das Waldreich zu retten. Bei diesem kooperativen Spiel für die ganze Familie ist der Kreisel kein Gadget. Hier ist Geschick erforderlich, um ihn über den Spielplan zu lenken und Kommunikation, damit er dem Mitspieler auf dem passenden Spielplan übergeben werden kann. Eine Anleitung im Comic-Stil ermöglicht zudem den intuitiven Zugang zu den Regeln.

Foto: © Pegasus

Micro Macro – Crime City

Diese Stadt trägt ihren Namen zurecht! Denn in Crime City ist das Verbrechen allgegenwärtig. Und es ist eine echte Herausforderung in diesem Großstadtgewimmel, den Tätern auf die Spur zu kommen. Der neue Ansatz, den dieses kooperative Detektivspiel liefert, ist der Einsatz eines Wimmelbildes als Spielmaterial. Das innovative Element, das es bietet, auf diesem Wimmelbild die einzelnen Kapitel einer Kriminalgeschichte zu verstecken, die die Detektive in gemeinsamer Knobelarbeit finden müssen.

Foto: © Edition Spielwiese / Pegasus

Wahlkrampf

Wir hatten ja unlängst hier das Spiel Ay, Corona von Isenmann Games vorgestellt. Passend zur heutigen Bundestagswahl soll es nun um das zweite Partyspiel dieses jungen Verlages gehen, das den Titel Wahlkrampf trägt. Die Verpackung von Wahlkrampf bildet wiederum die von Ay, Corona schon bekannte, kompakte, rechteckige Box, in der wir diesmal 73 Karten, 105 Geldscheine und das Regelheft finden.

Der Wahlkampf ist in vollem Gange und jeder der Kandidaten versucht, die Macht an sich zu reißen. Dabei ist jedes Mittel recht, um den eigenen Stimmenanteil zu steigern und so am Ende als Sieger aus der Wahl hervorzugehen.

Zur Spielvorbereitung werden zunächst die Wahlkampf-Karten und die Karten mit den verdeckten Zielen getrennt gemischt und verdeckt bereitgelegt. Dann erhält jeder Spieler eine Karte mit einem verdeckten Ziel und je nach Zahl der Mitspieler sein Startkapital. Danach gliedert sich die Partie in 3 Phasen. In Phase 1 zieht der jeweils aktive Spieler die oberste Karte vom Wahlkampf-Stapel, liest die Anweisungen vor und führt sie aus. Diese können nur ihn oder auch alle Spieler am Tisch betreffen. Danach geht die Karte an ihn oder einen seiner Mitspieler und wird offen – außer bei Korruptions-Karten – vor dem betreffenden Spieler abgelegt. War die gezogene Karte eine Eventkarte, kommt sie dagegen auf den Ablagestapel. Optional kann der Spieler einem Mitspieler ein Angebot machen, um Karten und Geld zu tauschen. Sind so alle Wahlkampf-Karten verteilt bzw. abgehandelt worden, folgt Phase 2. Hier müssen alle Spieler prüfen, ob Bedingungen, die ev. auf ihren Karten stehen, nun aktiv werden, aufgenommene Kredite müssen getilgt werden und gepfändete Karten können von Mitspielern gekauft werden, um das eigene Kartendeck zu optimieren. Danach rechnen die Spieler ihre Machtwerte aus. Derjenige mit dem höchsten Wert ist Startspieler in Phase 3. Zuletzt prüfen noch alle Spieler, ob sie ihre geheimen Ziele bereits erreicht haben und decken in diesem Fall die entsprechende Karte auf. Nun beginnt Phase 3, die ein klassisches Stichspiel ist, wobei die Wahlkampfkarten der Spieler die Handkarten bilden. Der jeweils aktive Spieler spielt dabei eine Karte aus, die die Farbe vorgibt, die bedient werden muss. Das Stichspiel endet, sobald alle Karten gespielt wurden, oder wenn ein Spieler mit seiner letzten Karte einen Stich macht. Abschließend zählen nun die Spieler die Werte aller ihrer gewonnenen Stiche zusammen. Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Wahlkrampf bringt wie auch Ay, Corona wieder sehr viel schwarzen Humor mit sich und nimmt das politische System gewaltig auf die Schippe. Die Regeln sind dabei deutlich komplexer als bei Ay, Corona und man muss sich erst einmal in sie einarbeiten, um zu verstehen, worauf es ankommt und welche Taktik man am besten fährt. Interessant ist das Konzept, das man hier eigentlich 3 Spiele in einem spielt, bei denen der Spielverlauf nicht selten witzige Wendungen nimmt. Von daher kann man Wahlkrampf durchaus als echtes, kleines Strategiespiel und nicht nur als reines Partyspiel bezeichnen. Was wiederum gefällt, ist das auch hier schön gestaltete, hochwertig gemachte Spielmaterial.

Titel: Wahlkrampf
Autor: Matthias Isenmann
Verlag: Isenmann Games

Team 3

Team 3 war eines der Spiele, das für den innoSPIEL 2020 nominiert war. Grund genug für uns, es uns einmal näher anzuschauen. Ursprünglich bei Brain Games erschienen, hat Abacus Spiele den Deutschlandvertrieb dieses Titels übernommen, für den das Autorenduo Alex Cutler und Matt Fantastic verantwortlich zeichnet. Das Spielmaterial bilden 83 Karten, ein Kartenhalter und 10 Bauteile, die allesamt inklusive des Regelfaltblattes in einer kompakten, rechteckigen Box ihren Platz finden.

Wer kennt nicht das Sprichwort „Nichts sagen, nichts hören, nichts sehen“ zu den berühmten 3 Affen? Dumm nur, wenn dieses Sprichwort auf ein Bauteam zutrifft, das ein Gebäude errichten soll. Ob es den Dreien am Ende wohl wirklich gelingt, ihr Gebäude wie geplant und in der vorgesehen Zeit zu vollenden?

Team 3 wird, wie der Name unschwer vermuten lässt, in Dreierteams gespielt. Vor der Partie wird festgelegt, wer den Part des Architekten übernimmt, die beiden anderen Spieler werden dann im Uhrzeigersinn zu Bauleiter und Bauarbeiter. Letzterer erhält die Bauteile, die er vor sich auslegt, während der Architekt die Bauplankarten der gewählten Schwierigkeitsstufe verdeckt, zusammen mit dem Kartenhalter vor sich platziert. Sobald auch noch ein Timer bereitgelegt ist, kann es losgehen. Der Architekt zieht die oberste Karte vom Bauplankartenstapel, schaut sie sich genau an und steckt sie, ohne sie seinen Mitspielern zu zeigen, in den Kartenhalter. Nachdem der Bauarbeiter die Augen geschlossen hat und seine Mitspieler die Bauteile gemischt haben, startet der Timer. Der Architekt muss nun mittels Gestik dem Bauleiter klarmachen, welches Bauteil benötigt wird und wo es platziert werden soll. Dieser muss die Infos dem Bauarbeiter zurufen, der wiederum blind versucht, das richtige Teil zu finden und korrekt zu positionieren. Gelingt dies innerhalb der vorgegebenen Zeit, gewinnt das Team, andernfalls verliert es.

Team 3 erfüllt die Erwartungen, die man an einen Nominierten für den innoSPIEL hat, vollauf, wird doch hier das Thema Teambuildingspiel auf gekonnte Weise neu interpretiert. Zudem bietet Team 3 wirklich jede Menge Spielspaß bei sehr hohem Wiederspielwert, denn es ist für das gegnerische Team eine wahre Gaudi, dem spielenden Team bei seinen chaotischen Versuchen, das Bauwerk zu vollenden zuzuschauen. Das macht Team 3 zu einem idealen Partyspiel aber auch zum schnellen, spassigen Spiel für Zwischendurch. Und damit die Baupläne nicht ausgehen, gibt es Team 3 auch gleich in 2 unterschiedlichen Editionen, die sich auch noch miteinander kombinieren lassen und beide jeweils eigene Mini-Erweiterungen haben.

Titel: Team 3
Autoren: Alex Cutler, Matt Fantastic
Verlag: Abacus Spiele