Heisse Ware

Im Vertrieb von Hutter findet sich das Krimi-Kartenspiel Heisse Ware des Gmeiner Verlages, das der Autor Reiner Knizia entwickelt hat. In einer praktischen kleinen Box, die auch gut ins Reisegepäck passt, findet dabei das komplette Spielmaterial bestehend aus der Anleitung, 43 Karten sowie 80 Plättchen seinen Platz.

Um dem Alkoholschmuggel endlich das Handwerk zu legen, hat die Regierung eine neue Regelung erlassen. Jeder darf nur noch eine Flasche Alkoholika pro Person mit sich führen und die Gesetzeshüter sind angewiesen, dies auch strikt zu kontrollieren. Doch nicht selten halten sie selbst die Hand auf und so wird sich am Ende zeigen, wer die meisten Flaschen in seinen Koffern an der Polizei vorbeischmuggeln kann.

Die Spielvorbereitungen für eine Partie Heisse Ware sind schnell erledigt. Ein Spieler wird zum Polizisten gewählt. Dieser mischt die Kofferkarten und teilt an die anderen Spieler, die so genannten Reisenden, je 5 von diesen aus. Zudem erhalten alle Spieler zu Beginn 10 Flaschen. Die Reisenden wählen nun aus ihren 5 Kofferkarten 3 aus und legen sie verdeckt vor sich ab. 2 werden nebeneinander platziert die 3. quer darüber. Die restlichen Karten gehen zurück auf den Stapel. Nun decken alle Spieler die quer platzierte Kofferkarte aus, die als Bestechung für den Polizisten dient. Dieser kann diese annehmen, indem er eine Bestechungs-Aktionskarte neben den entsprechenden Koffer legt. Dieser Reisende zahlt dem Polizisten dann die auf der Karte angezeigte Menge Flaschen aus seinem Vorrat und kann passieren. Bei den übrigen Reisenden kann der Polizist eine Kontrolle-Aktionskarte spielen und so einen der beiden verdeckten Koffer des Spielers aufdecken. Zuletzt kann er noch die Verhaften-Aktionskarte spielen, so dass der jeweilige Reisende beide verdeckten Koffer aufdecken muss. Zeigen sie 2 oder mehr Flaschen erhält der Polizist die entsprechende Anzahl Flaschen aus dem Vorrat, bei einer oder weniger muss er dem betroffenen Spieler, der 1 Flasche aus dem Vorrat erhält, auch noch 2 seiner Flaschen geben. Danach ist der im Uhrzeigersinn nächste Spieler der Polizist und die Runde beginnt von neuem. Das Spiel endet, wenn jeder zweimal der Polizist war, und der Spieler mit den meisten Flaschen gewinnt.

Eigentlich klingt es ja ganz einfach, in Koffern einige Flaschen zu schmuggeln. Doch es gehört schon das passende Pokerface, Taktik und nicht zuletzt auch ein Quäntchen Glück dazu, den Polizisten zu täuschen, so dass dieser nicht ahnt, dass man viele Flaschen in seinen Koffern hat, oder ihn gerade dazu zu bringen, die Verhaften-Aktionskarte auszuspielen, wenn die eigenen Koffer leer sind. Von daher wird Heisse Ware auch nach mehrmaligem Spielen nie langweilig und ist, auch und gerade wegen der Thematik, ein ideales Partyspiel, an dem bis zu 8 Spieler teilnehmen können.

Titel: Heisse Ware
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Gmeiner

37. Internationale Spieletage Spiel `19 – Vorbericht

Am 24. Oktober startet die nunmehr 37. Ausgabe der Messe Internationale Spieletage SPIEL in Essen. Dass Brett- und Kartenspiele nicht nur in Deutschland sondern auch und gerade im Ausland immer beliebter werden und geradezu einen Hype erfahren, ist dabei kein Geheimnis. Und so mag es kaum verwundern, dass die SPIEL `19, was die Ausstellungsfläche, die Zahl der Aussteller und präsentierten Neuheiten und mit Sicherheit auch die Besucherzahlen angeht, wieder einmal die Vorjahresrekorde brechen wird.

Erstmals findet dieses Jahr schon einen Tag vor dem eigentlichen Messestart die SPIEL-Preview-Night statt, bei der Spielebegeisterte ab 18:00h die Gelegenheit haben, im Congress Center CC Süd die Neuheiten verschiedener Verlage unter fachkundiger Anleitung und vor allem ohne den Trubel und Lärm während der Messe zu testen. Dass die Tickets für diese Veranstaltung bereits innerhalb weniger Minuten ausverkauft waren, zeigt mehr als deutlich, wie sehr viele der SPIEL-Besucher sich dieses neue Angebot herbeigesehnt haben.

Ebenfalls erstmals findet dieses Jahr am Freitag, 25.10.2019 der Educators` Day statt. Hier haben Pädagogen, Lehrende aber auch interessierte Personen allgemein die Gelegenheit, sich in Diskussionsrunden und Panels über das Potential, das Spiele in der Schule und Erwachsenenbildung bieten, zu informieren.

Nicht zuletzt wurde auch das Einlass-System komplett überarbeitet, um dem großen Besucheransturm, der regelmäßig in den Morgenstunden herrscht, besser Herr zu werden.

Storm Vault

Games Workshop ist ja in erster Linie für seine Tabletop Spiele Warhammer und Warhammer 40.000 bekannt. Dieses Jahr hat der englische Spieleverlag sein Angebot auch noch um mehrere klassische Brettspiele erweitert, von denen wir hier Storm Vault als erstes getestet haben. Dieses kooperative Fantasy-Abenteuer-Brettspiel bewegt sich thematisch in der Welt von Warhammer – Age of Sigmar, wie schon an der Covergestaltung der Box unschwer zu erkennen ist. In dieser verbirgt sich das gesamte Spielmaterial in Form von 6 Miniaturen, 2 Würfeln, 86 Karten, 55 Markern und einem Stoffbeutel.

Vor langer Zeit sind Portalsplitter, die im Sturmgewölbe der Flüsternden Festung von Shyisch den Zugriff zu den verborgenen Schätzen des Gottkönigs Sigmar ermöglichen, verloren gegangen. 5 mutige Helden der Stormcast Eternals machen sich nun auf ihre gefährliche Reise, um diese Splitter wiederzufinden. Doch sie haben mächtige Gegner. Champions des Chaos ziehen durch die Reiche der Sterblichen und versuchen die Helden scheitern zu lassen, damit ihre finsteren Götter siegen.

Vor der ersten Partie Storm Vault gilt es zunächst, die 6 Heldenminiaturen zusammenzubauen und ggf. zu bemalen. Zu Spielbeginn wird der Spielplan in der Tischmitte platziert, jeder der maximal 5 Spieler wählt seinen Helden und erhält die passende Miniatur, die auf das Azyr-Feld des Spielplans gestellt wird, und Heldenkarte. Chaos- und Questkarten werden gemischt und gemäß Anleitung neben bzw. auf dem Spielplan platziert, ebenso wie ein erster Satz der Champion des Chaos-Marker, während die restlichen im Stoffbeutel verbleiben. Der Spieler der am Zug ist, führt nacheinander 3 Schritte durch. Schritt 1 – Sturmschlag – erfolgt nur, wenn sich die Heldenminiatur in Azyr befindet. Der Spieler setzt seine Heldenminiatur auf einen beliebigen noch nicht von einem anderen Helden besetzten Sturmschlag-Ort auf dem Spielplan. Danach folgt Schritt 2 – Chaosaktivierung. Hier zieht der Spieler die oberste Karte des Chaoskarten-Stapels und führt die entsprechenden Anweisungen der Karte durch, was dazu führen kann, dass neue Champions des Chaos auftauchen und / oder bereits auf dem Spielplan vorhandene sich bewegen. Im abschließenden Schritt 3 – Heldenaktivierung – würfelt der Spieler einen W6. Er kann das Würfelergebnis dann nutzen, um sich fortzubewegen und Kämpfe mit Champions des Chaos zu führen. Ist das Spielfeld, auf dem sein Zug endet, frei von Champions des Chaos, kann er das Feld erkunden, indem er die zugehörige Questkarte aufdeckt und auf die Hand nimmt. Diese liefert entweder zusätzliche Aktionen oder die gesuchten Portalsplitter. Zuletzt kann der Spieler 3 Heldenmarkerpunkte, die er aus erfolgreichen Kämpfen mit Champions des Chaos oder durch das Abliefern eines Portalsplitters in der Flüsternden Festung gewonnen hat, nutzen, um eine zufällig bestimmte, abgelegte Questkarte auf die Hand zu nehmen. Danach folgt im Uhrzeigersinn der nächste Spieler. Das Spiel endet erfolgreich, wenn 3 Portalsplitter in der Flüsternden Festung platziert sind, oder als Niederlage, wenn vorher die Chaoskarten verbraucht sind.

Storm Vault ist ein wirklich kurzweiliges, schnell erlernbares kooperatives Spiel, das einen hohen Wiederspielwert hat, da die Verteilung der Questkarten, wie auch der Champions des Chaos auf dem Spielplan von Partie zu Partie immer wechselt. Zudem bietet es die Möglichkeit, Partien in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu spielen. Was auch gefällt, ist die Tatsache, dass die beigefügten, Games Workshop-typisch detailverliebt gestalteten Miniaturen auch für ungeübte Bastler problemlos zusammenzubauen sind und man dabei auch ohne Plastikklebstoff auskommt.

Titel: Storm Vault
Autor: k.A.
Verlag: Games Workshop

Stadt-Land-Spielt!

Seit 2013 findet jährlich im Rahmen der Tage des Gesellschaftsspiels auch das Spieleevent Stadt-Land-Spielt! statt, das sich einem ganzen Wochenende dem Kulturgut Gesellschaftsspiel widmet. Am 7. und 8. September bietet sich hierbei Interessierten an rund 150 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Möglichkeit, in entspannter Runde verschiedenste Gesellschaftsspiele zu spielen. Unter den Initiatoren der Veranstaltung finden sich neben dem Deutschen Spielearchiv Nürnberg, das Österreichische Spielemuseum, der Kreisjugendring Deggendorf, der Drübberholz e.V. – Spielezentrum Niedersachsen, sowie zahlreiche Spieleverlage darunter auch Asmodee, Hans im Glück und Pegasus, um hier nur einige zu nennen.

In Kooperation mit Pegasus werden zudem an folgenden Standorten auch noch die Qualifikationsturniere für die Kingdomino Meisterschaften 2019 ausgerichtet werden:

Alsfeld, Freiwilligenzentrum Alsfeld
Bad Hersfeld, Familienzentrum Dippelmühle
Bayreuth, Stadtbibliothek RW21 Bayreuth
Beckum, Stadtbücherei Neubeckum
Berlin, Gemeindehaus der ev. Nazarethkirche
Bielefeld, AWO KiJu Brake
Chemnitz, Jugendherberge eins
Coburg, TV 1848 Coburg
Dietzenbach, Wolke7
Duisburg, Gemeindezentrum Duisburg Rumeln-Kaldenhausen
Düsseldorf, Spielerei Düsseldorf
Eschershausen, Mehrgenerationenhaus Eschershausen
Halle, Spielehaus e.V.
Havelsee OT Fohrde, Villa Fohrde
Immendingen, Refugium Immendingen
Kamp-Lintfort, Dragoncats – Spielwaren
Kempen, Luise-Duesberg Gymnasium
Königs Wusterhausen, Senderhaus 1
Magdeburg, Stadtbibliothek Magdeburg
Ochtrup, Bücherei St. Lamberti Ochtrup
Ottweiler, Schlosstheater
Pfalgrafenweiler, Familienzentrum Pfalzgrafenweiler
Platting, SpielRaum
Raunheim, DLRG Raunheim
Schulenberg im Oberharz, Vegane Bergpension Schulenberg
Spaichingen, Martin-Luther-Haus
Tübingen, Stadtbücherei Tübingen
Weißenburg, Stadtbibliothek Weißenburg
Werne, Familienbildungsstätte Werne

Eine Übersicht über alle Standorte von Stadt-Land-Spielt! findet sich hier: http://stadt-land-spielt.de/de/standorte.htm

Smak

Der Sommer ist im Regelfall die beste Jahreszeit, um eine Spielerunde auch einmal ins Freie zu verlegen. Neben den klassischen Brettspielen, die am Gartentisch auf der Terrasse oder dem Balkon gespielt werden können, bieten sich auch diverse Outdoor-Spiele für eine gemeinsame Partie an. Dieses Genre hat nun in Form von Smak des schweizer Helvetiq-Verlages Zuwachs erhalten. Das Wurfspiel kommt in einer praktischen stabilen Box mit Tragegriff daher, in der sich neben der – wie bei Helvetiq üblich – mehrsprachigen Spielanleitung, 12 große und 4 kleine hölzerne Türme, 3 ebenfalls hölzerne Wurfstäbe und auch noch ein Stoffbeutel als alternatives Transportbehältnis für das Spielmaterial verbergen.

Das Spielfeld ist bereitet. Geschicklichkeit, Koordination und letztlich auch das bekannte Quäntchen Glück werden darüber entscheiden, welches der beiden Teams, das um die Vorherrschaft über den Rasen angetreten ist, am Ende den Sieg davontragen wird.

In einer Partie Smak treten 2 Teams mit insgesamt 6 Spielern gegeneinander an. Der Aufbau der Holztürme erfolgt dabei wie im Regelheft vorgegeben. Nach Auslosung des Startteams, wirft der erste Spieler den Verteidigungsstab auf die Smak-Flagge in der Mitte des Spielfelds. Trifft er, wird ein Stein der Flagge entfernt. Ab der zweiten Runde kann er zudem so gegnerische Treffer aus der Vorrunde annullieren. Trifft er nicht, passiert in der ersten Runde nichts, in späteren Runden wird der Smak-Turm in diesem Fall wieder um einen Stein ergänzt, wenn er weniger als 4 Steine hat. Anschließend werfen die anderen beiden Spieler des Teams ihre Angriffsstäbe und versuchen, Punktetürme zu treffen, wobei pro Wurf nur ein Turm getroffen werden darf. Danach beginnt die nächste Runde und das gegnerische Team wirft. Die Partie endet, wenn alle Türme vom Spielfeld eliminiert wurden. Das Team mit den meisten gewonnenen Punkten siegt.

Das Spielprinzip von Smak klingt im ersten Moment recht simpel, doch erfordert es viel Geschick und gute Koordination, so zu zielen, dass man immer die richtigen Türme trifft, um Punkte zu generieren oder diese dem gegnerischen Team wieder abzujagen. Als klassisches Outdoor-Spiel ist es überall im Freien, wo eine einigermaßen ebene Fläche, wie der heimische Rasen, ein Park, ein Strand oder wo auch immer genügend Platz vorhanden ist, spielbar und garantiert sehr viel Spielspaß. Dazu trägt nicht zuletzt, das hochwertige Spielmaterial bei, das alle Spiele von Helvetiq kennzeichnet. Laut Anleitung ist Smak zwar nur für maximal 6 Spieler ausgelegt, aber da eine Partie immer über mehrere Runden geht, kann man es problemlos auch in größeren Gruppen spielen, wenn sich die Mitspieler nicht daran stören, dass sie sich beim werfen abwechseln müssen.

Titel: Smak
Autor: Alain Rivollet
Verlag: Helvetiq

innoSPIEL 2019 – Die Nominierten

Zum nunmehr dritten Mal vergibt der Veranstalter der Internationalen Spieltage SPIEL, der Friedhelm Merz Verlag, zusammen mit der Stadt Essen den Preis innoSPIEL. Eine Fachjury, bestehend aus den folgenden Mitgliedern:

Michael Blumöhr, Kritiker, Veranstalter „Darmstadt spielt“
Christwart Conrad, Kritiker, Redakteur und Autor
Karsten Höser, Verleger der Fachzeitschriften „Spielerei“ und „Spiel&Autor“, freier Lektor
Matthias Nagy, Podcaster „Bretterwisser“ und Redakteur
Nadine Pick, Inhaberin Fachgeschäft „Spielbrett Köln“
Christoph Post, Blogger „Brettspielbox“

hat dabei aus der Vielzahl der im aktuellen Spielejahrgang neu erschienenen Titel 3 mit besonders innovativem Konzept ausgewählt, aus denen letztlich der Siegertitel bestimmt werden wird.

Die Nominierten für den innoSPIEL 2019 sind im einzelnen:

Ab durch die Mauer

Bis zu 4 Gespenster wollen sich verkleiden, doch um das nötige Zubehör zusammenzusammeln, müssen sie im richtigen Moment Mauern überwinden. Ein drehbarer Spielplan und 3 unter der Spielfläche eingelassene Magnetschieber sorgen dabei für die Illusion, dass die Spiefiguren tatsächlich durch Mauern gehen können.

Foto: © Zoch

Detective

In diesem Krimi-Brettspiel scheint die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit durchbrochen zu werden. In 5 kartenbasierten Kriminalfällen, die Teil einer großen Krimi-Geschichte sind, werden die Spieler so in das Geschehen hineingezogen, dass sie scheinbar Teil des Kriminalfalles selbst werden und echte Polizeiarbeit leisten müssen, um ihn zu lösen.

Foto: © Pegasus

Keyforge

Hier treten 2 Spieler gegeneinander an, die beide ein einmaliges Deck von 36 Karten, welche sie nun geschickt einsetzen müssen, in Händen halten. Keyforge ist nämlich ein unique game, bei dem jedes Kartendeck einmalig und nicht veränderbar ist. Somit ist es ein Sammelkartenspiel und auch ein Deckbuilder, ohne dass ein Spieler wirklich sammeln noch selbst Deckbuilding betreiben muss.

Foto: © Asmodee

Der Gewinner des innoSPIEL 2019 wird wie üblich auf der Pressekonferenz zur SPIEL `19 am Vortag der Messe am 23.10.2019 bekanntgegeben werden.

Neom

Bereits letztes Jahr kam in der Kennerspielreihe von Lookout Spiele der Titel Neom des Autors Paul Sottosanti heraus, der über ASS vertrieben wird. Es handelt sich dabei um ein Drafting- und Legespiel, in dem die Spieler als Städteplaner gegeneinander antreten. Dementsprechend bilden 6 Stadtpläne, 150 Plättchen, 85 Warenmarker, Münzen, die Anleitung und ein Wertungsblock das Spielmaterial. Da man in der Box auf einen Einleger verzichtet hat, sind zudem Zip-Beutel beigefügt, um die verschiedenen Marker und Plättchen sauber voneinander getrennt unterbringen zu können.

Als Stadtplaner hat man keinen leichten Job. Privatleute hätten gerne ein ruhiges, sicheres Plätzchen im Grünen, um dort ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben. Die Industrie will leichten Zugang zu Rohstoffen, der Handel fordert nach ständig neuen Waren und auch die Infrastruktur will nicht vernachlässigt werden. So gilt es, die momentan noch leer vor einem liegende Landschaft klug zu bebauen, damit am Ende alle zufrieden sind. Doch dies ist leichter gesagt als getan, gibt es doch Nachbarstädte, die mit einem konkurrieren und so manch gute Planung wird sich am Ende in Luft auflösen.

Neom ist für maximal 5 Spieler ausgelegt, die als Städteplaner gegeneinander antreten. Hierzu werden zu Beginn einer Partie die Stadtpläne zufällig an die Runde verteilt und jeder platziert eine Rohstoffmarke entsprechend dem im Ursprungsfeld abgebildeten Rohstoff neben dem Plan. Danach erhält jeder Spieler noch sein Startkapital und wählt per Drafting aus 4 Ankergebäude-Karten 3 aus, die er offen vor sich auslegt. Zuletzt werden noch die 3 Stapel mit den Generationenkarten gemischt und verdeckt bereitgelegt. Eine Partie Neom gliedert sich in 3 Generationen, die immer nach demselben Schema verlaufen. Zunächst werden die Generationenkarten an die Spieler verteilt. Jeder sucht sich ein Plättchen aus, gibt die übrigen nach links weiter und führt dann eine Aktion durch. Diese kann darin bestehen, dass das gewählte Plättchen oder auch ein Ankergebäude gebaut werden, wodurch sich z.B. die Rohstoff- oder Warenversorgung der Stadt verbessert, oder dass ein Plättchen für Geld verkauft wird. Spielt ein Spieler ein Katastrophenplättchen wird dies am Rundenende abgehandelt. Nach 7 Runden endet die Generation und die Spieler erhalten ihr Einkommen. Danach startet die nächste Generation. Nach Ende der 3. Generation erfolgt die Endwertung und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Auch wenn man Neom mehrmals hintereinander spielt, wird es doch nie langweilig. Durch die Vielzahl der Plättchen und deren Kombinationsmöglichkeiten ergeben sich immer wieder komplett neue Konstellationen, die es in der eigenen Stadtplanung zu berücksichtigen gilt. Zudem muss man auch immer ein waches Auge auf die Nachbarn haben und sich genau überlegen, welche Plättchen man ihnen weitergibt oder ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, ein Plättchen durch Verkauf aus dem Spiel zu nehmen. Dass Neom nur für 5 Spieler ausgelegt ist, ist dabei der einzige kleine Kritikpunkt, aber da Lookout auch für andere seiner Spiele immer wieder Erweiterungen herausgebracht hat, bleibt zu hoffen, dass auch Neom irgendwann noch eine Ergänzung für 6 oder mehr Spieler erhalten wird.

Titel: Neom
Autor: Paul Sottosanti
Verlag: Lookout Spiele

Quiztopia

Erst kürzlich erschienen ist das neue Quizspiel des Kosmos Verlages, das den Titel Quiztopia trägt. Als Autor dieses kooperativen Familienspiels zeichnet einmal mehr der bekannte Kabarettist, Liedermacher und Schriftsteller Marc-Uwe Kling, der bereits diverse Spiele für Kosmos entwickelt hat, verantwortlich. Das Spielmaterial, das sich in einer stabilen Box verbirgt, umfasst dabei neben dem kurzen Regelheft und dem Kartenhalter insgesamt 213 Karten.

Finstere Mächte versuchen die Stadt Quiztopia auf die dunkle Seite zu ziehen! Nur gemeinsam wird es der Spielergruppe gelingen, dies zu verhindern. Doch der Weg, um die Gegner zu besiegen, ist steinig und so erfordert es einiges an Arbeit für die grauen Zellen, damit Quiztopia wieder bunt wird.

Die Spielvorbereitungen für eine Partie Quiztopia, an der bis zu 6 Spieler teilnehmen können, sind schnell erledigt. Aus den Fragekarten werden 24 zufällig ausgewählt, in den Kartenhalter gelegt und die Abdeckkarte auf dem Stapel platziert. Die 12 Gebäudekarten werden gemischt und ausgelegt, wobei je nach Spieleranzahl eine gewisse Anzahl auf die dunkle Seite gedreht wird. Auch die Tippkartenzahl richtet sich nach der Anzahl der Spieler. Zuletzt werden noch die „Hilfe in der Not“-Karten gemischt und neben der Übersichtskarte als verdeckter Stapel bereitgelegt, von dem die oberste Karte nun aufgedeckt wird. In seiner Runde wählt der Spieler eines der ausliegenden Gebäude und der Spieler rechts neben ihm liest ihm die zugehörige Frage von der Fragekarte vor, die er vom Stapel gezogen hat. Kann der Spieler die Frage beantworten, wechselt das gewählte Gebäude entweder von der dunklen auf die farbige Seite oder, wenn es schon farbig ist, ist es gewonnen und wird auf dem entsprechenden Feld der Übersichtskarte abgelegt. Kann der Spieler die Frage nicht beantworten, kann er mittels der Tippkarten die Hilfe seiner Mitspieler in Anspruch nehmen oder eine oder mehrere offen ausliegende „Hilfe in der Not“-Karten nutzen. Hilft auch das nichts oder ist die Antwort falsch, ist das Gebäude verloren, wenn es schon dunkel war, und ist damit aus dem Spiel oder wechselt von der farbigen auf die dunkle Seite. Das Spiel endet, wenn alle Fragekarten verbraucht sind oder mehr Gebäude verloren sind, als laut Schwierigkeitsgrad erlaubt, oder die Spieler alle 12 Gebäude gewonnen haben.

Um es vorweg zu nehmen, der Autor dieser Zeilen ist eigentlich kein Fan von Quizspielen. Aber Quiztopia hat gezeigt, dass man auch dieses Genre witzig und abwechslungsreich umsetzen kann. So kann jeder sich den Themenbereich, zu dem er Fragen beantworten möchte, selbst aussuchen und selbst wenn man eine der Fragen, die vom Schwierigkeitsgrad her sehr variieren, einmal nicht beantworten kann, sind da noch die Mitspieler, die einem eventuell helfen können. Dass diese Hinweise nur als Ein-Wort-Tipps oder in Form von Pantomime, Summen oder Geräuschen gegeben werden dürfen, ist ein zusätzlicher Fun-Faktor. Auch ergeben sich durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade, die optionalen Herausforderungen und die Möglichkeit, Quiztopia als Kampagne zu spielen, ständig neue Spiel-Varianten.

Titel: Quiztopia
Autor: Maria & Marc-Uwe Kling
Verlag: Kosmos

Pegasus Game Night

Zum mittlerweile dritten Mal veranstaltet der Pegasus Verlag im Rahmen der SPIEL in Essen seine Game Night. Nach Messeschluss haben Spielefans am Donnerstag, 24. Oktober 2019 von 20:00h bis 1:00h die Möglichkeit, sich die Neuheiten des Friedberger Verlages und anderer Spieleverlage von Spielerklärern vorstellen zu lassen und sie im Anschluss selbst zu testen. Daneben wird es auch eine Freispielfläche mit Spielausleihe geben.

Der Vorverkauf der Tickets für die Pegasus Game Night, die dieses Jahr erstmals im Congress Center Süd der Messe Essen stattfindet, läuft ab sofort unter:

https://shop.ticketpay.de/56KPGJWX

Sie kosten € 29,– und beinhalten auch noch einen Goodie Bag, den die Teilnehmer der Game Night vor Ort erhalten. Ein Event-Caterer sorgt zudem für Snacks und Getränke.

Alle Spiele der Veranstaltung gehen nach der Messe an gemeinnützige Einrichtungen. So erhält der Notmütterruf des Mütter- & Familienzentrum e.V. Bad Nauheim die Kinder- und Familienspiele, das Kinder- und Jugendhaus „Alte Feuerwache“ Bad Nauheim die Kenner- und Expertenspiele.

Auf einer demnächst verfügbaren Website zur Game Night sowie auf der Facebook-Seite von Pegasus Spiele werden bald weitere Informationen zur Veranstaltung und eine Liste der teilnehmenden Verlage veröffentlicht werden.

Dominion – Dark Ages

Bereits 2012 war, damals noch bei Hans im Glück, die Dominion-Erweiterung Dark Ages erschienen. Danach trennten sich, wie bekannt, wie Wege von Rio Grande und Hans im Glück, so dass diese Edition nur noch antiquarisch zu bekommen war. Seit diesem Jahr ist nun eine Neuauflage im Vertrieb von ASS erhältlich. Diese umfasst insgesamt 500 Karten, die in der bekannten Box mit passendem Einleger sauber aufgeräumt ihren Platz finden.

Als neue Kartentypen bringt die Edition die Unterschlüpfe, Ruinen und nicht kaufbare Karten. Die Unterschlüpfe ersetzen die Anwesen in den Startdecks der Spieler. Die Ruinen kommen ins Spiel, wenn Königreichenkarten des Typs „Plündern“ im Deck sind. Ähnlich wie die Flüche, können sie die Spielerdecks aufblähen, ohne dabei einen Nutzen zu haben.

Beute, Verrückter und Söldner schließlich sind die nicht kaufbaren Karten, die nicht zum Vorrat gehören. Sie kommen ins Spiel, wenn dies die Anweisungen auf den jeweils zugehörigen Königreichkarten erfordern.

Das Hauptthema der Edition Dark Ages ist – neben den üblichen neuen Deck-Building Alternativen – eindeutig das Verbessern und „Entmüllen“ des eigenen Spielerdecks, wozu verschiedene Königreichkarten der Edition, mit denen man den eigenen Nachzieh- oder Ablagestapel oder den Müll durchforsten, sowie eigene Karten entsorgen kann, die Möglichkeiten liefern. Daneben bietet sich mit den nicht kaufbaren Karten die Option, vorhandene Karten im eigenen Deck zu verbessern.

Titel: Dominion – Dark Ages
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games