Schlagwort-Archiv: Kosmos

SPIEL `21 – Neuheitenschau

Nachdem wir ja nun gut anderthalb Jahre ohne eine physische Messeveranstaltung in Essen auskommen mussten, öffneten sich am vergangenen Donnerstag kurz vor 10:00h die Tore zur SPIEL `21. Auch wenn im zweiten Coronajahr noch nicht wieder alles so ist wie zuvor – so fand die Eröffnungs-Pressekonferenz wie hier berichtet dieses Jahr nur online statt – sind doch manche Traditionen erhalten geblieben. Eine davon ist, dass akkreditierte Medienvertreter und Blogger bereits einen Tag vor Messebeginn vorab die Möglichkeit hatten, in der Neuheitenhalle 1A einen Blick auf die Spieleneuheiten zu werfen.

Die Neuheitenschau fiel dieses Jahr zwar etwas kleiner aus als sonst, doch alle namhaften Verlage wie Amigo, Heidelbär, Hutter, Kosmos, NSV oder Pegasus, um hier nur einige zu nennen, waren wieder mit eigenen Ständen und Spieleerklärern vertreten. Aber auch zahlreiche Kleinverlage, die teils zum ersten Mal an der SPIEL teilnahmen, nutzten diese Gelegenheit, sich dem Fachpublikum zu präsentieren.

Doch getreu dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ genug derselben und viel Spaß beim Betrachten unseres kleinen Bilderbogens von der Neuheitenschau der SPIEL `21.

Deutscher Spielepreis 2021 – Die Gewinner

Am heutigen Dienstag, den 14. September wurden die Preisträger des renommierten Deutschen Spielepreis 2021 bekanntgegeben. Gewinner des Hauptpreises ist dabei das Abenteuerspiel Die verlorenen Ruinen von Arnak des Autorenduos Michaela Štachová und Michal Štach, das bei Czech Games Edition erschienen ist.

© Czech Games Edition

Der Gewinner des Deutschen Kinderspielepreises 2021 wurde das bei Kosmos erschienene Dodo – Rettet das Wackel Ei! von Marco Teubner und Frank Bebenroth.

© Kosmos

Die Preisverleihung wird im Rahmen der SPIEL `21 in Essen stattfinden.

Jäger der Nacht

Bereits 2005 ist Jäger der Nacht erstmals in Japan erschienen und 2010 gab es eine erste deutsche Version dieses Titels des Autors Yasutaka Ikeda. Dieses Jahr hat der Stuttgarter Kosmos Verlag nun eine Neuauflage von Jäger der Nacht herausgebracht, die in einer kompakten, rechteckigen Box daherkommt. In ihr finden wir 86 Karten, 8 Marker, 8 Figuren, 2 Würfel, die Schadensskala und die Anleitung.

Ist mein Nachbar ein Werwolf oder ein Vampir oder sitzt neben mir ein Mensch? Hier weiß niemand, wer der andere ist und so gilt es erst einmal herauszufinden, wer im selben Team spielt, bevor man Jagd auf die anderen machen kann.

Für eine Partie Jäger der Nacht braucht man mindestens 5 Mitspieler. An diese werden jeweils eine Spielerkarte ausgegeben, die zugehörigen Schadensmarker auf dem Startfeld der Schadensskala platziert und die jeweiligen Spielfiguren zusammen mit den Würfeln in die Tischmitte gelegt. Um diese werden die Ortskarten zufällig, kreisförmig ausgelegt. Anschließend werden an alle Mitspieler verdeckt Charakterkarten verteilt und zuletzt noch die Orakel-, Kampf- und Vorteilskarten gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt. Der jeweils aktive Spieler muss in seinem Zug mit beiden Würfeln würfeln und seine Figur auf das erwürfelte Ortsplättchen stellen. Anschließend kann er die Anweisungen des neuen Ortes ausführen, was ihm Karten, Heilung für den eigenen Spielercharakter oder Schaden für Gegner bringen kann. Zuletzt kann er noch eine andere Person innerhalb seines Angriffsbereiches angreifen. Sobald ein Spieler die Siegbedingungen seines Charakters erfüllt, deckt er seine Charakterkarte auf und das Spiel endet.

Zu Beginn unserer Testrunde waren wir ja zunächst nicht so wirklich von Jäger der Nacht überzeugt, aber das hat sich dann recht schnell geändert. Wir haben hier ein wirklich gut gemachtes Teamspiel mit einfachen Regeln, bei dem es relativ lange spannend bleibt, wer denn nun mit wem im Team spielt und wer die Gegner sind. Erst wenn einige Spieler ausgeschieden sind, fällt dieser Spannungsfaktor weg und es bleibt ein rein kompetitives Spielerlebnis, bei dem es letztlich nur darum geht, möglichst lange zu überleben, um die Siegbedingungen des eigenen Charakters zu erfüllen.

Titel: Jäger der Nacht
Autor: Yasutaka Ikeda
Verlag: Kosmos

Adventures Games – Die Vulkaninsel

Nach dem erfolgreichen Start der kooperativen Event-Spiel Reihe Adventure Games hatte der Kosmos Verlag zur SPIEL 19 nachgelegt und den nächsten Titel der Serie in Form von „Die Vulkaninsel“ herausgebracht. Auch dieses Abenteuer, das diesmal bereits schon ab 12 Jahren spielbar ist, stammt wiederaus der Feder der Autoren Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan, welche hier mit Chihiro Mori einen dritten Mann ins Team geholt haben. Das Spielmaterial, das aus 260 Karten, 38 Plättchen, 4 Spielfiguren und dem Abenteuerbuch besteht, ist in der bekannten kompakten Box untergebracht, die eine zur Story passende Covergestaltung aufweist.

Eigentlich wollten die 4 Studenten Ayane, Catayana, Jerome und Sato nur einen gemütlichen Ausflug zur Vulkaninsel machen. Doch bald geraten sie in einen Strudel von Ereignissen und müssen herausfinden, welche Geheimnisse die mysteriöse Vulkaninsel birgt. Ein Unterfangen, das nicht ohne Risiken ist. Und so wird sich erst noch zeigen, ob dieser Ausflug zu einem guten Ende kommt.

Für eine Partie „Die Vulkaninsel“ werden die Orts- und Abenteuerkarten gemäß den Angaben im Regelheft auf dem Tisch platziert und jeder Spieler erhält seine Spielerfigur nebst zugehöriger Charakterkarte. In seinem Spielzug durchläuft ein Spieler mehrere Abenteuer-Phasen. So muss er seine Spielfigur entweder innerhalb der Ortskarte, auf der sie sich befindet, oder auf eine andere Ortskarte bewegen. Ist diese noch nicht aufgedeckt, wird sie nun aufgedeckt und der entsprechende Eintrag im Abenteuerbuch vorgelesen. Danach muss er eine Aktion ausführen. Er kann dabei entweder einen Ort untersuchen oder 2 Abenteuerkarten miteinander kombinieren oder eine Abenteuerkarte mit einem Ort kombinieren, wobei das Abenteuerbuch für die so kreierten Zahlenkombinationen Einträge und ggf. Anweisungen liefert. Desweiteren kann der aktive Spieler jederzeit in seinem Zug Abenteuerkarten mit seinen Mitspielern tauschen. Danach folgt im Uhrzeigersinn der nächste Spieler. Nachdem so alle 4 Kapitel des Abenteuers durchgespielt sind, erfolgt eine Wertung.

Mit „Die Vulkaninsel“ hat die Adventure Games Reihe von Kosmos eine gelungene und spannende Erweiterung erhalten. Bei einer Gesamtspieldauer von über 5 h für alle 4 Kapitel bietet sie lang anhaltenden Spielspaß und kann praktischerweise jederzeit auch unterbrochen werden, indem man den aktuellen Spielstand dokumentiert. Wie schon bei den anderen Abenteuern der Reihe bleibt das Problem, dass sie nur für 4 Spieler ausgelegt sind und daher von größeren Gruppen nur spielbar sind, wenn man in Teams miteinander versucht, die Rätsel zu lösen.

Titel: Adventure Games – Die Vulkaninsel
Autor: Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan, Chihiro Mori
Verlag: Kosmos

Escape Tales – Children of Wyrmwood

Die Escape Tales-Reihe des polnischen Verlages Board & Dice war in der deutschen Version bisher im Vertrieb von Kosmos. Beim dritten Titel der Reihe – Children of Wyrmwood des Autorenduos Jakub Caban und Bartosz Idzikowski – der zur SPIEL 20 auf englisch herausgekommen war, hat Board & Dice nun aber Grimspire aus Merseburg als Vertriebspartner für die deutsche Version gewonnen. Wie gehabt ist auch dieses neueste Escape Tales-Abenteuer in einer DinA4-großen Rechteck-Box mit passender Covergestaltung untergebracht. Das sehr umfangreiche Spielmaterial besteht aus 219 Karten, 36 Scheiben, 4 Spielhilfen, 3 Story-Büchern, einer Landkarte und der Anleitung.

Längst vergessene Magie hat einst die Wyrmwurzel – nicht ganz Pflanze, nicht ganz Tier – erschaffen, die heute überall in dem dunklen Wald rund um das kleine Dorf lauert, in dem die Waise Gilbert lebt. Sein einziges Glück ist seine große Liebe Sevilla, doch finstere Mächte wollen ihm auch dieses Glück noch nehmen. Irgendetwas außerhalb der Stadt scheint an den Fäden seines Schicksals zu ziehen, doch es wird all seinen Mut und seine Klugheit erfordern, diese unsichtbaren Fäden zu zerreißen.

Zur Vorbereitung einer Partie Children of Wyrmwood müssen zunächst die Entdeckungs-, Ausruhen-, Verausgaben- und Raumkarten, die laut Storybuch im jeweiligen Kapitel benötigt werden, sowie die Aktionsscheiben bereitgelegt werden. Ebenfalls nötig ist ein Smartphone oder Computer, um in der App Rätsel zu lösen, Hilfe und Informationen abzurufen und Spielstände abzuspeichern. Das Spiel an sich läuft dann so ab, dass man sich im Storybuch den jeweiligen Paragraphen, der zum aktuellen Spielstand gehört, durchliest und anschließend Aktionen durchführt. Dies kann das Erforschen von Räumen, das Aufdecken neuer Karten oder das Lösen von Rätseln sein. So arbeitet man sich Kapitel für Kapitel durch die Story und entwickelt dabei den Spielercharakter Gilbert immer weiter. Detaillierter wollen wir die einzelnen Spielschritte an dieser Stelle nicht beschreiben, um nicht zu sehr zu spoilern, was genau passiert.

Wir haben ja schon einige Escape-Games getestet, aber Children of Wyrmwood ist mit Sicherheit das anspruchsvollste, das wir jemals auf dem Tisch liegen hatten. Schon der Prolog wartet mit extrem kniffligen Rätseln auf, bei denen einem der Kopf nach kurzer Zeit raucht. Von daher ist die Altersempfehlung ab 16 Jahren mehr als gerechtfertigt, wie auch die mehr als 450 min Gesamtspieldauer sehr realistisch sind. Was sehr gefällt ist das wirklich schön gestaltete Spielmaterial, das erfreulicherweise weder beschädigt noch verändert werden muss, so dass man das Spiel problemlos mehrmals spielen kann. Und auch die App ist einfach in der Handhabung. Dass diese aber nur im Online-Modus funktioniert und nicht heruntergeladen werden kann, um auch offline spielen zu können, ist dagegen ein kleines Manko.

Titel: Escape Tales – Children of Wyrmwood
Autoren: Jakub Caban, Bartosz Idzikowski
Verlag: Board & Dice / Grimspire

Catan 3D-Edition

2005 feierten die Siedler von Catan ihr 10-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass ist damals eine 3D-Edition des Spiels erschienen, die auch der Autor dieser Zeilen seinerzeit auf der SPIEL in Essen bewundert hat. Aufgrund des bei Studenten auch damals stets knappen Budgets blieb es bei mir wie wohl auch vielen anderen Fans beim Bewundern. 2021 erfüllt der Kosmos Verlag zusammen mit der Catan GmbH nun der Fangemeinde einen lang ersehnten Wunsch und wird im Herbst diesen Jahres eine neue 3D-Edition in limitierter Auflage herausbringen.

Die Landfelder basieren dabei auf Entwürfen, die Klaus Teuber selbst modelliert hat. Sie, wie auch alle anderen Teile des Spielfeldes sind aufwendig von Hand bemalt und in einen ebenfalls bemalten Rahmen eingefasst.  Desweiteren umfasst diese 3D-Sonderedition noch detailliert modellierte Figuren, Kartenhalter und Sonderwürfel.

Fotos © Kosmos

Die Crew – Mission Tiefsee

Das kooperative Kartenspiel Die Crew des Autors Thomas Sing, das beim Kosmos Verlag erschienen ist, erhielt die Auszeichnung als Kennerspiel des Jahres 2020. Von daher ist es nur logisch, dass dieses Jahr mit Mission Tiefsee eine Fortsetzung erschienen ist. Man hat dabei das bewährte Format einer kompakten, rechteckigen Schachtel beibehalten, in der sich 141 Karten, 6 Plättchen, 1 Aufsteller, 1 Logbuch und die Anleitung verbergen.

Nach dem Weltraum hat es unsere Forscher nun in die Tiefsee verschlagen. Auch hier warten wieder spannende Aufgaben, die es zu lösen gilt. Und wie im Weltraum ist auch hier Kommunikation untereinander unerlässlich, auch wenn sie wieder einmal mehr als schwierig ist.

Zur Spielvorbereitung werden die 40 großen Spielkarten gemischt und an die Spieler verteilt. Diese bilden deren Handkarten. Zusätzlich erhält jeder Spieler ein Sonarplättchen. Das Notsignalplättchen wird hingegen zusammen mit dem gemischten Auftragskartenstapel und den Erinnerungskarten verdeckt bereitgelegt. Sobald der Kapitän, der als Startspieler fungiert, gewählt ist, kann es auch schon losgehen. Die Gruppe nimmt das Logbuch zur Hand, wählt eine der Missionen aus und zieht so viele Auftragskarten, wie dort angegeben. Von diesen wählen dann – sofern die Missionsregeln, die auch noch weitere Modifikationen bringen können, nichts anderes vorgeben – beginnend mit dem Kapitän die Spieler nacheinander Karten aus und legen sie vor sich ab, bis alle verteilt sind. Um die Mission zu gewinnen, müssen alle diese Aufträge in Form von Stichen, die gemacht werden müssen, erfüllt werden. Um untereinander zu kommunizieren, kommen die Sonarplättchen zum Einsatz, da eine direkte Kommunikation verboten ist. Desweiteren können durch Aktivierung des Notsignalplättchens Handkarten an Nachbarspieler weitergegeben werden.  Das Ergebnis jeder Mission wird anschließend im Logbuch vermerkt.

Mission Tiefsee ist wie auch der erste Titel aus der Die Crew-Reihe in erster Linie ein klassisches Stichspiel. Allerdings wird in dieser Reihe kooperativ gespielt, was aber durch das Verbot der direkten Kommunikation erschwert wird. Spieltechnisch bietet der neue Titel keine wirklichen Veränderungen zu seinem Vorgänger, lediglich das Setting wurde vom Weltraum in die Tiefsee verlagert.

Titel: Die Crew – Mission Tiefsee
Autor: Thomas Sing
Verlag: Kosmos

Spiel des Jahres 2021 – Die Nominierten

Der Verein Spiel des Jahres hat heute die diesjährigen Nominierten seiner renommierten Spielepreise veröffentlicht.

 

Für das Spiel des Jahres 2021 sind nominiert:

Die Abenteuer des Robin Hood von Michael Menzel (Kosmos)

© Foto Kosmos

Micro Macro: Crime City von Johannes Sich (Edition Spielwiese / Pegasus)

© Foto Pegasus

Zombie Teenz Evolution von Annick Lobet (Scorpion Masqué / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Die Nominierten für das Kinderspiel des Jahres 2021 sind:

Dragomino von Bruno Cathala, Marie und Wilfried Fort (Pegasus)

© Foto Pegasus

Fabelwelten von Marie und Wilfried Fort (Lifestyle Boardgames / Asmodee)

© Foto Asmodee

Mia London von Antoine Bauza und Corentin Lebrat (Scorpion Masqué / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Zum Kennerspiel des Jahres 2021 schließlich sind nominiert:

Die verlorenen Ruinen von Arnak von Michaela „Min“ Štachová und Michal „Elwen“ Štach (Czech Games Edition / HeidelBÄR Games)

© Foto HeidelBÄR Games

Fantastische Reiche von Bruce Glassco (Strohmann Games)

© Foto Strohmann Games

Paleo von Peter Rustemeyer (Hans im Glück / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Die Gewinner der Kategorien Spiel und Kennerspiel des Jahres 2021 werden am 19. Juli bekanntgegeben werden. Das Kinderspiel des Jahres 2021 wird dagegen bereits am 14. Juni gekürt.

Greenville 1989

Greenville 1989 ist der Titel eines kooperativen Mystery-Kommunikationsspiels des Autors Florian Fay, das der Stuttgarter Kosmos Verlag herausgebracht hat. Für das zur Thematik passende Artwork des Spielmaterials und des Boxcovers zeichnet David Sitbon verantwortlich. In der kompakten, quadratischen Standardbox mit passendem Einleger finden wir den Spielplan, 84 Karten, 28 Plättchen, 6 Tafeln und das Regelheft.

Gerade warst Du noch auf dem Weg zu einem gemütlichen Bowlingabend mit Deinen Freunden, als sich die Welt um Dich herum plötzlich verändert. Du bist immer noch in Greenville, nur alle Menschen sind verschwunden, bis Du die Gedanken Deiner Freunde hörst. Werdet ihr es gemeinsam schaffen, diese Anderswelt wieder zu verlassen?

Zur Spielvorbereitung werden zunächst der Spielplan in der Tischmitte platziert und die Karten gemischt, welche dann den verdeckten Nachziehstapel bilden. Nachdem alle Spieler ihren Charakter gewählt, das zugehörige Spielmaterial erhalten haben, ein Spielleiter festgelegt und das übrige, je nach Zahl der Spieler benötigte Spielmaterial gemäß Regelheft bereitgelegt wurden, kann es losgehen. Jeder Spieler zieht eine Karte vom Nachziehstapel und legt sie offen vor sich ab. Danach läuft jede Runde in 4 Phasen ab. In der ersten Phase erzählen die Spieler reihum eine Geschichte, in der sie die Karte vor sich und ihre Absichten beschreiben. Daran schließt sich die Spielleiter-Phase an, in der dieser neue Karten vom Stapel zieht, sich überlegt, zu welchem der Charaktere sie am besten passen, und sie schließlich jeweils offen mit einem verdeckten Zuordnungsplättchen darauf auslegt. Nun folgt die Spieler-Phase, in der die anderen Spieler diskutieren, welche Karte wohl zum wem am besten passt. Am Ende dieser Phase legen sie offen ihre Prüfplättchen auf die Karte, die sie gewählt haben. In der abschließenden Überprüfungs-Phase wird nun kontrolliert, ob Zuordnungs- und Prüfplättchen übereinstimmen. Ist dies der Fall, erhält der Spieler die Karte. Gibt es keine Übereinstimmung, muss der Spieler mit seinem Spielerplättchen ein Feld auf einem der 3 Pfade ins Nichts vorrücken. Die Partie endet entweder mit dem Sieg des Teams, wenn alle Spieler 4 Karten vor sich liegen haben, oder mit der Niederlage, wenn einer oder mehrere Spieler auf dem letzten Feld eines der Pfade ins Nichts angekommen sind.

Greenville wird seinem Anspruch, ein kooperatives Kommunikationsspiel zu sein, vollauf gerecht und auch der Mystery-Aspekt kommt hier nicht zu kurz. Wer Freude an dieser Art von Erzählspielen hat, wird hier auf seine Kosten kommen und je nach Spielverlauf bis zu einer Stunde Spielspaß pro Partie haben. Durch die 84 Karten, die immer wieder neu zu Geschichten kombiniert werden können, und wirklich einfachen, leicht verständlichen Regeln ergibt sich dabei auch ein hoher Wiederspielwert.

Titel: Greenville 1989
Autor: Florian Fay
Verlag: Kosmos

My City

Das Legacy-Spiel My City des bekannten Autors Reiner Knizia gehörte zu den  2020er-Neuheiten des Stuttgarter Kosmos Verlages. Auch wenn es leider nur für 4 Spieler ausgelegt ist und daher eigentlich nicht so ganz zu unserem Fokus passt, wollen wir es hier vorstellen, da uns das Spielkonzept an sich, als wir das Spiel in Nürnberg auf der Spielwarenmesse in Augenschein nehmen konnten, ganz gut gefallen hat. My City kommt in einer quadratischen, großen Standard-Box mit zur Thematik passenden Covergestaltung daher. In dieser verbergen sich die 4 Spielpläne, 24 Spielkarten, 4 Steine, 96 Plättchen, 8 Umschläge sowie das Regelheft.

Nach einer langen Reise sind die Siedler in einem neuen Land angekommen. Sofort beginnen sie, Städte zu errichten, die langsam wachsen und gedeihen. Jede der Siedlergruppen schlägt dabei einen anderen Weg ein, um zu Wohlstand zu gelangen, und so wird auch die Entwicklung der Städte durchaus unterschiedlich verlaufen.

My City läuft über insgesamt 24 einzelne Spiele, von denen jeweils 3 in 8 thematischen Kapiteln zusammengefasst sind. Zur Vorbereitung der ersten Partie erhält jeder Spieler seinen Spielplan, auf dem gemäß Regeln ein Zählstein platziert wird, und einen Satz Plättchen. Sobald die Spielkarten gemischt und der Umschlag für das erste Kapitel geöffnet sind, welcher die Zusatzregeln für die ersten 3 Spiele enthält, kann es losgehen. Jedes Spiel besteht aus 24 Runden, in denen jeweils eine Spielkarte aufgedeckt wird. Diese gibt vor, welches Gebäude in dieser Runde gebaut werden kann, wobei jeder Spieler selbst entscheidet, ob er das Gebäude baut, oder passt. Am Ende des Spiels erfolgt eine Wertung und je nach Platzierung erhalten die Spieler Fortschrittspunkte, die sie auf ihrem Spielplan eintragen müssen, und / oder Sticker, die auf den Spielplan geklebt werden und diesen somit für das nächste Spiel verändern.

Wir stehen dem Thema Legacy-Spiele ja durchaus gespalten gegenüber, weil man hier das Spielmaterial dauerhaft verändert und nie wieder von vorne anfangen kann. Trotzdem hat uns My City überzeugt, weil es eine wirklich schöne Spieldynamik entwickelt, bei der man immer weiterspielen will, wenn man erst einmal begonnen hat. Zudem sind die Spielpläne doppelseitig und haben auf der Rückseite ein Spielfeld für eine Nicht-Legacy-Version des Spiels, die man immer wieder spielen kann. Insofern bekommt man hier in gewisser Weise 2 Spiele zum Preis von einem. Einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass My City nur für 4 Spieler konzipiert ist.

Titel: My City
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Kosmos