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Adventures Games – Die Vulkaninsel

Nach dem erfolgreichen Start der kooperativen Event-Spiel Reihe Adventure Games hatte der Kosmos Verlag zur SPIEL 19 nachgelegt und den nächsten Titel der Serie in Form von „Die Vulkaninsel“ herausgebracht. Auch dieses Abenteuer, das diesmal bereits schon ab 12 Jahren spielbar ist, stammt wiederaus der Feder der Autoren Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan, welche hier mit Chihiro Mori einen dritten Mann ins Team geholt haben. Das Spielmaterial, das aus 260 Karten, 38 Plättchen, 4 Spielfiguren und dem Abenteuerbuch besteht, ist in der bekannten kompakten Box untergebracht, die eine zur Story passende Covergestaltung aufweist.

Eigentlich wollten die 4 Studenten Ayane, Catayana, Jerome und Sato nur einen gemütlichen Ausflug zur Vulkaninsel machen. Doch bald geraten sie in einen Strudel von Ereignissen und müssen herausfinden, welche Geheimnisse die mysteriöse Vulkaninsel birgt. Ein Unterfangen, das nicht ohne Risiken ist. Und so wird sich erst noch zeigen, ob dieser Ausflug zu einem guten Ende kommt.

Für eine Partie „Die Vulkaninsel“ werden die Orts- und Abenteuerkarten gemäß den Angaben im Regelheft auf dem Tisch platziert und jeder Spieler erhält seine Spielerfigur nebst zugehöriger Charakterkarte. In seinem Spielzug durchläuft ein Spieler mehrere Abenteuer-Phasen. So muss er seine Spielfigur entweder innerhalb der Ortskarte, auf der sie sich befindet, oder auf eine andere Ortskarte bewegen. Ist diese noch nicht aufgedeckt, wird sie nun aufgedeckt und der entsprechende Eintrag im Abenteuerbuch vorgelesen. Danach muss er eine Aktion ausführen. Er kann dabei entweder einen Ort untersuchen oder 2 Abenteuerkarten miteinander kombinieren oder eine Abenteuerkarte mit einem Ort kombinieren, wobei das Abenteuerbuch für die so kreierten Zahlenkombinationen Einträge und ggf. Anweisungen liefert. Desweiteren kann der aktive Spieler jederzeit in seinem Zug Abenteuerkarten mit seinen Mitspielern tauschen. Danach folgt im Uhrzeigersinn der nächste Spieler. Nachdem so alle 4 Kapitel des Abenteuers durchgespielt sind, erfolgt eine Wertung.

Mit „Die Vulkaninsel“ hat die Adventure Games Reihe von Kosmos eine gelungene und spannende Erweiterung erhalten. Bei einer Gesamtspieldauer von über 5 h für alle 4 Kapitel bietet sie lang anhaltenden Spielspaß und kann praktischerweise jederzeit auch unterbrochen werden, indem man den aktuellen Spielstand dokumentiert. Wie schon bei den anderen Abenteuern der Reihe bleibt das Problem, dass sie nur für 4 Spieler ausgelegt sind und daher von größeren Gruppen nur spielbar sind, wenn man in Teams miteinander versucht, die Rätsel zu lösen.

Titel: Adventure Games – Die Vulkaninsel
Autor: Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan, Chihiro Mori
Verlag: Kosmos

Escape Tales – Children of Wyrmwood

Die Escape Tales-Reihe des polnischen Verlages Board & Dice war in der deutschen Version bisher im Vertrieb von Kosmos. Beim dritten Titel der Reihe – Children of Wyrmwood des Autorenduos Jakub Caban und Bartosz Idzikowski – der zur SPIEL 20 auf englisch herausgekommen war, hat Board & Dice nun aber Grimspire aus Merseburg als Vertriebspartner für die deutsche Version gewonnen. Wie gehabt ist auch dieses neueste Escape Tales-Abenteuer in einer DinA4-großen Rechteck-Box mit passender Covergestaltung untergebracht. Das sehr umfangreiche Spielmaterial besteht aus 219 Karten, 36 Scheiben, 4 Spielhilfen, 3 Story-Büchern, einer Landkarte und der Anleitung.

Längst vergessene Magie hat einst die Wyrmwurzel – nicht ganz Pflanze, nicht ganz Tier – erschaffen, die heute überall in dem dunklen Wald rund um das kleine Dorf lauert, in dem die Waise Gilbert lebt. Sein einziges Glück ist seine große Liebe Sevilla, doch finstere Mächte wollen ihm auch dieses Glück noch nehmen. Irgendetwas außerhalb der Stadt scheint an den Fäden seines Schicksals zu ziehen, doch es wird all seinen Mut und seine Klugheit erfordern, diese unsichtbaren Fäden zu zerreißen.

Zur Vorbereitung einer Partie Children of Wyrmwood müssen zunächst die Entdeckungs-, Ausruhen-, Verausgaben- und Raumkarten, die laut Storybuch im jeweiligen Kapitel benötigt werden, sowie die Aktionsscheiben bereitgelegt werden. Ebenfalls nötig ist ein Smartphone oder Computer, um in der App Rätsel zu lösen, Hilfe und Informationen abzurufen und Spielstände abzuspeichern. Das Spiel an sich läuft dann so ab, dass man sich im Storybuch den jeweiligen Paragraphen, der zum aktuellen Spielstand gehört, durchliest und anschließend Aktionen durchführt. Dies kann das Erforschen von Räumen, das Aufdecken neuer Karten oder das Lösen von Rätseln sein. So arbeitet man sich Kapitel für Kapitel durch die Story und entwickelt dabei den Spielercharakter Gilbert immer weiter. Detaillierter wollen wir die einzelnen Spielschritte an dieser Stelle nicht beschreiben, um nicht zu sehr zu spoilern, was genau passiert.

Wir haben ja schon einige Escape-Games getestet, aber Children of Wyrmwood ist mit Sicherheit das anspruchsvollste, das wir jemals auf dem Tisch liegen hatten. Schon der Prolog wartet mit extrem kniffligen Rätseln auf, bei denen einem der Kopf nach kurzer Zeit raucht. Von daher ist die Altersempfehlung ab 16 Jahren mehr als gerechtfertigt, wie auch die mehr als 450 min Gesamtspieldauer sehr realistisch sind. Was sehr gefällt ist das wirklich schön gestaltete Spielmaterial, das erfreulicherweise weder beschädigt noch verändert werden muss, so dass man das Spiel problemlos mehrmals spielen kann. Und auch die App ist einfach in der Handhabung. Dass diese aber nur im Online-Modus funktioniert und nicht heruntergeladen werden kann, um auch offline spielen zu können, ist dagegen ein kleines Manko.

Titel: Escape Tales – Children of Wyrmwood
Autoren: Jakub Caban, Bartosz Idzikowski
Verlag: Board & Dice / Grimspire

Catan 3D-Edition

2005 feierten die Siedler von Catan ihr 10-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass ist damals eine 3D-Edition des Spiels erschienen, die auch der Autor dieser Zeilen seinerzeit auf der SPIEL in Essen bewundert hat. Aufgrund des bei Studenten auch damals stets knappen Budgets blieb es bei mir wie wohl auch vielen anderen Fans beim Bewundern. 2021 erfüllt der Kosmos Verlag zusammen mit der Catan GmbH nun der Fangemeinde einen lang ersehnten Wunsch und wird im Herbst diesen Jahres eine neue 3D-Edition in limitierter Auflage herausbringen.

Die Landfelder basieren dabei auf Entwürfen, die Klaus Teuber selbst modelliert hat. Sie, wie auch alle anderen Teile des Spielfeldes sind aufwendig von Hand bemalt und in einen ebenfalls bemalten Rahmen eingefasst.  Desweiteren umfasst diese 3D-Sonderedition noch detailliert modellierte Figuren, Kartenhalter und Sonderwürfel.

Fotos © Kosmos

Die Crew – Mission Tiefsee

Das kooperative Kartenspiel Die Crew des Autors Thomas Sing, das beim Kosmos Verlag erschienen ist, erhielt die Auszeichnung als Kennerspiel des Jahres 2020. Von daher ist es nur logisch, dass dieses Jahr mit Mission Tiefsee eine Fortsetzung erschienen ist. Man hat dabei das bewährte Format einer kompakten, rechteckigen Schachtel beibehalten, in der sich 141 Karten, 6 Plättchen, 1 Aufsteller, 1 Logbuch und die Anleitung verbergen.

Nach dem Weltraum hat es unsere Forscher nun in die Tiefsee verschlagen. Auch hier warten wieder spannende Aufgaben, die es zu lösen gilt. Und wie im Weltraum ist auch hier Kommunikation untereinander unerlässlich, auch wenn sie wieder einmal mehr als schwierig ist.

Zur Spielvorbereitung werden die 40 großen Spielkarten gemischt und an die Spieler verteilt. Diese bilden deren Handkarten. Zusätzlich erhält jeder Spieler ein Sonarplättchen. Das Notsignalplättchen wird hingegen zusammen mit dem gemischten Auftragskartenstapel und den Erinnerungskarten verdeckt bereitgelegt. Sobald der Kapitän, der als Startspieler fungiert, gewählt ist, kann es auch schon losgehen. Die Gruppe nimmt das Logbuch zur Hand, wählt eine der Missionen aus und zieht so viele Auftragskarten, wie dort angegeben. Von diesen wählen dann – sofern die Missionsregeln, die auch noch weitere Modifikationen bringen können, nichts anderes vorgeben – beginnend mit dem Kapitän die Spieler nacheinander Karten aus und legen sie vor sich ab, bis alle verteilt sind. Um die Mission zu gewinnen, müssen alle diese Aufträge in Form von Stichen, die gemacht werden müssen, erfüllt werden. Um untereinander zu kommunizieren, kommen die Sonarplättchen zum Einsatz, da eine direkte Kommunikation verboten ist. Desweiteren können durch Aktivierung des Notsignalplättchens Handkarten an Nachbarspieler weitergegeben werden.  Das Ergebnis jeder Mission wird anschließend im Logbuch vermerkt.

Mission Tiefsee ist wie auch der erste Titel aus der Die Crew-Reihe in erster Linie ein klassisches Stichspiel. Allerdings wird in dieser Reihe kooperativ gespielt, was aber durch das Verbot der direkten Kommunikation erschwert wird. Spieltechnisch bietet der neue Titel keine wirklichen Veränderungen zu seinem Vorgänger, lediglich das Setting wurde vom Weltraum in die Tiefsee verlagert.

Titel: Die Crew – Mission Tiefsee
Autor: Thomas Sing
Verlag: Kosmos

Spiel des Jahres 2021 – Die Nominierten

Der Verein Spiel des Jahres hat heute die diesjährigen Nominierten seiner renommierten Spielepreise veröffentlicht.

 

Für das Spiel des Jahres 2021 sind nominiert:

Die Abenteuer des Robin Hood von Michael Menzel (Kosmos)

© Foto Kosmos

Micro Macro: Crime City von Johannes Sich (Edition Spielwiese / Pegasus)

© Foto Pegasus

Zombie Teenz Evolution von Annick Lobet (Scorpion Masqué / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Die Nominierten für das Kinderspiel des Jahres 2021 sind:

Dragomino von Bruno Cathala, Marie und Wilfried Fort (Pegasus)

© Foto Pegasus

Fabelwelten von Marie und Wilfried Fort (Lifestyle Boardgames / Asmodee)

© Foto Asmodee

Mia London von Antoine Bauza und Corentin Lebrat (Scorpion Masqué / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Zum Kennerspiel des Jahres 2021 schließlich sind nominiert:

Die verlorenen Ruinen von Arnak von Michaela „Min“ Štachová und Michal „Elwen“ Štach (Czech Games Edition / HeidelBÄR Games)

© Foto HeidelBÄR Games

Fantastische Reiche von Bruce Glassco (Strohmann Games)

© Foto Strohmann Games

Paleo von Peter Rustemeyer (Hans im Glück / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Die Gewinner der Kategorien Spiel und Kennerspiel des Jahres 2021 werden am 19. Juli bekanntgegeben werden. Das Kinderspiel des Jahres 2021 wird dagegen bereits am 14. Juni gekürt.

Greenville 1989

Greenville 1989 ist der Titel eines kooperativen Mystery-Kommunikationsspiels des Autors Florian Fay, das der Stuttgarter Kosmos Verlag herausgebracht hat. Für das zur Thematik passende Artwork des Spielmaterials und des Boxcovers zeichnet David Sitbon verantwortlich. In der kompakten, quadratischen Standardbox mit passendem Einleger finden wir den Spielplan, 84 Karten, 28 Plättchen, 6 Tafeln und das Regelheft.

Gerade warst Du noch auf dem Weg zu einem gemütlichen Bowlingabend mit Deinen Freunden, als sich die Welt um Dich herum plötzlich verändert. Du bist immer noch in Greenville, nur alle Menschen sind verschwunden, bis Du die Gedanken Deiner Freunde hörst. Werdet ihr es gemeinsam schaffen, diese Anderswelt wieder zu verlassen?

Zur Spielvorbereitung werden zunächst der Spielplan in der Tischmitte platziert und die Karten gemischt, welche dann den verdeckten Nachziehstapel bilden. Nachdem alle Spieler ihren Charakter gewählt, das zugehörige Spielmaterial erhalten haben, ein Spielleiter festgelegt und das übrige, je nach Zahl der Spieler benötigte Spielmaterial gemäß Regelheft bereitgelegt wurden, kann es losgehen. Jeder Spieler zieht eine Karte vom Nachziehstapel und legt sie offen vor sich ab. Danach läuft jede Runde in 4 Phasen ab. In der ersten Phase erzählen die Spieler reihum eine Geschichte, in der sie die Karte vor sich und ihre Absichten beschreiben. Daran schließt sich die Spielleiter-Phase an, in der dieser neue Karten vom Stapel zieht, sich überlegt, zu welchem der Charaktere sie am besten passen, und sie schließlich jeweils offen mit einem verdeckten Zuordnungsplättchen darauf auslegt. Nun folgt die Spieler-Phase, in der die anderen Spieler diskutieren, welche Karte wohl zum wem am besten passt. Am Ende dieser Phase legen sie offen ihre Prüfplättchen auf die Karte, die sie gewählt haben. In der abschließenden Überprüfungs-Phase wird nun kontrolliert, ob Zuordnungs- und Prüfplättchen übereinstimmen. Ist dies der Fall, erhält der Spieler die Karte. Gibt es keine Übereinstimmung, muss der Spieler mit seinem Spielerplättchen ein Feld auf einem der 3 Pfade ins Nichts vorrücken. Die Partie endet entweder mit dem Sieg des Teams, wenn alle Spieler 4 Karten vor sich liegen haben, oder mit der Niederlage, wenn einer oder mehrere Spieler auf dem letzten Feld eines der Pfade ins Nichts angekommen sind.

Greenville wird seinem Anspruch, ein kooperatives Kommunikationsspiel zu sein, vollauf gerecht und auch der Mystery-Aspekt kommt hier nicht zu kurz. Wer Freude an dieser Art von Erzählspielen hat, wird hier auf seine Kosten kommen und je nach Spielverlauf bis zu einer Stunde Spielspaß pro Partie haben. Durch die 84 Karten, die immer wieder neu zu Geschichten kombiniert werden können, und wirklich einfachen, leicht verständlichen Regeln ergibt sich dabei auch ein hoher Wiederspielwert.

Titel: Greenville 1989
Autor: Florian Fay
Verlag: Kosmos

My City

Das Legacy-Spiel My City des bekannten Autors Reiner Knizia gehörte zu den  2020er-Neuheiten des Stuttgarter Kosmos Verlages. Auch wenn es leider nur für 4 Spieler ausgelegt ist und daher eigentlich nicht so ganz zu unserem Fokus passt, wollen wir es hier vorstellen, da uns das Spielkonzept an sich, als wir das Spiel in Nürnberg auf der Spielwarenmesse in Augenschein nehmen konnten, ganz gut gefallen hat. My City kommt in einer quadratischen, großen Standard-Box mit zur Thematik passenden Covergestaltung daher. In dieser verbergen sich die 4 Spielpläne, 24 Spielkarten, 4 Steine, 96 Plättchen, 8 Umschläge sowie das Regelheft.

Nach einer langen Reise sind die Siedler in einem neuen Land angekommen. Sofort beginnen sie, Städte zu errichten, die langsam wachsen und gedeihen. Jede der Siedlergruppen schlägt dabei einen anderen Weg ein, um zu Wohlstand zu gelangen, und so wird auch die Entwicklung der Städte durchaus unterschiedlich verlaufen.

My City läuft über insgesamt 24 einzelne Spiele, von denen jeweils 3 in 8 thematischen Kapiteln zusammengefasst sind. Zur Vorbereitung der ersten Partie erhält jeder Spieler seinen Spielplan, auf dem gemäß Regeln ein Zählstein platziert wird, und einen Satz Plättchen. Sobald die Spielkarten gemischt und der Umschlag für das erste Kapitel geöffnet sind, welcher die Zusatzregeln für die ersten 3 Spiele enthält, kann es losgehen. Jedes Spiel besteht aus 24 Runden, in denen jeweils eine Spielkarte aufgedeckt wird. Diese gibt vor, welches Gebäude in dieser Runde gebaut werden kann, wobei jeder Spieler selbst entscheidet, ob er das Gebäude baut, oder passt. Am Ende des Spiels erfolgt eine Wertung und je nach Platzierung erhalten die Spieler Fortschrittspunkte, die sie auf ihrem Spielplan eintragen müssen, und / oder Sticker, die auf den Spielplan geklebt werden und diesen somit für das nächste Spiel verändern.

Wir stehen dem Thema Legacy-Spiele ja durchaus gespalten gegenüber, weil man hier das Spielmaterial dauerhaft verändert und nie wieder von vorne anfangen kann. Trotzdem hat uns My City überzeugt, weil es eine wirklich schöne Spieldynamik entwickelt, bei der man immer weiterspielen will, wenn man erst einmal begonnen hat. Zudem sind die Spielpläne doppelseitig und haben auf der Rückseite ein Spielfeld für eine Nicht-Legacy-Version des Spiels, die man immer wieder spielen kann. Insofern bekommt man hier in gewisser Weise 2 Spiele zum Preis von einem. Einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass My City nur für 4 Spieler konzipiert ist.

Titel: My City
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Kosmos

Anno 1800

Die Computerspielreihe Anno hat weltweit zahlreiche Fans. Und so lag es nahe, vom aktuellsten Vertreter der Reihe – Anno 1800 – auch eine Brettspieladaption auf den Markt zu bringen. An dieses Projekt hat sich mit Martin Wallace einer der wohl renommiertesten Autoren für Strategiespiele gewagt und seit kurzem ist Anno 1800 Das Brettspiel beim Stuttgarter Kosmos Verlag nun erhältlich. Für das wie kaum anders zu erwarten mehr als umfangreiche Spielmaterial dient eine große, quadratische Standardbox, für deren Covergestaltung Motive aus dem Computerspiel genutzt werden. In ihr finden wir neben dem Regelheft insgesamt 125 Spielsteine, 144 Karten, 290 Plättchen, die Spielpläne und Spielhilfen.

Jeder Anfang auf einer bisher unbesiedelten Insel ist schwer. Doch nach und nach wächst Deine Siedlung, wird zu einer Stadt und schickt sich an, eine Metropole mit aufstrebenden Industrien zu werden, die Handel mit ihren Nachbarn und der Neuen Welt betreibt. Doch gilt es hierfür, mit den begrenzten Ressourcen geschickt zu planen, denn die Konkurrenz schläft nicht!

An einer Partie Anno 1800 können maximal 4 Spieler teilnehmen. Zu Beginn erhält jeder sein persönliches Insel-Tableau, sowie Gold, Bevölkerungssteine und  Bevölkerungskarten gemäß Regeln. In der Tischmitte wird zudem der Spielplan platziert, der wie in der Anleitung beschrieben mit dem übrigen Spielmaterial bestückt wird. Sobald auch noch die 5 Auftragskarten und das Feuerwerksplättchen bereitgelegt und der Startspieler bestimmt sind, kann es losgehen. In seiner Runde stehen dem jeweils aktiven Spieler verschiedene Aktionen zur Verfügung, von denen er eine ausführen kann, sofern Sonderregeln keine Zusatzaktionen ermöglichen. So können in der Aktion „Ausbauen“ Industrien, Werften oder Schiffe gebaut werden, sofern man die dazu nötigen Rohstoffe oder Produkte herstellen oder durch Handel erwerben kann. Durch die Aktion „Bevölkerungs-Karten“ kann man eine seiner Handkarten ausspielen und aktivieren oder 3 der eigenen Handkarten durch neue vom Nachziehstapel tauschen. Bis zu 3 zusätzliche Arbeitskräfte liefert die Aktion „Arbeitskraft erhöhen“, während man in der Aktion „Aufsteigen“, bis zu 3 vorhandene Arbeitskräfte verbessern kann. Als weitere Aktionen kann man durch die Erschließung der Alten Welt die eigene Insel vergrößern, durch die Erkundung der Neuen Welt zusätzliche Ressourcen für den Handel entdecken, Expeditionskarten erwerben, die am Ende Siegpunkte bringen können, oder ein Stadtfest feiern, wodurch man, wenn sonst keine Aktionen mehr möglich sind, sämtliche Bevölkerungssteine und Marine-Plättchen wieder zurücksetzen kann. Wenn ein Spieler seine letzte Bevölkerungskarte ausspielt erhält dieser das Feuerwerksplättchen. Die aktuelle Runde wird noch zu Ende gespielt und nach einer anschließenden Abschlussrunde erfolgt die Endwertung. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Wer das Computerspiel Anno 1800 schon einmal gespielt hat, weiß, dass es sich um eine sehr komplexe Wirtschaftssimulation handelt. Die Umsetzung in ein wirklich spielbares Brettspiel war daher eine mehr als anspruchsvolle Aufgabe, die Martin Wallace aber mit Bravour gemeistert hat. Es braucht zwar seine Zeit, bis man sich durch die Regeln gearbeitet hat, aber sobald man diese einmal verstanden hat, spielt sich Anno 1800 extrem flott und flüssig und bietet nicht nur eingefleischten Fans von Stragiespielen jede Menge Spielspaß. Dazu trägt sicherlich nicht zuletzt auch das wirklich schön gestaltete Spielmaterial, das die Stimmung aus der Zeit der Industrialisierung gut herüberbringt, mit bei. Einziger Kritikpunkt ist die Farbgebung der Investoren-Spielsteine, deren türkise Farbe recht nahe am Blau der Arbeiter ist. Zur besseren Unterscheidbarkeit wäre hier ein anderer Farbton sicherlich besser gewesen.

Titel: Anno 1800
Autor: Martin Wallace
Verlag: Kosmos

Anno 1800 – Regelkorrektur

Diese Woche haben wir vom Kosmos Verlag ein Exemplar der Spieleneuheit Anno 1800 erhalten, die wir hier demnächst noch detailliert vorstellen werden. Wie Kosmos uns nun mitgeteilt hat, hat sich in das Regelwerk dieser Erstauflage allerdings ein Fehler bei der Ausbauen-Aktion eingeschlichen:

„In der Anleitung steht, dass vorgedruckte Start-Industrien von ihren Alternativen überbaut werden müssen, weil jede Industrie nur höchstens einmal besessen werden darf. Tatsächlich sind damit aber identische Industrien gemeint. Da die Alternativen der Start-Industrien nicht identisch zu diesen sind (die entsprechenden Start-Industrien erfordern Handwerker, während ihre Alternativen Arbeiter erfordern), dürfen jeweils beide gebaut werden.

Es gibt also keine Bau-Plättchen, die zwingend von anderen überbaut werden müssen.“

Das überarbeitete Regelwerk, das in der nächsten Auflage enthalten sein wird, steht mittlerweile auf der Homepage der Verlages zum Download bereit, so dass auch Besitzer der Erstauflage die korrigierten Regeln zur Verfügung haben.

https://s3.eu-central-1.amazonaws.com/kosmos.de/media/pdf/2a/e0/bc/680428_Anno1800_Manual_300720_comp.pdf

Foto: © Kosmos

innoSPIEL 2020 – Die Nominierten

Auch in diesem Jahr wird der Veranstalter der Internationalen Spieltage SPIEL, der Friedhelm Merz Verlag, zusammen mit der Stadt Essen wieder den Preis innoSPIEL vergeben. Für diesen hat eine Fachjury, welche 2020 die folgenden Personen umfasst:

Michael Blumöhr, Kritiker, Veranstalter „Darmstadt spielt“
Christwart Conrad, Kritiker, Redakteur und Autor
Diana Dort, Autorin „Der Spiegel“
Karsten Höser, Verleger der Fachzeitschriften „Spielerei“ und „Spiel&Autor“, freier Lektor
Dr. Jürgen Karls, Spielbar.com
Nadine Pick, Inhaberin Fachgeschäft „Spielbrett Köln“
Christoph Post, Blogger „Brettspielbox“

aus der Masse der diesjährigen Neuheiten 3 Spiele ausgewählt, die sich durch ein besonders innovatives Konzept auszeichnen. Aus den 3 Nominierten wird dann der Sieger bestimmt werden, der im Rahmen der SPIEL.digital bekanntgegeben werden wird.

Die Nominierten für den innoSPIEL 2020 sind:

Palm Island – Die Insel to go

Alleine oder zu zweit entsteht hier aus einem Satz von 17 Karten auf der Handfläche eine Insel. Welche Karte soll Rohstoffe liefern, welche soll verbessert werden, um so die Insel weiterzuentwickeln? Klassisches Deckbuilding wird hier komplett und innovativ aufgefrischt.

 

Foto: © Kosmos

Root

In einem Wald leben niedliche Tiere, doch sind diese nur scheinbar niedlich, denn sie kämpfen um die Vorherrschaft im Wald. Jede Tiergruppe verfolgt dabei andere Ziele und nutzt andere Regeln, was Root zu einem komplexen asymmetrischen Spiel macht, das Elemente von Strategie-, Mehrheiten-, Handels- und Deckbuildingspielen miteinander kombiniert.

Foto: © Leder Games/Quality Beast

Team3

Ein Neuinterpretation des Themas Teambuildingspiel ist Team3. Wie die berühmten 3 Affen haben wir ein Team, bei dem einer nichts sieht, einer nichts hört und einer nichts sagt, aber trotzdem müssen diese 3 einen Weg finden, so zusammenzuarbeiten, dass sie in 3 Minuten ein Gebäude errichten.

Foto: © Abacus Spiele