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Spiel des Jahres 2022 – Die Nominierten

Der Verein Spiel des Jahres hat gestern die diesjährigen Nominierten seiner renommierten Spielepreise veröffentlicht.

Für das Spiel des Jahres 2022 sind nominiert:

Cascadia von Randy Flynn (Flatout Games / AEG / Kosmos)

© Foto Kosmos

Scout von Kei Kajino (Oink Games)

© Foto Oink Games

Top Ten von Aurélien Picolet (Cocktail Games)

© Foto Cocktail Games

 

Die Nominierten für das Kinderspiel des Jahres 2022 sind:

Auch schon clever von Wolfgang Warsch (Schmidt)

© Foto Schmidt

Mit Quacks & Co. nach Quedlinburg von Wolfgang Warsch (Schmidt)

© Foto Schmidt

Zauberberg von Jens-Peter Schliemann und Bernhard Weber (Amigo)

© Foto Amigo

 

Zum Kennerspiel des Jahres 2022 schließlich sind nominiert:

Cryptid von Hal Duncan und Ruth Veevers (Osprey Games / Skellig Games)

© Foto Skellig Games

Dune: Imperium von Paul Dennen (Dire Wolf)

© Foto Dire Wolf

Living Forest von Aske Christiansen (Pegasus)

© Foto Pegasus

Die Gewinner der Kategorien Spiel und Kennerspiel des Jahres 2022 werden am 16. Juli bekanntgegeben werden. Das Kinderspiel des Jahres 2022 wird dagegen bereits am 20. Juni gekürt.

Mille Fiori

Auf der SPIEL `21 konnten wir am Stand von Schmidt Spiele bereits einen ersten Blick auf die Herbstneuheit Mille Fiori des bekannten Autors Reiner Knizia werfen. Mittlerweile ist das Spiel nun im Handel erhältlich und ein Exemplar hat es auch zu uns geschafft. Die Covergestaltung der quadratischen Box wirkt dabei dezent und elegant, was sehr gut zur Thematik der venezianischen Glasbläserdynastien passt. In ihrem Inneren finden wir sauber verpackt und sortiert das Spielmaterial, das aus dem Spielplan, 110 Karten, 120 Spielsteinen, 8 Figuren und dem Regelheft besteht.

Die Serenissima ist weltbekannt für die kunstvollen Produkte, die die Glasbläser in der Lagunenstadt herstellen. Dabei wetteifern die verschiedenen Hersteller darum, ihre Produkte immer weiter zu verbessern, um so ihre Konkurrenten am Ende auszustechen.

Eine Partie Mille Fiori ist recht schnell vorbereitet. Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt, jeder Spieler erhält die transparenten Rauten, das Schiff und die Zählfigur seiner Farbe, wobei er Schiff und Figur auf die entsprechenden Startfelder auf dem Spielplan stellt. Dann wird die Startspielerkarte aus den übrigen Karten aussortiert und diese anschließend gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt. Sobald die obersten 9 Karten von diesem Nachziehstapel offen neben dem Spielplan liegen, kann es losgehen. In jeder Runde teilt der jeweilige Startspieler an alle Spieler je 5 Karten vom Nachziehstapel aus, die diese auf die Hand nehmen. Nun wählen alle Spieler eine ihrer Handkarten aus, legen sie verdeckt vor sich ab und reichen die übrigen Karten nach links weiter. Beginnend mit dem Startspieler decken die Spieler anschließend ihre Karten auf, führen nacheinander die jeweilige Aktion aus und legen die Karten zuletzt auf den Ablagestapel. Die möglichen Aktionen umfassen das Platzieren eines Rautenplättchens auf dem Spielplan oder das Vorrücken mit der Schiffsminiatur, was beides Punkte bringt. Eventuell ermöglicht es dem Spieler auch noch, eine der offen ausliegenden Karten zu ziehen, deren Aktion er dann ebenfalls sofort abhandelt. Dieses Drafting wird so lange durchgeführt, bis nur noch 1 Karte an den nächsten Spieler weitergegeben würde, welche stattdessen offen neben den Spielplan gelegt wird. Damit endet die Runde, die Startspielerkarte wird nach links weitergereicht und die nächste Runde startet. Das Spiel endet, nach der Runde, in der der Nachziehstapel aufgebraucht wurde oder sofort, wenn ein Spieler sein letztes Rautenplättchen legt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Spiele, bei denen man eigentlich für jede Aktion Punkte bekommt, sind wirklich selten und von daher spielt sich Mille Fiori zumindest anfangs recht ungewohnt. Ist man dann aber mal ein wenig im Spiel, läuft es doch recht flott. Man darf allerdings nicht den Fehler machen, sich hier eine große Strategie auszuarbeiten. Durch die zufällige Kartenvergabe und das Drafting hat man eh nur wenig Einfluss darauf, welche Karten man auf die Hand bekommt und welche Aktionsmöglichkeiten man somit hat. Hier muss man situativ entscheiden, wo man jeweils die meisten Punkte ergattern kann, wobei es gerade bei der ersten Partie recht schwierig ist, die diversen Legeregeln alle im Kopf zu haben. Was bei unserem Exemplar noch erschwerend dazukam, ist die Tatsache, dass wir noch eines der ganz frühen Spiele, bei denen sich einige Fehler ins Regelwerk eingeschlichen hatten, bekommen haben. Dies wurde aber mittlerweile durch Schmidt Spiele behoben, so dass die nun im Handel erhältlichen Spiele bereits die überarbeiteten Regeln haben sollten. Wer sich auf ein Spiel mit einem wahren Punkteregen einlässt, bekommt hier ein wirklich schön gemachtes Drafting-Game, das nicht zuletzt durch sein Spielmaterial besticht.

Titel: Mille Fiori
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Schmidt Spiele

Voll verplant

In seiner Klein & Fein-Reihe hat Schmidt Spiele auf der SPIEL `21 das Flip`n Write Voll verplant des Autors Hisoshi Hayashi präsentiert, das kurz vor Jahresende dann auch in den Handel kam. Es präsentiert sich in einer sehr kompakten, rechteckigen Box, deren Covergestaltung auch gleich auf die Thematik – die U-Bahn-Netze der Metropolen – hinweist. In der Box finden wir als Spielmaterial 6 Filzstifte, 14 Karten, den Block mit Spielplänen und das Regelheftchen.

U-Bahnen sind gerade in Großstädten wie Berlin, Paris, Amsterdam oder Madrid das Verkehrsmittel der Wahl, um möglichst schnell von A nach B zu kommen. Doch lohnt sich vor Fahrtantritt immer wieder ein Blick auf das Liniennetz, um dann auch wirklich am Ziel anzukommen.

Zum Beginn einer Partie Voll verplant müssen sich die Spieler zunächst darauf einigen, auf welchem der 4 möglichen Spielpläne sie spielen wollen. Von diesem gewählten Spielplan erhält dann jeder ein Blatt vom Block und dazu noch einen Filzstift. Sind auch die Karten gemischt und als verdeckter Zugstapel bereitgelegt sowie ein Spieler als Zugführer bestimmt, kann es losgehen. Der Zugführer deckt in jeder Runde eine Karte vom Zugstapel auf. Deren Wert tragen alle Spieler in ein freies Waggonfenster auf ihrem Spielplan ein und kreuzen dann auf der gewählten Strecke die entsprechende Anzahl an Stationen an. Hierbei müssen die Stationen beginnend vom Wagen aus angekreuzt werden und man muss seinen Spielzug beenden, wenn man auf eine bereits angekreuzte Station oder die Endstation trifft. Ausnahmen ermöglichen nur die Sonderkarten. Bei den Expresskarten können z.B. bereits angekreuzte Stationen übersprungen werden, bei der Freifahrt-Karte kann ein Kreuz beliebig gesetzt werden, ohne dass ein Waggonfenster befüllt werden muss, und bei der Umsteigen-Karte wird schließlich das erste freie Feld, der gewählten Linie mit der Zahl der Linien, die dort zusammentreffen, beschriftet, was am Ende Zusatzpunkte bringt. Wird die 6 gezogen, werden alle Karten (abgelegte und noch nicht aufgedeckte) wieder neu gemischt. Sobald ein Spieler eine Linie als Erster komplettiert hat, sagt er dies an und sichert sich damit die höhere Siegpunktzahl für diese Linie. Alle anderen Spieler erhalten für diese Linie nun nur noch die niedrigere Siegpunktzahl, wenn sie sie komplettieren. Das Spiel endet, sobald alle Spieler alle Waggonfenster auf ihrem Spielplan befüllt haben mit einer Endwertung. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Voll verplant ist ein sehr kurzweiliges, aber doch anspruchsvolles Roll`n Write. Die Grundregeln sind dabei einfach und schnell erlernt. Aber das Befüllen der Waggonfenster und damit das Setzen in den Stationen ist schon sehr anspruchsvoll. Hier muss man sich wirklich sehr genau überlegen, wie man agiert, um am Ende ein Maximum an Stationen angekreuzt zu haben, denn jede nicht angekreuzte Station bringt Minuspunkte. Auch bei den Umsteigekarten sollte man lieber zweimal nachdenken, auf welcher Linie man sie einsetzt, um möglichst viele Punkte zu generieren. Trotz alledem spielt sich Voll verplant letztlich doch recht flott, so dass man hier auch mehrere Partien auf den verschiedenen Plänen hintereinander spielen kann. Die maximale Spielerzahl ist zwar mit 6 angegeben, aber aus unserer Sicht spricht nichts dagegen, Voll verplant auch mit mehr Spielern zu spielen. Die zusätzlichen Stifte hierfür sollten sich wohl finden lassen.

Titel: Voll verplant
Autor: Hisoshi Hayashi
Verlag: Schmidt Spiele

Buchmesse 2021

Nachdem die Frankfurter Buchmesse letztes Jahr coronabedingt nur online stattfinden konnte, gab es dieses Jahr unter dem Motto Re:Connect wieder eine Präsenzveranstaltung. Diese musste aber wegen der Pandemie wesentlich kleiner ausfallen als sonst, weshalb auch deutlich weniger Aussteller anwesend waren. Trotz allem nahmen an der Buchmesse am Ende 2013 Unternehmen aus 80 Ländern teil und trotz der limitierten Besucherzahlen fanden in den fünf Tagen immerhin rund 72.500 Besucher (davon etwa 36.000 Fachbesucher) den Weg in die Messehallen, in denen natürlich der Auftritt des Ehrengastes Kanada ein besonderer Publikumsmagnet war.

Nachdem in den letzten Jahren ja immer mehr Spieleverlage an der Buchmesse teilgenommen hatten, weil Spiele mittlerweile gerade bei den großen Buchhandelsketten fester Teil des Ladenkonzeptes sind, waren diese 2021 – wohl nicht zuletzt wegen der zeitlichen Nähe zu SPIEL `21 – eher spärlich vertreten. Nur der Moses Verlag und Smart Toys and Games waren mit eigenen Ständen präsent. Kosmos dagegen präsentierte sich lediglich mit seinem Buchprogramm an einem Gemeinschaftsstand mit anderen Verlagen und der Schmidt Verlag fehlte diesmal ganz. Dafür gab es aber an anderen Ecken Interessantes für Spielefans zu sehen, wovon wir hier in nächster Zeit noch berichten werden.

So bleibt denn abzuwarten, ob 2022 die Spieleverlage in größerer Zahl wieder nach Frankfurt kommen werden, wenn wir dann die nächste Buchmesse, die hoffentlich ohne Corona-Einschränkungen stattfinden kann, erleben werden.

Plapparagei

Unter seiner Kinderspiel-Marke Drei Magier hat Schmidt Spiele dieses Frühjahr das Ablegespiel Plapparagei der Autorin Lena Burkhardt herausgeracht. Es kommt in einer kindgerecht gestalteten, kleinen, quadratischen Box daher, in der sich 95 Karten, 5 Figuren und das mehrsprachige Regelheftchen befinden.

Was gilt denn jetzt nochmal, wenn ich meine Karte ablege? Muss ich die Farbe nennen, muss ich etwas nachplappern, oder gilt gerade wieder etwas ganz anderes? Hier muss man höllisch aufpassen, denn sonst hat man sich ganz schnell verplappert.

Zum Spielstart werden zunächst die Karten gemischt und verdeckt an die Spieler verteilt, so dass jeder gleich viele als verdeckten Nachziehstapel vor sich liegen hat. Überschüssige Karten kommen zurück in die Box. Dann werden von den 5 Figuren noch 2 zufällig ausgewählt und in die Tischmitte gestellt. Sie geben an, welche Farben aktuell verboten sind und nicht genannt werden dürfen. Der jeweils aktive Spieler deckt in seinem Zug die oberste Karte seines Nachziehstapels auf, legt sie in die Tischmitte und muss je nachdem, was er aufgedeckt hat, z.B. schnellstmöglich die Farbe des Tieres oder des Hutes nennen, eine neue Farbe ansagen, mit der Zunge schnalzen, usw.. Macht er hierbei einen Fehler, muss er alle Karten aus der Tischmitte nehmen und unter seinen Nachziehstapel schieben. Es gewinnt am Ende derjenige, der als erster alle Karten seines Nachziehstapels abgelegt hat.

Plapparagei wird seinem Anspruch als Spiel für Kinder ab 8 Jahren wirklich vollauf gerecht, was aber nicht heißen soll, dass nicht auch ältere „Kinder“ hier ihren Spaß haben können. Bei diesem schnellen, kleinen Ablegespiel muss man wirklich extrem aufpassen, was man sagt, denn allzu schnell hat man etwas übersehen und sich verplappert, so dass der Kartenstapel wieder wächst, statt kleiner zu werden, was die Mitspieler nicht selten mit hämischem Gelächter dokumentieren. Laut Verlag ist Papparagei zwar schon mit 2 Personen spielbar, aber 3 – 4 Spieler sollten es unserer Meinung nach schon sein, um den Spielspaß voll auskosten zu können.

Titel: Plapparagei
Autor: Lena Burkhardt
Verlag: Drei Magier / Schmidt Spiele

Kannste Knicken

In seiner Klein & Fein-Reihe hat Schmidt Spiele Anfang 2021 das Roll`n Write Kannste Knicken herausgebracht, das vom Autorenduo Klaus-Jürgen Wrede  und Ralph Querfurth entwickelt wurde. Dem Motto der Reihe entsprechend ist denn auch die Box im Rechteckformat überaus kompakt gehalten. In ihr finden wir das Regelblatt, einen Schreibblock, 2 Würfel und 4 Filzstifte.

Das kannste knicken! Allerdings kannste das erst knicken, wenn Du alle Smileys an einer Ecke angekreuzt hast. Und ob es so klug war, genau an der Ecke anzufangen, wird sich auch erst noch zeigen. Denn am Ende wird nur einer als Erster alle Zielsymbole verbunden haben.

Eine Partie Kannste Knicken ist schnell vorbereitet. Die Gruppe muss sich nur entscheiden, welchen der 4 Schwierigkeitsgrade sie spielen will. Dann werden an jeden Spieler ein Blatt vom Spielblock und ein Filzstift verteilt. Der Startspieler erhält noch die Würfel und es losgehen. Der jeweils aktive Spieler würfelt in seinem Zug die beiden Würfel. Einen wählt er für sich, den anderen können seine Mitspieler nutzen. Gemäß des erwürfelten Ergebnisses tragen nun alle auf ihrem Spielblatt beginnend von einem der Startpunkte eine gerade Linie von Kreuzen ein, deren Endpunkt einen neuen Start-End-Punkt bildet. Kreuzen sie dabei Felder mit Einmalboni an, können sie diese sofort nutzen. Hat ein Spieler in einer Runde alle Smileys in einem Quadrat angekreuzt kann er ab sofort sein Spielblatt an der betreffenden Ecke jederzeit knicken und nun den entsprechenden Eck-Bonus nutzen. Es gewinnt, wer als Erster alle Zielsymbole seines Spielblattes verbunden hat.

Kannste Knicken ist eines dieser Spiele, das auf den ersten Blick ganz simpel erscheint und auch regeltechnisch keine Tücken birgt. Aber wie so oft steckt der Teufel mal wieder im Detail. Wo fange ich mit meiner Kreuzreihe an? Welche Ecke knicke ich am sinnvollsten als erste um, um den Bonus nutzen zu können, usw.? Hier muss man ganz schön knobeln und auch immer im Auge behalten, was die anderen Spieler so treiben, um nicht komplett ins Hintertreffen zu geraten. So ist Spannung bis zum Schluss garantiert und das bei einem hohen Wiederspielwert, der noch dadurch gesteigert wird, dass insgesamt 4 Schwierigkeitsgrade auf dem Spielblock vorhanden sind, die auch immer wieder neue Sonderregeln bringen.

Titel: Kannste Knicken
Autoren: Klaus-Jürgen Wrede, Ralph Querfurth
Verlag: Schmidt Spiele

Mystery House

Zu den Neuheiten des Jahres 2020, die von der Spielwarenmesse in Nürnberg mit dem Toy Award ausgezeichnet wurden, zählt auch das innovative 3D-Escape-Spiel Mystery House des Autors Antonio Tinto, das bei Schmidt Spiele erschienen ist. In einer recht voluminösen, quadratischen Faltschachtel finden wir als Spielmaterial das nicht minder voluminöse 3D-Haus, die Anleitung, ein Tutorial-Abenteuer mit 12 Karten, sowie in 2 separaten Boxen die Abenteuer „Familienporträt“ mit 42 Karten und „Herr des Labyrinths“ mit 68 Karten.

Habt ihr den Mut, das Mystery House zu betreten? Euch erwarten spannende Abenteuer und Rätsel, die es zu lösen gilt. Doch die Uhr tickt. Ihr habt nur 60 min, um das Haus zu erkunden, Hinweise und nützliche Gegenstände zu finden und so die mysteriöse Geschichte zu lösen.

Wie bei allen Escape-Spielen gilt natürlich auch bei Mystery House, dass es nur einmal spielbar ist. Um hier nicht zu viel zu spoilern, beschränken wir uns bei der Beschreibung des Spielablaufes auf den des Tutorials, das man unbedingt einmal spielen sollte, um sich mit den Spielmechanismen und der Funktionsweise der App, welche man vor Spielbeginn herunterladen muss, vertraut zu machen. Liegt das Smartphone oder Tablet mit der App griffbereit, muss in einem ersten Schritt das Haus vorbereitet werden, indem man die Ortskarten des jeweiligen Abenteuers in die passenden Schlitze des Hauses steckt. Anschließend werden noch die Objektkarten verdeckt bereit gelegt und dann kann es auch schon losgehen. Die App gibt dabei die Vorgehensweise und die Handlungsmöglichkeiten vor. Grob gesagt, wählt man eine der Ortskarten aus, die man erforschen möchte, klickt sich in der App durch die möglichen Optionen, woraufhin man ggf. aufgefordert wird eine oder auch mehrere der Objektkarten aufzudecken, welche dann wieder neue Handlungsoptionen in der App eröffnen. So gelangt man Schritt für Schritt zur Lösung des Rätsels. Je nachdem wie schnell man dabei war, gibt die App einem dann an, wie gut oder schlecht der Sieg ausgefallen ist.

Wir sind ja zugegeben bei App-basierten Spielen und auch bei der Escape-Thematik immer etwas skeptisch, aber Mystery House hat uns wirklich mehr als positiv überrascht. Das Spielprinzip ist neu und macht wirklich Laune, die App funktioniert auch offline und ist mehr als benutzerfreundlich programmiert und es macht extrem viel Spaß, gemeinsam auszuknobeln, was wohl die Lösung des Rätsels ist. Natürlich hat auch Mystery House das Manko, das die Abenteuer wie bei jedem Escape-Spiel nur einmal spielbar sind, doch kann die Grundbox für neue Abenteuer natürlich immer weiterverwendet werden. Und so hat Schmidt Spiele denn auch schon das erste neue Abenteuer in Form von „Zurück nach Tombstone“ nachgeschoben.

Titel: Mystery House
Autor: Antonio Tinto
Verlag: Schmidt Spiele

Point Up

Unter den Neuheiten, die Schmidt Spiele 2020 vorgestellt hat, fanden sich auch einige Titel, die für 5 und mehr Spieler geeignet sind, so auch das schnelle Kartenspiel Point Up der Autorin Katrin Abfalter. Es präsentiert sich in einer kleinen, runden Metalldose, ist doch auch das gesamte Spielmaterial aus 100 Karten und selbst das Regelheft rund gestaltet.

Was ist diesmal gesucht? Die häufigste Farbe, auf welchen Kreis zwei Kreisöffnungen zeigen oder auf welchen Kreis keine Öffnung zeigt? Hier muss man blitzschnell die Lage erfassen und noch schneller seine Antwort geben. Doch Vorsicht! Man hat immer nur einen Versuch.

Eine Partie Point Up ist schnell und unproblematisch vorbereitet. Die Runde muss sich nur darauf einigen, in welchem der 4 Schwierigkeitsgrade sie spielen will, dann werden die entsprechenden Karten gemischt, verdeckt bereitgelegt und es kann auch schon losgehen. In jeder Runde wird die oberste Karte des Nachziehstapels aufgedeckt. Sie zeigt die Kreise, um die es diesmal geht. Die neue oberste Karte des Nachziehstapels gibt dagegen vor, nach was diesmal gesucht wird, also z.B. welche Farbe am häufigsten vorkommt oder auf welchen Kreis zwei Kreisöffnungen zeigen oder auf welchen Kreis keine Öffnung zeigt. Jeder Spieler ruft nun so schnell wie möglich seinen Tipp. Liegt ein Spieler richtig und war er der Schnellste, gewinnt er die Karte. Wer am Ende die meisten Karten gewonnen hat, gewinnt die Partie.

Point Up ist zwar schon ab 6 Jahren spielbar, eignet sich aber definitiv auch für ältere Spieler. Als Partyspiel ist geradezu prädestiniert, ist es doch ein witziges, schnelles Spiel mit viel Spielspaß und hohem Wiederspielwert, bei dem aber auch der Kniffligkeitsfaktor nicht zu kurz kommt.

Titel: Point Up
Autor: Katrin Abfalter
Verlag: Schmidt Spiele

Spielwarenmesse Nürnberg

Als 1949 vier Unternehmer beschließen, in Nürnberg eine deutsche Fachmesse für Spielwaren zu gründen, ahnen sie wohl nicht, welche Erfolgsgeschichte sich daraus entwickeln wird. Sind auf der ersten Messe gerade einmal 351 Aussteller vertreten, so zählt die Jubiläumsveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der Messe heute 2886 Aussteller aus 68 Nationen, die die 12 Messehallen füllen. In der Zeit vom 30. Januar bis zum 03. Februar 2019 haben dabei wieder einmal weit über 70.000 Fachbesucher die Gelegenheit genutzt, um sich auf dem rund 170.000 m² großen Messeareal über die Neuheiten und Trends der Branche zu informieren.

Eine der wichtigsten Neuerungen der 70. Ausgabe der Spielwarenmesse in Nürnberg ist die veränderte Hallenstruktur, die den dynamischen Veränderungen am Markt Rechnung trägt. So ist dieses Jahr erstmals das elektronische Spielzeug in Halle 4A konzentriert, wo die Aktionsfläche Tech2Play im Zentrum deutlich an Größe zugelegt hat.

Die Spielehersteller, die uns natürlich besonders interessieren, finden sich dagegen nach wie vor auf den zwei Ebenen der Halle 10. Im Foyer vor Halle 11 sind darüber hinaus wie schon in den vergangenen Jahren Pegasus Spiele und das Spiele Cafe untergebracht, während Ravensburger wie üblich eine große Standfläche in Halle 12.0 belegt. Aber auch in den übrigen Hallen waren – teils etwas versteckt – einige kleine Spieleverlage vertreten.

Alle Neuheiten, die in Nürnberg präsentiert wurden, hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. Wir beschränken uns deshalb auf einige Highlights, die uns besonders ins Auge gefallen sind, wobei wir die Neuheiten von Pegasus, Asmodee und Kosmos ja bereits vorab vorgestellt hatten.

Die aus unserer Sicht wichtigste Neuheit am Stand von ASS war mit Sicherheit die neueste Erweiterung der Dominion Reihe. Renaissance wird pünktlich zur Spiel `19 im Oktober in Essen erhältlich sein und neben neuen Karten und Metallmünzen auch wieder neue Spielmechanismen bringen. Zum 10-jährigen Jubiläum von Dominion kommt zusätzlich auch noch eine Einsteiger-Bigbox mit 1000 Karten heraus. Als weitere Neuheiten waren zudem Arctic Scavengers und das Städtebauspiel Neom zu sehen.

Bei Noris erhält einmal mehr die Escape Room Reihe Zuwachs, während die übrigen Spieleneuheiten nur für maximal 4 Spieler geeignet und daher für uns weniger von Interesse sind.

Queen Games feiert dieses Jahr mit Neuheiten wie Copenhagen sein 30-jähriges Bestehen. Leider sind alle Neuheiten nur wieder für maximal 4 Mitspieler ausgelegt, so dass man abwarten muss, ob zur Spiel `19 in Essen vielleicht noch weitere Neuheiten, die sich auch mit mehr Spielern spielen lassen, herauskommen werden.

Bei den Frühjahrsneuheiten von Amigo stechen Saboteur – The Lost Mines, 6 nimmt! und Hochspannung besonders hervor, die alle 3 für große Spielegruppen geeignet sind.

Die Quacksalber von Quedlinburg von Schmidt Spiele wurde 2018 zum Kennerspiel des Jahres gewählt. Als Erweitung kommt dieses Jahr Die Kräuterhexen heraus.

Im Vertrieb von Hutter finden sich die Spiele des Iello Verlages. Als Ergänzung der beliebten Monsterspiele King of New York und King of Tokyo übernimmt Hutter die deutsche Version von King of New York – Power Up! in den Vertrieb.

Der Moses Verlag hingegen erweitert seine Black Stories Reihe wieder einmal um zwei neue Editionen. Dark Night Edition und 5 nach 12 Edition heißen die neuesten Vertreter der Reihe, die jeweils 50 neue, rabenschwarze Rätsel bereithalten.

Bücher und mehr

Die Buchmesse Frankfurt konnte dieses Jahr ein Jubiläum feiern. Zum mittlerweile 70. Mal strömten rund 285.000 Fachbesucher und am Wochenende auch Privatpersonen in die Messehallen der Main-Metropole, um sich über die Neuheiten auf dem Buchmarkt zu informieren. Während der 5 Messetage vom 10. bis 14. Oktober präsentierten sich dabei 7503 Aussteller aus 109 Ländern dem Publikum, ergänzt durch ein Rahmenprogramm aus Lesungen, Konferenzen und Workshops. Besondere Publikumsmagneten waren dabei nicht nur der Ehrengastauftritt Georgiens, der spannende Einblicke in die Literatur, Geschichte und Kultur des Landes bot, sondern auch der von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier neu eröffnete Frankfurt Pavillon.

Internationale Beachtung fand auch die von der Frankfurter Buchmesse zusammen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, ARD, ZDF und der Zeitschrift Der Spiegel initiierte und von den Vereinten Nation und Amnesty International unterstütze Kampagne On The Same Page, die das Bewusstsein für Menschenrechte stärken soll.

Da einige Verlage auch im Spielebereich tätig sind, nutzen diese die Plattform der Buchmesse natürlich auch, um dem Fachhandel ihre Spieleneuheiten vorzustellen. So war am Stand der Moses Verlags GmbH die Sebastian Fitzek Edition der Black Stories-Reihe zu sehen, über die wir hier demnächst noch ausführlich berichten werden.

Mit einem großen Messeauftritt war auch Schmidt Spiele vertreten, dessen Quacksalber von Quedlinburg den Kritikerpreis als Kennerspiel des Jahres 2018 gewonnen hat.

Und auch der Kosmos Verlag präsentierte sich und seine Produkte – hierbei unter anderem die Catan Reihe, die unlängst um die neueste Variante Der Aufstieg der Inka ergänzt wurde, das wir hier auch noch vorstellen werden, und die Exit Spiele – mit einem umfangreichen Messeauftritt.

Inwieweit in der Zukunft auch noch andere Spieleverlage die Buchmesse in Frankfurt als Plattform nutzen werden, um den Fachhandel zu umwerben, wird sich zeigen. Da mittlerweile eine Spieleecke in vielen großen Buchhandlungen der Filialisten wie Thalia oder Osiander fester Teil des Ladenkonzeptes ist, bietet sich der wichtigste Branchentreff hierzu sicherlich an.