April 2019

Frantic

Aus einer Kickstarter Kampagne des schweizer Spieleverlages Rulefactory ging das Kartenspiel  Frantic hervor, für das die Autorengruppe Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf und Pierre Lippuner verantwortlich zeichnet. In Deutschland kümmert sich die Carletto GmbH mittlerweile um den Vertrieb dieses wirklich hinterhältigen Kartenspiels, so die Eigenwerbung des Verlages. Das gesamte Spielmaterial in Form von 125 Spielkarten und dem Regelblatt ist dabei in einer passend tiefschwarzen Box sicher untergebracht.

Die Aufgabe klingt doch eigentlich recht einfach: Werde so schnell wie möglich alle Deine Karten los. Dumm nur, dass auch Deine Mitspieler genau dieses Ziel verfolgen und natürlich alles daran setzen, dass Du scheiterst. Frantic ist ein Spiel das Freundschaften zerstören kann, von daher sollte man sich gut überlegen, mit wem man eine Partie startet.

Die Regeln von Frantic sind erfreulich einfach. Es ist für 2 bis maximal 8 Spieler ausgelegt, von denen zu Beginn jeder 7 Spielkarten als Handkarten erhält. Die übrigen Spielkarten dienen als verdeckter Nachziehstapel, neben den der Stapel mit den Ereigniskarten ebenfalls verdeckt platziert wird. Der Kartengeber deckt die oberste Karte des Nachziehstapels aus und nun müssen die Mitspieler reihum versuchen, Handkarten mit passender Farbe und / oder Zahlenwert oder eine Spezialkarte auszuspielen. Hat man keine passende Karte auf der Hand oder will vielleicht keine Karte ausspielen, muss man eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand ziehen. Spielt ein Spieler eine schwarze Karte, wird sofort eine Ereigniskarte aufgedeckt und abgehandelt. Eine Runde endet, wenn ein Spieler keine Karten mehr hat oder der Nachziehstapel aufgebraucht ist oder aufgrund einer entsprechenden Ereigniskarte. Die Spieler rechnen nun die Zahlenwerte ihrer verbliebenen Handkarten zusammen. Erreicht ein Spieler nach einer Runde den vorher vereinbarten Punktestand, endet die Partie und derjenige mit den wenigsten Punkten gewinnt.

Frantic ist in gewisser Weise eine Art Mischung aus Uno und Schwarzer Peter nur um einiges boshafter und gemeiner. Vor allem mit den Spezialkarten kann man den Mitspielern das Leben unendlich schwer machen und deren klug geplante Spielzüge nutzlos werden lassen. Zudem bringen die Ereigniskarten immer wieder komplett neue Wendungen in den Spielverlauf. Frantic ist ein wirklich extrem spassiges und kurzweiliges Kartenspiel, das auch nach vielen Runden nie langweilig wird. Allerdings müssen die Mitspieler auch bereit sein, sich auf diese Art Spielspaß einzulassen. Sonst kann es wirklich dazu beitragen, Freundschaften zu zerstören.

Titel: Frantic
Autoren: Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf, Pierre Lippuner
Verlag: Rulefactory

Black Stories – Dark Night Edition

Und einmal mehr hat sich die Black Stories Reihe des Moses Verlages aus Kempen um eine neue Edition vergrößert. Die Dark Night Edition bietet allen Nachtschwärmern, die dem ruhigen Schlaf das Lösen von rabenschwarzen Rätseln vorziehen, reichlich finstere Geheimnisse, die es zu lüften gilt. Für die neue Edition zeichnen diesmal die Autoren Maximilian Schulz und Simon Meßmer verantwortlich, wobei sich letzterer auch um die Illustration der 50 Karten gekümmert hat. Wie gewohnt finden diese zusammen mit den bekannten Spielregeln ihren Platz in einer kompakten, schwarzen Schachtel mit passender Covergestaltung. So sind einmal mehr viele Stunden Rätselspaß in kleinen wie großen Spielerunden garantiert und dies nicht nur bei Vollmond!

Titel: Black Stories – Dark Night Edition
Autoren: Maximilian Schulz, Simon Meßmer
Verlag: Moses

Terraforming Mars – Kolonien

Bereits 2018 ist neben Präludium mit Kolonien eine zweite Erweiterung des Terraforming Mars Universums erschienen. Trieben die von den Spielern kontrollierten Konzerne bisher auf Mars und Venus das Terraforming voran, ist nun der äußere Rand des Sonnensystems die neue Grenze. Hier sind auf den Monden von Saturn und Jupiter, auf Zwergplaneten wie Pluto und Ceres Kolonien entstanden, mit denen Handel getrieben und auf denen eigene Konzern-Kolonien gegründet werden können. Die Erweiterung liefert hierzu das nötige Spielmaterial in Form von 11 Kolonieplättchen, 1 Handelsplättchen, 8 Handelsflotten, 8 Markern, 1 Übersichtsplättchen sowie 49 neuen Projekt- und 5 neuen Konzernkarten.

Kolonien kann wie gehabt mit dem Grundspiel allein aber auch allen bisher erschienenen Erweiterungen kombiniert werden. An den Grundregeln ändert sich nichts, aber es gibt zwei neue, mögliche Aktionen. Spieler können zum einen auf den Kolonieplättchen eigene Kolonien errichten. Zum anderen können sie ihre Handelsflotten einsetzen, um mit den Kolonien Handel zu treiben.

Durch geschickte Nutzung der Kolonien kann man sich und seinem Konzern so entscheidende Vorteile in Form zusätzlicher Ressourcen oder auch Projektkarten verschaffen, was letztlich auch das Terraforming auf dem Mars deutlich beschleunigt. Kolonien stellt somit eine sehr gelungene Erweiterung des Grundspiel dar, die wie gewohnt qualitativ hochwertig und optisch schön gestaltet daherkommt.

Titel: Terraforming Mars – Kolonien
Autor: Jacob Fryxelius
Verlag: Schwerkraft Verlag

7 Wonders – Armada

Pünktlich zur Spiel `18 präsentierte Repos Production in Form von Armada die mittlerweile vierte Erweiterung von 7 Wonders, die als neues Element die Seefahrt bringt. Sie umfasst 8 Werftspielpläne, 32 Schiffe, 51 Karten, 56 Marker, 6 Münzen, 4 Übersichtskarten, einen Wertungsblock und die Regeln. Dies findet wie üblich in einer kompakten Box mit graphisch ansprechendem Cover seinen Platz.

Vor dem Start einer Partie erhält jeder Spieler einen Werftspielplan und je 1 Schiff der 4 Farben. Zusätzlich werden entsprechend der Spielerzahl Armada-Karten zu den Zeitalter-Karten des Grundspiels gemischt und die Inselkarten nach Stufen sortiert und separat gemischt. Der Spielablauf entspricht im Großen und Ganzen dem des Grundspiels, allerdings können die Spieler, sofern sie die nötigen Ressourcen haben, neben der normalen Bauaktion, noch ihre Flotten ausbauen. Am Ende eines Zeitalters gibt es zudem zusätzlich zum Landkampf auch noch einen Seekampf. Und als weitere neue Regel erhalten die Spieler bei der Gildenwertung am Ende des Spiels nur noch maximal 10 Punkte pro Gilde.

Der Ausbau der Flotten, der in den Bereichen Militär, Handel, Ziviles und Forschung erfolgen kann, hat ein vollkommen neues und extrem interessantes Spielelement in 7 Wonders gebracht. Bisherige Strategien werden so teilweise obsolet, da sie durch Effekte der Flotten wieder ausgeglichen werden. Zudem ist das Spiel so deutlich kriegerischer geworden, wirkt sich der Seekampf doch immer auf alle Mitspieler aus und nicht mehr nur auf die unmittelbaren Nachbarn.

Titel: 7 Wonders – Armada
Autor: Antoine Bauza
Verlag: Repos Production