Schlagwort-Archiv: Helvetiq

Barrakuda

Zu den 2022er-Neuheiten des schweizer Helvetiq-Verlages, der in Deutschland seit diesem Jahr von Hutter vertrieben wird, gehört das Strategiespiel Barrakuda des Autors Isaac Pante. Geliefert wird es in einer sehr kompakten, rechteckigen Box mit dem namensgebenden Barrakuda als Covergrafik, die – wie für Helevetiq üblich – sehr stabil gehalten ist. In der Box finden wir dank eines Pappeinlegers sicher verstaut das Spielmaterial, welches 44 Karten, 36 Goldstücke, 5 Figuren, 2 Würfel und die Regelfaltblätter in 5 Sprachen umfasst.

Auf dem Meeresgrund vor dem kolumbianischen Cartagena liegen viele versunkene Schiffswracks und nicht wenige von ihnen bergen Schätze, die gehoben werden wollen. Auf also zur Schatzsuche! Doch offensichtlich bist Du nicht die Einzige, der reiche Beute machen will und dann ist da auch noch ein Barrakuda, der die Wracks unsicher macht…

Zu Spielbeginn wählt jeder Spieler seine Spielerfarbe und erhält die entsprechenden Bewegungskarten und eine Barrakuda-Karte auf die Hand, während er die Geldsack- und Tresor-Karte wie auch die Taucherfigur vor sich ablegt. Dann werden die Schiffswrack-Karten gemischt und in der Tischmitte als Meeresboden ausgelegt, wobei die Anordnung beliebig erfolgen kann, solange jede Karte mindestens mit einer Seite an eine andere Karte angrenzt. Auf die Karte mit der Nummer 6 wird anschließend die Barrakuda-Figur gelegt. Sobald die Würfel und die Goldstücke bereitliegen, von denen jeder Spieler 3 erhält, die er auf seiner Geldsack-Karte platziert, kann die Partie starten. In jeder Runde wählen die Spieler eine ihrer Handkarten verdeckt aus und legen sie vor sich ab. Dann decken alle Spieler ihre gewählten Karten auf. Zeigen sie einen Zahlenwert, setzen die Spieler ihren Taucher auf die entsprechende Schiffswrack-Karte. Hat ein Spieler eine Barrakuda-Karte gespielt, würfelt er nun mit dem Bewegungs-Würfel und bewegt den Barrakuda entsprechend in beliebiger Richtung vorwärts. Wurden keine oder mehrere Barrakuda-Karten ausgespielt, würfelt ein Spieler beide Würfel, wobei der Richtungswürfel nun vorgibt, auf welche Schiffswrack-Karte sich der Barrakuda zubewegt. Anschließend werden eventuelle Begegnungen abgehandelt. Ist ein Spieler allein auf einer Schiffswrack-Karte, führt er Sonderaktion und allgemeine Aktion durch, wodurch er Schätze einsammeln, diese von seiner Geldsack-Karte auf die Tresor-Karte verschieben oder die älteste ausgespielte Karte wieder auf die Hand nehmen kann. Ist er zusammen mit dem Barrakuda auf einer Schiffswrack-Karte, muss er alle Goldstücke von seiner Geldsack-Karte auf diese Schiffswrack-Karte abwerfen. Sind mehrere Taucher auf derselben Schiffswrack-Karte, wird ermittelt, wer die Initiative, also die wenigsten Bewegungs-Karten vor sich liegen hat. Dieser Spieler kann entweder die Sonderaktion und die allgemeine Aktion durchführen, oder anstelle der Sonderaktion die Goldmünzen von der Geldsack-Karte des anderen Spielers stehlen. Die Partie endet, sobald ein Spieler 8 Goldstücke in seinem Tresor hat.

Barrakuda ist ein schnelles, kleines Strategiespiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln und sehr hohem Glückfaktor. Wer hier erfolgreich sein will, muss sehr genau darauf achten, was die Mitspieler so treiben, wieviel Goldstücke sie schon gesammelt und welche Karten sie bereits ausgespielt haben, um dann schlusszufolgern, was wohl der nächste Spielzug der Gegner sein könnte. All diese wunderbaren Überlegungen nutzen aber am Ende trotzdem nichts, wenn einem der Barrakuda plötzlich in den Weg kommt, der sich ja jede Runde bewegt. Von daher haben wir hier ein schön gemachtes, kurzweiliges Spiel vor uns, das einmal mehr nicht zuletzt auch durch die Helvetiq-typische, hohe Qualität des Spielmaterials überzeugen kann.

Titel: Barrakuda
Autor: Isaac Pante
Verlag: Helvetiq / Hutter

Patient Zero

Aus einer erfolgreichen Kickstarter Kampagne, die wir hier im Blog auch begleitet hatten, ist Ende letzten Jahres das app-unterstützte Spiel Patient Zero des schweizer Helvetiq Verlages hervorgegangen, dessen Deutschlandvertrieb seit diesem Jahr bei Hutter liegt. Autor des Titels mit seiner hochaktuellen Thematik ist Cédric Martinez, während Emiliano Ponzi für die Illustrationen gesorgt hat. Das Spielmaterial, das wir in der dunkelblau gehaltenen, rechteckigen Box finden, umfasst dabei 2 Blöcke mit Forschungsblättern, 2 Sichtschirme, 2 Bleistifte, 2 Scanpads, 4 Tokens, 168 Karten und das Regelheft.

Eine neue, mysteriöse Krankheit hält die Welt in Atem! Und so arbeiten die beiden besten Forschungslabore fieberhaft daran, ein Heilmittel gegen diese Krankheit zu entwickeln. Welches von beiden wird wohl am Ende die Nase vorne haben?

Patient Zero kann je nach Spieleranzahl in verschiedenen Modi gespielt werden. Wir haben das Spiel zu viert getestet und dabei die App genutzt, die jeweils ein Spieler pro Team herunterladen muss. Danach erhält jedes Team sein Spielmaterial, bestehend aus dem Sichtschirm, einem Forschungsblatt vom Block, einem Stift, einem Scanpad, einem Estrugamo- und einem Centrifugo-Token, einem Set Karten für die Werkzeuge, die zur Verfügung stehen, sowie Probenkarten, die gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt werden. Nach dem Starten der App wählt die KI geheim 3 Moleküle aus, die beide Teams nun ermitteln müssen. Der eigentliche Spielablauf besteht dann darin, dass jedes Team entscheidet, welches der Werkzeuge es in einer Runde nutzen will, dies in die App eingibt und ggf. noch Probenkarten zieht und auch diese in die App eingibt und dann wartet, was die App als Ergebnis auswirft. Dieses wird auf dem Forschungsblatt des Teams notiert und wenn auch das gegnerische Team seine Aktion vollendet hat, beginnt die nächste Runde. Sobald ein Team glaubt, die 3 richtigen Moleküle ermittelt zu haben, gibt es diese in die App ein und falls es richtig lag, gewinnt es somit die Partie.

Beim ersten Studieren der Regeln von Patient Zero waren wir ehrlich gesagt etwas erschlagen, denn die verschiedenen Werkzeuge bieten wirklich eine Fülle an Möglichkeiten, um die gesuchten Moleküle zu ermitteln, und es fällt einem zu Beginn schwer, hier den Überblick zu behalten, auch wenn die ganzen Optionen auf der Innenseite des Sichtschirms abgedruckt sind. Ist man einmal im Spiel, läuft Patient Zero dann doch sehr flott, so dass die Spieldauer von 30 min für eine Partie mehr als realistisch ist. Zumindest wenn man eine gute Internetverbindung hat und die App nicht hängt. Diese ist zwar einfach und leicht zu bedienen, aber es dauert manchmal gefühlt eine Ewigkeit, bis sie zur nächsten Runde weiterschaltet. Als Alternative bietet Helvetiq hier erfreulicherweise auch die Option an, die App durch eine Art Spielleiter zu ersetzen, der zu Beginn der Partie geheim die 3 gesuchten Moleküle zieht und dann den Teams die Infos, die sie sonst über die App bekommen würden, liefert.

Titel: Patient Zero
Autor: Cédric Martinez
Verlag: Helvetiq / Hutter

K3

Nachdem wir ja im Frühjahr 2021 auf Neuheiten von Helvetiq verzichten mussten, hat der Basler Verlag zur SPIEL `21 nun ein kleines Neuheitenfeuerwerk abgefeuert. Eines der neuen Spiele, die auf der Messe vorgestellt wurden, ist das Programmierspiel K3, das von Philippe Proux entwickelt wurde. Schon die Verpackung ist dabei ein echter Eyecatcher, ist sie doch würfelförmig und zudem noch in einem wirklich strahlenden Gelbton gehalten. In Ihr finden sich ein kleiner Jutebeutel mit 55 Holzsteinen und das mehrsprachige Regelheft.

Der K3 gilt nicht umsonst als einer der am schwierigsten zu besteigenden Berge weltweit. Und so muss man seinen Aufstieg sehr gut planen, will man am Ende wirklich den Gipfel erreichen.

Zur Vorbereitung einer Partie K3 werden zunächst die Spielsteine – bis auf die weißen und holzfarbenen – in den Jutebeutel gegeben. Dann werden 9 zufällig gezogen und als Basecamp in einer Reihe in der Tischmitte platziert. Danach ziehen die Spieler reihum immer blind 3 heraus, bis alle Steine verteilt sind. Zuletzt erhalten die Spieler noch weiße und holzfarbene Steine, wobei sich deren Anzahl nach der Zahl der Mitspieler richtet. Nun schichten alle Spieler ihre Spielsteine zu einer kleinen Pyramide vor sich auf, wobei der weiße Stein bei 4 Spielern neben derselben abgelegt wird. In K3 wählt der aktive Spieler einen freien Stein seiner Pyramide und legt ihn über 2 Spielsteine des Basecamps. Dabei muss dieser Stein immer auf mindestens einem gleichfarbigen Stein abgelegt werden. Kann ein Spieler keinen Stein ablegen, kann er den weißen Stein einsetzen, um eine Runde zu pausieren. Kann er auch dann keinen Stein ablegen, scheidet er aus. Legt ein Spieler einen Stein auf 2 gleichfarbige Steine, darf sein linker Nachbar einen Stein aus der Auslage des aktiven Spielers klauen. Die holzfarbenen Steine dienen als Jokersteine, die jede Farbe annehmen können. Es gewinnt am Ende der Spieler, der als letzter noch übrig ist.

Auf den ersten Blick erscheint es ja ganz einfach, farbige Steine übereinander zu stapeln. Doch so einfach ist es dann eben doch nicht. Schon der Aufbau der eigenen Pyramide will sehr genau durchdacht sein, denn sonst manövriert man sich allzu schnell in eine Sackgasse und kann keine Steine mehr setzen. Wer an kniffligen Denksportspielen Spaß hat, der wird auch an K3 seine Freude haben, das sich trotz allem extrem fix und ohne lange Wartezeit für die inaktiven Spieler spielen lässt. Zudem begeistern einmal mehr die hochwertigen Spielmaterialien und die stabile, schön gemachte Box, die zum bekannten Helvetiq-Standard gehören.

Titel: K3
Autor: Philippe Proux
Verlag: Helvetiq

Tucano

Zu den Neuheiten, die der Helvetiq Verlag aus Basel 2021 herausbgebracht hat, gehört das Kartenspiel Tucano des Autors Théo Rivière. Wie wir das von Helevtiq ja mittlerweile gewohnt sind, kommt auch dieses Spiel wieder in einer extrem stabilen, schön gestalteten Box daher, die – wie bei einem Kartenspiel kaum anders zu erwarten war – überaus kompakte Abmessungen im Pocketformat hat. In ihr sind 70 Karten und das Regelfaltblatt oder besser gesagt die Regelfaltblätter – Helvetiq liefert diese nämlich in gleich 6 Sprachen mit – enthalten.

Im tropischen Regenwald wachsen jede Menge Früchte. Doch nicht jede, die lecker aussieht, ist am Ende auch bekömmlich. Von daher gilt es, die besten Früchte zu sammeln und diese vor den gierigen Fingern der Nachbarn zu schützen, während man sich selbst an deren Fruchtsammlung bedient.

Zum Spielstart werden die Frucht- und Tucan-Karten zunächst zusammengemischt. Sie bilden den verdeckten Nachziehstapel in der Tischmitte. Neben diesen werden 3 Kolonnen offener Karten aus einer, 2 und wiederum einer Karte gelegt. Der jeweils aktive Spieler wählt eine der offen ausliegenden Kolonnen aus und nimmt alle Karten, die er als seine Sammlung vor sich ablegt. Erhält er dabei eine der Tucan-Karten führt er deren Aktion sofort aus und legt sie dann aufgedeckt auf den Ablagestapel. Zuletzt legt er noch auf jede der 3 Kolonnen eine neue Karte vom Nachziehstapel und dann ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe. Das Spiel endet, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist und nur noch eine Kolonne übrig bleibt. Die Spieler addieren nun die Werte ihrer Frucht-Karten. Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Tucano ist ein schön gemachtes Kartenspiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln, die schnell erlernt sind. Es zu spielen, ist dann aber bisweilen ganz schön knifflig, weil man immer kalkulieren muss, welche der Kolonnen denn nun am Ende wirklich das Maximum an Punkten bringt. Denn je nach Frucht kann es manchmal sinnvoll sein, nach dem Motto „weniger ist mehr“ zu verfahren. Zudem machen einem natürlich auch die Mitspieler mit den Tucan-Karten das Leben immer wieder schwer, indem sie Früchte klauen, oder einem unerwünschte Früchte in die eigene Sammlung schmuggeln. Von daher ist hier viel Spielspaß bei hohem Wiederspielwert garantiert.

Titel: Tucano
Autor: Théo Rivière
Verlag: Helvetiq

Save Patient Zero – Kickstarter Kampagne

Das Szenario kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Es ist eine neue Krankheit ausgebrochen und der Patient null konnte identifiziert werden. Sofort beginnen zwei Labore damit, ein Gegenmittel zu entwickeln. Das ist das Setting des kooperativen Deduktionsspieles Save Patient Zero, für das der Helvetiq Verlag nun eine Kickstarter Kampagne gestartet hat. Mit dieser soll die Entwicklung einer App finanziert werden, welche als künstliche Intelligenz den Savvy, einen Game-Master, spielt. Dieser unterstützt die beiden Forscherteams bei ihren Arbeiten und wird es auch ermöglichen, das Spiel solo oder 1 gegen 1 zu spielen.

Alle weiteren Informationen zur Kampagne finden sich auf der entsprechenden Seite bei Kickstarter:

https://www.kickstarter.com/projects/helvetiq/save-patient-zero-0

Fotos: © Helvetiq

Kompromat

Normalerweise liegt unser Fokus ja auf Spielen für 5 und mehr Spieler. Aufgrund der aktuell wieder schlechteren Coronalage sind solche großen Spielerunden aber eigentlich nicht mehr machbar, sofern man keine große Familie hat. Von daher haben wir heue eine Neuheit des Baseler Helvetiq Verlages unter die Lupe genommen, die ein reines 2-Personen-Spiel ist und zwar das Kartenspiel Kompromat des Autorenduos Adam Porter und Rob Fischer.  Es kommt in einer Helvetiq-typischen, stabilen Verpackung, welche wie auch das gesamte Spielmaterial die Illustrationen von Felix Kindelan zieren, daher. Öffen wir den Deckel der kompakten Box, finden wir darin insgesamt 57 Karten, 18 Tokens und das Regelfaltblatt.

Ein Skandal bahnt sich an, kursieren doch verschiedene rufschädigende Gerüchte über eine bedeutende Person des öffentlichen Lebens. Wie kaum anders zu erwarten, mischen natürlich auch die Geheimdienste in dieser Affäre mit und haben ihre Top-Spione darauf angesetzt. Während die eine Seite nun alles versucht, die Informationen zu vernichten, versucht die Gegenseite, diese erst recht zu verbreiten. Doch am Ende kann nur ein Spion der erfolgreichste sein.

Zur Spielvorbereitung nimmt jeder der beiden Spieler seinen Stapel mit Ausrüstungskarten, mischt diese und legt sie als persönlichen Nachziehstapel verdeckt vor sich ab. Die Missionskarten werden getrennt gemischt und als Nachziehstapel, ebenso wie die Spionageabwehrtokens in der Tischmitte platziert. Danach werden vom Missionskarten-Nachziehstapel die obersten 4 Karten gezogen und als Missionen für die aktuelle Runde in einer Reihe offen ausgelegt. Der jeweils aktive Spieler zieht nun die oberste Karte von seinem persönlichen Nachziehstapel und legt diese offen unter eine Mission seiner Wahl. Danach kann er weiter solange, wie er will, Karten ziehen, ansehen und diese dann verdeckt auf die bereits gelegte Karte legen. Er muss nur darauf achten, einen Gesamtwert von 21 möglichst nicht zu überschreiten, da er in diesem Fall sofort aufhören muss, weitere Karten zu legen. Sobald er freiwillig oder gezwungenermaßen aufhört, Karten zu legen, ist der andere Spieler am Zug. Nachdem so nacheinander beide Spieler für alle 4 Missionen Karten ausgespielt haben, werden diese aufgedeckt und die Werte addiert. Der Spieler, dessen Karten den höchsten Wert haben, gewinnt die Mission. Hat ein Spieler bei einer Mission einen Kartenwert von über 21 gelegt, erhält er einen Spionageabwehrtoken. Danach startet die nächste Runde mit 4 neuen Missionskarten. Das Spiel endet entweder, sobald ein Spieler mehr als 9 Spionageabwehrtokens hat, womit er sofort verliert, oder nach 6 Runden, wobei hier derjenige gewinnt, dessen gewonnene Missionskarten zusammen mit den Spionageabwehrtokens die meisten Siegpunkte bringen.

Kompromat ist ein einfaches und schnell erlernbares Spiel, das geschickt Spielprinzipen von Blackjack mit interaktiven Elementen kombiniert. Durch Gegenstände, die man gewinnen kann, kann man nämlich besondere Fähigkeiten erwerben, die man dann während des eigenen Spielzuges oder des Spielzuges des Gegners einsetzen kann, um die Werte der gelegten Karten zu beeinflussen. Zudem spielt sich Kompromat sehr flott, so dass eine komplette Partie gerade einmal stark 30 min dauert. Nicht zuletzt kann Kompromat natürlich auch wieder mit dem wie bei Helvetiq üblich sehr wertig gestalteten Spielmaterial punkten.

Titel: Kompromat
Autoren: Adam Porter, Rob Fischer
Verlag: Helvetiq

Tatamokatsu

Vom Helvetiq Verlag aus Basel haben wir kürzlich das Würfelspiel Tatamokatsu erhalten, das wir in Nürnberg Anfang des Jahres schon einmal kurz in Augenschein nehmen konnten.  Es kommt in einer kompakten, länglichen Verpackung daher, die wie für Helvetiq üblich sehr wertig und solide gehalten ist. Das in ihr enthaltene Spielmaterial umfasst, wie bei einem Würfelspiel kaum überraschen dürfte, Würfel und zwar 3 an der Zahl, sowie das Regelfaltblatt.

Die Samurai-Ausblidung ist hart und beschwerlich und nur wer fingerfertig genug im Umgang mit den scharfen Schwertern ist, wird dabei alle seine Finger behalten. Doch auch beim Würfeln ist Fingerfertigkeit manchmal vom Nutzen, genauso wie die Fähigkeit schnell zählen zu können, um am Ende keine Finger zu verlieren.

Sind die Würfel bereitgelegt und alle Mitspieler um den Spieltisch versammelt, kann es auch schon losgehen mit einer Partie Tatamokatsu, sind doch sonst keine weiteren Vorbereitungen nötig. Ist ein Spieler am Zug, würfelt er die 3 Würfel, wobei alle Spieler sich vor Beginn der Partie für eine Spielhand entscheiden. Dann addieren alle Spieler das gewürfelte Ergebnis und rufen ihr Resultat schnellstmöglich in die Runde. Je nachdem, was erwürfelt wurde und wer am schnellsten das Ergebnis ruft, können Spieler Finger verlieren oder wieder dazugewinnen. Aber keine Sorge, hier verliert natürlich niemand wirklich Finger, man darf sie nur nicht mehr benutzen, um die Würfel zu greifen. Die Partie endet, wenn nur noch ein Spieler Finger hat.

Auf den ersten Blick klingt Tatamokatsu extrem simpel, doch ist es dies nicht. So können manche Würfelergebnisse unterschiedlich gewertet werden und je nach Ergebnis auch komplett unterschiedliche Folgen für den Würfelnden und seine Mitspieler haben. Zudem wird es natürlich mit immer weniger Fingern umso schwieriger, die Würfel noch zu greifen. Gerade in großer Runde mit den maximal 5 Spielern, bietet Tatamokatsu so jede Menge Spielspaß und ist für so manche Lacher gut.

Titel: Tatamokatsu
Autor: Mektoub Studio
Verlag: Helvetiq

Helvetiq Gaming Summit

Zur SPIEL.digital hat sich der Helevtiq Verlag etwas Besonderes ausgedacht. Vom 22. bis 25. Oktober veranstalten die Schweizer den so genannten Gaming Summit. In einem interaktiven Programm werden die Spieleneuheiten erklärt, garniert mit Empfehlungen, welche Speisen zu den Spielen passen, und es bietet sich die Gelegenheit, die Spiele gegen die jeweiligen Autoren auf Tabletopia auch gleich zu spielen.

Während des Summits wird das Team von Helvetiq dabei 4 Tage lang aus einer Berghütte in den Schweizer Alpen streamen und uns nicht nur auf eine virtuelle Reise durch seine Heimat mitnehmen. Über Discord beantwortet es auch alle Fragen zu den Spielen aus dem Programm von Helvetiq. Links hierfür werden demnächst auf der Veranstaltungsseite des Verlages bekanntgegeben:

https://www.helvetiq.com/spieldigital

Last but not least wird es während des Gaming Summit auch noch eine Promoaktion geben, bei der Besteller auf der Webseite des Verlages mit dem Code GAMINGSUMMIT, der beim Checkout eingegeben werden muss, 10% Rabatt für Lieferungen in die Schweiz und die EU erhalten.

Papageno

Eine der diesjährigen Neuheiten des Helvetiq Verlages aus Basel ist das Kartenspiel Papageno des Autors Kevin Kim. Seine 50 Spielkarten und die mehrsprachigen Regelfaltblätter, finden zusammen in einer kompakten, kleinen und zugleich sehr stabilen Box mit schöner Covergrafik ihren Platz.

Vogelfänger wetteifern im verzauberten Königreich um die Gunst der Königin. Welchem von ihnen wird es gelingen, die schönsten Vögel einzufangen und die Königin zu beeindrucken? Denn so einfach, wie dies klingt, ist es nicht, ist doch die Leine spröde und allzu schwere Vögel können einen den Sieg kosten. Zum Glück ist Papageno, der berühmteste der Vogelfänger, da, um Dir zu helfen und die Vögel Deiner Nachbarn aufzuscheuchen oder einzufangen.

Papageno ist für maximal 5 Vogelfänger ausgelegt. Zu Beginn der Partie, werden alle Karten gemischt und jeder Spieler erhält 6 davon, die er verdeckt vor sich auslegt. Die restlichen Karten bilden den verdeckten Nachziehstapel, dessen oberste Karte aufdeckt wird und den Ablegestapel bildet. Jetzt decken alle Spieler je 1 Karte ihrer Ablage auf und die Partie kann starten. Der aktive Spieler kann entweder eine Karte vom Nachziehstapel ziehen und diese gegen eine Karte seiner Ablage tauschen oder auf den Ablagestapel legen, oder er tauscht eine Karte seiner Ablage gegen die oberste Karte des Ablagestapels. Werden Spezialkarten ausgespielt, werden deren Eigenschaften sofort abgehandelt. Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle Karten seiner Ablage aufgedeckt hat. Die anderen Spieler decken ihre Karten nun auch auf, deren Werte entsprechend der Anleitung zusammenaddiert werden. Derjenige mit dem niedrigsten Wert für seine Vögel gewinnt.

Die Regeln für Papageno sind einfach und leicht verständlich. Der Reiz dieses Spieles liegt darin, dass man zu Beginn selbst nicht weiß, welche Zahlenwerte 5 der 6 eigenen Karten haben, so dass das Tauschen verdeckter Karten natürlich immer das Risiko birgt, sie gegen eine Karte mit höherem Zahlenwert zu tauschen. Findet man dann keine Karte, um diesen wieder zu neutralisieren, wirkt sich dies natürlich negativ auf die Endwertung aus. Von daher erfordert Papageno viel strategisches Denken gerade auch beim Einsatz der Spezialkarten, um am Ende wirklich den niedrigsten Punktestand zu erzielen.

Titel: Papageno
Autor: Kevin Kim
Verlag: Helvetiq

Captain Bluff

Der Autor Torsten Landsvogt hat mit Captain Bluff ein witziges Kartenspiel entwickelt, das dieses Jahr vom schweizer Verlag Helvetiq auf den Markt gebracht wurde. Die wie bei Helvetiq üblich sehr stabile Box kommt zwar mit recht kompakten Längen- und Breitenmaßen daher, ist dafür aber ungewöhnlich hoch. Dies stellt sich schnell aber als unnötig heraus, denn die 71 Karten und das Regelblatt beanspruchen gerade mal die Hälfte der Höhe. Die Schweizer haben hier also augenzwinkernd auch bei der Verpackung schon „geblufft“.

Als Gepäckträger am chaotischsten Flughafen der Welt hat man es nicht gerade leicht. Ständig kommen neue Flieger an, deren Gepäckräume so schnell wie möglich geleert werden wollen. Wer hier früh in den Feierabend will, der kann nur bluffen und mit faulen Tricks arbeiten, vollkommen egal, ob das Gepäck dabei verloren geht oder auf dem falschen Förderband landet.

Um eine Partie Captain Bluff vorzubereiten, werden zunächst die 6 Gepäckförderbandkarten ausgelegt. Nun werden die Flughafen-Spezialkarten und Gepäckkarten getrennt gemischt und je nach Zahl der teilnehmenden Gepäckträger erhalten die Spieler jeweils 2 Flughafen-Spezialkarten und eine entsprechende Zahl Gepäckkarten. Die restlichen Gepäckkarten bilden den verdeckten Nachziehstapel. Reihum legt jeder Spieler oberhalb eines noch nicht aktiven Förderbandes verdeckt eine Karte ab, um den Abflugort festzulegen. Ist ein Spieler an der Reihe hat er verschiedene Optionen. Er kann eine beliebige Zahl Gepäckkarten von seiner Hand auf ein aktives Gepäckförderband legen, sofern diese alle denselben Abflugort haben und es sich um eine Kartenfolge handelt. Er kann alternativ auch eine Karte verdeckt über ein noch nicht aktives Förderband legen oder den Abflugort eines aktiven Förderbandes überprüfen, indem er die Karte heimlich anschaut, oder den Abflugort eines aktiven Förderbandes durch Tauschen der verdeckten Karte ändern oder schließlich ein Förderband schließen, indem er alle Karten vom Förderband entfernt. Während der Partie können andere Spieler den aktiven Spieler jederzeit des Bluffs beschuldigen, wenn sie denken, dass das Förderband, an das er Gepäckkarten angelegt hat, nicht dem Abflugort der gelegten Karten entspricht. Ist dies der Fall, muss er alle Karten dieses Förderband auf die Hand nehmen. Hat er nicht geblufft, muss der Spieler, der ihn des Bluffs beschuldigt hat, die Karten aufnehmen. Der Spieler, der als Erster so alle seine Karten loswird, gewinnt.

Die Regeln und auch die Funktionen der Flughafenspezialkarten sind einfach und leicht zu verstehen. Simpel ist dieses Spiel deswegen aber nicht. Zu Beginn der Partie kennt man nur den Abflugort des Förderbandes, das man selbst aktiviert hat. Dass man dieses am Ende auch nutzen kann, ist aber nicht gesagt, denn es gibt nur 3 Abflugorte und pro Abflugort darf nur ein Förderband offen sein. Ob man dann hier seinen Mitspielern vertraut, dass sie nicht bluffen und einen womöglich mit dem vermeintlichen Abflugort eines offenen Förderbandes in die Falle zu locken versuchen, muss jeder selbst entscheiden. Von daher bietet Captain Bluff wirklich jede Menge Spielspaß, bei dem man seinen Mitspielern nach Herzens Lust in die Suppe spucken kann.

Titel: Captain Bluff
Autor: Torsten Landsvogt
Verlag: Helvetiq