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Bandido

Bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist das kooperative Legespiel Bandido des schweizer Helevetiq Verlages, zu dem dieses Jahr das Spin-off Bandida angekündigt wurde. Autor des Spiels ist Martin Nedergaard Andersen, während Lucas Guidetti Perez für die Illustrationen der Karten und der Spielbox verantwortlich zeichnet. Diese ist handlich kompakt, so dass sie auch in einer Jackentasche problemlos Platz findet. In ihr verbergen sich neben der mehrsprachigen Anleitung noch die 70 Spielkarten, die dann auch schon das komplette Spielmaterial bilden.

Bandido sitzt wieder einmal hinter schwedischen Gardinen, doch dies nimmt er nicht so einfach hin und versucht, sich einen Weg in die Freiheit zu graben. Nur mit vereinten Kräften wird es gelingen, ihn daran zu hindern, seinen Plan umzusetzen!

Zu Beginn einer Partie Bandido wird zunächst die Superkarte in der Tischmitte platziert. Danach werden die übrigen Karten gemischt und jeder Spieler erhält 3 davon. Der aktive Spieler legt nun eine seiner Handkarten passend an die Karten auf dem Tisch an und zieht dann vom Nachziehstapel wieder eine Karte auf die Hand. Dies erfolgt reihum solange, bis entweder alle Tunnel blockiert sind oder der Kartenstapel leer ist. Sind alle Tunnel blockiert, gewinnen die Spieler. Sind noch Tunnel offen, gewinnt Bandido.

Wie bei Helevitq üblich präsentiert sich auch Bandido in der bekannt hochwertigen Machart der Spiele dieses schweizer Verlages. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich, so dass das Spiel sich sowohl für Kinder als auch Erwachsene bestens eignet. Zudem hat es einen hohen Wiederspielwert, den es auch nach mehreren Partien hintereinander nicht verliert. Konzipiert ist Bandido zwar für 4 Spieler, aber es ist auch in einer Runde mit bis zu 6 Spielern noch problemlos spielbar.

Titel: Bandido
Autor: Martin Nedergaard Andersen
Verlag: Helevetiq

Spielwarenmesse Nürnberg

Auch wenn sich die Messelandschaft in Deutschland in den letzten Jahren stark verändert hat, bleibt die Spielwarenmesse in Nürnberg, deren Pforten sich heute Abend nach 5 Tagen wieder schließen werden, weiterhin die Leitmesse der Branche schlechthin. Und so waren auch im 71. Jahr ihres Bestehens die 12 Hallen, des rund 170.000 m² großen Messeareals wieder mehr als gut gefüllt mit über 2800 Ausstellern aus rund 70 Nationen. Auch der Besucherandrang an den Messetagen war ungebrochen, wenngleich die diesjährige Spielwarenmesse im Zeichen der Sorge um die Verbreitung des Corona-Virus stand. So waren nicht wenige Besucher mit Mundschutz unterwegs und in der traditionell von chinesischen Ausstellern belegten Halle 11 herrschte wohl nicht zufällig gähnende Leere in den Gängen. Auch wenn die endgültigen Besucherzahlen noch nicht vorliegen, dürften aber trotzdem auch dieses Jahr wieder mehr als 70.000 Fachbesucher aus aller Welt die Chance genutzt haben, sich zwischen dem 29. Januar und 2. Februar in Nürnberg über die Neuheiten und Trends der Branche zu informieren.

Wie üblich war für uns natürlich einmal mehr die Halle 10 mit ihren beiden Ebenen die wichtigste Anlaufstelle, nachdem dort die Spielehersteller konzentriert sind. Die Ausnahmen bildeten dabei wie jedes Jahr der Pegasus Verlag, der zusammen mit dem Spiele Café im Foyer vor Halle 11 untergebracht war und der Ravensburger Verlag, der seinen üblichen Stand in Halle 12.0 hatte. Einige kleinere Verlage, die erstmalig in Nürnberg ausstellten, präsentierten sich zudem im Bereich des New Exhibitor Center der Halle 3A.

Wie schon in den vergangenen Jahren würde eine Auflistung aller in Nürnberg gezeigten Neuheiten den Rahmen dieses Messeberichtes sprengen, weshalb wir uns auf einige Highlights beschränken wollen.

Bei Abacus Spiele ist uns das kooperative Partyspiel Fringers ins Auge gestochen, an dem bis zu 10 Spieler teilnehmen können. Eher für Familien gedacht ist dagegen Kai Piranja und in Form von Bang! findet sich auch ein Würfelspiel unter den Neuheiten, wobei dieses vom italienischen Verlag GV Giochi stammt und von Abacus ins Vertriebsprogramm übernommen wurde.

Der Amigo Verlag feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen, weshalb es über das Jahr verteilt zahlreiche Events geben und auch das Spielefest im Herbst in Köln um einige spezielle Aktionen erweitert werden wird. An Frühjahrsneuheiten für 5 und mehr Spieler wurden Biber-Gang, Chip it und Verflixxt vorgestellt.

Bei ASS sind uns natürlich die beiden Erweiterungen zu Dominion sofort ins Auge gefallen, wobei nur Menagerie wirklich neu ist. Hinterland ist dagegen die Neuauflage einer Erweiterung, die bereits 2012 erstmalig veröffentlicht wurde. Pünktlich zur SPIEL `20 in Essen wird in Form des Dulcinaria Decks auch noch eine neue Erweiterung zu Agricola von Lookout Games im Vertrieb von ASS erscheinen.

Wie üblich recht umfangreich ist die Neuheitenliste bei Asmodee. So wird mit Munchkin Dungeon ein Miniaturen Brettspiel zum bekannten Kartenspielklassiker kommen, Forgotten Waters verspricht Piratenabenteuer, während es in Sherlock Holmes darum geht, gemeinschaftlich die schwierigsten Fälle des Detektivs zu lösen. Spaß auf Partys versprechen dagegen Titel wie Throw Throw Burrito oder Taco Cat Cheese Pizza und auch Familienspiele wie Paranormal Detectives oder Colt Super Express fehlen nicht, um hier nur einige wenige Titel aus dem diesjährigen Neuheitenpaket herauszugreifen.

Neu in Nürnberg vertreten war der englische Spieleverlag Clarendon Games, der in erster Linie witzig gemachte, kleine Partyspiele wie Truth Serum oder Party Poison in seinem Programm hat. Den einen oder anderen Titel werden wir hier in nächster Zeit sicherlich noch detailliert vorstellen.

Game Factory, die sich im Vertrieb von Carletto befinden, hatten ihren Stand in Halle 1. Neben Erweiterungen von Frantic und Virus, die im Laufe des Jahres erscheinen werden, hatten die Schweizer noch das Chaos-Zähl-Spiel Poule Poule und das Memo-Suchspiel Gold dabei, das in einer Mini-Blechdose daherkommt.

Feuerland, die mit Titeln wie Scythe oder Flügelschlag in den letzten Jahren große Erfolge feiern konnten, präsentierten die deutsche Version von Parks, das letzten Herbst auf Kickstarter seine Premiere hatte. Es soll bereits ab März im Handel erhältlich sein.

Wordsmith hatte der Heidelberger Spieleverlag bereits in Essen auf der SPIEL `19 gezeigt. In Decipher erhält die Letter-Piece-Game-Reihe nun weiteren Zuwachs. Daneben war auch noch das Kartenspiel Spicy zu sehen, das wir hier bald noch genauer vorstellen werden.

Auch der schweizer Helvetiq-Verlag war wieder in Nürnberg vertreten und hatte neben seinen bekannten Spielen auch die Muster neuer Titel dabei, die im Laufe des Jahres erscheinen werden. Besonders interessant waren hier das Partyspiel Tatamokatsu, Captain Bluff, Papageno und Bandida das Sequel zum Erfolgstitel Bandido.

Auch Hutter hatte wieder einige neue Titel für größere Spielergruppen im Programm. So sind hier Daddy Winchester, Catham City, die überarbeitete Neuauflage des Worker-Placement-Klassikers Caylus 1303 und die Psychatrie des Schreckens zu nennen. Fans der King of-Reihe von Iello, die sich ebenfalls im Vertrieb von Hutter findet, werden dieses Jahr auch nicht an der King of Tokyo Dark Edition vorbeikommen. Hier gilt es aber, sich zu beeilen, weil das Spiel nur in einer streng limitierten Auflage erscheint.

Ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums von Die Siedler von Catan war der Messeauftritt von Kosmos. Eine Jubiläums-Edition des Spieleklassikers darf zu diesem Anlass natürlich nicht fehlen und wird ab dem 3. Quartal im Fachhandel erhältlich sein. Die erfolgreichen Exit-, Escape Tales- und Adventure Games-Reihen erfahren durch neue Titel Erweiterungen und mit Crime Stories kommt ein ganz neues semi-kooperatives Story-Spiel ins Programm.

Der Moses Verlag bringt 2020 keine neuen Editionen seiner Black Stories-Reihe heraus, sondern wagt sich mit Titeln wie Das geheimnisvolle Grand Hotel und Die verlassene Bibliothek an das Genre der Escape Games heran. Mit Black Party kommt zudem noch eine neue Reihe ins Programm, die gleich mit 3 Titeln für Krimi-Partys für zu Hause startet. Last but not least wird es in Form von Short List auch noch ein neues Quiz-Spiel geben.

2 kooperative Spiele für maximal 5 Mitspieler hatte der Nürnberger-Spielkarten-Verlag im Gepäck. Es handelt sich um das Weltraumabenteuer Contact und das Kartenspiel The Game – Quick and easy.

Pegasus war einmal mehr mit einem umfangreichen Neuheitenprogramm eigener Titel und Titel seiner Partnerverlage auf der Messe vertreten. Für größere Spielergruppen geeignet sind dabei Dice Flick, Treelings und Pharaon. Daneben erhält die Undo-Reihe Zuwachs und voraussichtlich rechtzeitig zur SPIEL `20 in Essen wird auch die Neuauflage des Weltraum-Strategiespiels Eclipse ihre Premiere feiern.

Gab es letztes Jahr bei Queen Games keinen Titel, der für 5 oder mehr Spieler geeignet war, so haben wir dieses Jahr unter den Neuheiten gleich 2 passende Spiele gefunden. Für bis zu 7 Mitspieler ist Way 2 Go, ein kooperatives Partyspiel, geeignet, während Wald der Wölfe für maximal 5 Spieler ausgelegt ist.

Groß ist das Neuheitenangebot bei Ravensburger, doch leider sind die meisten Titel nur für maximal 4 Spieler geeignet. Ausnahmen bilden dabei das Würfelspiel Strike, von dem diesen Jahr eine Harry Potter Version erscheint, und das Strategiespiel Puerto Rico, welches unter dem Label Alea verlegt werden wird.

Ridley`s Games hatte vor 2 Jahren seine Premiere auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit Selfish – Space Edition. Mittlerweile haben die Briten das Spiel weiterentwickelt und bringen nun die Zombie Edition und eine Star Wars Edition von Selfish heraus.

Für Spiele, die mit App-Unterstützung gespielt werden, ist Rudy Games bekannt. Als neuer Titel wird hier im Herbst DKT Smart erscheinen.

Schmidt Spiele bringt dieses Frühjahr 3 Neuheiten heraus, die für 5 oder mehr Spieler geeignet sind. Da wäre als erstes das Kartenspiel Point Up zu nennen. Ein kommunikatives Kooperationsspiel ist hingegen Perfect Match und nicht zuletzt gibt es noch Mystery House, ein 3D-Escape Abenteuer mit App-Unterstützung, das für den ToyAward 2020 nominiert wurde.

Zur Simba Dickie Group gehören die Verlage Zoch und Noris. Während bei ersterem die Kinder- und Familienspiele Da bockt der Bär und Einer geht noch erscheinen werden, bringt Noris mit Crime Story eine Live-Krimispiel-Reihe heraus und erweitert seine bekannte Escape Room Reihe.

Omerta

Seit Ende 2019 neu im Programm des schweizer Helvetiq Verlages ist das Kartenspiel Omerta des Autorenduos Adrien Dumont und Timothée Rignault. Es kommt in einer kleinen, kompakten und wie bei Helvetiq üblich, hochwertigen und sehr stabilen Box daher. In dieser verbirgt sich das komplette Spielmaterial, das aus 65 Karten und den Spielregeln besteht.

Wir schreiben den 2. November 1932, 22:34h. Jimmy „Big Ear“, der Informant, den die großen Chicagoer Mafia-Familien bei der Polizei eingeschleust haben, hat diese soeben informiert, dass eine Großrazzia zum Ausheben der illegalen Alkohollager in der Stadt unmittelbar bevorsteht. Wer nicht im Gefängnis enden will, muss also zusehen, seine Vorräte an Spirituosen so schnell wie möglich zu reduzieren!

Zur Vorbereitung einer Partie Omerta werden zunächst die 5 Karten mit den berühmten Gangstern gemischt und an die Spieler verteilt, wobei derjenige, der die Al Capone Karte erhält, als Startspieler fungiert. Danach werden die übrigen Karten gemischt und jeder Spieler erhält verdeckt 4 davon, welcher er verdeckt vor sich auslegt. 4 weitere Karten werden ebenfalls verdeckt als so genannter Safe  in der Mitte des Spieltisches platziert, die übrigen dienen als verdeckter Nachziehstapel. Auf ein Zeichen des Startspielers schauen sich alle Spieler 2 beliebige ihrer eigenen Karten an und legen diese dann wieder verdeckt zurück. Im weiteren Spielablauf zieht der Spieler, der am Zug ist, eine Karte vom Nachziehstapel und schaut sie sich an. Er kann mit ihr entweder eine seiner verdeckten Karten ersetzen, die dann offen auf den Ablagestapel gelegt wird, oder sie gleich offen ablegen. Legt er eine Flaschenkarte ab, haben andere Spieler, die Flaschenkarten mit identischem Wert haben, die Möglichkeit, diese auch abzulegen, wobei nur der schnellste Spieler zum Zug kommt. Wird eine Charakterkarte abgelegt, wird diese aktiviert und die jeweilige Aktion ausgeführt. Denkt ein Spieler, dass er nur noch 7 oder weniger Punkte verdeckt vor sich liegen hat, kann er, wenn er am Zug ist, Omerta verkünden. Alle Spieler decken ihre Karten auf und derjenige, der 7 oder weniger Punkte und zudem den niedrigsten Punktestand aller Spieler hat, gewinnt, wofür er sich 0 Punkte notiert. Die übrigen Spieler notieren sich ihren Punktestand. Das Spiel endet nach so vielen Partien, wie Mitspieler teilnehmen. Derjenige mit dem niedrigsten Punktestand gewinnt.

Omerta ist ein Spiel, das die grauen Zellen sehr fordert. Zu Spielbeginn kennt man nur 2 seiner eigenen Karten, so dass man zusehen muss, möglichst schnell herauszufinden, welche etwaigen Zahlenwerte die übrigen haben, um abschätzen zu können, ob man über oder unter der 7 Punkte-Grenze liegt. Doch dies ist leichter gesagt als getan, denn die Mitspieler können durch Charakterkarten und deren Aktionen die ganzen Bemühungen komplett wieder zunichte machen. Von daher bietet Omerta jede Menge Spielspaß und sehr viel Wiederspielwert, wozu auch die von Helevtiq bekannte, hochwertige Machart des Spielmaterials beiträgt.

Titel: Omerta
Autoren: Adrien Dumont, Timothée Rignault
Verlag: Helvetiq

Smak

Der Sommer ist im Regelfall die beste Jahreszeit, um eine Spielerunde auch einmal ins Freie zu verlegen. Neben den klassischen Brettspielen, die am Gartentisch auf der Terrasse oder dem Balkon gespielt werden können, bieten sich auch diverse Outdoor-Spiele für eine gemeinsame Partie an. Dieses Genre hat nun in Form von Smak des schweizer Helvetiq-Verlages Zuwachs erhalten. Das Wurfspiel kommt in einer praktischen stabilen Box mit Tragegriff daher, in der sich neben der – wie bei Helvetiq üblich – mehrsprachigen Spielanleitung, 12 große und 4 kleine hölzerne Türme, 3 ebenfalls hölzerne Wurfstäbe und auch noch ein Stoffbeutel als alternatives Transportbehältnis für das Spielmaterial verbergen.

Das Spielfeld ist bereitet. Geschicklichkeit, Koordination und letztlich auch das bekannte Quäntchen Glück werden darüber entscheiden, welches der beiden Teams, das um die Vorherrschaft über den Rasen angetreten ist, am Ende den Sieg davontragen wird.

In einer Partie Smak treten 2 Teams mit insgesamt 6 Spielern gegeneinander an. Der Aufbau der Holztürme erfolgt dabei wie im Regelheft vorgegeben. Nach Auslosung des Startteams, wirft der erste Spieler den Verteidigungsstab auf die Smak-Flagge in der Mitte des Spielfelds. Trifft er, wird ein Stein der Flagge entfernt. Ab der zweiten Runde kann er zudem so gegnerische Treffer aus der Vorrunde annullieren. Trifft er nicht, passiert in der ersten Runde nichts, in späteren Runden wird der Smak-Turm in diesem Fall wieder um einen Stein ergänzt, wenn er weniger als 4 Steine hat. Anschließend werfen die anderen beiden Spieler des Teams ihre Angriffsstäbe und versuchen, Punktetürme zu treffen, wobei pro Wurf nur ein Turm getroffen werden darf. Danach beginnt die nächste Runde und das gegnerische Team wirft. Die Partie endet, wenn alle Türme vom Spielfeld eliminiert wurden. Das Team mit den meisten gewonnenen Punkten siegt.

Das Spielprinzip von Smak klingt im ersten Moment recht simpel, doch erfordert es viel Geschick und gute Koordination, so zu zielen, dass man immer die richtigen Türme trifft, um Punkte zu generieren oder diese dem gegnerischen Team wieder abzujagen. Als klassisches Outdoor-Spiel ist es überall im Freien, wo eine einigermaßen ebene Fläche, wie der heimische Rasen, ein Park, ein Strand oder wo auch immer genügend Platz vorhanden ist, spielbar und garantiert sehr viel Spielspaß. Dazu trägt nicht zuletzt, das hochwertige Spielmaterial bei, das alle Spiele von Helvetiq kennzeichnet. Laut Anleitung ist Smak zwar nur für maximal 6 Spieler ausgelegt, aber da eine Partie immer über mehrere Runden geht, kann man es problemlos auch in größeren Gruppen spielen, wenn sich die Mitspieler nicht daran stören, dass sie sich beim werfen abwechseln müssen.

Titel: Smak
Autor: Alain Rivollet
Verlag: Helvetiq

Gotown mit mehr als 4 Spielern

Das Kartenspiel des schweizer Helvetiq Verlages ist bereits schon etwas länger auf dem Markt. In seiner Grundform mit 54 Karten, die zusammen mit der mehrsprachigen Anleitung in einer überaus kompakten Box, die auch in die Hosentasche passt, untergebracht ist, ist es für maximal 4 Spieler ausgelegt. Da uns die Spielidee von Gotown sehr gut gefallen hat, lag es daher nahe, einmal zu testen, ob das Spiel nicht auch in größerer Runde spielbar ist.

Die Bauunternehmer in der Stadt Gotown haben alle ein Ziel: Jeder will als Erster ein fünfstöckiges Hochhaus fertigstellen. Doch was so einfach klingt, ist es am Ende nicht. Denn außer den normalen Problemen, die jede Baustelle so mit sich bringt, machen einem die Mitbewerber das Leben immer wieder schwer. Und so manches Gebäude, das gerade noch kurz vor der Fertigstellung schien, ist im nächsten Moment auch schon wieder eine Ruine.

Die Spielvorbereitungen für eine Partie Gotown sind schnell erledigt, müssen doch nur die Karten gemischt und an jeden Spieler 5 ausgeteilt werden. Der Rest dient als verdeckter Nachziehstapel. Zu Beginn seines Zuges, zieht der jeweilige Spieler 1 Karte vom Nachziehstapel, sofern er nicht schon 8 Handkarten hat. Danach entscheidet er, ob er Karten ausspielen will, um ein oder mehrere Stockwerke seines Hochhauses zu bauen, um Aktionen durchzuführen, ob er gegnerische Karten klauen will oder ob er keine Aktion durchführt. Hat ein Spieler am Ende seines Zuges weniger als 3 Handkarten, zieht er entsprechend vom Nachziehstapel Karten nach. Sobald ein Spieler ein fünfstöckiges Hochhaus fertiggestellt hat, endet die Partie.

Eigentlich klingt es ja recht simpel, ein Hochhaus mit 5 Stockwerken aus Spielkarten zu bauen, doch so einfach ist das bei weitem nicht. Jedes Stockwerk muss aus den passenden Karten, die zusammen den Zahlenwert 9 ergeben, gebaut werden und die „lieben“ Mitspieler können einem jederzeit das mühsam erbaute Gebäude wieder einebnen, indem sie Karten klauen oder das Stockwerk einfach abreißen. Spielt einer die Diebeskarte aus, geht womöglich genau die Handkarte flöten, die man für den nächsten Zug gebraucht hätte, oder ein Gegner blockiert einen durch das Ausspielen der Milchshake- oder gar alle Konkurrenten durch die Donut-Truck-Karte.

Bereits mit den 4 Spielern, für die das Grundspiel ausgelegt ist, präsentiert sich Gotown so als extrem kurzweiliges und witziges Spiel mit sehr hohem Wiederspielwert. Doch auch in noch größerer Runde ist dieses Kartenspiel mit dem unveränderten Grundregelwerk problemlos spielbar. Mit dem Standardkartensatz sind auch Partien mit 5 Spielern ohne weiteres machbar. Bei 6 – 8 Spielern müssen einfach die Kartensätze zweier Grundspiele zusammengemischt werden und der Spaß kann losgehen.

Titel: Gotown
Autoren: Morten & Alexander Bonavent
Verlag: Helvetiq

SportIQ

Die Spiele der IQ-Reihe des schweizer Spieleverlages Helevetiq sind als Quizspiele konzipiert, die bevorzugt in größerer Runde von bis zu 4 Teams beliebiger Größe gespielt werden können. Wie bei Helvetiq üblich, ist das Spielmaterial, das aus 200 doppelseitigen Spielkarten, dem Ergebnisblock, 4 Farbstiften und den Regeln besteht, in einer stabilen, optisch ansprechend gestalteten Box sicher untergebracht.

Die Regeln sind dabei denkbar einfach. Die Spielerunde teilt sich in bis zu 4 Rateteams auf und ein Spieler fungiert als Schreiber, der die Ergebnisse notiert. Die Spielkarten werden gemischt und 24 beliebige gezogen. Nachdem man sich entschieden hat, ob mit der roten oder der schwierigeren, schwarzen Seite gespielt wird, wird in jedem Team ein Mitspieler als Fragesteller gewählt. Die Fragesteller lesen ihren Teams abwechselnd die Fragen der jeweils obersten Karte vor, wobei sie entscheiden, ob sie dem Team die vorhandenen Multiple-Choice-Antworten auch vorlesen oder nicht. Je nachdem, ob das Team die Frage richtig oder falsch beantwortet hat oder ob es die Hilfe der Multiple-Choice-Antworten dazu brauchte oder nicht, erhält es Plus- oder Minus-Punkte, die der Schreiber entsprechend auf dem Ergebnisblock vermerkt. Ist der Kartenstapel aufgebraucht, wird dieser neu gemischt und es erfolgt eine zweite Quizrunde. Das Team, das am Ende der zweiten Runde den höchsten IQ erspielt hat, gewinnt die Partie.

Ein großer Nachteil von Quizspielen war immer, dass sie viele Fragen enthalten, die einzelne Spieler nicht interessieren. Bei der IQ-Reihe von Helvetiq stellt sich dieses Problem nicht, denn die Fragen jeder Edition sind themenspezfisch. So gibt es für Sportfans ein SportIQ, für Weinliebhaber ein WineIQ, für den Frankreichfan ein FranceIQ, um hier nur einige wenige Titel zu nennen. Dadurch kann wirklich jede Spielerunde das IQ-Spiel wählen, das am besten zu ihr passt. Die IQ-Spiele sind daher gerade auch als Party- und Spaßspiele bestens geeignet.

Titel: SportIQ
Autoren: Sébastien Pauchon, Florian Bellon
Verlag: Helvetiq

Kartel

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg im Januar diesen Jahres sind wir über Gangsterspiel Kartel des Autors Reiner Knizia gestolpert, das vom schweizer Spieleverlag Helevetiq vertrieben wird. Es kommt in einer extrem kompakten, aber wirklich schön und solide gestalteten Box daher, in der sich das komplette Spielmaterial in Form von 42 Plättchen, einem Spielplan, dem Würfel und der Ermittlerfigur, sowie den Regeln in insgesamt 8 Sprachen verbirgt.

Das Verbrechen schläft bekanntlich nie. Insgesamt 7 Verbrecherbanden machen die Stadt unsicher, doch ihre Tage sind gezählt, denn ein Ermittler versucht die Verbrecher der Reihe nach zu überführen und die Bosse der Kartelle hinter Gitter zu bringen. Oder wird er am Ende doch schwach werden und sich Schmiergelder in die Tasche stecken?

Kartel ist für maximal 6 Spieler ausgelegt und recht fix aufgebaut. In die Tischmitte wird der Spielplan gelegt, die Spielchips gut gemischt und in einem Kreis um ihn angeordnet und schließlich die Ermittlerfigur in eine Lücke in diesem Kreis gestellt. Der Startspieler würfelt nun und bewegt die Ermittlerfigur im Uhrzeigersinn maximal so viele Plättchen vorwärts wie das Würfelergebnis zulässt. Den so erreichten Chip nimmt er zu sich und legt ihn vor sich ab, es sei denn es ist ein Boss, dieser wandert dann ins Gefängnis auf dem Spielplan. Alle Chips in der Farbe des verhafteten Bosses, die schon von Spielern aus dem Kreis genommen wurden, werden jetzt umgedreht und bilden den Erfolgsstapel der jeweiligen Spieler. Sind 5 Bosse im Gefängnis endet die Partie sofort und es beginnt die Wertung. Chips auf dem Erfolgsstapel und Schmiergeldchips nicht verhafteter Bosse bringen Punkte, Gangsterchips nicht verhafteter Bosse zählen jeweils als 1 Minuspunkt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Eine Partie Kartel dauert maximal 15min und das Spiel wird auch nach wiederholtem Spielen nie langweilig, da keine Partie der anderen gleicht. Von daher ist es bestens als Partyspiel oder als schnelles Spiel für Zwischendurch bestens geeignet. Zudem gefällt das wirklich schön gestaltete Spielmaterial und auch die einfachen Regeln sind ein klarer Pluspunkt.

Titel: Kartel
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Helvetiq