Spieletests

Click! The Great Wall

In knapp einer Woche startet die SPIEL `22 in Essen und rechtzeitig vor Messestart ist bereits eine der Neuheiten von Jolly Dutch bei uns auf den Redaktionstisch geflattert. Es handelt sich dabei um das Kartenspiel Click! The Great Wall von Vicky Trouerbach, das in einer sympathisch gestalteten, kompakten Pocketbox daherkommt. In dieser finden sich 110 Karten und die Regelfaltblätter in englischer und holländischer Sprache.

Die Große Mauer in China ist eines der touristischen Highlights des Reichs der Mitte, das wohl schon zigtausende Urlauber fotografisch verewigt haben. Doch versuchen sich Hobbyfotografen hier bei der Suche nach DEM perfekten Motiv immer wieder aufs Neue. Wird es Dir gelingen, das beste Foto zu schießen?

Zur Spielvorbereitung müssen zunächst die Mauer-, Rikscha-, Kompositions- und Action-Karten getrennt werden. Mauer-, Kompositions- und Action-Karten werden dann getrennt gemischt und verdeckt bereitgelegt. Von den Kompositions-Karten erhält jeder Spieler 2 auf die Hand, 3 weitere werden offen neben den verdeckten Kompositions-Kartenstapel in die Tischmitte gelegt. Von den Action-Karten erhalten die Spieler jeweils 3 auf die Hand, die restlichen werden als verdeckter Nachziehstapel ebenfalls in die Tischmitte gelegt. Zuletzt werden von den Mauerkarten noch 4 als Start-Mauerstück offen ausgelegt, dann die Rickscha-Karten zu den übrigen Mauer-Karten gemischt, der Stapel verdeckt auch in die Tischmitte gelegt und die obersten 3 Karten als offene Auslage daneben platziert. Nun kann die Partie starten. Der jeweils aktive Spieler hat 4 Aktionen. Liegt eine Rikscha auf der Mauer, muss er diese eine Karte nach rechts bewegen. Dann muss er eine der offen ausliegenden Mauer-Karten oder die oberste verdeckte Karte vom Mauer-Kartenstapel nehmen und diese links oder rechts an die Mauer anlegen und die Auslage dann ggf. wieder auffüllen. Je nach Anzahl der Spieler spielt er nun bis zu 3, mindestens jedoch eine seiner Action-Karten aus und führt deren Aktionen durch. Hierdurch verändert sich die Anordnung der Mauer-Karten. Alle Spieler müssen nun so schnell wie möglich prüfen, ob diese neue Anordnung den Vorgaben auf einer ihrer Kompositions-Karten entspricht, wobei nur der aktive Spieler auch die offen ausliegenden Kompositions-Karten nutzen kann, und dann so schnell wie möglich „Click!“ rufen. Wem dies gelingt, kann dann die betreffende Kompositionskarte vor sich ablegen und die zugehörigen Mauerstücke kommen auf den Abwurfstapel. Der erfolgreiche Fotograf füllt dann vom Nachziehstapel seine Kompositions-Karten wieder auf 2 auf, während die offene Auslage nicht wieder aufgefüllt wird. Zuletzt zieht der aktive Spieler wieder auf 3 Action-Karten auf und der Nächste ist an der Reihe. Das Spiel endet, sobald mit der letzten offenen Kompositions-Karte ein Foto geschossen wurde oder der Nachziehstapel der Kompositions-Karten aufgebraucht ist. Alle Spieler addieren nun die Werte ihrer Fotos. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Click! The Great Wall ist ein schnelles, kleines Kartenspiel mit einfachen, leicht erlernbaren Regeln, bei dem das Taktikelement definitiv nicht zu kurz kommt. Hier muss man nämlich sehr genau überlegen, welche Karten man wo an die Mauer anlegt und welche Aktionen man anschließend durchführt, um dann im Idealfall gleich im eigenen Zug das Foto schießen zu können. Schnelligkeit ist hierbei auch das Gebot der Stunde, denn man weiß natürlich nie, ob nicht ein Mitspieler eine ähnliche oder identische Kompositions-Karte auf der Hand hat und dann schneller „Click!“ ruft. Von daher hat man hier sehr kurzweiligen Spielspaß, der durch die wirklich putzigen Kartengrafiken der Mauer-Karten noch gesteigert wird.

Titel: Click! The Great Wall
Autor: Vicky Trouerbach
Verlag: Jolly Dutch

Kameloot

Beim Friedberger Pegasus Verlag ist die deutsche Version von Kameloot erschienen, das von den Autoren Cedric NH, Gregory Grard, Mathieu Roussel und Frederic Boulle ursprünglich für den französischen Verlag Blue Orange entwickelt worden war. Für die Illustrationen, die auch das Cover der kompakten Box zieren, zeichnet Ingenious Studios verantwortlich. Öffnen wir die Box, so finden wir in dieser insgesamt 102 Spielkarten und das Regelfaltblatt.

Willkommen in Kameloot! In den beiden beliebtesten Tavernen der Stadt der Heulenden Eule und der Schwarzen Katze treffen sich die Händler und verkaufen gemeinsam magische Gegenstände. Doch bei der Aufteilung des Ertrages geht es nicht immer gerecht zu und so muss manch ein Händler des Öfteren die Taverne wechseln, um am Ende möglichst viel Gold zu bekommen.

Bevor eine Partie Kameloot starten kann, müssen zunächst die Tavernenkarten von den übrigen Karten getrennt werden. Jeder Spieler erhält eine dieser Tavernenkarten und entscheidet sich für eine der beiden Seiten. Haben alle ihre Entscheidung getroffen, legen alle Spieler ihre Tavernenkarten offen vor sich aus. Anschließend werden die übrigen Karten gemischt. Sie bilden den verdeckten Nachziehstapel, von dem alle Spieler nun 4 Karten auf die Hand ziehen. Dann kann es auch schon losgehen. Der jeweils aktive Spieler spielt einen oder mehrere magische Gegenstände von seiner Hand aus. Hierbei kann er entweder die Gegenstände offen vor sich auslegen, um Sets zu vervollständigen, oder den Effekt der Karte nutzen. Anschließend kontrolliert er, ob ein Set vervollständigt wurde. Ist dies der Fall, sammelt er alle Karten des Sets des betreffenden magischen Gegenstandes ein und verteilt sie – beginnend bei sich – reihum an alle Spieler in seiner Taverne. Die so erhaltenen Karten drehen die Spieler um und legen sie als Goldmünzen vor sich ab. Zuletzt zieht der aktive Spieler vom Nachziehstapel wieder auf 4 Handkarten auf. Dann folgt im Uhrzeigersinn der nächste Spieler. Die Partie endet, sobald ein Spieler nicht mehr auf 4 Handkarten nachziehen kann. Es gewinnt, wer die meisten Goldmünzen hat.

Kameloot ist ein einfaches, leicht verständliches Kartenspiel für die ganze Familie. Trotzdem kommt der Taktikfaktor hier nicht zu kurz, denn man muss ständig im Auge haben, was die Mitspieler an Karten ausliegen haben, um dann im entscheidenden Moment selbst den passenden magischen Gegenstand auszuspielen, um ein Set zu komplettieren. Dabei machen einem die Mitspieler natürlich ständig das Leben schwer, denn durch die Spezialeffekte der Karten findet man sich bisweilen plötzlich in einer anderen Taverne wieder und ist beim Verteilen der Goldmünzen nicht mehr mit von der Partie. Was zudem gefällt, ist das wirklich schöne Artwork der Karten und die witzig, zum Thema passend gestaltete Covergrafik der Box.

Titel: Kameloot
Autoren: Cedric NH, Gregory Grard, Mathieu Roussel, Frederic Boulle
Verlag: Blue Orange / Pegasus

Troyes

Das Strategiespiel Troyes mit seinen Workerplacement-Elementen ist 2010 erstmals erschienen. Um den Titel, der vom Autorentrio Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orbain entwickelt wurde, war es in den letzten Jahren etwas still geworden. Umso erfreulicher war es, dass Hutter Anfang 2022 bekanntgegeben hat, eine deutsche Neuauflage des Klassikers herauszubringen. Dieser ist nun mittlerweile im Handel erhältlich und präsentiert sich in einer rechteckigen Standardbox mit zur Mittelalterthematik passender Covergestaltung aus der Feder von Alexandre Roche. Öffnen wir sie, so finden wir darin das Spielmaterial, welches den Spielplan, Münzen, 54 Plättchen, 24 Würfel, 56 Figuren, 90 Klötzchen, 8 Scheiben, 36 Karten, die Spielanleitung und eine Seite Anhang mit Kartenbeschreibungen umfasst.

Wir befinden uns im Jahr 1200 und in Troyes beginnt der Bau einer Kathedrale. Die aufstrebende Stadt in der Champagne wird beherrscht von einigen einflussreichen Familien, die Adel, Klerus und Bürgertum geschickt für ihre eigenen Zwecke einzusetzen versuchen, um so am Ende den eigenen Ruhm zu maximieren.

Zu Beginn einer Partie Troyes wird als erstes der Spielplan in die Tischmitte gelegt und gemäß Anleitung mit dem benötigten Spielmaterial bestückt. Würfel, Geld, Siegpunkte, die Nachziehstapel der Ereigniskarten und ein allgemeiner Vorrat an Gefolgsleuten wird daneben platziert. Dann wählt jeder Spieler eine Farbe und erhält 4 Gefolgsleute und 2 Spielerscheiben seiner Farbe, verdeckt eine Persönlichkeitskarte, sowie 10 Denare. Die Spielerscheiben platziert er sodann auf dem Startfeld auf der Einflussskala bzw. einem der grauen Felder im Stadtkern auf dem Spielplan, das ihm am nächsten liegt. Beginnend mit dem Startspieler stellen die Spieler nun reihum einen ihrer Gefolgsleute in ein freies Feld im Palast, Bischofssitz oder dem Rathaus, bis alle ihre Gefolgsleute aufgebraucht sind. Noch freie Plätze werden durch graue Gefolgsleute aus dem allgemeinen Vorrat aufgefüllt. Nun kann es losgehen. In den ersten 3 Runden startet jede Runde damit, dass für jede der 3 Bevölkerungsgruppen die neue Aktionskarte auf dem Spielplan aufgedeckt wird. Dieser Schritt entfällt dann in den weiteren 3 Runden. Danach erhalten alle Spieler 10 Denare Einkommen und müssen die Löhne ihrer Gefolgsleute in Bischofssitz und Palast bezahlen. In Phase 2 erhalten die Spieler für ihre Gefolgsleute in den 3 Hauptgebäuden die entsprechenden farbigen Würfel, die sie würfeln und in ihren Stadtteil legen. Für die grauen Gefolgsleute würfelt der Startspieler die Würfel und legt sie in den zugehörigen Stadtteil. Nun wird in Phase 3 eine rote Ereigniskarte aufgedeckt, die vorgibt, ob noch eine gelbe oder weiße Ereigniskarte aufgedeckt werden muss. Beide werden in die entsprechende Leiste auf dem Spielplan gelegt und dann nacheinander abgehandelt. In der vierten Phase können die Spieler Aktionen durchführen. Dies kann das Aktivieren von Aktionskarten, die Mithilfe am Bau der Kathedrale, das Kämpfen gegen Ereignisse, das Platzieren neuer Gefolgsleute in den Hauptgebäuden oder das Betreiben von Landwirtschaft bedeuten. Hierfür nutzt er eigene oder auch fremde Würfel, welche er dem Besitzer dann abkaufen muss, und erhält je nach Aktion Denare, Siegpunkte oder Einflusspunkte. Passt ein Spieler, scheidet er aus der aktuellen Runde aus und legt 2 Denare aus der Bank in seinen Stadtteil. Solange seine Mitspieler die Runde noch weiterspielen, legt er jedes Mal, wenn er am Zug wäre, einen weiteren Denar in seinen Stadtteil. Passen alle Spieler in einer Runde oder sind keine Würfel mehr vorhanden, endet die Runde. Die Spieler sammeln Gefolgsleute, die auf den Abbildungen der Gebäude liegen und die ev. vorhandenen Münzen in ihrem Stadtteil ein, die Startspielerkarte wandert nach links weiter und die nächste Runde startet. Nach Ende der sechsten Runde erfolgt eine Endwertung. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

Trotz seines Alters hat Troyes auch heute nichts von seinem Reiz verloren, weshalb man dieses Spiel mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnen kann. Die Regeln dieses Strategiespiels, das mit dem Workerplacement-Prinzip arbeitet, sind komplex, weshalb man sich für deren Studium Zeit nehmen sollte. Auch eine kleine Proberunde, um sich mit den grundlegenden Spielmechanismen vertraut zu machen, kann nicht schaden, denn sonst läuft dieses Spiel schnell komplett an einem vorbei. Des Weiteren sollte man den Anhang mit den Kartenbeschreibungen immer griffbereit haben, um nachschauen zu können, welche Effekte die einzelnen Karten haben, sind sie doch ein nicht zu unterschätzendes Element, um Siegpunkte zu generieren. Wer Spaß an anspruchsvollen Strategiespielen hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Titel: Troyes
Autoren: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orbain
Verlag: Pearl Games / Hutter

Masters of the Night

Das kooperative Vampirspiel Masters of the Night ist Anfang 2021 bei Ares herausgekommen und wird von Asmodee in Deutschland vertrieben. Autor hinter der gruseligen Spielidee, deren Stimmung das Cover der großen, quadratischen Box perfekt einfängt, ist Nikolay Aslamov. Im Innern der Box sorgt ein Tiefziehteil dafür, dass das Spielmaterial ordentlich sortiert und sicher verstaut untergebracht ist. Im Fall von Masters of the Night umfasst es 9 Stadtplanteile, 6 Miniaturen, 6 Charakterbögen, 67 Karten, 10 Würfel, 2 Leisten, eine Vielzahl von Plättchen und das Regelheft.

Bremsen quietschen und der Zug, in dem Du und Deine Familie versteckt zwischen Gepäck durch die Lande reist, hat einen neuen Ort erreicht. Wird dieser der endgültige Zufluchtsort für euch sein oder werden euch die Vampirjäger auch diesmal wieder vertreiben?

Zu Spielbeginn werden zunächst die 9 Stadtplanteile als 3×3-Raster ausgelegt. Dann wählt jeder Spieler den Charakterbogen des Vampirs, den er spielen möchte, und erhält die zugehörige Miniatur, das Siegel und den Opfermarker, sowie 4 Blutstropfen-Marker. Je nach Anzahl der teilnehmenden Vampire wird die passende Schleierleiste ausgewählt und der Schleieranzeiger auf die 6 gelegt. Die Leiste gibt auch vor, wie viele Agenten als Vorrat neben dem Stadtraster platziert werden. Abschließend werden noch die Ereignis- und Reliktkarten gemischt und je nach Spieleranzahl Würfel bereitgelegt. Eine Partie besteht aus mehreren Runden, die jeweils eine Tag- und eine Nachphase umfassen. In der Tagphase handelt der aktive Spieler die Tageffekte der einzelnen Stadtviertel ab, zieht eine Ereigniskarte und handelt auch diese ab und führt ggf. Kämpfe zwischen Vampiren und Agenten durch. In der nun folgenden Nachphase handeln alle Spieler beginnend mit dem aktiven Spieler im Uhrzeigersinn. Ein Spieler kann hierbei die Aktionspunkte, die sein Vampir hat, nutzen, um Aktionen wie Bewegung, Kampf, das Anwerben von Lakaien und anderes durchzuführen. Haben so alle reihum ihre Aktionen ausgeführt, wird der Startspielermarker weitergereicht und die nächste Runde beginnt. Die Partie endet entweder mit dem Sieg der Vampire, wenn diese ihr Blutritual vollziehen oder mit ihrer Niederlage, sollte der Schleieranzeiger 0 erreichen oder keine Ereigniskarten mehr vorhanden sein.

Im ersten Moment waren wir etwas erschlagen von der langen Anleitung, die man vor der ersten Partie durcharbeiten muss, aber letztlich bieten die Regeln keine wirklichen Tücken und sind in ihren Grundzügen auch schnell erlernt. Allerdings hat es dieses kooperative Taktikspiel wirklich in sich. Nur wenn die Vampirgruppe koordiniert zusammenarbeitet und die Spezialfähigkeiten der Charaktere geschickt einsetzt, hat man hier eine Chance am Ende zu gewinnen. Von daher bietet Masters of the Night wirklich spannenden Spielspaß vom Anfang bis zum Ende und vermag auch durch das toll gestaltete Spielmaterial zu überzeugen.

Titel: Masters of the Night
Autor: Nikolay Aslamov
Verlag: Ares / Asmodee

Tiny Epic Dinosaurs

Angeregt durch einen Blockbuster in den Kinos, haben wir ein Spiel mit Dinos von 2020 auf dem Tisch, das während der Pandemie etwas kurz kam. Die Rede ist von Tiny Epic Dinosaurs von Scott Almes, das vor zwei Jahres bei Gamelyn Games erschienen ist.

Das Spiel ist ein Worker Placer für ein bis vier Personen, die versuchen müssen, die Farm mit der erfolgreichsten Dinosaurierzucht zu führen. Durch Platzieren ihrer Rancher können die Spieler ihre Farm aufbauen, Nahrung für die Tiere beschaffen, Dinosaurier züchten, Forschung betreiben oder lukrative Verträge an Land ziehen. Heiß begehrt sind hier natürlich die einzigartigen Dinosaurier. Doch es ist auch Vorsicht geboten. Die Dinos können ihre Wärter angreifen oder Zäune einreißen und ihre Artgenossen verspeisen, falls sie nicht genügend Futter bekommen.

Das Spiel hat mir sehr gut gefallen, da es hält, was es verspricht. Wie bei allen Tiny Epic Games bekommt man bei einer Box dieser Größe viel auf den Tisch. Da sich die Farm nach und nach vergrößert, hat man etwas Zeit, sich mit den verschiedenen Optionen zu befassen, die das Spiel einem bietet. Der Glücksfaktor wird auf einen Würfel reduziert und lässt viel Raum für Strategie. Beim Würfeln ist dann auch der einzige Moment, an dem die kurze „Downtime“ (Wartezeit) zwischen den einzelnen Zügen der Spieler durch längeres Grübeln in die Länge gezogen werden kann. Durch die verschiedenen Inseln, Verträge und die Forschung bietet das Spiel Abwechslung und hat auf jeden Fall einen Wiederspielwert.

Das Spielmaterial ist für mich definitiv ein Pluspunkt, da die kleinen Dinos aus Holz einfach Spaß machen. Und die Illustration von Nikoletta Vaszi setzen zudem das eine oder andere Highlight. Bei den einzigartigen Dinosauriern muss man zwar manchmal etwas suchen, bis man den richtigen findet, aber das hat uns kein bisschen gestört. Aus der Reihe der Tiny Epic Games, würde ich mir von diesem Spiel sofort eine Version in normaler Größe dazu kaufen, falls mein Flehen erhört wird, dies auf den Markt zu bringen.

Titel: Tiny Epic Dinosaurs
Autor: Scott Almes
Illustraation: Nikoletta Vaszi
Grafik: Benjamin Shulman
Verlag: Gamelyn Games

Barrakuda

Zu den 2022er-Neuheiten des schweizer Helvetiq-Verlages, der in Deutschland seit diesem Jahr von Hutter vertrieben wird, gehört das Strategiespiel Barrakuda des Autors Isaac Pante. Geliefert wird es in einer sehr kompakten, rechteckigen Box mit dem namensgebenden Barrakuda als Covergrafik, die – wie für Helevetiq üblich – sehr stabil gehalten ist. In der Box finden wir dank eines Pappeinlegers sicher verstaut das Spielmaterial, welches 44 Karten, 36 Goldstücke, 5 Figuren, 2 Würfel und die Regelfaltblätter in 5 Sprachen umfasst.

Auf dem Meeresgrund vor dem kolumbianischen Cartagena liegen viele versunkene Schiffswracks und nicht wenige von ihnen bergen Schätze, die gehoben werden wollen. Auf also zur Schatzsuche! Doch offensichtlich bist Du nicht die Einzige, der reiche Beute machen will und dann ist da auch noch ein Barrakuda, der die Wracks unsicher macht…

Zu Spielbeginn wählt jeder Spieler seine Spielerfarbe und erhält die entsprechenden Bewegungskarten und eine Barrakuda-Karte auf die Hand, während er die Geldsack- und Tresor-Karte wie auch die Taucherfigur vor sich ablegt. Dann werden die Schiffswrack-Karten gemischt und in der Tischmitte als Meeresboden ausgelegt, wobei die Anordnung beliebig erfolgen kann, solange jede Karte mindestens mit einer Seite an eine andere Karte angrenzt. Auf die Karte mit der Nummer 6 wird anschließend die Barrakuda-Figur gelegt. Sobald die Würfel und die Goldstücke bereitliegen, von denen jeder Spieler 3 erhält, die er auf seiner Geldsack-Karte platziert, kann die Partie starten. In jeder Runde wählen die Spieler eine ihrer Handkarten verdeckt aus und legen sie vor sich ab. Dann decken alle Spieler ihre gewählten Karten auf. Zeigen sie einen Zahlenwert, setzen die Spieler ihren Taucher auf die entsprechende Schiffswrack-Karte. Hat ein Spieler eine Barrakuda-Karte gespielt, würfelt er nun mit dem Bewegungs-Würfel und bewegt den Barrakuda entsprechend in beliebiger Richtung vorwärts. Wurden keine oder mehrere Barrakuda-Karten ausgespielt, würfelt ein Spieler beide Würfel, wobei der Richtungswürfel nun vorgibt, auf welche Schiffswrack-Karte sich der Barrakuda zubewegt. Anschließend werden eventuelle Begegnungen abgehandelt. Ist ein Spieler allein auf einer Schiffswrack-Karte, führt er Sonderaktion und allgemeine Aktion durch, wodurch er Schätze einsammeln, diese von seiner Geldsack-Karte auf die Tresor-Karte verschieben oder die älteste ausgespielte Karte wieder auf die Hand nehmen kann. Ist er zusammen mit dem Barrakuda auf einer Schiffswrack-Karte, muss er alle Goldstücke von seiner Geldsack-Karte auf diese Schiffswrack-Karte abwerfen. Sind mehrere Taucher auf derselben Schiffswrack-Karte, wird ermittelt, wer die Initiative, also die wenigsten Bewegungs-Karten vor sich liegen hat. Dieser Spieler kann entweder die Sonderaktion und die allgemeine Aktion durchführen, oder anstelle der Sonderaktion die Goldmünzen von der Geldsack-Karte des anderen Spielers stehlen. Die Partie endet, sobald ein Spieler 8 Goldstücke in seinem Tresor hat.

Barrakuda ist ein schnelles, kleines Strategiespiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln und sehr hohem Glückfaktor. Wer hier erfolgreich sein will, muss sehr genau darauf achten, was die Mitspieler so treiben, wieviel Goldstücke sie schon gesammelt und welche Karten sie bereits ausgespielt haben, um dann schlusszufolgern, was wohl der nächste Spielzug der Gegner sein könnte. All diese wunderbaren Überlegungen nutzen aber am Ende trotzdem nichts, wenn einem der Barrakuda plötzlich in den Weg kommt, der sich ja jede Runde bewegt. Von daher haben wir hier ein schön gemachtes, kurzweiliges Spiel vor uns, das einmal mehr nicht zuletzt auch durch die Helvetiq-typische, hohe Qualität des Spielmaterials überzeugen kann.

Titel: Barrakuda
Autor: Isaac Pante
Verlag: Helvetiq / Hutter

Gegenteilspiel

Vom zur Simba Toys GmbH & Co KG aus Fürth gehörenden Noris-Verlag hatten wir hier schon lange keinen Titel mehr vorgestellt. Unter den 2022er-Neuheiten von Noris fand sich mit dem Gegenteil-Spiel aber ein Kartenspiel, das unser Interesse geweckt hat. Von daher liegt es nun auf unserem Redaktionstisch. Die Box ist rechteckig und extrem kompakt und verbirgt in sich insgesamt 110 Karten und das Regelfaltblatt, womit auch schon das gesamte Spielmaterial aufgezählt wäre.

Hier sind Um-die-Ecke-Denken und Reaktionsschnelle gefordert. Denn nur wer schnell schaltet und den Durchblick hat, was hier gefragt ist, bringt sein Punktekonto als Erster auf Null herunter.

Das Gegenteilspiel ist schnell vorbereitet. Die Ja- und Nein-Karte, sowie die verdeckten Kategoriekarten, die ebenfalls verdeckten 6 Stapel mit Aufgabenkarten und schließlich noch die Farb- und Bild-Karten werden gemäß Anleitung in die Tischmitte gelegt. Dann wird ein Spieler zum Punkteverwalter bestimmt, der auf einem Blatt für jeden Spieler 20 Punkte notiert und die Partie kann auch schon starten. Der Punkteverwalter deckt die oberste Kategoriekarte auf, welche die Kategorie der aktuellen Runde bestimmt. Dann nimmt er die oberste Aufgabenkarte der betreffenden Kategorie und sucht sich eine der Aufgaben aus, die er den Mitspielern vorliest. Wer sie als Erster löst, verliert einen Punkt, wer falsch liegt, bekommt einen Punkt dazu. Die Aufgaben können Ja / Nein-Fragen sein, bei denen man mit Nein antworten muss, wenn die Antwort Ja wäre und umgekehrt, Wortpaare, bei denen man das Gegenteil des vorgelesenen Wortes finden muss, und ähnliches. Reihum nehmen nun alle Spieler eine Aufgabenkarte der aktuellen Kategorie und die Mitspieler müssen diese erfüllen. Dann zieht der Punkteverwalter die nächste Kategorie und eine neue Runde startet. Dies wird so oft wiederholt, bis ein Spieler Null Punkte hat und die Partie gewinnt.

Das Gegenteilspiel ist ein Familien- und vor allem Partyspiel mit per se sehr einfachen Regeln. Trotzdem bietet es so einige Fallstricke, denn wie der Spieltitel schon sagt, muss man hier oft das Gegenteil dessen tun, was man eigentlich tun würde. Von daher sind die Lacher vorprogrammiert, wenn wieder einmal einer der Mitspieler komplett falsch agiert und so Strafpunkte kassiert, statt Punkte abzubauen. Durch seine kompakten Abmessungen passt das Spiel zudem problemlos ins Reisegepäck oder auch die Jackentasche, so dass man es auf Urlaubsreisen mitnehmen kann.

Titel: Gegenteilspiel
Autor: k.A.
Verlag: Noris

Plutocracy

Unlängst sind wir eher zufällig über einen Zeitungsbericht zu einem neuen Spiel des noch jungen Freiburger Verlages Doppeldenkspiele gestolpert. Plutocracy des Autors Claudio Bierig ist aus einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne hervorgegangen und befindet sich aktuell in der Auslieferung. Eines der Spiele ist freundlicherweise auf unseren Redaktionstisch geflattert, so dass wir es heute einmal genauer unter die Lupe nehmen können. Plutocracy nimmt uns mit in die Weiten des Weltraums in einer fernen Zukunft, weshalb die rechteckige Box hauptsächlich in schwarz gehalten ist, was ihr eine sehr edle Optik verleiht. In ihr finden wir 7 Spielbretter, 34 Scheiben, 27 Marker, 65 Cubes, 4 Tableaus, 92 Oktagone, einen Würfel und das Regelheft in deutscher und englischer Sprache.

Vier große Handelskonzerne beherrschen den interplanetaren Handel und beliefern die Planeten mit den benötigten Ressourcen. Doch mit ihrem Geld beeinflussen sie auch die Politik auf den Planeten und der höchsten Autorität im Sonnensystem, dem Plutokratischen Rat…

Um eine Partie Plutocracy vorzubereiten, müssen zunächst das Spielbrett, die Planeten- und das Erdenbrett in der Tischmitte platziert und dann gemäß Anleitung mit Spielmaterial bestückt werden. Je nach Wunsch der Runde kann dies nach Standardaufbau oder als zufälliger Aufbau erfolgen. Dann wählen die Spieler ihre Spielerfarbe und erhalten das zugehörige Spielertableau und ihr persönliches Spielmaterial. Sobald alle auch noch ihr Startkapital haben, kann es losgehen. In Plutocracy ist immer derjenige der aktive Spieler, dessen Zeitscheibe auf der Zeitleiste am weitesten hinten liegt. In seinem Zug kann er Ressourcen auf dem Planeten, auf dem er sich befindet, kaufen und verkaufen, wodurch sich die Preise für Angebot und Nachfrage auf dem Planeten ändern, Sitze im dortigen Parlament kaufen, wenn er auf dem Asteroiden ist, einen Alien dort retten, sowie, wenn er auf der Erde ist, einer der dortigen Societies beitreten, sofern er deren Aufnahmebedingungen erfüllt. Diese 5 Aktionen sind optional. Als sechste und letzte Aktion muss er entweder mit seinem Raumschiff zu einem Hexfeld fliegen, auf dem ein anderer Planet oder der Asteroid bereits ist oder sich durch Rotation hinbewegen wird, und dann seine Spielerscheibe auf der Zeitleiste entsprechend nach vorne bewegen oder er muss passen, womit er bis zum Spielende keine Aktionen mehr durchführt. Auf der Zeitleiste sind zudem noch Marker verteilt. Diese werden wie Spieler behandelt, d.h. wenn sie an letzter Position auf der Zeitleiste sind, werden sie aktiviert und ihre Effekte abgehandelt. So bewegen sich beim Marker Rotate die Planeten und der Asteroid auf ihren Bahnen zur nächsten Position, beim Marker Prices werden die Preise für Angebot und Nachfrage auf allen Planeten modifiziert, beim Marker Elect halten die Parlamente auf den Planeten Wahlen ab und entsenden Vertreter in den Plutokratischen Rat und mit dem Marker The End endet die Partie. Wer nun die meisten Abgeordneten im Plutokratischen Rat hat, gewinnt das Spiel.

Plutocracy ist ein wirklich gut gemachtes Strategiespiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln und einer wirklich sehr gut geschriebenen Anleitung, das aber trotzdem anspruchsvoll ist. Eine direkte Interaktion zwischen den Spielern findet zwar nicht statt, aber indirekt beeinflussen die Entscheidungen der Mitspieler natürlich die eigenen Möglichkeiten und somit die persönliche Strategie. Daher muss man hier immer sehr genau im Auge haben, was die anderen so treiben, um den richtigen Moment für eigene Aktionen nicht zu verpassen. Durch die Möglichkeit, die Startsituation variabel zu gestalten, und durch mitgeliefertes, zusätzliches Spielmaterial, mit dem weitere Modifikationen des Spielablaufes möglich werden, ist zudem gesichert, dass auch bei mehreren Partien keine Langeweile aufkommt und ein hoher Wiederspielwert garantiert ist. Wer jetzt neugierig geworden ist, der hat in wenigen Wochen auf der SPIEL `22 in Essen die Gelegenheit, Plutocracy einmal in natura in Augenschein zu nehmen. Doppeldenkspiele wird nämlich in der Halle 5 mit einem eigenen Stand (Nummer 5L112) vertreten sein.

Titel: Plutocracy
Autor: Claudio Bierig
Verlag: Doppeldenkspiele

Equinox

Bei Plan B Games, die sich im Vertrieb von Asmodee finden, ist das Kartenlegespiel Equinox des bekannten Autors Reiner Knizia erschienen. Es kommt in einer klassischen, rechteckigen Box daher, deren Cover eine der mystischen Kreaturen aus dem Spiel ziert. In ihr finden wir einen Tiefzieheinleger, in dem die 199 Karten, 25 Steine, 5 Beutel und das Anleitungsheft wirklich sicher verstaut sind.

Das Equinox steht bevor und die Fabelwesen des verwunschenen Waldes versammeln sich, um dieses Ereignis zu feiern. Dabei messen sie ihre magischen Fähigkeiten in einem Turnier, denn am Ende werden sich nur 3 von ihnen durchsetzen und sich so in Sagen und Märchen verewigen können, während die anderen in Vergessenheit geraten.

Zur Spielvorbereitung wählt jeder Spieler eine Farbe und nimmt sich den entsprechenden Beutel mit den zugehörigen 5 Wettsteinen. Danach wählt die Gruppe aus den 14 vorhandenen Champions die 8 aus, mit denen sie spielen will. Die zugehörigen Championkarten werden dann ebenso wie die Reihenkarten gemäß Anleitung auf dem Tisch ausgelegt, so dass ein 8×5-Raster ensteht. Nun werden die Kreaturenkarten der gewählten Champions zusammen mit den Chamäleon- und Baumkarten gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt, von dem jeder Spieler 8 Karten auf die Hand zieht. Wenn auch noch die Verschwindenkarten bereitgelegt wurden, kann es losgehen. In jeder der 5 Runden, über die die Partie geht, führt ein Spieler maximal 5 Aktionen aus. Die erste Aktion ist das Wetten, das optional ist. Hierbei legt der Spieler einen Wettstein auf ein noch freies Feld des Rasters oder in der ersten Runde auf eine seiner Handkarten, die er verdeckt vor sich ablegt. Im weiteren Spielverlauf kann er diese dann aufdecken, wodurch sein Wettstein auf die entsprechende Championkarte wandert. Anschließend spielt der Spieler eine seiner Handkarten aus, die er auf das Feld der entsprechenden Kreatur in der aktuellen Reihe legt. Hat der Spieler Karten von bereits verschwundenen Kreaturen auf der Hand kann er nun in Aktion 3 bis zu 3 davon abwerfen, danach zieht er in Aktion 4 wieder auf 8 Handkarten auf. Zum Ende seines Zuges muss ein Spieler noch prüfen, ob eine Kreatur verschwindet. Ist dies der Fall, wird eine Verschwindenkarte auf das Feld der Kreatur gelegt. Am Ende der 5. Runde erfolgt dann eine Endwertung, bei der die Spieler die Werte ihrer Wetten addieren. Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Equinox ist ein Kartenlegespiel, das sehr viel taktisches Denken erfordert. Auch muss man genau im Auge behalten, welche Karten die Mitspieler schon ausgespielt haben, um abschätzen zu können, ob es Sinn macht, auf eine Kreatur zu wetten, oder eher doch nicht, weil sie verschwinden wird. Dementsprechend komplex, aber letztlich doch gut verständlich sind denn auch die Regeln, die es zu studieren gilt, bevor es losgehen kann. Wer Spaß an solchen kniffligen Taktikspielen hat, wird hier seine Freude haben. Dazu trägt nicht zuletzt auch das wirklich schön gestaltete Spielmaterial mit den putzigen Grafiken der Kreaturen bei. Ein Hinweis noch: Equinox wird mit 2 unterschiedlichen Covern ausgeliefert. Der Inhalt der Boxen ist aber identisch.

Titel: Equinox
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Plan B Games / Asmodee

Télos

Eine weitere Neuheit, die Jolly Dutch auf der SPIEL `21 vorgestellt hatte, ist das Stichspiel Télos von Adrie Drent, das sich in einer kompakten, rechteckigen Box mit zur themengebenden, griechischen Mythologie passender Covergestaltung präsentiert. Das Spielmaterial besteht, wie bei einem Kartenspiel kaum anders zu erwarten, aus Karten und zwar 110 an der Zahl, sowie einem Regelfaltblatt.

Wem werden die Götter wohl diesmal gewogen sein? Lass Dich auf ein Kartenspiel mit Zeus und seinen Mitgöttern ein, doch pass auf, dass Du in diesem Spiel nicht den letzten Stich machst!

Zur Spielvorbereitung werden zunächst die 104 farbigen Karten nach Farben in Sets sortiert und dann je nach Spielerzahl die in der Anleitung vorgegebene Zahl Sets mit der vorgegebenen Zahl an zufällig gewählten Zeuskarten zusammengemischt. Die übrigen Karten gehen zurück in die Box. Danach werden an jeden Spieler 7 Karten ausgeteilt, die restlichen werden beiseite gelegt. Der Spieler links vom Geber eröffnet den ersten Stich. Alle anderen Spieler müssen nun eine Karte, deren Wert gleich oder höher als die höchste Karte auf dem Tisch ist, ausspielen, wobei eine Zeuskarte als Joker immer den höchsten Wert hat. Können sie dies nicht, müssen sie ihre niedrigste Karte ausspielen. Der Spieler, der als letzter die höchste Karte ausgespielt hat, gewinnt den Stich und eröffnet den nächsten Stich. Außer beim ersten und letzten Stich kann der Spieler, der den Stich eröffnet, sich auch entscheiden, 2 Karten mit identischem Wert auszuspielen, die entsprechend der bekannten Regeln bedient werden müssen. Der Spieler, der den letzten Stich gewinnt, legt die Karte, mit der er den Stich gewonnen hat als Punktekarte beiseite. Er mischt nun alle übrigen Karten wieder und verteilt an seine Mitspieler so viele Karte, wie der Punktewert seiner Punktekarte beträgt, jedoch mindestens 7 Karten. Sobald ein Spieler auf diese Weise 32 oder mehr Punkte erzielt hat, endet die Partie. Dieser Spieler verliert und die anderen gewinnen.

Wer klassische Stichspiele kennt und liebt, muss hier komplett umdenken, denn es geht bei Télos in erster Linie darum, möglichst keinen Stich zu machen und vor allem eben nicht den letzten Stich. Jolly Dutch hat hier einen Klassiker komplett neu interpretiert und das sehr gekonnt. Télos ist extrem kurzweilig, schnell gespielt und bringt vor allem jede Menge Spaß, wozu nicht zuletzt auch die witzig gestalteten Kartenmotive beitragen.

Titel: Télos
Autor: Adrie Drent
Verlag: Jolly Dutch