Spieletests

Zambezi

Ein weiteres Familienspiel des Verlages Burley Games konnten wir in Form von Zambezi testen. Das Expeditionsspiel des Autorenduos Peter und Jonathan Burley präsentiert sich dabei mit schön gestalteter, großer Box, in der sich neben dem Spielplan und den Regeln, 110 Karten, 8 Schlepperfiguren nebst Bedienungstafeln, sowie 40 Spielfiguren und 152 Spielsteine befinden.

In den 1950er-Jahren ist der Afrikanische Kontinent noch weitgehend unerforscht. Einige wagemutige Schlepperkapitäne machen sich mit ihren Crews auf den Weg von den Victoria-Fällen zum Kariba-See. Nicht jeder wird dabei am Ende am Ziel ankommen, denn der Sambesi ist ein wilder Fluss, der Schätze aber auch viele Gefahren birgt.

Bevor eine Partie Zambezi starten kann, wird zunächst der Spielplan gemäß Anleitung mit Spielsteinen versehen. Die Spieler erhalten ihre Schlepper, Crews, Bedienungstafeln und jeweils 15 Treibstoff-Spielsteine. Zuletzt werden noch die Karten gemischt und jeder Spieler zieht eine, um die Startreihenfolge zu ermitteln, während die restlichen den verdeckten Nachziehstapel bilden. In jeder Runde beginnt immer der Spieler, dessen Schlepper am weitesten vorne ist, seinen Schlepper vorwärts zu bewegen. Hierzu kann er eine, oder durch den Einsatz von Treibstoff auch 2 oder 3 Karten vom Nachzieh- oder Ablagestapel ziehen. Er wählt dann eine seiner Handkarten aus, bewegt seinen Schlepper entsprechend des Zahlenwertes der Karte nach vorne und legt die Karte ab. Endet ein Spielzug auf einem Felsenfeld, verliert der Spieler ein Crewmitglied. Endet der Zug auf einem Krokodilfeld muss so viel Treibstoff und / oder Crewmitglieder geopfert werden, wie Krokodile abgebildet sind, um in der nächsten Runde weiterziehen zu können. Endet der Zug an einer Anlegestelle, darf sich der Spieler einen der dort liegenden Spielsteine nehmen. Die Partie endet, wenn alle Spieler das Ziel erreicht haben oder auf Grund gelaufen sind. Die Endwertung erfolgt dann auf Basis der Reihenfolge des Eintreffens am Ziel und gesammelten Punkten für Spielsteine.

Das Regelwerk von Zambezi ist der Spielbox auch auf deutsch beigefügt, doch bleibt beim ersten Durchlesen manches noch etwas unklar. Aber spätestens nach der ersten Runde hat man dann verstanden, wie die Regeln genau funktionieren. Ist diese Hürde einmal überwunden, macht dieses Expeditionsspiel wirklich Laune, zumal es auch eine gewisse Portion schwarzen Humor mitbringt, wie die Tatsache, dass man Crewmitglieder den Krokodilen zum Fraß vorwerfen kann, um wieder von einem Krokodilfeld loszukommen. Und auch die Strategie kommt hier nicht zu kurz, gilt es doch immer die Treibstoffvorräte und den Flussverlauf genau im Auge zu behalten, um den nächsten Zug klug zu planen. Zudem gibt es mit der Option, einen Dokumentarfilm zu drehen, noch ein zusätzliches Regelelement, das man bei Bedarf einbauen kann.

Titel: Zambezi
Autoren: Peter & Jonathan Burley
Verlag: Burley Games

Voll verasselt

In Form von Voll verasselt hat Zoch unlängst ein schnelles Würfelspiel herausgebracht, das der Autor Carlo A. Rossi entwickelt und der niederländische Maler Johan Potma illustriert hat. In einer quadratischen, kleinen Box ist das gesamte Spielmaterial untergebracht, welches aus 7 Würfeln, 88 Karten und dem Regelheft besteht.

Im Keller wimmelt es mal wieder von Asseln! Was tun mit dem Krabbelgetier? Am besten aus der Not eine Tugend machen und ihnen  einen Asselhaufen für eine Party spendieren. Doch dazu müssen erstmal alle Krabbler eingesammelt werden, was gar nicht so einfach ist.

Zur Vorbereitung einer Partie Voll verasselt, an der maximal 5 Mitspieler teilnehmen können, erhält zunächst jeder je eine Assel jeder Art, die er vor sich auslegt. Vom Nachziehstapel, der aus den verbliebenen Asselkarten gebildet wird, werden die 10 obersten gezogen und nach Farben sortiert offen als Asseltreff in der Tischmitte ausgelegt. Zuletzt werden alle Würfel auf das Doppelbalkensymbol gedreht. Der aktive Spieler wählt aus, ob er um den Asseltreff oder den Fang, seines Vorgängers spielt, wobei er vor jedem eigenen Wurf den Asseltreff mit Asseln aus seinem Vorgarten weiter auffüllen darf. Überscheitet das Würfelergebnis – und hierbei zählen alle Würfel egal ob neu gewürfelt oder nicht – die Anzahl der gewählten ausliegenden Karten nicht, können diese als eigener Fang nach außen geschoben werden und es kann ggf. weiter gewürfelt werden. Verasselt man seinen Wurf, also hat man mehr Asseln einer Farbe erwürfelt, als ausliegen, endet die Runde und der Vorgänger erhält seinen Fang, welcher seinen Asselhaufen bildet, und der Asseltreff wird wieder aufgefüllt. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, sind im Asseltreff weniger als 8 Karten und wird in der aktuellen Runde nicht um den Fang des Vorgängers gewürfelt, endet die Partie. Alle Spieler zählen die Karten in ihren Asselhaufen. Derjenige mit den meisten gewinnt.

Die Regeln von Voll verasselt scheinen auf den ersten Blick recht simpel, doch steckt dann an einigen Stellen der Teufel doch im Detail, weil die Formulierungen nicht so klar sind, wie man sich dies wünschen würde. Wenn man die Grundregeln dann einmal verstanden hat, spielt sich das Spiel recht flott, wobei es natürlich einen hohen Glücksfaktor hat, der vor allem Pokernaturen ansprechen dürfte.

Titel: Voll verasselt
Autor: Carlo A. Rossi
Verlag: Zoch

Munchkin Warhammer 40.000 – Glaube und Geballer

2019 hat der Friedberger Pegasus Verlag eine Warhammer 40.000-Version des beliebten und bekannten Kartenspiels Munchkin herausgebracht, welches von Andrew Hackard entwickelt wurde. Als Illustrator zeichnet John Kovalic verantwortlich, der gekonnt das Warhammer 40.000-Universum und seine Figuren und Charaktere in die Munchkin-Welt einfügt.

Nach dem erfolgreichen Verkaufsstart des Grundspiels hat Pegasus Ende letzten Jahres noch einmal nachgelegt und in Form von Glaube und Geballer die erste Erweiterung herausgebracht. Diese umfasst 112 Karten mit neuen Armeen, neuer Beute und neuen Monstern, die es zu bekämpfen gilt.

An den Grundregeln des Spiel ändert sich dabei nichts, so dass die Karten der Erweiterung mit denen des Grundspiels einfach zusammengemischt werden können. Für jeden wahren Munchkin-Fan und vor allem für diejenigen, die sich auch für Warhammer 40.000 begeistern können, ist Glaube und Geballer damit ein absolutes Must have.

Titel: Munchkin Warhammer 40.000 – Glaube und Geballer
Autor: Andrew Hackard
Verlag: Pegasus Spiele

Chip It

In Form von Chip It hat Amigo dieses Jahr ein schnelles Kartenspiel des Autors Chikasuzu neu auf den Markt gebracht. Es kommt in einer kompakten, kleinen Box daher, in der sich neben dem Regelblatt noch 60 Spielkarten und 54 Punktechips verbergen.

Getreu dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“ geht es hier darum, seine Karten so schnell wie möglich loszuwerden. Denn am Ende gewinnt nur derjenige, der weder Karten noch Punktechips übrig hat.

Nachdem die Punktechips bereitgelegt und die Karten gemischt sind, erhält jeder Spieler 3 Punktechips und je nach Spielerzahl die in der Anleitung angegebene Zahl an Handkarten. In jeder Runde spielt zunächst der jeweilige Startspieler eine oder mehrere Karten mit identischem Punktwert aus. Reihum können nun alle die gleiche Anzahl Karten mit höherem Punktwert ausspielen, wobei der Punktwert einzelner Karten durch die Aufnahme von Punktechips erhöht werden kann, oder passen und Punkte abgeben. Ist man erneut an der Reihe, legt man die ausgespielten Karten auf den Ablagestapel, nimmt eventuell benutze Punktechips in seinen Vorrat und entscheidet erneut, ob man Karten ausspielt oder passt. Dies erfolgt solange, bis kein Mitspieler die gelegte Kartenkombination überboten hat und somit eine neue Runde startet. Das Spiel endet, sobald ein Spieler keine Handkarten und Punktechips mehr hat.

Auf den ersten Blick mag Chip It recht simpel wirken, doch erfordert eine Partie sehr viel strategisches Denken, um zu entscheiden, wann es sich lohnt, Kartenkombinationen auszuspielen und eventuell Punktechips aufzunehmen, oder zu passen. Trotzdem dauert eine Partie selten länger als die angegebenen 15 min und wer Freude an strategischen Kartenspielen hat, dem wird mit Chip It sicher auch nach mehrmaligem Spielen nicht langweilig werden.

Titel: Chip It
Autor: Chikasuzu
Verlag: Amigo

Treasure Island

Bereits 2003 ist das Familienspiel Treasure Island des Verlages Burley Games erschienen, über das wir dieses Jahr in Nürnberg auf der Spielwarenmesse gestolpert sind. Es kommt in einer großen Standardbox daher, deren Covergestaltung einen gleich auf die Piratenthematik des Spiels einstimmt. In der Box finden sich dann der doppelseitige Spielplan, der Schatzfund-Plan, die Davy Jones Locker-Ablage, sowie dank eines Einlegers sauber aufgeräumt auch noch Schatzkarten, Spielerchips und -figuren, Würfel und nicht zuletzt auch noch die Anleitung

Als wagemutiger Piratenkapitän steuerst Du Dein Schiff zur Schatzinsel von Davy Jones, um diese zu erkunden. Welche Reichtümer Du dabei finden wirst, wird sich zeigen. Doch Du bist nicht allein und so gilt es, nicht nur schnell die wichtigsten Ecken der Insel zu besetzen, sondern auch Deine Gegner zu attackieren, bevor sie Dich angreifen. Denn nur einer wird sich am Ende würdig erweisen, das Erbe von Davy Jones anzutreten.

Zur Vorbereitung einer Partie Treasure Island werden zunächst der Spielplan, der Schatzfund-Plan und die Davy Jones Locker-Ablage gemäß Anleitung platziert und die Schatzkarten auf dem Schatzfund-Plan verteilt. Sobald alle Mitspieler ihre Spieler-Chips und Figuren erhalten haben, kann es auch schon losgehen. Ist ein Spieler am Zug, würfelt er mit beiden Würfeln und wählt dann eines der Würfelergebnisse aus, um ein Feld mit identischem Zahlenwert auf dem Spielplan mit einem eigenen Chip zu belegen. Hierbei ist zu beachten, dass der allererste Chip auf einem Landungsfeld platziert werden muss und alle weiteren Chips nur auf Felder platziert werden können, die an bereits belegte eigene Felder angrenzen. Erreicht ein Spieler so ein Schatzfeld, nimmt er sich die entsprechenden Schatzkarten vom Schatzfund-Plan. Sobald alle Felder des Spielplans mit Chips belegt sind, erhält derjenige, der die meisten Chips auf dem Spielplan liegen hat, noch die Schatzkarten aus der Davy Jones Locker-Ablage und die Partie endet. Wer nach der Endabrechnung den wertvollsten Schatz hat, gewinnt die Partie.

Die Regeln von Treasure Island liegen zwar nur in englisch vor, sind aber leicht verständlich, so dass man die Spielmechanismen schnell versteht. Auch wenn hier natürlich viel vom Würfelglück abhängt, kommt auch der Strategieaspekt nicht zu kurz. Da zudem die Verteilung der Schätze auf dem Schatzfund-Plan bei jeder Partie wieder komplett zufällig erfolgt, verliert Treasure Island auch bei mehrmaligem Spielen nichts von seinem Reiz.

Titel: Treasure Island
Autoren: Peter & Alan Burley
Verlag: Burley Games

Die verlassene Bibliothek

Der seit einigen Jahren zu beobachtende Boom der Exitspiele ist ungebrochen. Einen neuen Vertreter dieser Gattung Spiele hat nun der Moses-Verlag mit dem Titel Die verlassene Bibliothek, der ursprünglich beim italienischen Label Studiogiochi erschienen ist, in der deutschen Version in sein Programm aufgenommen. Das Spiel präsentiert sich in einer überaus kompakten Schuberschachtel mit stimmungsvollem Cover, in der das gesamte Spielmaterial in Form der Regeln und 88 Spielkarten sicher untergebracht ist.

Eigentlich wollten Du und Deine Freunde ja nur etwas in den Büchern der alten Bibliothek stöbern, als ihr feststellt, dass alle Türen nach draußen verschlossen sind. Nur wenn ihr gemeinsam die verschiedenen Rätsel löst, werdet ihr die Türen wieder öffnen und so den Weg hinaus aus der verlassenen Bibliothek finden können.

Zur Vorbereitung dieses Exitspiels müssen zunächst die Exit-, Rätsel-, Aufgaben- und Tippkarten wie in der Anleitung angegeben ausgelegt werden. Dann werden 4 Aufgabenkarten gezogen und die passenden Rätsel dazu gesucht. Aufgaben- und Rätselkarte zusammen sollten die Informationen liefern um die passende Zahl zum Knacken eines zugehörigen Zahlenschlosses zu liefern. Kommt die Gruppe nicht auf die Lösung, kann sie noch die entsprechende Tippkarte zu Rate ziehen. Hat sich die Gruppe auf eine Zahl geeinigt, wird überprüft, ob diese stimmt. Sind so alle 18 Aufgaben erledigt, muss noch die Aufgabe auf der Exitkarte gelöst werden.

Die verlassene Bibliothek ist zwar für 4 Spieler ausgelegt, da sie aber wie jedes Exitspiel als kooperatives Spiel konzipiert ist, in der eine Spielergruppe ohne feste Rollenverteilung nach Lösungen sucht, ist sie problemlos auch in größerer Runde spielbar. Was ebenfalls sehr positiv auffällt, ist die Tatsache, dass hier im Gegensatz zu anderen Exitspielen das Spielmaterial nicht beschädigt oder gar zerstört werden muss, so dass das Spiel potentiell mehrfach spielbar ist und damit auch an andere Spielergruppen weitergegeben werden kann.

Titel: Die verlassene Bibliothek
Autor: Leo Colovini
Verlag: Studiogiochi / Moses

Biber Gang

In Form von Biber Gang ist bei Amigo unlängst ein kompaktes, kleines Kartenspiel des Autors Haim Shafir erschienen, welches in einer Pocketbox Platz findet. 110 Spielkarten, der Punkteblock und das Regelblatt bilden dementsprechend auch schon das ganze Spielmaterial, das von Jan Bintakies und Ran Arieli mit zum Thema passenden Illustrationen versehen wurde.

Du willst Mitglied der Biber Gang werden? Dann versuche, Deine Karten möglichst clever zu tauschen. Oder vielleicht hast Du ja Glück und ein hilfreicher Biber kommt angeschwommen, um Dir Deine Auslage zu optimieren. Denn hier gilt es, am Ende die niedrigsten Punktwerte zu haben.

Zu Beginn einer Partie werden alle Biberkarten gemischt und jeder Spieler erhält 8 von ihnen, die er verdeckt vor sich auslegt. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel, wobei die oberste aufgedeckt und als Ablagestapel daneben platziert wird. Nun decken alle Spieler 2 Karten ihrer Auslage auf. Ist ein Spieler am Zug kann er die oberste Karte vom Nachzieh- oder Ablagestapel ziehen und hat nun folgende Optionen. Er tauscht die gezogene Karte gegen eine offene oder verdeckte Karte seiner Auslage, welche auf den Ablagestapel wandert, oder er legt die vom Nachziehstapel gezogene Karte auf den Ablagestapel ab und deckt dafür eine Karte seiner Auslage auf. Hat er nur noch eine verdeckte Karte, darf er die gezogene Karte auch ablegen, ohne seine letzte Karte aufzudecken. Sobald ein Spieler seine letzte Karte in der Auslage aufdeckt, ist die Runde zu Ende. Alle Spieler decken alle ihre verdeckten Karten auf, die Auslagen werden gewertet und die Ergebnisse in den Punkteblock eingetragen. Wer nach 5 Runden den niedrigsten Gesamtwert hat, gewinnt die Partie.

Zwar ist Biber Gang in erster Linie als Familienspiel konzipiert und aufgrund seiner einfach zu erlernenden, leicht verständlichen Regeln auch optimal als solches geeignet, aber es eignet sich auch perfekt als schnelles und extrem witziges Partyspiel mit einem sehr hohen Wiederspielwert.  Dank seines Pocketformates findet es zudem auch in jeder Jackentasche oder im Gepäck problemlos Platz, wodurch es auch mit auf Reisen genommen werden kann.

Titel: Biber Gang
Autor: Haim Shafir
Verlag: Amigo

Panic Island

Neu im Vertrieb von Zoch ist das kooperative 2-Minuten-Spiel Panic Island des Autors Antonin Boccara, das im Original bei Oldchap Games erschienen ist. Das Spielmaterial präsentiert sich dabei recht übersichtlich, besteht es doch aus einer Sanduhr, 51 Karten und dem Regelheftchen. Dies alles ist in einer kompakten, quadratischen Box untergebracht, welche wie auch die Karten mit Grafiken des Illustrators Michel Verdu sehr ansprechend gestaltet ist.

Die Insel von Gouga ist ein Paradies. Palmen säumen endlose, weiße Sandstrände, die das azurblaue Meer sanft umspült. Ureinwohner und Dodos leben hier, dank göttlichen Schutzes von Gouga, ein friedliches Leben, bis der Gott Gouga sich entschließt, einmal auszuruhen, und das Schicksal seinen Lauf nimmt. Der Inselvulkan erwacht nämlich nun zum Leben und es bleiben nur 2 Minuten, um so viele Insulaner, Dodos und Dodoeier wie möglich auf ein Rettungsfloß zu bringen und die Insel zu verlassen!

Zur Spielvorbereitung wird die Vulkankarte verdeckt in die Tischmitte gelegt und um sie werden 24 weitere Karten in ein 5×5-Raster platziert. Diese hat man zuvor aus den 38 Karten des Grundspiels gemäß Regelheft ausgewählt und gemischt. Nach Umdrehen der Sanduhr decken nun beginnend mit dem Startspieler alle reihum jeweils 2 Karten auf. Findet man passende Pärchen, wird die gerettete Karte zur Seite gelegt, ebenso Floß und Ruder, wenn diese aufgedeckt werden. Wird ein Hindernis aufgedeckt, muss der Effekt entsprechend den Regeln abgehandelt werden. Deckt jemand den Vulkan auf, endet die Partie sofort, ansonsten nach Ablauf der Sanduhr. Falls Floß und Paddel aufdeckt wurden, wird nun gezählt, wie viele Ureinwohner, Dodos und Dodoeier gerettet wurden. Der ermittelte Punktewert bestimmt, wie gut oder schlecht der Erfolg ausgefallen ist.

Panic Island kann man wohl am ehesten als eine Hardcore-Version von Memory bezeichnen. Zum einen arbeitet man unter extremem Zeitdruck, unter dem man die passenden Pärchen finden muss, was aber zum anderen durch die Hindernisse, durch die sich z.B. die Position der Karten auf dem Tisch ändern kann, Mitspieler ihre Plätze wechseln müssen, mit einem geschlossenen Auge gespielt werden muss und ähnliches, nicht gerade einfacher wird. Eigentlich als Kinderspiel gedacht, ist Panic Island auch für Erwachsene voll empfehlenswert und gerade in großer Runde auch als Partyspiel sehr gut geeignet.

Titel: Panic Island
Autor: Antonin Boccara
Verlag: Oldchap Games / Zoch

Bandido

Bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist das kooperative Legespiel Bandido des schweizer Helevetiq Verlages, zu dem dieses Jahr das Spin-off Bandida angekündigt wurde. Autor des Spiels ist Martin Nedergaard Andersen, während Lucas Guidetti Perez für die Illustrationen der Karten und der Spielbox verantwortlich zeichnet. Diese ist handlich kompakt, so dass sie auch in einer Jackentasche problemlos Platz findet. In ihr verbergen sich neben der mehrsprachigen Anleitung noch die 70 Spielkarten, die dann auch schon das komplette Spielmaterial bilden.

Bandido sitzt wieder einmal hinter schwedischen Gardinen, doch dies nimmt er nicht so einfach hin und versucht, sich einen Weg in die Freiheit zu graben. Nur mit vereinten Kräften wird es gelingen, ihn daran zu hindern, seinen Plan umzusetzen!

Zu Beginn einer Partie Bandido wird zunächst die Superkarte in der Tischmitte platziert. Danach werden die übrigen Karten gemischt und jeder Spieler erhält 3 davon. Der aktive Spieler legt nun eine seiner Handkarten passend an die Karten auf dem Tisch an und zieht dann vom Nachziehstapel wieder eine Karte auf die Hand. Dies erfolgt reihum solange, bis entweder alle Tunnel blockiert sind oder der Kartenstapel leer ist. Sind alle Tunnel blockiert, gewinnen die Spieler. Sind noch Tunnel offen, gewinnt Bandido.

Wie bei Helevitq üblich präsentiert sich auch Bandido in der bekannt hochwertigen Machart der Spiele dieses schweizer Verlages. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich, so dass das Spiel sich sowohl für Kinder als auch Erwachsene bestens eignet. Zudem hat es einen hohen Wiederspielwert, den es auch nach mehreren Partien hintereinander nicht verliert. Konzipiert ist Bandido zwar für 4 Spieler, aber es ist auch in einer Runde mit bis zu 6 Spielern noch problemlos spielbar.

Titel: Bandido
Autor: Martin Nedergaard Andersen
Verlag: Helevetiq

Anubixx

Das Würfelspiel Anubixx des Autorentrios Florian & Helmut Ortlepp und Steffen Benndorf, das beim Nürnberger-Spielkarten-Verlag erschienen ist, konnten wir bereits letzten Herbst auf der Pressepreview der SPIEL `19 kurz antesten. Mittlerweile haben wir das Spiel nun vorliegen, das in einer kompakten Pocketbox daherkommt, in der sich die 4 Würfel, 5 Bleistifte, der Spielblock und die Regeln verbergen.

Die besten Baumeister des Reiches sind zusammengekommen, den Pharao Cheops will eine mächtige Pyramide errichten, welche zusätzlich noch ein Triumphbogen und ein prächtiges Bodenrelief schmücken sollen. Der Wettstreit der Baumeister ist damit eröffnet, denn nur der, der sein Baumaterial am geschicktesten einsetzt und alle Belohnungen einsammelt, wird der größte Baumeister aller Zeiten werden.

Eine Partie Anubixx, an der maximal 5 Baumeister teilnehmen können, ist schnell vorbereitet, denn jeder Spieler erhält lediglich ein Blatt vom Spielblock und einen Bleistift. Ist ein Spieler an der Reihe würfelt er mit allen 4 Würfeln und darf sich maximal 2 aussuchen, um sie in einem seiner Gebäude zu verbauen. Dafür streicht er die entsprechenden Steine auf seinem Blatt durch. Die verblieben Würfel können die anderen Spieler entsprechend für ihre Gebäude nutzen. Liefert das Würfelergebnis keine passenden Steine, können die Jokersteine oder die Steine aus dem Steinbruch auf dem Spielerblatt verwendet werden. Sobald ein Spieler 2 Bauwerke fertiggestellt hat, endet die Partie und es erfolgt eine Wertung. Der Spieler mit dem höchsten Punktwert gewinnt.

Anubixx ist schon aufgrund seiner kompakten Größe das ideale Reisespiel. Es ist aber auch als schnelles Spiel für Zwischendurch für alle Altersklassen perfekt geeignet. Die Regeln erscheinen zwar auf den ersten Blick recht simpel, aber es erfordert dann am Ende sehr viel mehr strategisches Denken als vermutet, um die Steine wirklich optimal für seine eigenen Bauwerke zu nutzen und dabei die Gegenspieler auszubremsen. Von daher wird Anubixx auch bei mehrmaligem Spielen nicht langweilig, zumal die für die Gebäude nötigen Steinkombinationen auf den Blättern des Spielblocks immer wieder variieren.

Titel: Anubixx
Autoren: Florian & Helmut Ortlepp, Steffen Benndorf
Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag