Spieletests

Quiztopia

Erst kürzlich erschienen ist das neue Quizspiel des Kosmos Verlages, das den Titel Quiztopia trägt. Als Autor dieses kooperativen Familienspiels zeichnet einmal mehr der bekannte Kabarettist, Liedermacher und Schriftsteller Marc-Uwe Kling, der bereits diverse Spiele für Kosmos entwickelt hat, verantwortlich. Das Spielmaterial, das sich in einer stabilen Box verbirgt, umfasst dabei neben dem kurzen Regelheft und dem Kartenhalter insgesamt 213 Karten.

Finstere Mächte versuchen die Stadt Quiztopia auf die dunkle Seite zu ziehen! Nur gemeinsam wird es der Spielergruppe gelingen, dies zu verhindern. Doch der Weg, um die Gegner zu besiegen, ist steinig und so erfordert es einiges an Arbeit für die grauen Zellen, damit Quiztopia wieder bunt wird.

Die Spielvorbereitungen für eine Partie Quiztopia, an der bis zu 6 Spieler teilnehmen können, sind schnell erledigt. Aus den Fragekarten werden 24 zufällig ausgewählt, in den Kartenhalter gelegt und die Abdeckkarte auf dem Stapel platziert. Die 12 Gebäudekarten werden gemischt und ausgelegt, wobei je nach Spieleranzahl eine gewisse Anzahl auf die dunkle Seite gedreht wird. Auch die Tippkartenzahl richtet sich nach der Anzahl der Spieler. Zuletzt werden noch die „Hilfe in der Not“-Karten gemischt und neben der Übersichtskarte als verdeckter Stapel bereitgelegt, von dem die oberste Karte nun aufgedeckt wird. In seiner Runde wählt der Spieler eines der ausliegenden Gebäude und der Spieler rechts neben ihm liest ihm die zugehörige Frage von der Fragekarte vor, die er vom Stapel gezogen hat. Kann der Spieler die Frage beantworten, wechselt das gewählte Gebäude entweder von der dunklen auf die farbige Seite oder, wenn es schon farbig ist, ist es gewonnen und wird auf dem entsprechenden Feld der Übersichtskarte abgelegt. Kann der Spieler die Frage nicht beantworten, kann er mittels der Tippkarten die Hilfe seiner Mitspieler in Anspruch nehmen oder eine oder mehrere offen ausliegende „Hilfe in der Not“-Karten nutzen. Hilft auch das nichts oder ist die Antwort falsch, ist das Gebäude verloren, wenn es schon dunkel war, und ist damit aus dem Spiel oder wechselt von der farbigen auf die dunkle Seite. Das Spiel endet, wenn alle Fragekarten verbraucht sind oder mehr Gebäude verloren sind, als laut Schwierigkeitsgrad erlaubt, oder die Spieler alle 12 Gebäude gewonnen haben.

Um es vorweg zu nehmen, der Autor dieser Zeilen ist eigentlich kein Fan von Quizspielen. Aber Quiztopia hat gezeigt, dass man auch dieses Genre witzig und abwechslungsreich umsetzen kann. So kann jeder sich den Themenbereich, zu dem er Fragen beantworten möchte, selbst aussuchen und selbst wenn man eine der Fragen, die vom Schwierigkeitsgrad her sehr variieren, einmal nicht beantworten kann, sind da noch die Mitspieler, die einem eventuell helfen können. Dass diese Hinweise nur als Ein-Wort-Tipps oder in Form von Pantomime, Summen oder Geräuschen gegeben werden dürfen, ist ein zusätzlicher Fun-Faktor. Auch ergeben sich durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade, die optionalen Herausforderungen und die Möglichkeit, Quiztopia als Kampagne zu spielen, ständig neue Spiel-Varianten.

Titel: Quiztopia
Autor: Maria & Marc-Uwe Kling
Verlag: Kosmos

Dominion – Dark Ages

Bereits 2012 war, damals noch bei Hans im Glück, die Dominion-Erweiterung Dark Ages erschienen. Danach trennten sich, wie bekannt, wie Wege von Rio Grande und Hans im Glück, so dass diese Edition nur noch antiquarisch zu bekommen war. Seit diesem Jahr ist nun eine Neuauflage im Vertrieb von ASS erhältlich. Diese umfasst insgesamt 500 Karten, die in der bekannten Box mit passendem Einleger sauber aufgeräumt ihren Platz finden.

Als neue Kartentypen bringt die Edition die Unterschlüpfe, Ruinen und nicht kaufbare Karten. Die Unterschlüpfe ersetzen die Anwesen in den Startdecks der Spieler. Die Ruinen kommen ins Spiel, wenn Königreichenkarten des Typs „Plündern“ im Deck sind. Ähnlich wie die Flüche, können sie die Spielerdecks aufblähen, ohne dabei einen Nutzen zu haben.

Beute, Verrückter und Söldner schließlich sind die nicht kaufbaren Karten, die nicht zum Vorrat gehören. Sie kommen ins Spiel, wenn dies die Anweisungen auf den jeweils zugehörigen Königreichkarten erfordern.

Das Hauptthema der Edition Dark Ages ist – neben den üblichen neuen Deck-Building Alternativen – eindeutig das Verbessern und „Entmüllen“ des eigenen Spielerdecks, wozu verschiedene Königreichkarten der Edition, mit denen man den eigenen Nachzieh- oder Ablagestapel oder den Müll durchforsten, sowie eigene Karten entsorgen kann, die Möglichkeiten liefern. Daneben bietet sich mit den nicht kaufbaren Karten die Option, vorhandene Karten im eigenen Deck zu verbessern.

Titel: Dominion – Dark Ages
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games

Chartered – The Golden Age

Letztes Jahr hatten wir die Möglichkeit, den Prototyp des Spiels Chartered – The Golden Age des jungen holländischen Spieleverlages Jolly Dutch Productions zu testen und hier vorzustellen. Nachdem die Kickstarterkampagne für das Spiel mehr als erfolgreich verlaufen ist, ist es mittlerweile nun in seiner endgültigen Version erhältlich. Einige Schwächen, die der Prototyp noch aufwies, und auch diverse Unklarheiten in den Regeln, die uns beim Test aufgefallen waren, wurden dabei beseitigt. Zudem wurde die Optik des Spielmaterials noch deutlich verbessert. Dieses findet nun in einer stabilen Box sicher seinen Platz und besteht aus dem zweiseitigen Spielplan, der Aktientabelle, 105 Lagerhausminiaturen, 194 Karten, Spielgeld, 9 Markern, 12 Flaggen und der mehrsprachigen Anleitung.

Da sich die grundlegenden Spielmechanismen von Chartered gegenüber dem Prototypen nicht mehr geändert haben, verzichten wir darauf, sie hier nochmals zu erklären. Es sei stattdessen auf unsere damalige Preview verwiesen:

https://www.brettspielabend.net/2018/08/05/preview-chartered-the-golden-age/

Chartered – The Golden Age ist eine mehr als gelungene Wirtschaftssimulation, die auch bei mehrmaligem Spielen immer wieder aufs Neue Spaß macht, da jede Partie anders verläuft. Zudem sind die Regeln leicht verständlich und somit auch schnell erlernt. Es bleibt zu hoffen, dass Jolly Dutch Productions in der Zukunft noch Erweiterungen zu diesem Titel herausbringen wird.

Titel: Chartered – The Golden Age
Autoren: Arnold van Binsbergen, Alexander Kneepkens, Wolfgang Kramer
Verlag: Jolly Dutch Productions

Adventures Games – Das Verlies

Eine ganz neue Reihe kooperativer Event-Spiele hat der Kosmos Verlag mit den beiden Adventure Games des Autorenduos Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan dieses Jahr auf den Markt gebracht. Während „Die Monochrome AG“ für Spieler ab 16 Jahren gedacht ist, ist das uns zum Test vorliegende „Das Verlies“ bereits ab 12 Jahren spielbar. Beiden Titeln gemein ist die kompakte kleine Box, in der sich das gesamte Spielmaterial verbirgt, das im Falle von „Das Verlies“ aus dem Abenteuerbuch, 127 Karten, 4 Spielfiguren, 2 Zip-Beuteln und der Spielanleitung besteht.

Es ist dunkel und kalt, als Du die Augen öffnest und Dich ohne jede Erinnerung in einem Verlies wiederfindest. Nur zusammen mit Deinen Mitspielern wirst Du herausfinden, wie Du diesen unheimlichen Ort wieder verlassen kannst. Doch Vorsicht! Es lauern zahlreiche Gefahren auf Deine Gruppe, während ihr gemeinsam die Räume eures Verlieses erkundet.

Der Spielaufbau für eine Partie „Das Verlies“ ist relativ schnell erledigt. Die Raumkarten werden in der Tischmitte platziert und Karte A aufgedeckt. Die übrigen Raumkarten, sowie die Abenteuer-, Aufgaben- und Endkarten werden verdeckt daneben platziert. Anschließend wählt jeder Spieler seinen Charakter und erhält die entsprechende Charakterkarte nebst passender Spielfigur und Gesundheitskarten. In seinem Spielzug kann ein Spieler seine Spielfigur auf eine beliebige offen liegende Raumkarte ziehen oder eine von 3 möglichen Aktionen durchführen. Hierbei hat er die Auswahl zwischen der Untersuchung einer der Ortsnummern auf der Raumkarte, indem er den entsprechenden Eintrag im Abenteuerbuch liest und die ggf. vorhandenen Anweisungen dort ausführt, der Kombination zweier seiner Abenteuerkarten oder der Kombination von Abenteuerkarte mit einer Ortsnummer auf der Raumakarte. Auch hierbei liefert das Abenteuerbuch für die so kreierten Zahlenkombinationen wieder Einträge und ggf. Anweisungen. Sind so alle 3 Kapitel des Abenteuers durchgespielt, erfolgt eine Wertung.

Der Begriff Adventure Games war ursprünglich einmal für ein bestimmtes Genre von Computerspielen reserviert, das hier nun sehr gekonnt in eine Brettspielvariante umgesetzt wurde. Die Spielerunde muss nach und nach eine mysteriöse Geschichte entdecken und aufklären, was aber ohne den Zeitdruck, eines Escape Room Spieles erfolgt. Zudem bietet sich die Möglichkeit das Spiel jederzeit zu unterbrechen, den aktuellen Spielstand zu dokumentieren und die Partie zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Einziger Wermutstropfen – aus unserer Sicht – ist die Tatsache, dass die Adventure Games eigentlich nur für bis zu 4 Spieler ausgelegt sind. Da es sich aber um ein kooperatives Spiel handelt, ist es durchaus auch möglich, eine Partie mit mehr Spielern zu starten, welche dann eben in Teams miteinander das Rätsel zu lösen versuchen.

Titel: Adventure Games – Das Verlies
Autor: Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan
Verlag: Kosmos

Kingdomino – Zeitalter der Giganten

Als Erweiterung von Kingdomino, das den Kritikerpreis Spiel des Jahres 2017 gewonnen hatte, hat Pegasus mittlerweile Kingdomino – Zeitalter der Giganten herausgebracht. Wie schon für die anderen Titel der Reihe zeichnet auch hier wieder der Spielautor Bruno Cathala verantwortlich. Neben dem Spielmaterial für einen 5. Spieler in Form des Startpättchens, des Schlosses und zweier hölzerner Königsfiguren bringt die Erweiterung 12 zusätzliche Dominosteine, 17 Wertungsplättchen und 6 Holzfiguren der namensgebenden Giganten als neues Spielmaterial mit. Dieses findet in einer kleinen, wie üblich sehr stabilen und mit ansprechend gestaltetem Cover versehenen Box seinen Platz.

Gerade erst hast Du als Herrscher mühsam Dein kleines Königreich aufgebaut, da tauchen schon wieder neue Probleme auf. Giganten stürmen von den Bergen herunter und wollen sich einen Teil Deines Königreiches und seiner Erträge unter den Nagel reißen. Welcher der Herrscher wird am besten mit dieser neuen Bedrohung zurecht kommen, um am Ende als Sieger hervorzugehen?

An den Grundregeln von Kingdomino bzw. Queendomino, mit dem diese Erweiterung ebenfalls kombiniert werden kann, ändert sich nichts. Zu Spielbeginn müssen lediglich die neuen Dominosteine zu den vorhandenen gemischt und entschieden werden, ob die Partie mit oder ohne die Wertungsplättchen gespielt werden soll. Danach läuft die Partie wie gehabt ab, außer dass die Spieler, die einen Dominostein mit einem Giganten ziehen, eine entsprechende Miniatur auf eine freie Krone in ihrem Königreich stellen müssen. Zieht dagegen jemand einen Dominostein mit Fußspuren kann er einen Giganten aus seinem Königreich auf ein Feld mit freier Krone in einem gegnerischen Königreich stellen. Sobald alle Dominosteine gelegt sind, erfolgt wie üblich die Endabrechnung, wobei von Giganten besetzte Kronen nicht mitzählen.

Durch die Giganten kommt ein komplett neues Spielelement in Kingdomino. Dadurch, dass sie Kronen blockieren, die bei der Endabrechnung so nicht mehr berücksichtigt werden, gilt es, noch strategischer seine Ländereien zu planen. Ein weiteres Element, das den Spielablauf variiert, sind die Wertungsplättchen, von denen zu Beginn der Partie optional 2 gezogen werden können und die am Spielende zusätzliche Prestigepunkte bringen können, sofern das eigene Königreich den Anforderungen des Wertungsplättchens entspricht.

Titel: Kingdomino – Zeitalter der Giganten
Autor: Bruno Cathala
Verlag: Pegasus Spiele

Undo – Blut im Rinnstein

Mit drei Titeln startet Pegasus seine neue Reihe von innovativen Familienspielen. Diese läuft unter dem passenden Namen Undo, müssen die Spieler doch versuchen, ein Ereignis ungeschehen zu machen. Verantwortlich für die neue Reihe, von der uns Blut im Rinnstein zum testen vorlag, zeichnet das Autorenduo Michael Palm und Lukas Zech. Allen Spielen der Reihe gemein ist die Ausstattung aus 25 großen und 60 kleinen Spielkarten, die in einer kompakten Box mit jeweils zum Abenteuer passender Covergestaltung daherkommen. Ein eigenes Regelheft ist nicht vorhanden, vielmehr erklärt sich das Spiel beim spielen selbst.

Die Schicksalsweber besitzen die Fähigkeit, die Zeit anzuhalten und durch diese in die Vergangenheit zurückzureisen, um an entscheidenden Lebensmomenten eines Verstorbenen die Schicksalsfäden neu zu verknüpfen. Doch nicht immer bringt dies das gewünschte Ergebnis und so muss sich erst zeigen, ob es am Ende wirklich gelingt, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen.

Die Spielvorbereitungen für eine Undo-Partie sind eigentlich recht simpel, gilt es doch nur, den Anweisungen auf den Spielkarten, die exakt in der angegebenen Reihenfolge zu verbleiben haben, zu folgen. Um hier nicht zu spoilern, verzichten wir auf eine detaillierte Beschreibung. Es sei nur so viel verraten, dass die Spielrunde durch Zeitkarten zu Ereignissen in der Vergangenheit eines Verstorbenen zurückreisen kann und dort jeweils verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl vorhanden sind, wie sich das Ereignis entwickeln soll. Fakultativ können auch noch Hinweise eingesehen werden. Je nach Entscheidung erhält die Runde Schicksalskarten, die die Geschichte positiv oder negativ beeinflussen. Sind alle Zeitkarten verbraucht, werden die Werte der Schicksalskarten addiert und es erfolgt die Auswertung.

Die Undo-Spiele sind zwar für 2 bis 6 Spieler konzipiert, aber da es sich um Spiele handelt, die davon leben, dass man gemeinsam Theorien entwickelt und Entscheidungen trifft, spricht prinzipiell nichts dagegen, sie auch in größerer Runde zu spielen. Die Spieldauer ist mit 45 – 90 min angegeben, was uns nach unserer Testrunde etwas üppig erscheint, aber wohl je nachdem, wie intensiv die Gruppe über Entscheidungen diskutiert, stark variieren kann. Als kurzweilige Familien- aber auch Partyspiele sind die Spiele der neuen Undo-Reihe jedenfalls absolut empfehlenswert, zumal man die Abenteuer durchaus auch mehrmals durchspielen kann, um zu sehen, wie sich die Geschichte ändert, wenn man andere Entscheidungen trifft oder andere Punkte in der Vergangenheit besucht.

Titel: Undo – Blut im Rinnstein
Autor: Michael Palm, Lukas Zach
Verlag: Pegasus Spiele

Gotown mit mehr als 4 Spielern

Das Kartenspiel des schweizer Helvetiq Verlages ist bereits schon etwas länger auf dem Markt. In seiner Grundform mit 54 Karten, die zusammen mit der mehrsprachigen Anleitung in einer überaus kompakten Box, die auch in die Hosentasche passt, untergebracht ist, ist es für maximal 4 Spieler ausgelegt. Da uns die Spielidee von Gotown sehr gut gefallen hat, lag es daher nahe, einmal zu testen, ob das Spiel nicht auch in größerer Runde spielbar ist.

Die Bauunternehmer in der Stadt Gotown haben alle ein Ziel: Jeder will als Erster ein fünfstöckiges Hochhaus fertigstellen. Doch was so einfach klingt, ist es am Ende nicht. Denn außer den normalen Problemen, die jede Baustelle so mit sich bringt, machen einem die Mitbewerber das Leben immer wieder schwer. Und so manches Gebäude, das gerade noch kurz vor der Fertigstellung schien, ist im nächsten Moment auch schon wieder eine Ruine.

Die Spielvorbereitungen für eine Partie Gotown sind schnell erledigt, müssen doch nur die Karten gemischt und an jeden Spieler 5 ausgeteilt werden. Der Rest dient als verdeckter Nachziehstapel. Zu Beginn seines Zuges, zieht der jeweilige Spieler 1 Karte vom Nachziehstapel, sofern er nicht schon 8 Handkarten hat. Danach entscheidet er, ob er Karten ausspielen will, um ein oder mehrere Stockwerke seines Hochhauses zu bauen, um Aktionen durchzuführen, ob er gegnerische Karten klauen will oder ob er keine Aktion durchführt. Hat ein Spieler am Ende seines Zuges weniger als 3 Handkarten, zieht er entsprechend vom Nachziehstapel Karten nach. Sobald ein Spieler ein fünfstöckiges Hochhaus fertiggestellt hat, endet die Partie.

Eigentlich klingt es ja recht simpel, ein Hochhaus mit 5 Stockwerken aus Spielkarten zu bauen, doch so einfach ist das bei weitem nicht. Jedes Stockwerk muss aus den passenden Karten, die zusammen den Zahlenwert 9 ergeben, gebaut werden und die „lieben“ Mitspieler können einem jederzeit das mühsam erbaute Gebäude wieder einebnen, indem sie Karten klauen oder das Stockwerk einfach abreißen. Spielt einer die Diebeskarte aus, geht womöglich genau die Handkarte flöten, die man für den nächsten Zug gebraucht hätte, oder ein Gegner blockiert einen durch das Ausspielen der Milchshake- oder gar alle Konkurrenten durch die Donut-Truck-Karte.

Bereits mit den 4 Spielern, für die das Grundspiel ausgelegt ist, präsentiert sich Gotown so als extrem kurzweiliges und witziges Spiel mit sehr hohem Wiederspielwert. Doch auch in noch größerer Runde ist dieses Kartenspiel mit dem unveränderten Grundregelwerk problemlos spielbar. Mit dem Standardkartensatz sind auch Partien mit 5 Spielern ohne weiteres machbar. Bei 6 – 8 Spielern müssen einfach die Kartensätze zweier Grundspiele zusammengemischt werden und der Spaß kann losgehen.

Titel: Gotown
Autoren: Morten & Alexander Bonavent
Verlag: Helvetiq

Showtime

Bereits 2018 hat die Reihe der Familienspiele des Friedberger Pegasus Verlages weiteren Zuwachs erhalten und zwar in Form des Titels Showtime des Autorenduos Anna Oppolzer und Stefan Kloß. In einer kompakten Standardbox mit witzig gestaltetem Cover kommt das gesamte Spielmaterial daher, das aus 4 Figuren, 5 zusammensteckbaren Spielplanteilen, 17 Plättchen, 68 Karten sowie 16 zusätzlichen Promokarten besteht.

Wer kennt das nicht? Man freut sich auf einen schönen Kinoabend in netter Gesellschaft, doch dann sorgen die falschen Sitznachbarn dafür, dass man einen Horrortrip erlebt. Der Hüne vor einem versperrt einem die Sicht, die Labertasche auf dem Nebensitz kommentiert die gesamte Handlung auf der Leinwand, von Kinobesuchern, die bestimmte Vorlieben bezüglich ihres Sitzplatzes haben, ganz zu schweigen. Sprich, es gilt, mit Bedacht seinen Sitzplatz auszuwählen, um am Ende einen wirklich vergnüglichen Abend im Kino zu verbringen.

In Showtime versuchen maximal 4 Spieler über 3 Runden, ihre Kinogäste möglichst optimal im Kino zu platzieren.  Nach Aufbau des Spielplans erhält jeder Spieler zu Beginn einer Partie die Personenkarten, die Übersichtskarte und die Spielfigur seiner Farbe. Die Spieler mischen ihre Personenkarten und nehmen 4 auf die Hand. Die übrigen dienen als persönlicher Nachziehstapel. Nachdem die Kinotickets in den Spielerfarben und die Spielfiguren entsprechend auf dem Plan platziert sind, werden die Karten mit den Filmplakaten gemischt und eine gezogen, die ebenfalls auf dem entsprechenden Feld des Spielplanes platziert wird. Der größte Kinofan erhält den Popcorntüten-Marker und fungiert als Startspieler. Er führt nun nacheinander seine 3 Aktionen aus. Zuerst platziert er unter Beachtung eventueller Sondereffekte der Personenkarte eine Person auf einem freien Sitzplatz. Danach prüft er, ob der gezeigte Film dem Lieblingsgenre der gesetzten Person entspricht und ändert gegebenenfalls die Position seiner Spielfigur auf dem roten Teppich um die dazugewonnenen Punkte. Zuletzt zieht er eine Karte vom Nachziehstapel. Dies erfolgt nun reihum, bis das Kino voll besetzt ist, worauf sich eine Wertung anschließt. Danach werden die Personenkarten vom Plan genommen, ein neues Kinoplakat gezogen und die zweite Runde beginnt. Wer nach Ende der dritten Runde am weitesten vorne auf dem roten Teppich ist, gewinnt die Partie.

Showtime ist ein wirklich witzig gemachtes, leicht verständliches und schnell zu erlernendes Familienspiel, das gekonnt mit Stereotypen spielt, die jeder, der wenigstens einmal in seinem Leben ein Kino von innen gesehen hat, so oder so ähnlich schon selbst erlebt hat. Trotzdem bleibt aber auch der strategische Aspekt nicht auf der Strecke, denn die eigenen Kinogäste gilt es vorausschauend zu platzieren, um am Ende den maximalen Wert an Vergnügungspunkten zu erzielen. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Showtime nur mit maximal 4 Spielern spielbar ist. Aber vielleicht bringt Pegasus ja irgendwann noch eine Erweiterung für einen 5 und 6 Kinofan heraus.

Titel: Showtime
Autoren: Anna Oppolzer, Stefan Kloß
Verlag: Pegasus Spiele

King of New York – Power Up!

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg im Januar angekündigt und mittlerweile auf dem Markt ist die Power Up!-Erweiterung der Monsterspiele der King of-Reihe des Autors Richard Garfield. Den Deutschlandvertrieb dieser Titel des Iello-Verlages hat Hutter übernommen. Die Erweiterung umfasst neben dem Mega-Shark mit entsprechender Figur und Monstertafel als neuem Monster, jeweils 56 Evolutionskarten, um sie sowohl zusammen mit King of New York als auch mit King of Tokyo nutzen zu können. Das komplette Spielmaterial findet zusammen mit den Regeln in einer stabilen, quadratischen Box mit Einleger sicher Platz.

Der Kampf der Monster um die Städte New York und Tokyo geht weiter! Und mit Mega-Shark betritt ein neuer Akteur, der  aus den Tiefen des Ozeans aufgetaucht ist, die Bühne. Zudem macht auch die Evolution nicht halt und die Kämpfer entwickeln sich und ihre Fähigkeiten ständig weiter.

Spielt man eines der King of-Spiele zusammen mit dieser Power Up!-Erweiterung, ändert sich an den Grundregeln des Spieles nichts. Beim Spielstart erhält lediglich jeder Spieler den Satz Evolutionskarten seines Monsters, mischt diese, zieht 2 davon und behält eine davon auf der Hand, die er im Laufe der Partie jederzeit ausspielen kann, sofern nichts Gegenteiliges auf der Karte vermerkt ist. Würfelt ein Spieler in seiner Runde mindestens 3 Herz-Symbole, kommt es zur Evolution und er kann als zusätzlichen Spielzug wieder 2 Evolutionskarten für sein Monster ziehen, von denen er eine behalten darf.

Durch die Evolutionen der Power Up!-Erweiterung, die den Monstern teils temporäre, teils permanente zusätzliche Fähigkeiten geben, kommt ein komplett neues Spielelement in die King of-Reihe, welches einer Partie eine völlig neue Richtung geben kann.  Von daher ist diese Erweiterung gerade für langjährige Spieler der Reihe absolut empfehlenswert, um den bekannten Spielablauf zu variieren. Was auch gefällt, dass die Erweiterung sowohl Karten für King of New York als auch für King of Tokyo enthält, so dass nicht für jedes Grundspiel eine eigene Erweiterung angeschafft werden muss.

Titel: King of New York – Power Up!
Autor: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Murder Mystery Party – Pasta und Pistolen

Das Konzept des Krimi-Dinners gibt es bereits seit Jahren. Um auch Einsteigern die Möglichkeit zu bieten, ein solches kooperatives Event-Spiel zu veranstalten, hat der Stuttgarter Kosmos Verlag auf der diesjährigen Spielwarenmesse die Murder Mystery Party-Reihe vorgestellt. Die nun erschienenen ersten 3 Titel der Reihe, von denen wir Pasta und Pistolen testen konnten, liefern in einer kompakten Box alles, was man als Gastgeber braucht, um ein Krimidinner zu veranstalten. Neben dem Partyplaner, der die Grundregeln, sowie Menüvorschläge inklusive Einkaufsliste und Rezepten umfasst, sind dies Einladungs- und Tischkärtchen, die Rollenhefte für die bis zu 7 Mitspieler und geheime Hinweise.

Familie und Freunde betrauern den Restaurantbesitzer Giuseppe „Pepi“ Roni, der vor 4 Tagen tot in der Küche seines Restaurants La Speranza gefunden wurde. Bei einem guten Essen in geselliger Runde wollen die Anwesenden Pepi die letzte Ehre erweisen. Doch ein Gast verfolgt andere Ziele. Er oder sie versucht die Spuren zu verwischen, um nicht als Mörder von Pepi entlarvt zu werden.

Hat man als Gastgeber des Krimidinners 7 Gleichgesinnte gefunden, erfolgt die Vorbereitung des Abends gemäß den Angaben im Partyplaner, wobei wir hier wegen der Spoilergefahr auf die Nennung weiterer Details verzichten. Das Krimidinner selbst gliedert sich dann in einzelne Runden, die aus Dialog- und Befragungsphasen bestehen. Zwischen den Runden können Audio-Files mit einem Erzähler abgespielt werden, die von der Kosmos-Website oder über die Kosmos-App heruntergeladen werden können. Nach der dritten Runde erfolgt die Anklage und anschließend die Auflösung.

Die Idee, ein Krimidinner für Einsteiger zu schaffen, ist mit der Murder Mystery Party-Reihe rundum gelungen. Auch wer keinerlei Erfahrung mit dieser Art Spiele hat, findet hier alles nötige Spielmaterial und im Partyplaner auch den perfekten Ratgeber, um das Drumherum entsprechend zu gestalten. Wie aufwendig und detailverliebt dies am Ende geschieht, bleibt dabei jedem selbst überlassen und hängt auch immer sehr von der Spielegruppe ab und wie sehr diese bereit ist, sich auf ein solches Rollenspielerlebnis einzulassen. Zudem kann der Rezeptteil des Partyplaners auch unabhängig vom Spiel genutzt werden um ein – im vorliegenden Beispiel – leckeres italienisches Menü auf den Tisch zu zaubern.

Foto: © Kosmos

Titel: Murder Mystery Party – Pasta und Pistolen
Autor: Larry Zacher
Verlag: Kosmos