Spieletests

Bauchplatscher

Unter den diesjährigen Neuheiten an Kinderspielen im Vertriebs-Programm des Hutter-Verlages findet sich der Titel Bauplatscher des Autors Heinz Meister, der ursprünglich beim französischen Verlag Cocktail Games erschienen ist. Als Verpackung dient eine kompakte, hübsch gestaltete Blechdose mit Illustrationen von Stivo, deren Unterteil mit dem Plastikeinleger auch gleich Teil des Spielmaterials ist. Dieses umfasst zusätzlich noch 18 Figuren und 6 Chips.

Was gibt es Schöneres als ein erfrischendes Bad an heißen Sommertagen, wie vor wenigen Wochen? Und was steigert den Badespaß noch? Wenn man andere heimlich in den Pool schubsen kann! Um hier nicht entdeckt zu werden, heißt es, zu bluffen und hin und wieder ein Risiko einzugehen,

Vor der ersten Partie Bauchplatscher müssen zunächst die Spielerfiguren und das Sprungbrett noch mit den entsprechenden Stickern beklebt werden. Danach ist das Spiel schnell vorbereitet, denn die Figuren müssen nur zufällig rund um den Beckenrand platziert und die Spielerchips, welche festlegen, wer mit welcher Farbe spielt, verdeckt an die Spieler verteilt werden. Beginnend mit dem Startspieler zieht der aktive Spieler eine beliebige Figur und zeigt den anderen die Zahl, die auf ihrer Unterseite klebt. Danach bewegt er sie im oder gegen den Uhrzeigersinn um genau so viele Felder vorwärts. Landet sie auf einem besetzten Feld wird die dort stehende Figur in den Pool geschubst. Zieht man mit einer Figur über das Sprungbrett oder landet auf diesem, kann man eine Vermutung zur Spielerfarbe eines Mitspielers äußern. Ist die Vermutung richtig, muss dieser seinen Chip aufdecken, alle seine Figuren in den Pool schubsen und ist aus dem Spiel. Ist sie falsch, muss man selbst seinen Chip aufdecken, seine eigenen Figuren in den Pool schubsen und ist entsprechend ebenfalls ausgeschieden. Die Partie endet, sobald nur noch 2 Farben im Spiel sind und es gewinnt, wessen Figur näher am Sprungbrett steht.

Bauchplatscher wird seinem Anspruch als Kinderspiel vollauf gerecht, sind die Regeln doch einfach und leicht verständlich. Es ist aber durchaus auch als schnelles Spiel für Zwischendurch oder als Partyspiel für ältere Spieler geeignet. Was zudem gefällt, ist die Blechdose, die als Verpackung und gleichzeitig als Pool dient. Allerdings gibt es auch 2 kleine Kritikpunkte. Zum einen halten die Sticker sowohl auf den Figuren als auch auf dem Sprungbrettfeld extrem schlecht. Hier sollte man mit etwas Klebstoff nachhelfen, bzw. für eine Neuauflage wären Bedruckungen sicher die bessere Lösung. Zum anderen ist der Farbunterschied zwischen Rot und Orange bei den Spielerchips recht gering, so dass es da leicht zu Verwechslungen kommen kann. Etwas kräftigere Farbtöne wären hier besser.

Titel: Bauchplatscher
Autor: Heinz Meister
Verlag: Huch!

Crime Story Vienna

Ins einer Krimispiel-Reihe hat der Noris Verlag dieses Jahr den neuen Titel Crime Story Vienna des Autors Peter Prinz herausgebracht. Das Spielmaterial ist recht übersichtlich, besteht es doch nur aus 56 Karten, der Ermittlerfigur und dem Regelblatt, das gleichzeitig auch als Spielplan dient. Von daher ist auch die quadratische Box, in der das Spielmaterial sicher untergebracht ist, überaus kompakt ausgefallen. Dies prädestiniert sie wiederum, das Spiel auch auf Reisen mitzunehmen, um auch an Tagen mit schlechtem Wetter Unterhaltung im Hotel oder Ferienhaus zu haben.

Erst vor wenigen Tagen ist der bekannte Wiener Millionär Karl Valten verstorben. Doch irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen, denn am Abend vor der Testamentseröffnung wurde der Tresor im Arbeitszimmer seiner Villa aufgebrochen. Was wurde entwendet und wer der anwesenden Hinterbliebenen hat etwas damit zu tun? Ein mysteriöser Fall, den unsere Detektive hier zu knacken haben und die Zeit läuft gegen sie.

Zur Spielvorbereitung einer Partie Crime Story bedarf es nicht viel. Es müssen lediglich der Kartenstapel und der Spielplan bereitgelegt und die Ermittlerfigur auf 8:30h gesetzt werden und schon kann es losgehen. Danach ist das Spiel selbsterklärend, denn die Karten geben vor, welche Folgekarten aufgedeckt, welche Rätsel dabei gelöst und wie weit die Ermittlerfigur vorwärts bewegt werden müssen. Das Spiel endet, wenn die Ermittlerfigur bei 17:30h angekommen ist oder schon vorher, wenn die Runde meint, den Fall lösen zu können. Hierzu müssen die Fragen auf Karte 53 beantwortet werden und je mehr Antworten stimmen, desto besser hat die Gruppe den Fall gelöst.

Crime Story Vienna präsentiert sich als klassisches Detektivspiel, wobei das Spielmaterial hier erfreulicherweise nicht beschädigt oder beschrieben wird und somit immer wieder nutzbar ist. Auch wenn eine Gruppe die Lösung des Falls logischerweise nach einer Partie kennt, bietet sich trotzdem die Möglichkeit, das Spiel mehrfach zu spielen, da einem die Karten oft mehrere Entscheidungen zur Auswahl geben, die auf jeweils andere Folgekarten führen.

Titel: Crime Story Vienna
Autor: Peter Prinz
Verlag: Noris

King of Tokyo – Dark Edition

Wenn man von Spieleklassikern redet, dann kommt man mittlerweile um die King of-Spiele von Richard Garfield nicht mehr herum. In Form der limitierten Dark Edition von King of Tokyo, welche in Deutschland vom Hutter Verlag vertrieben wird, hat diese Reihe nun ein neues Mitglied bekommen. Passend zum Titel präsentiert sich die quadratische Standardbox mit düster gestaltetem Cover in edlem Mattschwarz. In ihr finden sich zunächst der Spielplan und das Regelheft, unter denen ein Tiefziehteil zum Vorschein kommt, in dem das übrige Spielmaterial, sicher und sortenrein, sauber sortiert seinen Platz findet. Es besteht aus 8 Würfeln, 66 Karten, 10 Plättchen, 6 Figuren mit Aufstellern, zugehörigen Markern und Monstertafeln, sowie diversen weiteren Markern.

Die Finsternis senkt sich über Tokyo und ein epischer Kampf um die Stadt entbrennt. Mächtige Monster treten zum Wettstreit um die Vorherrschaft in der Metropole an und vernichten dabei alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Denn am Ende kann nur eines von ihnen als König der Finsternis über Tokyo herrschen.

Wer die King of-Spiele kennt, für den bietet der Aufbau der Dark Edition wenig Neues. Der Spielplan wird in der Tischmitte platziert. Alle Spieler wählen ihr Monster aus und erhalten die entsprechende Figur nebst Aufsteller, Marker und Monstertafel. Danach werden die Powerkarten und die Bosheitsplättchen gemischt und gemäß Regeln neben dem Spielplan platziert. Sobald die übrigen Marker und die Würfel bereitliegen, kann es losgehen. Der aktive Spieler würfelt, sofern Karten nichts anderes vorgeben, bis zu 3 mal mit den 6 grauen Würfeln. Nach dem 3. Wurf erfolgt die Auswertung, wodurch der Spieler Siegpunkte, Punkte für Bosheit, Energieladungen oder Lebenspunkte gewinnen kann oder Kämpfe führen muss. Zudem kann er in seinem Zug auch offen ausliegende Powerkarten kaufen. Sobald ein Monster 20 Siegpunkte erreicht hat oder nur noch ein Monster übrig ist, endet die Partie.

Auf den ersten Blick erscheint King of Tokyo – Dark Edition nur eine limitierte Sonderedition des normalen King of Tokyo zu sein. Doch dem ist nicht so. Mit den Bosheitsplättchen kommt ein neues Spielelement hinzu, das den Monstern zusätzliche Fähigkeiten verleiht. Aber auch ohne diese Neuerung ist die Dark Edition für jeden King of-Fan schon wegen ihrer genialen Optik ein absolutes Must-have.

Titel: King of Tokyo- Dark Edition
Autoren: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Papageno

Eine der diesjährigen Neuheiten des Helvetiq Verlages aus Basel ist das Kartenspiel Papageno des Autors Kevin Kim. Seine 50 Spielkarten und die mehrsprachigen Regelfaltblätter, finden zusammen in einer kompakten, kleinen und zugleich sehr stabilen Box mit schöner Covergrafik ihren Platz.

Vogelfänger wetteifern im verzauberten Königreich um die Gunst der Königin. Welchem von ihnen wird es gelingen, die schönsten Vögel einzufangen und die Königin zu beeindrucken? Denn so einfach, wie dies klingt, ist es nicht, ist doch die Leine spröde und allzu schwere Vögel können einen den Sieg kosten. Zum Glück ist Papageno, der berühmteste der Vogelfänger, da, um Dir zu helfen und die Vögel Deiner Nachbarn aufzuscheuchen oder einzufangen.

Papageno ist für maximal 5 Vogelfänger ausgelegt. Zu Beginn der Partie, werden alle Karten gemischt und jeder Spieler erhält 6 davon, die er verdeckt vor sich auslegt. Die restlichen Karten bilden den verdeckten Nachziehstapel, dessen oberste Karte aufdeckt wird und den Ablegestapel bildet. Jetzt decken alle Spieler je 1 Karte ihrer Ablage auf und die Partie kann starten. Der aktive Spieler kann entweder eine Karte vom Nachziehstapel ziehen und diese gegen eine Karte seiner Ablage tauschen oder auf den Ablagestapel legen, oder er tauscht eine Karte seiner Ablage gegen die oberste Karte des Ablagestapels. Werden Spezialkarten ausgespielt, werden deren Eigenschaften sofort abgehandelt. Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle Karten seiner Ablage aufgedeckt hat. Die anderen Spieler decken ihre Karten nun auch auf, deren Werte entsprechend der Anleitung zusammenaddiert werden. Derjenige mit dem niedrigsten Wert für seine Vögel gewinnt.

Die Regeln für Papageno sind einfach und leicht verständlich. Der Reiz dieses Spieles liegt darin, dass man zu Beginn selbst nicht weiß, welche Zahlenwerte 5 der 6 eigenen Karten haben, so dass das Tauschen verdeckter Karten natürlich immer das Risiko birgt, sie gegen eine Karte mit höherem Zahlenwert zu tauschen. Findet man dann keine Karte, um diesen wieder zu neutralisieren, wirkt sich dies natürlich negativ auf die Endwertung aus. Von daher erfordert Papageno viel strategisches Denken gerade auch beim Einsatz der Spezialkarten, um am Ende wirklich den niedrigsten Punktestand zu erzielen.

Titel: Papageno
Autor: Kevin Kim
Verlag: Helvetiq

Catham City

2018 erschien bei Russian Games das Kartenspiel Catham City des Autors Yuriy Zhuravlev, das dieses Jahr in der deutschen Version bei Hutter herausgekommen ist. In dezentem Schwarz ist die kompakte Box, die etwas kleiner als DinA5 ist, gehalten. Öffnen wir sie, so gibt sie zunächst den Blick auf das mehrsprachige Regelheft frei, unter dem sich 6 Infokarten und darunter wiederum ein Einleger mit dem eigentlichen Spielmaterial befinden. Dieses bilden 120 Karten und 42 Chips.

In Catham City stehen wieder einmal Bürgermeisterwahlen an. Doch welcher der Kandidaten wird das Rennen machen? Um in der Gunst der Wähler am Ende die Nase vorne zu haben, kann etwas Vitamin B nicht schaden, genauso wenig wie gute Presse oder Kontakte zu Polizei und Bürokratie. Und notfalls hilft die Unterwelt, um den Konkurrenten Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

An einer Partie Catham City können maximal 6 Spieler teilnehmen. Zur Vorbereitung wählt die Gruppe aus den 8 vorhandenen Fraktionen die 5 aus, mit denen sie spielen will. Die entsprechenden Karten werden dann gemischt und jeder Spieler erhält gemäß Regelheft seine Handkarten. Abschließend werden noch die 7 obersten Karten aufgedeckt und nach Fraktionen sortiert in der Tischmitte platziert, während die restlichen Karten den Nachziehstapel bilden. Der aktive Spieler kann in seinem Zug entweder eine beliebige Zahl offen ausliegender Karten einer Fraktion auf die Hand nehmen, wobei er am Ende seines Zuges maximal 10 Handkarten haben darf. Oder er spielt Karten einer Fraktion aus seiner Hand gemäß den Regeln für die jeweilige Fraktion aus, um so Wahlkampfpunktechips zu gewinnen. Der erste Spieler, der so 13 Wahlkampfpunktechips sammelt, gewinnt die Partie.

Die Regeln für Catham City sind sympathisch einfach und schnell erlernt, so dass man fix die erste Partie starten kann. Dadurch dass von 8 möglichen Fraktionen immer nur 5 in einer Partie genutzt werden, ergeben sich zudem immer neue Spiel- und Taktikvarianten, denn jede Fraktion bringt eigene Fähigkeiten und Bedingungen mit sich, um Wahlkampfpunktechips zu ergattern. Von daher hat Catham City einen sehr hohen Wiederspielwert und wird auch nach mehreren Partien nacheinander nicht langweilig.

Titel: Catham City
Autor: Yuriy Zhuravlev
Verlag: Hutter

Einer geht noch!

Zu den diesjährigen Neuerscheinungen von Zoch gehört das Kinderspiel Einer geht noch! des Autors Paco Yanez, für dessen witzig gestaltete Grafiken der Illustrator Dennis Lohausen verantwortlich zeichnet. Diese zieren natürlich auch das Cover der kompakten, quadratischen Box, in der wir 85 Karten, 30 Plättchen, die Startspielerboje und das mehrsprachige Regelheft finden.

Bevor man mit seinem Boot in See sticht, sollte man prüfen, ob es nicht überladen ist, denn sonst kann es sein, dass die Fahrt recht feucht endet. Letzteres ist dem Tintenfisch natürlich recht, denn das Wasser ist sein Element. Seine tierischen Mitreisenden dagegen wollen möglichst trocken ans andere Ufer kommen, so dass beim Beladen der Boote viel Geschick von Nöten ist.

Einer geht noch! ist für maximal 5 Spieler konzipiert. Zu Beginn einer Partie werden die 5 Bootskarten ausgelegt und jedes mit einem zufällig gezogenen Gewichtsplättchen belegt. Die Spieler erhalten die 12 Tierkarten ihrer Farbe, mischen diese und bilden damit einen verdeckten Stapel, von dem sie 3 Karten auf die Hand ziehen. Beginnend mit dem Startspieler legt jeder reihum eine seiner Handkarten unter eines der Boote, bis alle Spieler alle Karten abgelegt haben. Unter jedem Boot dürfen dabei maximal 3 Karten liegen und jeder Spieler muss eine seiner Handkarten verdeckt unter ein Boot legen. Anschließend erfolgt für jedes Boot die Wertung. Hierzu werden beginnend mit Boot 1 zunächst eventuelle Aktionen der Karten ausgeführt und dann die Zahlenwerte der verbliebenen Karten addiert. Ist der Zahlenwert gleich oder niedriger als der Wert des Gewichtsplättchens des Bootes, erreicht dieses den Hafen und die Spieler erhalten ihre Tierkarten zurück. Ist der Wert höher, kentert das Boot und die Karten sind aus dem Spiel. Die Ausnahme bildet hier der Tintenfisch, der nur den Hafen erreicht, wenn das Boot kentert. Sind zudem 2 Tiere derselben Art auf dem Boot, erhalten die Besitzer eine Amorkarte. Nachdem die Boote mit neuen Gewichtsplättchen belegt sind und der Startspielermarker weitergereicht wurde, beginnt die neue Runde. Die Partie endet, wenn alle Spieler alle ihre Karten ausgespielt haben. Die Werte alle geretteten Tiere und der Amorkarten der Spieler werden addiert. Derjenige mit dem höchsten Wert gewinnt.

Einer geht noch! ist zwar in erster Linie für Kinder gedacht und dementsprechend auch sehr kindgerecht gestaltet, es ist aber durchaus auch als Partyspiel von älteren Spielern spielbar. Die Regeln sind gut verständlich, wobei sich hin und wieder ein Blick ins Regelheft lohnt, welche Spezialaktionen die einzelnen Tiere so haben, um das eine oder andere Boot zum Kentern zu bringen oder dieses zu verhindern.

Titel: Einer geht noch!
Autor: Paco Yanez
Verlag: Zoch

Contact

Contact heißt der neue Titel aus der Feder von Steffen Benndorf, den der Nürnberger Spielkarten-Verlag, dieses Jahr herausgebracht hat. Das Spielmaterial dieses kooperativen Weltraumabenteuers besteht aus 24 Plättchen, 1 Raketenfigur, 6 Treibstofffässern, 33 Karten, einem Umschlag und den Regeln. Dies alles findet in einer flachen, quadratischen Box Platz.

Der Weltraum, unendliche Weiten…eine mutige Crew hat sich in ihrem Forschungsraumschiff auf den Weg gemacht, um im All nach außerirdischem Leben zu suchen. Plötzlich erhält sie Signale, die das Raumschiff in eine bestimmte Richtung zu lenken scheinen. Wird es der Crew gelingen, die Quelle der Signale zu lokalisieren und was wird sie an deren Ursprung entdecken?

Zur Spielvorbereitung werden auf einem ca. 40 x 40 cm großen Spielbereich die Planetenplättchen A – R zufällig um das Erd-Plättchen in der Mitte angeordnet. Planetenkarten und Signalkarten werden gemischt und verdeckt bereitgelegt, ebenso wie die 6 Fässer Treibstoff. Nachdem das Raumschiff auf der Erde platziert und ein Startspieler gewählt wurde, kann die Partie beginnen. Zunächst wird die oberste Signalkarte aufgedeckt, um die diese Runde gespielt wird. Dann je nach Schwierigkeitsgrad eine bestimmte Anzahl Planetenkarten aufgedeckt, welche den Zielstapel bilden, und die zugehörigen Planetenplättchen umgedreht. Der Startspieler, der als Quelle fungiert, deckt eine weitere Planetenkarte auf, dreht das entsprechende Plättchen um, mischt die Karte in den Zielkartenstapel und zieht verdeckt eine aus diesem als Ziel. Die Quelle versucht nun durch eine Handbewegung den Flug vom Startplaneten des Raumschiffes zum Zielplaneten zu simulieren. Errät der Spieler links von der Quelle das Ziel, gewinnt die Crew die Signalkarte und eine neue Runde beginnt. Irrt sich das Crewmitglied, wird die Signalkarte aus dem Spiel genommen, es muss ein Treibstoff abgegeben werden und der nächste Spieler versucht, das Ziel zu erraten. Die Partie endet, wenn entweder aller Treibstoff oder die Signalkarten verbraucht sind.

Von den Regeln her bietet Contact eigentlich keine Tücken, sind diese doch gut verständlich und schnell erklärt. Dass dieses Spiel dann aber nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, zeigt sich relativ schnell, denn die Signale, die die Quelle gibt, um die Crew zum Zielplaneten zu lotsen, sind durchaus nicht immer so einfach zu knacken, wie man vielleicht denken könnte. Zudem ist das Spielprinzip an sich etwas eigentümlich, worauf man sich einlassen muss, um hier seinen Spaß zu haben.

Titel: Contact
Autor: Steffen Benndorf
Verlag: Nürnberger Spielkarten-Verlag

Drunken Sailor

Ursprünglich ist das Partyspiel Drunken Sailor unter dem Titel Sunken Sailor beim finnischen Competo Verlag erschienen. Mit dem leicht geändertem und deutlich passenderem Titel ist es nun in der deutschen Version ins Programm von Asmodee aufgenommen worden. Gleich geblieben ist dabei die Verpackung in Form einer überaus stabilen und nicht minder gewichtigen Holzbox, in der wir 28 Umschläge mit Karten, 8 Malstifte, Zeichenpapier, eine Klammer und das Regelblatt finden.

Seemänner spinnen bekanntlich gerne Seemannsgarn, wenn es darum geht, mit ihren Abenteuern zu prahlen. Doch einer aus der Seemannsgruppe, die sich hier zu einem feuchtfröhlichen Treffen versammelt hat, erinnert sich nicht mehr wirklich an das letzte gemeinsame Abenteuer, was er aber nicht zugeben will. Wird es den anderen gelingen herauszufinden, welcher aus ihrer Gruppe dieser Drunken Sailor ist?

An einer Partie Drunken Sailor können maximal 8 Seemänner teilnehmen. Zur Spielvorbereitung wird einer der 27 Umschläge mit Storykarten zufällig ausgewählt und eine Karte weniger, als Spieler vorhanden sind, entnommen. Diese werden dann mit einer Karte aus dem Drunken Sailor-Umschlag zusammengemischt und jeder Spieler zieht verdeckt eine. Sobald alle ihre Zeichenstifte haben und der Deckel der Box mittels der Klammer zum Klemmbrett für das Zeichenpapier umfunktioniert wurde, kann es auch schon losgehen. Beginnend mit dem Startspieler zeichnen alle reihum jeweils mit einer durchgehenden Linie einen Teil des Begriffs auf den Storykarten, wobei der Drunken Sailor den Begriff nicht kennt und aus den Zeichnungen der Mitspieler erraten muss, um was es geht. Wenn so reihum alle 2 mal einen Teil des Begriffes gezeichnet haben, wird das Blatt für alle sichtbar in die Tischmitte gelegt. Nach kurzer Beratung stimmen alle darüber ab, wer der Drunken Sailor sein könnte. Wer richtig tippt, erhält einen Punkt, liegt die Mehrheit daneben, erhält der Drunken Sailor 2 Punkte. Ist der Drunken Sailor enttarnt, kann er noch versuchen den Begriff zu erraten, wofür er 1 Punkt erhält, wenn es ihm gelingt.

Wir waren zugegebenermaßen zunächst etwas skeptisch, als wir Drunken Sailor das erste Mal vor uns liegen hatten, doch ist diese Skepsis bei der kompletten Redaktion schnell verflogen gewesen. Das Spiel ist extrem witzig, vor allem in der großen Runde, weil oft keiner so richtig erkennt, was seine Mitspieler vorher auf`s Papier gezaubert haben, wenn man selbst an der Reihe ist. Was auch gefällt, ist die solide hölzerne Spielbox, deren Deckel in ein Klemmbrett als Zeichenunterlage verwandelt werden kann. Einziger Wermutstropfen bei unserem Exemplar war, dass 2 der Storykarten falsch einsortiert waren und wir natürlich zielgenau einen dieser Umschläge bei der ersten Partie erwischt und genau diese eine falsche Karte an einen Spieler verteilt haben. Aber dieser zweite Drunken Sailor hat den Spielspaß dann eher noch gesteigert.

Titel: Drunken Sailor
Autor: k.A.
Verlag: Asmodee

Captain Bluff

Der Autor Torsten Landsvogt hat mit Captain Bluff ein witziges Kartenspiel entwickelt, das dieses Jahr vom schweizer Verlag Helvetiq auf den Markt gebracht wurde. Die wie bei Helvetiq üblich sehr stabile Box kommt zwar mit recht kompakten Längen- und Breitenmaßen daher, ist dafür aber ungewöhnlich hoch. Dies stellt sich schnell aber als unnötig heraus, denn die 71 Karten und das Regelblatt beanspruchen gerade mal die Hälfte der Höhe. Die Schweizer haben hier also augenzwinkernd auch bei der Verpackung schon „geblufft“.

Als Gepäckträger am chaotischsten Flughafen der Welt hat man es nicht gerade leicht. Ständig kommen neue Flieger an, deren Gepäckräume so schnell wie möglich geleert werden wollen. Wer hier früh in den Feierabend will, der kann nur bluffen und mit faulen Tricks arbeiten, vollkommen egal, ob das Gepäck dabei verloren geht oder auf dem falschen Förderband landet.

Um eine Partie Captain Bluff vorzubereiten, werden zunächst die 6 Gepäckförderbandkarten ausgelegt. Nun werden die Flughafen-Spezialkarten und Gepäckkarten getrennt gemischt und je nach Zahl der teilnehmenden Gepäckträger erhalten die Spieler jeweils 2 Flughafen-Spezialkarten und eine entsprechende Zahl Gepäckkarten. Die restlichen Gepäckkarten bilden den verdeckten Nachziehstapel. Reihum legt jeder Spieler oberhalb eines noch nicht aktiven Förderbandes verdeckt eine Karte ab, um den Abflugort festzulegen. Ist ein Spieler an der Reihe hat er verschiedene Optionen. Er kann eine beliebige Zahl Gepäckkarten von seiner Hand auf ein aktives Gepäckförderband legen, sofern diese alle denselben Abflugort haben und es sich um eine Kartenfolge handelt. Er kann alternativ auch eine Karte verdeckt über ein noch nicht aktives Förderband legen oder den Abflugort eines aktiven Förderbandes überprüfen, indem er die Karte heimlich anschaut, oder den Abflugort eines aktiven Förderbandes durch Tauschen der verdeckten Karte ändern oder schließlich ein Förderband schließen, indem er alle Karten vom Förderband entfernt. Während der Partie können andere Spieler den aktiven Spieler jederzeit des Bluffs beschuldigen, wenn sie denken, dass das Förderband, an das er Gepäckkarten angelegt hat, nicht dem Abflugort der gelegten Karten entspricht. Ist dies der Fall, muss er alle Karten dieses Förderband auf die Hand nehmen. Hat er nicht geblufft, muss der Spieler, der ihn des Bluffs beschuldigt hat, die Karten aufnehmen. Der Spieler, der als Erster so alle seine Karten loswird, gewinnt.

Die Regeln und auch die Funktionen der Flughafenspezialkarten sind einfach und leicht zu verstehen. Simpel ist dieses Spiel deswegen aber nicht. Zu Beginn der Partie kennt man nur den Abflugort des Förderbandes, das man selbst aktiviert hat. Dass man dieses am Ende auch nutzen kann, ist aber nicht gesagt, denn es gibt nur 3 Abflugorte und pro Abflugort darf nur ein Förderband offen sein. Ob man dann hier seinen Mitspielern vertraut, dass sie nicht bluffen und einen womöglich mit dem vermeintlichen Abflugort eines offenen Förderbandes in die Falle zu locken versuchen, muss jeder selbst entscheiden. Von daher bietet Captain Bluff wirklich jede Menge Spielspaß, bei dem man seinen Mitspielern nach Herzens Lust in die Suppe spucken kann.

Titel: Captain Bluff
Autor: Torsten Landsvogt
Verlag: Helvetiq

Poule Poule

Der schweizer Verlag Game Factory, der in Deutschland exklusiv von Carletto vertrieben wird, ist für seine kleinen aber feinen Spiele bekannt. Als neuer Titel ist nun unlängst Poule Poule des Autors Charles Bossart erschienen. Es kommt in einer kompkaten, kleinen Box mit witzigem Cover daher, in der sich 55 Karten, 24 Marker und die Regeln verbergen.

Der neue Film Poule Poule soll auf den Filmfestspielen von Cannes seine Premiere feiern, doch Wuff hat beim Schneiden des Films die Szenen komplett durcheinandergebracht. Wird es der Crew gelingen, den Film rechtzeitig wieder herzustellen? Nur wenn alle Szenen richtig zusammengeschnitten und 5 Eier sichtbar sind, ist der Film im Kasten und kann seine Premiere feiern.

Zur Vorbereitung werden die Karten gemischt, wobei die Spielerunde sich entscheiden kann, ob sie mit den Spezialkarten oder ohne sie spielt. Einer der maximal 8 Mitspieler wird zum Regisseur bestimmt und nimmt den Kartenstapel, ohne ihn sich anzusehen. Er deckt nun nacheinander die Karten auf, so dass alle sie sehen können. Sobald ein Spieler meint,  5 Eier zu sehen, schlägt er auf den Film-Stapel. Sofern alle Mitspieler dies akzeptieren, erhält er einen Punkt. Legen sie Einspruch ein, werden die Karten des Filmstapels nacheinander kontrolliert. Waren keine 5 Eier zu sehen, erhalten die Spieler, die Einspruch erhoben haben, einen Punkt, ansonsten verlieren sie einen. Danach werden alle Karten wieder gemischt und der nächste Spieler wird zum Regisseur. Sobald ein Spieler 3 Punkte hat, gewinnt er die Partie.

Die Regeln von Poule Poule erscheinen auf den ersten Blick recht einfach. Die eigentliche Schwierigkeit dieses Spiels liegt denn auch weniger in seinen Regeln sondern vielmehr darin, sich zu merken, welche Karten aufgedeckt wurden, denn es ist immer nur die oberste Karte des Filmstapels sichtbar. Zudem reicht es nicht, einfach nur die aufgedeckten Eier zu zählen, denn die anderen Karten können diese wiederum neutralisieren. So ist jede Menge Spielspaß garantiert, der durch Spezial-Effekte, die der Regisseur zu Beginn jeder neuen Runde noch zusätzlich einführen kann, noch weiter gesteigert wird.

Titel: Poule Poule
Autor: Charles Bossart
Verlag: Game Factory