Spieletests

Little Town

Im Vertrieb von Hutter befindet sich seit kurzem auch das Spiel Little Town des französischen Iello-Verlages, welches auf einer Idee von Shun & Aya Taguchi basiert. Das Spielmaterial bilden der Spielplan, 15 Karten, 33 Plättchen, 60 Rohstoffwürfel, 48 Figuren, 6 Anzeiger, Münzen, eine Spielhilfe und das Regelheft. Auch wenn diese Ausstattung recht umfangreich klingt, findet sie doch in einer erstaunlich kompakten, quadratischen Box mit Einleger sicher Platz.

Hinter den großen Bergen erstreckt sich eine weite, fruchtbare und an Rohstoffen reiche Ebene. Der ideale Platz also, um mit dem Bau einer Stadt zu beginnen. Doch es gibt mehrere Konkurrenten um den Titel des besten Baumeisters und so wird sich am Ende zeigen, wer der talentierteste unter ihnen ist.

Zu Spielbeginn erhalten die Spieler ihre Spielerfiguren, Auftragskarten und 3 Münzen. Getreide- und Bauwerkplättchen werden auf dem Spielplan platziert, die Siegpunktanzeiger aller Spieler auf 0 gesetzt und der Rundenanzeiger auf 1. Beginnend mit dem Startspieler platzieren reihum alle Spieler nacheinander jeweils solange ihre Arbeiter auf dem Spielplan, um Rohstoffe zu sammeln oder um Gebäude zu bauen oder diese zu aktivieren, bis alle aufgestellt sind. Die Arbeiter führen dabei ihre Aktion immer sofort durch und die Spieler erhalten ggf. sofort entsprechend Siegpunkte. Am Ende der Runde müssen die Arbeiter noch mit erwirtschafteten Nahrungsrohstoffen versorgt werden, ansonsten verliert der betreffende Spieler Siegpunkte, bevor dann die nächste Runde beginnt. Nach Ende der 4. Runde erfolgt eine Endwertung, die zusätzliche Siegpunkte bringen kann. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Little Town ist ein klassisches Worker Placement Spiel und dabei ein extrem gelungener Vertreter dieser Gattung. Die Regeln sind kurz und leicht zu verstehen, trotzdem ist das Spiel alles andere als simpel. Zum einen gilt es, die Nahrungsversorgung der eigenen Leute stets im Blick zu haben und auch jedes Bauvorhaben will gut geplant sein, denn ein falsch platziertes Bauwerk kann den Zugang zu Ressourcen blockieren, wobei dies bisweilen auch wieder von Vorteil sein kann, um so die Konkurrenz auszubremsen. Was zudem begeistern mag, sind die liebevoll gestalteten Grafiken der Plättchen und die aus Holz gefertigten Spielfiguren. Einziger Wermutstropfen an dem Spiel ist, dass es leider nur für maximal 4 Spieler konzipiert ist.

Titel: Little Town
Autoren: Shun & Aya Taguchi
Verlag: Iello / Hutter

Don`t drop the Soap

Bereits 2018 ist bei Fat Fox Games das Kartenspiel Don`t drop the Soap erschienen, das in Deutschland von Blackout Spiele vertrieben wird. In der Box, die gleichzeitig auch noch Teil des Spielmaterials ist, findet sich eine zweite Kompaktbox mit den 59 Spiel- und der Regelkarte.

Im Gefängnis gelten eigene Regeln und eine dieser Regeln ist es, in der Dusche nie die Seife fallen zu lassen. Doch das ist leichter gesagt als getan, wenn die Mitgefangenen alles tun, um einen in den Rücken zu fallen, zu tricksen und zu täuschen. Gewinner gibt es hier keine, sondern nur einen Verlierer.

An einer Partie Don`t drop the Soap können maximal 6 Spieler teilnehmen. Vor Spielbeginn wird das Boxunterteil, das die Dusche darstellt als Kartenablage in der Tischmitte platziert und eine der Seifenkarten aus dem Deck aussortiert. Die übrigen Karten werden gemischt und jeder erhält 4 bzw. bei weniger als 6 Spielern 5 Karten. Die restlichen Karten dienen als verdeckter Nachziehstapel. Der Spieler mit dem knackigsten Hintern bekommt zudem noch die Seifenkarte und ist Startspieler. In jeder Runde muss nun jeder Spieler genau eine seiner Handkarten ausspielen und die Anweisungen der Karte ausführen. Das Spiel endet, wenn ein Spieler verliert, indem er eine Seifenkarte ausspielt oder der letzte Spieler ist, der nicht „in Sicherheit“ ist. In der nächste Partie erhält dann der Verlierer die zusätzliche Seifenkarte und ist der neue Startspieler.

Wer keine Freude an sehr viel, sehr schwarzem Humor hat, wird ein solch bösartiges Spiel wie Don`t drop the Soap nicht mögen. Wer sich dagegen darauf einlässt, wird massig Spielspaß erleben, der auch nach zahlreichen Partien nicht verloren geht. Dazu tragen nicht zuletzt die einfachen Regeln und die kurze Spielerdauer einer Partie bei und natürlich auch die mehr als witzig gestalteten Kartengrafiken. Dass das Unterteil der Box gleichzeitig noch als Ablagefläche dient, vermag ebenfalls zu gefallen. Und nachdem die Karten nochmals extra in einer Minischachtel verpackt sind, kann man Don`t drop the Soap auch platzsparend auf Reisen oder zu Parties mitnehmen.

Titel: Don`t drop the Soap
Autor: k.A.
Verlag: Blackout Spiele

King of… Monsterpack – Cybertooth

Die King of-Reihe des Autors Richard Garfield hat einmal mehr Zuwachs erhalten in Form des Monsterpack – Cybertooth. Den Deutschlandvertrieb dieser Erweiterung des Iello-Verlages hat dabei wieder Hutter übernommen. Sie umfasst neben 2 Cybertooth-Figuren, die Monstertafel, 1 Würfel, 17 Karten, 6 Marker und ein Regelblatt. Dies alles ist in einer blisterähnlichen Verpackung sicher untergebracht.

Und wieder einmal taucht ein neues Monster auf im Kampf um die Städte New York und Tokyo! Cybertooth, ein gigantischer Roboter, der sich in einen Säbelzahntiger verwandeln kann, fällt über die Städte her und es wird nicht leicht werden, der Wut dieses Berserkers zu widerstehen…

An den Grundregeln der King of-Spiele ändert sich auch beim spielen mit dieser Erweiterung nichts. Als neues Spielelement kommt lediglich der Berserkermodus hinzu. Je nach Würfelergebnis können Monster in diesen versetzt werden, was durch entsprechende Marker an den Figuren gekennzeichnet wird. Im Berserkermodus können sie zusätzlich mit dem Bersekerwürfel würfeln. Der Berserkermodus endet, wenn man sich heilt.

Optional sind auch noch Evolutionskarten vorhanden, falls mit der Power Up!-Erweiterung gespielt wird.

Mit Cybertooth kommt nicht nur ein neues Monster in die King of-Reihe sondern mit dem Bersekermodus auch noch ein komplett neues Spielelement, das eine willkommene neue Variante im bekannten Spielablauf darstellt. Erfreulicherweise ist diese neue Erweiterung auch gleich so ausgelegt, dass sie nicht nur sowohl mit King of New York als auch King of Tokyo sondern auch allen anderen Erweiterungen kombinierbar ist.

Titel: King of… Monsterpack – Cybertooth
Autor: Richard Garfield
Verlag: Iello / Hutter

Galerapagos – Extension

Vor einiger Zeit hatten wir hier bereits das Spiel Hellapagos des Autorenteams Laurence und Philippe Gamelin vorgestellt, das der französische Verlag Gigamic 2017 erstmals auch in einer deutschen Version herausgebracht hat. Zur SPIEL 19 ist nun die erste Erweiterung erschienen, die momentan allerdings nur in französischer und englischer Sprache erhältlich ist. In einer kompakten Minibox ist dabei das komplette Spielmaterial in Form von 70 Karten und dem Regelblatt untergebracht.

Dachten unsere Schiffbrüchigen eben noch, sie seien alleine auf dem Eiland, von dem sie sich zu retten versuchen, so müssen sie feststellen, dass dem nicht so ist! Es gibt noch andere Bewohner auf der Insel, was die Situation natürlich grundlegend ändert. Ob sich dies vorteilhaft für die gemeinsame Anstrengung, ein Floß zu bauen, auswirken wird, oder ob das Vorhaben damit endgültig scheitert, wird sich zeigen. Doch viel Zeit bleibt nicht! Denn der Hurrikan naht.

An den Grundregeln von Hellapagos ändert sich auch bei der Verwendung dieser Erweiterung nichts, so dass der Spielaufbau wie gehabt erfolgt. Will man die neuen Objektkarten aus der Erweiterung nutzen, mischt man diese unter die vorhandenen Karten und handelt sie bei Bedarf entsprechend ab.

Bei der Verwendung der Charakterkarten zieht zu Beginn der Partie jeder Spieler eine dieser Karten und legt sie offen vor sich ab. Sie liefern dem jeweiligen Spieler einen Bonus oder auch Malus für die Partie, wobei diese permanent oder auch nur zeitweilig sein können.

Wird schließlich mit den Ereigniskarten gespielt, so werden diese gemäß Anleitung gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt. Bevor die neue Wetterkarte aufgedeckt wird, deckt der Startspieler die oberste Karte vom Ereigniskartenstapel auf und die Runde diskutiert, wie das Ereignis am besten abgehandelt wird.

Hellapagos ist schon in der Grundversion ein extrem witziges und kurzweiliges Spiel, sofern man sich auf den schwarzen Humor hinter der Spielidee einlässt. Mit der Erweiterung kommen nun neue Spielelemente in die Partie. Da sind zum einen neue Gegenstände, die das Überleben auf der Insel und auch den Floßbau erleichtern. Durch die Charakterkarten haben die einzelnen Spieler zusätzlich Fähigkeiten aber auch Schwächen, was sich wiederum auf den Spielverlauf und vor allem das Abstimmungsverhalten, wenn die Ressourcen knapp werden, auswirkt. Und last but not least können die Ereigniskarten den Spielverlauf komplett umwerfen. Praktischerweise sind die 3 Elemente, die die Erweiterung liefert, unabhängig voneinander mit dem Grundspiel kombinierbar. Von daher bleibt zu hoffen, dass diese Erweiterung bald auch in deutscher Sprache erscheinen wird.

Titel: Galerapagos – Extension
Autoren: Laurence und Philippe Gamelin
Verlag: Gigamic

Omerta

Seit Ende 2019 neu im Programm des schweizer Helvetiq Verlages ist das Kartenspiel Omerta des Autorenduos Adrien Dumont und Timothée Rignault. Es kommt in einer kleinen, kompakten und wie bei Helvetiq üblich, hochwertigen und sehr stabilen Box daher. In dieser verbirgt sich das komplette Spielmaterial, das aus 65 Karten und den Spielregeln besteht.

Wir schreiben den 2. November 1932, 22:34h. Jimmy „Big Ear“, der Informant, den die großen Chicagoer Mafia-Familien bei der Polizei eingeschleust haben, hat diese soeben informiert, dass eine Großrazzia zum Ausheben der illegalen Alkohollager in der Stadt unmittelbar bevorsteht. Wer nicht im Gefängnis enden will, muss also zusehen, seine Vorräte an Spirituosen so schnell wie möglich zu reduzieren!

Zur Vorbereitung einer Partie Omerta werden zunächst die 5 Karten mit den berühmten Gangstern gemischt und an die Spieler verteilt, wobei derjenige, der die Al Capone Karte erhält, als Startspieler fungiert. Danach werden die übrigen Karten gemischt und jeder Spieler erhält verdeckt 4 davon, welcher er verdeckt vor sich auslegt. 4 weitere Karten werden ebenfalls verdeckt als so genannter Safe  in der Mitte des Spieltisches platziert, die übrigen dienen als verdeckter Nachziehstapel. Auf ein Zeichen des Startspielers schauen sich alle Spieler 2 beliebige ihrer eigenen Karten an und legen diese dann wieder verdeckt zurück. Im weiteren Spielablauf zieht der Spieler, der am Zug ist, eine Karte vom Nachziehstapel und schaut sie sich an. Er kann mit ihr entweder eine seiner verdeckten Karten ersetzen, die dann offen auf den Ablagestapel gelegt wird, oder sie gleich offen ablegen. Legt er eine Flaschenkarte ab, haben andere Spieler, die Flaschenkarten mit identischem Wert haben, die Möglichkeit, diese auch abzulegen, wobei nur der schnellste Spieler zum Zug kommt. Wird eine Charakterkarte abgelegt, wird diese aktiviert und die jeweilige Aktion ausgeführt. Denkt ein Spieler, dass er nur noch 7 oder weniger Punkte verdeckt vor sich liegen hat, kann er, wenn er am Zug ist, Omerta verkünden. Alle Spieler decken ihre Karten auf und derjenige, der 7 oder weniger Punkte und zudem den niedrigsten Punktestand aller Spieler hat, gewinnt, wofür er sich 0 Punkte notiert. Die übrigen Spieler notieren sich ihren Punktestand. Das Spiel endet nach so vielen Partien, wie Mitspieler teilnehmen. Derjenige mit dem niedrigsten Punktestand gewinnt.

Omerta ist ein Spiel, das die grauen Zellen sehr fordert. Zu Spielbeginn kennt man nur 2 seiner eigenen Karten, so dass man zusehen muss, möglichst schnell herauszufinden, welche etwaigen Zahlenwerte die übrigen haben, um abschätzen zu können, ob man über oder unter der 7 Punkte-Grenze liegt. Doch dies ist leichter gesagt als getan, denn die Mitspieler können durch Charakterkarten und deren Aktionen die ganzen Bemühungen komplett wieder zunichte machen. Von daher bietet Omerta jede Menge Spielspaß und sehr viel Wiederspielwert, wozu auch die von Helevtiq bekannte, hochwertige Machart des Spielmaterials beiträgt.

Titel: Omerta
Autoren: Adrien Dumont, Timothée Rignault
Verlag: Helvetiq

Dreadfane

Dreadfane ist der Titel des dritten Brettspiels von Games Workshop, das wir getestet haben. Es ist ein Taktikspiel, das thematisch zu dem Miniaturenbrettspiel Warhammer Underworlds passt, welches wiederum in die Welt von Warhammer – Age of Sigmar gehört. Das Spielmaterial findet dabei in einer kompakten Box mit einfachem Einleger Platz und umfasst einen doppelseitigen Spielplan, 8 Würfel, 91 Karten, 116 Marker, 7 Miniaturen zum zusammenbauen, Regelbuch und Schnelleinstiegs-Booklet.

Schon seit Jahrtausenden ruhen die unheilvollen Ruinen von Shadespire, der gespiegelten Stadt. In ihrem Herzen befindet sich das Dreadfane, ein zertrümmertes Kolosseum, in dem die früheren Herrscher von Shadespire riesenhafte Kampfmaschinen gegeneinander antreten ließen. Nun finden sich in dieser Arena diejenigen wieder, die aus Versehen oder aus freien Stücken ihren Fuß nach Shadespire gesetzt haben und gegen die Schrecken der Verdammnis kämpfen müssen.

Zunächst einmal gilt es auch bei Dreadfane wieder, die Miniaturen zusammenzubauen, wofür das Schnelleinstiegs-Booklet die bebilderte Anleitung liefert. Für Spieler, die Warhammer Underworlds noch nicht kennen, empfiehlt es sich, als Erstes eine Partie nach den vereinfachten Regeln aus diesem Booklet zu spielen. Hierzu werden die Spielfiguren gemäß Anleitung auf dem Plan platziert und die Spieler erhalten die zugehörigen Kämpferkarten. In seiner Runde entscheidet der Spieler zu Beginn in der Aktionsphase, welche Aktionen seine Kämpfer durchführen sollen. Dies kann eine Bewegung, eine Attacke oder Verteidigung sein. Entsprechend werden neben der Kämpferminiatur die passenden Marker platziert und die Aktion dann durchgeführt, wobei die Kämpferkarten die jeweiligen Möglichkeiten vorgeben. Haben alle Kämpfer ihre Aktionen durchgeführt, werden die Marker wieder vom Spielplan genommen und eine neue Runde beginnt. Das Spiel endet, wenn alle Kämpfer eines Spielers ausgeschaltet sind.

Dreadfane ist ein günstiger Einstieg in die Welt von Warhammer Underworlds, der es jedem ermöglicht, einmal anzutesten, ob er sich für dieses Miniaturenbrettspiel begeistern kann. In der Einstiegsversion ist es recht schnell erlernt und einfach spielbar. Mit dem vollen Regelwerk, durch das noch Missions-, Verbesserungs-, List- und Gefahrenkarten ins Spiel kommen, so dass man einen Vorgeschmack auf die volle Komplexität von Underworlds hat, ist es dagegen schon deutlich anspruchsvoller. Ausgelegt ist Dreadfane, bei dem einmal mehr die extrem detaillierten Miniaturen, aber auch das sonstige Artwork ein Highlight bilden, eigentlich für 2 Personen. Da aber jeder Kämpfer seine eigene Kämpferkarte hat, kann es auch problemlos mit mehr Spielern gespielt werden, die dann eben in 2 Parteien gegeneinander antreten.

Titel: Dreadfane
Autor: k.A.
Verlag: Games Workshop

Zombie Würfel – Die Horde

Rechtzeitig zur SPIEL 19 in Essen hat der Friedberger Pegasus Verlag Zombie Würfel – Die Horde herausgebracht, das das Grundspiel nebst 2 Erweiterungen in einer Box vereint. Mit der dem Thema entsprechenden Covergestaltung versehen, verbergen sich in ihr 16 Würfel, 14 Marker, 1 Wertungsblock und ein ebenfalls passend verzierter Würfelbeutel.

Die Untoten sind los und überrennen die Stadt! Ihr Ziel ist es, so viele Gehirne wie möglich zu verspeisen. Doch nicht alle Opfer sind leicht zu überwältigen und wehren sich bisweilen. Und so wird sich zeigen, wer am Ende den Schrotflinten am besten ausweicht und die meisten Gehirne mampfen wird.

Zombie Würfel als Grundspiel benötigt lediglich die schwarzen Würfel mit roten, gelben und grünen Symbolen. Diese kommen in den Würfelbeutel. Der Spieler, der am Zug ist, greift sich 3 Würfel zufällig heraus und würfelt diese. Erwürfelte Gehirne und Schrotflinten werden zur Seite gelegt. Mit den übrigen Würfeln, wobei die Zahl ggf. wieder auf 3 aufgefüllt wird, kann der Spieler erneut würfeln. Hat er 3 Schrotflinten erwürfelt, endet sein Zug ohne Punkte, ansonsten kann er jederzeit entscheiden, aufzuhören. In diesem Falle werden die erwürfelten Gehirne in den Wertungsblock eingetragen. Wer zuerst mindestens 13 Gehirne erwürfelt hat, gewinnt die Partie.

Dank der sehr einfachen Regeln ist eine Partie Zombie Würfel auch bei den maximal möglichen 8 Untoten…äh, natürlich Spielern…schnell gespielt. Wie bei allen Würfelspielen hängen Erfolg oder Misserfolg natürlich extrem vom Würfelglück ab und ob der betreffende Spieler ein Zocker ist, der bei schon 2 erwürfelten Schrotflinten sein Schicksal nochmal herausfordert, oder eher konservativ die erwürfelten Gehirne sichert. Ob in großer oder kleiner Runde wird das Spiel eigentlich nie langweilig, zumal durch die beiden Erweiterungen, die noch in der Box enthalten sind, Variationen des Grundspiels möglich sind, die neue Elemente in eine Partie bringen.

Titel: Zombie Würfel – Die Horde
Autoren: Steve Jackson
Verlag: Pegasus

Boogie Beasts

In Form von Boogie Beasts hat der noch junge Verlag Jolly Dutch Productions mittlerweile bereits sein zweites Spiel auf den Markt gebracht. Es handelt sich hierbei um ein schnelles Kartenlegespiel des Autors Alexander Kneepkens. Das Spielmaterial umfasst 2 Sanduhren, 6 Würfel, 162 Karten, Wertungsblock und Spielregeln, welches sicher in einer kompakten Box mit witzig gestaltetem Cover untergebracht ist.

Willkommen beim Boogie Beasts Fallschirmsprung-Meeting, bei dem Du Dein inneres Tier mal so richtig rauslassen kannst. Hier geht es darum, am Ende zusammen mit Deinen Teamkollegen die besten Wertungen für den Sprung zu erzielen. Doch Vorsicht! Hier wird geblufft und gelogen und so mancher Sprung endet im Fiasko. Von daher wird sich zeigen, wer nach 4 Sprungrunden wirklich der Champion der Boogie Beasts ist.

Für eine Partie Boogie Beasts wählt zunächst jeder Spieler einen der 8 möglichen Charaktere und erhält die entsprechenden Charakterkarten. Dann werden die Formationskarten gemäß Anleitung und entsprechend der Zahl der Mitspieler ausgelegt und schließlich noch die Effekt- und Sprungfigurenkarten zusammengemischt, welche den verdeckten Sprungkartenstapel bilden. Zu Beginn jeder Runde erhalten die Spieler 6 Karten vom Sprungkartenstapel, die zunächst verdeckt bleiben. Nun beginnt die Planungsphase, die maximal 3 Minuten (rote Sanduhr) dauert, in der sich die Spieler ihre neuen Sprungkarten anschauen und untereinander verhandeln, welche Formationen sie gemeinsam springen wollen, wobei natürlich niemand an seine gemachten Zusagen gebunden ist. Darauf folgt die Sprungphase, die eine Minute (blaue Sanduhr) dauert, in der die Spieler beliebig viele ihrer Sprung- und Charakterkarten verdeckt auf die jeweiligen Formationskarten oder vor sich selbst für einen Solosprung ablegen dürfen. In der Juryphase werden alle abgelegten Karten aufgedeckt und gewertet, ob der Sprung zustande kam, und welche Punktzahl er erzielt hat. Der Spieler, der nach 4 Sprungrunden die höchste Gesamtpunktzahl erzielt hat, gewinnt die Partie.

Boogie Beasts ist ein extrem schnelles und extrem witziges Spiel, bei dem es mitunter mehr als chaotisch zugeht, wenn bis zu 8 Mitspieler gleichzeitig versuchen, ihre Karten abzulegen. Zudem weiß man nie, wer ehrlich spielt und wer vielleicht sogar absichtlich einen Sprung boykottiert, mal ganz abgesehen davon, dass nicht selten einzelne Mitspieler nicht mehr wissen, wo sie welche Karten schon abgelegt haben und durch falsch abgelegte Charakterkarten einen Sprung versehentlich ungültig machen. Nach der erfolgreichen Premiere in Form der Wirtschaftssimulation Chartered hat Jolly Dutch hier gleich das nächste absolut empfehlens- und spielenswerte Spiel auf den Markt gebracht.

Titel: Boogie Beasts
Autor: Alexander Kneepkens
Verlag: Jolly Dutch Productions

Roter Teppich ins Verderben

Das Genre des Krimi-Dinner-Spiels hat in Form von Rotter Teppich ins Verderben Zuwachs erhalten. Es handelt sich hierbei um den Erstling des Autorenquartetts Jannis Pochert, Tabea König, Martin Student und Verena Wiechens und ist gleichzeitig das erste Spiel, das der noch junge Göttinger Spieleverlag Deadly Dinner auf den Markt gebracht hat. Zum Spielmaterial, das in einer stabilen Box mit passender Covergestaltung daherkommt, gehören das Regelheft, 8 Spielhefte, 8 Einladungskarten, 8 Tischkarten, 8 Hinweise in Umschlägen, 9 Spielfiguren mit Haltern und ein Spielplan.

Am Set der von vielen lang erwarteten Hollywood-Komödie „Der Legionär, der mich liebte“, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, als plötzlich die Leiche des gefeierten Filmstars Henry Stewart entdeckt wird. Es wird schnell klar, einer der anderen anwesenden Schauspieler muss der Täter sein und so beginnt die Suche nach dem Schuldigen dieses Verbrechens.

Wie bei jedem Krimidinner üblich, gilt es als Gastgeber zunächst einmal, gleichgesinnte Mitstreiter zu finden, die sich für dieses Spielkonzept begeistern können. Die Vorbereitungen erfolgen dabei gemäß den Angaben in der Spielanleitung. Das Spiel selbst wird dann in 3 Runden gespielt, innerhalb derer nach und nach mehr Informationen zum Verbrechen bekannt werden, wobei wir an dieser Stelle wegen der Spoilergefahr auf weitere Details verzichten. Am Ende der 3. Runde erfolgt die Anklage und anschließend die Auflösung.

Der Erstling des Deadly Dinner Verlages kann als rundum gelungen bezeichnet werden. Zunächst einmal ist da das wirklich gut gestaltete Spielmaterial zu nennen, das einen geradezu in die 1950er-Jahre zurückversetzt. Auch zu gefallen vermag der Spielplan, der einen Grundriss des Gebäudes zeigt, was die Orientierung sehr erleichtert. Auch die Anleitung lässt keine Wünsche offen, zumal man auf der Website des Verlages zusätzlich noch Supportmaterial herunterladen und schon vorab an die Mitspieler verschicken kann, damit diese die Möglichkeit haben, sich auf ihre Rollen vorzubereiten.

Titel: Roter Teppich ins Verderben
Autoren: Jannis Pochert, Tabea König, Martin Student, Verena Wiechens
Verlag: Deadly Dinner

Black Angel

Im Vertrieb von Asmodee findet sich seit kurzem das semikooperative Strategiespiel Black Angel des Verlages Pearl Games, für das das Autorentrio Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban verantwortlich zeichnet. Es kommt in einer gewichtig, voluminösen Box daher, in der sich das umfangreiche Spielmaterial verbirgt. Dieses umfasst u.a. den Black-Angel-Spielplan, 4 Spielertableaus, 7 doppelseitige Spielplanteile, 77 Plättchen, 90 Karten, Marker, Würfel, Figuren, die Spielanleitung und noch einiges mehr.

Die Ressourcen der Erde sind erschöpft und der Planet nahezu unbewohnbar. In dieser ausweglosen Lage für die Menschheit haben sich die großen Nationen zusammengetan und ein gigantisches, intergalaktisches Kolonieschiff gebaut, die Black Angel. Diese soll menschliches Erbgut auf einer mehrere tausend Jahre dauernden Reise jenseits aller bekannten Welten transportieren. Ihre Crew besteht ausschließlich aus Robotern, die von mehreren KIs geleitet werden, deren Entscheidungen in Systemprotokollen bewertet werden. Ist das Ziel der Reise in Form des bewohnbaren Planeten Spes irgendwann einmal erreicht, wird die KI mit den meisten Systemprotokollen schließlich die Kontrolle übernehmen und die Menschheit wiedererwecken.

Um eine Partie Black Angel zu starten, an der maximal 4 Spieler teilnehmen können, müssen zunächst der Black Angel-Spielplan sowie der Weltraumspielplan und die Spielertableaus gemäß Anleitung vorbereitet und aufgebaut werden. Danach läuft das Spiel rundenbasiert ab. Beginnend mit dem Startspieler führen reihum alle Spieler eine der beiden möglichen Zugsequenzen durch, die wiederum in einzelne Schritte unterteilt sind. Hierbei können in Sequenz A dem eigenen Spielertableau neue Karten hinzugefügt, Aktionen auf der Black Angel oder im Weltraum durchgeführt und Karten gezogen werden, in Sequenz B hingegen Würfel neu gewürfelt, das eigene Spielertableau zurückgesetzt und die Black Angel in Richtung des Planeten Spes bewegt werden. Die Partie endet, sobald die Black Angel den Planeten Spes erreicht hat oder keine Verwüsterkarten mehr vorhanden sind, wobei die aktuelle Runde noch vollständig durchgespielt wird. Es gewinnt derjenige Spieler, der die meisten Punkte erzielt hat.

Auf den ersten Blick hört sich die Beschreibung von Black Angel recht simpel an, doch dieses Spiel hat es in sich. Die Regeln sind komplex und es empfiehlt sich auf jeden Fall, zunächst eine Testrunde zu spielen, um sich mit den grundlegenden Mechanismen vertraut zu machen. Nur so hat meinen einen Überblick über die möglichen Spielzüge, wenn man der Reihe ist und kann sich selbst eine Taktik zurechtlegen, mit der man möglichst viele Systemprotokolle und sonstige Punkte für die Endabrechnung zusammensammeln kann. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, ob er auf Kooperation mit seinen Mitspielern setzt oder versucht, sich als Einzelkämpfer ohne Rücksicht auf die anderen durchzusetzen. Dass das Spiel nur für maximal 4 Spieler ausgelegt ist, ist ein kleiner Wermutstropfen, doch wären bei noch mehr Spielern die Wartezeiten, bis man wieder an die Reihe kommt, definitiv zu lang.

Titel: Black Angel
Autoren: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban
Verlag: Pearl Games – Vertrieb Asmodee