Mai 2021

Catan 3D-Edition

2005 feierten die Siedler von Catan ihr 10-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass ist damals eine 3D-Edition des Spiels erschienen, die auch der Autor dieser Zeilen seinerzeit auf der SPIEL in Essen bewundert hat. Aufgrund des bei Studenten auch damals stets knappen Budgets blieb es bei mir wie wohl auch vielen anderen Fans beim Bewundern. 2021 erfüllt der Kosmos Verlag zusammen mit der Catan GmbH nun der Fangemeinde einen lang ersehnten Wunsch und wird im Herbst diesen Jahres eine neue 3D-Edition in limitierter Auflage herausbringen.

Die Landfelder basieren dabei auf Entwürfen, die Klaus Teuber selbst modelliert hat. Sie, wie auch alle anderen Teile des Spielfeldes sind aufwendig von Hand bemalt und in einen ebenfalls bemalten Rahmen eingefasst.  Desweiteren umfasst diese 3D-Sonderedition noch detailliert modellierte Figuren, Kartenhalter und Sonderwürfel.

Fotos © Kosmos

Die Crew – Mission Tiefsee

Das kooperative Kartenspiel Die Crew des Autors Thomas Sing, das beim Kosmos Verlag erschienen ist, erhielt die Auszeichnung als Kennerspiel des Jahres 2020. Von daher ist es nur logisch, dass dieses Jahr mit Mission Tiefsee eine Fortsetzung erschienen ist. Man hat dabei das bewährte Format einer kompakten, rechteckigen Schachtel beibehalten, in der sich 141 Karten, 6 Plättchen, 1 Aufsteller, 1 Logbuch und die Anleitung verbergen.

Nach dem Weltraum hat es unsere Forscher nun in die Tiefsee verschlagen. Auch hier warten wieder spannende Aufgaben, die es zu lösen gilt. Und wie im Weltraum ist auch hier Kommunikation untereinander unerlässlich, auch wenn sie wieder einmal mehr als schwierig ist.

Zur Spielvorbereitung werden die 40 großen Spielkarten gemischt und an die Spieler verteilt. Diese bilden deren Handkarten. Zusätzlich erhält jeder Spieler ein Sonarplättchen. Das Notsignalplättchen wird hingegen zusammen mit dem gemischten Auftragskartenstapel und den Erinnerungskarten verdeckt bereitgelegt. Sobald der Kapitän, der als Startspieler fungiert, gewählt ist, kann es auch schon losgehen. Die Gruppe nimmt das Logbuch zur Hand, wählt eine der Missionen aus und zieht so viele Auftragskarten, wie dort angegeben. Von diesen wählen dann – sofern die Missionsregeln, die auch noch weitere Modifikationen bringen können, nichts anderes vorgeben – beginnend mit dem Kapitän die Spieler nacheinander Karten aus und legen sie vor sich ab, bis alle verteilt sind. Um die Mission zu gewinnen, müssen alle diese Aufträge in Form von Stichen, die gemacht werden müssen, erfüllt werden. Um untereinander zu kommunizieren, kommen die Sonarplättchen zum Einsatz, da eine direkte Kommunikation verboten ist. Desweiteren können durch Aktivierung des Notsignalplättchens Handkarten an Nachbarspieler weitergegeben werden.  Das Ergebnis jeder Mission wird anschließend im Logbuch vermerkt.

Mission Tiefsee ist wie auch der erste Titel aus der Die Crew-Reihe in erster Linie ein klassisches Stichspiel. Allerdings wird in dieser Reihe kooperativ gespielt, was aber durch das Verbot der direkten Kommunikation erschwert wird. Spieltechnisch bietet der neue Titel keine wirklichen Veränderungen zu seinem Vorgänger, lediglich das Setting wurde vom Weltraum in die Tiefsee verlagert.

Titel: Die Crew – Mission Tiefsee
Autor: Thomas Sing
Verlag: Kosmos

Tucano

Zu den Neuheiten, die der Helvetiq Verlag aus Basel 2021 herausbgebracht hat, gehört das Kartenspiel Tucano des Autors Théo Rivière. Wie wir das von Helevtiq ja mittlerweile gewohnt sind, kommt auch dieses Spiel wieder in einer extrem stabilen, schön gestalteten Box daher, die – wie bei einem Kartenspiel kaum anders zu erwarten war – überaus kompakte Abmessungen im Pocketformat hat. In ihr sind 70 Karten und das Regelfaltblatt oder besser gesagt die Regelfaltblätter – Helvetiq liefert diese nämlich in gleich 6 Sprachen mit – enthalten.

Im tropischen Regenwald wachsen jede Menge Früchte. Doch nicht jede, die lecker aussieht, ist am Ende auch bekömmlich. Von daher gilt es, die besten Früchte zu sammeln und diese vor den gierigen Fingern der Nachbarn zu schützen, während man sich selbst an deren Fruchtsammlung bedient.

Zum Spielstart werden die Frucht- und Tucan-Karten zunächst zusammengemischt. Sie bilden den verdeckten Nachziehstapel in der Tischmitte. Neben diesen werden 3 Kolonnen offener Karten aus einer, 2 und wiederum einer Karte gelegt. Der jeweils aktive Spieler wählt eine der offen ausliegenden Kolonnen aus und nimmt alle Karten, die er als seine Sammlung vor sich ablegt. Erhält er dabei eine der Tucan-Karten führt er deren Aktion sofort aus und legt sie dann aufgedeckt auf den Ablagestapel. Zuletzt legt er noch auf jede der 3 Kolonnen eine neue Karte vom Nachziehstapel und dann ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe. Das Spiel endet, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist und nur noch eine Kolonne übrig bleibt. Die Spieler addieren nun die Werte ihrer Frucht-Karten. Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Tucano ist ein schön gemachtes Kartenspiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln, die schnell erlernt sind. Es zu spielen, ist dann aber bisweilen ganz schön knifflig, weil man immer kalkulieren muss, welche der Kolonnen denn nun am Ende wirklich das Maximum an Punkten bringt. Denn je nach Frucht kann es manchmal sinnvoll sein, nach dem Motto „weniger ist mehr“ zu verfahren. Zudem machen einem natürlich auch die Mitspieler mit den Tucan-Karten das Leben immer wieder schwer, indem sie Früchte klauen, oder einem unerwünschte Früchte in die eigene Sammlung schmuggeln. Von daher ist hier viel Spielspaß bei hohem Wiederspielwert garantiert.

Titel: Tucano
Autor: Théo Rivière
Verlag: Helvetiq

Quizscape

Unter den Spieleneuheiten des Jahres 2021 des Moses Verlages ist uns Quizscape ins Auge gestochen. Dieses Quiz-Escape-Spiel stammt aus der Feder des Autors Arno Steinwender und verbirgt sich in einer rechteckigen Klappdeckelbox mit Magnetverschluss. Diese ist gleichzeitig auch noch Teil des Spielmaterials, das aus diversen Karten und sonstigen Teilen besteht, welche sich in 2 Schubladen in der Box befinden und erst im Laufe des Spiels nach und nach ausgepackt werden.

Schon Albert Einstein hat bewiesen, dass Zeitreisen theoretisch möglich sind. In einer fernen Zukunft ist aus dieser Theorie Realität geworden und so bricht eine Gruppe von Rekruten der Time Patrol auf, um ihre ersten Fälle aufzuklären, die sie weit zurück in die Vergangenheit führen werden. Wird es ihnen gelingen, alle Rätsel rechtzeitig zu lösen?

Um mit Quizscape zu starten, bedarf es eigentlich keiner großen Vorbereitung, außer der die Spielbox zu öffnen. Danach ist das Spiel selbsterklärend und arbeitet mit so genannten Aktions- und Nachrichtenkarten, welche genau vorgeben, was zu tun ist und welche Karte als nächstes aufgedeckt werden muss. Je nachdem, ob die Gruppe, die gestellten Rätsel löst oder auch nicht, erhält sie Boni oder auch Mali, die den weiteren Spielverlauf erleichtern oder erschweren. Tiefer wollen wir hier allerdings nicht in der Erklärung einsteigen, da sonst immer die Gefahr besteht, zu spoilern.

Quizscape verbindet, wie der Name schon vermuten lässt, auf wirklich geschickte Weise das Genre des klassischen Quizspiels mit dem der in den letzten Jahren so populär gewordenen Escapespiele. Erfreulicherweise ist es bei Quizscape dabei gelungen, ein mehrmals spielbares Spiel mit einer Reset-Möglichkeit zu realisieren, so dass das größte Manko, an dem Escapespiele oft leiden, dass nämlich Spielmaterial zerstört oder unwiderruflich verändert werden muss, entfällt. Zudem sind die Rätsel vom Schwierigkeitsgrad her gut ausbalanciert, so dass gerade in größeren Spielegruppen immer jemand dabei ist, der die Lösung weiß. Und selbst wenn man mal daneben liegt, kann das Spiel trotzdem weitergehen, allerdings dann unter höherem Zeitdruck.

Titel: Quizscape
Autor: Arno Steinwender
Verlag: Moses

Claim Kingdoms

Unter den Frühjahrsneuheiten von Game Factory findet sich auch das Strategiespiel Claim Kingdoms, um das es in unserem heutigen Mittwochsspecial gehen soll. Autor des Titels ist Scott Almes, während Mihajlo Dimitrjevski die Illustrationen für das Spielmaterial und die kompakte, rechteckige Box geschaffen hat. In dieser finden wir in einem Pappeinleger sicher verstaut 70 Karten, 32 Spielfiguren, 2 Plättchen, 2 Übersichten, eine Wertungstafel und die zweisprachigen Spielregeln.

Der Thron ist verwaist und die kleinen Regionalfürsten rüsten sich, um die Macht im Königreich an sich zu reißen. Doch hier will klug taktiert sein. Denn nur wer am Ende den meisten Einfluss bei den wichtigsten Völkern des Reiches hat, wird sich auch die Krone aufsetzen können.

Zum Spielstart erhält jeder Spieler die Figuren und das Plättchen seiner Farbe. Letzteres wird auf das Startfeld der Wertungstafel gelegt. Anschließend entscheiden die Spieler, mit welchen 7 der 10 möglichen Fraktionen sie spielen wollen. Deren Karten werden verdeckt gemischt und als Nachziehstapel bereitgelegt. Die obersten 3 Karten von diesem werden als offene Auslage daneben platziert und eine weitere Karte als Startkarte offen in der Tischmitte. Zuletzt erhalten beide Spieler je 2 Karten vom Nachziehstapel auf die Hand und dann kann es auch schon losgehen. Der jeweils aktive Spieler spielt in seinem Zug eine seiner Handkarten aus und legt diese an eine der bereits ausliegenden Karten an. Anschließend stellt er eine seiner Figuren auf diese neu gelegte Karte, nutzt ggf. deren Fähigkeiten und zieht dann entweder vom Nachziehstapel oder von der Auslage eine Karte auf die Hand nach.  Das Spiel endet, sobald ein Spieler keine Figuren mehr hat oder alle Karten angelegt wurden. Es folgt nun eine Wertung aller Fraktionen, wobei immer der Spieler, der die meisten Figuren auf den Karten einer Fraktion stehen hat, deren Punkte bekommt. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Claim Kingdoms ist im weitesten Sinne ein klassisches Legespiel. Dieses erfordert einerseits sehr viel strategisches Denken, wann man wo, welche Karte anlegen soll, um maximal Punkte und idealerweise auch gleich die Mehrheit in einer Fraktion zu bekommen. Andererseits hat man aber auch einen hohen Glücksfaktor, denn man weiß nie, welche Karte man vom Nachziehstapel zieht oder was für die Auslage aufgedeckt wird. Dadurch, dass von den 10 Fraktionen immer nur 7 im Spiel sind, ist das Setting hochvariabel, so dass hier auch bei mehreren Partien nacheinander keine Langeweile aufkommt. Last but not least ist auch das Spielmaterial selbst wirklich schön gestaltet und qualitativ hochwertig.

Titel: Claim Kingdoms
Autor: Scott Almes
Verlag: Game Factory

Spiel des Jahres 2021 – Die Nominierten

Der Verein Spiel des Jahres hat heute die diesjährigen Nominierten seiner renommierten Spielepreise veröffentlicht.

 

Für das Spiel des Jahres 2021 sind nominiert:

Die Abenteuer des Robin Hood von Michael Menzel (Kosmos)

© Foto Kosmos

Micro Macro: Crime City von Johannes Sich (Edition Spielwiese / Pegasus)

© Foto Pegasus

Zombie Teenz Evolution von Annick Lobet (Scorpion Masqué / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Die Nominierten für das Kinderspiel des Jahres 2021 sind:

Dragomino von Bruno Cathala, Marie und Wilfried Fort (Pegasus)

© Foto Pegasus

Fabelwelten von Marie und Wilfried Fort (Lifestyle Boardgames / Asmodee)

© Foto Asmodee

Mia London von Antoine Bauza und Corentin Lebrat (Scorpion Masqué / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Zum Kennerspiel des Jahres 2021 schließlich sind nominiert:

Die verlorenen Ruinen von Arnak von Michaela „Min“ Štachová und Michal „Elwen“ Štach (Czech Games Edition / HeidelBÄR Games)

© Foto HeidelBÄR Games

Fantastische Reiche von Bruce Glassco (Strohmann Games)

© Foto Strohmann Games

Paleo von Peter Rustemeyer (Hans im Glück / Asmodee)

© Foto Asmodee

 

Die Gewinner der Kategorien Spiel und Kennerspiel des Jahres 2021 werden am 19. Juli bekanntgegeben werden. Das Kinderspiel des Jahres 2021 wird dagegen bereits am 14. Juni gekürt.

Decktective – Albtraum im Spiegel

Die Krimispiele der Decktective-Reihe des italienischen Verlages DV Giochi, deren deutsche Version Abacus Spiele vertreibt, hat wieder einmal Zuwachs erhalten. „Albtraum im Spiegel“ heißt der neue Titel, der von dem Autorenduo Martino Chiacchiera und Silvano Sorrentino entwickelt wurde. Er kommt im praktischen Pocketformat in einer mehr als kompakten, rechteckigen Box daher, welche auch gleich Teil des Spielmaterials ist. Dieses umfasst danaben noch insgesamt 55 Karten und 7 Clips.

Unsere Detektive müssen wieder einmal einen kniffligen Fall lösen. Danielle Dove ist nicht auf der Beerdigung ihrer Schwester erschienen und wie sich bald herausstellen wird, wurde sie entführt. Wird es den Detektiven gelingen, Danielle zu finden und den oder die Täter zu entlarven?

An einer Partie Decktective können laut Anleitung bis zu 6 Spieler teilnehmen. Der Aufbau erfolgt dabei wie von den Spielkarten vorgegeben, welche einen auch durch den gesamten Fall leiten. Nach einer kurzen Einleitung erhalten die einzelnen Spieler einen Teil der Spielkarten als Handkarten, welche sie dann, wenn sie an der Reihe sind, ausspielen können, um so ihre Informationen den Mitspieler zugänglich zu machen, oder auch abwerfen können. Anschließend ziehen sie vom Kartenstapel neue Handkarten. Dieser wird so nach und nach aufgebraucht, bis man zu den Fragekarten zur Lösung des Falls gelangt. Hier muss die Gruppe diskutieren, welche der Antworten sie für richtig hält und dies mit den Clips an der Karte markieren. Danach erfolgt die Auflösung und nach den dabei erzielten Punkten eine Endwertung.

Albtraum im Spiegel ist ein wirklich flottes, kleines Detektivspiel, das mit einigen netten Gimmicks wie dem 3D-Tatort aufwartet. Die Lösung des Falls am Ende ist dabei bei weitem nicht so einfach und klar, wie man sich während des Spiels denken mag und hängt auch sehr davon ab, welche Hinweise während des Spiels offen ausgelegt wurden. Wie bei allen Spielen dieser Art, ist es natürlich mit einer festen Spielegruppe nur einmal spielbar. Da aber das Spielmaterial nicht verändert oder zerstört werden muss, kann man es danach ohne Probleme an andere Spielegruppen weitergeben, so dass auch die ihren Spaß haben werden.

Titel: Decktective – Albtraum im Spiegel
Autoren: Martino Chiacchiera, Silvano Sorrentino
Verlag: DV Giochi / Abacus Spiele

Mandala Stones

Im Rahmen unseres Mittwochsspecials stellen wir heute Mandala Stones vor. Das Spiel ist erst seit kurzem im Handel erhältlich und wurde von Filip Glowacz entwickelt. Erschienen ist es bei Kobold Spiele, die hier gleich eine doppelte Premiere feiern. Zum einen ist es das erste abstrakte Spiel, das bei diesem Verlag erscheint, zum anderen hat Kobold Spiele hier erstmals darauf verzichtet, ein neues Spiel über Crowdfunding zu finanzieren. Als Spielmaterial erhält man 96 Steine, 4 Sammler und 4 Zähler, 14 Karten, 4 Marker, den Spiel- und den Mandalaplan, 4 Tableaus, einen Stoffbeutel und das Regelheft. Dies alles ist sicher in einem Tiefziehteil verstaut, welches sich wiederum in einer großen, quadratischen Box verbirgt.

Mandalas sind durch Menschenhand geschaffene Kunstwerke, die für Harmonie und Schönheit stehen. Um ein solches Kunstwerk zu erschaffen, wollen aber nicht nur die passenden bunten Steine eingesammelt, sondern diese auch zusammen mit Freunden gelegt werden.

Zur Spielvorbereitung werden an die bis zu 4 Mitspieler jeweils eine Übersichtskarte, ein Künstlertableau und ein Punktezähler ausgegeben, während Sammelplan und Mandalaplan in der Tischmitte platziert und die Steine in den Stoffbeutel gefüllt  und gemischt werden. Anschließend wird der Sammelplan gemäß Anleitung mit den Steinen und Sammlern bestückt, die Schlusskarten ebenfalls gemischt und 2 von ihnen an jeden Spieler verteilt. Sobald alle ihren Punktezähler auf das Mandalafeld ihres Künstlertableaus gelegt haben, kann die Partie starten. Der jeweils aktive Spieler kann in seinem Zug entweder die Aktion Sammeln und die Aktion Werten durchführen. Beim Sammeln bewegt er den Sammler auf dem Sammelplan auf ein freies Sammelfeld und nimmt sich dann alle umliegende Kopfsteine, die dasselbe Muster aufweisen und keinen weiteren Sammler neben sich stehen haben. Beim Einsammeln werden die Kopfsteine dabei immer im Uhrzeigersinn eingesammelt und der erste Stein, liegt zu unterst. Den so eingesammelten Stapel setzt der Spieler auf ein freies Stapelfeld seines Künstlertableaus. Bei der Aktion Werten wertet der Spieler die Steine auf seinem Künstlertableau, wobei er sich entscheiden kann, ob er eine Farb- oder Kopfsteinwertung durchführt. Die so gewonnenen Punkte werden durch den Punktezähler auf dem Künstlertableau vermerkt. Alle Kopfsteine gewerteter Stapel werden anschließend auf dem Mandalaplan platziert, was weitere Punkte bringen kann. Die Partie endet, sobald jemand einen Stein auf das Schlussfeld des Mandalaplanes legt oder ein Spieler keine gültige Aktion durchführen kann. Die Spieler überprüfen nun die Siegbedingungen ihrer Schlusskarten, die ggf. weitere Punkte bringen. Der Spieler, der am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Wir waren ob der Thematik zugegeben zunächst doch etwas skeptisch, als wir Mandala Stones in den Händen hielten, aber diese Skepsis hat sich schnell als vollkommen unbegründet erwiesen. Man hat hier ein wirklich extrem gut gemachtes, kurzweiliges Spiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln vor sich, bei dem der Strategieeffekt nicht zu kurz kommt. Denn die Steine wollen nicht einfach blindwütig eingesammelt sein. Hier muss man genau überlegen, wo man den Sammler platziert, mit welchem Stein man beim Einsammeln startet und wo man den Steinstapel dann auf dem eigenen Künstlertableau ablegt. Genauso will es gut durchdacht sein, wann und wie man wertet, um möglichst viele Punkte zu ergattern. Da eine Partie zudem recht fix gespielt ist, ist auch der Wiederspielwert sehr hoch. Was uns zudem gefallen hat, ist auch das mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltete Spielmaterial und die angenehme Haptik der Steine.

Titel: Mandala Stones
Autor: Filip Glowacz
Verlag: Kobold Spiele

Detective Charlie

Unter dem Label Loki vertreibt der französische Iello Verlag Kinderspiele, von denen sich einige Titel in einer deutschen Version wiederum im Vertriebsprogramm von Hutter finden. Zu den Neuheiten 2021 von Loki zählt auch das Detektivspiel Detective Charlie des Autors Théo Rivière, das unlängst erschienen ist. Seine quadratische Box kommt mit einer sehr ansprechenden Covergestaltung daher, die ebenso wie die Illustrationen der Karten von Piper Thibodeau geschaffen wurden. In der Box ist das Spielmaterial in Form von 6 Fallkartenstapeln, 6 Umschlägen mit den Lösungen der Fälle, einem Würfel, einem Aufsteller, einer Taschenuhr, dem Detektiv-Notizbuch und dem Regelheft in einem Kunstofftiefzieheinleger sicher verstaut.

In Rätselstadt gehen immer wieder seltsame Dinge vor sich. Doch die findige Detektivin Charlie Holmes macht sich mit unserer Hilfe an die Lösung der Fälle. Allerdings sitzt ihr die Zeit im Nacken, denn Punkt 5:00h muss sie zurück auf der Polizeiwache sein, um die Teestunde nicht zu verpassen.

Für eine Partie Detective Charlie wählt man zunächst einen der 6 Fälle aus. Die Fallkarte wird in die Tischmitte gelegt, die Karten der Zeugen kreisförmig, in Reihenfolge der Nummern auf ihren Rückseiten darum angeordnet. Die Karten der 8 Verdächtigen dagegen werden in die entsprechenden Halterungen des Einlegers im Boxboden, welcher als Polizeiwache Teil des Spielmaterials ist, gesteckt. Sobald der Detective Charlie-Aufsteller vor Zeugenkarte Nummer 1 platziert ist und auch noch Würfel und Uhr bereitliegen, kann es losgehen. Beginnend mit dem Startspieler würfelt der jeweils aktive Spieler und führt die erwürfelte Aktion aus. Dies kann das Bewegen von Detective Charlie, um Zeugen zu befragen oder ein Verstellen der Uhr bedeuten. Werden Zeugen befragt, muss die Gruppe danach gemeinschaftlich entscheiden, welche der 8 Verdächtigen sie für unschuldig hält. Deren Karten werden dann aus der Polizeiwache entfernt. Bleibt so am Ende nur noch eine Karte übrig, öffnet man den Lösungsumschlag für den Fall und überprüft, ob die Gruppe richtig ermittelt hat.

Detective Charlie wird seinem Anspruch als Krimispiel für Kinder ab 7 Jahren vollauf gerecht. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich, die Fälle an sich nicht übermäßig schwer zu lösen, und die Gestaltung des gesamten Spielmaterials ist mehr als kindgerecht gemacht. Zudem fördert das Spiel das Sprachverständnis und logisches Denken. Ein kleiner Minuspunkt ist natürlich das Tatsache, dass nach 6 Fällen denn auch Schluss ist. Aber vielleicht bringt Loki hier ja in der Zukunft noch Erweiterungen mit Spielmaterial für neue Kriminalfälle für unsere jungen Ermittler heraus.

Titel: Detective Charlie
Autor: Théo Rivière
Verlag: Loki / Hutter

Vendetta

Letztes Jahr hatten wir hier das Krimi-Dinner Roter Teppich ins Verderben vorgestellt. Die 3 kreativen Köpfe hinter diesem Spiel – Lukas Setzke, Martin Student und Verena Wiechens – haben in der Zwischenzeit einen eigenen Spieleverlag namens Noctis gegründet, in dem sie nun mit Vendetta ein Krimispiel herausgebracht haben, das den Auftakt für eine ganze Reihe bilden soll. Es kommt in einer kompakten, rechteckigen Box mit düster gestaltetem Cover daher, in der sich 72 Karten, 13 Umschläge, sowie ein Notizzettel und das Detective Board befinden.

Es ist tief in der Nacht, als Dein Telefon klingelt. Der Pate hat Dich zu sich bestellt, denn er hat den schlimmen Verdacht, dass es in der Familie einen Verräter gibt. Nun ist es an Dir, diesen Verräter zu finden und so die Gerechtigkeit wieder herzustellen.

Vendetta ist für 1 bis 5 Spieler ausgelegt, wobei natürlich auch eine größere Spielergruppe sich an die Ermittlungsarbeit machen kann. Um hier nicht zu viel zu spoilern, beschränken wir uns bei der Beschreibung auf den Startaufbau des Spiels und die grundlegenden Mechanismen. Zu Beginn einer Partie wird zunächst das Detective Board ausgefaltet in der Tischmitte platziert. Daneben legt man den Notizzettel und Schreibgerät, sowie die Objektumschläge  und den Kartenstapel griffbereit. Dann kann es losgehen, indem man die erste Karte des Kartenstapels nimmt, durchliest und deren Anweisungen abhandelt. Sie gibt auch vor, welche Karte als nächstes umgedreht und gelesen werden darf. Im Laufe des Spiels deckt man so immer weitere Karten auf, darf Objektumschläge öffnen, macht sich Notizen, usw., um so Schritt für Schritt zur Lösung des Falles zu gelangen. Eine entscheidende Spielhilfe ist dabei auch die Webseite des Spieles selbst, auf der man Hilfe und Informationen finden, Codes eingeben, Spielstände zwischenspeichern und den Fall am Ende lösen kann.

Vendetta ist einerseits ein typischer Vertreter des Genres der Krimi- und Escape-Spiele, der aber andererseits auch einige sehr interessante neue Spielmechanismen mit sich bringt. Bei Vendetta reicht es nicht mehr nur, die Karten und Umschläge aus der Spielbox und eine Webseite zu nutzen. Hier kommt echtes Detektivfeeling auf, wenn man wirkliche Anrufe tätigen und eMails schreiben muss. Das sind neue und innovative Ideen, die den Spielspaß beträchtlich steigern. Wie alle Krimi- und Escape-Spiele ist auch Vendetta natürlich mit einer festen Spielergruppe nur einmal spielbar, aber solange man Notizen statt auf dem Detective Board auf Zetteln macht, bzw. sich das Board kopiert oder selbst ausdruckt (es kann auf der Verlagsseite heruntergeladen werden), kann man das Spiel danach problemlos an eine andere Spielergruppe weitergeben. Von daher sind wir schon sehr gespannt, welche weiteren Titel Noctis in Zukunft noch herausbringen wird.

Titel: Vendetta
Autoren: Lukas Setzke, Martin Student, Verena Wiechens
Verlag: Noctis Verlag