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Dream Games – Böses Erwachen

Über unsere Instagram-Seite hatte uns unlängst Elias Dankerl, der zusammen mit seinen beiden Mitstreiterinnen Nina und Yvonne das Team des neuen Verlages Dream Games bildet, kontaktiert, ob wir die Demoversion ihres Erstlings Dream Games – Böses Erwachen einmal testen wollten. Dieser liegt nun mittlerweile in Form einer Rechteckbox im DinA 4-Format vor uns auf dem Redaktionstisch und umfasst in dieser Demoversion 45 Karten, 33 Steine, einen Würfel, eine Spielfigur, das „Buch der Träume“ und das Regelheft.

Du erwachst und stellst fest, dass Du Dich nicht in Deinem Schlafzimmer in Deinem Haus, sondern auf einer Waldlichtung befindest. Langsam wird Dir klar, dass Du in einem Traum gefangen bist. Wird es Dir gelingen, den Weg zurück in die Realität zu finden?

Da in Dream Games – Böses Erwachen eine Geschichte entwickelt wird, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht zu viel spoilern. Von daher nur so viel: Zu Spielbeginn werden die Ereigniskarten gemischt und verdeckt bereitgelegt. Daneben wird der Stapel mit den Spielkarten, die in Zahlenreihenfolge sortiert sind, ebenfalls verdeckt bereitgelegt und die Karte 1 mit der Spielübersicht daneben platziert. Sobald auch noch die Spielfigur, Traum- und Wissenssteine und das „Buch der Träume“ bereitliegen, kann es losgehen. Karte 28 wird aus dem Stapel gezogen, die Spielfigur daraufgestellt und Abschnitt 10 im „Buch der Träume“ gelesen, das einem einen ersten Teil der Story und die ersten Entscheidungsmöglichkeiten liefert. Je nachdem, wie man sich entscheidet, wird man so zu neuen Abschnitten im „Buch der Träume“ geleitet, deckt weitere Karten auf, auf die man die Spielfigur bewegt und die man dann erforschen kann. Hierfür ist im Regelfall Traumenergie in Form von Traumsteinen nötig, die aber nur begrenzt zur Verfügung stehen. Sobald sie aufgebraucht sind, startet ein neuer Durchlauf, wobei man erworbene Fähigkeiten, Wissenssteine, usw. behalten darf. Das Spiel endet, wenn man das finale Rätsel gelöst hat, wobei die Anzahl der benötigten Durchläufe darüber entscheidet, wie gut man sich geschlagen hat.

Dream Games – Böses Erwachen verspricht ein sehr gutes Spiel im Escape-Stil zu werden. Uns hat die Demo jedenfalls gefallen. Die Grundregeln an sich sind dabei einfach und leicht verständlich, so dass man sehr schnell ins Spiel hineinfindet, das ansonsten selbsterklärend ist. Man merkt, wie viel Mühe die Autoren hier in ihren Erstling gesteckt haben. Dies sieht man auch an den wirklich schön gestalteten Karten, die in dieser Demoversion bereits weitgehend dem Standard des späteren Hauptspiels entsprechen, bei dem dann auch noch der Würfel und der Stoffbeutel professionell produziert sein und eine im 3D-Druck gefertigte, individuelle Spielfigur enthalten sein werden. Von daher drücken wir Dream Games für die am 26. Dezember 2022 beginnende Kickstarter-Kampagne für ihren Erstling die Daumen!

https://www.kickstarter.com/projects/dreamgames/dream-games-boses-erwachen

Titel: Dream Games – Böses Erwachen
Autor: Elias Dankerl
Verlag: Dream Games

Don`t go in there

Passend zu Halloween letzte Woche haben wir uns „Don´t go in there“ von Raod To Infamy Games auf den Tisch zum Testen geholt und begaben uns auf das Abenteuer, ein Spukhaus von seinen Flüchen zu befreien. Der Kickstarter von den Autoren Andrew Nerger und Jeffrey Chin ist 2022 erschienen und verbindet Elemente von Worker Placement und Push your Luck.

Ziel des Spiels für 1 – 5 Spieler ist es, durch das Bannen von Flüchen die meisten Punkte zu erhalten. Doch die Reichweite eurer Taschenlampen ist begrenzt und wer sich zu weit in das Spukhaus wagt, kann von Geistern heimgesucht werden.

Die Spieler erforschen die Räume im Spukhaus, indem sie Ihre Figuren auf der Treppe platzieren. Hierbei kann auf jeder Stufe nur eine Figur stehen. Der Spieler, dessen Figur am weitesten vorne steht, darf sich als erster Spieler eine der Fluchkarten in dem Raum auswählen. Die Fluchkarten werden gesammelt und bringen dadurch Punkte oder lösen verschiedene Effekte aus.

Was mir an dem Spiel gut gefallen hat, sind das Spielmaterial und die Regeln.
Vom Design passt alles gut zum Thema, wie die Würfel, die im Dunklen leuchten, die Spielebox, die zum Würfelturm wird, oder die Illustrationen der Räume und Fluchkarten. Die einfachen Grundregeln sind schnell erklärt und durch die verschiedenen Fluchkarten kommt Abwechslung und Strategie ins Spiel.

Titel: Don`t go in there
Verlag: Road To Infamy Games
Autoren: Andrew Nerger, Jeffrey Chin
Illustration: Rupert Lewis Jones
Grafik Design: Jeffrey Chin

Euborea

Und weiter geht es mit den Neuheiten, die wir auf der SPIEL `22 in Essen entdeckt haben. Heute wollen wir uns Euborea, den Erstling von Martin Baer, einmal genauer anschauen, den dieser nach erfolgreicher Kickstarter-Kampagne im Selbstverlag zusammen mit Hannah Böving, die das gesamte Artwork entworfen hat, herausgebracht hat. Geliefert wird Euborea in einer quadratischen Standardbox, in der wir das recht umfangreiche, zweisprachige Spielmaterial in Form von 23 Sechseckplättchen, der Ruhmesstraße, 63 Markern, 340 Karten, 5 Figuren, 10 Steinen, 60 Klötzchen, weiteren 89 Karten für das Vollspiel, sowie die Regelhefte in deutscher und englischer Sprache finden.

In grauer Vorzeit riefen die Götter von Zeit zu Zeit ihre Favoriten unter den Menschen in ein Dorf auf der Insel Euborea zu einem Fest, wo man ihnen den Trank des Vergessens einschenkte. Am nächsten Morgen erwachten die Favoriten mit dem Gefühl, wichtige Aufgaben lösen zu müssen…

Zur Vorbereitung einer Partie Euborea wird zunächst das Spielfeld aus den Sechseckplättchen gemäß Anleitung aufgebaut. Im Lernspiel werden dann die Begegnungs-, Kampf- und Fertigkeitskarten, wie auch die Beutemarker ebenfalls bereitgelegt, im Grund- und Vollspiel kommen noch weitere Karten und die Ruhmesstraße zusätzlich auf den Tisch. Die Spieler erhalten anschließend das Spielmaterial ihrer Farbe und platzieren ihre Heroenfiguren auf dem Dorfplättchen in der Mitte des Spielfeldes. Nachdem ein Startspieler gewählt wurde, wählen die Spieler beginnend mit dem letzten Spieler gegen den Uhrzeigersinn aus einer Auswahl offen ausliegender Fertigkeitskarten der Stufe A so lange reihum immer eine aus, bis jeder Spieler 2 Fertigkeiten hat. Die gewählten Fertigkeitskarten geben vor, welche Kampfkarten die Spieler zu Beginn von den 6 offenen Kampfkartenstapeln erhalten. Diese mischen die Spieler und legen sie als verdeckten Nachziehstapel vor sich ab, von dem sie 3 Karten auf die Hand ziehen. Nun kann die Partie starten. In seinem Zug führt der aktive Spieler nacheinander 3 Schritte durch. Der erste ist die Bewegung, in der er sich maximal so viele Felder vorwärtsbewegen kann, wie seine aktuelle Bewegungsweite ist. Kommt er auf ein verdecktes Sechseckplättchen, muss er dieses mit einer Bewegung aufdecken und kann es dann beliebig drehen. Sein Zug endet auf dem Plättchen. Nicht genutzte Bewegung kann der Spieler in Schritt 2, der Erholung, verwenden, um ausgespielte Kampfkarten wieder in seinen Nachziehstapel zu mischen. Verzichtet der Spieler komplett auf die Bewegung, erhält er alle Kampfkarten von seinem Abwurfstapel zurück. Schritt 3 ist die Aktion, bei der eine Begegnungskarte für das Gelände, auf dem die Heroenfigur steht, aufgedeckt wird und der Spieler gegen ein Monster kämpfen muss. Hierzu setzt er eine seiner Fertigkeitskarten in Kombination mit seinen Kampfkarten ein. Ist der so erzielte Wert höher, gewinnt er den Kampf und erhält hierfür die entsprechende Beute, sofern er noch mindestens eine Kampfkarte auf der Hand hat. Bei Gleichstand muss er die genutzten Handkarten ablegen, bei einer Niederlage alle Handkarten. Beendet der Spieler seinen Zug auf dem Dorf oder dem Heiligtum kann er nun seine Beute nutzen, um neue Fertigkeitskarten aus der offenen Auslage zu kaufen. Am Ende zieht er wieder auf 3 Handkarten vom Nachziehstapel seiner Kampfkarten auf und der nächste Spieler ist am Zug. Im Lernspiel gewinnt, wer als Erster 7 Fertigkeitskarten erworben hat, im Grund- und Vollspiel, wer als Erster 5 göttliche Aufgaben erfüllt oder die 9. Fertigkeitskarte „Hekatombe“ erworben hat.

Euborea ist ein mit viel Liebe zum Detail gemachtes Abenteuerspiel. Um in das Spiel hineinzukommen, empfiehlt es sich auf jeden Fall, zunächst das Lernspiel mehrmals zu spielen und dann über das Grundspiel zum Vollspiel zu wechseln, denn die Regeln erweitern sich jedes Mal um weitere Elemente. Die Regeln an sich sind eigentlich gar nicht so schwierig zu erlernen, so dass sich Euborea, wenn man die Spielprinzipen einmal verstanden hat, wirklich flott und ohne lange Downtime für die inaktiven Spieler spielt, allerdings sind die Kampfregeln etwas unglücklich formuliert, so dass wir uns da erst nach längeren Diskussionen im Klaren waren, wie wir einen Kampf durchführen müssen. Hat man diese Klippe aber einmal umschifft, steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege, welcher durch das von Hannah Böving wirklich wunderschön gestaltete Spielmaterial noch gesteigert wird.

Titel: Euborea
Autor: Martin Baer
Verlag: Baer, Böving

Plutocracy

Unlängst sind wir eher zufällig über einen Zeitungsbericht zu einem neuen Spiel des noch jungen Freiburger Verlages Doppeldenkspiele gestolpert. Plutocracy des Autors Claudio Bierig ist aus einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne hervorgegangen und befindet sich aktuell in der Auslieferung. Eines der Spiele ist freundlicherweise auf unseren Redaktionstisch geflattert, so dass wir es heute einmal genauer unter die Lupe nehmen können. Plutocracy nimmt uns mit in die Weiten des Weltraums in einer fernen Zukunft, weshalb die rechteckige Box hauptsächlich in schwarz gehalten ist, was ihr eine sehr edle Optik verleiht. In ihr finden wir 7 Spielbretter, 34 Scheiben, 27 Marker, 65 Cubes, 4 Tableaus, 92 Oktagone, einen Würfel und das Regelheft in deutscher und englischer Sprache.

Vier große Handelskonzerne beherrschen den interplanetaren Handel und beliefern die Planeten mit den benötigten Ressourcen. Doch mit ihrem Geld beeinflussen sie auch die Politik auf den Planeten und der höchsten Autorität im Sonnensystem, dem Plutokratischen Rat…

Um eine Partie Plutocracy vorzubereiten, müssen zunächst das Spielbrett, die Planeten- und das Erdenbrett in der Tischmitte platziert und dann gemäß Anleitung mit Spielmaterial bestückt werden. Je nach Wunsch der Runde kann dies nach Standardaufbau oder als zufälliger Aufbau erfolgen. Dann wählen die Spieler ihre Spielerfarbe und erhalten das zugehörige Spielertableau und ihr persönliches Spielmaterial. Sobald alle auch noch ihr Startkapital haben, kann es losgehen. In Plutocracy ist immer derjenige der aktive Spieler, dessen Zeitscheibe auf der Zeitleiste am weitesten hinten liegt. In seinem Zug kann er Ressourcen auf dem Planeten, auf dem er sich befindet, kaufen und verkaufen, wodurch sich die Preise für Angebot und Nachfrage auf dem Planeten ändern, Sitze im dortigen Parlament kaufen, wenn er auf dem Asteroiden ist, einen Alien dort retten, sowie, wenn er auf der Erde ist, einer der dortigen Societies beitreten, sofern er deren Aufnahmebedingungen erfüllt. Diese 5 Aktionen sind optional. Als sechste und letzte Aktion muss er entweder mit seinem Raumschiff zu einem Hexfeld fliegen, auf dem ein anderer Planet oder der Asteroid bereits ist oder sich durch Rotation hinbewegen wird, und dann seine Spielerscheibe auf der Zeitleiste entsprechend nach vorne bewegen oder er muss passen, womit er bis zum Spielende keine Aktionen mehr durchführt. Auf der Zeitleiste sind zudem noch Marker verteilt. Diese werden wie Spieler behandelt, d.h. wenn sie an letzter Position auf der Zeitleiste sind, werden sie aktiviert und ihre Effekte abgehandelt. So bewegen sich beim Marker Rotate die Planeten und der Asteroid auf ihren Bahnen zur nächsten Position, beim Marker Prices werden die Preise für Angebot und Nachfrage auf allen Planeten modifiziert, beim Marker Elect halten die Parlamente auf den Planeten Wahlen ab und entsenden Vertreter in den Plutokratischen Rat und mit dem Marker The End endet die Partie. Wer nun die meisten Abgeordneten im Plutokratischen Rat hat, gewinnt das Spiel.

Plutocracy ist ein wirklich gut gemachtes Strategiespiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln und einer wirklich sehr gut geschriebenen Anleitung, das aber trotzdem anspruchsvoll ist. Eine direkte Interaktion zwischen den Spielern findet zwar nicht statt, aber indirekt beeinflussen die Entscheidungen der Mitspieler natürlich die eigenen Möglichkeiten und somit die persönliche Strategie. Daher muss man hier immer sehr genau im Auge haben, was die anderen so treiben, um den richtigen Moment für eigene Aktionen nicht zu verpassen. Durch die Möglichkeit, die Startsituation variabel zu gestalten, und durch mitgeliefertes, zusätzliches Spielmaterial, mit dem weitere Modifikationen des Spielablaufes möglich werden, ist zudem gesichert, dass auch bei mehreren Partien keine Langeweile aufkommt und ein hoher Wiederspielwert garantiert ist. Wer jetzt neugierig geworden ist, der hat in wenigen Wochen auf der SPIEL `22 in Essen die Gelegenheit, Plutocracy einmal in natura in Augenschein zu nehmen. Doppeldenkspiele wird nämlich in der Halle 5 mit einem eigenen Stand (Nummer 5L112) vertreten sein.

Titel: Plutocracy
Autor: Claudio Bierig
Verlag: Doppeldenkspiele

Patient Zero

Aus einer erfolgreichen Kickstarter Kampagne, die wir hier im Blog auch begleitet hatten, ist Ende letzten Jahres das app-unterstützte Spiel Patient Zero des schweizer Helvetiq Verlages hervorgegangen, dessen Deutschlandvertrieb seit diesem Jahr bei Hutter liegt. Autor des Titels mit seiner hochaktuellen Thematik ist Cédric Martinez, während Emiliano Ponzi für die Illustrationen gesorgt hat. Das Spielmaterial, das wir in der dunkelblau gehaltenen, rechteckigen Box finden, umfasst dabei 2 Blöcke mit Forschungsblättern, 2 Sichtschirme, 2 Bleistifte, 2 Scanpads, 4 Tokens, 168 Karten und das Regelheft.

Eine neue, mysteriöse Krankheit hält die Welt in Atem! Und so arbeiten die beiden besten Forschungslabore fieberhaft daran, ein Heilmittel gegen diese Krankheit zu entwickeln. Welches von beiden wird wohl am Ende die Nase vorne haben?

Patient Zero kann je nach Spieleranzahl in verschiedenen Modi gespielt werden. Wir haben das Spiel zu viert getestet und dabei die App genutzt, die jeweils ein Spieler pro Team herunterladen muss. Danach erhält jedes Team sein Spielmaterial, bestehend aus dem Sichtschirm, einem Forschungsblatt vom Block, einem Stift, einem Scanpad, einem Estrugamo- und einem Centrifugo-Token, einem Set Karten für die Werkzeuge, die zur Verfügung stehen, sowie Probenkarten, die gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt werden. Nach dem Starten der App wählt die KI geheim 3 Moleküle aus, die beide Teams nun ermitteln müssen. Der eigentliche Spielablauf besteht dann darin, dass jedes Team entscheidet, welches der Werkzeuge es in einer Runde nutzen will, dies in die App eingibt und ggf. noch Probenkarten zieht und auch diese in die App eingibt und dann wartet, was die App als Ergebnis auswirft. Dieses wird auf dem Forschungsblatt des Teams notiert und wenn auch das gegnerische Team seine Aktion vollendet hat, beginnt die nächste Runde. Sobald ein Team glaubt, die 3 richtigen Moleküle ermittelt zu haben, gibt es diese in die App ein und falls es richtig lag, gewinnt es somit die Partie.

Beim ersten Studieren der Regeln von Patient Zero waren wir ehrlich gesagt etwas erschlagen, denn die verschiedenen Werkzeuge bieten wirklich eine Fülle an Möglichkeiten, um die gesuchten Moleküle zu ermitteln, und es fällt einem zu Beginn schwer, hier den Überblick zu behalten, auch wenn die ganzen Optionen auf der Innenseite des Sichtschirms abgedruckt sind. Ist man einmal im Spiel, läuft Patient Zero dann doch sehr flott, so dass die Spieldauer von 30 min für eine Partie mehr als realistisch ist. Zumindest wenn man eine gute Internetverbindung hat und die App nicht hängt. Diese ist zwar einfach und leicht zu bedienen, aber es dauert manchmal gefühlt eine Ewigkeit, bis sie zur nächsten Runde weiterschaltet. Als Alternative bietet Helvetiq hier erfreulicherweise auch die Option an, die App durch eine Art Spielleiter zu ersetzen, der zu Beginn der Partie geheim die 3 gesuchten Moleküle zieht und dann den Teams die Infos, die sie sonst über die App bekommen würden, liefert.

Titel: Patient Zero
Autor: Cédric Martinez
Verlag: Helvetiq / Hutter

Foundations of Rome

Nach fast 2 Jahren Wartezeit war es nun neulich so weit. Der Postbote klingelte und lieferte ein voluminöses Paket aus, in dem sich ein nicht minder voluminöses Spiel befand. Nach erfolgreicher Kickstarter-Kampagne ist Foundations of Rome des Autors Emmerson Matsuuchi, welches bei Arcane Wonders erschienen ist, nun endlich ausgeliefert worden. Eine Illustration der ewigen Stadt ziert dann auch die Box oder besser gesagt den Kubus, der in seinem Inneren rund 8 kg Spielmaterial verbirgt. Dieses umfasst 5 Spielertableaus mit je 32 Gebäuden, 8 Grundstücks- und 6 Monumentenmarkern, einem Tableau mit 19 Monumenten, 40 Münzen, 100 Grundstücksurkunden, 10 Marker, 5 Spielerhilfen, 3 Spielpläne, Material für die Erweiterungen und das Regelheft.

Rom wurde bekanntlich nicht an einem Tag erbaut und auch nicht von einem Baumeister alleine. Doch welcher von ihnen wird am Ende wohl die schönsten und besten Gebäude erbauen und damit den meisten Ruhm einsammeln?

Zu Spielbeginn wählt sich jeder Spieler eine Spielerfarbe aus und erhält sein Tableau mit seinem Spielmaterial. Dann werden der Stadtplan, der Plan für die Grundstücksurkunden und der Plan mit den Zählleisten in die Tischmitte gelegt und die Zählleisten mit den Spielermarkern bestückt. Anschließend werden alle Grundstücksurkunden gemischt und an jeden Spieler 6 ausgegeben. Die übrigen Urkunden werden in 3 Stapel aufgeteilt und verdeckt auf die Ära-Felder des Plans für die Urkunden gelegt. Vom Stapel der ersten Ära werden 6 Karten offen auf die Kauffelder des Planes gelegt. Die Spieler platzieren nun für die Urkunden, die sie ausgeteilt bekommen haben, Grundstücksmarker auf dem Stadtplan. Sobald ein Startspieler bestimmt ist, erhalten alle ihr Startkapital und die Partie kann losgehen. Der aktive Spieler kann in seinem Zug aus 3 Aktionen wählen. Entweder nimmt er 5 Münzen aus der Bank plus Münzen im Wert seiner eventuell auf dem Stadtplan vorhandenen Wirtschaftsgebäude. Die zweite Option ist, eine der offen ausliegenden Grundstücksurkunden zu kaufen und einen Grundstücksmarker auf dem entsprechenden Feld des Stadtplans zu platzieren. Die dritte und letzte Option ist auf Grundstücken, die dem Spieler schon gehören, ein Gebäude zu errichten oder ein vorhandenes upzugraden. Im Falle von Wohngebäuden rückt der Spieler dann seinen Marker auf dem Plan mit den Zählleisten entsprechend der Anzahl an Einwohnern, die das gebaute oder upgegradete Gebäude der Stadt hinzufügt, vor. Die Runde endet, wenn alle Grundstücksurkunden einer Ära verkauft sind mit einer Zwischenwertung, bei der die Spieler für Wohn-, Gemeinschafts- und Wirtschaftsgebäude Siegpunkte erhalten. Die Wirtschaftsgebäude liefern zusätzlich noch Geld. Nach Ende der dritten Runde erfolgt die Endwertung. Wer nun die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

Zugegeben, der Autor dieser Zeilen ist bekennender Italien- und Rom-Fan, wodurch Foundations of Rome natürlich gleich einmal einen Bonus bei mir hatte. Aber dieser City-Builder ist wirklich toll gemacht. Die Regeln sind einfach und schnell erklärt. Das Spiel an sich spielt sich schnell und flüssig ohne lange Wartezeiten für die inaktiven Spieler. Strategie und Glücksfaktor sind gut ausbalanciert. Und dann haben wir da nicht zuletzt natürlich das Spielmaterial an sich, das eine echte Augenweide ist. Zudem bietet die Box auch noch jede Menge Erweiterungen, nämlich 6 an der Zahl, die man frei mit dem Grundspiel kombinieren kann. Von daher wird hier auch nach vielen Partien kaum Langeweile aufkommen, so dass sich die lange Wartezeit auf das Spiel mehr als gelohnt hat.

Titel: Foundations of Rome
Autor: Emmerson Matsuuchi
Verlag: Arcane Wonders

One Card Wonder

One Card Wonder von Nat Levan ist ein Kickstarter von 2020 für ein bis sechs Spieler, der bei APE erschienen ist. Ziel des Spiel ist es, als Erster ein Wunder der Zeitgeschichte zu vollenden.

Vor einer Partie erhält jeder Spieler vier Obelisken und wählt aus zwei zufällig gezogenen Tableaus mit Lagerplätzen und speziellen Fähigkeiten eines aus. Danach nehmen sich die Spieler eines der zufällig gezogenen Wunder zusammen mit zwei Ressourcen. In die Tischmitte kommt der Stapel mit den Münzen, das Tableau für den Vorrat und der Beutel mit den Ressourcen.

Das Spiel basiert auf der „action selection“-Mechanik, was den Spielern erlaubt, eine der Spieloptionen (Produzieren, Beanspruchen, Bauen, Verkaufen) oder Ihre Spezialfähigkeit zu nutzen. Produziert ein Spieler, zieht er 3 Ressourcen aus dem Beutel. Zwei der Ressourcen darf der Spieler behalten und auf freie Plätze in seinem Lager legen, während die dritte auf das Tableau mit dem Vorrat kommt. Ressourcen, die der Spieler nicht einlagern kann, kommen zurück in den Beutel. Baut der Spieler sein Wunder, müssen die erforderlichen Ressourcen für einen Bauabschnitt ausgegeben werden. In einer Runde kann ein Spieler mehrere Bauabschnitte fertigstellen, sofern er alle vorhergehenden Abschnitte vollendet hat. Beim Beanspruchen wählt der Spieler eine der Ressourcen (Wissen, Holz, Lehm Stein oder Eisen) auf dem Vorrats-Tableau, darf sich dann alle dieser Sorte vom Tableau nehmen und auf seine freien Lagerplätze verteilen. Beim Verkaufen von Ressourcen kann der Spieler Ressourcen 2:1 gegen Münzen tauschen. Münzen zählen als Joker und können als Ersatz für jede Ressource eingesetzt werden. Die letzte Option ist der Einsatz von Spezialfähigkeiten, die auf den Tableaus der Spieler aufgelistet sind.

Das Spiel hat bei uns punkten können, da jede Partie mit neuen Kombinationen aus Wundern und Spezialfertigkeiten gespielt werden kann. Das System, wie die Ressourcen ins Spiel kommen, gefällt mir sehr gut. Hier muss man stets ein Auge auf den eigenen Bedarf haben, man sollte aber auch darauf achten, was man der Konkurrenz zur Verfügung stellt. Die Angabe der Spieldauer von 30 Minuten passt, wobei es hier natürlich auch auf die Zahl der Spieler ankommt. Für mich ein Spiel mit Wiederspielwert.

Titel: One Card Wonder
Autoren: Nat Levan
Verlag: APE
Illustration: Guillaume Tavernier

Save Patient Zero – Kickstarter Kampagne

Das Szenario kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Es ist eine neue Krankheit ausgebrochen und der Patient null konnte identifiziert werden. Sofort beginnen zwei Labore damit, ein Gegenmittel zu entwickeln. Das ist das Setting des kooperativen Deduktionsspieles Save Patient Zero, für das der Helvetiq Verlag nun eine Kickstarter Kampagne gestartet hat. Mit dieser soll die Entwicklung einer App finanziert werden, welche als künstliche Intelligenz den Savvy, einen Game-Master, spielt. Dieser unterstützt die beiden Forscherteams bei ihren Arbeiten und wird es auch ermöglichen, das Spiel solo oder 1 gegen 1 zu spielen.

Alle weiteren Informationen zur Kampagne finden sich auf der entsprechenden Seite bei Kickstarter:

https://www.kickstarter.com/projects/helvetiq/save-patient-zero-0

Fotos: © Helvetiq

SPIEL 19 – Messefundstück

Aus der Vielzahl der Neuheiten, die auf der SPIEL gezeigt werden, einzelne herauszugreifen, ist immer wieder schwierig. Das Kickstarter-Projekt, mit dem der noch junge Verlag Todys aus Schweden nun seinen ersten Schritt auf den Brettspielmarkt wagt, schien uns aber eine Erwähnung wert.

In Here be Dragons befinden wir uns in einer vom Krieg zerstörten Welt. Bis zu 6 mutige Helden erforschen im Auftrag der Königreiche das Land, um die Wildnis in Besitz zu nehmen und zu kultivieren. Dabei können sie den friedlichen Weg wählen oder aber den Konflikt mit ihren Mitspielern oder Monstern suchen, die überall lauern können. In einer Variante, kann zudem zu einem zufälligen Zeitpunkt auch noch ein Boss-Monster auftauchen, das nach und nach das Land verwüstet, wenn nicht alle Spieler gemeinsam versuchen, es zu vernichten. Neben der kompetitiven Komponente kommt so auch noch ein kooperatives Element in das Spiel.

Da Here be Dragons momentan nur als Prototyp existiert, war ein ausführlicher Test leider noch nicht möglich, doch werden wir diesen sicherlich nachholen, sofern das Projekt auf Kickstarter erfolgreich finanziert wurde und voraussichtlich 2021 auf den Markt kommt.

http://here-be-dragons.se/

https://www.kickstarter.com/projects/herebedragons/here-be-dragons-into-the-unknown?ref=a5pcfv&token=81f64fde

Chartered – The Golden Age

Letztes Jahr hatten wir die Möglichkeit, den Prototyp des Spiels Chartered – The Golden Age des jungen holländischen Spieleverlages Jolly Dutch Productions zu testen und hier vorzustellen. Nachdem die Kickstarterkampagne für das Spiel mehr als erfolgreich verlaufen ist, ist es mittlerweile nun in seiner endgültigen Version erhältlich. Einige Schwächen, die der Prototyp noch aufwies, und auch diverse Unklarheiten in den Regeln, die uns beim Test aufgefallen waren, wurden dabei beseitigt. Zudem wurde die Optik des Spielmaterials noch deutlich verbessert. Dieses findet nun in einer stabilen Box sicher seinen Platz und besteht aus dem zweiseitigen Spielplan, der Aktientabelle, 105 Lagerhausminiaturen, 194 Karten, Spielgeld, 9 Markern, 12 Flaggen und der mehrsprachigen Anleitung.

Da sich die grundlegenden Spielmechanismen von Chartered gegenüber dem Prototypen nicht mehr geändert haben, verzichten wir darauf, sie hier nochmals zu erklären. Es sei stattdessen auf unsere damalige Preview verwiesen:

https://www.brettspielabend.net/2018/08/05/preview-chartered-the-golden-age/

Chartered – The Golden Age ist eine mehr als gelungene Wirtschaftssimulation, die auch bei mehrmaligem Spielen immer wieder aufs Neue Spaß macht, da jede Partie anders verläuft. Zudem sind die Regeln leicht verständlich und somit auch schnell erlernt. Es bleibt zu hoffen, dass Jolly Dutch Productions in der Zukunft noch Erweiterungen zu diesem Titel herausbringen wird.

Titel: Chartered – The Golden Age
Autoren: Arnold van Binsbergen, Alexander Kneepkens, Wolfgang Kramer
Verlag: Jolly Dutch Productions