September 2021

Greek Salad

Ursprünglich beim israelischen Verlag FoxMind erschienen, findet sich das Kartenspiel Greek Salad des Autors Dror Shomrat seit diesem Sommer in der deutschen Version im Vertriebsprogramm von Hutter. Wie bei einem Kartenspiel kaum anders zu erwarten, ist die rechteckige Box mit zum Thema passender Covergestaltung in ihren Abmessungen recht kompakt geraten. Öffnen wir sie, so finden wir darin das Regelheftchen und 60 Spielkarten.

Viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei, oder auch nicht. Sofern alle genau den Anweisungen der Küchenchefs folgen und die passenden Zutaten in den Salat geben, kann am Ende ein leckerer griechischer Salat aufgetischt werden.

Zur Spielvorbereitung müssen die Karten zunächst gemischt und dann an jeden Spieler verdeckt 6 ausgegeben werden. Die restlichen bilden den verdeckten Nachziehstapel, der in der Tischmitte platziert wird. Sobald die oberste Karte des Nachziehstapels aufgedeckt wurde, die damit zur ersten Karte des Abwurfstapels wird, kann es losgehen. Der jeweils aktive Spieler muss sich entscheiden, ob er eine seiner Handkarten ausspielt, oder – sofern er das nicht kann oder will – eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand zieht. Spielt er eine seiner Handkarten, muss diese immer mindestens eine Einheit mehr einer der Zutaten zeigen, als auf der obersten Karte des Abwurfstapels zu sehen ist. Alternativ kann er auch eine Sonderkarte ausspielen, deren Effekte sofort wirksam werden. Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle seine Handkarten ausgespielt hat.

Greek Salad ist ein schnelles, kleines Kartenspiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln. Es ist daher als Spiel für die ganze Familie geradezu prädestiniert. Trotz der einfachen Regeln kommt aber auch der Taktikaspekt nicht zu kurz, denn man muss sehr gut überlegen, ob und wenn ja wann man welche Karte ausspielt und ob es nicht hin und wieder sinnvoller ist, neue Handkarten aufzunehmen. Und wie bei allen taktischen Überlegungen gibt es dann natürlich noch die „lieben“ Mitspieler, die mit einer Sonderkarte alle Planungen wieder zunichte machen. Von daher ist hier Spielspaß bei hohem Wiederspielwert garantiert. Ein kleiner Kritikpunkt betrifft allerdings die Verpackung, der ein Einleger ganz gut getan hätte, damit die Karten nicht lose in ihr herumrutschen.

Titel: Greek Salad
Autor: Dror Shomrat
Verlag: FoxMind / Hutter

Avignon

Unter den Spielen von Frosted Games, die von Pegasus vertrieben werden, findet sich auch das Micro-Game Avignon, das für 2 Spieler ausgelegt ist. Autor des Spieles, das in einer überaus kompakten Box Platz findet, ist John du Bois. Bei den Abmessungen der Box ist es dann auch kaum verwunderlich, dass das Spielmaterial recht überschaubar bleibt. So besteht es gerade einmal aus 25 Karten und der Anleitung, wobei auch noch eine Minierweiterung zum Lieferumfang gehört.

Im Jahr 1378 kämpfen 2 Päpste um den Anspruch, die Christenheit zu führen. Der eine sitzt dabei in Rom auf dem Stuhl Petri, während der andere in Avignon seinen Palast hat. Und so entwickelt sich zwischen beiden ein Zweikampf um Macht und Einfluss, um sich am Ende als der einzig legitime Papst den Thron zu sichern.

Zur Spielvorbereitung werden zunächst die 5 Landkarten gemäß Regel ausgelegt und die 12 Personenkarten gemischt. 5 von ihnen werden anschließend offen unter der Genua-Karte ausgelegt, während die übrigen den verdeckten Nachziehstapel bilden. Ist ein Spieler am Zug, kann er 2 von 4 möglichen Aktionen wählen. Dies kann das Anflehen sein, bei dem er eine der offen ausliegenden Personenkarten um eine Landkarte zu sich heranzieht. Eine andere Aktion ist das Züchtigen. Hier schiebt er eine Personenkarte um eine Landkarte von sich weg. Beim Exkommunizieren tauscht er eine Personenkarte der Auslage gegen eine vom Nachziehstapel. Und bei der Bittschrift nutzt er schließlich die Bittschrift-Fähigkeit einer Personenkarte. Die Partie endet, sobald ein Spieler 3 Personenkarten in seine Kirchengemeinde gezogen hat oder er die Siegbedingungen einer Personenkarte erfüllt.

Frosted Games nennt diese Reihe nicht umsonst Micro-Game Reihe. Wie die anderen Vertreter ist auch Avignon ein mehr als kompaktes, kleines Spiel, das mit erfreulich knappen und leicht verständlichen Regeln sowie wenig Spielmaterial auskommt. Getreu dem Motto „klein aber oho“ ist es aber alles andere als simpel. Hier muss man sich wirklich jeden Spielzug genau überlegen und dabei im Auge behalten, welche Karten der Gegner und auch man selbst schon in seiner Kirchengemeinde hat und welche Personen bereits exkommuniziert wurden. Wer Spaß an schnellen Taktikspielen hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Ein weiterer Pluspunkt ist zudem die Tatsache, dass auch gleich noch 6 Karten der Mini-Erweiterung „Ablass“ mitgeliefert werden, die zusätzliche Abwechslung in den Spielablauf bringen.

Titel: Avignon
Autor: John du Bois
Verlag: Frosted Games / Pegasus

Deutscher Spielepreis 2021 – Die Gewinner

Am heutigen Dienstag, den 14. September wurden die Preisträger des renommierten Deutschen Spielepreis 2021 bekanntgegeben. Gewinner des Hauptpreises ist dabei das Abenteuerspiel Die verlorenen Ruinen von Arnak des Autorenduos Michaela Štachová und Michal Štach, das bei Czech Games Edition erschienen ist.

© Czech Games Edition

Der Gewinner des Deutschen Kinderspielepreises 2021 wurde das bei Kosmos erschienene Dodo – Rettet das Wackel Ei! von Marco Teubner und Frank Bebenroth.

© Kosmos

Die Preisverleihung wird im Rahmen der SPIEL `21 in Essen stattfinden.

Twin it!

Unter den zahlreichen Neuheiten, die Asmodee für das Jahr 2021 vorgestellt hatte, war auch das Kartenspiel Twin it! des Verlages Cocktail Games, das das Autorentrio Nathalie und Rémi Saunier und Tom Vuarchex, der auch für die Illustrationen verantwortlich war, entwickelt hat. Es kommt in einer kompakten, rechteckigen und sehr bunt gestalteten Blechdose daher, in der wir in einem Tiefzieheinleger sicher verstaut die 135 Spielkarten und das Regelfaltblatt finden.

Das Kartenchaos beginnt! Hier braucht man gute Augen und schnelle Reflexe, denn nur wer vor allen anderen identische Kartenmotive entdeckt und sie sich sichert, gewinnt am Ende.

An einer Partie Twin it! können bis zu 6 Spieler teilnehmen. Diese müssen sich vor Spielstart einigen, in welchem der 4 Spielmodi sie spielen wollen. Hierbei stehen die klassische „Jeder gegen jeden“-Variante, die in Teams gespielte Variante „Die Clans“, das kooperative „Alle zusammen“ oder die kompetitive Variante „Der Ring“ zur Auswahl. Bei „Jeder gegen jeden“ werden die Karten zum Start der Partie gemischt und gleichmäßig auf alle Spieler verteilt. Der jeweils aktive Spieler deckt in seinem Zug die oberste Karte seines Stapels auf und legt sie in die Tischmitte. Dann folgt der nächste Spieler im Uhrzeigersinn. Sobald auf diese Weise 2 identische Motive auf dem Tisch liegen, wobei hier egal ist, ob die Karten in der Tischmitte oder auf dem Nachzieh- oder den Set-Stapeln eines Spielers liegen, muss man so schnell wie möglich die Hände auf beide Karten eines Sets legen. Wem dies gelingt, gewinnt die Karten und legt sie als neues Set neben seinen Nachziehstapel. Wer falsch liegt, verliert ein bereits gewonnenes Set und legt es unter seinen Nachziehstapel. Sobald ein Spieler 5 Sets gewonnen hat, gewinnt er die Partie. Die Variante „Die Clans“ wird ähnlich gespielt, nur müssen hier je 2 Spieler aus einem Team eine Hand auf jeweils einer Karte eines Sets haben, um dieses zu gewinnen, und die Partie endet, sobald ein Team 5 Sets gewonnen hat. Bei „Alle zusammen“ wird eine Stoppuhr auf 1 Minute gestellt, gestartet und alle Karten auf dem Tisch verteilt. Nun versuchen alle, so schnell wie möglich passende Kartenpaare und -drillinge zu finden. Ist die Minute abgelaufen, werden die gewonnenen Paare und Drillinge gewertet und so ermittelt, wie gut die Gruppe war. Bei der Variante „Der Ring“ werden die Karten auf 5 Stapel verteilt, wobei einer in die Tischmitte, die anderen 4 an die 4 Ecken des Spielfeldes, des so genannten Rings, gelegt werden. Die Spieler decken nun im Uhrzeigersinn die oberste Karte eines beliebigen Stapels auf und legen sie irgendwo auf eine leere Stelle im Ring. Wenn ein Spieler 2 identische Motive sieht, muss er seine Hände schnellstmöglich auf die Karten legen, sofern diese innerhalb des Rings aber nicht auf einem Stapel liegen, bzw. eine Hand auf den Stapel in der Mitte legen, falls eine der Karten auf einem Stapel liegt oder Teil eines bereits gewonnenen Sets ist. Wer so zuerst 7 Sets sammelt, gewinnt die Partie.

Twin it! ist ein extrem schnelles und extrem chaotisches Kartenspiel, das uns wirklich sehr viel Spaß bereitet hat. Dazu hat nicht zuletzt auch das leicht psychodelische Design der Karten beigetragen, die sich teilweise sehr ähnlich sehen, so dass man in der Hektik oftmals versehentlich danebentappt, was für hämisches Gelächter der Mitspieler sorgt. Von daher ist Twin it! ein ideales Partyspiel. Ein weiterer Pluspunkt sind die verschiedenen Varianten, in denen es spielbar ist und die sich durch einen stetig steigenden Schwierigkeitsgrad auszeichnen.

Titel: Twin it!
Autoren: Nathalie Saunier, Rémi Saunier, Tom Vuarchex
Verlag: Cocktail Games / Asmodee

B-Rex Days 2021

Wir hatten uns ja mittlerweile irgendwie schon daran gewöhnt, dass Spieleverlage ihre Neuheiten nur noch virtuell in Online-Events vorstellen. Umso erfreuter waren wir daher, als wir vor einiger Zeit eine Einladung zu den B-Rex Days 2021 erhielten, die als Real-Event auf der Bischofsburg Liebenau in Schkopau stattfinden sollten. Deshalb haben wir auch sofort unsere Teilnahme zugesagt und ein Hotel in Merseburg, der nächst größeren Stadt neben Schkopau, gebucht. Nachdem sich die Coronazahlen ja seit August wieder steil nach oben bewegten, hatten wir zwar zunächst noch Bedenken, ob uns die Pandemie im letzten Moment nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte, doch war diese Sorge unbegründet. Und so konnten wir dann ab Freitag, 3. September für gut 2 Tage in der mittelalterlichen Bischofsburg, die den beeindruckenden Rahmen für das Event bot, die Neuheiten von Corax Games, Kobold, Giant Roc, Grimspire, Fun Bot und Mirakulus unter die Lupe nehmen und nach Herzenslust mit Kollegen und guten Freunden, die wir teils auch schon seit über einem Jahr nicht mehr gesehen hatten, unter fachkundiger Erläuterung von Erklärern testen.

Alle Neuheiten hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, denn zusammen genommen kommen wir, Erweiterungen bekannter Spiele mit eingerechnet, auf über 60! Von daher wollen wir uns hier auf die Neuheiten für 5 und mehr Spieler beschränken, die ja auch im Hauptfokus unseres Blogs liegen. Wobei wir sicherlich auch den einen oder anderen interessanten Titel für 4 oder weniger Spieler hier in der Zukunft noch vorstellen werden, den wir in diesen beiden Tagen ausprobiert haben.

Von Corax Games darf man sich auf das rundenbasierte Stichspiel Shamans freuen, das Deduktions-Elemente bietet und auch optisch eine echte Augenweide ist. Eher als Partyspiel ist dagegen Revelations ausgelegt, bei dem es darum geht, seine Mitspieler richtig einzuschätzen.

Unsere Stadt soll schöner werden, ist das Thema des Kartenspiels Village Green von Kobold, das auf den ersten Blick simpel erscheint, aber dann doch recht knifflig daherkommt. Ein wirklich toll gemachtes Drafting- und Tableauspiel ist Eine Wundervolle Welt vom selben Verlag, bei dem es gilt, eine geschickte Strategie zur Optimierung der eigenen Ressourcenproduktion zu entwickeln.

Das Strategiespiel Venedig von Giant Roc hatten wir hier ja schon vor einiger Zeit vorgestellt, ansonsten gab es nur Neuheiten für 4 und weniger Spieler, von denen einige aber auch mehr als interessant waren.

Neu im Programm von Grimspire ist das Roll`n Write Paper Dungeons, das wir unlängst schon getestet haben und demnächst hier im Blog noch ausführlich vorstellen werden. Ebenfalls bei Grimspire erscheint das semikooperative Spiel Deranged, bei dem jeder Spieler ein geheimes eigenes Spielziel hat.

Unter den Neuheiten von Mirakulus finden wir das Deduktionsspiel Grimms Maskerade, das einen in die Märchenwelt der Gebrüder Grimm entführt, während sich in König aller Barden bis zu 6 Sänger einen Wettstreit in den Kneipen der Stadt liefern.

Bei Fun Bot schließlich geht es im Geschicklichkeitsspiel Crash Octopus darum, möglichst schnell, möglichst viel Fracht auf das eigene Schiff zu bringen, während im Partyspiel Muse: Das Erwachen Spieler ihrem Team Hinweise geben müssen, hinter welcher Karte sich ihr Meisterwerk verbirgt.

Doch war hier noch lange nicht Schluss. In einem weiteren Raum der Schlossanlage warteten Prototypen zukünftiger Spiele darauf, ausprobiert zu werden. Logischerweise können wir an dieser Stelle nicht mehr verraten, aber hier werden in den nächsten Jahren definitiv noch einige sehr interessante Spiele auf uns zukommen.

Von daher war unser Ausflug nach Schkopau mehr als gelungen und es sei an dieser Stelle den Veranstaltern noch einmal recht herzlich für dieses tolle Event gedankt. Wir freuen uns jedenfalls schon auf ein Wiedersehen im Jahr 2022!

Tap it!

Ein klassisches Action Game bzw. gleich 4 davon erhält der Käufer von Tap it!, das HCM Ende 2020 auf den Markt gebracht hat. Und Action soll dann auch die Covergrafik der quadratischen Box vermitteln, in der sich in einem passenden Tiefziehteil mit ebenso passendem Deckel die 4 Buzzer, die schon das ganze Spielmaterial bilden, zusammen mit dem Regelfaltblatt befinden.

Vor der allerersten Partie müssen zunächst die Buzzer mit Batterien bestückt werden, welche nicht im Lieferumfang enthalten sind. Genauso ist es ratsam, sich mit einem passenden Kreuzschlitzschraubendreher zu bewaffnen, andernfalls wird das Öffnen und Schließen der Batteriefächer eine ziemliche Fummelei. Hat man diese erste Hürde überwunden, kann es dann eigentlich auch schon losgehen.  Die Gruppe muss sich darauf einigen, in welchem der 4 möglichen Spielmodi gespielt werden soll, so dass dieser am Masterbuzzer eingestellt werden kann. Nachdem dieser mit den übrigen Buzzern synchronisiert und die Spielerzahl einprogrammiert wurde, startet das Spiel.

Beim namensgebenden Tap it! geht es darum, dass jeder Spieler so schnell wie möglich auf den Buzzer drückt, der in seiner Spielerfarbe aufleuchtet. Am Ende der Runde erklingt ein Signalton und alle Buzzer leuchten in der Farbe des Spielers, der am meisten gebuzzert hat.

Switch hat ein recht ähnliches Spielprinzip, nur werden die Buzzer hier im Raum verteilt und die Spieler müssen schnellstmöglich zu dem Buzzer rennen und ihn drücken, der in ihrer Farbe aufleuchtet. Wie Tap it! ist es mit maximal 8 Spielern spielbar.

Eher als Zweierspiel gedacht ist Pong. Hierbei werden die Buzzer in einer Reihe aufgestellt und das Licht wandert immer schneller zwischen ihnen hin und her. Die Spieler nutzen dabei den Buzzer direkt vor sich als eine Art virtuellen Tischtennisschläger, mit dem sie versuchen, das Licht zum Gegner zurückzuschlagen. Wer nach 3 Runden 2 von ihnen gewonnen hat, gewinnt das Spiel.

Memo ist schließlich ein Spiel, das alleine aber auch mit potentiell unendlich vielen Spielern spielbar ist. Die Buzzer werden beliebig als Grüppchen auf dem Tisch platziert. Sie leuchten nacheinander auf und der Spieler muss sich diese Reihenfolge merken und versuchen, sie anschließend korrekt zu drücken, wobei der Schwierigkeitsgrad immer weiter steigt.

Bei dem  4 in 1 Action Game-Set Tap it! ist eigentlich für jeden etwas passendes dabei. Wer bei einer Spielerunde Wert auf Action legt, kommt bei Tap it!, Switch und Pong voll auf seine Kosten. Gerade bei Switch kommt hier natürlich auch noch das Bewegungselement dazu, das allerdings nur in einer entsprechend großen Wohnung voll nutzbar ist. Denksportfreunde werden sich dagegen über Memo freuen, bei dem die grauen Zellen trainiert werden können. Zudem ist das Set natürlich ideal für Partyabende.

Titel: Tap it!
Autor: k.A.
Verlag: HCM

Stop the Train!

Über das Deduction Game Stop the Train! des Autors Brendan Mills, das bei Escape Plan Games erschienen ist, sind wir eher zufällig gestolpert. Da das Setting ganz vielversprechend klang, haben wir uns dann ein Exemplar beim Spielehändler unseres Vertrauens bestellt. Die große, quadratische Box macht jedenfalls schon einmal einen guten Eindruck. In Ihr finden wir das Spielmaterial, das zwar nicht wirklich umfangreich ist, aber aufgrund der Größe einiger Teile in keine kleinere Box gepasst hätte. Es umfasst 16 Schienenstücke, 2 Figuren, 2 Tokens, 139 Karten, 2 Fahrkarten, 1 Kartenablage und das Regelheft auf englisch.

Ein Saboteur hat sich mit einer Bombe an Bord des 19:05h-Zuges nach Paris geschlichen. Wird es Dir und Deinen Mitreisenden gelingen, ihn zu enttarnen und aus dem Zug zu werfen, bevor dieser in Paris ankommt und die Bombe explodiert?

Zur Spielvorbereitung müssen zunächst die Schienenstücke zusammengesteckt und die Kartenablage bereitgelegt werden. Danach werden die Charakter-, Effekt- und Interventionskarten gemischt und verdeckt ebenfalls bereitgelegt. Jeder Spieler erhält nun verdeckt eine Charakterkarte und eine Charakter-Referenz-Karte, 3 Stimm-Karten, sowie verdeckt 3 Interventions-Karten, von denen er sich 2 auswählt. Sobald nun noch die Eisenbahnfigur auf das Startfeld gestellt wurde, kann es losgehen. Der aktive Spieler zieht in seiner Runde 3 Effektkarten vom Nachziehstapel. Eine davon legt er ab und reicht die verbliebenen 2 an seinen linken Nachbarn weiter. Dieser wählt eine davon aus, die er offen auf die Kartenablage legt. Sobald die Anweisungen der Karte wie z.B. die Steigerung der Zuggeschwindigkeit abgehandelt sind, beginnt die nächste Runde. Das Spiel endet, wenn entweder keine Effektkarten mehr im Nachziehstapel sind oder der Zug in den Pariser Bahnhof kracht. Die Siegbedingungen der einzelnen Spielercharaktere geben dabei ihre jeweiligen Charakterkarten vor.

Fangen wir mal mit den positiven Seiten von Stop the Train! an. Die Spielregeln sind wirklich einfach und leicht verständlich und die Spielidee an sich ist gut mit ziemlich viel Potential. Leider schöpft das Spiel dieses aber nicht aus. Wir haben selten ein so wirklich spannungsfreies Spiel erlebt, das wir einfach nur runtergespielt haben, wie Stop the Train!. Auch beim Spielmaterial an sich, gab es deutliche Kritikpunkte. Eigentlich ist es ja schön gestaltet, aber zumindest bei unserem Exemplar waren die Schienenteile dermaßen verdruckt, dass da keine Freude beim Anblick aufkommen wollte. Von daher müssen wir hier zum ersten Mal in den fast 5 Jahren, den wir diesen Blog betreiben, von einem Spiel sagen: „Einmal und nie wieder!“

Titel: Stop the Train!
Autor: Brendan Mills
Verlag: Escape Plan Board Games