Juni 2021

Parks – Sternstunden

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis zu dem Erfolgstitel Parks des Autors Henry Audubon, dessen deutsche Version von Feuerland vertrieben wird, die erste Erweiterung erscheint. Mittlerweile ist es nun so weit und seit einigen Monaten ist diese in Form von Sternstunden auf dem Markt. Die Verpackung ist ebenso liebevoll gestaltet wie beim Grundspiel und weist wiederum ein durchdachtes Aufbewahrungssystem auf, in dem das neue Spielmaterial sicher untergebracht ist. Dieses besteht aus neuen Nationalpark- und Vorsatzkarten, 4 zusätzlichen Wildtiermarkern, 4 Zeltmarkern, 6 Zeltplatz-Karten, einem Zeltplatztableau und den neuen Regeln.

Am Aufbau des Grundspiels ändert sich nur wenig. So werden die neuen Parks einfach in den Stapel der Parks aus dem Grundspiel mit hineingemischt und statt der Vorsatzkarten des Grundspiels kommen die der Erweiterung zum Einsatz. Zusätzlich erhält jeder Spieler zu Beginn der Partie einen Wildtiermarker und unterhalb des Wanderweges werden das Zelttableau und 3 zufällig gezogene Zeltplatzkarten platziert. Zuletzt werden noch die 4 Zeltmarker gemäß Zusatzregeln auf den Wanderweg gestellt.

Der Spielablauf ändert sich dahingehend, dass ein Spieler, kommt er auf ein Feld mit einem Zeltplatzmarker, entscheiden kann, ob er diesen verwendet, um die Effekte einer der 3 Zeltplatzkarten zu nutzen, oder stattdessen die Effekte der Wegkarte selbst.

Groß sind die Änderungen, die Sternstunden bringt, zwar nicht, aber sie eröffnen neue Möglichkeiten, um zu passenden Markern zu gelangen und so die gewünschten Parks besuchen zu können. Somit ist die Erweiterung eine interessante Ergänzung des Grundspiels.

Titel: Parks – Sternstunden
Autor: Henry Audubon
Verlag: Keymaster Games / Feuerland

Box of Rocks

Ein Quizspiel der etwas anderen Art hat HCM Ende 2020 in Form von Box of Rocks herausgebracht. In der namensgebenden Box mit Klappdeckel und passender Covergestaltung finden wir denn logischerweise auch 3 Steine als Spielmaterial, zu denen sich noch eine Holzspielfigur, ein Spielbrett, 100 Fragenkarten und die Anleitung, die ebenfalls auf einer Karte untergebracht ist, gesellen.

Wer ist klüger? Menschen oder 2 simple Steine? Bei 300 Fragen aus verschiedenen Bereichen ist jetzt das geballte Wissen der Gruppe gefragt, wenn diese gegen die Box of Rocks antritt.

Zur Spielvorbereitung wird zunächst das Spielbrett in der Tischmitte platziert und die Spielfigur, sowie der Blankostein auf die jeweiligen Startfelder gesetzt. Die beiden übrigen Steine kommen in die Box und die Fragenkarten werden an den Vorleser übergeben. Dieser sucht sich aus den 3 möglichen Fragen eine aus, die er dem Team Mensch laut vorliest. Danach entscheidet die Gruppe, ob die Antwort 0, 1 oder 2 ist. Anschließend wird die Box of Rocks geschüttelt, um die Antwort der Steine zu ermitteln. Der Vorleser dreht nun die Karte um und verkündet die Lösung. Ist die gegebene Antwort richtig, wird der Marker des jeweiligen Teams vorwärts bewegt. Es gewinnt am Ende das Team, das als erstes das Ziel auf dem Spielbrett erreicht.

Zugegeben, ich bin kein Fan von Quizspielen, aber Box of Rocks hat selbst mich begeistert. Die Idee als Team gegen eine Schachtel mit 2 Steinen anzutreten, deren Antworten purer Zufall sind, ist mehr als witzig und macht wirklich Laune beim Spielen. Zudem ist es eine echte Leistung, 300 Fragen zusammenzustellen, die sich alle mit den Antworten 0,1 oder 2 beantworten lassen. Was darüber hinaus noch gefällt, ist das schön gemachte Spielmaterial und die stabile Klappdeckel-Box, mit der man die Antwort der Steine „erwürfelt“.

Titel: Box of Rocks
Autor: k.A.
Verlag: HCM

Escape Tales – Children of Wyrmwood

Die Escape Tales-Reihe des polnischen Verlages Board & Dice war in der deutschen Version bisher im Vertrieb von Kosmos. Beim dritten Titel der Reihe – Children of Wyrmwood des Autorenduos Jakub Caban und Bartosz Idzikowski – der zur SPIEL 20 auf englisch herausgekommen war, hat Board & Dice nun aber Grimspire aus Merseburg als Vertriebspartner für die deutsche Version gewonnen. Wie gehabt ist auch dieses neueste Escape Tales-Abenteuer in einer DinA4-großen Rechteck-Box mit passender Covergestaltung untergebracht. Das sehr umfangreiche Spielmaterial besteht aus 219 Karten, 36 Scheiben, 4 Spielhilfen, 3 Story-Büchern, einer Landkarte und der Anleitung.

Längst vergessene Magie hat einst die Wyrmwurzel – nicht ganz Pflanze, nicht ganz Tier – erschaffen, die heute überall in dem dunklen Wald rund um das kleine Dorf lauert, in dem die Waise Gilbert lebt. Sein einziges Glück ist seine große Liebe Sevilla, doch finstere Mächte wollen ihm auch dieses Glück noch nehmen. Irgendetwas außerhalb der Stadt scheint an den Fäden seines Schicksals zu ziehen, doch es wird all seinen Mut und seine Klugheit erfordern, diese unsichtbaren Fäden zu zerreißen.

Zur Vorbereitung einer Partie Children of Wyrmwood müssen zunächst die Entdeckungs-, Ausruhen-, Verausgaben- und Raumkarten, die laut Storybuch im jeweiligen Kapitel benötigt werden, sowie die Aktionsscheiben bereitgelegt werden. Ebenfalls nötig ist ein Smartphone oder Computer, um in der App Rätsel zu lösen, Hilfe und Informationen abzurufen und Spielstände abzuspeichern. Das Spiel an sich läuft dann so ab, dass man sich im Storybuch den jeweiligen Paragraphen, der zum aktuellen Spielstand gehört, durchliest und anschließend Aktionen durchführt. Dies kann das Erforschen von Räumen, das Aufdecken neuer Karten oder das Lösen von Rätseln sein. So arbeitet man sich Kapitel für Kapitel durch die Story und entwickelt dabei den Spielercharakter Gilbert immer weiter. Detaillierter wollen wir die einzelnen Spielschritte an dieser Stelle nicht beschreiben, um nicht zu sehr zu spoilern, was genau passiert.

Wir haben ja schon einige Escape-Games getestet, aber Children of Wyrmwood ist mit Sicherheit das anspruchsvollste, das wir jemals auf dem Tisch liegen hatten. Schon der Prolog wartet mit extrem kniffligen Rätseln auf, bei denen einem der Kopf nach kurzer Zeit raucht. Von daher ist die Altersempfehlung ab 16 Jahren mehr als gerechtfertigt, wie auch die mehr als 450 min Gesamtspieldauer sehr realistisch sind. Was sehr gefällt ist das wirklich schön gestaltete Spielmaterial, das erfreulicherweise weder beschädigt noch verändert werden muss, so dass man das Spiel problemlos mehrmals spielen kann. Und auch die App ist einfach in der Handhabung. Dass diese aber nur im Online-Modus funktioniert und nicht heruntergeladen werden kann, um auch offline spielen zu können, ist dagegen ein kleines Manko.

Titel: Escape Tales – Children of Wyrmwood
Autoren: Jakub Caban, Bartosz Idzikowski
Verlag: Board & Dice / Grimspire

Stadt Land Flip

Das Spiel Stadt Land Flip des schweizer Verlages Game Factory, das dieses Jahr neu auf den Markt gekommen ist, lässt sich wohl am besten in die Kategorien Party- und Rätselspiele einordnen. Das Spielmaterial bilden hierbei 62 runde Karten und das kleine Regelheft, welche in einer kompakten, quadratischen Box mit Pappeinleger Platz finden.

Vergesst Block und Stift, um Stadt Land Fluss zu spielen! Bei Stadt Land Flip ist Schnelligkeit gefragt, um das richtige Wort vor allen anderen herauszurufen.

An einer Partie Stadt Land Flip können laut Regel maximal 6 Spieler teilnehmen. Zur Vorbereitung müssen nur die 60 Spielkarten gemischt und mit der Kategorieseite nach oben als Stapel in die Tischmitte gelegt werden. Daneben platziert man noch die beiden Übersichtskarten und dann kann es auch schon losgehen. Einer der Spieler dreht die oberste Karte um und legt sie neben den Stapel. Es gilt nun, einen Begriff aus der neuen Kategorie auf dem Stapel zu erraten, wobei deren Farbe vorgibt, welchen der 3 Anfangsbuchstaben auf der aufgedeckten Karte dieser Begriff haben muss. Derjenige, der als erster eine Antwort ausruft, die richtig ist, gewinnt so die aufgedeckte Karte. War die Antwort falsch, muss er eine seiner gewonnenen Karten abgeben, die ebenso wie die aufgedeckte Karte zurück unter den Stapel gelegt wird. Das Spiel endet, wenn nur noch eine Karte im Stapel ist. Es gewinnt, wer die meisten Karten hat.

Stadt Land Flip hat uns extrem viel Spaß bereitet, obwohl nur ein Teil von uns sich für das klassische Stadt Land Fluss begeistern kann. Hier ist dieser Klassiker aber in einer erfrischenden, neuen Art und Weise interpretiert worden, die sich schnell spielen lässt und bei der die Lacher schon vorprogrammiert sind, wenn mal wieder einer der Spieler die Farben oder Buchstaben verwechselt. Laut Regel ist das Spiel mit maximal 6 Spielern spielbar, aber auch Partien mit mehr Mitspielern sind hier problemlos möglich.

Titel: Stadt Land Flip
Autor: k.A.
Verlag: Game Factory

Schotten Totten 2

Bereits seit 1999 ist das Kartenspiel Schotten Totten des Autors Reiner Knizia auf dem Markt. Der Iello Verlag hat nun in Form von Schotten Totten 2 eine komplett neue Version dieses Klassikers herausgebracht, dessen deutsche Ausgabe von Hutter vertrieben wird. Bei dieser besteht das Spielmaterial aus 71 Karten, 2 Figuren, 7 Mauerplättchen, 3 Ölkesselplättchen, 2 Spielhilfen und dem Regelheftchen. Dies alles findet in einer recht kompakten, rechteckigen Box mit witzig gestaltetem Cover sicher seinen Platz.

Die Schotten sind ein kriegerisches Völkchen und so wird denn auch mal schnell die Burg des Nachbarn belagert, wenn es Streit gibt. Dieser wehrt sich natürlich mit allem, was ihm zur Verfügung steht und so wird sich erst am Ende zeigen, welche der beiden Seiten erfolgreich sein wird.

Schotten Totten 2 ist ein reines Zwei-Personen-Spiel. Zu Beginn müssen sich die Spieler entscheiden, wer den Angreifer und wer den Verteidiger spielt. Dementsprechend werden dann die Spielfiguren und Ölkesselplättchen verteilt und die Mauerplättchen in der Tischmitte platziert. Die 60 Belagerungskarten werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt, von dem sich jeder Spieler 6 Karten auf die Hand zieht. Der jeweils aktive Spieler hat in seinem Zug bis zu 4 Aktionen, die er nacheinander abhandelt. Die 1. Aktion ist die einleitende Aktion, die optional ist. Der Angreifer kann sich hierbei von einem Mauerstück zurückziehen, indem er alle Karten dort auf den Ablagestapel wirft und eine neue Karte an das Mauerstück legt. Der Verteidiger kann einen seiner Ölkesselmarker nutzen, um die Karte des Angreifers, die am nächsten an einem Mauerstück liegt, zu zerstören. Aktion 2 ist das Ausspielen einer Karte, wobei zu beachten ist, dass die Maximalzahl an Karten an einem Mauerstück nicht überschritten wird. In Aktion 3 zieht der Spieler eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand. Die 4. Aktion ist wiederum optional. Hier kann der Angreifer jederzeit während seines Zuges die Führung an einem Mauerabschnitt erklären, d.h. er erklärt, dass er die Siegbedingungen für den Mauerabschnitt erfüllt, egal was der Verteidiger noch auslegen würde. Ist dies der Fall, wird das Mauerstück beschädigt, bzw. ein beschädigtes Mauerstück zerstört. Die Partie endet mit dem Sieg des Angreifers, wenn dieser 4 Mauerstücke beschädigt oder eines zerstört hat. Der Verteidiger gewinnt, wenn die letzte Karte vom Nachziehstapel gezogen wird und es dem Angreifer im folgenden Zug nicht mehr gelingt, noch seine Siegbedingungen zu erfüllen.

Schotten Totten 2 ist ein wirklich witziges, kleines Bluffspiel, das sich sehr schnell spielt und einen hohen Wiederspielwert hat. Die Grundregeln an sich sind sehr einfach, allerdings ist die Erklärung, wie man einzelne Mauerabschnitte wertet, um zu sehen, ob der Angreifer oder der Verteidiger gewonnen hat, etwas kompliziert formuliert. Es erklärt sich dann aber im Spielverlauf sehr schnell, wie die Regeln hier gemeint sind. Auch für Besitzer des ursprünglichen Schotten Totten ist dieses Spiel sicherlich interessant, denn durch die beiden unterschiedlichen Rollen des Angreifers und Verteidigers, die jeder eigene Fähigkeiten haben, kommt ein völlig neues Spielelement hinzu. Was zudem neben dem wirklich schön gestalteten Spielmaterial gefällt, ist die Tatsache, dass auch gleich noch 11 Karten als eine Art Minierweiterung mitgeliefert werden, die eine weitere Spielvariante ermöglichen.

Titel: Schotten Totten 2
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Iello / Hutter

Kinderspiel des Jahres 2021 – Der Gewinner

Am heutigen 14. Juni hat die Fachjury den Gewinner des Spielepreises „Kinderspiel des Jahres“ bekanntgegeben. Es ist Dragomino der Autoren Bruno Cathala, Marie und Wilfried Fort, das bei Pegasus erschienen ist. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei Dragomino um die Kinderspielversion von Kingdomino, das ja bekanntermaßen 2017 zum Spiel des Jahres gewählt wurde.

©Foto Pegasus

Nightmare – Das Thriller Spiel

Der Noris Verlag ist ja für seine Escape Room Reihe bekannt. Von den Entwicklern dieser Spielereihe ist nun in Form von Nightmare – Das Thriller Spiel ein Krimispiel mit Escapecharakter erschienen. Recht albtraumhaft und gruselig ist denn auch gleich das Cover der quadratischen Box gestaltet und diese Designlinie setzt sich auch beim Spielmaterial fort. Dieses besteht aus 10 Plättchen, 78 Karten, 5 Charakterbögen, 5 Augenbinden, einer Spielfigur, einem Umschlag und den Spielregeln.

Vor 15 Jahren hat ein Killer fast die gesamte Familie Crafton ausgelöscht. Nur die Kinder haben dieses Verbrechen damals überlebt und weitgehend verdrängt. Doch nun sind sie zum alten Familienanwesen zurückgekehrt, um gemeinsam zu versuchen, den Killer von damals zu ermitteln.

Zur Vorbereitung von Nightmare müssen zunächst die Ortsplättchen gemäß Regelheft auf dem Tisch verteilt werden. Die Nightmare-Karten, sowie die Ereignis- und Rückblenden-Karten werden bereitgelegt, jeder Spieler erhält eine Augenbinde und wählt sich einen der Charaktere aus. Desweiteren müssen noch für jeden Spieler Papier und Stift organisiert werden und ein Laptop mit Internetzugang ist auch nötig, denn hier schaut man sich nun zum Start das Prolog-Video an. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in dem die einzelnen Mitspieler ihre Charaktere präsentieren, kann die Erforschung des Hauses starten, um den Mörder von damals zu finden. Da das Spiel nur einmal spielbar ist, wollen wir an dieser Stelle nicht zu viel spoilern. Von daher nur so viel: Hierzu kommen die Karten ins Spiel, die der Gruppe zusammen mit der Web-App Informationen für ihre Ermittlungen liefern. Am Ende erfolgt dann die Auflösung des Falles.

Nightmare ist ein klassischer Vertreter der gerade so beliebten Krimi- und Escapespiele. Die Gruselstimmung des Settings bringt er jedenfalls sehr gut herüber, wozu auch die Hintergrundmusik aus der App beiträgt. Diese ist allerdings auch gleich ein wenig ein Negativpunkt. Zum einen ist es eine reine Web-App, die nicht heruntergeladen werden kann, was bei der bekanntermaßen in Deutschland nicht überall verfügbaren Versorgung mit schnellem Internet für manchen zum Problem werden kann. Zum anderen ist sie nicht für Smartphones optimiert, so dass hier zwingend ein Laptop oder zumindest Tablet genutzt werden muss. Wer sich daran nicht stört, hat hier ein gut gemachtes, spannendes Spiel, bei dem man gemeinsam auf die Jagd nach dem Täter gehen kann.

Titel: Nightmare – Das Thriller Spiel
Autor: k.A.
Verlag: Noris

Kannste Knicken

In seiner Klein & Fein-Reihe hat Schmidt Spiele Anfang 2021 das Roll`n Write Kannste Knicken herausgebracht, das vom Autorenduo Klaus-Jürgen Wrede  und Ralph Querfurth entwickelt wurde. Dem Motto der Reihe entsprechend ist denn auch die Box im Rechteckformat überaus kompakt gehalten. In ihr finden wir das Regelblatt, einen Schreibblock, 2 Würfel und 4 Filzstifte.

Das kannste knicken! Allerdings kannste das erst knicken, wenn Du alle Smileys an einer Ecke angekreuzt hast. Und ob es so klug war, genau an der Ecke anzufangen, wird sich auch erst noch zeigen. Denn am Ende wird nur einer als Erster alle Zielsymbole verbunden haben.

Eine Partie Kannste Knicken ist schnell vorbereitet. Die Gruppe muss sich nur entscheiden, welchen der 4 Schwierigkeitsgrade sie spielen will. Dann werden an jeden Spieler ein Blatt vom Spielblock und ein Filzstift verteilt. Der Startspieler erhält noch die Würfel und es losgehen. Der jeweils aktive Spieler würfelt in seinem Zug die beiden Würfel. Einen wählt er für sich, den anderen können seine Mitspieler nutzen. Gemäß des erwürfelten Ergebnisses tragen nun alle auf ihrem Spielblatt beginnend von einem der Startpunkte eine gerade Linie von Kreuzen ein, deren Endpunkt einen neuen Start-End-Punkt bildet. Kreuzen sie dabei Felder mit Einmalboni an, können sie diese sofort nutzen. Hat ein Spieler in einer Runde alle Smileys in einem Quadrat angekreuzt kann er ab sofort sein Spielblatt an der betreffenden Ecke jederzeit knicken und nun den entsprechenden Eck-Bonus nutzen. Es gewinnt, wer als Erster alle Zielsymbole seines Spielblattes verbunden hat.

Kannste Knicken ist eines dieser Spiele, das auf den ersten Blick ganz simpel erscheint und auch regeltechnisch keine Tücken birgt. Aber wie so oft steckt der Teufel mal wieder im Detail. Wo fange ich mit meiner Kreuzreihe an? Welche Ecke knicke ich am sinnvollsten als erste um, um den Bonus nutzen zu können, usw.? Hier muss man ganz schön knobeln und auch immer im Auge behalten, was die anderen Spieler so treiben, um nicht komplett ins Hintertreffen zu geraten. So ist Spannung bis zum Schluss garantiert und das bei einem hohen Wiederspielwert, der noch dadurch gesteigert wird, dass insgesamt 4 Schwierigkeitsgrade auf dem Spielblock vorhanden sind, die auch immer wieder neue Sonderregeln bringen.

Titel: Kannste Knicken
Autoren: Klaus-Jürgen Wrede, Ralph Querfurth
Verlag: Schmidt Spiele

Polar Panic

Zu den 2020er-Neuheiten von Amigo gehörte das sympathische, kleine Kartenspiel Polar Panic des Autors Martin Nedergaard Andersen, für das Mark Aaron Seaman die Illustrationen gestaltet hat. Die 56 Spielkarten und das Regelfaltblatt verbergen sich dabei in einer runden, kleinen Blechdose, die ebenfalls die Illustrationen von Seaman zieren.

Welches Tier wird sich wohl in dem Eisloch vor Dir finden? Und wirst Du schnell genug sein, es Dir zu schnappen, bevor Deine Mitspieler oder gar der Eisbär zuschlagen? Nur wer hier blitzschnell reagiert, wird am Ende erfolgreich sein.

Zur Spielvorbereitung werden die 56 Karten mit der Eislochseite nach oben zufällig auf dem Tisch verteilt. Der jeweils aktive Spieler deckt in seinem Zug eine der Karten auf. Sobald auf 2 Karten ein identisches Tiermotiv zu sehen ist, gilt es, so schnell wie möglich auf eine oder beide Karten die Hand zu legen, um sich diese zu sichern. Hat man sich getäuscht, muss man 2 seiner bereits gewonnenen Karten wieder verdeckt in die Tischmitte zurücklegen. Deckt man eine Eskimo-Karte auf, gewinnt man diese sofort, bei der Eisbär-Karte muss man dagegen eine gewonnene Karte verdeckt wieder in die Tischmitte zurückliegen. Die Partie endet, sobald alle Karten – außer dem Eisbären – aufgedeckt wurden. Es gewinnt, wer sich die meisten Karten sichern konnte.

Polar Panic ist natürlich in erster Linie ein Kinderspiel mit einfachen, leicht verständlichen Regeln. Aber wie so oft bei Kinderspielen eignet es sich auch durchaus als Partyspiel für Erwachsene, wobei es teilweise etwas schmerzhaft sein kann, wenn mehrere Hände gleichzeitig versuchen, auf eine Karte zu schlagen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt hier ein witziges, schnelles Spiel, das mit den passenden Mitspielern jede Menge Spielspaß garantiert. Was zudem gefällt, sind die wirklich schönen Illustrationen und die Blechdose als Verpackung.

Titel: Polar Panic
Autor: Martin Nedergaard Andersen
Verlag: Amigo

Dice Flick

Das Würfelspiel Dice Flick des Autors Rami Gaber hatte Pegasus eigentlich schon für den Herbst 2020 angekündigt. Coronabedingt hat sich die Veröffentlichung nun auf Anfang 2021 verschoben. Das mittlerweile im Handel erhältliche Spiel wird in einer quadratischen Box geliefert, in der wir ein Kunststofftiefziehteil finden, das als Würfelarena dient. Daneben enthält die Box auch noch 20 Würfel, 4 Schnips-Teller, einen Stoffbeutel, einen Stift, einen Block und die Anleitung auf deutsch und englisch.

Wer ist der geschickteste Würfel-Schnipser? Hier sind Fingerspitzengefühl und Zielgenauigkeit gefragt. Und etwas Glück kann auch nicht schaden, um die richtigen Würfel aus dem Beutel zu fischen!

Vor der ersten Partie Dice Flick müssen zunächst die Bonus-Marker gemäß Regel in die entsprechenden Vertiefungen der Würfelarena geklebt werden. Sind die Schnips-Teller an der Box angebracht, alle Würfel in den Stoffbeutel gefüllt und Block und Stift bereitgelegt, kann es auch schon losgehen. Der Startspieler greift in den Stoffbeutel und zieht blind 3 Würfel aus ihm. Von diesen wählt er 2 aus, mit denen er spielen will. Den 3. legt er vor sich ab. Um zu spielen, legt der aktive Spieler einen seiner Würfel auf einen der Schnips-Teller und versucht ihn so in die Arena zu schnipsen, dass er in einem der Felder liegen bleibt. Landet er im Graben oder außerhalb der Arena geht der Würfel sofort zurück in den Beutel. Bei den Würfeln, die in einem der Felder gelandet sind, wird am Ende des Zuges geprüft, ob eine Wertung möglich ist. Ist dies der Fall, wird der erzielte Wert in den Wertungsblock eingetragen und die gewerteten Würfel gehen ebenfalls zurück in den Beutel. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. So spielt man 10 Runden, danach werden die erzielten Punkte der Runden addiert und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Dice Flick ist ein kurzweiliges und sehr einfaches Spiel mit schnell erklärten Regeln. Das wirklich knifflige an diesem Spiel ist es denn auch, die Würfel so gefühlvoll und doch gleichzeitig mit entsprechend Schwung in die Arena zu schnipsen, dass sie in einem der Felder landen und dann auch Punkte bringen. Dabei sind die hämischen Lacher der Mitspieler schon vorprogrammiert, wenn man den Würfel statt auf ein punktebringendes Feld in den Graben oder aus der Arena hinausgeschnipst hat. Von daher wäre Dice Flick eigentlich als Partyspiel prädestiniert. Aber durch die Anzahl der Würfel ist es kaum möglich, es mit sehr viel mehr als den angegeben maximal 4 Mitspielern zu spielen. Ein kleiner Kritikpunkt unsererseits ist auch die Tatsache, dass die Bonus-Marker aufgeklebt werden müssen. Hier wäre es schöner gewesen, wenn man dies mit einem Druck gelöst hätte, der vor allem auch haltbarer als Klebeetiketten wäre.

Titel: Dice Flick
Autor: Rami Gaber
Verlag: Pegasus