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Click! The Great Wall

In knapp einer Woche startet die SPIEL `22 in Essen und rechtzeitig vor Messestart ist bereits eine der Neuheiten von Jolly Dutch bei uns auf den Redaktionstisch geflattert. Es handelt sich dabei um das Kartenspiel Click! The Great Wall von Vicky Trouerbach, das in einer sympathisch gestalteten, kompakten Pocketbox daherkommt. In dieser finden sich 110 Karten und die Regelfaltblätter in englischer und holländischer Sprache.

Die Große Mauer in China ist eines der touristischen Highlights des Reichs der Mitte, das wohl schon zigtausende Urlauber fotografisch verewigt haben. Doch versuchen sich Hobbyfotografen hier bei der Suche nach DEM perfekten Motiv immer wieder aufs Neue. Wird es Dir gelingen, das beste Foto zu schießen?

Zur Spielvorbereitung müssen zunächst die Mauer-, Rikscha-, Kompositions- und Action-Karten getrennt werden. Mauer-, Kompositions- und Action-Karten werden dann getrennt gemischt und verdeckt bereitgelegt. Von den Kompositions-Karten erhält jeder Spieler 2 auf die Hand, 3 weitere werden offen neben den verdeckten Kompositions-Kartenstapel in die Tischmitte gelegt. Von den Action-Karten erhalten die Spieler jeweils 3 auf die Hand, die restlichen werden als verdeckter Nachziehstapel ebenfalls in die Tischmitte gelegt. Zuletzt werden von den Mauerkarten noch 4 als Start-Mauerstück offen ausgelegt, dann die Rickscha-Karten zu den übrigen Mauer-Karten gemischt, der Stapel verdeckt auch in die Tischmitte gelegt und die obersten 3 Karten als offene Auslage daneben platziert. Nun kann die Partie starten. Der jeweils aktive Spieler hat 4 Aktionen. Liegt eine Rikscha auf der Mauer, muss er diese eine Karte nach rechts bewegen. Dann muss er eine der offen ausliegenden Mauer-Karten oder die oberste verdeckte Karte vom Mauer-Kartenstapel nehmen und diese links oder rechts an die Mauer anlegen und die Auslage dann ggf. wieder auffüllen. Je nach Anzahl der Spieler spielt er nun bis zu 3, mindestens jedoch eine seiner Action-Karten aus und führt deren Aktionen durch. Hierdurch verändert sich die Anordnung der Mauer-Karten. Alle Spieler müssen nun so schnell wie möglich prüfen, ob diese neue Anordnung den Vorgaben auf einer ihrer Kompositions-Karten entspricht, wobei nur der aktive Spieler auch die offen ausliegenden Kompositions-Karten nutzen kann, und dann so schnell wie möglich „Click!“ rufen. Wem dies gelingt, kann dann die betreffende Kompositionskarte vor sich ablegen und die zugehörigen Mauerstücke kommen auf den Abwurfstapel. Der erfolgreiche Fotograf füllt dann vom Nachziehstapel seine Kompositions-Karten wieder auf 2 auf, während die offene Auslage nicht wieder aufgefüllt wird. Zuletzt zieht der aktive Spieler wieder auf 3 Action-Karten auf und der Nächste ist an der Reihe. Das Spiel endet, sobald mit der letzten offenen Kompositions-Karte ein Foto geschossen wurde oder der Nachziehstapel der Kompositions-Karten aufgebraucht ist. Alle Spieler addieren nun die Werte ihrer Fotos. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Click! The Great Wall ist ein schnelles, kleines Kartenspiel mit einfachen, leicht erlernbaren Regeln, bei dem das Taktikelement definitiv nicht zu kurz kommt. Hier muss man nämlich sehr genau überlegen, welche Karten man wo an die Mauer anlegt und welche Aktionen man anschließend durchführt, um dann im Idealfall gleich im eigenen Zug das Foto schießen zu können. Schnelligkeit ist hierbei auch das Gebot der Stunde, denn man weiß natürlich nie, ob nicht ein Mitspieler eine ähnliche oder identische Kompositions-Karte auf der Hand hat und dann schneller „Click!“ ruft. Von daher hat man hier sehr kurzweiligen Spielspaß, der durch die wirklich putzigen Kartengrafiken der Mauer-Karten noch gesteigert wird.

Titel: Click! The Great Wall
Autor: Vicky Trouerbach
Verlag: Jolly Dutch

Télos

Eine weitere Neuheit, die Jolly Dutch auf der SPIEL `21 vorgestellt hatte, ist das Stichspiel Télos von Adrie Drent, das sich in einer kompakten, rechteckigen Box mit zur themengebenden, griechischen Mythologie passender Covergestaltung präsentiert. Das Spielmaterial besteht, wie bei einem Kartenspiel kaum anders zu erwarten, aus Karten und zwar 110 an der Zahl, sowie einem Regelfaltblatt.

Wem werden die Götter wohl diesmal gewogen sein? Lass Dich auf ein Kartenspiel mit Zeus und seinen Mitgöttern ein, doch pass auf, dass Du in diesem Spiel nicht den letzten Stich machst!

Zur Spielvorbereitung werden zunächst die 104 farbigen Karten nach Farben in Sets sortiert und dann je nach Spielerzahl die in der Anleitung vorgegebene Zahl Sets mit der vorgegebenen Zahl an zufällig gewählten Zeuskarten zusammengemischt. Die übrigen Karten gehen zurück in die Box. Danach werden an jeden Spieler 7 Karten ausgeteilt, die restlichen werden beiseite gelegt. Der Spieler links vom Geber eröffnet den ersten Stich. Alle anderen Spieler müssen nun eine Karte, deren Wert gleich oder höher als die höchste Karte auf dem Tisch ist, ausspielen, wobei eine Zeuskarte als Joker immer den höchsten Wert hat. Können sie dies nicht, müssen sie ihre niedrigste Karte ausspielen. Der Spieler, der als letzter die höchste Karte ausgespielt hat, gewinnt den Stich und eröffnet den nächsten Stich. Außer beim ersten und letzten Stich kann der Spieler, der den Stich eröffnet, sich auch entscheiden, 2 Karten mit identischem Wert auszuspielen, die entsprechend der bekannten Regeln bedient werden müssen. Der Spieler, der den letzten Stich gewinnt, legt die Karte, mit der er den Stich gewonnen hat als Punktekarte beiseite. Er mischt nun alle übrigen Karten wieder und verteilt an seine Mitspieler so viele Karte, wie der Punktewert seiner Punktekarte beträgt, jedoch mindestens 7 Karten. Sobald ein Spieler auf diese Weise 32 oder mehr Punkte erzielt hat, endet die Partie. Dieser Spieler verliert und die anderen gewinnen.

Wer klassische Stichspiele kennt und liebt, muss hier komplett umdenken, denn es geht bei Télos in erster Linie darum, möglichst keinen Stich zu machen und vor allem eben nicht den letzten Stich. Jolly Dutch hat hier einen Klassiker komplett neu interpretiert und das sehr gekonnt. Télos ist extrem kurzweilig, schnell gespielt und bringt vor allem jede Menge Spaß, wozu nicht zuletzt auch die witzig gestalteten Kartenmotive beitragen.

Titel: Télos
Autor: Adrie Drent
Verlag: Jolly Dutch

If it fits

Zu den Neuheiten, die Jolly Dutch auf der SPIEL `21 vorgestellt hat, gehört auch das Kartenlegespiel If it fits von Adrie Drent. Dessen kompakte Box präsentiert sich im himmelblauen Design und mit einer Katzenillustration auf dem Cover, womit auch gleich klar ist, dass die kleinen Stubentiger die Hintergrundstory für das Spiel liefern. In der Box finden sich 110 Karten und das Regelfaltblatt, die das gesamte Spielmaterial bilden.

Katzen lieben Kisten und Kartons, auch wenn niemand so recht weiß, warum eigentlich. Und da Katzen extrem beweglich sind, finden sie selbst in der kleinsten Kiste noch irgendwie ein Plätzchen, um es sich gemütlich zu machen.

Zu Beginn einer Partie If it fits erhält zunächst jeder Spieler ein Set Katzenkarten. Danach werden die Karton-Karten mit den Spezialspielzeug- und Princess-Karten zusammengemischt und bilden den verdeckten Nachziehstapel. Sobald ein Startspieler bestimmt ist, zieht dieser eine der Startkarten und legt sie in die Tischmitte. Danach ziehen die anderen Spieler reihum ebenfalls eine Startkarte und legen sie mit dem schmalen Ende an die bereits ausliegende Karte. Sobald alle Spieler 2 Karten vom Nachziehstapel auf die Hand gezogen haben, kann die Partie starten. In seinem Zug muss der aktive Spieler entscheiden, ob er eine Karte vom Nachziehstapel zieht und eine seiner Handkarten an die bereits ausliegenden Karten anlegt, um Boxen zu erschaffen, oder alternativ stattdessen eine schlafende Katze spielt. Beim Platzieren beider Karten gilt dabei, dass die Karten mit der langen oder breiten Seite immer passend an bereits ausliegende Karten angelegt werden müssen. Legt ein Spieler eine seiner Handkarten, kann er ggf. noch eine seiner wachen Katzen quer über die langen Seiten zweier verbundener Karton-Karten legen, sofern dort nicht schon eine Katze eines anderen Spielers liegt. Zieht ein Spieler eine schwarze Katze vom Nachziehstapel kann er diese nutzen, um eine schlafende oder wache Katze eines Mitspielers durch sie zu ersetzen. Die Partie endet, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist oder ein Spieler seine fünfte Katze legt. Es werden nun alle Boxen gewertet. Der Spieler, der die meisten Punkte erzielt gewinnt.

Die Spielregeln von If it fits klingen auf den ersten Blick eigentlich recht simpel und finden ja auch auf einem Faltblatt Platz. Doch ganz so einfach ist dieses Spiel nicht. Hier muss man sehr genau überlegen, wann und wo man Handkarten platziert oder vielleicht doch besser eine Katze. Und man muss natürlich auch sehr genau beobachten, was die Mitspieler so treiben. Denn schnell verbinden sich vorher getrennte Boxen und die sicher geglaubten Punkte sind verloren. Wer an Legespielen Spaß hat, wird hier seine Freude haben. Was zudem gefällt, sind die wirklich putzig gemachten Kartengrafiken, die auch Leuten, die keine Katzenfans sind, gefallen werden.

Titel: If it fits
Autor: Adrie Drent
Verlag: Jolly Dutch

Polders

Unter den Neuheiten, die Jolly Dutch auf der SPIEL `21 in Essen vorgestellt hat, war auch das Flip`n Write Polders, das von Inge van Dasselaar zusammen mit Alexander Kneepkens entwickelt wurde. Mit einer netten, zur Deich- und Polderthematik des Spiels passenden Covergrafik versehen, präsentiert sich die Box von Polders, welche im klassischen Rechteckformat gehalten und recht kompakt ist. In ihr finden wir die Wertungstafel, 4 abwischbare Spielpläne, 4 Stifte, 8 Markersteine, 32 Karten und das Regelheft in Englisch und Niederländisch.

Meister Leeghwater ist es gelungen, durch Deiche und Windmühlen das Land trockenzulegen und Polderflächen zu schaffen. Nun ist die Zeit gekommen, dass die Investoren das Land unter sich aufteilen. Wer wird sich hier wohl am Ende die besten Grundstücke sichern?

Zu Beginn einer Partie wird die Wertungstafel in die Tischmitte gelegt und die Markersteine der Spieler auf ihr platziert. Die Spieler erhalten jeder einen Spielplan und einen Stift ihrer Farbe. Zuletzt werden noch die Polder- und Auftragskarten gemischt. Sie dienen als verdeckte Nachziehstapel, wobei vom Polder-Deck die obersten 3 Karten, von den Aufträgen die obersten 2 Karten zu Spielstart offen neben die jeweiligen Stapel gelegt werden. Polders wird über 5 Runden gespielt. In diesen wird das Polder-Deck immer komplett abgehandelt. D.h. die Spieler wählen eines der ausliegenden Polder-Muster aus und zeichnen auf ihrem Spielplan auf leeren Feldern Zeichen in diesem Muster ein. Diese Zeichen können ein Garten, eine Windmühle oder ein Getreidefeld sein. Dann reichen die Spieler ihren Spielplan an den linken Nachbarn weiter und 3 neue Polderkarten werden aufgedeckt. Ist das Polder-Deck so aufgebraucht, wird es wieder gemischt und die nächste Runde beginnt, in der – außer in der finalen 5. Runde – auch noch eine neue, zusätzliche Auftragskarte aufgedeckt wird. Nach Ende der 5. Runde erfolgt eine Auswertung und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Ich muss zugeben, dass Flip`n Write- und Roll`n Write-Spiele bei mir grundsätzlich immer einen Bonus haben, weil ich das Spielprinzip mag. Was Polders noch zusätzlich interessant macht, ist die Tatsache, dass man den Spielplan immer weitergibt, so dass man hier versuchen muss, auf 4 Spielplänen gleichzeitig das Optimum für sich herauszuholen. Und das ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man auch noch die Auftragskarten im Auge hat, die einem ja am Ende Zusatzpunkte bringen. Von daher haben wir es hier mit einem recht anspruchsvollen Vertreter dieser Spielegattung zu tun, was man dann auch bei der Wertung merkt. Ohne Taschenrechner ist man hier aufgeschmissen, weil das reine Zählen von ausgemalten Feldern nicht reicht. Je nachdem, was man ausgemalt hat, wird das Ergebnis nämlich noch durch Multiplikationsfaktoren modifiziert. Was etwas verbesserungswürdig an diesem ansonsten wirklich guten Spiel ist, ist die Tatsache, dass man den gelben Stift auf den bräunlichen Spielfeldern je nach Beleuchtung nur schlecht sieht und der schwarze Stift zu gut deckt, so dass man die Gebäude auf den Feldern kaum noch erkennt.

Titel: Polders
Autoren: Inge van Dasselaar, Alexander Kneepkens
Verlag: Jolly Dutch

Boogie Beasts

In Form von Boogie Beasts hat der noch junge Verlag Jolly Dutch Productions mittlerweile bereits sein zweites Spiel auf den Markt gebracht. Es handelt sich hierbei um ein schnelles Kartenlegespiel des Autors Alexander Kneepkens. Das Spielmaterial umfasst 2 Sanduhren, 6 Würfel, 162 Karten, Wertungsblock und Spielregeln, welches sicher in einer kompakten Box mit witzig gestaltetem Cover untergebracht ist.

Willkommen beim Boogie Beasts Fallschirmsprung-Meeting, bei dem Du Dein inneres Tier mal so richtig rauslassen kannst. Hier geht es darum, am Ende zusammen mit Deinen Teamkollegen die besten Wertungen für den Sprung zu erzielen. Doch Vorsicht! Hier wird geblufft und gelogen und so mancher Sprung endet im Fiasko. Von daher wird sich zeigen, wer nach 4 Sprungrunden wirklich der Champion der Boogie Beasts ist.

Für eine Partie Boogie Beasts wählt zunächst jeder Spieler einen der 8 möglichen Charaktere und erhält die entsprechenden Charakterkarten. Dann werden die Formationskarten gemäß Anleitung und entsprechend der Zahl der Mitspieler ausgelegt und schließlich noch die Effekt- und Sprungfigurenkarten zusammengemischt, welche den verdeckten Sprungkartenstapel bilden. Zu Beginn jeder Runde erhalten die Spieler 6 Karten vom Sprungkartenstapel, die zunächst verdeckt bleiben. Nun beginnt die Planungsphase, die maximal 3 Minuten (rote Sanduhr) dauert, in der sich die Spieler ihre neuen Sprungkarten anschauen und untereinander verhandeln, welche Formationen sie gemeinsam springen wollen, wobei natürlich niemand an seine gemachten Zusagen gebunden ist. Darauf folgt die Sprungphase, die eine Minute (blaue Sanduhr) dauert, in der die Spieler beliebig viele ihrer Sprung- und Charakterkarten verdeckt auf die jeweiligen Formationskarten oder vor sich selbst für einen Solosprung ablegen dürfen. In der Juryphase werden alle abgelegten Karten aufgedeckt und gewertet, ob der Sprung zustande kam, und welche Punktzahl er erzielt hat. Der Spieler, der nach 4 Sprungrunden die höchste Gesamtpunktzahl erzielt hat, gewinnt die Partie.

Boogie Beasts ist ein extrem schnelles und extrem witziges Spiel, bei dem es mitunter mehr als chaotisch zugeht, wenn bis zu 8 Mitspieler gleichzeitig versuchen, ihre Karten abzulegen. Zudem weiß man nie, wer ehrlich spielt und wer vielleicht sogar absichtlich einen Sprung boykottiert, mal ganz abgesehen davon, dass nicht selten einzelne Mitspieler nicht mehr wissen, wo sie welche Karten schon abgelegt haben und durch falsch abgelegte Charakterkarten einen Sprung versehentlich ungültig machen. Nach der erfolgreichen Premiere in Form der Wirtschaftssimulation Chartered hat Jolly Dutch hier gleich das nächste absolut empfehlens- und spielenswerte Spiel auf den Markt gebracht.

Titel: Boogie Beasts
Autor: Alexander Kneepkens
Verlag: Jolly Dutch Productions

Chartered – The Golden Age

Letztes Jahr hatten wir die Möglichkeit, den Prototyp des Spiels Chartered – The Golden Age des jungen holländischen Spieleverlages Jolly Dutch Productions zu testen und hier vorzustellen. Nachdem die Kickstarterkampagne für das Spiel mehr als erfolgreich verlaufen ist, ist es mittlerweile nun in seiner endgültigen Version erhältlich. Einige Schwächen, die der Prototyp noch aufwies, und auch diverse Unklarheiten in den Regeln, die uns beim Test aufgefallen waren, wurden dabei beseitigt. Zudem wurde die Optik des Spielmaterials noch deutlich verbessert. Dieses findet nun in einer stabilen Box sicher seinen Platz und besteht aus dem zweiseitigen Spielplan, der Aktientabelle, 105 Lagerhausminiaturen, 194 Karten, Spielgeld, 9 Markern, 12 Flaggen und der mehrsprachigen Anleitung.

Da sich die grundlegenden Spielmechanismen von Chartered gegenüber dem Prototypen nicht mehr geändert haben, verzichten wir darauf, sie hier nochmals zu erklären. Es sei stattdessen auf unsere damalige Preview verwiesen:

https://www.brettspielabend.net/2018/08/05/preview-chartered-the-golden-age/

Chartered – The Golden Age ist eine mehr als gelungene Wirtschaftssimulation, die auch bei mehrmaligem Spielen immer wieder aufs Neue Spaß macht, da jede Partie anders verläuft. Zudem sind die Regeln leicht verständlich und somit auch schnell erlernt. Es bleibt zu hoffen, dass Jolly Dutch Productions in der Zukunft noch Erweiterungen zu diesem Titel herausbringen wird.

Titel: Chartered – The Golden Age
Autoren: Arnold van Binsbergen, Alexander Kneepkens, Wolfgang Kramer
Verlag: Jolly Dutch Productions

Preview: Chartered – The Golden Age

Noch nicht auf dem Markt ist die Wirtschaftssimulation Chartered – The Golden Age des holländischen Verlages Jolly Dutch Productions, von der wir den Prototyp schon testen konnten. Das Spielmaterial, das sich bereits recht seriennah präsentiert, ist in einer stabilen, sehr schön gestalteten Box untergebracht und umfasst den zweiseitigen Spielplan, die Kurstabelle, Bau-, Anteils- und Ereigniskarten, Fähnchen in den 6 Spielerfarben, die Miniaturen der Hauptquartiere für die verschiedenen gehandelten Waren nebst zugehöriger Tokens und die Miniaturen der Warenhäuser.

In Chartered befinden wir uns im Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Als Händler versuchen die Spieler am Aufbau und Wachstum großer Handelshäuser mitzuwirken und so am Ende selbst zu Reichtum und Wohlstand zu gelangen. Doch nur wer seine Taktik klug wählt und Anteile der gewinnbringendsten Handelshäuser günstig erwirbt, wird am Ende erfolgreich sein.

Das Spiel ist für 2 bis 6 Spieler ausgelegt, wobei wir für unseren Test eine Sechserrunde gespielt haben. Der Aufbau ist schnell erfolgt. Hierzu werden Spielplan und Kurstabelle auf dem Tisch platziert, die Spielerfahnen und das Startkapital an die Mitspieler verteilt, die Warenhäuser und Hauptquartiere nebst Tokens und passender Anteilskarten bereitgelegt und die Baukarten gemischt. Von diesen erhält jeder Spieler 10 Stück als Starthand, 3 weitere werden offen neben dem Spielplan ausgelegt, während die restlichen als verdeckter Nachziehstapel dienen. Beginnend mit dem Startspieler führen nun reihum alle ihre Aktionen aus. Eine Möglichkeit ist es, eine der offenen Karten oder eine der verdeckten Baukarten vom Nachziehstapel zu kaufen. Die andere Option ist es, eine Baukarte der eigenen Hand zu spielen, um entweder ein neues Handelshaus zu gründen oder ein bestehendes zu vergrößern. Zusätzlich können anschließend noch 2 Anteile bestehender Warenhäuser gekauft oder Anteile aus dem eigenen Besitz an die Bank verkauft oder auf einem Handelsunternehmen, auf dem sich noch keine Spielerflagge befindet, eine Flagge gesetzt werden. Wachsen im Laufe des Spiels 2 Handelshäuser räumlich zusammen, kommt es zur Fusion, wobei das Unternehmen mit dem höheren Kurswert das mit dem niedrigeren schluckt. Die Anteilseigner des liquidierten Unternehmens geben ihre Anteile zum letzten Kurswert an die Bank zurück. Sofern auf dem Spielplan noch Bauplätze frei sind und jemand die entsprechende Baukarte hat, kann das liquidierte Unternehmen nun wieder neu gegründet werden. Sind alle Warenhäuserminiaturen verbraucht, endet die Partie und es erfolgt eine Endausschüttung für alle Anteile an den noch existierenden Unternehmen gemäß der aktuellen Kurswerte.

Chartered – The Golden Age kommt mit einer erfreulich kurzen und auch gut verständlichen Anleitung daher, was den Einstieg sehr leicht macht. Simpel ist das Spiel deswegen aber bei weitem nicht, denn es erfordert sehr viel Planung und strategisches Denken, zum richtigen Zeitpunkt, die richtigen Aktionen durchzuführen. Wie im wahren Leben ist manch Unternehmen, das eben noch an der Spitze war, plötzlich ein Übernahmekandidat und die eigenen Anteile für die spätere Endabrechnung, die die wirklich großen Gewinne bringt, wertlos. Was wir bei unserem Prototyp als nicht so ganz gelungen empfanden, ist die Tatsache, dass die Nummern der Bauplätze auf dem Board nicht mehr lesbar sind, wenn die Miniaturen einmal dort platziert sind, was es gerade bei Erweiterungen bestehender Gebäude etwas schwierig macht, das richtige zu finden. Auch gibt es noch einige kleinere Schwachpunkte in den Regeln und für die endgültige Version sollte auch mehr Spielgeld vorhanden sein. Im Großen und Ganzen halten wir Chartered aber für eine sehr gelungene Wirtschaftssimulation und drücken dem Team von Jolly Dutch Productions die Daumen für ihre Kickstarter Kampagne.

Titel: Chartered – The Golden Age
Autor: Arnold van Binsbergen, Xander Kneepkens
Verlag: Jolly Dutch Productions