Moesteiro

Auf der diesjährigen Spielwarenmesse in Nürnberg war am Stand von Hutter bereits das Workerplacement-Spiel Moesteiro des Autorenduos Rôla & Costa zu sehen, das im portugiesischen Original bei Pythagoras erschienen ist. Die deutsche Version hat Hutter nun unlängst an den Handel ausgeliefert und ein Exemplar ist auch zu uns auf den Redaktionstisch geflattert. Als Verpackung dient ihm eine quadratische Standardbox, deren Cover das Artwork von Pedro Soto und Chema Román ziert, die auch das sonstige Spielmaterial gestaltet haben. Öffnen wird die Box, so finden wir in ihrem Innern dank eines Tiefzieheinlegers sicher verstaut und sauber sortiert das Spielmaterial, welches den Spielplan, 109 Plättchen, 20 Würfel, 17 Marker, Baumaterial für das Kloster und das Regelheft in mehreren Sprachen umfasst.

Der Bau des Klosters Santa Maria da Vitória geht auf eine Anordnung des portugiesischen Königs D. João I aus dem 14. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Jahre haben dabei viele Baumeister an seiner Fertigstellung mitgewirkt.

Zur Spielvorbereitung wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt und gemäß Anleitung mit Spielmaterial bestückt, bzw. dieses daneben entsprechend bereitgelegt. Dann erhalten alle Spieler die Würfel und Marker ihrer Spielerfarbe, wobei sie die Marker ebenfalls gemäß Anleitung auf dem Spielplan positionieren. Danach läuft die Partie über 5 Runden. Diese starten damit, dass der Rundenmarker auf das entsprechende Feld geschoben wird und die Spieler die zugehörigen Aktionen ausführen. Das kann den Erhalt von Baumaterial, zusätzlichen Würfeln und ähnliches bedeuten. Dann werden die Plättchen im Dorf, im Kloster, der Baustelle und der Bleiglas-Fenster aufgefüllt und alle Spieler würfeln alle ihre Würfel. Der Spieler, der auf der Stärkeleiste am weitesten links steht, wählt nun eines der Königsplättchen, danach folgen die anderen gemäß ihrer Reihenfolge auf der Stärkeleiste. Die Königsplättchen wiederum geben dann vor, in welcher Reihenfolge die Spieler ihre Würfel, die Arbeiter und Meister darstellen, in die 5 Aktionsbereiche des Spielplans setzen dürfen. Haben alle Spieler so alle ihre Würfel gesetzt, werden die Aktionsbereiche nacheinander abgehandelt, was den Spielern Baumaterial, Siegpunkte und ähnliches einbringt. Sie können dabei durch Verwendung von Stärke von der Stärkeleiste Würfelergebnisse noch modifizieren, genauso wie sie ungenutzte Würfelaugen ihrer Stärkeleiste hinzufügen können. Sind alle Aktionsbereiche abgehandelt, entscheiden die Spieler in der Reihenfolge ihrer Marker auf dem Baukran, ob sie am Kloster mitbauen wollen. Hierfür legen sie Baumaterial auf ein leeres Klosterplättchen. Ist es exakt das geforderte Baumaterial erhalten sie danach die angegebenen Siegpunkte, ansonsten 3 Siegpunkte je passendem Baumaterial. Das Klosterplättchen wird dann umgedreht und auf das zugehörige Feld des Klosters gelegt und der Spieler bewegt seinen Marker auf dem Baukran die auf dem Plättchen angegeben Anzahl Stufen nach unten. Nach Ende der fünften Runde erfolgt eine Endwertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Liest man sich die Regeln von Moesteiro das erste Mal durch, ist man zunächst etwas erschlagen. Und auch der Spielaufbau erfordert zunächst etwas Zeit und vor allem auch Platz. Spielt man Moesteiro dann, stellt man schnell fest, dass die Grundregeln an sich eigentlich recht einfach und leicht verständlich sind. Wir haben hier ein klassisches Workerplacement-Spiel, bei dem sich die Stärke der Arbeiter und Meister jede Runde ändert, je nachdem, was man würfelt. Simpel ist dieses Spiel aber auf keinen Fall. Man muss hier wirklich sehr genau planen, wann man wie seine Arbeiter und Meister einsetzt und dabei auch immer die Würfelergebnisse der Mitspieler im Auge haben, denn schnell drängt sich da mal ein Würfel eines Mitspielers mit einem niedrigeren Würfelergebnis vor den eigenen und macht den geplanten Spielzug zunichte. Wir hatten jedenfalls sehr viel Freude an diesem schön gemachten Spiel, das bei uns definitiv nicht zum letzten Mal auf dem Tisch lag.

Titel: Moesteiro
Autor: Rôla & Costa
Verlag: Pythagoras / Hutter