Klassiker: Junta

In der Rubrik Klassiker soll es heute um das satirische Strategiespiel Junta gehen. Entwickelt von dem Trio Vincent Tsao, Ben Grossman und Eric Goldberg erschien die Erstauflage in den USA bereits 1979. In Deutschland war Junta ab 1986 bei ASS erhältlich. Mittlerweile gibt es eine überarbeitete Version mit neu gestaltetem Spielbrett und Karten von Pegasus Spiele. Unser Exemplar ist die 1986er-Version von ASS, die in einer zeittypisch unhandlichen Schachtel mit ebenfalls im typischen 80er-Jahre Stil gehaltenem Cover daherkommt. Das Spielmaterial umfasst den Spielplan, 160 Marker, 72 Karten, Geldscheine und 2 Würfel.

In Junta nehmen uns die Spieleautoren mit in die Republica de las Bananas, einen fiktiven, hoch korrupten Kleinstaat in Südamerika, den eine skrupellose Militär-Junta regiert. Einziges Ziel der Spieler, die verschiedene Regierungsämter einnehmen, ist es, als Oberhaupt einer der mächtigen Familien des Landes möglichst viel Geld aus dem Staatshaushalt zu veruntreuen und auf ein sicheres Schweizer Bankkonto zu bringen.

Um eine Partie Junta vorzubereiten, an der maximal 7 Spieler teilnehmen können, wählt zunächst jeder Spieler seine „Familie“ und erhält die zugehörigen 8 Marker. Die übrigen Marker werden auf die entsprechenden Felder auf dem Spielplan platziert, neben den auch das Geld und die Karten bereitgelegt werden. Nun wählen die Spieler aus ihrer Mitte einen Präsidenten und die Partie kann beginnen. Im politischen Spiel zieht jeder Spieler zunächst 2 Karten, daraufhin verteilt der Präsident die verschiedenen Regierungsämter unter den Mitspielern. Im nächsten Schritt zieht der Präsident 8 Geldscheine und macht den Vorschlag für einen Staatshaushalt, sprich, er schlägt vor, wie er das Geld unter seinen Mitspielern aufzuteilen gedenkt. Diese stimmen nun darüber ab und legen geheim fest, wo sie sich während der so genannten Terror Phase, in der Attentate aufeinander verübt werden können, aufhalten. Mit der Bankphase, in der Gelder auf das Schweizer Konto transferiert werden können, endet das politische Spiel und eine neue Runde beginnt. Löst allerdings ein Spieler jetzt einen Putsch aus, so kommt es zum Putsch-Spiel, in dem Aufständische und Regierungstreue gegeneinander kämpfen. Nach Ermittlung der Putsch-Folgen startet die nächste Runde mit der Wahl eines neuen Präsidenten. Nach spätestens 11 Runden endet die Partie und derjenige, der die meisten Gelder auf seinem Schweizer Konto hat, gewinnt.

Junta ist wie schon eingangs erwähnt ein satirisches Strategiespiel und Satire ist bekanntermaßen nicht jedermanns Sache. Wer sich auf den schwarzen Humor, der in diesem Klassiker reichlich vorhanden ist, einlässt, hat seinen Spaß mit Junta und dass es nach fast 40 Jahren immer noch auf dem Markt ist, beweist, dass die Spielidee nichts von ihrem Reiz verloren hat. Allerdings sollte man bei einer Partie Junta die Mitspieler sehr bewusst auswählen, denn dieses Spiel hat definitiv das Potential langjährige Freundschaften zu beenden, geht es doch darum, seine Mitspieler bewusst zu betrügen.

Titel: Junta
Autor: Vincent Tsao, Ben Grossman, Eric Goldberg
Verlag: ASS

Comic Con Germany 2018

Von vielen schon sehnsüchtig erwartet, war es am 30. Juni und 1. Juli wieder einmal soweit. Zum mittlerweile dritten Mal öffneten sich die Türen der Stuttgarter Messe zur Comic Con Germany. Nach der erfolgreichen Premiere 2016 und der nicht minder erfolgreichen zweiten Ausgabe im Folgejahr hat sich die Comic Con Germany nun endgültig fest etabliert als Messe der Pop-Kultur und riesiges Fan-Fest. Auf über 45.000 Quadratmeter ist die Ausstellungsfläche der diesjährigen Comic Con Germany angewachsen. Die Comic-Zone ist dabei für nationale und internationale Comic-Verlage reserviert und bot den Besuchern auf einer eigenen Bühne ein Rahmenprogramm aus Lesungen, Workshops und Präsentationen. Zudem hatten Interessierte die Möglichkeit, verschiedenen Comic-Zeichnern über die Schulter zu blicken.

Ein weiterer fester Bestandteil der Comic Con Germany sind die Panels mit zahlreichen Hollywood-Stars, die ihren Fans auch für Autogramme und Fotos zur Verfügung standen. Ein besonderes Highlight für viele war dabei sicherlich der Auftritt von Nikolaj Coster-Waldau und Pilou Asbaek, den Darstellern von Jamie Lannister und Euron Graufreud aus der Game of Thrones-Reihe.

Nicht fehlen dürfen natürlich tausende von Cosplayern, die mit ihren phantasievollen und detailverliebten Kostümen ganz entscheidend zu der einzigartigen Stimmung der Veranstaltung beitragen. Speziell für sie gab es auch dieses Jahr wieder das Cosplay Kingdom, in dem Cosplayer von der Nähmaschine bis hin zu passendes Accessoires alles finden konnten, was sie brauchen, um ihre Kostüme noch vorbildgerechter gestalten zu können.

Lego-Dioramen der Baumeister des Schwabenstein 2×4 e.V. und das Spieleturnier „Star Wars: Destiny-Events – Galactic Qualifier“ des Asmodee Verlages sind nur zwei der zahlreichen Sonderausstellungen und sonstigen Veranstaltungen, die die Comic Con Germany wieder einmal zu einem rundum gelungenen Event für die über 40.000 Besucher an den beiden Tagen hat werden lassen.

Nicht wenige von ihnen werden am 1. Juli nach Ende der Veranstaltung Stuttgart wehmütig verlassen haben. Doch steht der Termin für die nächste Comic Con Germany bereits fest. Sie wird am 29. und 30. Juni 2019 stattfinden und sicherlich wieder zehntausende begeisterte Besucher nach Stuttgart locken.

Fotos: © Messe Stuttgart

Vertriebspartnerschaft Asmodee und Hans im Glück

Am 2. Juli dieses Jahres gaben Asmodee und Hans im Glück ihre neue Vertriebspartnerschaft bekannt. Ab Januar 2019 wird Asmodee exklusiv den Vertrieb der Spieletitel aus dem Programm von Hans im Glück für Deutschland, Österreich und die Schweiz übernehmen, nachdem die beiden Unternehmen auf internationaler Ebene bereits schon länger sehr erfolgreich zusammengearbeitet hatten. Ziel dieser neuen, noch engeren Partnerschaft soll es sein, die Spiele des Hans im Glück Verlages so einem noch breiterem Publikum zugänglich zu machen. Gleichzeitig erhoffen sich die Münchner dadurch einen Schub, um neue Entwicklungen in der Spielewelt voranzutreiben, wie Moritz Brunnhofer, der Geschäftsführer von Hans im Glück, sagt.

Black Stories

Black Stories

Partyspiel – Füller – Kriminalspiel – Rätsel Spiel ..

Es gibt viele Bezeichnungen für die Kartenspiel-Reihe von Holger Bösch. Seit 2004 hat es dieses Spiel mit seiner treuen Fangemeinde auf fast 40 Titel gebracht und einen gewissen Kultstatus erlangt. Jede Edition steht unter einem bestimmten Thema und kommt mit 50 einzelnen Rätseln.

Zu Beginn des Spiels werden die Rätsel gemischt und verdeckt in die Mitte des Tisches gelegt. Ein Spieler wird zum Gebieter. Er kann gewählt werden, sich freiwillig melden oder man wechselt sich einfach ab. Als Gebieter leitet man das Spiel, liest das Rätsel auf der Vorderseite der Karte laut vor und muss den restlichen Spielern ihre Fragen mit „Ja oder Nein“ beantworten, bis das Rätsel über die Umstände des Mordes gelöst wurden. Die Lösung zum Rätsel steht jeweils auf der Rückseite der Karten.

 

Titel: Black Stories – 50 rabenschwarze Rätsel aus dem Reich der Mythen, Sagen und Legenden
Autor: Corinna Harder und Jens Schumacher
Verlag: Moses

Agricola – Frankreich Deck

Schon etwas länger, nämlich seit 2014, ist das Frankreich Deck des Strategiespiels Agricola von Lookout Games zu haben. Es umfasst wie gewohnt 60 neue kleine Anschaffungen und 60 neue Ausbildungen, die wieder in einer kompakten Box Platz finden. Wie der Name schon verrät, nimmt uns das Kartendeck nach Frankreich mit, weshalb uns Baguette und Camembert, Marie Curie und Honore de Balzac auf den schön gestalteten Karten begegnen.

Das Frankreich Deck ist – ebenfalls wie üblich – als eigenständig spielbares Deck konzipiert, mit dem sich die Karten des Grundspiels ersetzen lassen. Genauso kann man die Karten dieses Decks aber auch mit denen des Grundspiels und anderer Erweiterungen zusammenmischen. Beim Verlag aktuell nicht mehr erhältlich, ist diese Erweiterung aber bei den großen Versandhändlern für rund 15,– noch zu haben. Ob sich die Anschaffung lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden, wobei sich für die Hardcore-Fans, diese Frage eh nicht stellt, sondern eher die nach dem Erscheinungstermin des nächsten neuen Kartendecks.

Titel: Agricola – Frankreich Deck
Autor: Uwe Rosenberg
Verlag: Lookout Games

Klassiker: Diplomacy

Auf eine lange Geschichte kann das Spiel zurückblicken, das wir heute in unserer Rubrik Klassiker betrachten. Schon Ende der 1940er-Jahre hatte der amerikanische Spieleautor Allan B. Calhamer die Idee zu Diplomacy. Doch erst 10 Jahre später brachte er das Strategiespiel im Eigenverlag auf den Markt, da sich zunächst keiner der großen Spieleverlage für den Titel interessierte. Anfang der 1960er-Jahre fand Calhamer schließlich einen Verlag, der die professionelle Vermarktung von Diplomacy, an dem heute Hasbro die Rechte hält, übernahm. Unser Diplomacy-Exemplar stammt aus den späten 1980er-Jahren, als das Spiel unter dem legendären Label der Parker Brothers auch in Deutschland erhältlich war. Die Box präsentiert sich daher in einem zeittypischen, eher schlichten Design und enthält neben dem Regelheft und dem Spielplan die 196 Spielsteine in den 7 Spielerfarben.

Wir befinden uns im Europa des Jahres 1901. Als Anführer der damaligen Großmächte versuchen die Spieler durch Taktik, Intrigen und das Schmieden von Bündnissen, die Vormachtstellung der eigenen Nation auszubauen, um so am Ende den Sieg davonzutragen.

Diplomacy ist für bis zu 7 Spieler konzipiert und schnell aufgebaut. Jeder der Spieler erhält zu Beginn einer Partie je 9 Flotten und 9 Armeen, sowie 10 Marker seiner Farbe. Sobald entschieden ist, wer welche Nation spielt, können die Starteinheiten platziert werden und die erste Runde beginnt. Hierbei gibt es zunächst eine Diplomatiephase, in der die Spieler in geheimen Verhandlungen Bündnisse vereinbaren können. Danach müssen sie für jede ihrer Einheiten festlegen, ob sie die Stellung halten, sich bewegen oder andere Einheiten unterstützen soll, was auf Zetteln notiert wird. Die anschließende Auswertung und das Verschieben der Einheiten auf dem Spielplan erfolgt zeitgleich. Ziel des Spiels ist es, im Laufe einer Partie 18 so genannte Versorgungszentren zu erobern und diese bis zum Herbst-Halbjahr eines Spielzuges zu halten.

Diplomacy ist ein Spiel mit sehr wenigen, sehr einfachen Regeln, die sich sehr schnell erlernen lassen. Mit Papier und Stift Befehle für jede Einheit zu notieren, mag zwar in der heutigen Zeit, in der wir es ja gewohnt sind, für alles eine App zu nutzen, etwas anachronistisch wirken, passt aber zum Setting in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Was den namensgebenden Diplomatiefaktor angeht, so hängt es natürlich sehr stark von den Spielern selbst ab, inwieweit sie diesen in das Spiel einbauen, oder versuchen, jeder für sich allein zu agieren. Zumindest für den Autor dieser Zeilen, der in nun bald 40 Jahren schon viele Partien Diplomacy gespielt hat, hat dieser Strategiespielklassiker jedenfalls bis heute nichts von seinem Reiz verloren.

Titel: Diplomacy
Autor: Allan B. Calhamer
Verlag: Parker

Reworld

Der Weltraum, unendliche Weiten…

So oder so ähnlich könnte das Motto zu dem Strategiespiel Reworld lauten, das wir auf dem Pressetag von Pegasus Spiele im Oktober 2017 erstmals antesten konnten. Mittlerweile ist der Titel des Autorenduos Wolfgang Kramer und Michael Kiesling bei Eggertspiele erschienen und wird von Pegasus Spiele vertrieben. Das Spielmaterial umfasst den Spielplan, 4 Frachter und 4 Punktemarker, 100 Modulplättchen, 20 Stadtschilder, 30 Offizierkarten, 15 Bevölkerungsschiffe, 1 Rundenmarker, 1 Startspielermarker, 1 Stoffbeutel und die Regeln. Dies alles ist in einer soliden Box sicher untergebracht.

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft und die Menschheit such nach einem neuen Planeten, um diesen zu besiedeln. Eurybia scheint ein geeigneter Kandidat zu sein und so machen sich 4 mutige Admiräle daran, ihre Raumschiffe auszurüsten, um den Planeten für die Ankunft der ersten Siedler vorzubereiten. Städte wollen gebaut werden, ein Verteidigungsnetz muss entstehen. Doch nur wer sein Raumschiff schon beim Start richtig beladen hat, wird diese Aufgabe erfolgreich meistern und als Retter der Menschheit in die Geschichte eingehen.

Bevor eine Partie Reworld beginnen kann, erhält jeder Spieler sein Raumschiff und setzt seinen Punktemarker auf die 0 auf der Punkteleiste des Spielplans, der die Raumstation Colossus zeigt. Dort werden auch die Bevölkerungsschiffe platziert und an jeden der Kopplungsarme der Raumstation ein zufällig aus dem Stoffbeutel gezogenes Modulplättchen gelegt. Die Stadtschilder werden nach Anfangsbuchstaben sortiert, der Rundenmarker ganz links auf der Rundenleiste platziert, die Offizierskarten gemischt und jeder Spieler erhält 7 von ihnen. Kapitel 1 von Reworld kann starten. Beginnend mit dem Startspieler kaufen die Spieler reihum Modulplättchen, wobei sie dafür eine oder mehrere Offizierkarten in den jeweiligen Kartenslot legen. Der Zahlenwert der obersten Offizierskarte gibt dabei vor, in welche Ladebucht des eigenen Raumschiffes das Modul verstaut werden muss. Alternativ kann ein Spieler auch den Startspielermarker erwerben. Kann kein Spieler mehr Modulplättchen kaufen, werden eventuell verbliebene entfernt und durch einen kompletten Satz neue ersetzt. Die Offizierkarten werden eingesammelt, gemischt und wieder verteilt und die Runde beginnt von neuem. Dies erfolgt 5 mal, bis keine Modulplättchen mehr im Stoffbeutel sind.

Danach beginnt Kapitel 2, die Besiedlung von Eurybia. Wiederum beginnend mit dem Startspieler laden die Raumfahrer nun die Module am Zielort aus. Je nach Art können sie unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Terrabots sind nötig, um Städte zu gründen, wobei jeder Spieler nur maximal eine Stadt je Geländetyp A – E gründen kann. Bautrupps übernehmen den Ausbau der Städte, allerdings darf pro Stadt nur eine der 5 vorhandenen Baufirmen tätig sein, einzig die Agrarfirma als sechster Typ kann in jeder Stadt verwendet werden. Shuttles übernehmen den Transport der Bautrupps auf die Oberfläche, da diese nicht selbstständig fliegen können. Alternativ können Shuttles auch zum Ausbau des Verteidigungsnetzes genutzt werden. Satelliten schließlich liefern entweder Sonderpunkte bei der Endabrechnung oder dienen ebenfalls zum Ausbau des Verteidigungsnetzes. Haben alle Spieler alle ihre Modulplättchen aus ihren Raumschiffen ausgeladen, endet die Partie und es erfolgt die Wertung.

Reworld scheint auf den ersten Blick recht einfach zu sein, zumal sich die Spielmechanismen leicht erlernen lassen und die Regeln erfreulich kurz gehalten sind. Doch steckt der Teufel wie so oft im Detail. Das richtige Beladen des eigenen Raumschiffes will akribisch geplant sein, denn am Zielort angekommen wird das als erstes ausgeladen, was als letztes in jede Ladebucht eingeladen wurde. Auch will genau bedacht sein, wieviel Shuttlekapazität nötig ist, um alle Bautrupps auf die Oberfläche zu bekommen. Da zudem Boni winken, wenn ein Spieler als Erster einzelne Ziele erreicht, beeinflusst auch dies wiederum die Strategie, was und wann es am sinnvollsten vom Raumschiff auf den Planeten geschafft werden sollte. Von daher präsentiert sich Reworld als anspruchsvolles und komplexes Strategiespiel, das so manche Überraschungen bereithält.

Titel: Reworld
Autoren: Wolfgang Kramer und Michael Kiesling
Verlag: Eggertspiele / Pegasus Spiele

Queendomino

Als Weiterentwicklung des Erfolgstitels Kingdomino, das den Kritikerpreis für das Spiel des Jahres 2017 erhalten hatte, erschien bei Pegasus Spiele Ende 2017 Queendomino. Auch für dieses Familienspiel zeichnet der Autor Bruno Cathala verantwortlich. Wie bei Pegasus üblich, findet das gesamte Spielmaterial in einer stabilen, schön gestalteten Box seinen Platz. Es umfasst einen großen Turm für die 48 Dominosteine, 32 Gebäude- und 4 Startplättchen, 42 Münzen, das Gebäudetableau, Holzfiguren der Queen und des Drachen, 22 Ritter, 15 kleineTürme, 4 Schlösser, 8 Könige, den Wertungsblock und die Anleitung.

Als Herrscher von vier kleinen Königreichen müssen die Spieler Ländereien erwerben, um ihr Herrschaftsgebiet zu vergrößern. Dabei gilt es, geschickt zu taktieren und vorausschauend zu planen. Denn nur wer die richtigen Ländereien in seinen Besitz bringt und diese klug kombiniert, wird bei der Endabrechnung den Sieg davontragen.

Maximal 4 Spieler können bei Queendomino gegeneinander antreten. Vor Beginn einer Partie erhält jeder sein Startplättchen, sein Schloss und einen König in seiner Farbe, sowie einen Ritter und Münzen im Wert von 7. Die Dominosteine werden gemischt und in den großen Turm gefüllt. Die Gebäudeplättchen werden ebenfalls gemischt und die obersten 6 auf den freien Feldern des Gebäudetableaus platziert, während der Rest als Nachziehstapel fungiert. Nachdem auch noch Drache und Queen bereitgelegt wurden, kann die Partie starten. Hierzu werden zunächst 4 Dominosteine aus dem Turm gezogen und nach aufsteigendem Wert mit der Ländereiseite nach oben ausgelegt. Der Spieler, dessen Königsfigur per Zufall als erste gezogen wird, sucht sich eines der Plättchen aus, die anderen folgen entsprechend. Nun werden 4 neue Dominosteine ausgelegt und neben den bereits besetzten ebenfalls wieder nach aufsteigendem Wert platziert. Der Spieler auf dem obersten Dominostein, nimmt diesen und legt ihn passend an sein Königreich an. Danach kann er seine Ritter nutzen, um Steuern einzutreiben, Gebäude bauen und den Drachen bestechen, um Gebäude auf dem Gebäudetableau zu zerstören. Als letzten Schritt muss er seinen König auf einen der neu gezogenen Dominosteine stellen. Es folgen aufsteigend die übrigen Spieler, bis alle Dominosteine besetzt sind, so dass wieder 4 neue gezogen werden müssen. Sind alle Dominosteine gezogen, endet die Partie und es erfolgt eine Endabrechnung.

Queendomino ist ein extrem kurzweiliges Spiel mit leicht verständlichen und gut erlernbaren Regeln. Trotzdem erfordert es einiges an taktischem Denken, denn die Dominosteine wollen richtig aneinandergelegt sein, um möglichst große, zusammenhängende Gebiete eines Geländetyps zu haben. Daneben gilt es auch, die Ausrichtung der Plättchen zu berücksichtigen, denn nur so erhält man am Ende ein 5×5 Felder großes Königreich. Zusätzlich muss man auch beim Kauf der Gebäudeplättchen geschickt agieren. Nur sie liefern z.B. Türme, die nötig sind, damit die Queen das eigene Königreich besucht. Genauso können sie bei der Endabrechnung wichtige zusätzliche Punkte beisteuern. Da Queendomino zudem so konzipiert ist, dass es mit Kingdomino kombiniert werden kann, so dass auch Partien mit 5 bis 8 Spielern möglich sind, ist dieses Spiel auch für alle Besitzer von Kingdomino eine absolut lohnende Anschaffung.

Titel: Queendomino
Autor: Bruno Cathala
Verlag: Pegasus Spiele

Dominion Basisspiel 2. Edition

Seit August 2017 ist in Deutschland die 2. Edition des Basisspiels von Dominion erhältlich. An den Spielregeln hat sich gegenüber der Ursprungsausgabe nichts verändert. Auch umfasst die 2. Edition nach wie vor 500 Karten, die, ebenfalls wie gehabt, in einer Box mit entsprechender Einlage sauber geordnet untergebracht sind.

Was sind also die Neuerungen? Zum einen hat Rio Grande Games die Grafiken einiger Karten überarbeitet und auch die Texte auf den Königreichkarten klarer formuliert, wo dies nötig war. Zum anderen und dies ist für den Dominion-Fan wahrscheinlich von größerer Bedeutung, wurden 7 Königreichkarten durch komplett neue Karten ersetzt. Desweiteren enthält ein beigefügtes Infoblatt Errata für weitere 3 Königreichkarten – im einzelnen Thronsaal, Mine und Geldverleiher – deren Anweisungen nun optional ausgeführt werden können und nicht mehr verpflichtend sind. Last but not least erhält der Käufer der 2. Edition einen Zugangscode für die Online-Version von Dominion, um diese 1 Jahr gratis spielen zu können.

Da für Spielerunden mit mehr als 4 Spielern sowieso ein zweites Grundspiel sinnvoll ist, ist die 2. Edition daher sicherlich nicht nur für den Hardcore-Fan, dem sich mit den 7 neuen Königreichkarten neue Varianten des Deck-Building eröffnen, eine lohnenswerte Anschaffung.

Titel: Dominion Basisspiel 2. Edition
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games

Terraforming Mars – Nächster Halt: Venus

Nachdem die Menschheit den Mars erfolgreich kolonisiert hat, hat sich die Erdregierung entschlossen, nun auch die Kolonisierung der Venus in Angriff zu nehmen. Dies ist die Rahmenhandlung für die zweite Erweiterung von Terraforming Mars, die der Schwerkraft Verlag erstmals auf der Spiel `17 angeboten hat. Nächster Halt: Venus kann sowohl mit dem Grundspiel als auch der Hellas & Elysium-Erweiterung kombiniert werden. Sie bringt als zusätzliches Spielmaterial das Venus-Spielbrett, 5 neue Konzernkarten, 49 zusätzliche Projektkarten sowie den Venus-Marker und Plättchen für den Meilenstein Wolkenkönig und die Auszeichnung Venusianer mit. An den Grundregeln ändert sich nichts, allerdings gibt es am Ende der Produktionsphase jetzt optional die so genannte Solarphase, in der die Erdregierung vertreten durch den Startspieler einen Terraforming Schritt auf dem Mars vollzieht. Durch diese kleinen Variationen des Grundspiels ist es dem Spielautor einmal mehr gelungen, komplett neue Elemente in das Spiel zu bringen.

Wie üblich ist auch Nächster Halt: Venus qualitativ gut gemacht, was allerdings auch wieder seinen Preis hat. Wer zur Kolonisierung der Venus aufbrechen will, muss erst einmal 27,– für diese neueste Erweiterung von Terraforming Mars investieren.

Titel: Terraforming Mars – Nächster Halt: Venus
Autor: Jacob Fryxelius
Verlag: Schwerkraft Verlag