Hurry Harry!

Es ist jetzt schon gut ein Jahr her, dass wir das letzte Spiel des Mannheimer Verlages Biwo Spiele hier im Blog vorgestellt hatten. Da dieser aber in Essen wieder eine Neuheit im Gepäck hatte, können wir uns heute das rasante Würfelspiel Hurry Harry! anschauen. Geistige Eltern des Titels, der in einer kompakten Rechteckbox geliefert wird, sind dabei die beiden Autoren Otmar Bettscheider und Karin Herrmann. Öffnen wir die Box, so sorgt im Innern ein Pappeinleger für Ordnung beim Spielmaterial, welches wiederum aus 30 Karten, sechs Würfeln, 25 Chips und dem Regelfaltblatt besteht, wobei der Deckel bzw. das Boxunterteil auch noch als Spielmaterial benötigt wird.

Dein Harry liefert sich mit den Harrys Deiner Konkurrenten mal wieder eine rasante Jagd nach Punktechips. Hier sind schnelle Entscheidungen gefragt. Doch aufpassen musst Du trotzdem, denn die Regeln, was gefragt ist, ändern sich immer wieder.

Zur Vorbereitung erhält jeder Spieler einen Satz Karten des Harrys seiner Wahl. Zudem werden die Punktechips in zwei Achter- und einen Neunerstapel aufgeteilt, der Deckel bzw. das Unterteil der Box kommt in die Tischmitte und die Würfel werden bereitgelegt. Ist ein Startspieler bestimmt, kann die erste Phase starten. In dieser Phase wird mit den drei Farb- und dem PlusMinus-Würfel gespielt. In jeder der acht Runden würfelt dabei der aktive Spieler alle Würfel. Anschließend müssen alle Spieler so schnell wie möglich die passende Harry-Karte von ihrer Hand in die Box werfen. Wessen Karte zuunterst liegt, erhält einen Chip. Wer die falsche Karte wirft oder allzu lange wartet, muss einen seiner Chips abgeben. Wer den Chip gewonnen hat, ist dann in der nächsten Runde der aktive Spieler. In Phase 1 gilt beim Abwerfen, zeigt der PlusMinus-Würfel ein Plus, muss die Karte in der Farbe des Würfels mit der höchsten Zahl abgeworfen werden, im Falle eines Minus entsprechend die in der Farbe des Würfels mit dem niedrigsten Wert. Zeigen zwei Würfel beide die höchste bzw. niedrigste Augenzahl, muss die graue Karte abgeworfen werden, bei drei Würfeln mit identischem Ergebnis dagegen die weiße. In Phase 2 kommt dann noch der Umkehr-Würfel hinzu. Zeigt er das Wirbel-Symbol wird aus dem Plus des PlusMinus-Würfel und Minus und umgekehrt. In Phase 3 schließlich, die über neun Runden geht, kommt noch der Farbtausch-Würfel hinzu. Er verlangt, nachdem die anderen beiden Sonderwürfel abgehandelt wurden, dass, sofern er die Farbe, die man nehmen müsste, anzeigt, die andere Farbe, die er auch noch anzeigt, genommen werden muss. Wer so nach den drei Phasen die meisten Punktechips hat, gewinnt.

Hurry Harry! ist mal wieder ein extrem rasantes und bisweilen auch etwas chaotisches Würfelspiel. Die Grundregeln per se sind dabei eigentlich sehr einfach. Doch die Betonung liegt auf eigentlich. Denn in der Hektik, die hier unweigerlich entsteht, einerseits das Würfelergebnis zu überblicken, dann richtig zu entscheiden, welche Karte abgeworfen werden muss, und dies dann schneller als alle anderen zu tun, das ist alles andere als einfach. Von daher sind hier die hämischen Lacher der Mitspieler schon vorprogrammiert, wenn man mal wieder die falsche Karte abgeworfen oder als Letzter gecheckt hat, was man überhaupt abwerfen muss. Wir hatten mit diesem Titel jedenfalls extrem viel Spaß und er bestätigt einmal mehr, dass gute Spiele keiner Materialschlachten und Kompendien an Regelwerken bedürfen.

Titel: Hurry Harry!
Autoren: Otmar Bettscheider, Karin Herrmann
Hersteller: Biwo Spiele