Am Stand des jungen Hamburger Verlages Spielefaible sind wir auf der SPIEL 25 in Essen über Cultivo gestolpert. Da wir das Spiel recht interessant fanden, hatten wir uns damals ein Exemplar besorgt, welches wir dann heute endlich auch mal auf Herz und Nieren prüfen konnten. Als Verpackung dient dem Titel eine rechteckige Box mit Covergestaltung aus der Feder von Alexander Jung, welche das Dorfleben im Ebrodelta im frühen 18. Jahrhundert einfängt, die Cultivo als Hintergrundgeschichte dient. Nehmen wir den Deckel ab, so finden wir das Spielmaterial in Clipbeuteln verstaut vor, auf einen Einleger hat man dagegen verzichtet. Im Einzelnen umfasst das Spielmaterial zehn Spielplanteile, fünf Tableaus, 43 Plättchen, 120 Waren, 40 Figuren, 24 Gebäude, vier Spielhilfen, den Startspielermarker, einen Wertungsblock und das Regelheft in deutscher und englischer Sprache.
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das sumpfige Ebro-Delta durch Kanäle urbar gemacht und zahlreiche kleine Dörfer entstanden dort, denn die fruchtbaren Böden versprachen reiche Erträge. Wie gut wirst Du Dich schlagen beim Aufbau Deiner Siedlung?
Zur Spielvorbereitung kommt das Markttableau in die Tischmitte und die zur Spielerzahl passende Anzahl an Spielplanteilen wird daneben oder darunter abgelegt. Auf das Markttableau kommen 25 zufällige Ausrüstungsplättchen. Je nach Spielerzahl wird noch eine gewisse Menge verdeckt daneben abgelegt. Ebenfalls in die Tischmitte kommen die Waren als allgemeiner Vorrat. Die Spieler wiederum erhalten jeder eine Spielhilfe und ein Spielertableau, auf das sie die Arbeiter und Gebäude in der Farbe ihrer Wahl ablegen. Ist ein Startspieler bestimmt, setzen die Spieler beginnend mit seinem rechten Nachbarn und entgegen des Uhrzeigersinns alle je einen ihrer Arbeiter auf ein freies Weizenfeld eines Spielplanteils und nehmen sich die fünf Waren dieses Teils als Startvorrat. Nun kann die Partie beginnen. In seinem Zug hat der aktive Spieler zwei Aktionen frei, die er nach Belieben kombinieren kann. Er kann einen neuen Arbeiter auf das Spielfeld stellen, wobei dies je nachdem, wo er ihn einsetzt und der wievielte Arbeiter es ist, Weizen und/oder andere Waren kosten kann. Er kann einen Arbeiter bewegen. Auch hierfür können Kosten entstehen, die er aus seinem Vorrat in den allgemeinen Vorrat oder an Mitspieler zahlen muss. Er kann Ausrüstungsgegenstände vom Markt erwerben, wobei hier das jeweilige Plättchen sowie dessen Position auf dem Markt vorgeben, was und wieviel gezahlt werden muss. Er kann seine Arbeiter Waren produzieren lassen. Hier muss angesagt werden, welche Ware. Und last but not least kann ein Spieler auch Gebäude bauen, wenn er die entsprechenden Waren und Ausrüstungsgegenstände besitzt und einer seiner Arbeiter auf dem nötigen Feld steht. Die Partie endet, sobald im Markt nur noch vier Ausrüstungen liegen oder ein Spieler sein fünftes Gebäude gebaut hat. Die aktuelle Runde wird dann noch zu Ende gespielt und anschließend noch eine Abschlussrunde. Danach erfolgt die Wertung. Wer hier die meisten Punkte hat, gewinnt.
Cultivo ist ein sympathisches, kleines Wirtschaftsspiel mit Areacontrol- und auch einer Art Workerplacement-Mechanismus, das sich durch einfache, leicht verständliche Regeln auszeichnet, wobei es auch mit etwas größeren Kindern problemlos spielbar ist. Allzu einfach sollte man den Titel aber nicht nehmen, denn man muss hier schon sehr strategisch überlegen, wann und wie man seine Arbeiter einsetzt, um dann die nötigen Ausrüstungsgegenstände auf dem Markt erwerben zu können, die wiederum für die punkteträchtigen Gebäude nötig sind. Hierbei am Anfang auf Weizen, das als eine Art universelle Währung für viele Aktionen fungiert, zu setzen, kann definitiv nicht schaden. Danach sollte man den Fokus auf einzelne Warengruppen legen, wobei hier verschiedene Ausrüstungsgegenstände Einsparmöglichkeiten bei Käufen liefern. Uns hat Cultivo jedenfalls sehr gut gefallen, so dass wir es in unsere kleine Spielesammlung aufgenommen haben.
Titel: Cultivo
Autoren: Rita & Stefan Dorra, Andreas Zimmermann
Verlag: Spielefaible











