Yokai Pagoda

Strohmann Games hatte ja zur SPIEL 25 diverse Neuheiten mit im Gepäck. Eine davon war das Kartenspiel Yokai Pagoda des Autors Jacobo Rufete, um das es in unserem heutigen Blogbeitrag gehen soll. Die Verpackung für das Spiel bildet eine kartenspieltypisch mehr als kompakte Rechteckbox mit Covergestaltung von Nakaro Studio, die auch das sonstige Artwork verantworten. Nehmen wir den Deckel ab, so finden wir in der Box 109 Karten und das Regelfaltblatt vor, wobei man auf einen Einleger oder ähnliches verzichtet hat.

In der untergehenden Sonne sah die Pagode einfach zu schön aus, um nicht in sie hineinzugehen. Ein Fehler, wie sich nun herausstellt, denn ihr habt zehn mächtige Yokai geweckt. Wird es euch gelingen, sie wieder zu besänftigen?

Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler eine Übersichtskarte und die vier Torii-Karten kommen nach Zahlen sortiert als verdeckter Stapel in die Tischmitte, wobei die oberste Karte mit der 1 aufgedeckt wird. Die übrigen Karten werden verdeckt gut durchgemischt und kommen als Zugstapel ebenfalls in die Tischmitte. Von diesem erhalten die Spieler jeweils sieben Karten auf die Hand, zwei weitere werden aufgedeckt und rechts und links neben den Zugstapel gelegt. Ist ein Startspieler bestimmt, kann es losgehen. In seinem Zug muss der aktive Spieler eine seiner Handkarten auf einen der beiden Abwurfstapel ausspielen. Stimmt diese in Farbe oder Zahl mit der offen ausliegenden Karte überein, auf die sie abgelegt wird, darf der aktive Spieler eine seiner Handkarten an einen seiner Mitspieler weiterreichen. Danach ist der nächste Spieler am Zug. Stimmt die ausgespielte Karte dagegen weder in Farbe noch Zahl mit der anderen Karte überein, muss überprüft werden, ob ihr Wert höher oder niedriger als der der anderen Karte ist. Ist ersteres der Fall, muss sich der aktive Spieler entscheiden, ob er die oberste Karte des Zugstapels oder die oberste Karte des anderen Abwurfstapels auf die Hand nimmt. Ist der Wert der ausgespielten Karte niedriger als der der anderen Karte, muss der Spieler den Wert seiner Handkarten addieren, wobei hier nur immer die Karten des niedrigsten Wertes jeder Farbe addiert werden. Ist der Wert größer als drei, ist der nächste Spieler am Zug. Ist der Wert drei oder niedriger, kann der aktive Spieler die Runde beenden, oder sich entscheiden, trotzdem weiterzuspielen. Endet die Runde auf die genannte Weise oder weil der aktive Spieler keine Handkarten mehr hat, legen alle Spieler alle ihre noch verbliebenen Handkarten verdeckt als Sammlung vor sich ab. Anschließend wird die nächste Runde vorbereitet und der Spieler links von dem, der das Rundenende ausgelöst hat, beginnt diese. Nach Ende der dritten Runde (bei zwei Spielern nach der vierten Runde) addieren die Spieler die Karten des niedrigsten Wertes jeder Farbe in ihrer Sammlung. Wer so die wenigsten Punkte hat, gewinnt.

Yokai Pagoda ist ein Kartenspiel mit einem recht interessanten Spielmodus, dessen Grundelemente freilich schon aus anderen ähnlichen Kartenspielen hinlänglich bekannt sind. Sie wurden hier nur einmal mehr auf eine erfrischende Weise neu kombiniert und interpretiert. Die Regeln des Spiels an sich sind dabei recht einfach und auch leicht verständlich, so dass es sich zum einen sehr flott spielt und zum anderen etwas für die ganze Familie ist. Zudem sind die Kartengrafiken echte Hingucker, die einen sogleich in die Welt der Mythen und Sagen des alten Japans entführen. Einen kleinen Abzug in der B-Note gibt es bei uns lediglich für die Kartenfarben, die sich je nach den Lichtverhältnissen am Spieletisch nur schwer unterscheiden lassen. Hier sollte man sich eher auf die Symbole der einzelnen Yokai konzentrieren. Alles in allem tut dies aber dem Spielspaß an sich keinen Abbruch.

Titel: Yokai Pagoda
Autor: Jacobo Rufete
Verlag: Strohmann Games