Aus einem erfolgreichen Förderprojekt der Spieleschmiede, an dem wir uns auch beteiligt hatten, ist der Titel Fernweh des Autors Wim Goossens hervorgegangen, der unlängst vom Kobold Spieleverlag ausgeliefert wurde. Die Verpackung für das Spiel bildet eine kompakte, quadratische Box mit Covergestaltung von Esther Sanz, die auch für das sonstige Artwork verantwortlich zeichnet. Öffnen wir die Box, so finden wir darin 132 Karten, sieben Umschläge mit weiteren Karten, einen Bleistift, einen Block sowie das Regelheft, womit dann auch schon das gesamte Spielmaterial aufgezählt wäre.
Die Rucksäcke sind gepackt, die Wasserflaschen gefüllt und alle startklar für die große Wanderung. Doch bevor eure Gruppe den Aussichtspunkt am Ende eurer Tour erreicht, müsst ihr zahlreiche Hindernisse überwinden und dies wird euch nur zusammen gelingen.
Zur Spielvorbereitung werden die Namen und das Datum auf einem Blatt des Etappenblockes eingetragen, wobei die ersten Partien mit der A-Seite gespielt werden. Anschließend wird für jedes Gefahr- und Große Gefahr-Symbol ein entsprechender Umschlag gezogen und dessen Nummer auf das zugehörige Feld des Blattes eingetragen. Nun wird eine zufällige Hinderniskarte gezogen und diese offen in die Tischmitte gelegt. Die übrigen werden zu den Zahlen- und Spezialkarten gemischt, welche zusammen den verdeckten Zugstapel bilden, von dem jeder Spieler fünf Karten auf die Hand bekommt. Sollte eine Hinderniskarte dabei sein, legt der Spieler diese auf die vorhandene Hinderniskarte in die Tischmitte und handelt ihren Effekt ab. Die Schildkarten und die Richtungskarte kommen ebenfalls in die Tischmitte. Ist ein Startspieler bestimmt, kann es nun losgehen. In seinem Zug muss der aktive Spieler entweder eine seiner Handkarten ausspielen oder eine Karte vom Nachziehstapel ziehen. Spielt er eine Karte aus, muss diese auf die oberste Hinderniskarte bzw. die oberste Karte, die auf dieser liegt, gespielt werden. Hierbei gilt zu beachten, dass immer die Farbe oder Zahl oder das Symbol bedient werden muss. Spielt ein Spieler seine letzte Handkarte aus, ist das Hindernis überwunden und wird neben den Etappenblock gelegt. Der betreffende Spieler zieht dann wieder auf fünf Karten auf. Die aktuelle Runde endet entweder, wenn ein Spieler Karten nachziehen müsste, dies aber nicht kann, oder wenn alle Hindernisse überwunden wurden. Ist letzteres der Fall, werden nur die Hindernisse gezählt und auf dem Blatt eine entsprechende Anzahl Schritte abgekreuzt, wobei nur bis zu einem dick umrandeten Kreis abgekreuzt wird. Müssten mehr Felder abgekreuzt werden, werden diese stattdessen auf der Tageslichtleiste abgekreuzt. Sind hier zwei oder mehr Felder abgekreuzt, wird eine der Schildkarten aktiviert, die für die nächste Runde zum Kartendeck gemischt wird. Endete die Runde, weil die Karten ausgegangen waren, wird nun noch ein Sektor auf der Tageslichtleiste ausgemalt. Sind hier alle vier Sektoren ausgemalt, hat die Gruppe verloren und muss erneut starten. Ansonsten wird die nächste Runde wie gehabt vorbereitet, wobei bei Erreichen einer Etappe mit Gefahrensymbol deren Umschlag als Hindernis in die Tischmitte kommt. Ist diese Etappe gemeistert, werden ihre Karten zum Deck hinzugemischt. Erreicht die Gruppe die finale Etappe, kommen wiederum die Umschläge als Hindernisse in die Tischmitte, ansonsten wird wie gehabt gespielt, wobei die Gruppe nur einen Versuch hat, um den Aussichtspunkt zu erreichen. Gelingt dies, gewinnt die Gruppe, wobei angekreuzte Felder auf der Tageslichtleiste weitere Versuche freischalten. Anschließend kann sich die Gruppe nun an der B-Seite des Blattes versuchen.
Fernweh ist ein kooperatives Spiel für die ganze Familie. Das Regelheft erscheint dabei für ein Familienspiel anfangs etwas umfangreich, doch merkt man sehr schnell, dass die Grundregeln eigentlich recht einfach und auch leicht verständlich sind. Von daher spielt sich Fernweh dann auch recht flott herunter, wobei man von der Möglichkeit, seinen Mitspielern kundzutun, welche Karten man auf der Hand hat, wenn man nur noch drei oder weniger Handkarten hat, auf jeden Fall Gebrauch machen sollte. Denn die Hindernisse zu überwinden, gelingt nur im Teamwork, wobei es immer das Ziel sein sollte, mehr Hindernisse zu überwinden als nötig, um sich so für die Endetappe weitere Versuche freizuschalten und im Idealfall auch noch eine Schildkarte für das Deck zu bekommen. Wir hatten mit diesem neuen Titel des Kobold Spieleverlages, der für bis zu fünf Personen geeignet ist, jedenfalls definitiv unseren Spaß.
Titel: Fernweh
Autor: Wim Goossens
Verlag: Kobold Spieleverlag











