Thema unseres heutigen Mittwochsspecials soll das Spiel Papyria von Iron Games sein, welches wir auf der SPIEL 25 in Essen mitgenommen hatten. Geistiger Vater hinter dem Titel ist der Autor Bernd Eisenstein, während das Artwork in den Händen von Daniel Cunha und Klemens Franz lag. Diese haben dann auch die Szenerie einer Stadt im Zweistromland auf das Cover der quadratischen Standardbox gezaubert, welche dem Titel als Verpackung dient. In ihrem Innern wiederum sorgen eine Tiefzieheinleger und Clipbeutel für Ordnung beim Spielmaterial, welches aus dem dreiteiligen Spielplan, 239 Plättchen, fünf Übersichten, vier Basen, zwei zweiteiligen Aufstellern, 223 Holzfiguren und den Regelheften in deutscher und englischer Sprache besteht.
1500 Jahre vor unserer Zeit ist das Zweistromland ein Schmelztiegel der Kulturen, in der wichtige Errungenschaften wie die Schrift entstehen. Leite die Geschicke Deines Volkes weise, um Deine Zivilisation zum Sieg zu führen.
Zur Spielvorbereitung kommt der Spielplan in die Tischmitte und wird gemäß Anleitung mit dem zur Spielerzahl passenden Spielmaterial bestückt, bzw. dieses daneben positioniert. Jeder Spieler wiederum erhält eine Basis und die Spielfiguren in der Farbe seiner Wahl, sowie eine Siedlung und verdeckt vier Startlandschaftsplättchen. Während auf die Siedlung ein Bergwerk und die Priesterfigur gestellt werden, wählen die Spieler aus den Startlandschaftsplättchen eines aus, legen es an die Siedlung an, verschieben ihren Priester auf das neue Plättchen und reichen die anderen an den linken Nachbarn weiter. Dies erfolgt so lange, bis die zur Spielerzahl passende Zahl an Landschaftsplättchen vor den Spielern liegen. Beginnend mit dem Startspieler setzen die Spieler nun reihum einen ihrer Wanderer oder eines ihrer Schiffe auf den Spielplan und führen die beiden Hauptaktionen des gewählten Feldes durch. Haben so alle Spieler alle ihre Figuren gesetzt und liegen auch noch die Wissens- und Wappenmarker auf den entsprechenden Startfeldern, kann es losgehen. In seinem Zug bewegt der aktive Spieler einen seiner Wanderer oder eines seiner Schiffe bis zu zwei Felder weit, sofern er die Figuren durch Erfindungen nicht weiter bewegen kann. Am Zielfeld führt der Wanderer die beiden Aktionen des zugehörigen Außenweges durch, das Schiff nur eine der Aktionen des Außenweges, nimmt sich aber stattdessen den offen ausliegenden Multiplikator des Flusses. Mögliche Aktionen des Außenweges sind das Nehmen eines Landschaftsplättchens, das an die eigenen Plättchen regelkonform angelegt werden muss, der Bau eines Tempels, einer Stadt oder eines Bergwerkes, die Produktion von Lapis oder Papyrus oder das Durchführen einer Wertung. Sollte sich das Spielmaterial auf einem der Felder erschöpfen, wird dort das oberste Plättchen vom Stapel mit den Spielendeplättchen abgelegt. Neben den Hauptaktionen sind noch Zusatzaktionen möglich. So kann der Spieler bei Überschreiten der Grenze A gegen Bezahlung von Papyrus Wissen, bei Grenze B hingegen eines der dortigen Wertungsplättchen erwerben und eine Wertung auslösen. Erfüllt ein Spieler am Ende seines Zuges die Bedingungen eines Schlüsselplättchens, darf er sich dieses nehmen und es wie die Multiplikatorplättchen an seine Basis anlegen. Die Partie endet, sobald keine Spielendeplättchen mehr nachgelegt werden können, wobei der Spieler rechts vom Startspieler den letzten Zug macht. Danach erfolgt noch eine Schlusswertung. Wer so am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.
Papyria ist ein wirklich spannendes Expertenspiel, das einen von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln vermag. Die grundlegenden Spielmechanismen sind dabei gut durchdacht und die Grundregeln eigentlich erfreulich einfach. Allerdings ist das Regelwerk auch so ein wenig die Achillesferse dieses Titels, denn man muss dieses schon mehrfach komplett durchlesen, um zu verstehen, wie man Papyria denn nun genau spielen soll. Leider springt die Anleitung nämlich zu oft hin und her und erwähnt manche Details dann erst einige Seiten später, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Hat man diese Klippe aber einmal umschifft, steht dem Spielspaß eigentlich nichts mehr im Wege, wozu auch das wirklich toll gestaltete Spielmaterial beiträgt. Auch wenn – zweiter, kleiner Kritikpunkt unsererseits – der eigentliche Spielplan gerne aus etwas stabilerem Material hätte gemacht sein dürfen, um dann auch wirklich plan auf dem Tisch zu liegen.
Titel: Papyria
Autor: Bernd Eisenstein
Verlag: Iron Games
















