2025 erschien bei Rio Grande Games ein neues Spiel des Dominion-Erfinders Donald X. Vaccarino. Zur Spielwarenmesse Anfang 2026 hatte nun Alea die deutsche Version von Moon Colony Bloodbath angekündigt. Da wir die Beschreibung mehr als spannend fanden, haben wir uns ein Exemplar besorgt, welches Thema unseres heutigen Blogbeitrages sein soll. Die Verpackung des Spiels bildet dabei eine quadratische Standardbox mit freundlich dreinblickenden Mondkolonisten aus der Feder von Franz Vohwinkel auf dem Cover. Nehmen wir den Deckel ab, so sorgt im Innern der Box ein Tiefzieheinleger für Ordnung beim Spielmaterial, welches wiederum aus fünf Tafeln, 200 Karten, 247 Markern und dem Regelheft besteht.
Die Menschheit hat es endlich geschafft und hat den Mond besiedelt. Doch was so hoffnungsvoll begann, entwickelt sich bald zu einem Alptraum für die Kolonisten, die ums nackte Überleben kämpfen müssen…
Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler eine Kolonietafel in der Farbe seiner Wahl, sowie das zugehörige Kartenset, seine Startressourcen und vier Aktionsmarker. Die Gebäudekarten werden verdeckt gut durchgemischt und als verdeckter Zugstapel in die Tischmitte gelegt, von dem jeder Spieler vier Karten auf die Hand zieht. Dann werden die Twistkarten gemischt und zwei gezogen. Haben alle Spieler sie gesehen, werden sie zu den Startkarten gemischt, welche den verdeckten Ablaufstapel bilden. Die übrigen Twistkarten werden verdeckt neben die Gebäudekarten gelegt und mit dem Twistmarker versehen. Daneben kommen verdeckt die gemischten Roboterkarten, auf die der Robotermarker kommt. Liegen auch noch die Stapel mit den Entwicklungskarten und den nach Nummern sortierten Ereigniskarten offen aus und die Ressourcenmarker bereit, kann es losgehen. In jeder Runde wird der Ablaufstapel einmal komplett abgehandelt. D.h. die Karten werden nacheinander aufgedeckt und geben vor, was passiert. Ist es eine Karte Arbeit, können die Spieler entscheiden, welche der fünf möglichen Aktionen sie durchführen wollen. Dies kann das Erforschen neuer Gebäude, das Schürfen von Credits, das Ernten von Nahrung, das Aufstocken, d.h. das Ablegen von Kistenmarkern auf Gebäudekarten, oder der Bau von Gebäuden von ihrer Hand sein, wodurch neue Karten wie Entwicklungs-, Roboter- oder Ereigniskarten ins Spiel kommen. Diese werden dann stets oben verdeckt auf den Ablaufstapel gelegt. Problem-, Twist-, Ereignis- und Roboterkarten wiederum erfordern im Regelfall die Abgabe von Ressourcen oder Bevölkerung. Reichen hier die Bevölkerungsmarker auf der Spielertafel nicht aus, muss der Spieler so lange Gebäude abreißen, bis er wieder genügend Marker hat. Kann ein Spieler nicht genügend Bevölkerungsmarker abwerfen, ist seine Kolonie gescheitert und das Spiel endet. Dieses endet auch, wenn die 13. Ereigniskarte ins Spiel kommt. Wer nun die meisten Bevölkerungsmarker hat, gewinnt.
Wenn der Altmeister Donald X. Vaccarino ein neues Spiel vorstellt, kann man beim Kauf eigentlich nichts falsch machen und das ist auch im Falle von Moon Colony Bloodbath so. Wir haben hier ein mehr als witziges und sehr gut gemachtes Spiel mit einem – bei diesem Autor wenig überraschend – Deckbuildermechanismus vor uns. Die Grundregeln per se sind einfach und leicht verständlich, denn letztlich geben die Karten vor, was passiert. Und hier gilt, je mehr Karten das Deck hat, desto größer wird das Gemetzel. Sind die anfänglichen Verluste an Bevölkerung irgendwie noch zu verschmerzen, schmilzt diese, je länger man spielt, umso schneller dahin und es bricht Hektik aus. Soll ich während der Arbeitsphase jetzt besser schürfen gehen, um Geld zu haben, um in der nächsten Arbeitsphase ein neues Gebäude zu errichten, oder doch besser Nahrung ernten? Und wenn dann die nächste Karte des Ablaufstapels aufgedeckt wird, stellt sich schnell heraus, dass alle Überlegungen Makulatur waren, denn man verliert erneut Bevölkerung. Wer mit dem tiefschwarzen Humor hinter dieser Spielidee klarkommt, der wird wie wir begeistert sein von Moon Colony Bloodbath, das wir in unsere kleine Spielesammlung aufnehmen werden. Und dass wir mit unserer positiven Meinung zu diesem Titel nicht alleine dastehen, mag man auch daran sehen, dass Moon Colony Bloodbath mittlerweile einer der Nominierten für das Kennerspiel des Jahres 2026 ist.
Titel: Moon Colony Bloodbath
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games / Alea














