Thema unseres heutigen Mittwochsspecials ist das Spiel Trismegistus des Autors Daniele Tascini, dessen deutsche Version dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Aktion der Spieleschmiede nun bei Giant Roc erschienen ist. Geliefert wird der Titel in einer kompakten quadratischen Box, deren Covergestaltung wenig Zweifel daran aufkommen lässt, dass uns das Spiel in die Welt der Alchemisten entführen wird. Öffnen wir die Box, so finden wir in ihr acht Spielbögen, 24 Karten, einen Wertungsbogen, drei Würfel, vier Stifte, ein Plättchen, drei Leisten und das Regelheft.
In der Fakultät der Alchemisten versammeln sich die Studenten der okkulten Künste, um sich in ihre Studien zu vertiefen. Welcher von ihnen wird wohl am Ende als Meister der Alchemie aus ihnen hervorgehen und seine Lehrer beeindrucken?
Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler einen Labor- und einen Wissensbogen, den er vor sich ablegt, sowie einen Stift. In die Tischmitte wiederum kommen die drei Machtleisten. Die zugehörigen Karten werden nach Farben getrennt gemischt und mit der Artefaktseite nach oben an die jeweiligen Leisten gelegt. Dann wird von jedem Stapel die oberste Karte umgedreht und unterhalb der Stapel mit der Experimentseite nach oben neben die zugehörige Leiste gelegt. Ist ein Startspieler bestimmt, der das Katzenplättchen erhält, nimmt sein linker Nachbar alle Würfel und würfelt diese so lange, bis alle ein Metall anzeigen. Anschließend wählen alle Spieler aus dem Würfelergebnis zwei Metalle aus und kreuzen diese in den entsprechenden Feldern ihrer Laborbögen an. Anschließend werden die Würfel erneut gewürfelt und auf die zugehörigen Leisten gelegt. Haben alle auf ihren Laborbögen die Runde 1 und den am weitesten links liegenden Element-Rabatt angekreuzt, kann es losgehen. In jeder Runde wählt der aktive Spieler beginnend mit dem Startspieler und dann reihum einen der Würfel aus und schiebt ihn ein Feld auf der entsprechenden Leiste nach unten. Nun kann er entscheiden, ob er zwei Metalle des gewählten Würfels haben will, die er auf seinem Laborbogen ankreuzt, oder ob er eine Transmutation durchführen will. Letzteres bedeutet, dass er ein Metall in ein höherwertiges umwandelt, was aber nur möglich ist, wenn er vom betreffenden Metall mehr hat als von dem Metall, in das er es umwandeln will. Hierzu streicht er das entsprechende Feld auf der Transmutationslinie des gewählten Würfels ab, und streicht dann ein zugehöriges Feld auf seinem Wissensbogen ab. Dort streicht er auch noch ein Feld ab, das die Artefaktkarte neben dem gewählten Würfel vorgibt. Nun muss sich der Spieler entscheiden, ob er die Artefaktkarte oder die Experimentkarte nutzen will. Erstere gibt einen Effekt vor. Bei der zweiten muss der Spieler ein gewisses Set an Metallen auf dem Laborbogen und Wissen auf dem Wissensbogen in der geforderten Kategorie und Stufe haben. Erfüllt er die Voraussetzungen, notiert er sich die Siegpunkte auf seinem Laborbogen und malt im Stein-der-Weisen-Raster Felder gemäß der Vorgabe der Experimentkarte aus. Des Weiteren kreuzt er einen Wissenkreis der genutzten Wissenskategorie auf dem Wissensbogen an. Zuletzt dreht er die Artefaktkarte des genutzten Würfels um und legt sie mit der Experimentseite nach oben auf den Experimentkartenstapel des Würfels. Haben so alle Spieler zwei Würfel gewählt, ist die Runde zu Ende. Der Katzenmarker wird nach links weitergereicht und alle Würfel neu gewürfelt. Nach Ende der fünften Runde erfolgt eine Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
Um es gleich vorwegzunehmen, Trismegistus ist alles andere als ein simples Spiel. Dieser Titel ist wirklich komplex und man muss sich hier in die Spielmechanismen einarbeiten, denn das Regelwerk ist etwas sehr verschachtelt und umständlich geschrieben. Hat man diese dann aber einmal verstanden, spielt sich das Spiel eigentlich recht geschmeidig, denn so schwer, wie man beim Regelstudium denkt, sind die Regeln eigentlich nicht. Allerdings kann die Downtime bisweilen doch recht lang werden, wenn sich Mitspieler partout mal wieder nicht entscheiden können, welchen Würfel sie denn nun nehmen sollen. Denn diese Entscheidung ist wirklich essenziell, entscheidet sie doch darüber, welche Optionen man für seinen Spielzug hat. Wer ein anspruchsvolles Spiel sucht, das wirklich bis zum Schluss spannend bleibt, dem sei ein genauerer Blick auf Trismegistus an dieser Stelle daher wärmstens empfohlen.
Titel: Trismegistus
Autor: Daniele Tascini
Verlag: Board & Dice / Giant Roc











