In die Welt der Kois entführt uns das Spiel, das wir uns im heutigen Mittwochsspecial einmal etwas genauer anschauen wollen. Es handelt sich dabei um das Spiel mit dem wenig überraschenden Titel Koi, welches das Autorentrio Rosaria Battiato, Massimo Borzi und Martino Chiacchiera entwickelt hat und das im Original 2025 bei DV Games erschienen ist. Kosmos hat nun zur Spielwarenmesse Anfang 2026 die deutsche Version angekündigt, welche mittlerweile in den Handel gelangt ist. Als Verpackung dient dem Spiel dabei eine kompakte, quadratische Box mit Covergestaltung von Emiliano Castellano, der auch das sonstige Artwork verantwortet. In der Box selbst hat man auf Einleger verzichtet, so dass lediglich Clipbeutel als Ordnungselement beim Spielmaterial fungieren. Dieses wiederum besteht aus der Kartenablage, 52 Karten, vier Tafeln, 30 Münzen, 192 Plättchen, 26 Dekorationen, 21 Kois, dem Wertungsblock und dem Regelheft.
Mehrfarbige Karpfen bedeutet das japanische Wort Koi. Und wer diese Fische kennt, weiß, dass sie mehr als farbenprächtig sein können. Es verwundert daher kaum, dass sie gerade in Asien als lebende Juwelen gelten, die von ihren Besitzern gehegt und gepflegt werden.
Zur Spielvorbereitung kommt die Kartenablage in die Tischmitte. Die Spielkarten werden gut durchgemischt und als verdeckter Zugstapel links daneben abgelegt, wobei die obersten fünf Karten des Stapels offen auf die Felder der Ablage gelegt werden. Oberhalb der Ablage wird ein allgemeiner Vorrat aus den Münzen, den Glücks-, Wasser-, Laub-, Ufer-, Lagerausbau- und Seerosenplättchen, den Laternen und den Kois angelegt. Spielt die Gruppe mit Aufgaben, werden auch noch die zugehörigen Aufgabenkarten gemischt, drei beliebige gezogen und offen ausgelegt. Das zu den Aufgabenkarten gehörende Spielmaterial kommt ebenfalls noch zum allgemeinen Vorrat. Nun wählen alle Spieler ein Tableau und erhalten zwei Münzen, ein Glücksplättchen, eine Quelle und zwei Wasserplättchen. Ist ein Startspieler bestimmt, bekommt dieser die Aufgabenkarte mit der Seerose. Sein linker Nachbar erhält zusätzlich einen kleinen Koi, der nächste Spieler im Uhrzeigersinn einen mittleren und der vierte Spieler einen großen Koi. Wasserplättchen und Kois müssen die Spieler in den Lagerbereich ihres Tableaus legen. Nun kann die Partie beginnen. In seinem Zug muss der aktive Spieler entscheiden, ob er meditieren oder arbeiten will. Beim Meditieren wählt der Spieler eine der Karten von der Ablage, nimmt sie zu sich und füllt die Auslage sofort wieder auf. Ist unter der Karte ein Bonus angegeben, erhält er diesen sofort. Handelt es sich bei der gewählten Karte um einen Gehilfen, legt der Spieler die Karte offen vor sich ab. Alle anderen Karten werden hingegen verdeckt abgelegt. Diese bringen entweder Sofortboni oder wirken sich am Ende auf die Wertung aus. Arbeitet ein Spieler hingegen, dürfen sein Sensei und ggf. noch vorhandene Gehilfen jeweils eine Aktion ausführen. Dies bedeutet im Regelfall das Legen von Plättchen oder Kois aus dem eigenen Vorrat oder das Setzen von Seerosen oder Laternen. Wird mit Aufgabenkarten gespielt, überprüft der Spieler am Ende seines Zuges noch, ob er die Bedingungen einer der Aufgaben erfüllt. Ist dies der Fall, nimmt er sich das entsprechende Spielmaterial und integriert es in seinen eigenen Koi-Teich. Die Partie endet, wenn die letzte Karte in die Auslage gelegt wird. Die aktuelle Runde wird nun noch zu Ende gespielt und anschließend noch eine Runde. Danach erfolgt eine Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
Öffnet man die Box von Koi das erste Mal, ist man zunächst ein wenig erschlagen vom ganzen Spielmaterial. Doch zeigt sich dann beim Aufbau recht schnell, dass man nur einen Teil des Spielmaterials effektiv wirklich braucht, so dass es dann auf dem Spieltisch doch recht übersichtlich bleibt. Die Regeln von Koi sind leicht verständlich geschrieben und bieten keinerlei Fallstricke, doch merkt man schon beim Lesen, dass man es hier mit einem durchaus anspruchsvolleren Spiel zu tun hat. Und dies bewahrheitet sich dann auch beim Spielen an sich recht schnell. Man muss hier nämlich von Anfang an mit sehr viel Taktik zu Werke gehen, will man am Ende ein Maximum an Punkten erzielen. Und wie so oft bei Spielen dieser Art reichen die verfügbaren Spielzüge natürlich nie aus, um alles, was man im Kopf hat, am Ende auch in die Realität umzusetzen. Uns hat Koi jedenfalls nachhaltig begeistert, wozu nicht zuletzt auch das wirklich toll gestaltete Spielmaterial beigetragen hat. Von daher sind wir schon gespannt, ob wir in Zukunft vielleicht noch Erweiterungen mit neuen Aufgabenkarten und zugehörigem Spielmaterial oder auch mit Material für weitere Spieler sehen werden.
Titel: Koi
Autoren: Rosaria Battiato, Massimo Borzi, Martino Chiacchiera
Verlag: Kosmos
















