Seit diesem Jahr hat Hutter auch den Vertrieb der Titel von Spiel das! übernommen. Und da der Verlag einige interessante Spiele im Programm hat, haben wir uns natürlich gleich eines, und zwar Raising Robots, zum Testen besorgt. Im Original 2023 bei Nauvoo Games erschienen, sind die geistigen Väter hinter diesem Titel auch die Besitzer des Verlages Nauvoo Games nämlich Brett Sobol und Seth van Orden. Die deutsche Version von Raising Robots kommt in einer gewichtigen Rechteckbox daher, deren Cover die namensgebenden Roboter zieren. Öffnen wir die Box, so finden wir darin sechs Spielpläne, sechs Figuren, ein Tableau, 244 Karten, 184 Marker, 24 Pfeile, 12 Würfel, einen Rundenanzeiger, 22 Komponenten für das Erfindermodul, einen Wertungsblock, zwei Übersichten und das Regelheft.
In der Welt der Robotik wetteifern viele kluge Köpfe gegeneinander, um die besten Roboter zu entwickeln. Wie gut wirst Du Dich am Ende dabei schlagen?
Zur Spielvorbereitung kommt das Tableau in die Tischmitte und wird mit dem Rundenanzeiger bestückt. Neben das Tableau kommen die Energiewürfel und als verdeckte Stapel die Roboter- und Zeugniskarten, sowie, sofern mit den Erfindern gespielt wird, auch deren Karten und Spielkomponenten. Jeder Spieler wiederum erhält einen Spielplan und eine Figur in der Farbe seiner Wahl. Ihren Spielplan bestücken die Spieler mit Upgrademarkern, zudem erhalten sie drei Pfeile und je einen Marker jeder Ressource, sowie je ein Set Phasen- und Energiekarten. Letztere werden gut durchgemischt und als verdeckter Zugstapel bereitgelegt. Zuletzt werden an jeden Spieler acht Roboter- und zwei Zeugniskarten, sowie ggf. auch noch zwei Erfinderkarten ausgeteilt. Von den Roboterkarten werfen die Spieler drei wieder ab, von den verbliebenen wählen sie zwei, die sie auf ihren Spielplan legen. Von den Zeugnis- und Erfinderkarten wählen die Spieler je eine, die anderen werden abgeworfen. Die Erfinderkarte kommt dann auf den Erfinderbereich des Spielplanes. Zuletzt wählen allen Spieler noch ein Upgrade aus, das sie durchführen wollen, entfernen den entsprechenden Marker und legen diesen entweder zu ihren Ressourcenmarkern oder auf einer der Roboter- oder der Zeugniskarte ab. Nun kann es losgehen. Raising Robots wird über acht Runden gespielt. Zu Beginn jeder Runde decken die Spieler die beiden obersten Karten ihres Energiekartenstapels auf. Sofern angegeben, platzieren sie dann einen oder zwei Energiewürfel auf ihnen. Anschließend entscheiden die Spieler, welche ihrer Phasenkarten sie den beiden Energiekarten zuordnen wollen. Dies tun sie geheim und legen die Karten unterhalb der Energiekarten verdeckt ab. Haben sich alle entschieden, werden die Karten aufgedeckt und die Energiewürfel auf die zu den gewählten Phasen passenden Felder des Tableaus gelegt. In der Folge werden nun die fünf Phasen abgehandelt. Hierbei kann jeder Spieler eine Phase durchführen, die er entweder selbst gewählt hat, oder für die Energiewürfel auf dem Tableau liegen. Er kann sich hierbei entscheiden, eigene Energie aus seinem Lager hinzuzufügen, um die Effektivität zu erhöhen. Sollten die Energie ausreichen und in der Reihe der entsprechenden Phase Roboterkarten liegen, kann der Spieler diese nun auch aktivieren. Sind alle Phasen abgehandelt, können die Spieler noch ihre Rundenendefähigkeiten nutzen. Dann startet die nächste Runde. Nach der vierten Runde mischen die Spieler ihre Energiekarten erneut gut durch und erhalten drei neue Zeugniskarten, aus denen sie nochmal eine auswählen. Nach Ende der achten Runde erfolgt die Endwertung. Wer hier die meisten Punkte hat, gewinnt.
Wir hatten ja schon, als wir die Beschreibung von Raising Robots gelesen hatten, das Gefühl, dass das hier ein interessantes Spiel sein könnte, und wir haben uns nicht getäuscht. Bei diesem Enginebuilder muss man jede Runde sehr genau überlegen, welche Phasen man mit den eigenen Energiekarten aktivieren will, und dann darauf hoffen, dass die Mitspieler auf andere Phasen setzen und so im besten Fall Energiewürfel auf die entsprechenden Felder des Tableaus kommen, so dass man diese auch noch nutzen kann. Das A und O bei diesem Spiel sind natürlich die Roboter. Denn je mehr man von ihnen hat, desto mehr Bauteile, Energie und bestenfalls auch gleich noch Siegpunkte kann man durch geschickten Einsatz der eigenen Energiekarten jede Runde scheffeln. Was uns besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass es bei Raising Robots wirklich bis zum Ende spannend bleibt, wer denn nun gewinnt. Etwas Schatten gibt es aber auch bei diesem ansonsten mehr als gelungenen Spiel. Zum einen kann die Downtime wirklich sehr lang werden, wenn einzelne Spieler gefühlt ewig überlegen, welche Phasen sie denn nun aktivieren wollen bzw. sich dann nicht so recht entscheiden können, was sie nun machen sollen. Zum anderen muss man die Anleitung wirklich zwei- bis dreimal lesen, um zu verstehen, wie das Spiel funktioniert. Die Regeln per se sind dabei nicht das Problem, eher dass der Text etwas umständlich geschrieben und strukturiert ist.
Titel: Raising Robots
Autoren: Brett Sobol, Seth van Orden
Verlag: Nauvoo Games / Spiel das! / Hutter

















