Die hängenden Gärten

Die hängenden Gärten des Autorenduos Grégory Grard und Matthieu Verdier sind im französischen Original bereits 2024 bei Gigamic erschienen. Zur Spielwarenmesse 2026 hat nun Piatnik die deutsche Version des Titels vorgestellt, welche Thema unseres heutigen Blogbeitrages sein soll. Die Verpackung des Spiels bildet eine mittlere, quadratische Standardbox mit Covergestaltung von Miguel Coimbra, der auch für das sonstige Artwork verantwortlich zeichnet. Nehmen wir den Deckel ab, so sorgt im Innern der Box ein massiver Pappeinleger für Ordnung beim Spielmaterial. Dieses wiederum besteht aus dem doppelseitigen Spielplan, zwei doppelseitigen Tableaus, 80 Karten, 35 Plättchen, 15 Figuren, 21 Markern, 20 Münzen, 30 Werkzeugen, dem Wertungsblock, dem Regelheft, Material für das Solospiel und dem Glossar.

Nebukadnezar II, der König von Babylon, hat die besten Gartenbauer beauftragt, für seine Gattin Amytis einen prachtvollen Garten zu erschaffen. Welches Team wird am Ende wohl den besten Entwurf abliefern?

Zur Spielvorbereitung kommt der Spielplan mit der zur Spielerzahl passenden Seite nach oben in die Tischmitte. Das für die Spielerzahl passende Tableau wird unten an ihn angelegt. Dann werden die Verschönerungen nach Sorten getrennt gemischt und auf die jeweiligen Felder des Spielplanes gelegt. Genauso werden vier zufällige königliche Ziele gezogen und auf die zugehörigen Felder des Spielplans gelegt. Anschließend werden die Karten gut durchgemischt und 12 Stück auf die drei Spalten mit Feldern auf dem Spielplan offen ausgelegt. Die übrigen bilden den verdeckten Nachziehstapel. Jeder Spieler wiederum erhält einen Bewässerungsplan, die drei Figuren und vier Marker in der Farbe seiner Wahl, sowie zwei Münzen aus dem allgemeinen Vorrat. Ist ein Startspieler bestimmt, der den Startspielermarker bekommt, werden noch an alle Spieler vier Werkzeuge aus dem Vorrat verteilt. Lediglich der Spieler rechts vom Startspieler bekommt fünf Werkzeuge. Nun kann es losgehen. In seinem Zug setzt der aktive Spieler eine seiner Figuren auf ein freies Feld auf dem Tableau. Anschließend nimmt er sich eine Karte aus der zugehörigen Spalte und legt diese vor sich ab. Nimmt er eine Karte aus der untersten Reihe ist diese kostenlos, für Karten aus den Reihen darüber müssen entsprechend Werkzeuge gezahlt werden. Die Spalte wird dann sofort wieder aufgefüllt. Beim Ablegen der Karte vor sich muss der Spieler beachten, dass er außer der ersten Karte alle weiteren Karten immer an vorhandene Karten anlegen muss und Karten in die nächsthöhere Ebene nur legen kann, wenn in der Ebene darunter mindestens zwei Karten vorhanden sind. Sind auf der Karte Boni abgebildet, erhält der Spieler diese sofort. Anschließend kann der Spieler entscheiden, ob er eine Verschönerung kaufen und auf einer leeren Karte ablegen will. Zuletzt überprüft er noch, ob er eines der königlichen Ziele erfüllt. Ist dies der Fall, legt er einen seiner Marker unterhalb des Ziels auf das entsprechende Feld ab. Haben so reihum alle Spieler alle ihre Figuren gesetzt, werden diese wieder abgeräumt und die nächste Runde beginnt. Nach Ende der dritten Runde erfolgt eine Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Die hängenden Gärten nutzt einen einfachen Worker Placement-Mechanismus als grundlegendes Spielprinzip. Und auch ansonsten sind die Grundregeln wirklich einfach gehalten, so dass der Titel etwas für die ganze Familie ist. Unterschätzen sollte man das Spiel aber definitiv nicht, denn wie so oft bei scheinbar simplen Spielen steckt auch hier diesmal der Teufel im Detail. Man muss nämlich gefühlt auf tausend Dinge gleichzeitig achten. Da ist zum einen der Bewässerungsplan, der genau vorgibt, auf welchen Karten Wasser fließen muss, damit man am Ende Punkte dafür scheffeln kann. Dann sind da noch Blumen, Tiere, Bäume und Personen, die es richtig zu positionieren gilt, wobei die passenden Karten dann im Regelfall entweder nicht mehr zu haben sind, wenn man dran ist, oder eben nur für viele Werkzeuge. Und Geld für Verschönerungen zu sammeln, ist auch alles andere als einfach. Wer ein anspruchsvolles aber doch kurzweiliges Familienspiel sucht, der macht hier beim Kauf jedenfalls nichts falsch.

Titel: Die hängenden Gärten
Autoren: Grégory Grard, Matthieu Verdier
Verlag: Gigamic, Piatnik