The Royal Society of Archeology

Um einen Nachzügler aus dem Jahr 2025, der erst Anfang 2026 zu uns gelangte, soll es in unserem heutigen Mittwochsspecial gehen, und zwar um das Action Selection-Spiel The Royal Society of Archeology. Geistiger Vater hinter dem Titel, welcher im Original bei Atalia erschienen ist und dessen deutsche Version Hutter herausgebracht hat, ist dabei Eric Jumel. Für das Artwork wiederum zeichnet Guillaume Tavernier verantwortlich, aus dessen Feder dann auch die Covergestaltung der quadratischen Standardbox stammt, die dem Spiel als Verpackung dient. Öffnen wir die Box, so sorgt im Innern ein Pappeinleger für Ordnung beim Spielmaterial, welches wiederum aus dem doppelseitigen Spielplan, 52 Plättchen, 73 Markern, vier Stoffbeuteln, 92 Karten, 96 Geldstücken, vier Tableaus, 12 Figuren, 12 Würfeln, 60 Scheiben, dem Regelheft und der Spielhilfe in deutscher, englischer und französischer Sprache, sowie Material für den Solomodus besteht.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebt die Archäologie einen wahren Boom und zahlreiche Abenteurer machen sich auf, die Schätze der Vergangenheit zu bergen. Wird es Dir gelingen, mit Deiner archäologischen Gesellschaft das größte Prestige zu erlangen und das meiste Wissen zu sammeln?

Zur Spielvorbereitung kommt der Spielplan mit der zur Spielerzahl passenden Seite in die Tischmitte und wird gemäß Anleitung mit Plättchen und Karten bestückt. Jeder Spieler wiederum erhält das Tableau und das Spielmaterial in der Farbe seiner Wahl, sowie je zwei zufällige Studien- und Gesellschaftskarten und vier Expeditionskarten. Von den Gesellschaftskarten wählt jeder Spieler eine, von den Expeditionskarten zwei, die anderen werden abgeworfen. Auf Basis dieses Startkartensets entscheidet dann jeder Spieler, mit welcher Seite seines Tableaus er spielen will, und bestückt dieses mit den Figuren und den Expertisewürfeln. Zudem erhält jeder Spieler den Startbonus seiner gewählten Gesellschaftskarte und steckt diese dann unter sein Tableau, so dass die obere Hälfte zu sehen bleibt. Sobald alle Spieler je einen Gesellschaftsmarker auf die Startfelder der Prestige- und Gelehrsamkeitsleiste und je eine ihrer Gesellschaftsscheiben auf die Startfelder jeder Reihe der Wissensleiste und das Feld 4 der Ansehensleiste gestellt haben, muss ein Startspieler bestimmt werden. Beginnend mit diesem und dann reihum platzieren nun alle Spieler noch einen Gesellschaftsmarker auf einem Feld der Zug-Reihenfolge-Leiste und erhalten sofort den entsprechenden Bonus. Nun kann es losgehen. Eine Partie The Royal Society of Archeology wird je nach Spielerzahl über vier oder fünf Runden gespielt. Jede Runde, außer der ersten, besteht dabei aus der Vorbereitungsphase, in der das Spielmaterial der vorherigen Runde abgeräumt bzw. erneuert wird und in der die Spieler in ihrer Reihenfolge auf der Ansehensleiste ihren Gesellschaftsmarker auf der Zug-Reihenfolge-Leiste abstellen und ihren Bonus erhalten. In der anschließenden Aktivierungsphase wird dann in der Reihenfolge der Marker auf der Zug-Reihenfolge-Leiste gespielt. Der jeweils aktive Spieler wählt eine seiner drei Figuren und stellt sie auf einen der vier nummerierten Bereiche. Dann führt er die jeweilige Aktion dieses Bereichs aus, was das Durchführen einer Expedition, das Ausstellen von Artefakten, die Werbung um Geldgeber, die Vergrößerung des eigenen Wissens, usw. bedeuten kann. Durch diese Aktionen verschieben sich im Regelfall anschließend die Positionen der jeweiligen Spielermarker auf den diversen Leisten auf dem Spielplan. Neben diesen Hauptaktionen sind zudem auch noch Nebenaktionen möglich, die teils immer, teils nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden können. Die Runde endet, wenn alle Spieler alle ihre Figuren gesetzt und die jeweiligen Aktionen durchgeführt haben. Nach Ende der letzten Runde erfolgt noch eine abschließende Wertung. Wer so die meisten Punkte erzielen konnte, gewinnt.

The Royal Society of Archeology ist das Paradebeispiel für ein Spiel mit Action Selection-Mechanismus. Denn jede Runde muss man sehr genau überlegen, welche seiner Figuren man einsetzt und wo, wobei einem je nach Ansehen nicht selten gar nicht alle Optionen offenstehen. Von daher haben wir hier ein Spiel vor uns, das gerade Freunde eher anspruchsvollerer Titel begeistern wird, denn Spielspaß wird hier definitiv geboten, wozu nicht zuletzt auch das liebevoll gestaltete Spielmaterial beiträgt. Wo Licht ist, ist aber bekanntlich auch Schatten und den finden wir auch hier leider. Die Achillesferse dieses Spiels ist sein Regelheft und dabei vor allem die deutsche Version. Zum einen enthält sie diverse Fehler sowohl im eigentlichen Text als auch bei der Erklärung der Marker und Karten. Zum anderen hat man den Eindruck, als ob bei der Übersetzung des öfteren das, was das Übersetzungsprogramm ausgeworfen hat, 1:1 unbesehen übernommen wurde. Von daher ist unser Rat, immer die englische Anleitung griffbereit zu haben, denn durch sie erklärt sich alles, was man in der deutschen Anleitung nicht versteht. Wirklich schwierig sind die Regeln des Spiels, wenn man sie einmal verstanden hat, nämlich am Ende eigentlich nicht.

Titel: The Royal Society of Archeology
Autor: Eric Jumel
Verlag: Atalia / Hutter