Während der B-Rex-Tage im September 2025 hatten wir erstmals die Gelegenheit, Power Vacuum einmal anzutesten. Das Spiel ist die deutsche Version des gleichnamigen Titels von Keen Bean Studios aus dem Jahr 2024 und geht auf eine erfolgreiche Kampagne der Spieleschmiede zurück, an der wir uns auch beteiligt hatten. Geliefert wird es dabei in einer kompakten, quadratischen Box mit Covergestaltung von Malachi Ray Rempen, welcher auch für das sonstige Artwork verantwortlich zeichnet. Die Optik erinnert dabei ein wenig an die Zeiten des Politbüros der untergegangenen Sowjetunion. Öffnen wir die Box, so sorgt im Innern ein Pappeinleger für Ordnung beim Spielmaterial, welches wiederum aus der Steuerungszentrale mit Stromkabel, 50 Karten, fünf Tableaus, fünf Plättchen, 50 Markern, 20 Monumententeilen, drei Übersichtsblättern und dem Regelheft besteht.
Das oberste Gerät ist tot! Die nach außen getragene Trauer der übrigen Ministeriumsgeräte kann dabei kaum überdecken, dass hinter den Kulissen der Machtkampf um die oberste Steckdose bereits in vollem Gange ist…
Zur Spielvorbereitung kommt die Steuerungszentrale in die Tischmitte und in die Mitte der Steuerungszentrale die einfachen Stromstärke-Marker. Jeder Spieler erhält das Tableau des Gerätes der Zentrale, welches am nächsten zu ihm liegt und einen Agendamarker, welchen er auf das zugehörige Feld des Tableaus legt. Nun werden die Agendakarten gemischt, eine gezogen und das Stromkabel an die Steckdosen dieser Geräte auf der Zentrale gestellt. Jeder Spieler erhält ebenfalls eine Agendakarte, die er sich ansieht, aber vor seinen Mitspielern geheim hält. Nun werden neben jedes Gerät der Zentrale zwei Stromstärkemarker aus dem Vorrat gelegt und die Regimekarten gut durchgemischt. Von ihnen erhält jeder Spieler acht auf die Hand. Liegen auch noch die Monumententeile, die großen Stromstärkemarker, die Leistungsplättchen und die Übersichten bereit, muss noch ein Startspieler bestimmt werden. Dann kann es losgehen. In jeder Runde werden acht Stiche gespielt. Beginnend mit dem aktiven Spieler spielen die Spieler reihum eine ihrer Regimekarten aus. Sie müssen dabei Farbe bekennen, wobei manche Karten trotz farbiger Rückseite keine Farbe haben, sondern einen Spion zeigen. Diese müssen nicht gespielt werden, um Farbe zu bekennen. Rot ist die Trumpffarbe, die jeden Stich gewinnt. Sie kann nur durch einen Spion noch übertrumpft werden. Wer den Stich gewinnt, darf sich entweder eine Stromstärke aus dem Vorrat nehmen oder eine der Karten des aktuellen Stiches für die nächste Runde aufbewahren. Wer die niedrigste Karte im Stich gespielt hat, lässt Strom zwischen den durch das Kabel verbundenen Geräte fließen und steckt dann einen Stecker um. Nach Ende des achten Stiches wird ermittelt, welches Gerät die höchste und welches die niedrigste Stromstärke hat. Dann decken alle Spieler, sofern sie dies nicht schon vorher getan haben, ihre Agendakarten auf und erhalten Stromstärke aus dem Vorrat, wenn sie die Bedingungen ihrer Karte erfüllt haben. Zusätzlich erhalten sie alle Stromstärkemarker die neben ihrem Gerät an der Zentrale liegen. Zuletzt wird noch die nächste Runde vorbereitet, indem das stärkste Gerät eine Stromstärke aus dem Vorrat, das schwächste drei und alle anderen zwei erhalten. Zudem erhalten alle Spieler wieder eine neue Agendakarte und bis zu acht Regimekarten auf die Hand. Die Partie endet, wenn ein Spieler 40 Stromstärke erreicht hat und damit alle vier Stufen seines Monumentes errichten konnte.
Power Vacuum interpretiert das klassische Thema des Stichspiels auf eine wirklich witzige und erfrischende Art und Weise neu. Die Regeln lesen sich anfangs zwar etwas kompliziert, doch sind sie dies eigentlich nicht wirklich. Vor allem versierte Kartenspieler werden hier sofort im Spiel sein, bei dem es letztlich auch darum geht, geschickt zu bluffen, wenn man seine eigene Agenda nicht schon vor dem letzten Stich enthüllt und somit den Konkurrenten die Gelegenheit gibt, gegen einen zu spielen. Für Stichspielfans ist dieser Titel jedenfalls eine echte Empfehlung, zumal das Spielmaterial auch noch mehr als witzig gestaltet ist.
Titel: Power Vacuum
Autor: Kaleb Wentzel-Fisher
Verlag: Keen Bean Studios / Corax Games













