Morty Sorty

Schmidt Spiele hatte dieses Jahr zur Spielwarenmesse in Nürnberg ein recht umfangreiches Paket an Frühjahrsneuheiten dabei. Eine von ihnen ist das Familienspiel Morty Sorty von Markus Slawitscheck, welches in einer quadratischen Standardbox als Verpackung daherkommt. Die Covergestaltung lässt dabei wenig Zweifel aufkommen, dass wir hier in einen Zauberladen entführt werden sollen. Öffnen wir die Box, so sorgt in ihrem Innern ein Pappeinleger für etwas Ordnung beim Spielmaterial. Dieses wiederum besteht aus vier doppelseitigen Tableaus, 104 Plättchen, einem Stoffbeutel, einem Wertungsblock, 16 Figuren, acht Markern, fünf Wertungsrollen, einer Leiste, vier Abzeichen und dem Regelheft in deutscher, französischer und englischer Sprache.

Du hast endlich eine Lehrstelle im berühmten Zauberladen Morty Sorty ergattert. Doch die Arbeit hier ist mehr als anspruchsvoll, denn die Zutaten wollen wohlsortiert in die Regale eingeräumt werden. Nur die besten Lehrlinge dürfen nämlich am Ende auch an die Spezial-Zutaten ran.

Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler ein Tableau und die beiden zugehörigen Wertungsmarker, welche er vor sich ablegt. In die Tischmitte wiederum werden die Spezialglasleiste und darüber die Wertungsrolle und zwei zufällige Abzeichen gelegt. Zudem erhält jeder Spieler zwei Katzenfiguren, die übrigen bilden den allgemeinen Vorrat. Die Gläserplättchen wiederum kommen in den Stoffbeutel und werden gut durchgemischt. Danach wird je nach Spielerzahl eine gewisse Menge wieder entfernt. Ist zuletzt auch noch ein Startspieler bestimmt, kann es losgehen. Eine Partie Morty Sorty wird über eine unbestimmte Anzahl an Runden gespielt. In jeder Runde zieht der Startspieler fünf zufällige Plättchen aus dem Beutel und lässt diese auf den Tisch fallen. Sollte er hierbei Spezialglasplättchen gezogen haben, werden diese an die Spezialglasleite angelegt und der Spieler zieht neue Plättchen nach, bis fünf auf dem Tisch liegen. Beginnend mit ihm müssen die Spieler nun reihum entscheiden, ob sie ein Plättchen aus der Auslage nehmen oder passen. Nehmen sie ein Plättchen, müssen sie dieses in ihr Regal auf ihrem Tableau legen. Hierbei gilt zu beachten, dass nur Plättchen mit passendem Deckel in die jeweiligen Reihen gelegt werden dürfen. Innerhalb der Reihe müssen die Werte der Plättchen von links nach rechts aufsteigend sein und es dürfen in einer Reihe keine zwei Plättchen gleichen Wertes liegen. Erfüllt ein Spieler nach dem Ablegen die Bedingungen einer oder beider Abzeichen, darf er einen Wertungsmarker auf das Abzeichen legen. Hat ein Spieler nach dem Ablegen dagegen in einer Spalte seines Regales drei unterschiedliche Zutaten, darf er eines der Spezialglasplättchen wählen und in sein Regal legen. Vervollständigt ein Spieler eine Reihe seines Regals, erhält er den entsprechenden Bonus. Passt ein Spieler hingegen, erhält er stattdessen eine Katzenfigur aus dem Vorrat. Diese wiederum kann er in zukünftigen Runden nutzen, um ein gerade genommenes Plättchen umzudrehen, oder um ein Plättchen gleicher Zahl neben ein schon vorhandenes in sein Regal zu legen. Nicht genommene Plättchen kommen am Ende der Runde aus dem Spiel und die Rolle des Startspielers wandert im Uhrzeigersinn weiter. Die Partie endet, sobald die Auslage nicht mehr vollständig aufgefüllt werden kann. Es erfolgt nun eine Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Morty Sorty wird seinem Anspruch als Familienspiel wirklich vollauf gerecht. Die Regeln sind nämlich leicht verständlich und bieten keinerlei Fallstricke. Zudem ist das Spielmaterial mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und das so, dass es sowohl Klein als auch Groß begeistern kann. Beim Spiel an sich halten sich dann Taktik und Glück ganz gut die Waage. Einerseits ist es natürlich pures Glück, was da jede Runde in der Auslage liegt und dann noch zur Wahl steht, wenn man selbst dran ist. Aber man kann natürlich durch geschicktes Legen schon einiges steuern. Vor allem, wenn man darauf achtet, in einer Spalte drei unterschiedliche Zutaten zu platzieren, und die Auswahl an Spezialgläsern entsprechend groß ist, kann dies bisweilen einen regelrechten Kaskadeneffekt bewirken, mit dem man sein Regal in einem Zug recht gut füllen kann. Uns hat Morty Sorty jedenfalls sehr gut gefallen, zumal man den Schwierigskeitsgrad durch die Verwendung der zweiten Seite der Tableaus und der kleinen Wertungsrollen noch weiter steigern kann, wenn man mit dem Grundspiel vertraut ist.

Titel: Morty Sorty
Autor: Markus Slawitscheck
Verlag: Schmidt Spiele