Den Abschluss unseres kleinen Messespecials zur Spielwarenmesse 2026 soll der Deckbuilder Der Wanderzirkus von Max Ostrander bilden, welcher zu den Frühjahrsneuheiten von Kosmos zählt. Die Verpackung für den Titel bildet dabei eine mittlere Rechteckbox mit zum Thema passender Covergestaltung der Fiore GmbH, die auch das sonstige Artwork verantwortet. Nehmen wir den Deckel ab, so sorgt im Innern der Box ein Pappeinleger für Ordnung beim Spielmaterial, welches wiederum aus einem Wertungsblock, 148 Karten, 26 Münzen, sechs Plättchen und dem Regelheft besteht.
Der Wanderzirkus ist mal wieder in der Stadt und bietet ein buntes Programm aus Magie, Clownerie, Akrobatik und vielem mehr. Doch die Ansprüche der Zuschauer sind hoch und in jeder Stadt anders…
Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler einen Satz Start-Artistenkarten und je zwei Übersichtskarten. Die übrigen Artistenkarten werden gut durchgemischt und an jeden Spieler vier ausgegeben, von denen sie zwei wählen. Die übrigen kommen zurück unter den Artistenkarten-Stapel, der verdeckt in die Tischmitte gelegt wird. Auch die Stadtkarten werden gemischt und von diesen je zwei an jeden Spieler verteilt. Von diesen wählen die Spieler wieder eine und legen sie offen vor sich aus, während die anderen zurück unter den Stadtkartenstapel kommen, der unterhalb des Artistenkartenstapels in der Tischmitte platziert wird. Liegen der Wertungsblock, die Pausenkarten und die Münzen bereit und hat jeder Spieler Tauschplättchen erhalten, kann es losgehen. Der Wanderzirkus wird über fünf Runden gespielt, wobei jede Runde in vier Phasen unterteilt wird. In Phase 1, dem Wandern, welches in der ersten Runde entfällt, werden so viele Pärchen an Artisten- und Stadtkarten aufgedeckt, wie Spieler plus zwei vorhanden sind. Beginnend mit dem Spieler, der in der vorherigen Runde die wenigsten Siegpunkte erzielt hat, wählen die Spieler dann in Reihenfolge der erzielten Siegpunkte ein Pärchen der Auslage aus. Die Stadtkarte legen sie offen vor sich ab. Die Artistenkarte mischen sie zu ihren übrigen Artistenkarten, von denen sie drei auf die Hand ziehen. Beginnend mit dem Spieler, der in der vorherigen Runde die meisten Siegpunkte hatte, sagen die Spieler nun in Phase 2 wiederum in Reihenfolge der erzielten Siegpunkte an, wie viele Artistenkarten sie diese Runde mindestens ausspielen werden. Dies wird auf dem Wertungsblock notiert. Anschließend spielen alle Spieler gleichzeitig eine ihrer Handkarten aus, ziehen wieder auf drei Handkarten nach, spielen die nächste Karte aus, usw.. Hierbei gilt zu beachten, dass sie die Karten von links nach rechts vor sich auslegen müssen und dann rechts immer nur eine Karte angelegt werden kann, die eine passende farbige Verbindung zur zuvor ausgespielten Karte aufweist. Zeigt die ausgespielte Karte zudem ein Effektsymbol kann der Spieler diesen sofort auslösen und nutzen. Sollte ein Spieler keine passende Karte auf der Hand haben, kann er sein Tauschplättchen abgeben und/oder eine Pausenkarte nehmen, welche aber in der Wertung vier Minuspunkte bringt. Die aktuelle Vorstellung endet sofort, wenn ein Spieler keine Handkarte mehr passend anlegen kann oder die vierte Karte mit Stop-Symbol ausgelegt hat. Es folgt nun in Phase 3 eine Rundenwertung für jeden Spieler, in der dieser Punkte für die richtige Vorhersage der Anzahl der ausgespielten Karten, für die Stadt und für die Artisten erhält. Dieser Wert wird auf dem Wertungsblock notiert. Zudem erhält er ggf. noch Münzen von seinen ausgespielten Jonglage-Karten. Dieses kann er dann in Phase 4 nutzen, um sich eine zusätzliche Artisten- oder Stadtkarte zu kaufen, oder um sein Tauschplättchen zurückzukaufen. Nach Ende der fünften Runde werden dann die Rundenergebnisse addiert. Wer so die meisten Punkte hat, gewinnt.
Der Wanderzirkus ist eine mehr als interessante Neuinterpretation des nun ja auch schon hinlänglich bekannten Deckbuilding-Mechanismus. Auch wer ansonsten mit Deckbuildern wenig am Hut hat, sollte diesem Titel eine Chance geben, denn er hat wirklich nichts mit Klassikern des Genres wie Dominion gemein. Sicherlich muss man auch hier immer überlegen, welche Karte aus der Auslage man denn nun in sein Kartendeck integrieren möchte, doch sind die Konsequenzen jetzt nicht so tiefgreifend wie bei klassischen Deckbuildern. Denn im Regelfall gelingt es einem bei Der Wanderzirkus am Ende dann doch immer irgendwie, eine halbwegs sinnvolle und damit auch punkteträchtige Auslage auf den Tisch zu zaubern. Bei uns blieb die Partie jedenfalls bis zum Ende spannend und auch die Ergebnisse der einzelnen Spieler lagen nicht allzu weit auseinander.
Titel: Der Wanderzirkus
Autor: Max Ostrander
Verlag: Kosmos










