Gods of Rome

Unter den Herbstneuheiten des Jahrgangs 2023 des Hutter Verlages fand sich auch die deutsche Version des Area-Control-Spiels Gods of Rome, welches im Original beim portugiesischen Verlag Pythagoras erschienen ist. Da das alte Rom immer ein gutes Thema für ein Spiel ist, haben wir uns ein Exemplar besorgt, um den Titel, dessen geistiger Vater der Autor António Sousa Lara ist, in unserem Mittwochsspecial einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als Verpackung dient Gods of Rome eine quadratische Standardbox, auf deren Cover die Jagdgöttin Diana die Bürger einer römischen Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Die Szenerie stammt dabei, wie das gesamte Artwork, aus der Feder von Miguel Coimbra. Nehmen wir den Deckel der Box ab, so findet sich in ihrem Innern zwar ein minimalistischer Pappeinleger, doch für die eigentliche Ordnung beim Spielmaterial sorgen die mitgelieferten Clipbeutel. Das Spielmaterial an sich besteht dabei aus dem Spielplan, vier Tableaus, 70 Holzfiguren, 60 Scheiben, 30 Plättchen, fünf Götterfiguren mit Standfüßen, 25 Karten, einem Würfel, sowie den Regelheften in deutscher, englischer und portugiesischer Sprache.

Rom ist vom rechten Weg abgekommen und so haben sich auch die Götter von ihm abgewandt. Wirst Du derjenige sein, der die Stadt mit den Göttern versöhnt und sie zu altem Ruhm und Glanz zurückführen wird?

Zur Vorbereitung einer Partie Gods of Rome wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt und gemäß Anleitung mit Spielmaterial bestückt. Anschließend erhalten alle Spieler ein Spielertableau und die Tempel und Aktionsscheiben in ihrer gewünschten Spielerfarbe. Eine der Aktionsscheiben platzieren sie dabei auf dem Startfeld der Gunstleiste auf dem Spielplan. Zuletzt werden noch die Aktions- und Zielkarten gemischt. Die Aktionskarten kommen als verdeckter Stapel neben den Spielplan, von dem vier Karten aufgedeckt werden. Von den Zielkarten werden ebenfalls vier neben den Spielplan gelegt, wobei hier aber nur die ersten beiden aufgedeckt werden. Ist ein Startspieler bestimmt, führt dieser eine erste Aktion durch, dann folgen die anderen reihum. Nun kann das eigentliche Spiel starten. Gods of Rome wird über eine unbestimmte Anzahl an Runden gespielt, wobei der aktive Spieler in seinem Zug immer eine Aktion ausführen kann. Dies kann der Besuch eines Tempels sein, wofür er ein Segensplättchen des entsprechenden Gottes erhält und eine Figur aus dem Tempel auf ein beliebiges Gebiet der gleichen Farbe auf dem Spielplan setzt. Die zweite Option, die ein Spieler hat, ist die Aktivierung eines Kartenfeldes auf seinem Spielertableau. Hierzu legt er eine seiner Aktionsscheiben auf ein noch leeres Kartenfeld und führt die Aktion (Bewegung, Kampf oder Vermehrung) durch, wobei er diese durch den Einsatz eines Segensplättchens noch verstärken kann. Die dritte Option ist das Werten von Gebieten. Hierbei erhält der Spieler für alle Gebiete, in denen er die Mehrheit an eigenen Figuren hat und bei denen er den Tempel des zugehörigen Gottes besucht hat, Gunstpunkte. Erntemarker wie auch die Zielkarten können dabei noch Zusatz- aber auch Minuspunkte liefern. Der Spieler bewegt dann seine Aktionsscheibe auf der Gunstleiste entsprechend nach vorne und entfernt alle seine Aktionsplättchen von den Tempeln und von seinem Spielertableau. Bewegt er seine Aktionsscheibe dabei auf oder über einen Kontrollpunkt, wird sofort eine Wertung ausgelöst, d.h. die Spieler platzieren Aktionsscheiben entsprechend ihrer Position auf der Gunstleiste auf den Punktefeldern unter dem Kontrollpunkt. Anschließend rücken alle Spieler, die noch hinter dem Kontrollpunkt liegen, ihre Aktionsscheiben auf diesen auf und eine weitere Zielkarte wird aufgedeckt. Wird der dritte Kontrollpunkt ausgelöst, dürfen zunächst alle Spieler, die dies noch können, eine kostenlose Wertung auslösen. Erst dann wird die Reihenfolge auf der Gunstleiste ermittelt. Wer nun aus den drei Kontrollpunkten zusammenaddiert die meisten Punkte erzielt hat, gewinnt.

Unser Fazit zu Gods of Rome fällt leider etwas zwiespältig aus. Das Spiel an sich spielt sich zwar wirklich flüssig und ist ein echter Leckerbissen für Taktiker, doch der Weg zum Spielgenuss an sich ist doch recht steinig. Dies liegt dabei nicht an den Regeln an sich, die eigentlich in sich schlüssig und verständlich sind, sondern am Regelheft, das diese Regeln so umständlich und verschachtelt erklärt, dass man es mindestens zwei- bis dreimal durchlesen muss, um es auch wirklich zu verstehen. Wir waren jedenfalls über eine Stunde damit beschäftigt, um uns durch das Regelwerk mit seinen gerade einmal 13 relevanten Seiten zu quälen. Hat man diese Hürde einmal überwunden, ist Gods of Rome ein tolles Spiel, das viel Spielspaß bietet und bei dem es bis zuletzt spannend bleibt, wer denn nun gewinnt.

Titel: Gods of Rome
Autor: António Sousa Lara
Verlag: Pythagoras / Hutter