Railroad Tiles

2021 hatten wir hier im Blog das Roll`n Write Railroad Ink des Autorenduos Hjalmar Hach und Lorenzo Silva vorgestellt, welches in der deutschen Version von Heidelbär Games vertrieben wird. Zur Spielwarenmesse 2025 hatten die beiden in Form von Railroad Tiles eine komplett neue Version ihres Erfolgstitels vorgestellt, bei dem man nun Plättchen vor sich zu einem Schienen- und Straßennetz auslegen muss. Es hat dann bis Ende 2025 gedauert, bis das Spiel endlich in den Handel gelangte und auch wir uns ein Exemplar besorgen konnten, welches Thema unseres heutigen Mittwochsspecials sein soll. Als Verpackung dient dem Titel dabei eine quadratische Box im typischen Stil der gesamten Spielereihe. Öffnen wir diese, so finden wir darin die zweiteilige Bahnhofstafel, 68 Figuren, 71 Marker, 135 Plättchen, einen Stoffbeutel und das Regelheft als Spielmaterial vor.

Die Stadtplaner sind gefragt, denn ein neues Schienen- und Straßennetz soll entstehen, das die großen Städte möglichst ideal miteinander verbindet. Welcher der Planer wird hier wohl am Ende den besten Entwurf liefern?

Zur Spielvorbereitung muss sich die Gruppe zunächst entscheiden, ob sie mit oder ohne Aufgabenplättchen spielen will. Die Streckenplättchen hingegen kommen alle in den Stoffbeutel und werden gut durchgemischt. Die Bahnhofstafel wird in der Tischmitte platziert und mit den Anzeigermarkern bestückt. Siegpunktmarker, sowie die Zug-, Auto-, Personen- und Sternfiguren kommen als allgemeiner Vorrat daneben. Nun wählen alle Spieler eine Spielerfigur, welche zufällig auf den Feldern der Zugreihenfolge abgelegt werden. Anschließend erhält jeder Spieler eine Sternfigur und es werden so viele Streckenplättchen, wie Spieler vorhanden sind plus eins, aus dem Beutel gezogen, von denen die Spieler in Zugreihenfolge eines als persönliches Startplättchen wählen. Das verbliebene kommt zurück in den Beutel. Nun kann die Partie starten. In jeder Runde wird zunächst der oberste Anzeigermarker aufgedeckt und auf das Wartesaalfeld der Bahnhofstafel gelegt. Dann werden Streckenplättchen gezogen und diese unterhalb der Tafel abgelegt. Beginnend mit dem Spieler, dessen Figur ganz links auf den Feldern der Zugreihenfolge steht, wählen die Spieler dann in dieser Reihenfolge eines der Sets von Streckenplättchen aus, indem sie ihre Figur oberhalb der Plättchen abstellen. Die Plättchen und ggf. Sternfiguren nehmen die Spieler dann und legen sie regelkonform an die Plättchen ihrer Auslage an. Hierbei dürfen sie im gesamten Spiel zweimal je ein Plättchen abwerfen. Anschließend nehmen die Spieler die auf den Anzeigermarkern, welche im aktiven Bereich der Tafel liegen, angegebenen Figuren und platzieren diese, wenn möglich, auf den Plättchen ihrer Auslage. In dieser Phase können die Spieler auch pro Anzeigermarker eine ihrer Sternfiguren abwerfen, um statt der angezeigten Figur eine andere zu nehmen. Für die platzierten Figuren erhalten sie Punkte in Form von Siegpunktmarkern. Zum Ende der Runde werden über dem Set Streckenplättchen, welches nicht gewählt wurde, eine Sternfigur abgelegt, die Anzeigermarker nach rechts verschoben und die Spielerfiguren in der neuen Reihenfolge auf die Felder der Zugreihenfolge zurückgestellt. Die Partie endet, wenn der letzte Anzeigermarker vom Wartesaal in den aktiven Bereich verschoben wird, mit einer finalen Runde. Danach erfolgt eine Schlusswertung. Wer so die meisten Punkte erzielt, gewinnt.

Uns hatte ja Railroad Ink damals schon ausgesprochen gut gefallen. Von daher lag die Latte für diese neue Variante der Railroad-Reihe nun natürlich schon sehr hoch. Doch es ist den beiden Autoren mehr als gelungen, unsere Erwartungen zu übertreffen. Wir haben hier ein wirklich spannendes Legespiel vor uns, das einen von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln vermag. Die Grundregeln an sich sind dabei leicht verständlich und somit auch schnell erlernt. Doch man muss schon sehr genau überlegen, welches Plättchenset man jede Runde nimmt und vor allem auch, wie man dieses dann in seiner Auslage an die vorhandenen Plättchen anlegt. Denn zum einen muss man sehen, dass am Ende der Partie nicht zu viele Schienen- und Straßenwege im Nichts enden, weil diese Minuspunkte bringen. Dann sollte man möglichst viele Dreiergrüppchen von Plättchen mit Städten haben und natürlich auch ein möglichst großes Rechteck aus seinen Plättchen bilden, denn all dies bringt Punkte. Wobei stur nur auf`s Spielende zu starren, nutzt einem auch nichts, weil man so oft wertvolle Punkte während des Spieles durch das geschickte Platzieren der Figuren verliert, welche aber wiederum nur auf Plättchen mit den zugehörigen Symbolen gestellt werden können. Und wem das alles noch nicht reicht, der kann mit den Aufgabenplättchen noch eine weitere Schwierigkeitsstufe hinzufügen. Wir waren von Railroad Tiles jedenfalls nachhaltig begeistert und sind schon gespannt, ob es hier wie schon damals bei Railroad Ink noch Erweiterungen geben wird.

Titel: Railroad Tiles
Autoren: Hjalmar Hach, Lorenzo Silva
Verlag: Horrible Guild / Heidelbär Games