Die Spielemesse in Stuttgart ist für uns nicht nur deshalb so reizvoll, weil sie praktisch direkt bei uns um die Ecke stattfindet. Vielmehr finden sich dort unter den Ausstellern auch immer wieder zahlreiche kleine und Kleinstverlage, die es schon aus Kostengründen nie auf die SPIEL in Essen schaffen. Ein solcher Kleinverlag ist auch InsightfulGames von Timo Braun und Tayo Braun, die zusammen das Gruppenspiel Arguments of Manipulation entwickelt und nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne auch auf den Markt gebracht haben. Da sie uns dieses als das „bessere Werwölfe“, zu dem wir ja ein recht gespaltenes Verhältnis haben, angepriesen hatten, haben wir ein Exemplar auf der Messe gekauft und dieses nun endlich auch mal in unserer erweiterten Testredaktion auf den Tisch gebracht. Als Verpackung dient dem Spiel dabei eine sehr kompakte Rechteckbox mit recht düsterer Covergestaltung. Öffnen wir diese, so finden wir darin, dank eines Pappeinlegers sicher verstaut, 102 Karten vor. Eine Regelheft oder -blatt fehlt. Die Anleitung findet sich stattdessen auf der Homepage des Verlages:
Im Senat herrscht Unruhe. Eine Gruppe von Rebellen plant den Umsturz, doch niemand weiß, wer sie sind. Wird es den Loyalisten gelingen, die Rebellion niederzuschlagen, bevor sie beginnt, oder werden die Rebellen die Macht übernehmen?
Zur Spielvorbereitung einer Partie Arguments of Manipulation, das mit fünf bis maximal 20 Personen spielbar ist, werden zunächst die zur Spielerzahl passenden Rollenkarten und zugehörigen Argumentenkarten in Umschläge gesteckt, welche allerdings nicht zum Spielmaterial gehören. Dann werden entsprechend der Spielerzahl zufällige Aktenkarten gezogen und jeder Umschlag mit einem der Aktennamen versehen. Anschließend werden die Aktenkarten zufällig an die Spieler verteilt, die die jeweiligen Umschläge erhalten und die enthaltenen Karten nehmen, sie sich ansehen, ihren Mitspielern aber nicht zeigen. Idealerweise sollte man nun auf die Umschläge auch noch die Spielernamen notieren. Spielt mehr als ein Rebell mit, schließen nun alle Spieler die Augen und auf ein Zeichen hin, öffnen nur die Rebellen die Augen. Dann kann die eigentliche Partie starten. Nachdem die Umschläge in einem anderen Zimmer platziert wurden, werden die Aktenkarten gemischt und die oberste aufgedeckt. Der betreffenden Spieler geht nun mit seinen Karten zu den Umschlägen und kann dann eine seiner Argumentenkarten in einen der Umschläge stecken. Dies erfolgt so lange, bis jeder Spieler bei den Umschlägen war. Der letzte Spieler bringt diese dann zurück an den Tisch und verteilt sie an die Spieler, die nun die Karten, die ggf. in ihrem Umschlag stecken, herausholen. Diese aufgedeckten Argumente werden dann in der Reihenfolge der Ordnungspunkte abgehandelt, wodurch u.a. Spieler ausscheiden können oder in der nächsten Runde gezwungen sind, eine Argumentenkarte auszuspielen. Anschließend folgt eine Diskussionsphase, in der die Spieler diskutieren, wer wohl die Rebellen sind. Haben sich alle eine Meinung gebildet, folgt eine Abstimmung. Wer hier die meisten Stimmen erhält, scheidet aus und muss seine Rolle offenlegen. Die Partie endet, wenn entweder die Rebellenführerin ausgeschieden ist, mit dem Sieg der Loyalisten, oder mit dem Sieg der Rebellen, wenn keine Loyalisten mehr im Spiel sind.
Wie ja eingangs bereits erwähnt, zählt Werwölfe definitiv nicht zu unseren Lieblingsspielen. Von daher waren wir mehr als neugierig, ob Timo und Tayo diese Art von Deductiongame besser hinbekommen haben. Um es kurz zu machen. Sie haben es. Arguments of Manipulation macht – zumindest für uns – definitiv mehr Laune als die Werwölfe. Allerdings sollte man es auch in einer wirklich großen Gruppe spielen, um das Spannungslevel möglichst lange oben zu halten. Mit den fünf minimal nötigen Spielern wird es nämlich recht schnell klar, wer welche Rolle hat. Nichtsdestotrotz hat uns der Erstling von Timo und Tayo überzeugt, zumal ja durchaus noch das Potenzial für Erweiterungen in Form neuer Rollen und deren Argumente gegeben ist. Wir sind jedenfalls schon mehr als gespannt, was wir von den beiden in Zukunft noch so an Spieleneuheiten sehen werden.
Titel: Arguments of Manipulation
Autoren: Timo Braun, Tayo Braun
Verlag: InsightfulGames







