Kleinverlage sind ja das Salz in der Suppe, das wir so ganz besonders schätzen, wenn wir in Essen sind. Auf der SPIEL 25 sind wir dabei diesmal über den noch jungen Verlag Steinbock Brettspiele gestolpert, der mit seiner Neuheit Bobbidi Boom am Start war. Geistige Väter dieses Kartenspiels waren dabei die beiden Autoren Guido Albini und Martino Chiacchiera und als Verpackung dient ihm eine kompakte Rechteckbox, deren Covergestaltung wenig Zweifel daran aufkommen lässt, dass hier die Hexen ihr Unwesen treiben. Öffnen wir die Box, so finden wir darin als Spielmaterial 14 Marker, 61 Karten und das Regelheftchen vor.
Die Hexen versammeln sich mal wieder zur Walpurgisnacht, um zu feiern und die neuesten Rezepte für Zaubertränke auszutauschen. Doch zu später Stunde entbrennt ein Wettkampf, wer wohl den besten Zaubertrank brauen wird.
Zur Spielvorbereitung kommen die zur Spielerzahl passenden doppelseitigen Marker als Stapel in die Tischmitte, während die Siegpunktmarker griffbereit am Rand des Spielfeldes platziert werden. Dann werden die Karten mit den doppelten Zutaten gemischt und an jeden Spieler eine zufällige verteilt. Die übrigen kommen zurück in die Box. Anschließend werden die einfachen Zutaten gemischt und gleichmäßig an die Spieler verteilt. Zu diesen mischen die Spieler ihre doppelte Zutat und legen die Karten dann als persönliche Zugstapel verdeckt vor sich ab. Zuletzt werden noch die Zutaten mit Spezialeffekt und die Tränke zusammengemischt. Sie bilden den allgemeinen Nachziehstapel in der Tischmitte, von dem eine Karte mehr, als es Spieler gibt, als Zutatenregal aufgedeckt werden. Ist ein Startspieler bestimmt, kann es losgehen. In der Brauphase deckt der aktive Spieler die oberste Karte seines Nachziehstapels auf. Hat diese Spezialeffekte, werden sie sofort abgehandelt. Liegen nun in seiner und den Auslagen seiner Mitspieler von einer Zutat so viele oder mehr Karten offen aus, wie die Zahl auf dem obersten Marker des Markerstapels vorgibt, ist der Kessel explodiert. Der Spieler nimmt den Marker mit der Boom-Seite nach oben zu sich und scheidet damit aus der aktuellen Runde aus. Anstatt eine Karte aufzudecken, kann der aktive Spieler auch passen und nimmt stattdessen den obersten Marker des Markerstapels, welchen er aber auf die Hexenseite dreht. Auch so scheidet er aus der aktuellen Runde aus. Diese endet, sobald alle Spieler bis auf einen ausgeschieden sind. Dieser erhält den untersten Marker des Markerstapels und einen Siegpunktmarker. Er darf sich dann auch als Erster eine der Zutaten aus dem Zutatenregal nehmen, die er zusammen mit seinen aufgedeckten Karten wieder in seinen Zugstapel mischt. Die übrigen Spieler wählen in umgekehrter Reihenfolge ihres Ausscheidens ebenfalls eine der Zutaten, wobei Spieler, deren Marker auf der Boom-Seite liegt, stets die Zutat mit dem niedrigsten Wert nehmen müssen. Sind alle Siegpunktmarker aufgebraucht, endet die Partie. Die Spieler addieren nun die Werte ihrer Siegpunktmarker und Karten. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
Bobbidi Boom ist mal wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, dass gute Spiele nicht aufwendig sein müssen. Die Regeln sind wirklich einfach, so dass der Titel etwas für die ganze Familie ist, und trotzdem hat es dieses kleine Kartenspiel ganz schön in sich. Denn man muss sich hier schon sehr gut merken, was man selbst an Karten hat und was man bei der Konkurrenz so in der Auslage gesehen hat, bzw. was sich diese aus dem Zutatenregal gesichert hat. Und doch nutzt am Ende alles nichts, wenn einem das Glück mal wieder nicht hold ist und man dann die Karte aufdeckt, die den Kessel zum Explodieren bringt. Wir hatten mit diesem sympathischen Kartenspiel jedenfalls sehr viel Spaß und sind schon gespannt, was wir von Steinbock Brettspiele in der Zukunft noch erwarten dürfen.
Titel: Bobbidi Boom
Autoren: Guido Albini, Martino Chiacchiera
Verlag: Steinbock Brettspiele









