Zu den Neuheiten, welche der Zoch Verlag auf der SPIEL in Essen vorgestellt hatte, zählt auch das Spiel Käpt`n Memo von Tobias Tesar. Dieses Memory De Luxe kommt dabei in einer quadratischen Standardbox daher, deren Cover der namensgebende Kapitän dominiert, wobei die grafische Gestaltung aus der Feder von Felix Wernke stammt. In der Box selbst sorgt dann ein Pappeinleger für Ordnung beim Spielmaterial. Dieses wiederum besteht aus einem Schiff, fünf Figuren, fünf Truhen, 70 Plättchen, 24 Fässern, 64 Münzen einem Säbel und der mehrsprachigen Anleitung.
Käpt`n Memo und seine Crew haben sich mal wieder aufgemacht, im Memorischen Ozean Schätze zu finden. Doch dieses Seegebiet ist tückisch und hat schon so manches Schiff kentern lassen. Von daher wird sich zeigen, ob die komplette Crew bis zum Ende der Fahrt an Bord bleibt.
Zur Spielvorbereitung werden die 60 Meeresplättchen verdeckt gemischt und 12 davon als Nachziehstapel zur Seite gelegt. Aus den 48 verbliebenen wird in der Tischmitte ein 7×7-Raster gebildet, in dessen Mitte der Säbel kommt. Die Spieler wiederum erhalten die Truhe und die Spielfigur in der Farbe ihrer Wahl. Liegen die Münzen, Fässer, Fernrohr-Plättchen und das Schiff bereit, muss noch ein Käpt`n bestimmt werden. Dann kann die Reise beginnen. Zu Beginn jeder Runde stellt der Käpt`n-Spieler seine Figur vorne in das Schiff. Die übrigen Spieler ihre als Matrosen auf die anderen freien Plätze. Dann wählt der Käpt`n ein Randplättchen aus und deckt dieses auf. Sollte es ein Fernrohrplättchen sein, nimmt er sich das Plättchen und kann es nutzen, um vor seinem nächsten Zug ein beliebiges Plättchen anzuschauen. Sollte es ein Rubinplättchen sein, darf er sich dieses nur nehmen, wenn er bereits so viele Schatzkistenplättchen aufgedeckt hat, wie Rubine abgebildet sind. Alle anderen Plättchen bleiben offen liegen, ohne dass zunächst etwas passiert. Nun stellt der Käpt`n das Schiff auf das aufgedeckte Plättchen bzw. das leere Feld des Rasters, wobei die Schiffsspitze auf das nächste Plättchen zeigen muss, das er aufdecken will. Anschließend können die Matrosen entscheiden, ob sie an Bord bleiben, meutern oder das Schiff verlassen wollen. Verlassen sie das Schiff, erhalten sie so viele Münzen, wie Schatzkistenplättchen aufgedeckt sind. Will ein Spieler meutern, nimmt er den Säbel und deckt das Plättchen auf, das der Käpt`n für den nächsten Zug vorgesehen hatte. Kentert das Schiff nun, sprich, wird ein zweites Plättchen einer schon aufgedeckten Gefahr aufgedeckt, erhält der Meuterer ein Fass und die Fahrt endet. Kentert das Schiff nicht, wird der Meuterer von Bord geworfen. Bleiben die Matrosen an Bord, deckt der Käpt`n wie geplant das nächste Plättchen auf. Die Fahrt endet entweder, wenn fünf Schatzkistenplättchen aufgedeckt wurden, oder das Schiff kentert. Im ersten Fall nimmt der Käpt`n drei der Schatzkistenplättchen und legt sie unter seine Truhe und alle Matrosen erhalten ein Fass, das sie in ihre Truhe werfen. Kentert das Schiff, d.h. werden zwei Plättchen derselben Gefahr aufgedeckt, gehen alle leer aus. Zum Abschluss werden alle offenen Plättchen wieder umgedreht, eventuell leere Felder mit neuen Plättchen vom Nachziehstapel befüllt und der nächste Spieler im Uhrzeigersinn wird neuer Käpt`n. Die Partie endet, wenn nicht mehr alle leeren Felder mit neuen Plättchen bestückt werden können. Die Spieler addieren nun die Werte ihrer gesammelten Münzen, Fässer, Rubine und Schatztruhen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
Käpt`n Memo interpretiert das klassische Memory auf erfrischende Weise neu. Von daher bietet dieses Familienspiel natürlich recht einfache und auch leicht verständliche Grundregeln. Doch unterschätzen sollte man diesen Titel natürlich nicht. Vor allem, wenn jeder Spieler meint, an einer neuen Ecke mit seiner Reise beginnen zu müssen, verliert man sehr schnell den Überblick, was da unter welchem Plättchen zu finden ist. Und dass immer wieder neue Plättchen ins Spiel kommen, macht das Ganze nicht wirklich einfacher. Von daher haben wir hier einen Titel vor uns, bei dem die jüngsten Familienmitglieder im Regelfall die Nase vorne haben werden. Wir hatten mit diesem wirklich schön gemachten Spiel jedenfalls jede Menge Spaß.
Titel: Käpt`n Memo
Autor: Tobias Tesar
Hersteller: Zoch








