Unter den Herbstneuheiten des Jahrgangs 2025 von Amigo fand sich auch das Kartenspiel Shadow Cards des Autorenduos Bob Kamp und Christopher Haviland. Da uns der Titel ganz interessant erschien, haben wir uns ein Exemplar besorgt, welches wir uns heute im Blog einmal genauer anschauen wollen. Geliefert wird Shadow Cards in einer kartenspieltypisch sehr kompakten Rechteckbox mit einer leicht mystisch angehauchten Covergestaltung. Nehmen wir den Deckel ab, so finden wir im Innern einen Block, 60 Karten und das Regelfaltblatt vor, womit auch schon das gesamte Spielmaterial aufgezählt wäre.
Nach Jahren des Friedens bricht unter den südlichen Stämmen ein Konflikt um den Besitz der Shadow Cards aus. Denn die Besitzer der Karten werden mit mächtigen Visionen belohnt. Welcher der Stämme wird am Ende wohl als Sieger aus diesem Konflikt hervorgehen?
Zur Spielvorbereitung werden die Karten gemischt und bei fünf Spielern an jeden 12 als Handkarten verteilt. Bei weniger Spielern werden Stapel von je 15 Karten gebildet, wobei die Stapel, die nicht verteilt werden, in der Tischmitte bleiben. In jeder Runde müssen die Spieler nun schätzen, wie viele Punkte sie mit ihren Stichen erzielen werden. Um diese Zahl anzuzeigen, legen sie zwei ihrer Handkarten mit dem addierten entsprechenden Gesamtwert verdeckt vor sich ab. Haben so alle ihre Vorhersage gemacht, beginnt das Stichspiel. Beginnend mit dem Startspieler bzw. dem Spieler, der den letzten Stich gewonnen hat, spielen die Spieler reihum eine ihrer Handkarten aus, wobei die Farbe bekannt werden muss und rot die Trumpffarbe ist. Wer den Stich gewinnt, nimmt die Karte, wählt eine aus und legt diese oben auf den gewonnenen Kartenstapel, den er vor sich platziert. Sind alle Stiche gespielt, erfolgt eine Auswertung. Hierbei decken die Spieler die Karten ihrer Vorhersage auf und es wird verglichen, ob die addierten Werte der obersten Karten ihrer gewonnenen Stiche diesem Wert entsprechen oder nicht. Je nachdem ob der Wert exakt der Vorhersage entspricht, oder größer oder kleiner ist, erhalten die Spieler dann Erfahrungspunkte, die auf einem Blatt des Wertungsblockes notiert werden. Wer so nach Ende von drei Runden die meisten Erfahrungspunkte gesammelt hat, gewinnt.
Shadow Cards ist mal wieder eines dieser Spiele, das ganz klar in die Kategorie klein aber oho fällt. Denn was nach einem simplen Kartenspiel aussieht, entpuppt sich sehr schnell als ganz schön anspruchsvoller Vertreter seines Genres. Die Regeln an sich sind dabei ja leicht verständlich, aber der Teufel steckt hier einmal mehr im Detail. Denn abzuschätzen, wie viele Punkte man mit seinen Stichen erzielt, ist schon so eine Sache für sich. Dieses Ergebnis dann am Ende zu erreichen, ist dann die nächste Herausforderung, bei der nicht selten die Köpfe rauchen, wenn man mal wieder durchrechnen muss, wie viele Punkte man schon hat und damit welche Karte man zuoberst auf den gewonnenen Stapel legt. Von daher empfiehlt es sich hier ganz klar, zunächst einmal die vorgeschlagene Testpartie zu machen, in der nach und nach die verschiedenen Regelelemente eingeführt werden. Wer an anspruchsvollen Kartenspielen Freude hat, der macht beim Kauf von Shadow Cards jedenfalls definitiv nichts falsch.
Titel: Shadow Cards
Autoren: Bob Kamp, Christopher Haviland
Hersteller: Amigo






