Eine der Neuheiten, die Game Factory zur BerlinCon 2025 angekündigt hatte, ist das Draftingspiel My Park. Es handelt sich hierbei um die deutsche Version des bereits 2022 bei Mercurio erschienenen Titels Oh my Park des Autors Eugeni Castaño. Da wir die Beschreibung ganz interessant fanden, haben wir uns ein Exemplar besorgt, welches nun vor uns auf dem Redaktionstisch liegt. Die Verpackung von My Park bildet eine mehr als kompakte Rechteckbox mit dem namensgebenden Vergnügungspark auf dem Cover. Nehmen wir den Deckel ab, so finden wir im Innern 69 Karten, 84 Münzen und das Regelfaltblatt, womit dann auch das gesamte Spielmaterial aufgezählt wäre.
Achterbahnen, Spielhallen, Restaurants sind alles Zutaten, die einen guten Vergnügungspark ausmachen. Doch wo willst Du welche Attraktion platzieren? Und wird Dein Geld am Ende dafür reichen? Nur wer hier vorausdenkt, wird nachher die Nase vorne haben.
Zur Spielvorbereitung wird eine zufällige Projektkarte gezogen und zusammen mit der Standardwertungskarte in die Tischmitte gelegt. Dann werden die variablen Wertungskarten gemischt, eine gezogen und je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad mit der grünen oder blauen Seite nach oben zu den anderen beiden Karten gelegt. Anschließend werden die Parkkarten gemischt und an jeden Spieler verdeckt zehn ausgegeben. Hat auch noch jeder Spieler 15 Münzen aus dem Vorrat erhalten, kann es losgehen. My Park wird über neun Runden gespielt. In jeder Runde wählen die Spieler eine ihrer Handkarten aus und legen diese zunächst verdeckt vor sich ab. Haben alle eine Karte gewählt, werden diese aufgedeckt. Die Spieler zahlen die aufgedruckten Kosten und platzieren sie regelkonform in ihrem Park. Hierbei gilt zu beachten, dass der Park am Ende so aussehen muss, wie von der Projektkarte vorgegeben, dass neue Karten immer orthogonal an schon liegende angelegt werden müssen und dass die Zahlenwerte der Karten von links oben nach rechts unten im Raster kontinuierlich ansteigen müssen. Kann oder will ein Spieler eine gewählte Karte nicht regelkonform anlegen, kann er sie auch mit der Rückseite nach oben kostenfrei in seinem Park platzieren. Zudem müssen in dieser Phase so genannte Shopaktionen der ausgespielten Karten aktiviert werden, wodurch sich z.B. die Spielrichtung ändert oder Spieler eine zweite Karte ziehen müssen. Danach geben die Spieler ihre verbliebenen Karten an ihren linken Nachbarn weiter und die nächste Runde startet. Die Partie endet, wenn alle Spieler die neunte Karte in ihrem Park platziert haben. Es erfolgt nun eine Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
My Park ist mal wieder ein klassischer Vertreter der Gattung klein aber oho. Im ersten Moment denkt man nämlich unbedarft, dass man es hier mit einem simplen, kleinen Draftingspiel zu tun hätte. Es zeigt sich aber recht schnell, dass es My Park trotz einfacher Grundregeln ganz schön in sich hat. Denn hier will wirklich jede Karte sehr gut gewählt sein, muss man doch nicht nur auf ihren Zahlenwert, sondern auch auf die Farbe, die Kartengattung und eventuelle Shopaktionen achten. Und auch ein Blick in die Parks der Mitspieler kann bisweilen ganz hilfreich sein, um so der Konkurrenz nicht die Karte weiterzureichen, die die gerade dringend bräuchte. Wer sich hier merken kann, was er an Karten weitergibt und damit, was dann potentiell irgendwann wieder bei ihm auftauchen wird, ist ganz klar im Vorteil. Uns hat My Park jedenfalls vollauf überzeugt und dank seiner kompakten Abmessungen und der vergleichsweise kurzen Spielzeit ist auch ein ideales Spiel für unterwegs.
Titel: My Park
Autor: Eugeni Castaño
Hersteller: Mercurio / Game Factory







