RIP

Ein Nachzügler aus dem Spielejahrgang 2024 von Hutter soll Thema unseres heutigen Blogbeitrages sein, und zwar das Kartenspiel RIP des Autors Alexandre Droit, welches im Original bereits 2023 bei Jeux Opla erschienen war. Als Verpackung dient RIP eine kompakte, quadratische Box mit Covergestaltung von Julien Monier, welcher auch für das übrige Artwork verantwortlich zeichnet. Im Innern der Box sorgt dann ein Pappeinleger für Ordnung beim Spielematerial, das aus 74 Karten und dem Regelheft besteht.

In Fanettes Kneipe treiben sich wieder einmal mehr als zwielichtige Gestalten herum. Die Gruppe hat sich darauf spezialisiert, Wohnungen leerzuräumen, in denen jemand verstorben ist, und morgen will sie einem besonders noblen Ort einen Besuch abstatten.

Zur Spielvorbereitung zieht jeder Spieler verdeckt eine Charakterkarte und erhält die Zahlenkarten in der Farbe seiner Wahl, die er verdeckt mischt und vor sich als Nachziehstapel ablegt. Dann werden die zur Spielerzahl und zum gewählten Spielmodus passenden Hauskarten verdeckt gemischt und gemäß Anleitung ein Nachziehstapel aus offenen und verdeckten Karten gebildet, von denen drei als Auslage in die Tischmitte kommen. Haben alle Spieler drei Karten von ihrem Zahlenkartenstapel auf die Hand gezogen und ist ein Startspieler bestimmt, kann es losgehen. Der aktive Spieler wählt in seinem Zug eine seiner Zahlenkarten aus. Ist es die 0, kann er diese offen ablegen, um sich eine der verdeckten Karten der Auslage (Hauskarten oder Zahlenkarte eines Mitspielers) anzusehen, oder um eine verdeckte Zahlenkarte von einer zu einer anderen Hauskarte zu bewegen, oder um zwei verdeckte Zahlenkarten zweier Hauskarten zu tauschen. Ansonsten kann er die 0 wie alle anderen Zahlenkarten auch an eine Hauskarte der Auslage anlegen. Hierbei gilt zu beachten, dass er die Karte offen oder verdeckt anlegen darf, wobei an den vier Seiten einer Hauskarte die Zahlenkarten immer abwechselnd offen und verdeckt angelegt werden müssen. Sobald an einer Hauskarte drei Zahlenkarten anliegen, kommt eine neue Hauskarte vom Hauskartenstapel in die Auslage. Wenn an einer Hauskarte vier Zahlenkarten anliegen, werden alle aufgedeckt. Wer mit seinen Karten den höchsten Zahlenwert erzielt, erhält die Hauskarte als Beute, wobei er diese verdeckt bei sich ablegt. Sollten zwei Spieler beide den höchsten Wert haben, so scheiden sie beim Kampf um die Karte aus und die Karte kommt entweder aus dem Spiel oder geht an den Spieler, der den zweithöchsten Wert angelegt hat. Das Spiel endet, sobald ein Spieler vier Hauskarten erbeutet hat. Die Spieler addieren nun die Werte ihrer erbeuteten Hauskarten und ggf. noch Boni von ihren Charakterkarten. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

RIP ist ein wirklich witziges, sehr schwarzhumoriges Kartenspiel, das sich flott spielt. Die Grundregeln an sich sind recht einfach und schnell erlernt, doch ist dieser Titel alles andere als simpel. Denn bei jeder Zahlenkarte, die man legt, will sehr gut überlegt sein, wo man diese anlegt und auch wie. So kann es bisweilen ratsam sein, die 0 zu nutzen, um nachzuschauen, was denn da für eine verdeckte Hauskarte liegt. Es gibt nämlich durchaus auch welche, die Minuspunkte bringen. Auch sollte man genau im Auge haben, ob da nicht eine Karte in der Auslage liegt, die einem durch die eigene Charakterkarte dann am Ende noch einen Bonus bringt. Von daher haben wir hier ein scheinbar simples Kartenspiel vor uns, das es doch ganz schön in sich hat.

Titel: RIP
Autor: Alexandre Droit
Hersteller: Jeux Opla / Hutter