Zur SPIEL 24 in Essen hatte der tschechische Albi-Verlag aus Prag seine Hauptneuheit Tea Garden mit im Gepäck. Diese wird seit Anfang des Jahres in Deutschland von Hutter vertrieben. Nachdem unser Exemplar jetzt ehrlich gesagt schon „etwas“ länger auf unserem To-Do-Stapel lag, haben wir es dann endlich einmal geschafft, uns das Spiel genauer anzuschauen. Geliefert wird Tea Garden in einer quadratischen Standardbox mit rosafarbener Grundfarbe. Ihr Cover ziert eine stilisierte, chinesische Landschaft aus der Feder von Barbora Srpžižková, welche auch für das restliche Artwork verantwortlich zeichnet. Öffnen wir die Box, so sorgen in deren Innerem ein Tiefzieheinleger und Clipbeutel für Ordnung beim Spielmaterial. Selbiges wiederum besteht aus dem Spielplan, vier Tableaus, 64 Figuren, 140 Karten, 156 Markern, 86 Plättchen und dem Regelheft.
Dem Tee einer Pflanze, die auf den schroffen Gipfeln der Yunnan-Berge wächst, werden wundersame Eigenschaften zugeschrieben. Und so versammeln sich nach einem Aufruf des Kaisers bald die Meistergärtner des Landes, um die Wunderpflanze entlang des Jangtse-Flusses anzubauen. Wer von ihnen wird wohl der Fähigste sein?
Zur Spielvorbereitung einer Partie Tea Garden, das mit maximal vier Personen spielbar ist, wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt und gemäß Anleitung mit Teeschalen- und Region-Bonus-Plättchen bestückt. Teeschalen-, Kaiser- und Teeblatt-Marker kommen als allgemeiner Vorrat daneben, ebenso wie die Decks an Aktions-, Kaiser- und Karawanen-Karten, von denen jeweils eine bestimmte Anzahl als offene Auslage aufgedeckt wird. Anschließend erhalten die Spieler das Tableau, die Figuren und Start-Karten der Farbe ihrer Wahl. Ihre Pagoden stellen sie auf die vorgesehenen Felder ihrer Tableaus bzw. eine in die Startprovinz. Ebenso stellen sie je einen ihrer Teaple auf die Startfelder der Universität und der Kaiser-Leiste, ihren Siegpunktmarker auf das Startfeld der Siegpunktleiste und ihr Boot auf das Startfeld des Flusses. Haben alle noch zwei Teeblätter erhalten und ihre Start-Karten gut durchgemischt, ziehen sie von diesen vier auf die Hand. Zuletzt werden noch der Rundenmarker auf Feld 1 der Rundenleiste gelegt und ein Startspieler bestimmt. Nun kann es losgehen. Eine Partie Tea Garden wird über fünf Runden gespielt, die jeweils aus einer Aktions- und einer Organisationsphase bestehen. In der Aktionsphase spielt der aktive Spieler beginnend mit dem Startspieler Handkarten aus und legt diese an sein Tableau an. Dann sagt er, welche Hauptaktion er durchführen will, wobei die addierte Stärke der ausgespielten Karten darüber entscheidet, wie effektiv die Aktion ist. So kann ein Spieler hier einen neuen Teegarten bauen, eine Aktions-Karte kaufen, Tee ernten, fermentieren oder an Karawanen verkaufen. Zeigt die oberste der ausgespielten Karten ein entsprechendes Symbol, kann der Spieler zudem auch noch eine Nebenaktion wie eine Flussfahrt, Tee-Studien an der Universität, usw. ausführen. Und auch freie Aktionen sind noch möglich. Der Spieler kann hierbei die Reihenfolge dieser drei Aktionstypen frei wählen. Danach ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn am Zug. Dies erfolgt bis zu viermal, wobei für die vierte Aktion Teeblätter aus dem eigenen Vorrat bezahlt werden müssen, oder bis alle Spieler gepasst haben. Nun folgt die Organisationsphase, in der der Rundenmarker vorwärtsbewegt, der Startmarker weitergereicht und die Aktions-Karten-Auslage erneuert werden. Die Spieler wiederum werfen ihre ausgespielten Karten auf ihren Abwurfstapel, führen eine Reifung der Tee-Blätter auf ihren Tableaus durch und ernten Tee aus ihren Teegärten. Haben zuletzt alle vier Karten von ihren Nachziehstapeln auf die Hand gezogen, beginnt die nächste Runde. Nach Ende der fünften Runde erfolgt eine Wertung. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
Wir müssen uns eingestehen, dass wir Tea Garden wirklich zu lange auf unserem To-Do-Stapel hatten. Albi hat hier nämlich ein wirklich sehr gut gemachtes Strategiespiel mit Deckbuilding-Elementen auf den Markt gebracht, das uns bis zur letzten Minute gefesselt hat. Die Regeln per se sind dabei einfach und leicht verständlich, aber doch recht umfangreich, so dass man schon eine Runde braucht, um zu wissen, was man tun kann und wie. Hat man dies einmal verstanden, kann man dann vor allem in den letzten Runden hin und wieder ganze Aktions-Kaskaden auslösen, die einen punktetechnisch doch ganz schön nach vorne pushen können. Das Spiel an sich spielt sich dabei erfreulich flott mit einer überschaubaren Downtime für inaktive Spieler. Wir sind auf jeden Fall schon jetzt auf die Erweiterung von Tea Garden gespannt, die Albi für die SPIEL 25 in Essen im Oktober angekündigt hat.
Titel: Tea Garden
Autor: Tomáš Holek
Hersteller: Albi / Hutter















