2024 stellte der kanadische Verlag Randolph Gaming Pub das Legespiel Seaside des Autors Bryan Burgoyne vor. Unter dem Titel Strandgut ist nun die deutsche Version bei Edition Spielwiese im Vertrieb von Hutter auf den Markt gekommen. Geliefert wird Strandgut in einer recht minimalistisch gehaltenen, länglichen Rechteckbox. Klappen wir diese auf, so finden wir in ihr einen Stoffbeutel mit 70 Scheiben, einem Regelfaltblatt und einer Spielübersicht, womit dann auch schon das gesamte Spielmaterial aufgezählt wäre.
Was gibt es Schöneres, als am Meer Strandgut einzusammeln? Und so macht auch ihr euch auf, einzusammeln, was das Meer so an Land spült, während eine Steife Brise weht.
Eine Partie Strandgut bedarf keiner wirklichen Vorbereitung. Die Scheiben im Stoffbeutel müssen nur einmal gut durchgemischt und ggf. eine gewisse Anzahl entfernt werden, wenn man nicht mit den fünf maximal möglichen Mitspielern spielt. Ist dann ein Startspieler bestimmt, kann es auch schon losgehen. In seinem Zug zieht der aktive Spieler eine der Scheiben aus dem Beutel und schaut sie sich an, ohne sie seinen Mitspielern zu zeigen. Anschließend entscheidet er, welche Seite er nutzen will. Legt er die Scheiben mit der blauen Seite nach oben aus, also eine Muschel, Krabbe oder Assel, kommt die Scheibe in die Tischmitte, das „Meer“. Der Spieler darf nun eine weitere Scheibe aus dem Beutel ziehen. Entscheidet er sich dagegen für die weiße Seite, legt er die Scheibe vor sich ab, auf den „Strand“. Handelt es sich um einen Strandläufer, darf der Spieler eine beliebige Anzahl von Assel-Scheiben aus dem Meer nehmen und unter seinen Strandläufer legen. Hat er bereits einen Strandläufer-Stapel vor sich liegen, muss er nun überprüfen, ob beide Stapel gleich hoch sind. Ist dies nicht der Fall, muss er den niedrigen Stapel abwerfen. Ist die weiße Scheibe eine Küste, darf sich der Spieler so viele Muschel-Scheiben aus dem Meer nehmen, wie er Küsten-Scheiben an seinem „Strand“ liegen hat. Ist die weiße Scheibe eine Welle, muss der Spieler eine seiner Küsten-Scheiben umdrehen und deren Effekt sofort ausführen. Bei Felsen-Scheiben darf der Spieler, sofern er eine gerade Anzahl Felsen vor sich liegen hat, eine beliebige Anzahl Krabben-Scheiben aus dem Meer und eine von einem Mitspieler nehmen. Dann ist der nächste Spieler am Zug. Die Partie endet, wenn ein Spieler die letzte Scheibe aus dem Beutel zieht. Wer nun die meisten Wellen-Scheiben vor sich liegen hat, erhält alle noch im „Meer“ verbliebenen Scheiben. Anschließend stapeln die Spieler ihre gewonnenen Scheiben aufeinander. Wer die meisten hat, gewinnt.
Wer noch nach einem Spiel für den Urlaub sucht, der hat es jetzt gefunden. Strandgut ist der ideale Urlaubsbegleiter schlechthin. Da das Spielmaterial komplett in den Stoffbeutel passt, findet sich für das Spiel eigentlich in jedem Koffer und in jeder Tasche noch ein Plätzchen, wo man es unterbringt. Was es außerdem zum idealen Reisebegleiter macht, sind die wirklich einfachen Regeln, so dass man sofort drauf losspielen kann. Und auch der Platzbedarf beim Spielen selbst ist erfreulich gering, wodurch auch das Strandtuch am Meer oder Badesee mehr als ausreichend ist. Der Glücksfaktor bei Strandgut überwiegt natürlich ganz klar, denn man weiß nie, was man aus dem Beutel zieht. Andererseits fehlt auch das Taktikmoment nicht, denn welche Seite der Scheibe man dann nutzt, das bleibt einem ja selbst überlassen und damit auch, welche Aktionen und Reaktionen man auslöst. Uns hat Strandgut jedenfalls nachhaltig begeistert und mal wieder gezeigt, dass es keiner Materialschlachten bedarf, um ein wirklich gutes Spiel auf dem Tisch zu haben.
Titel: Strandgut
Autor: Bryan Burgoyne
Hersteller: Randolph Gaming Pub / Edition Spielwiese / Hutter






