Dice Manor

Thema unseres heutigen Mittwochsspecials ist das Würfelspiel Dice Manor von Garrett Herdter, welches im Original 2023 bei Arcane Wonders erschienen ist und das 2024 dank einer erfolgreichen Kampagne der Spieleschmiede auch in einer deutschen Version auf den Markt kam. Als Verpackung dient dem Spiel dabei eine quadratische Standardbox mit einer eher etwas unscheinbar gehaltenen Covergestaltung, die erst auf den zweiten Blick offenbart, dass man hier an einem Haus baut. Nehmen wir den Deckel ab, so finden wir das Spielmaterial im Innern durch einen Tiefzieheinleger sauber verstaut vor. Dieses besteht im Einzelnen aus einem Tableau, der Ansehensleiste, 37 Plättchen, 36 Würfeln, vier Zählern, einem Marker, 37 Teilen für die Räume, vier Eingangshallen, vier Übersichtskarten jeweils in deutscher und englischer Sprache, sowie den Regelheften, auch diese in deutscher und englischer Sprache.

Das Bauunternehmen Weltliche Villen GmbH hat seine Mitarbeiter zum Wettbewerb eingeladen. Wer die schönste und prächtigste Villa baut und diese auch noch vermarktet, wird zum Chief Inspiration Officer befördert. Und so versuchen die Planer bald, sich gegenseitig zu übertreffen.

Zur Spielvorbereitung werden das Projekttableau, die Ansehensleiste und die Teile für die Räume gemäß Anleitung in die Tischmitte gelegt. Jeder Spieler erhält die Würfel, den Ansehenszähler und die Werbezähler in der Farbe seiner Wahl, sowie zwei Inspirationsplättchen aus dem allgemeinen Vorrat und eine Übersichtskarte. Den Werbezähler und zwei der Würfel legt jeder Spieler auf die entsprechenden Felder des Projekttableaus, auf das auch noch der Rundenzählermarker kommt. Die Ansehenszähler kommen auf die Startfelder links der Ansehensleiste. Ist auch noch ein Startspieler bestimmt, kann es losgehen. Jede Runde besteht dabei stets aus vier Phasen. In der ersten Phase würfelt der jeweils aktive Spieler alle seine Würfel und setzt dann alle Würfel eines Würfelwertes auf einen Würfelort des Projekttableaus oder in seine Villa. Dies erfolgt reihum so lange, bis alle Spieler alle ihre Würfel gesetzt haben. In der Sammelphase erhalten die Spieler dann ihre Belohnungen. Hat ein Spieler die meisten Würfel auf einem der Blaupausenfelder des Tableaus, erhält er so z.B. die offen ausliegende, entsprechende Blaupause. Auf den Werbeflächenfeldern erhält der jeweilige Spieler, dessen Würfel am Ende auf dem entsprechenden Feld liegen, die dort vermerkte Belohnung und bewegt seinen Werbezähler und seinen Bonuswürfel. Villenbesichtigungen sorgen schließlich für Ansehen. In Phase drei legen die Spieler dann gewonnene Blaupausen an ihre vorhandene Villa passend an. In der abschließenden vierten Phase werden schließlich der Rundenzähler vorgerückt, neue Blaupausen ausgelegt und der Startspielermarker weitergereicht. Nach der vierten Runde erfolgt die große Eröffnung der Villen. Hierzu würfeln die Spieler wie gehabt, platzieren nun aber möglichst alle ihre Würfel passend in Räumen ihrer Villa. Würfel, die nicht platziert werden können, werden neben die Eingangshalle gelegt. Anschließend erfolgt eine Schlusswertung. Wer das höchste Ansehen erreicht hat, gewinnt die Partie.

Dice Manor ist eines dieser Spiele, das recht unscheinbar aussieht und daher im Laden gerne einmal übersehen wird. Dies aber völlig zu Unrecht! Wir haben hier ein wirklich sehr gut gemachtes, kurzweiliges Würfelspiel vor uns, das scheinbar leichte Regeln hat. Anspruchslos ist Dice Manor aber bei Weitem nicht. Denn hier muss man wirklich jedes Mal mehr als genau überlegen, welchen Würfel man einsetzt. So kann es bisweilen durchaus Sinn machen, anfangs eher nur einzelne Würfel zu setzen, um so die Konkurrenz vielleicht doch noch ausstechen zu können. Denn bei den Blaupausen und den Werbeflächen gewinnt, wer die meisten Würfel auf die entsprechenden Felder ablegt. Uns hat dieser Titel jedenfalls vollauf überzeugt, zumal er sich auch wirklich sehr flott spielt und die Downtime für inaktive Spieler überschaubar ist.

Titel: Dice Manor
Autor: Garrett Herdter
Verlag: Arcane Wonders / Spielschmiede