Aus dem Jahr 2023 stammt das Legespiel Town 77 des Autorenduos Christoph Cantzler und Anja Wrede, das wir uns heute im Blog einmal etwas genauer anschauen wollen. Der Titel ist bei Oink Games erschienen, weshalb ihm als Verpackung die übliche, mehr als kompakte Rechteckbox dient. Diese ist dann ebenfalls wie üblich mal wieder randvoll mit Spielmaterial, nämlich im Einzelnen 49 Plättchen, einem Stoffbeutel, fünf Aufstellern, sowie den Regelfaltblättern in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache.
Die Bewohner von Town 77 sind mehr als empfindliche Zeitgenossen. Sie können es nämlich nicht ertragen, wenn in ihrer Stadt Gebäude gleicher Form oder Farbe in einer Reihe stehen. Wird es Dir als Stadtplaner gelingen, Town 77 so zu errichten, dass die Einwohner zufrieden sind?
Zur Spielvorbereitung erhält jeder Spieler einen Aufsteller und die 49 Plättchen kommen in den Stoffbeutel und werden gut durchgemischt. Aus diesem zieht sich dann jeder Spieler vier Plättchen, welche er in den Aufsteller vor sich steckt. Zuletzt wird noch ein Plättchen aus dem Beutel gezogen, das das Startplättchen der neuen Stadt ist. Ist ein Startspieler bestimmt, kann es losgehen. In seinem Zug prüft der aktive Spieler zunächst, ob er drei Plättchen identischer Farbe oder mit identischen Gebäuden hat. Diese darf er in den Beutel abwerfen und drei neue Plättchen ziehen. Dann muss er ein Plättchen von seinem Aufsteller in die Stadt legen. Hierbei gilt zu beachten, dass er dieses immer an ein bereits liegendes Plättchen anlegen muss, dass in jeder Reihe und jeder Spalte jede Farbe und jeder Gebäudetyp nur einmal vorhanden sein darf und dass das 7×7-Raster der Stadt eingehalten werden muss. Kann ein Spieler in dieser Phase keines seiner Plättchen regelkonform anlegen, scheidet er aus der Partie aus. Nach dem Legen zieht der Spieler wieder auf vier Plättchen auf. Zuletzt darf er noch eines seiner Plättchen in den Beutel werfen und ein neues ziehen, dann ist der nächste Spieler am Zug. Die Partie endet, wenn kein Spieler mehr ein Plättchen regelkonform anlegen kann, oder ein Spieler keine Plättchen mehr hat. Es gewinnt, wer die wenigsten Plättchen in seinem Aufsteller hat, oder bei Gleichstand der, der zuletzt noch ein Plättchen legen konnte.
Auch Town 77 wird der Erwartungshaltung, die wir an Spiele von Oink Games über die Jahre so aufgebaut haben, wieder einmal vollauf gerecht. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich. Das Spiel an sich, spielt sich flott und ohne lange Downtime für die inaktiven Spieler. Und trotzdem ist dieser Titel wieder einmal verdammt anspruchsvoll. Denn solange die Stadt nur aus einer Reihe und / oder Spalte besteht, ist das mit dem Anlegen neuer Plättchen ja alles noch ganz einfach. Doch sobald es mehrere Reihen und Spalten sind, wird es von mal zu mal komplizierter. Und was dann einmal als scheinbar kooperatives Bauerlebnis begann, wird schnell zum knallharten Konkurrenzkampf. Denn wenn die „lieben“ Mitspieler hier ohne Rücksicht auf Verluste ihre Plättchen legen, kommt man sehr schnell an den Punkt, an dem man aus der eigenen Auslage nichts mehr regelkonform legen kann. Für uns ist Town 77 jedenfalls einmal mehr eine echte kleine Spieleperle, die Oink Games hier herausgebracht hat.
Titel: Town 77
Autoren: Christoph Cantzler, Anja Wrede
Verlag: Oink Games









