Herr der Ringe: Duell um Mittelerde

Während der SPIEL 24 in Essen hatten wir bei Asmodee ja schon die Gelegenheit, einmal ein wenig in das Zwei-Personen-Spiel Duell um Mittelerde von Repos Production hineinzuschnuppern. Da uns der Titel ganz gut gefallen hatte, wollen wir ihn in unserem heutigen Mittwochsspecial einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Geistige Väter hinter Duell um Mittelerde, welches in einer Rechteckbox mit der typischen Herr der Ringe-Covergestaltung geliefert wird, sind dabei keine geringeren als die beiden bekannten Autoren Antoine Bauza und Bruno Cathala. Nehmen wir den Deckel ab, so sorgt im Innern der Box ein umweltfreundlicher Papp-Tiefzieheinleger für Ordnung beim Spielmaterial. Dieses wiederum besteht aus dem Spielplan, der vierteiligen Ringleiste, 30 Münzen, 69 Karten, sieben Plättchen, 18 Markern, 44 Figuren, einer Spielhilfe und dem Regelheft.

Die Gemeinschaft des Rings will die freien Völker verteidigen und den Ring für immer zerstören. Ihnen gegenüber stehen Sauron und seine Gehilfen, die Mittelerde unterjochen wollen. Welche der beiden Seiten wird das Duell am Ende wohl gewinnen?

Zur Spielvorbereitung wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt und die Ringleiste zusammengesetzt und darunter platziert. Dann werden die Ortsplättchen gemischt, drei von ihnen oberhalb des Spielplans offen ausgelegt und die restlichen verdeckt daneben. In die Aussparungen des Spielplans werden die Marker nach Völkern getrennt verdeckt abgelegt. Oberhalb der Ortsplättchen kommen die nach den drei Kapiteln sortierten und gemischten Kapitelkarten als verdeckte Stapel zusammen mit den Münzen als allgemeiner Vorrat. Aus diesem bekommen die Spieler je nach Rolle, für die sie auch noch die entsprechenden Figuren erhalten, ihr Startkapital. Anschließend stellen die Spieler je zwei Einheiten auf ihre Startgebiete auf dem Spielplan. Eine Partie verläuft über drei Runden. Zu Beginn jeder Runde werden die entsprechenden Kapitelkarten gemäß Anleitung ausgelegt. Nun sind die Spieler abwechselnd am Zug. In seinem Zug kann der aktive Spieler entweder eine erreichbare Kapitelkarte oder ein Ortsplättchen kaufen. Hierfür muss er Münzen aus seinem Vorrat zahlen bzw. die entsprechenden Symbole auf den Karten seiner eigenen Auslage haben. Karten kommen immer in die Auslage des Spielers. Durch Ortsplättchen kann ein Spieler dagegen Einheiten auf den Spielplan stellen. Stellt er diese in Gebiete mit fremden Einheiten, entfernen die Spieler so lange immer gegenseitig je eine Einheit, bis nur noch Einheiten einer Farbe oder keine Einheiten mehr in dem Gebiet sind. Karten und Ortsplättchen können zudem Soforteffekte haben, die die Spieler dann abhandeln. Dies kann zusätzliches Einkommen, zusätzliche Einheiten, zusätzliche Aktionen, die Bewegung auf der Ringleiste, usw. bedeuten. Zudem darf sich ein Spieler, wenn er durch seine Karten die Bedingungen erfüllt, Marker nehmen, welche wiederum dauerhafte Effekte bringen. Kann oder will ein Spieler keine Karte oder Plättchen nehmen, kann er stattdessen auch eine der erreichbaren Karten abwerfen und erhält dafür je nach Runde eine, zwei oder drei Münzen. Die Partie endet, sobald ein Spieler in allen sieben Regionen auf dem Spielplan vertreten ist, oder über sechs verschiedene Völkersymbole auf grünen Karten in seiner Auslage verfügt, oder wenn entweder die Gemeinschaft den Vulkan oder die Nazgûl Frodo und Sam erreichen, mit dem Sieg für den jeweiligen Spieler.

Man merkt schon beim Spielaufbau, dass Antoine Bauza einer der geistigen Väter hinter diesem Titel ist, denn einige der Spielprinzipien erinnern doch sehr an seinen Erfolgstitel 7 Wonders. Nichtsdestotrotz hat er zusammen mit Bruno Cathala hier ein wirklich gut gemachtes Duell-Spiel geschaffen, bei dem es bis zum Schluss spannend bleibt, wer denn nun am Ende die Nase vorne haben wird. Auf welche Taktik man hierbei setzt, bleibt jedem Spieler selbst überlassen, wobei es natürlich auch davon abhängt, ob man am Ende die passenden Karten zur Auswahl hat, oder ob einem der Gegner diese vor der Nase wegschnappt. Einen kleinen Abzug in der B-Note müssen wir bei diesem an sich wirklich schönen und kurzweiligen Spiel aber für den Spielplan vergeben. Denn dieser ist eindeutig aus zu dünner Pappe gemacht, so dass sich diese recht unschön durchbiegt. Dem Spielspaß an sich tut dies aber keinen Abbruch.

Titel: Herr der Ringe: Duell um Mittelerde
Autoren: Antoine Bauza, Bruno Cathala
Verlag: Repos Production / Asmodee