Ape Town

Zu den Frühjahrsneuheiten, welche der Piatnik Verlag aus Wien auf der Spielwarenmesse in Nürnberg Anfang 2025 vorgestellt hatte, gehörte auch das Spiel Ape Town des bekannten Autors Reiner Knizia. Anfang April ist dieser Titel nun in den Handel gelangt und dabei auch ein Exemplar zu uns auf den Redaktionstisch geflattert. Die Verpackung für Ape Town bildet eine quadratische Standardbox mit doch recht düsterer Covergestaltung aus der Feder von Lars Besten, der auch für das sonstige Artwork verantwortlich zeichnet. Nehmen wir den Deckel der Box ab, so sorgen in deren Innerem ein Pappeinleger und Clipbeutel für Ordnung beim Spielmaterial. Dieses wiederum besteht aus dem Spielplan, 60 Scheiben, vier Wertungssteinen, 80 Plättchen, 24 Geldbündeln und dem Regelheft.

Die Affen haben die Herrschaft in einer kleinen, weit entfernten Küstenstadt übernommen. Banden kontrollieren nun die Straßen und kämpfen um die Vorherrschaft in den einzelnen Stadtbezirken…

Zur Spielvorbereitung wird der Spielplan in die Tischmitte gelegt, die 80 Plättchen verdeckt gemischt und an jedes Segment der Revierleiste am Rand des Spielplans eines verdeckt angelegt. Die übrigen werden verdeckt zur Seite gelegt. Jeder Spieler erhält den Wertungsstein und die 15 transparenten Scheiben der Farbe seiner Wahl, sowie sechs Geldbündel. Sobald alle Spieler ihre Wertungssteine auf das Startfeld der Wertungsleiste gelegt haben, werden die Plättchen der ersten beiden Sektoren aufgedeckt. Ist ein Startspieler bestimmt, kann es losgehen. In seinem Zug muss der aktive Spieler eines der offen ausliegenden Plättchen auswählen. Wählt er das am weitesten links liegende, kann er dieses kostenlos nehmen. Wählt er eines, das weiter rechts liegt, muss er auf jedes Segment links davon, neben dem noch ein Plättchen liegt, eines seiner Geldbündel legen. Das gewählte Plättchen platziert er dann auf einem Feld des zugehörigen Stadtviertels und erhält dafür sofort Punkte, sofern er einen Bananenumschlagplatz neben einen Koboldmaki, Schimpansen oder Mandrill legt, bzw. einen dieser drei Affen neben einen Bananenumschlagplatz. Legt er einen Orang-Utan oder Katta, passiert zunächst nichts, außer dass er auf diese Affen noch eine seiner transparenten Scheiben legt. Diese beiden Affen werden von Bedeutung, wenn in einem Stadtviertel das letzte Feld besetzt wird. Es wird nun überprüft, wer die meisten Orang-Utans in diesem Viertel hat. Der Besitzer erhält die Werte alle Koboldmakis, Schimpansen und Mandrills als Punkte. Bei einem Gleichstand bei den Orang-Utans erhält stattdessen der Besitzer der meisten Kattas diese Punkte. Die Kattas haben zudem auch noch Bedeutung für die Wertung benachbarter Viertel. Sollten im gewerteten Viertel mehr Kattas sein, als in einem benachbarten, erhalten alle Spieler, die Kattas im gewerteten Gebiet haben, Punkte für Koboldmakis, Schimpansen und Mandrills im benachbarten Gebiet, wobei deren Gesamtwert unter den beteiligten Spielern aufgeteilt wird. Die Partie endet, wenn alle Felder des Spielplans besetzt sind. Die Spieler addieren nun noch die Anzahl der Geldbündel in ihrem Besitz zu ihren Punkten dazu. Wer so die meisten Punkte hat, gewinnt.

Bei Spielen von Reiner Knizia kann man beim Kauf eigentlich nichts falsch machen und so ist es auch im Falle von Ape Town. Wir haben hier ein spannendes Strategiespiel mit Area-Control-Mechanismus, das zwar einfache Grundregeln hat, aber alles andere als simpel ist. Hier muss man nämlich sehr genau überlegen, welches Plättchen man nimmt und wo man es hinlegt. Denn schneller als man denkt, findet irgendwo eine Wertung statt und ist man dann im betreffenden Viertel nicht selbst präsent oder hat im Nachbarviertel mehr Kattas als im gewerteten, füllt man ungewollt der Konkurrenz das Punktekonto. Von daher kann es dann bisweilen auch sinnvoll sein, in einem Viertel eine Wertung auszulösen, bei der alle leer ausgehen, um so den Mitspielern in die Suppe zu spucken. Wir hatten mit diesem Titel jedenfalls von der ersten bis zu letzten Minute unseren Spaß.

Titel: Ape Town
Autor: Reiner Knizia
Hersteller: Piatnik