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Energieland

Bisweilen trifft man an Orten auf Brettspiele, an denen man diese nie vermutet hätte. So hütet das Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg, das an der Universität Hohenheim angesiedelt ist, zwischen den Archivalien des Energieversorgers EnBW und seiner Vorgängerfirmen auch einen besonderen Schatz, die Wirtschaftssimulation Energieland. Das genaue Entstehungsdatum wie auch der Spieleautor sind leider nicht überliefert und auch wenn das Spielmaterial, das neben dem Spielplan noch Würfel, Spielfiguren, Spielkarten und Spielgeld umfasst, sehr professionell und gut gestaltet daherkommt, kann Energieland seinen Prototypcharakter nicht verleugnen.

In Energieland treten gesteuert durch einen Spielleiter vier Spielergruppen als Vorstände von Energieversorgern an. Das Spielgeschehen ist in dem Zeitrahmen zwischen 2010 und 2030 angesiedelt und innerhalb dieser 20 Jahre muss jede Gruppe den Wert ihres Unternehmens maximieren, wozu sie mit Rohstoffen handelt und in so genannte Assets investiert.

Zu Spielbeginn erhält jede Gruppe ihr Ausgangsportfolio an Assets und ihr Startkapital. Der Spielleiter wählt eines der Szenarien aus und nachdem jede Gruppe über eine Unternehmensstrategie beraten hat, startet die Partie. Energieland ist rundenbasiert, wobei eine Runde 2 Jahre umfasst. Innerhalb einer Runde können die Spielergruppen eigene Assets zum Verkauf anbieten, Rohstoffe kaufen, Kredite aufnehmen und verdeckt auf vom Spielleiter neu aufgedeckte Assets bieten. Darüber hinaus können Ereigniskarten, die ebenfalls vom Spielleiter ausgelegt werden, den Spielverlauf weiter beeinflussen. Nach 10 Runden erfolgt schließlich die Endabrechnung und die Gruppe mit dem höchsten Unternehmenswert gewinnt.

Um es vorwegzunehmen, wir haben keine 10 Runden durchgehalten. Die Spielidee von Energieland ist durchaus reizvoll und von der Thematik her hochaktuell, aber man merkt dem Spiel an, dass es noch nicht vollkommen ausgereift ist. Zu vieles ist unklar oder in den vierseitigen Regeln gar nicht erst erklärt. Aber vielleicht greift ein Spieleverlag die Idee nochmal auf und entwickelt sie zu einer wirklich spielbaren Wirtschaftsimulation weiter. Das Potential, am Ende ein anspruchsvolles und interessantes Brettspiel zu werden, hätte Energieland auf jeden Fall.

Titel: Energieland
Autor: unbekannt
Verlag: Eigenverlag der EnBW