Spieletests

Kartel

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg im Januar diesen Jahres sind wir über Gangsterspiel Kartel des Autors Reiner Knizia gestolpert, das vom schweizer Spieleverlag Helevetiq vertrieben wird. Es kommt in einer extrem kompakten, aber wirklich schön und solide gestalteten Box daher, in der sich das komplette Spielmaterial in Form von 42 Plättchen, einem Spielplan, dem Würfel und der Ermittlerfigur, sowie den Regeln in insgesamt 8 Sprachen verbirgt.

Das Verbrechen schläft bekanntlich nie. Insgesamt 7 Verbrecherbanden machen die Stadt unsicher, doch ihre Tage sind gezählt, denn ein Ermittler versucht die Verbrecher der Reihe nach zu überführen und die Bosse der Kartelle hinter Gitter zu bringen. Oder wird er am Ende doch schwach werden und sich Schmiergelder in die Tasche stecken?

Kartel ist für maximal 6 Spieler ausgelegt und recht fix aufgebaut. In die Tischmitte wird der Spielplan gelegt, die Spielchips gut gemischt und in einem Kreis um ihn angeordnet und schließlich die Ermittlerfigur in eine Lücke in diesem Kreis gestellt. Der Startspieler würfelt nun und bewegt die Ermittlerfigur im Uhrzeigersinn maximal so viele Plättchen vorwärts wie das Würfelergebnis zulässt. Den so erreichten Chip nimmt er zu sich und legt ihn vor sich ab, es sei denn es ist ein Boss, dieser wandert dann ins Gefängnis auf dem Spielplan. Alle Chips in der Farbe des verhafteten Bosses, die schon von Spielern aus dem Kreis genommen wurden, werden jetzt umgedreht und bilden den Erfolgsstapel der jeweiligen Spieler. Sind 5 Bosse im Gefängnis endet die Partie sofort und es beginnt die Wertung. Chips auf dem Erfolgsstapel und Schmiergeldchips nicht verhafteter Bosse bringen Punkte, Gangsterchips nicht verhafteter Bosse zählen jeweils als 1 Minuspunkt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Eine Partie Kartel dauert maximal 15min und das Spiel wird auch nach wiederholtem Spielen nie langweilig, da keine Partie der anderen gleicht. Von daher ist es bestens als Partyspiel oder als schnelles Spiel für Zwischendurch bestens geeignet. Zudem gefällt das wirklich schön gestaltete Spielmaterial und auch die einfachen Regeln sind ein klarer Pluspunkt.

Titel: Kartel
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Helvetiq

Saboteur – The Lost Mines

Im Rahmen seiner diesjährigen Frühjahrsneuheiten hat der Verlag Amigo Spiele im Januar das Familienspiel Saboteur – The Lost Mines des Autors Frederic Moyersoen herausgebracht. Das Spielmaterial umfasst 91 Karten, 25 Plättchen, 10 Zwerge nebst Standfuß, den Spielplan und die Anleitung. Dies alles findet in einer stabilen Box mit grafisch ansprechend gestaltetem Cover sicher seinen Platz.

Zwei Zwergen-Clans erforschen einen Wald, in dem sich 4 Minen mit Schätzen verbergen. Doch der Weg dahin ist steinig und nicht ohne Gefahren. Hindernisse, Fallen und Trolle können überall lauern. Und auch auf das eigene Team kann man sich nie 100-ig verlassen, spielen doch manche für die gegnerische Mannschaft oder ganz selbstsüchtig nur für den eigenen Vorteil.

Bis zu 9 Spieler können bei einer Partie Saboteur – The Lost Mines mitmachen. Die Spielvorbereitungen gehen dabei relativ fix. Die Karten für die vier Minen werden gemischt und zufällig auf die entsprechenden Markierungen auf dem Spielplan verteilt. Danach werden die Rollenkarten gemischt und an die Spieler verteilt, die so offen zeigen, welchem Clan sie scheinbar angehören und auf der Rückseite zusätzlich geheime Charakterinformationen erhalten. Nach dem Bereitlegen der Schatzkarten und Platzieren der Startkarten werden auch noch die Wege- und Aktionskarten zusammengemischt und jeder Spieler erhält einen Satz Handkarten davon. Der Rest dient als verdeckter Nachziehstapel.

Der Startspieler führt nun eine von 3 möglichen Aktionen aus. Er kann entweder eine passende Wegekarte auf dem Spielplan platzieren, oder eine Aktionskarte ausspielen oder passen und 2 Karten von seiner Hand abwerfen. Danach darf er seine Zwergenfigur auf dem Spielplan auf bereits gelegten Wegekarten bis zu 3 Karten vorwärts bewegen. Am Ende zieht er so viele Karten vom Nachziehstapel auf die Hand, wie er vorher gelegt oder abgeworfen hat. Danach folgen die anderen Spieler im Uhrzeigersinn. Erreicht ein Spieler in seinem Zug eine Mine, dreht er sie um und erhält den entsprechend Schatz oder den Drachenmarker. Sind alle Schätze eingesammelt oder der Nachziehstapel leer und keiner hat mehr Handkarten, endet die Runde und es erfolgt eine Wertung. Danach startet eine zweite Spielrunde, die wie die erste vorbereitet wird. Wer am Ende der zweiten Runde die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie.

Das Spielprinzip von Saboteur – The Lost Mines ist extrem interessant, weiß man doch nie, wer wirklich Mitspieler und wer wirklich Konkurrent ist. Durch die 2 Spielrunden, bei denen Charaktere und Schätze wieder vollkommen neu gemischt werden und den stets variablen Aufbau des Wegenetzes auf dem Spielplan gleicht zudem keine Partie der anderen. Weitere Pluspunkte sind der mehr als kundenfreundliche, erfreulich günstige Preis von gerade einmal 19,99 € und die leicht verständlichen, einfach zu erlernenden Regeln.

Titel: Saboteur – The Lost Mines
Autor: Frederic Moyersoen
Verlag: Amigo

Monster Match

Monster Match ist ein Partyspiel des Autorenduos Ken Gruhl und Quentin Weir, dessen deutsche Version seit kurzem vom Stuttgarter Verlag Kosmos angeboten wird. Das Spielmaterial findet in einem putzigen, kleinen Stoffmonster seinen Platz und umfasst, neben den Regeln, 2 Würfel, einen Marker und 55 Karten.

Monster haben die Stadt überfallen und drohen alle Donuts aufzufressen! Das kann natürlich nicht sein und so machen sich die Spieler als mutige Monsterjäger auf, die Kreaturen einzufangen. Doch nicht jedes Monster ist gleich viel wert und so lohnt es sich, genau hinzuschauen, welches von ihnen man einfängt, denn nur derjenige mit den meisten Donutpunkten gewinnt am Ende die Partie.

Die Spielvorbereitungen für eine Partie Monster Match, an der maximal 6 Spieler teilnehmen können sind, schnell erledigt. In die Tischmitte wird der so genannte Nix-Chip gelegt, die Monsterkarten gemischt und 10 offen um den Chip auf dem Tisch gruppiert. Der Startspieler nimmt die beiden Würfel und würfelt mit diesen die Eigenschaften der Monster aus, die es aktuell zu fangen gilt. Sobald ein Spieler ein passendes Monster auf dem Tisch entdeckt, muss er so schnell wie möglich mit dem Finger auf die entsprechende Karte tippen und bis zum Rundenende den Finger dort lassen. Danach erhält er die Karte und legt sie verdeckt auf seinen so genannten Donut-Stapel. Sind keine passenden Monster vorhanden muss so schnell wie möglich auf den Nix-Chip getippt werden, um sich so die oberste Karte vom Nachziehstapel zu sichern. Danach kommen 10 neue Monster von diesem ins Spiel. Ist der Nachziehstapel leer endet das Spiel sofort und die Spieler zählen die Donutsymbole ihrer Monsterkarten zusammen. Derjenige mit den meisten gewinnt.

Monster Match ist ein extrem kurzweiliges Spiel, das für kleine wie große Spielefans gleichermaßen geeignet ist und seinen Zweck als lustiges, schnelles Partyspiel vollauf erfüllt. Dazu tragen nicht zuletzt auch die einfachen, leicht verständlichen Regeln aber auch das wirklich witzig gestaltete Spielmaterial bei. Kombiniert man 2 Sets von Monster Match und erhöht die Anzahl der ausliegenden Monster entsprechend, ist es problemlos auch mit mehr als 6 Spielern spielbar. Wobei es empfehlenswert ist, tiefhängende Lampen über und Gläser auf dem Spieltisch in Sicherheit zu bringen. Denn eine Partie kann durchaus recht wild werden, wenn alle gleichzeitig versuchen, ein wertvolles Monster zu ergattern.

Titel: Monster Match
Autor: Ken Gruhl, Quentin Weir
Verlag: Kosmos

Black Stories – 5 nach 12 Edition

Die Black Stories Reihe des Moses Verlages aus Kempen hat unlängst einmal mehr Zuwachs erhalten. 5 nach 12 Edition heißt der neuestes Vertreter der Reihe, bei dem es wieder einmal gilt, 50 knifflige, rabenschwarze Rätsel zu lösen. Diese stammen diesmal aus der Feder des Vaters der Black Stories, Holger Bösch, selbst. Wie der Name der Edition schon vermuten lässt, ist das Schicksal der Protagonisten der zu lösenden Rätsel besiegelt. Wenn ihre Geschichten anders verlaufen wären, hätten sie wohl ein weniger tragisches Ende erleiden müssen, allerdings wäre uns so auch jede Menge schauriger Rätselspaß entgangen. Dieser findet sich nun auf 50 Rätselkarten, für deren Illustration Bernhard Skopnik verantwortlich zeichnet. Sie sind, wie gewohnt, in einer kompakten, schwarzen Schachtel zusammen mit den bekannten Spielregeln untergebracht und garantieren großen wie kleinen Spielerunden viele Stunden Spielspaß.

Titel: Black Stories – 5 nach 12 Edition
Autor: Holger Bösch
Verlag: Moses

Dominion – Fan Edition 1

Im November 2014 brachte Rio Grande Games die so genannte Dominion – Fan Edition 1 heraus. Im Gegensatz zu den bisherigen Editionen handelt es sich hierbei um keine klassische Erweiterung, sondern um eine Box mit Zusatzmaterialien für die Dominion-Fans.

So umfasst sie 60 Kupfer-Karten, wovon 30 glanzveredelt sind. 40 Leerkarten, auch hier 20 glanzveredelt, geben den Spielern die Möglichkeit, eigene Kartenkreationen zu schaffen. Desweiteren sind noch 2 Ablagetableaus für eine Zweierpartie, 27 beschreibbare Trennkarten für diejenigen, die die Karten nach eigenem System sortieren, sowie eine kleine Reisebox, in der man sein Deck sicher unterbringen kann, enthalten.

Für die meisten Käufer sicherlich das wichtigste Argument für die Anschaffung dürften aber ohne Zweifel die beiden Promokarten Gouverneur und Prinz sein, die diese Erweiterung ebenfalls mitliefert.

Titel: Dominion – Fan Edition 1
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games

Terraforming Mars – Präludium

Und auch 2018 hat die Terraforming Mars Reihe einmal mehr Zuwachs erhalten. Präludium heißt die neue Erweiterung. Wie ihr Name schon vermuten lässt, ist sie vor dem eigentlichen Terraforming Prozess angesiedelt und es gilt, die strategische Ausrichtung seines Konzern beim Terraforming des Mars geschickt zu beeinflussen. Hierzu liefert die Erweiterung 35 so genannte Präludium-Karten, ein kurzes Regelblatt und zusätzlich noch 7 neue Projekt- und 5 neue Konzernkarten, sowie die korrigierte Projektkarte Drehimpuls-Asteroid für die letztjährige Erweiterung Nächster Halt: Venus. Präludium kann mit dem Grundspiel allein oder auch zusammen mit den übrigen, bisher erschienenen Erweiterungen kombiniert werden. An den Grundregeln des Spiels ändert sich nichts, es werden nur zu Beginn an die Spieler 4 Präludium-Karten verteilt, von denen sie 2 behalten und zum Start der Partie nach dem Bezahlen ihrer Projektkarten ausspielen.

Die Präludium-Karten als wirklich neues Spielelement liefern dem jeweiligen Spieler entweder einen Schnellstart beim Terraforming oder gewähren seinem Konzern einen zusätzlichen Schub. Dies bringt einmal mehr vollkommen neue taktische Optionen ins Spiel und kann die Spieldauer einer Partie um rund 30 min reduzieren.

Wie gewohnt, ist Präludium qualitativ gut gemacht und kommt in einer optisch ansprechend gestalteten kleinen Box daher. Ob die 20,–, die man dafür investieren muss, aber gerechtfertigt sind, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Titel: Terraforming Mars – Präludium
Autor: Jacob Fryxelius
Verlag: Schwerkraft Verlag

Selfish – Space Edition

Anfang des Jahres ist uns auf der Spielwarenmesse in Nürnberg ein Kartenspiel des englischen Verlages Ridley`s Games ins Auge gestochen. Mittlerweile ist Selfish – Space Edition nun im Handel, wenngleich momentan offiziell nur in England selbst. Aber da der Versandriese Amazon andere Produkte des Verlages bereits im Programm hat, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Selfish auch seinen Weg ins Programm deutscher Spielehändler findet. Einstweilen müssen Interessierte das Spiel in England direkt ordern. Für rund 16,– erhalten sie eine kleine, liebevoll gestaltete Box, in der das Spielmaterial in Form von 126 Spielkarten, einer Aufbauhilfe – dem so genannten Mission Guide – und die Spielregeln Platz finden.

Wir befinden uns auf einer Raummission, die wohl irgendwie etwas schiefgelaufen ist, denn in Selfish treiben die Spieler als Astronauten durch den Weltraum. Das rettende, aber beschädigte Raumschiff ist greifbar nah, doch die Sauerstoffvorräte gehen zur Neige. Und dann sind da noch die Mitspieler, die auch in das Raumschiff wollen. Dies gilt es, getreu dem Motto „Es kann nur einen geben“, natürlich zu verhindern. Wer wird als Erster das Raumschiff erreichen und sich in Sicherheit bringen oder werden am Ende alle in den unendlichen Weiten des Weltalls sterben?`

Selfish ist für 2 bis maximal 5 Spieler ausgelegt. Jeder Spieler wählt seine Astronautenkarte, die mittels des Mission Guide ebenso wie die Raumschiffkarte auf dem Tisch platziert werden. Zu Spielbeginn erhalten alle einen Vorrat an Sauerstoff, anschließend wird der restliche Sauerstoff zu den Game-Karten gemischt, von denen nun alle Spieler 4 weitere Karten bekommen. Die übrigen Game-Karten dienen als verdeckter Nachziehstapel. Nachdem auch die Space-Karten gemischt und verdeckt platziert sind, kann die Partie beginnen. In seiner Runde zieht ein Spieler eine Game-Karte, entscheidet dann, ob er, wenn er die entsprechenden Karten auf der Hand hat, eine oder mehrere Aktionen ausführen will, indem er die Game-Karten ausspielt und die Anweisungen ausführt. Überspringt er diesen Schritt, kommt gleich Phase 3, in der der Spieler entscheidet, ob er seine Position im Raum beibehält, was einen Sauerstoff kostet, oder sich für 2 Sauerstoff einen Schritt Richtung Raumschiff bewegt. In diesem Fall wird hinter ihm eine Space-Karte auf dem Tisch platziert und die dort vermerkten Aktionen ausgeführt. Wer als Erster die sechs Schritte Richtung Raumschiff schafft und am Ende seines Zuges noch mindestens einen Sauerstoff auf der Hand hat, gewinnt.

Wie der Name schon vermuten lässt, gilt es in Selfish, gnadenlos eigensinnig zu sein und keine Rücksicht auf seine Mitspieler zu nehmen. Das allein reicht aber selten zum Sieg, denn vor allem die Space-Karten haben immer wieder auch negative Auswirkungen auf den aktiven Spieler selbst, so dass die sicher geglaubte Strategie sich plötzlich in Nichts auflöst. Als schnelles Spiel für Zwischendurch mit einfachen Regeln und hohem Wiederspielwert ist Selfish von daher auf jeden Fall sehr empfehlenswert und eine lohnende Anschaffung.

Titel: Selfish – Space Edition
Autor: Ridley
Verlag: Ridley`s Games

Dominion – Nocturne

Seit August diesen Jahres ist mit Nocturne die mittlerweile 11. Erweiterung von Dominion auch in der deutschen Version erhältlich. Wie gehabt im Vertrieb von ASS, umfasst Nocturne insgesamt 500 Karten, welche in der bekannten Box mit passendem Einleger sauber aufgeräumt ihren Platz finden.

Wie der Name der neuesten Erweiterung schon erahnen lässt, kommt als wichtigste Neuerung die Nacht-Spielphase mit in die Partie. Hierzu gibt es auch spezielle Nacht-Königreichkarten. Ist mindestens eine von ihnen im Spiel, schließt sich an die normale Kaufphase eine Nacht-Phase an, in der nur diese Nacht-Königreichkarten aber in beliebiger Anzahl ausgespielt werden dürfen.

Mit den Königreichkarten des Typs Segen und Unheil bringt Nocturne zwei weitere neue Kartentypen. Während Segen-Karten dem Spieler positive Effekte in Form von Gaben bescheren, verursachen die Unheil-Karten negative Effekte, die so genannten Plagen. Gaben und Plagen gehören nicht zum eigentlichen Vorrat des Spieldecks. Sie werden daher nie in das Kartendeck eines Spielers integriert, sondern vor ihm abgelegt, bis ihre Effekte abgehandelt sind. Diese Sonderrolle wird auch dadurch deutlich, daß die Karten querformatig sind.

Drei Plagen und auch eine Königreichkarte verschaffen dem jeweiligen Spieler einen Zustand, den vierten neuen Kartentyp. Auch die Zustände sind nicht Teil des Spieldecks und daher wie Gaben und Plagen querformatig.  So lange sie gültig sind, bleiben sie vor dem jeweiligen Spieler liegen.

Last but not least gibt es mit den Königreichkarten des Typs Erbstück noch eine fünfte Neuheit bei Nocturne. Sind sie im Spiel, ersetzen die Spieler in der Spielvorbereitung ein Kupfer durch das entsprechende Erbstück.

Vor allem mit der Nacht-Spielphase bringt Nocturne ein komplett neues Spielelement in die Dominion-Partien. Aber auch Gaben, Plagen und Zustände sorgen mit ihren Effekten für zusätzliche Abwechslung im Spielverlauf. Von daher lohnt sich die Anschaffung nicht nur wegen der wieder einmal neuen Deck-Building Möglichkeiten.

Titel: Dominion – Nocturne
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games

Seat wars


Anders Ayala hat über Kickstarter das Spiel Seatwars realisiert, in dem 2 – 5 Spieler mit ihren Fahrgästen um die Spitzplätze in einem Bus kämpfen.

Der Spielplan kann für 2 Spieler, oder für 3 – 5 Spieler aufgebaut werden.
Zu Beginn des Spiels bekommt jeder Spieler 5 Karten, sowie 5 Spielmarker, um seine Fahrgäste im Bus zu markieren.

In jeder Runde haben die Spieler 3 Aktionen:

Eine Aktionskarte von der Hand spielen, einen Fahrgast auf einen der freien Plätze setzen, oder für einen Fahrgast, der es geschafft hat eine Runde lang seinen Sitzplatz zu verteidigen, die Punkte erhalten.
Für jede Aktion, die ein Spieler nicht genutzt hat, darf er am Ende seines Zuges eine Karte ziehen.

Wenn gerade kein freier Sitzplatz zur Verfügung steht, können die Spieler die Fahrgäste ihrer Gegenspieler von ihren Sitzplätzen verteiben. Der stärkere Fahrgast gewinnt.
Über Aktionskarten können die Spieler ihren Fahrgästen helfen, länger durchzuhalten.

Ziel des Spiel ist es, die meisten Punkte zu sammeln. Fahrgäste, die eine Runde auf ihrem Platz sitzen bleiben, bringen ihre volle Punktzahl. Werden sie durch Aktionkarten früher gewertet, bringen sie nur einen Teil der Punkte.
Wärend des Spiels tauchen hin und wieder Gegenstände auf, die den Spieler zusätzliche Punkte bringen können.

Titel: Seat wars
Auto: Andres Ayala
Verlag: detestable games

Red Light

Ein Kartenspiel das von Pornhub gesponsert wird? Wir müssen zugeben, dass wir mehr als skeptisch waren, als wir Red Light – A Star is Porn, eine Variante des italienischen Bestsellers Squillo des Autors und Musikers Immanuel Casto, erstmalig auf der Spiel `18 in Essen entdeckt haben. Nichts destotrotz haben wir uns an einen Test gewagt. Das Spielmaterial von Red Light umfasst 100 Spielkarten, die in einer kleinen handlichen Pappschachtel mit stabilem Einleger zusammen mit dem Regelfaltblatt Platz finden.

In Red Light führen die Spieler Filmstudios, die sich auf die Produktion von „Erwachsenenfilmen“ spezialisiert haben. Ziel ist es, mit seinen Pornostars Filme zu produzieren und so Auszeichnungen zu erwerben. Wem es als Erstem gelingt, vier dieser Auszeichnungen zu erwerben, gewinnt. Doch so einfach, wie dies klingt, ist es nicht, denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und kann einem das Leben und die Arbeit bisweilen sehr schwer machen.

Red Light ist für 2 bis 6 Spieler ausgelegt. Der Aufbau ist schnell erledigt, indem zunächst die Auszeichnungs-, Film-, Pornostar- und Eventkarten getrennt gemischt werden. Auszeichnungs- und Filmkarten werden verdeckt bereitgelegt. Von den Pornostarkarten erhält jeder Spieler eine, die er sofort offen vor sich auslegt. Von den Eventkarten erhält jeder vier, die er auf die Hand nimmt. Danach werden die verbliebenen Pornostar- und Eventkarten zusammengemischt und verdeckt als Nachziehstapel des so genannten Hauptdecks bereitgelegt. Die Partie kann beginnen. Der Spielzug beginnt damit, dass der aktive Spieler zwei Karten vom Hauptdeck zieht. Sind Pornostars dabei, müssen diese offen ausgelegt werden. Anschließend entscheidet er, ob er einen oder mehrere seiner Pornostars aktiviert, um Filme zu produzieren, eine Auszeichnung zu erwerben oder gegnerische Pornostars auszuschalten. Dabei kann er zusätzlich noch seine Eventkarten nutzen. Am Ende seines Zuges werden die aktivierten Pornostars wieder in den Ruhezustand versetzt und der nächste Spieler ist an der Reihe. Die Partie endet, sobald ein Spieler vier Auszeichnungen hat.

Auch wenn die Thematik auf den ersten Blick ja etwas schlüpfrig daherkommt und nichts für prüde Zeitgenossen ist, Red Light ist definitiv ein Kartenspiel mit extrem hohem Spaß- und Wiederspielfaktor. Die Grundmechanismen sind mehr als einfach, aber durch die Eventkarten und ihre Effekte wird eine Partie sehr abwechslungsreich und manch mühsam erdachte Strategie löst sich innerhalb eines Augenblicks in Wohlgefallen auf. Was auch gefällt, sind die wirklich schön gestalteten Grafiken der Karten, die trotz des Pornothemas nie geschmacklos wirken. Vor allem die Pornostar-Karten, die der berühmte Comic-Zeichner Milo Manara gestaltet hat, sind ein echter Hingucker und allein schon die rund 20,– wert, die für das Spiel im Versandhandel aufgerufen werden. Da vom italienischen Original Squillo mittlerweile zahlreiche Themen-Editionen erschienen sind, ist es mehr als wahrscheinlich, dass es auch von Red Light in Zukunft noch weitere Varianten geben wird.

Titel: Red Light – A Star is Porn
Autor: Immanuel Casto
Verlag: Freak & Chic