Spieletests

Agricola – Frankreich Deck

Schon etwas länger, nämlich seit 2014, ist das Frankreich Deck des Strategiespiels Agricola von Lookout Games zu haben. Es umfasst wie gewohnt 60 neue kleine Anschaffungen und 60 neue Ausbildungen, die wieder in einer kompakten Box Platz finden. Wie der Name schon verrät, nimmt uns das Kartendeck nach Frankreich mit, weshalb uns Baguette und Camembert, Marie Curie und Honore de Balzac auf den schön gestalteten Karten begegnen.

Das Frankreich Deck ist – ebenfalls wie üblich – als eigenständig spielbares Deck konzipiert, mit dem sich die Karten des Grundspiels ersetzen lassen. Genauso kann man die Karten dieses Decks aber auch mit denen des Grundspiels und anderer Erweiterungen zusammenmischen. Beim Verlag aktuell nicht mehr erhältlich, ist diese Erweiterung aber bei den großen Versandhändlern für rund 15,– noch zu haben. Ob sich die Anschaffung lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden, wobei sich für die Hardcore-Fans, diese Frage eh nicht stellt, sondern eher die nach dem Erscheinungstermin des nächsten neuen Kartendecks.

Titel: Agricola – Frankreich Deck
Autor: Uwe Rosenberg
Verlag: Lookout Games

Reworld

Der Weltraum, unendliche Weiten…

So oder so ähnlich könnte das Motto zu dem Strategiespiel Reworld lauten, das wir auf dem Pressetag von Pegasus Spiele im Oktober 2017 erstmals antesten konnten. Mittlerweile ist der Titel des Autorenduos Wolfgang Kramer und Michael Kiesling bei Eggertspiele erschienen und wird von Pegasus Spiele vertrieben. Das Spielmaterial umfasst den Spielplan, 4 Frachter und 4 Punktemarker, 100 Modulplättchen, 20 Stadtschilder, 30 Offizierkarten, 15 Bevölkerungsschiffe, 1 Rundenmarker, 1 Startspielermarker, 1 Stoffbeutel und die Regeln. Dies alles ist in einer soliden Box sicher untergebracht.

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft und die Menschheit such nach einem neuen Planeten, um diesen zu besiedeln. Eurybia scheint ein geeigneter Kandidat zu sein und so machen sich 4 mutige Admiräle daran, ihre Raumschiffe auszurüsten, um den Planeten für die Ankunft der ersten Siedler vorzubereiten. Städte wollen gebaut werden, ein Verteidigungsnetz muss entstehen. Doch nur wer sein Raumschiff schon beim Start richtig beladen hat, wird diese Aufgabe erfolgreich meistern und als Retter der Menschheit in die Geschichte eingehen.

Bevor eine Partie Reworld beginnen kann, erhält jeder Spieler sein Raumschiff und setzt seinen Punktemarker auf die 0 auf der Punkteleiste des Spielplans, der die Raumstation Colossus zeigt. Dort werden auch die Bevölkerungsschiffe platziert und an jeden der Kopplungsarme der Raumstation ein zufällig aus dem Stoffbeutel gezogenes Modulplättchen gelegt. Die Stadtschilder werden nach Anfangsbuchstaben sortiert, der Rundenmarker ganz links auf der Rundenleiste platziert, die Offizierskarten gemischt und jeder Spieler erhält 7 von ihnen. Kapitel 1 von Reworld kann starten. Beginnend mit dem Startspieler kaufen die Spieler reihum Modulplättchen, wobei sie dafür eine oder mehrere Offizierkarten in den jeweiligen Kartenslot legen. Der Zahlenwert der obersten Offizierskarte gibt dabei vor, in welche Ladebucht des eigenen Raumschiffes das Modul verstaut werden muss. Alternativ kann ein Spieler auch den Startspielermarker erwerben. Kann kein Spieler mehr Modulplättchen kaufen, werden eventuell verbliebene entfernt und durch einen kompletten Satz neue ersetzt. Die Offizierkarten werden eingesammelt, gemischt und wieder verteilt und die Runde beginnt von neuem. Dies erfolgt 5 mal, bis keine Modulplättchen mehr im Stoffbeutel sind.

Danach beginnt Kapitel 2, die Besiedlung von Eurybia. Wiederum beginnend mit dem Startspieler laden die Raumfahrer nun die Module am Zielort aus. Je nach Art können sie unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Terrabots sind nötig, um Städte zu gründen, wobei jeder Spieler nur maximal eine Stadt je Geländetyp A – E gründen kann. Bautrupps übernehmen den Ausbau der Städte, allerdings darf pro Stadt nur eine der 5 vorhandenen Baufirmen tätig sein, einzig die Agrarfirma als sechster Typ kann in jeder Stadt verwendet werden. Shuttles übernehmen den Transport der Bautrupps auf die Oberfläche, da diese nicht selbstständig fliegen können. Alternativ können Shuttles auch zum Ausbau des Verteidigungsnetzes genutzt werden. Satelliten schließlich liefern entweder Sonderpunkte bei der Endabrechnung oder dienen ebenfalls zum Ausbau des Verteidigungsnetzes. Haben alle Spieler alle ihre Modulplättchen aus ihren Raumschiffen ausgeladen, endet die Partie und es erfolgt die Wertung.

Reworld scheint auf den ersten Blick recht einfach zu sein, zumal sich die Spielmechanismen leicht erlernen lassen und die Regeln erfreulich kurz gehalten sind. Doch steckt der Teufel wie so oft im Detail. Das richtige Beladen des eigenen Raumschiffes will akribisch geplant sein, denn am Zielort angekommen wird das als erstes ausgeladen, was als letztes in jede Ladebucht eingeladen wurde. Auch will genau bedacht sein, wieviel Shuttlekapazität nötig ist, um alle Bautrupps auf die Oberfläche zu bekommen. Da zudem Boni winken, wenn ein Spieler als Erster einzelne Ziele erreicht, beeinflusst auch dies wiederum die Strategie, was und wann es am sinnvollsten vom Raumschiff auf den Planeten geschafft werden sollte. Von daher präsentiert sich Reworld als anspruchsvolles und komplexes Strategiespiel, das so manche Überraschungen bereithält.

Titel: Reworld
Autoren: Wolfgang Kramer und Michael Kiesling
Verlag: Eggertspiele / Pegasus Spiele

Queendomino

Als Weiterentwicklung des Erfolgstitels Kingdomino, das den Kritikerpreis für das Spiel des Jahres 2017 erhalten hatte, erschien bei Pegasus Spiele Ende 2017 Queendomino. Auch für dieses Familienspiel zeichnet der Autor Bruno Cathala verantwortlich. Wie bei Pegasus üblich, findet das gesamte Spielmaterial in einer stabilen, schön gestalteten Box seinen Platz. Es umfasst einen großen Turm für die 48 Dominosteine, 32 Gebäude- und 4 Startplättchen, 42 Münzen, das Gebäudetableau, Holzfiguren der Queen und des Drachen, 22 Ritter, 15 kleineTürme, 4 Schlösser, 8 Könige, den Wertungsblock und die Anleitung.

Als Herrscher von vier kleinen Königreichen müssen die Spieler Ländereien erwerben, um ihr Herrschaftsgebiet zu vergrößern. Dabei gilt es, geschickt zu taktieren und vorausschauend zu planen. Denn nur wer die richtigen Ländereien in seinen Besitz bringt und diese klug kombiniert, wird bei der Endabrechnung den Sieg davontragen.

Maximal 4 Spieler können bei Queendomino gegeneinander antreten. Vor Beginn einer Partie erhält jeder sein Startplättchen, sein Schloss und einen König in seiner Farbe, sowie einen Ritter und Münzen im Wert von 7. Die Dominosteine werden gemischt und in den großen Turm gefüllt. Die Gebäudeplättchen werden ebenfalls gemischt und die obersten 6 auf den freien Feldern des Gebäudetableaus platziert, während der Rest als Nachziehstapel fungiert. Nachdem auch noch Drache und Queen bereitgelegt wurden, kann die Partie starten. Hierzu werden zunächst 4 Dominosteine aus dem Turm gezogen und nach aufsteigendem Wert mit der Ländereiseite nach oben ausgelegt. Der Spieler, dessen Königsfigur per Zufall als erste gezogen wird, sucht sich eines der Plättchen aus, die anderen folgen entsprechend. Nun werden 4 neue Dominosteine ausgelegt und neben den bereits besetzten ebenfalls wieder nach aufsteigendem Wert platziert. Der Spieler auf dem obersten Dominostein, nimmt diesen und legt ihn passend an sein Königreich an. Danach kann er seine Ritter nutzen, um Steuern einzutreiben, Gebäude bauen und den Drachen bestechen, um Gebäude auf dem Gebäudetableau zu zerstören. Als letzten Schritt muss er seinen König auf einen der neu gezogenen Dominosteine stellen. Es folgen aufsteigend die übrigen Spieler, bis alle Dominosteine besetzt sind, so dass wieder 4 neue gezogen werden müssen. Sind alle Dominosteine gezogen, endet die Partie und es erfolgt eine Endabrechnung.

Queendomino ist ein extrem kurzweiliges Spiel mit leicht verständlichen und gut erlernbaren Regeln. Trotzdem erfordert es einiges an taktischem Denken, denn die Dominosteine wollen richtig aneinandergelegt sein, um möglichst große, zusammenhängende Gebiete eines Geländetyps zu haben. Daneben gilt es auch, die Ausrichtung der Plättchen zu berücksichtigen, denn nur so erhält man am Ende ein 5×5 Felder großes Königreich. Zusätzlich muss man auch beim Kauf der Gebäudeplättchen geschickt agieren. Nur sie liefern z.B. Türme, die nötig sind, damit die Queen das eigene Königreich besucht. Genauso können sie bei der Endabrechnung wichtige zusätzliche Punkte beisteuern. Da Queendomino zudem so konzipiert ist, dass es mit Kingdomino kombiniert werden kann, so dass auch Partien mit 5 bis 8 Spielern möglich sind, ist dieses Spiel auch für alle Besitzer von Kingdomino eine absolut lohnende Anschaffung.

Titel: Queendomino
Autor: Bruno Cathala
Verlag: Pegasus Spiele

Dominion Basisspiel 2. Edition

Seit August 2017 ist in Deutschland die 2. Edition des Basisspiels von Dominion erhältlich. An den Spielregeln hat sich gegenüber der Ursprungsausgabe nichts verändert. Auch umfasst die 2. Edition nach wie vor 500 Karten, die, ebenfalls wie gehabt, in einer Box mit entsprechender Einlage sauber geordnet untergebracht sind.

Was sind also die Neuerungen? Zum einen hat Rio Grande Games die Grafiken einiger Karten überarbeitet und auch die Texte auf den Königreichkarten klarer formuliert, wo dies nötig war. Zum anderen und dies ist für den Dominion-Fan wahrscheinlich von größerer Bedeutung, wurden 7 Königreichkarten durch komplett neue Karten ersetzt. Desweiteren enthält ein beigefügtes Infoblatt Errata für weitere 3 Königreichkarten – im einzelnen Thronsaal, Mine und Geldverleiher – deren Anweisungen nun optional ausgeführt werden können und nicht mehr verpflichtend sind. Last but not least erhält der Käufer der 2. Edition einen Zugangscode für die Online-Version von Dominion, um diese 1 Jahr gratis spielen zu können.

Da für Spielerunden mit mehr als 4 Spielern sowieso ein zweites Grundspiel sinnvoll ist, ist die 2. Edition daher sicherlich nicht nur für den Hardcore-Fan, dem sich mit den 7 neuen Königreichkarten neue Varianten des Deck-Building eröffnen, eine lohnenswerte Anschaffung.

Titel: Dominion Basisspiel 2. Edition
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games

Terraforming Mars – Nächster Halt: Venus

Nachdem die Menschheit den Mars erfolgreich kolonisiert hat, hat sich die Erdregierung entschlossen, nun auch die Kolonisierung der Venus in Angriff zu nehmen. Dies ist die Rahmenhandlung für die zweite Erweiterung von Terraforming Mars, die der Schwerkraft Verlag erstmals auf der Spiel `17 angeboten hat. Nächster Halt: Venus kann sowohl mit dem Grundspiel als auch der Hellas & Elysium-Erweiterung kombiniert werden. Sie bringt als zusätzliches Spielmaterial das Venus-Spielbrett, 5 neue Konzernkarten, 49 zusätzliche Projektkarten sowie den Venus-Marker und Plättchen für den Meilenstein Wolkenkönig und die Auszeichnung Venusianer mit. An den Grundregeln ändert sich nichts, allerdings gibt es am Ende der Produktionsphase jetzt optional die so genannte Solarphase, in der die Erdregierung vertreten durch den Startspieler einen Terraforming Schritt auf dem Mars vollzieht. Durch diese kleinen Variationen des Grundspiels ist es dem Spielautor einmal mehr gelungen, komplett neue Elemente in das Spiel zu bringen.

Wie üblich ist auch Nächster Halt: Venus qualitativ gut gemacht, was allerdings auch wieder seinen Preis hat. Wer zur Kolonisierung der Venus aufbrechen will, muss erst einmal 27,– für diese neueste Erweiterung von Terraforming Mars investieren.

Titel: Terraforming Mars – Nächster Halt: Venus
Autor: Jacob Fryxelius
Verlag: Schwerkraft Verlag

Dominion – Mit 6 oder mehr Spielern

Auf der Spiel `08 hatte das Spiel Dominion des amerikanischen Autors Donald X. Vaccarino seine Premiere, das in der Folge zum Spiel des Jahres 2009 gekürt wurde. Mit ihm erreichte der bisher nur bei Anhängern von Trading-Card-Games bekannte Spielmechanismus des Deck-Building erstmals die breite Masse der Spielefans. Zunächst im Vertrieb von Hans im Glück, übernahm der Herausgeber Rio Grande Games die Vermarktung der Dominion-Reihe 2013 wieder selbst und setzt in Deutschland auf den Verlag ASS Altenburger als Vertriebspartner. Das Dominion-Grundspiel umfasst 500 Karten (Basiskarten und 25 Typen Königreichkarten), die zusammen mit den Spielregeln in einer Box mit entsprechender Einlage sauber sortiert untergebracht werden können.

In Dominion starten die Spieler als Kleingrundbesitzer mit einem Kartendeck aus etwas Geld und einigen Ländereien. In der Folge gilt es nun, das eigene Kartendeck und somit sein Imperium durch geschicktes Taktieren auszubauen. Dies geschieht auf drei Ebenen. Zum einen muss das Geld vermehrt werden, denn je höherwertig eine Karte ist, desto teurer ist sie auch. Zum zweiten muss das eigene Kartendeck um Aktionskarten, die so genannten Königreichkarten, ergänzt werden, die dem Spieler zusätzliche Aktionsmöglichkeiten in seiner Runde geben. Und nicht zuletzt müssen auch die Ländereien ausgebaut werden, denn nur sie zählen in der Endabrechnung und bringen den Sieg.

Das Dominion Grundspiel ist für maximal 4 Spieler ausgelegt. Für Partien bis zu 6 Spieler bietet Rio Grande eine Box mit zusätzlichen Basiskarten (Punktekarten, Geldkarten und Fluchkarten) an, für noch größere Runden müssen 2 Grundspiele kombiniert werden, um eine entsprechende Menge Basiskarten zu haben.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler 7 Geldkarten Kupfer, sowie 3 Punktekarten Anwesen. Diese mischt jeder Spieler und legt sie als persönlichen Nachziehstapel vor sich ab. Die obersten 5 Karten bilden seine Starthandkarten. Die übrigen Geld- und Punktekarten, sowie die Fluchkarten und ein Set von 10 Typen an Königreichkarten werden als allgemeiner Vorrat in die Tischmitte gelegt.

Reihum führt nun jeder Spieler seinen Zug aus, der aus 3 Phasen besteht. In der Aktionsphase kann er mindestens eine Aktionskarte ausspielen und führt die Anweisungen auf der Karte aus. In der nun anschließenden Kaufphase kann er mindestens eine Karte aus dem allgemeinen Vorrat zum Ausbau seines Kartendecks kaufen und legt diese offen auf seinen Ablagestapel. Die Aufräumphase beendet den Spielzug. Hier legt der Spieler alle noch vorhandenen Handkarten auf seinem Ablagestapel ab, auf den auch die übrigen ausgespielten Karten wandern. Vom Nachziehstapel zieht er 5 neue Karten auf die Hand.

Das Spiel endet, sobald keine Provinzen mehr im allgemeinen Vorrat sind oder 4 beliebige Stapel aus diesem aufgebraucht sind. Jeder Spieler zählt nun die Punktwerte aller seiner Karten im Deck zusammen und derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Dominion ist ein komplexes Spiel, hat aber leicht verständliche Regeln. Der Reiz liegt in der großen Variabilität, die sich dadurch ergibt, dass man die 10 Typen an Königreichkarten für den allgemeinen Vorrat immer wieder neu kombinieren kann. Dadurch muss die Strategie zur Gestaltung des eigenen Kartendecks ebenfalls immer wieder überdacht und neu ausgerichtet werden. Zudem bieten sich beim Deck-Building selbst unterschiedliche Grundstrategien, bei denen man den Fokus mehr auf die Punkte- und Geldkarten oder aber mehr auf die Aktionskarten legen kann.

In der Mehrspielerversion hat man bei Dominion logischerweise längere Wartepausen, bis man wieder zum Zug kommt, als beim Standardspiel mit maximal 4 Spielern. Da aber die Kartenstapel bei mehr Spielern auch schneller schwinden, gilt es hier die Spielzüge der Mitspieler noch genauer zu beobachten, weshalb Partien auch mit 6 oder mehr Spielern problemlos möglich sind. Bei 7 oder 8 Spielern sollten entweder außer den Basiskarten auch die Königreichkarten des zweiten Grundspiels verwendet werden oder alternativ die Partie erst enden, wenn mindestens 5 beliebige Stapel aufgebraucht sind.

Titel: Dominion
Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: Rio Grande Games

Terraforming Mars – Hellas & Elysium

Pünktlich zur Spiel `17 hat der Schwerkraft Verlag mit Hellas & Elysium die von den Fans lang erwartete Erweiterung von Terraforming Mars herausgebracht.  Zwei neue Spielbretter zeigen weitere Regionen des roten Planten, die es nun zu besiedeln gilt. Der Hellas-Spielplan umfasst dabei die Region um den Südpol bis hinunter zum Mars-Äquator. Auf dem Eylsium-Spielplan ist dagegen die Region westlich von Tharsis zwischen dem Olympus Mons und dem Elysium Mons abgebildet. Am grundsätzlichen Spielprinzip ändert sich bei der Verwendung der neuen Spielpläne nichts. Dafür gibt es neue Meilensteine und auch Auszeichnungen, die errungen werden können. Zudem variieren die Platzierungsregeln für einige der Plättchen. Dank dieser kleinen Änderungen müssen die Spieler für die beiden neuen Spielpläne vollkommen neue Strategien entwickeln, um am Ende siegreich aus einer Partie hervorzugehen.

Zur Qualität des Spielmaterials gilt, was schon zum Grundspiel gesagt wurde. Es ist solide und gut gemacht. Der Preis von 20,– ist unserer Meinung nach dagegen etwas hoch angesetzt für ein simples doppelseitiges Spielbrett. Auch wenn man bei Direktbestellung beim Verlag noch die exklusive Projektkarte Pinguine dazu erhält.

Titel: Terraforming Mars – Hellas & Elysium
Autor: Jacob Fryxelius
Verlag: Schwerkraft Verlag

Machi Koro Fussball

Die Fussball-WM in Russland im Juni dieses Jahres wirft ihre Schatten voraus. So hat der Kosmos Verlag in diesen Tagen eine neue Version des bekannten Kartenspiels Machi Koro des Japaners Masao Suganuma herausgebracht, das sich der Thematik widmet. In Machi Koro Fussball erschaffen sich die Städtebauer diesmal eine eigene kleine Fussballwelt. Das Spielmaterial umfasst 112 Karten, 2 Würfel, 72 Münzplättchen und die kurze Anleitung. Dies alles findet in der bekannten kleinen Box Platz, die sich nun in rasengrün und im Fussballdesign präsentiert.

Das Spielprinzip und auch die Regeln entsprechen 1:1 denen des Grundspiels, weshalb wir an dieser Stelle auf unseren Test der Basisversion verweisen. Was sich geändert hat, sind die Kartenmotive, die nun alle Bezug zur Fussballwelt haben, wobei die Motive wie gewohnt liebevoll gestaltet sind. Zudem bietet Kosmos für diese Edition eine Erklär-App an, die das Spielen auch ohne Regellesen ermöglichen soll.

Wie das Grundspiel ist auch Machi Koro Fussball für maximal vier Spieler ausgelegt, kann aber durch die Kombination zweier Sets problemlos auch zu acht gespielt werden. Hierbei tritt wieder der Faktor, dass sich der Fokus von den teuren zu den günstigen Projektkarten verschiebt, auf, den wir schon in unserer Achterrunde mit dem Basisspiel beobachtet hatten. Allerdings bietet sich diese neue Edition von Machi Koro dazu an, sie in der Zukunft einmal mit dem Grundspiel zu kombinieren. Wir werden baldmöglichst über unsere Erfahrungen damit berichten.

Titel: Machi Koro Fussball
Autor: Masao Suganuma
Verlag: Kosmos

Mission zum Mars 2049

Etwas versteckt auf der Spiel `15 hatte auch der lettische Spieleverlag Black`N`White Games  seinen Stand, der dort damals erstmals das Strategiespiel Mission zum Mars 2049 des Autors Dagnis Skurbe vorgestellt hat. Auch wenn es nur für maximal 4 Spieler ausgelegt ist, hat uns sowohl die Spielidee als auch die Machart schon damals begeistert, so dass wir das Spiel hier heute nochmal etwas näher betrachten wollen. Das Spielmaterial umfasst neben dem Regelheft und dem Spielbrett, 120 Spielkarten, 154 Marker, 1 Würfel, 4 Spielerblätter und diverse Ersatzteile sowie Plastiktütchen, in denen das Spielmaterial sicher aufbewahrt werden kann. Dies alles ist in einer schön gestalteten nicht allzu großen Box untergebracht.

Wir befinden uns, wie der Titel schon verrät, im Jahr 2049, 20 Jahre nach der ersten erfolgreichen Besiedlung des Mars. Um die Kolonierung des roten Planeten weiter voranzutreiben, muss vor allem die Wasserversorgung der Kolonisten sichergestellt werden, wozu es gilt, den eisigen Mars-Nordpol zu erobern. Doch dies erfordert Ressourcen, die die vier konkurrierenden Kolonien erst gewinnen müssen, um am Ende zum Nordpol zu gelangen. Sieger ist, wer als Erster dort seine H2O-Station errichtet.

Mission zum Mars 2049 ist wie bereits erwähnt für maximal 4 Spieler ausgelegt. Zu Spielbeginn erhält jeder der Mars-Kolonisten das Spielmaterial in seiner Farbe sowie ein Startset von Ressourcen. Danach wählt jeder Spieler den Standort seiner ersten Basis-Station, um die je eine Luft-, Lebensmittel- und Mineralienstation, die so genannten Ressourcenstationen, platziert werden. Wer am Zug ist, würfelt und führt zunächst die Aktion gemäß Würfelergebnis aus. Danach kann er noch eine weitere Aktion ausführen, indem er z.B. Ressourcenkarten tauscht, oder diese zum Erwerb von Missionskarten, Wegkarten, Laboratorien oder neuen Stationen nutzt. Letzteres ist essentiell, um einerseits seine eigene Rohstoffversorgung auszubauen und andererseits die eigene Kolonie bis an den Rand des Nordpols zu schieben. Dort angekommen, können die Wegkarten nun eingesetzt werden, um einen Weg durch das Eis bis zum Pol zu errichten, bevor der Spieler hier seine H2O-Station bauen kann und die Partie damit endet.

Mission zum Mars 2049 hat zwar einfache, leicht zu erlernende Regeln, erfordert aber trotzdem strategisches Denken und genaue Planung. So ist vor allem für die Platzierung der neuen Stationen einiges an Weitblick nötig und auch die Nachbarn und ihre Aktionen gilt es dabei, nicht aus den Augen zu verlieren. Mission zum Mars 2049 präsentiert sich so als extrem kurzweiliges Spiel, bei dem eine Partie selten länger als 60 min dauert und das daher auch gut mehrmals hintereinander spielbar ist. Erweiterungen, vor allem für mehr Spieler waren zwar von Seiten des Autors angedacht, sind aber bisher leider noch nicht verwirklicht worden.

Titel: Mission zum Mars 2049
Autor: Dagnis Skurbe
Verlag: Black`N`White Games

Hellapagos

Schiffbruch! So lässt sich das Motto von Hellapagos des Autorenteams Laurence und Philippe Gamelin, das 2017 in einer deutschen Version beim französischen Verlag Gigamic erschienen ist, wohl am treffendsten umschreiben. Das Spielmaterial verbirgt sich in einer kompakten kleinen Box mit witzig gestalteter Grafik und umfasst neben den Regeln, den Spielplan, 3 Marker, 92 Karten, 6 Holzkugeln und einen Jutesack. Aktuell ist das Spiel ausverkauft, die neue Auflage soll aber Ende Juni in den Handel kommen.

Gerade noch waren die Spieler auf einer Kreuzfahrt und finden sich nun auf einer kleinen Insel als Schiffbrüchige wieder. In der Eile konnten sie nur noch wenige Gegenstände greifen, bevor sie mit den anderen Passagieren von Bord gehen mussten. Doch es ist noch nicht geschafft. Um zu überleben, müssen Vorräte gesammelt werden und sie brauchen ein Floß, um wieder von der Insel zu kommen. Aber die Überlebenden sind dort nicht allein und die Zeit drängt, denn ein Hurrikan naht.

Hellapagos ist für 3 bis maximal 12 Spieler konzipiert und die Regeln leicht verständlich. Ebenso schnell ist die Startaufstellung aufgebaut, bei der jeder Spieler einen Satz Karten mit seinen Startgegenständen erhält, und ein Grundvorrat an Wasser und Nahrung vorgegeben wird. In einer Runde kann sich nun jeder Spieler entscheiden, ob er für die Gruppe nach Nahrung sucht oder Wasser sammelt. Oder der Spieler begibt sich in den Wald, um dort nach Holz für den Bau des Floßes zu suchen. Doch Vorsicht! Wer sich zu tief in den Wald traut, wird feststellen, dass es dort giftige Tiere gibt. Eine weitere mögliche Aktion ist es, im Schiffswrack nach Gegenständen zu tauchen. Angefangen von Werkzeug und Nahrungsrationen gibt es dort Waffen und andere nützliche Dinge. Allerdings ist nicht alles, was man so findet, am Ende wirklich hilfreich. Haben alle Spieler ihre Aktion durchgeführt, muss überprüft werden, ob genügend Wasser und Nahrung für die Gruppe vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall entscheidet die Gruppe, wer nichts erhält und damit ausscheidet. Sofern der betroffene Spieler nicht vielleicht doch einen Gegenstand auf der Hand hat, der ihn rettet. Nach maximal 10 Runden erreicht der Hurrikan die Insel und die letzten Überlenden müssen nun auf dem Floß die Insel verlassen, was neues Konfliktpotential birgt, denn es muss sich erst noch zeigen, ob Platz und Vorräte wirklich für alle reichen.

Das Spiel ist sehr kurzweilig und hält sein Versprechen, ein kooperatives Spiel zu sein. Zumindest solange, bis die Vorräte nicht mehr reichen und jeder egoistisch sein eigenes Überleben sichern will. Gerade diese Komponente macht Hellapagos so reizvoll. Zudem kann es mit einer guten Ausstattung punkten, bei der vor allem der Aufsteller für das Wrack, in dem die Karten für die Ausrüstung ihren Platz finden, und der Jutesack für die Holzkugeln eine besondere Erwähnung verdienen. Gerade für Anfänger, die Hellapagos zum ersten Mal spielen, empfiehlt es sich, eine (oder zwei) der Karten ohne Regen zu den fünf Karten mit dem Hurrikan zu mischen. Das sorgt für weniger Probleme mit Wassermangel. Ein weiterer Tipp ist, sich gute Ausrüstung zu sichern. Gerade Karten, die permanent im Spiel bleiben und für Wasser, Essen oder Holz sorgen, sind eine große Hilfe.

Titel: Hellapagos
Autoren: Laurence und Philippe Gamelin
Verlag: Gigamic