Klassiker

Klassiker: Pompeii – Die letzten Tage

In unserer Rubrik Klassiker soll es heute um das Strategiespiel Pompeii – Die letzten Tage des Autorenteams  Simonini und Morgantini gehen, das Mitte der 1990er-Jahre beim belgischen Spieleverlag Challenge erschienen ist. Zum Spielmaterial gehören der Spielplan, 8 Spielfiguren, 2 Würfel, Spielkarten, Spielgeld, Lavaplättchen, sowie das Regelwerk in 6 Sprachen. Dies alles ist in einer zeittypisch großen Box mit schön gestaltetem Cover untergebracht.

Pompeii versetzt uns zurück in das Jahr 79 n. Christus, als die Stadt am Fuße des Vesuvs ihre Glanzzeit hatte. Jeder Spieler verkörpert einen wohlhabenden Bürger, einen Patron, wobei die Autoren besonderen Wert auf den geschichtlichen Hintergrund gelegt haben. So haben alle im Spiel vorkommenden Personen und Gebäude auch wirklich im historischen Pompeii existiert. Hauptziel des Spieles ist es, beim Ausbruch des Vesuvs am 24. August des Jahres 79, sich selbst und möglichst viele andere Bürger zu retten, um am Ende zu siegen. Die zufällig auf die Stadt herabregnenden Lavamassen machen dies aber zu einem schwierigen Unterfangen.

Das Spiel ist für maximal 8 Personen konzipiert, wobei das Startkapital je nach Anzahl der Mitspieler variiert. Nach dem Aufbau des Spielplanes starten zunächst alle Spieler in die erste Spielphase. In dieser werden die 107 Felder am äußeren Rand des Spielplanes durchlaufen, auf denen Gebäude und Personen, die so genannten Klienten um die Gebäude zu füllen, erworben werden können. Hat ein Spieler den äußeren Parcours gemeistert, kann er sich entscheiden, in die zweite Phase einzutreten. Hierzu wechselt er in den inneren Teil des Spielplans, der einen Grundriss des antiken Pompeii darstellt. Man zieht nun Karten vom Stapel Vita Romana, die vorgeben, was innerhalb der Stadt zu tun ist. Dies kann die Aufforderung sein, sich an bestimmte Orte zu begeben, oder der Erhalt von Zahlungen bzw. die Aufforderung, diese zu leisten. Es ist daher klug, nicht sein komplettes Kapital in Phase 1 für den Erwerb von Gebäuden und Klienten auszugeben. Wird die Karte „Ultima Die“ gezogen, bricht der Vesuv aus und Phase 3 beginnt. Hierbei müssen die Spieler zu ihren Gebäuden gelangen, um die dort lebenden Klienten aus einem der Stadttore heraus in Sicherheit zu bringen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Phase 2 ist, nimmt automatisch nicht an Phase 3 teil. Erschwert wird die Rettungsaktion durch die Vesuvius Karten, die jeder Spieler in seiner Runde ziehen muss und die vorgeben, welcher Stadtbezirk von Lava verschüttet wird. Das Spiel endet, wenn alle Klienten gerettet sind oder alle Spieler ausgeschieden sind oder keine Rettungsaktionen mehr möglich sind. Sieger ist, wessen gerettete Klienten zusammen den höchsten Wert aufweisen.

Pompeii ist ein recht kurzweiliges Spiel, das vor allem auch durch seine einfachen, leicht verständlichen Regeln gefällt. Durch das Zufallsmoment, das sowohl durch die Vita Romana- als auch die Vesuvius-Karten gegeben ist, gleicht zudem keine Partie der anderen, so dass es auch gut mehrmals hintereinander spielbar ist. Dem Spielmaterial sieht man natürlich an, dass es aus den 1990er-Jahren stammt, aber es kann sich durchaus auch heute noch mit aktuellen Spielen messen.

Titel: Pompeii – Die letzten Tage
Autor: S. Simonini und M. Morgantini
Verlag: Challenge sprl

Klassiker: Raumflotte Gothic

In unserer neuen Rubrik Klassiker werden wir in loser Folge Spiele vorstellen, die schon vor längerer Zeit erschienen und teilweise auch nur noch antiquarisch erhältlich sind. Den Auftakt bildet Raumflotte Gothic von Games Workshop. Der englische Spieleverlag ist vor allem für seine Tabletop-Reihen Warhammer und Warhammer 40.000 bekannt. Daneben erscheinen immer wieder Saisonspiele, mit identischem Spielprinzip, die aber nur kurze Zeit offiziell im Verkauf sind. Eines dieser Saisonspiele war Raumflotte Gothic, das in Deutschland 1999 erstmals angeboten wurde. Als Teil der Warhammer 40.000-Reihe war es als Strategiespiel für Raumschlachten konzipiert, wobei die Rahmenhandlung die Invasion des so genannten Gothic-Sektors durch die Mächte des Chaos lieferte.

Die Grundbox enthielt neben einem dicken Regelbuch, Spielmarkern, Würfeln und Messlinealen auch die entsprechenden Raumschiffminiaturen für die imperiale Flotte und die Flotte des Chaos in Bausatzform, mit denen wenigstens zwei Spieler eine Partie starten konnten. In den folgenden Monaten ergänzten weitere Miniaturen dieser beiden Völker und später auch weiterer Fraktionen wie der Space-Orks, der Eldar, der Dark Eldar oder der Tyraniden das Angebot.

Da Battlefleet Gothic wie gesagt von vorneherein als Saisonspiel konzipiert war, verschwand es nach gut einem Jahr auch wieder aus dem offiziellen Programm. Über die Mailorder von Games Workshop blieben die Miniaturen aber eine gewisse Zeit noch weiter erhältlich. Daneben brachten die Games Workshop Töchter Specialist Games Studios und Forge World noch zusätzliche Miniaturen heraus, so dass am Ende für alle Völker des Warhammer 40.000 Universums Raumschiffe und entsprechende Regeln vorhanden waren. Letztere wurden 2004 in einem eigenen Regelbuch namens Battlefleet Gothic Armada zusammengefasst, das als PDF auf der Games Workshop Seite heruntergeladen werden konnte.

Auch wenn die Raumschiffminiaturen aufgrund vieler kleiner Anbauteile sehr heikel für einen wirklichen Einsatz auf dem Spielfeld sind, erfreut sich Raumflotte Gothic bis heute einer großen Fangemeinde. So nutzen einige Spieler mittlerweile die Möglichkeiten des 3D-Drucks, um ihre Flotten um weitere Raumschiffe zu ergänzen. Zudem brachte Tindalos Interactive 2016 das Echtzeitstrategiespiel Battlefleet Gothic Armada heraus. Ob und wann es jemals wieder eine Neuauflage des Tabletops geben wird, war auch auf Nachfrage am Stand von Games Workshop auf der Spielwarenmesse in Nürnberg nicht zu erfahren, doch ausgeschlossen ist es nicht.