Alle Beiträge von Alex

Kingdomino und Queendomino mit 8 Spielern

Unlängst hatten wir hier das Spiel Queendomino des Autors Bruno Cathala vorgestellt, das von Pegasus Spiele vermarktet wird. In den Spielregeln ist eine Variante erwähnt, bei der Queendomino mit Kingdomino des selben Autors kombiniert wird und somit auch mehr als 4 Spieler an einer Partie teilnehmen können. Die Regeln gehen hierbei allerdings maximal von einer Sechserrunde aus. Da beide Spiele aber für jeweils 4 Spieler ausgelegt sind, lag es nahe, einmal eine Partie in einer Achterrunde zu testen.

Neben dem kompletten Spielmaterial aus Queendomino benötigt man hierzu aus Kingdomino noch die Startplättchen nebst zugehörigen Schlössern und Königsfiguren, sowie die 48 Dominosteine, die wie gehabt, gemischt und in den entsprechenden Turm gefüllt werden. Der Aufbau und der Spielablauf folgen den Regeln von Queendomino mit der einzigen Ausnahme, dass immer 8 statt 4 Dominosteine ausgelegt werden, wobei man diese abwechselnd aus dem Turm von Queendomino und jenem von Kingdomino zieht.

Außer der Tatsache, dass die Münzen teilweise ausgehen, was aber kein wirkliches Problem darstellt, da man hierfür notfalls auch aus anderen Spielen Ersatzmünzen nutzen kann, haben wir nichts entdeckt, was gegen die Spielbarkeit in einer Achterrunde spricht. Die Wartezeiten, bis man selbst wieder am Zug ist, sind natürlich etwas länger, aber da man in der größeren Runde noch mehr auf die Züge der Mitspieler achten muss, fällt dies nicht wirklich ins Gewicht. Die Kombination von Kingdomino und Queendomino für Spielrunden mit 5 bis 8 Spielern ist daher absolut empfehlenswert.

Titel: Kingdomino, Queendomino
Autor: Bruno Cathala
Verlag: Pegasus Spiele

Preview: Chartered – The Golden Age

Noch nicht auf dem Markt ist die Wirtschaftssimulation Chartered – The Golden Age des holländischen Verlages Jolly Dutch Productions, von der wir den Prototyp schon testen konnten. Das Spielmaterial, das sich bereits recht seriennah präsentiert, ist in einer stabilen, sehr schön gestalteten Box untergebracht und umfasst den zweiseitigen Spielplan, die Kurstabelle, Bau-, Anteils- und Ereigniskarten, Fähnchen in den 6 Spielerfarben, die Miniaturen der Hauptquartiere für die verschiedenen gehandelten Waren nebst zugehöriger Tokens und die Miniaturen der Warenhäuser.

In Chartered befinden wir uns im Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Als Händler versuchen die Spieler am Aufbau und Wachstum großer Handelshäuser mitzuwirken und so am Ende selbst zu Reichtum und Wohlstand zu gelangen. Doch nur wer seine Taktik klug wählt und Anteile der gewinnbringendsten Handelshäuser günstig erwirbt, wird am Ende erfolgreich sein.

Das Spiel ist für 2 bis 6 Spieler ausgelegt, wobei wir für unseren Test eine Sechserrunde gespielt haben. Der Aufbau ist schnell erfolgt. Hierzu werden Spielplan und Kurstabelle auf dem Tisch platziert, die Spielerfahnen und das Startkapital an die Mitspieler verteilt, die Warenhäuser und Hauptquartiere nebst Tokens und passender Anteilskarten bereitgelegt und die Baukarten gemischt. Von diesen erhält jeder Spieler 10 Stück als Starthand, 3 weitere werden offen neben dem Spielplan ausgelegt, während die restlichen als verdeckter Nachziehstapel dienen. Beginnend mit dem Startspieler führen nun reihum alle ihre Aktionen aus. Eine Möglichkeit ist es, eine der offenen Karten oder eine der verdeckten Baukarten vom Nachziehstapel zu kaufen. Die andere Option ist es, eine Baukarte der eigenen Hand zu spielen, um entweder ein neues Handelshaus zu gründen oder ein bestehendes zu vergrößern. Zusätzlich können anschließend noch 2 Anteile bestehender Warenhäuser gekauft oder Anteile aus dem eigenen Besitz an die Bank verkauft oder auf einem Handelsunternehmen, auf dem sich noch keine Spielerflagge befindet, eine Flagge gesetzt werden. Wachsen im Laufe des Spiels 2 Handelshäuser räumlich zusammen, kommt es zur Fusion, wobei das Unternehmen mit dem höheren Kurswert das mit dem niedrigeren schluckt. Die Anteilseigner des liquidierten Unternehmens geben ihre Anteile zum letzten Kurswert an die Bank zurück. Sofern auf dem Spielplan noch Bauplätze frei sind und jemand die entsprechende Baukarte hat, kann das liquidierte Unternehmen nun wieder neu gegründet werden. Sind alle Warenhäuserminiaturen verbraucht, endet die Partie und es erfolgt eine Endausschüttung für alle Anteile an den noch existierenden Unternehmen gemäß der aktuellen Kurswerte.

Chartered – The Golden Age kommt mit einer erfreulich kurzen und auch gut verständlichen Anleitung daher, was den Einstieg sehr leicht macht. Simpel ist das Spiel deswegen aber bei weitem nicht, denn es erfordert sehr viel Planung und strategisches Denken, zum richtigen Zeitpunkt, die richtigen Aktionen durchzuführen. Wie im wahren Leben ist manch Unternehmen, das eben noch an der Spitze war, plötzlich ein Übernahmekandidat und die eigenen Anteile für die spätere Endabrechnung, die die wirklich großen Gewinne bringt, wertlos. Was wir bei unserem Prototyp als nicht so ganz gelungen empfanden, ist die Tatsache, dass die Nummern der Bauplätze auf dem Board nicht mehr lesbar sind, wenn die Miniaturen einmal dort platziert sind, was es gerade bei Erweiterungen bestehender Gebäude etwas schwierig macht, das richtige zu finden. Auch gibt es noch einige kleinere Schwachpunkte in den Regeln und für die endgültige Version sollte auch mehr Spielgeld vorhanden sein. Im Großen und Ganzen halten wir Chartered aber für eine sehr gelungene Wirtschaftssimulation und drücken dem Team von Jolly Dutch Productions die Daumen für ihre Kickstarter Kampagne.

Titel: Chartered – The Golden Age
Autor: Arnold van Binsbergen, Xander Kneepkens
Verlag: Jolly Dutch Productions

Azul – Spiel des Jahres 2018

Seit 1979 wird von einer Fachjury der bedeutende Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ vergeben. Dieses Jahr erhielt das taktische Legespiel Azul von Next Move Games, das von Pegasus Spiele exklusiv vertrieben wird, die begehrte Auszeichnung.

In Azul verzieren die Spieler als Handwerker des portugiesischen Königs Martell die Wände von dessen Palast mit Fliesen und versuchen durch geschickte Auswahl der Steine ein besonders wertvolles Mosaik zu schaffen. Die einfachen Spielmechanismen bei gleichzeitigem Wiederspielreiz kombiniert mit dem hochwertig gestalteten Spielmaterial gaben dabei den Ausschlag zur Wahl zum Spiel des Jahres.

Spiel `18 – Vorbericht

Pünktlich um 10:00h am 28. Oktober dieses Jahres werden sich wieder einmal die Tore der Essener Gruga-Hallen öffnen und die Spiel `18 beginnen. Die weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele wird dabei einmal mehr ihre bisherigen Rekordmarken brechen. Die Ausstellungsfläche ist abermals angewachsen, da dieses Jahr erstmalig auch die neu errichtete Halle 6 mit belegt ist. Somit stehen nun rund 80.000 qm zur Verfügung, auf denen die über 1.100 Aussteller Platz finden. Mit der neuen Halle 6 gibt es zudem einen weiteren Eingang, um die jedes Jahr weiter anwachsenden Besuchermassen besser bewältigen zu können, erwarten die Veranstalter 2018 an den vier Messetagen doch deutlich über 180.000 Besucher aus dem In- und Ausland. Dies ist auch kaum verwunderlich, ist die deutsche wie auch internationale Spielebranche doch weiterhin auf Wachstumskurs. Da Brett- und Kartenspiele zunehmend auch bei jungen Erwachsenen zu einem beliebten Hobby werden, sagen Analysten rund 9% Wachstum für die Branche bis 2022 aus.

7 Wonders

Zahlreiche nationale wie auch internationale Preise hat das 2010 beim Verlag Repos Production erschienene Strategiespiel 7 Wonders des Autors Antoine Bauza in den letzten Jahren erhalten, darunter den Deutschen Spielepreis und den Preis als Kennerspiel des Jahres 2011. Das Spielmaterial umfasst 7 Spielpläne, 155 Karten, Marker, Münzen sowie einen Wertungsblock und das Regelheft. Dies alles findet in einer grafisch aufwendig gestalteten Box mit passendem Einlegetiefziehteil sicher aufgeräumt seinen Platz.

Der Koloss von Rhodos, der Tempel der Artemis, die Pyramiden von Gizeh…wir alle kennen die sieben großen Weltwunder. In 7 Wonders schlüpfen die Spieler in die Rolle des Anführers einer der antiken Großmächte, die diese Weltwunder hervorgebracht haben. Sie leiten die Regierungsgeschäfte und versuchen durch geschickte Nutzung der Ressourcen ihres Landes, die eigene Kultur wirtschaftlich, militärisch und wissenschaftlich aufzubauen und dabei auch noch ein architektonisches Wunderwerk zu errichten.

7 Wonders ist, wie der Name schon vermuten lässt, für maximal 7 Mitspieler ausgelegt. Zu Beginn einer Partie ziehen alle Spieler reihum eine Weltwunderkarte und erhalten den entsprechenden Spielplan sowie 3 Münzen. Die Karten für die 3 Zeitalter werden nun getrennt gemischt, wobei in den Kartenstapel für das dritte Zeitalter die in den Regeln für die jeweilige Anzahl Mitspieler vorgegebene Zahl Gildenkarten hineingemischt werden. Anschließend erhalten alle Spieler jeweils 7 Karten für das erste Zeitalter auf die Hand und wählen eine davon aus, die verdeckt abgelegt wird, während die restlichen Karten an den Nachbarn weitergegeben werden. Die abgelegte Karte kommt jetzt ins Spiel. Je nach Kartentyp kann der Spieler damit ein Gebäude errichten oder an seinem Weltwunder bauen, sofern er die Baukosten in Form von Ressourcen und / oder Münzen aufbringen kann. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, die Karte abzulegen und Münzen dafür zu erhalten. Nach 6 Runden ist das Zeitalter beendet und nach Abhandlung aller militärischen Konflikte kann das nächste Zeitalter beginnen. Mit Ende des dritten Zeitalters endet die Partie und es erfolgt eine Endabrechnung, bei der militärische Konflikte, Münzen, Weltwunder, die verschiedenen Gebäudetypen und auch die Gilden die Zahl der Siegpunkte beeinflussen.

So oft man 7 Wonders auch spielt, keine Partie gleicht jemals der anderen. Je nachdem welches Weltwunder man zu Beginn zieht, ist die eigene und auch die Ressourcensituation der Nachbarn wieder eine andere und beeinflusst damit, welche Karten man ausspielen kann. Zudem weiß man nie, welche Karten man am Ende des Zuges vom Nachbarn erhält. Und auch welche Karten man selbst an seinen Nachbarn weiterreicht, gilt es genau zu bedenken. Manchmal kann es sinnvoller sein, eine für den Nachbarn günstige Karte abzuwerfen, anstatt selbst ein Bauprojekt anzugehen. Auch wenn 7 Wonders damit ein recht komplexes Spiel ist, sind die Regeln doch gut verständlich und auch schnell erlernt, so dass dem Spielspaß nichts im Wege steht.

Titel: 7 Wonders
Autor: Antoine Bauza
Verlag: Repos Production

Klassiker: Junta

In der Rubrik Klassiker soll es heute um das satirische Strategiespiel Junta gehen. Entwickelt von dem Trio Vincent Tsao, Ben Grossman und Eric Goldberg erschien die Erstauflage in den USA bereits 1979. In Deutschland war Junta ab 1986 bei ASS erhältlich. Mittlerweile gibt es eine überarbeitete Version mit neu gestaltetem Spielbrett und Karten von Pegasus Spiele. Unser Exemplar ist die 1986er-Version von ASS, die in einer zeittypisch unhandlichen Schachtel mit ebenfalls im typischen 80er-Jahre Stil gehaltenem Cover daherkommt. Das Spielmaterial umfasst den Spielplan, 160 Marker, 72 Karten, Geldscheine und 2 Würfel.

In Junta nehmen uns die Spieleautoren mit in die Republica de las Bananas, einen fiktiven, hoch korrupten Kleinstaat in Südamerika, den eine skrupellose Militär-Junta regiert. Einziges Ziel der Spieler, die verschiedene Regierungsämter einnehmen, ist es, als Oberhaupt einer der mächtigen Familien des Landes möglichst viel Geld aus dem Staatshaushalt zu veruntreuen und auf ein sicheres Schweizer Bankkonto zu bringen.

Um eine Partie Junta vorzubereiten, an der maximal 7 Spieler teilnehmen können, wählt zunächst jeder Spieler seine „Familie“ und erhält die zugehörigen 8 Marker. Die übrigen Marker werden auf die entsprechenden Felder auf dem Spielplan platziert, neben den auch das Geld und die Karten bereitgelegt werden. Nun wählen die Spieler aus ihrer Mitte einen Präsidenten und die Partie kann beginnen. Im politischen Spiel zieht jeder Spieler zunächst 2 Karten, daraufhin verteilt der Präsident die verschiedenen Regierungsämter unter den Mitspielern. Im nächsten Schritt zieht der Präsident 8 Geldscheine und macht den Vorschlag für einen Staatshaushalt, sprich, er schlägt vor, wie er das Geld unter seinen Mitspielern aufzuteilen gedenkt. Diese stimmen nun darüber ab und legen geheim fest, wo sie sich während der so genannten Terror Phase, in der Attentate aufeinander verübt werden können, aufhalten. Mit der Bankphase, in der Gelder auf das Schweizer Konto transferiert werden können, endet das politische Spiel und eine neue Runde beginnt. Löst allerdings ein Spieler jetzt einen Putsch aus, so kommt es zum Putsch-Spiel, in dem Aufständische und Regierungstreue gegeneinander kämpfen. Nach Ermittlung der Putsch-Folgen startet die nächste Runde mit der Wahl eines neuen Präsidenten. Nach spätestens 11 Runden endet die Partie und derjenige, der die meisten Gelder auf seinem Schweizer Konto hat, gewinnt.

Junta ist wie schon eingangs erwähnt ein satirisches Strategiespiel und Satire ist bekanntermaßen nicht jedermanns Sache. Wer sich auf den schwarzen Humor, der in diesem Klassiker reichlich vorhanden ist, einlässt, hat seinen Spaß mit Junta und dass es nach fast 40 Jahren immer noch auf dem Markt ist, beweist, dass die Spielidee nichts von ihrem Reiz verloren hat. Allerdings sollte man bei einer Partie Junta die Mitspieler sehr bewusst auswählen, denn dieses Spiel hat definitiv das Potential langjährige Freundschaften zu beenden, geht es doch darum, seine Mitspieler bewusst zu betrügen.

Titel: Junta
Autor: Vincent Tsao, Ben Grossman, Eric Goldberg
Verlag: ASS

Comic Con Germany 2018

Von vielen schon sehnsüchtig erwartet, war es am 30. Juni und 1. Juli wieder einmal soweit. Zum mittlerweile dritten Mal öffneten sich die Türen der Stuttgarter Messe zur Comic Con Germany. Nach der erfolgreichen Premiere 2016 und der nicht minder erfolgreichen zweiten Ausgabe im Folgejahr hat sich die Comic Con Germany nun endgültig fest etabliert als Messe der Pop-Kultur und riesiges Fan-Fest. Auf über 45.000 Quadratmeter ist die Ausstellungsfläche der diesjährigen Comic Con Germany angewachsen. Die Comic-Zone ist dabei für nationale und internationale Comic-Verlage reserviert und bot den Besuchern auf einer eigenen Bühne ein Rahmenprogramm aus Lesungen, Workshops und Präsentationen. Zudem hatten Interessierte die Möglichkeit, verschiedenen Comic-Zeichnern über die Schulter zu blicken.

Ein weiterer fester Bestandteil der Comic Con Germany sind die Panels mit zahlreichen Hollywood-Stars, die ihren Fans auch für Autogramme und Fotos zur Verfügung standen. Ein besonderes Highlight für viele war dabei sicherlich der Auftritt von Nikolaj Coster-Waldau und Pilou Asbaek, den Darstellern von Jamie Lannister und Euron Graufreud aus der Game of Thrones-Reihe.

Nicht fehlen dürfen natürlich tausende von Cosplayern, die mit ihren phantasievollen und detailverliebten Kostümen ganz entscheidend zu der einzigartigen Stimmung der Veranstaltung beitragen. Speziell für sie gab es auch dieses Jahr wieder das Cosplay Kingdom, in dem Cosplayer von der Nähmaschine bis hin zu passendes Accessoires alles finden konnten, was sie brauchen, um ihre Kostüme noch vorbildgerechter gestalten zu können.

Lego-Dioramen der Baumeister des Schwabenstein 2×4 e.V. und das Spieleturnier „Star Wars: Destiny-Events – Galactic Qualifier“ des Asmodee Verlages sind nur zwei der zahlreichen Sonderausstellungen und sonstigen Veranstaltungen, die die Comic Con Germany wieder einmal zu einem rundum gelungenen Event für die über 40.000 Besucher an den beiden Tagen hat werden lassen.

Nicht wenige von ihnen werden am 1. Juli nach Ende der Veranstaltung Stuttgart wehmütig verlassen haben. Doch steht der Termin für die nächste Comic Con Germany bereits fest. Sie wird am 29. und 30. Juni 2019 stattfinden und sicherlich wieder zehntausende begeisterte Besucher nach Stuttgart locken.

Fotos: © Messe Stuttgart

Vertriebspartnerschaft Asmodee und Hans im Glück

Am 2. Juli dieses Jahres gaben Asmodee und Hans im Glück ihre neue Vertriebspartnerschaft bekannt. Ab Januar 2019 wird Asmodee exklusiv den Vertrieb der Spieletitel aus dem Programm von Hans im Glück für Deutschland, Österreich und die Schweiz übernehmen, nachdem die beiden Unternehmen auf internationaler Ebene bereits schon länger sehr erfolgreich zusammengearbeitet hatten. Ziel dieser neuen, noch engeren Partnerschaft soll es sein, die Spiele des Hans im Glück Verlages so einem noch breiterem Publikum zugänglich zu machen. Gleichzeitig erhoffen sich die Münchner dadurch einen Schub, um neue Entwicklungen in der Spielewelt voranzutreiben, wie Moritz Brunnhofer, der Geschäftsführer von Hans im Glück, sagt.

Agricola – Frankreich Deck

Schon etwas länger, nämlich seit 2014, ist das Frankreich Deck des Strategiespiels Agricola von Lookout Games zu haben. Es umfasst wie gewohnt 60 neue kleine Anschaffungen und 60 neue Ausbildungen, die wieder in einer kompakten Box Platz finden. Wie der Name schon verrät, nimmt uns das Kartendeck nach Frankreich mit, weshalb uns Baguette und Camembert, Marie Curie und Honore de Balzac auf den schön gestalteten Karten begegnen.

Das Frankreich Deck ist – ebenfalls wie üblich – als eigenständig spielbares Deck konzipiert, mit dem sich die Karten des Grundspiels ersetzen lassen. Genauso kann man die Karten dieses Decks aber auch mit denen des Grundspiels und anderer Erweiterungen zusammenmischen. Beim Verlag aktuell nicht mehr erhältlich, ist diese Erweiterung aber bei den großen Versandhändlern für rund 15,– noch zu haben. Ob sich die Anschaffung lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden, wobei sich für die Hardcore-Fans, diese Frage eh nicht stellt, sondern eher die nach dem Erscheinungstermin des nächsten neuen Kartendecks.

Titel: Agricola – Frankreich Deck
Autor: Uwe Rosenberg
Verlag: Lookout Games

Klassiker: Diplomacy

Auf eine lange Geschichte kann das Spiel zurückblicken, das wir heute in unserer Rubrik Klassiker betrachten. Schon Ende der 1940er-Jahre hatte der amerikanische Spieleautor Allan B. Calhamer die Idee zu Diplomacy. Doch erst 10 Jahre später brachte er das Strategiespiel im Eigenverlag auf den Markt, da sich zunächst keiner der großen Spieleverlage für den Titel interessierte. Anfang der 1960er-Jahre fand Calhamer schließlich einen Verlag, der die professionelle Vermarktung von Diplomacy, an dem heute Hasbro die Rechte hält, übernahm. Unser Diplomacy-Exemplar stammt aus den späten 1980er-Jahren, als das Spiel unter dem legendären Label der Parker Brothers auch in Deutschland erhältlich war. Die Box präsentiert sich daher in einem zeittypischen, eher schlichten Design und enthält neben dem Regelheft und dem Spielplan die 196 Spielsteine in den 7 Spielerfarben.

Wir befinden uns im Europa des Jahres 1901. Als Anführer der damaligen Großmächte versuchen die Spieler durch Taktik, Intrigen und das Schmieden von Bündnissen, die Vormachtstellung der eigenen Nation auszubauen, um so am Ende den Sieg davonzutragen.

Diplomacy ist für bis zu 7 Spieler konzipiert und schnell aufgebaut. Jeder der Spieler erhält zu Beginn einer Partie je 9 Flotten und 9 Armeen, sowie 10 Marker seiner Farbe. Sobald entschieden ist, wer welche Nation spielt, können die Starteinheiten platziert werden und die erste Runde beginnt. Hierbei gibt es zunächst eine Diplomatiephase, in der die Spieler in geheimen Verhandlungen Bündnisse vereinbaren können. Danach müssen sie für jede ihrer Einheiten festlegen, ob sie die Stellung halten, sich bewegen oder andere Einheiten unterstützen soll, was auf Zetteln notiert wird. Die anschließende Auswertung und das Verschieben der Einheiten auf dem Spielplan erfolgt zeitgleich. Ziel des Spiels ist es, im Laufe einer Partie 18 so genannte Versorgungszentren zu erobern und diese bis zum Herbst-Halbjahr eines Spielzuges zu halten.

Diplomacy ist ein Spiel mit sehr wenigen, sehr einfachen Regeln, die sich sehr schnell erlernen lassen. Mit Papier und Stift Befehle für jede Einheit zu notieren, mag zwar in der heutigen Zeit, in der wir es ja gewohnt sind, für alles eine App zu nutzen, etwas anachronistisch wirken, passt aber zum Setting in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Was den namensgebenden Diplomatiefaktor angeht, so hängt es natürlich sehr stark von den Spielern selbst ab, inwieweit sie diesen in das Spiel einbauen, oder versuchen, jeder für sich allein zu agieren. Zumindest für den Autor dieser Zeilen, der in nun bald 40 Jahren schon viele Partien Diplomacy gespielt hat, hat dieser Strategiespielklassiker jedenfalls bis heute nichts von seinem Reiz verloren.

Titel: Diplomacy
Autor: Allan B. Calhamer
Verlag: Parker