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Bandida

Wir hatten hier ja vor einigen Wochen das kooperative Legespiel Bandido des Helvetiq Verlages aus Basel vorgestellt. Mittlerweile ist nun in Form von Bandida eine Art Spin-Off erschienen. Autor ist einmal mehr Martin Nedergaard Andersen, während die Illustrationen der Karten und der Spielbox diesmal Odile Sageat übernommen hat. Die Box hat die identischen, kompakten Abmessungen wie die von Bandido und enthält 71 Spielkarten sowie die mehrsprachige Anleitung.

Auch die Freundin von Bandido ist mal wieder im Gefängnis gelandet. Und wie er versucht auch Bandida alles Mögliche, um auszubrechen. Werdet ihr dies gemeinsam verhindern oder verhelft ihr unserer Gangsterbraut diesmal zusammen zur Flucht?

Die Vorbereitungen für eine Partie Bandida unterscheiden sich nicht wesentlich von denen für eine Partie Bandido. So wird auch hier die Superkarte in der Tischmitte platziert, danach die übrigen Karten gemischt und an jeden Mitspieler 3 verteilt, wobei keine Alarmkarte unter diesen 3 Startkarten der Spieler sein darf. Der jeweils aktive Spieler legt nun eine seiner Handkarten passend an die Karten auf dem Tisch an und zieht dann vom Nachziehstapel wieder eine Karte auf die Hand. Eventuell gelegte Objekt- oder gezogene Alarmkarten werden entsprechend der Regeln abgehandelt. In der klassischen Spielvariante erfolgt dies reihum solange, bis entweder alle Tunnel blockiert sind oder der Kartenstapel leer ist. Im ersten Fall gewinnen die Spieler, im zweiten Bandida. Bei Variante 2 wird die Leiterkarte mit in den Kartenstapel gemischt und die Gruppe gewinnt, wenn die Leiterkarte ausgespielt wurde und alle anderen Tunnel verschlossen sind, bevor der Nachziehstapel aufgebraucht ist. In der 3. Variante werden die Bandido-Superkarte aus dem Bandido Spiel und die Leiterkarte mit in den Stapel gemischt. Hier ist die Siegbedingung, dass die  Bandido-Superkarte und die Leiterkarte gelegt werden und alle anderen Tunnel verschlossen sein müssen, bevor der Kartenstapel aufgebraucht ist.

Bandida als simples Spin-Off zu bezeichnen, wird diesem Spiel nicht gerecht. Zum einen gibt es mit den Objekt- und Alarmkarten komplett neue Kartentypen, die zusätzliche Spielelemente einführen. Daneben ist Bandida in mehreren Varianten spielbar, was für zusätzlichen Spielspaß und Abwechslung sorgt. Bandida ist somit eine gelungene Neuinterpretation der Bandido-Spielidee.

Titel: Bandida
Autor: Martin Nedergaard Andersen
Verlag: Helevetiq

The Game – Quick & Easy

Das preisgekrönte, kooperative Kartenspiel The Game von Steffen Benndorf ist schon länger im Programm des Nürnberger Spielkarten-Verlages. In Form von The Game – Quick & Easy hat es dieses Jahr Zuwachs erhalten, wobei wir noch sehen werden, ob es wirklich so schnell und einfach ist, wie der Titel verspricht. Die kompakte, kleine Box, in der sich die 52 Karten und das Regelblatt verbergen kommt jedenfalls mit humorig gestaltetem Cover daher.

The Game fordert wieder einmal seine Gegner heraus. Eigentlich ist es doch so einfach. Eine Karte legen, eine Karte ziehen, bis alle Karten aufgebraucht sind. Doch The Game macht es Dir und Deinen Mitspielern eben nicht so einfach. Nur wenn ihr alle zusammen klug agiert, werdet ihr das Spiel am Ende besiegen.

Zum Start einer Partie The Game werden zunächst die beiden Reihenkarten ausgelegt und die Zahlenkarten gemischt. Jeder Spieler erhält dann 2 Zahlenkarten, die übrigen bilden den Nachziehstapel. Nachdem der Startspieler festgelegt ist, beginnt die Partie. Der Spieler, der am Zug ist, legt eine oder beide seiner Handkarten auf einen Stapel seiner Wahl, wobei die Reihenkarten vorgeben, ob der Stapel aufsteigend oder absteigend sein muss. Danach zieht er wieder vom Nachziehstapel auf 2 Handkarten auf und der nächste Spieler folgt. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht und die Spieler haben alle ihre Karten abgelegt, haben sie gewonnen. Kann ein Spieler keine Karte ablegen, endet die Partie sofort und die Spieler haben gegen The Game verloren.

Das Spielprinzip von The Game an sich ist wirklich einfach, nur zeigt sich sehr schnell, dass es dann doch nicht so einfach ist, alle Karten auch wirklich abgelegt zu bekommen. Hier hilft nur kooperatives Verhalten und auch die Kommunikation der Mitspieler untereinander. Dafür ist diese Variante von The Game wirklich schnell gespielt, dauert doch kaum eine Partie länger als die angegebenen 10 min, so dass man problemlos mehrere Partien nacheinander, die alle einen völlig unterschiedlichen Verlauf haben, spielen kann. Ein weiteres Plus sind die wirklich witzigen Kartengrafiken, die den Wiederspielwert nochmal steigern.

Titel: The Game – Quick & Easy
Autor: Steffen Benndorf
Verlag: Nürnberger Spielkarten-Verlag

AMIGO Spielefest erst wieder 2021!

Es war nach der Absage fast aller Messen und größeren Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie eigentlich absehbar gewesen. Nun hat auch AMIGO sein alljährliches Spielefest, das Ende September in Köln hätte stattfinden sollen, abgesagt und wird dieses erst 2021 wieder ausrichten. Wie Andreas Finke, Senior Manager für Messen, Schulungen und Events in der Pressemitteilung von AMIGO zitiert wird, wäre das Spielefest mit erwarteten rund 700 Besuchern bei den aktuellen Hygienebedingungen nicht umsetzbar gewesen. Zudem gab es wegen der Pandemie bisher kaum Qualifikationsturniere der Spiele Wizard, Saboteur, 6 nimmt!, Bohnanza und SET®, von denen auf dem Spielefest die Deutschen Meisterschaften hätten ausgerichtet werden sollen. Um den Turnierspielern die Wartezeit bis 2021 aber nicht zu lang werden zu lassen, arbeitet AMIGO momentan an einem Online-Turniermodus.

Für aktuelle Informationen rund um die AMIGO-Turnierserien sei hierbei auch auf die Webseite des Verlages verwiesen:

https://www.amigo-spiele.de/2020/02/26/turnierserien

Gold

In seiner Reihe von Minispielen in der Dose hat er schweizer Verlag Game Factory mit Gold einen neuen Titel herausgebracht. Dieser stammt aus der Feder des bekannten Spieleautors Reiner Knizia. Wie für die Minispiel-Reihe von Game Factory typisch, ist das Spielmaterial in Form von 69 Karten und dem Regelfaltblatt in einer kleinen Metalldose untergebracht, die bequem in jeder Hosentasche Platz findet.

Nur eine Goldmine am Mount Goldrush ist noch übrig und so stürzen sich natürlich alle Goldgräber gleichzeitig auf sie. Doch nur wer mit List und Tücke handelt und seine Konkurrenten geschickt austrickst, wird am Ende das meiste Gold aus ihr herausholen.

Zu Beginn der Partie wählen die maximal 5 Goldgräber ihren Eingang zur Goldmine aus und legen die entsprechende Karte vor sich ab. Die restlichen Karten werden gemischt und verdeckt in der Tischmitte ausgelegt. Der jeweils aktive Spieler deckt in seinem Zug 2 beliebige Karten auf. Es kann sich dabei um einen Goldgräber, eine Gold- oder eine Dynamitkarte handeln und je nach aufgedeckter Kombination gewinnt der Spieler oder auch einer seiner Konkurrenten Gold oder es werden Karten eliminiert oder es passiert gar nichts und die Karten werden wieder umgedreht. Dies erfolgt nun reihum solange, bis nur noch 10 Karten auf dem Tisch liegen und der Goldrausch verkündet wird. Ab jetzt deckt jeder Spieler in seinem Zug nur noch eine Karte auf. Sobald die letzte Karte aufgedeckt ist, endet die Partie. Die Spieler zählen die Werte ihrer erbeuteten Goldkarten und derjenige mit dem höchsten Wert gewinnt.

Gold ist ein schnelles und wirklich gut gemachtes Spiel, das Elemente von Memory nutzt. Denn oft genug werden aufgedeckte Karten wieder umgedreht und bleiben im Spiel, so dass es gut ist, zu wissen, wo sie liegen, um sie im eigenen Spielzug für sich selbst zu nutzen. Dass das mit dem Merken aber gar nicht so einfach ist, wenn nacheinander mehrere Leute Karten, die zudem chaotisch auf dem Tisch ausgelegt sind, aufdecken, stellt man sehr schnell fest. Von daher bietet Gold gerade in großen Runden jede Menge Spielspaß, der auch nach mehreren Partien nicht weniger wird.

Titel: Gold
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Game Factory

Betrayal at the House on the Hill

Pünktlich zur letztjährigen SPIEL in Essen hat Asmodee die deutsche Version eines Strategiespielklassikers auf den Markt gebracht und zwar Betrayal at the House on the Hill in der überarbeiteten, zweiten Version. Autor dieses Titels, der im Original von Avalon Hill vermarktet wird, ist Bruce Glassco. Passend zur Gruselthematik des Spiels präsentiert sich natürlich schon die Box mit entsprechend gestaltetem Cover. In ihr sorgt ein Einleger dafür, dass das umfangreiche Spielmaterial sicher verstaut werden kann. Es besteht aus 45 Plättchen, 6 bemalten Figuren mit zugehörigen Charakterkarten, 80 Karten, 149 Marker, 30 Plastikclips, der Zug- und Schadensleiste, 2 Spukheften und dem Regelheft.

Werden es die mutigen Abenteurer wagen, das schaurige Haus auf dem Hügel zu erforschen? Hinter jeder Tür kann sich ein neues Monster oder tödliches Geheimnis verbergen, das es zu meistern gilt, um zu überleben. Doch die wirkliche Prüfung steht den Helden erst noch bevor. Das Haus wird einen von ihnen zum Verräter machen und nur mit vereinten Kräften wird es gelingen, ihn zu besiegen und dem Haus wieder zu entkommen.

An einer Partie Betrayal at the House on the Hill können maximal 6 mutige Abenteurer teilnehmen. Sie wählen hierfür zunächst ihren Charakter aus und erhalten die jeweilige Spielerfigur nebst Charakterkarte, an welcher 4 Plastikclips zur Anzeige der Startwerte des Charakters angebracht werden. Danach werden die Eingangshalle, der Kellerschacht und die obere Treppe ausgelegt und anschließend die übrigen Raumplättchen, sowie die Ereignis-, Omen- und Gegenstand-Karten gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt. Nachdem alle Spieler ihre Figuren in der Eingangshalle platziert haben und der Startspieler ermittelt wurde, kann die Partie starten. Der aktive Spieler bewegt seine Figur entsprechend ihres Bewegungswertes vorwärts, um das Haus zu erforschen. Betritt er einen neuen Raum, zieht er eine passende Karte vom Nachziehstapel der Raumplättchen, legt sie an die bereits ausliegenden an und führt die Anweisungen auf dem neuen Raumplättchen aus. Dies kann bedeuten, dass er eine Ereignis-, Omen- oder Gegenstand-Karte ziehen und entsprechend der Karte Aktionen durchführen muss, sich die Werte der Eigenschaften seines Charakters ändern oder letztlich der Spuk ausgelöst wird. Ist dies der Fall, wird über die Spuktabelle zunächst ermittelt, um welchen Spuk es sich handelt und dann wer der Verräter ist. Dieser handelt nun nach den Anweisungen im Foliant des Verräters, während die Überlebenshinweise den verbliebenen Helden als Leitfaden dienen. Sobald eine der beiden Seiten ihre Ziele für den jeweiligen Spuk erfüllt hat, endet das Spiel.

Betrayal at the House on the Hill ist eines jener Spiele, das man immer wieder spielen kann und es wird einem dabei nie langweilig. Es zeichnet sich nämlich durch eine extrem hohe Variabilität des Spielablaufes aus. So weiß man nie, welchen Raum man aufdeckt, und ob man seine Aufgaben meistert, hängt von den ebenfalls variablen Eigenschaften des gewählten Charakters und nicht zuletzt auch vom Würfelglück ab. Zudem bietet das Spiel insgesamt 50 verschiedene Spukszenarien mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Und dann ist es bis zuletzt offen, wer denn zum Verräter werden wird. Das hochwertige und schön gestaltete Spielmaterial rundet diesen positiven Gesamteindruck schließlich noch ab.

Titel: Betrayal at the House on the Hill
Autor: Bruce Glassco
Verlag: Avalon Hill / Asmodee

25 Jahre Catan

Der Spieleklassiker Catan feiert dieses Jahr seinen 25. Geburtstag. Der Kosmos Verlag hat sich daher in Kooperation mit der Insel Mainau etwas ganz besonderes einfallen lassen. Ab dem 24. Juli wird es auf der Insel Mainau in der Nähe des Energiepavillons ein überdimensionales Catan Feld geben, das blaublühende Pflanzen wie Kornblumen, Sommerastern, Schopfsalbei und andere als Blumenmeer umgeben. Das Feld wird begehbar sein und dank verschiedener Bodenbeläge und ausgewählter Pflanzen kreativ die verschiedenen Rohstoffe aus dem Spiel Catan nachbilden. Ein zusätzliches Wüstenfeld dient als Sandkasten für Kinder.

Foto: © Insel Mainau Marketing

Im Zentrum des Catan Feldes findet sich eine mittelalterliche Hütte, in der die Besucher bis zum 13. September Catan und andere Spiele aus dem Programm von Kosmos ausleihen und auf der benachbarten rund 100 Quadratmeter großen Spielewiese auch gleich spielen können.

Fotos: © Kosmos

Viae – Roads of Rome

Eher zufällig sind wir über das Strategiespiel Viae – Roads of Rome des jungen schweizer Verlages Atlas Crafts gestolpert, das aus einer erfolgreichen Kickstarter Kampagne hervorgegangen ist. Edel und dezent gestaltet präsentiert sich das Cover der Box, dieses Titels des Autors Dom Atlas. In ihr findet dank eines passenden Einlegers das gesamte, sehr umfangreiche Spielmaterial, welches den Spielplan, 5 Spielertableaus, 5 Würfel, 113 Karten, sowie weit über 100 Spielfiguren, Marker und Münzen umfasst, sicher seinen Platz.

Das römische Reich ist auf dem Höhepunkt seiner Macht angelangt und die Oberhäupter einflussreicher Adelsfamilien wetteifern um Ruhm und Einfluss im Imperium. Möglichkeiten hierzu gibt es viele, doch nicht immer erweisen sich die getroffenen Entscheidungen als richtig und nicht selten werfen einem die Konkurrenten Knüppel zwischen die Beine. So wird sich erst am Ende zeigen, wem wird es wirklich gelingt, den meisten Einfluss an sich zu reißen.

An einer Partie Viae können maximal 5 Spieler teilnehmen. Hierzu wird zunächst das Spielmaterial gemäß Anleitung aufgebaut und an die Spieler entsprechend verteilt.  Danach gliedert sich jede Runde in die 4 Abschnitte Fortuna, Ordo, Stipendium und Agere. In Fortuna wird lediglich der Rundenmarker vorwärts geschoben und eine neue Fortuna Karte aufgedeckt, deren Auswirkungen während der aktuellen Runde gelten. In Ordo legen die Spieler beginnend mit dem alten Startspieler ihre Spielreihenfolge für die aktuelle Runde fest. Danach folgt der Abschnitt Stipendium, in dem die Spieler ihr Einkommen erhalten und neue Deceptio Karten ziehen.

Der nun folgende Abschnitt Agere wird in Spielerreihenfolge abgewickelt. Der aktive Spieler nutzt seine Legions- und / oder Offiziersfiguren um Aktionen wie z.B. Straßenbau, Bewegungen oder Eroberungen durchzuführen, oder er wirbt neue Legionen oder Offiziere an. Die Anzahl der möglichen Aktionen richtet sich dabei nach der Gesamtzahl der Mitspieler. Zusätzlich kann jeder Spieler in seiner Runde noch Deceptio Karten ausspielen und sich Einfluss in Rom kaufen. Haben alle Spieler den Abschnitt Agere abgehandelt, müssen sie ihre Legionen und Offiziere noch bezahlen. Nicht bezahlte Einheiten wandern vom Spielertableau zurück in den eigenen Vorrat. Anschließend startet die nächste Runde. Das Spiel endet, sobald der erste Spieler 3 Aufträge der Mandatum Karten erfüllt hat, mit der abschließenden Wertung..

Mit seinem Erstling Viae – Roads of Rome hat Atlas Crafts einen mehr als gelungenen Start als Spieleverlag hingelegt. Das Strategiespiel mit Workerplacement-Komponenten ist zwar sehr komplex, aber trotzdem von den Regeln her gut verständlich, so dass man nach einer Proberunde die wichtigsten Mechanismen auch schnell erlernt hat. Getreu dem Motto „Viele Wege führen nach Rom“ gibt es hier nicht DIE eine Strategie, um zum Ziel zu gelangen, sondern sowohl ein eher konfrontativer als auch der eher friedliche Weg können den Sieg bringen. Was zudem gefällt, ist das wirklich üppige und mit extrem viel Liebe zum Detail gestaltete Spielmaterial, das den Preis von rund € 80,– inklusive Versandkosten mehr als rechtfertigt.

Titel: Viae – Roads of Rome
Autor: Dom Atlas
Verlag: Atlas Crafts

Zambezi

Ein weiteres Familienspiel des Verlages Burley Games konnten wir in Form von Zambezi testen. Das Expeditionsspiel des Autorenduos Peter und Jonathan Burley präsentiert sich dabei mit schön gestalteter, großer Box, in der sich neben dem Spielplan und den Regeln, 110 Karten, 8 Schlepperfiguren nebst Bedienungstafeln, sowie 40 Spielfiguren und 152 Spielsteine befinden.

In den 1950er-Jahren ist der Afrikanische Kontinent noch weitgehend unerforscht. Einige wagemutige Schlepperkapitäne machen sich mit ihren Crews auf den Weg von den Victoria-Fällen zum Kariba-See. Nicht jeder wird dabei am Ende am Ziel ankommen, denn der Sambesi ist ein wilder Fluss, der Schätze aber auch viele Gefahren birgt.

Bevor eine Partie Zambezi starten kann, wird zunächst der Spielplan gemäß Anleitung mit Spielsteinen versehen. Die Spieler erhalten ihre Schlepper, Crews, Bedienungstafeln und jeweils 15 Treibstoff-Spielsteine. Zuletzt werden noch die Karten gemischt und jeder Spieler zieht eine, um die Startreihenfolge zu ermitteln, während die restlichen den verdeckten Nachziehstapel bilden. In jeder Runde beginnt immer der Spieler, dessen Schlepper am weitesten vorne ist, seinen Schlepper vorwärts zu bewegen. Hierzu kann er eine, oder durch den Einsatz von Treibstoff auch 2 oder 3 Karten vom Nachzieh- oder Ablagestapel ziehen. Er wählt dann eine seiner Handkarten aus, bewegt seinen Schlepper entsprechend des Zahlenwertes der Karte nach vorne und legt die Karte ab. Endet ein Spielzug auf einem Felsenfeld, verliert der Spieler ein Crewmitglied. Endet der Zug auf einem Krokodilfeld muss so viel Treibstoff und / oder Crewmitglieder geopfert werden, wie Krokodile abgebildet sind, um in der nächsten Runde weiterziehen zu können. Endet der Zug an einer Anlegestelle, darf sich der Spieler einen der dort liegenden Spielsteine nehmen. Die Partie endet, wenn alle Spieler das Ziel erreicht haben oder auf Grund gelaufen sind. Die Endwertung erfolgt dann auf Basis der Reihenfolge des Eintreffens am Ziel und gesammelten Punkten für Spielsteine.

Das Regelwerk von Zambezi ist der Spielbox auch auf deutsch beigefügt, doch bleibt beim ersten Durchlesen manches noch etwas unklar. Aber spätestens nach der ersten Runde hat man dann verstanden, wie die Regeln genau funktionieren. Ist diese Hürde einmal überwunden, macht dieses Expeditionsspiel wirklich Laune, zumal es auch eine gewisse Portion schwarzen Humor mitbringt, wie die Tatsache, dass man Crewmitglieder den Krokodilen zum Fraß vorwerfen kann, um wieder von einem Krokodilfeld loszukommen. Und auch die Strategie kommt hier nicht zu kurz, gilt es doch immer die Treibstoffvorräte und den Flussverlauf genau im Auge zu behalten, um den nächsten Zug klug zu planen. Zudem gibt es mit der Option, einen Dokumentarfilm zu drehen, noch ein zusätzliches Regelelement, das man bei Bedarf einbauen kann.

Titel: Zambezi
Autoren: Peter & Jonathan Burley
Verlag: Burley Games

Voll verasselt

In Form von Voll verasselt hat Zoch unlängst ein schnelles Würfelspiel herausgebracht, das der Autor Carlo A. Rossi entwickelt und der niederländische Maler Johan Potma illustriert hat. In einer quadratischen, kleinen Box ist das gesamte Spielmaterial untergebracht, welches aus 7 Würfeln, 88 Karten und dem Regelheft besteht.

Im Keller wimmelt es mal wieder von Asseln! Was tun mit dem Krabbelgetier? Am besten aus der Not eine Tugend machen und ihnen  einen Asselhaufen für eine Party spendieren. Doch dazu müssen erstmal alle Krabbler eingesammelt werden, was gar nicht so einfach ist.

Zur Vorbereitung einer Partie Voll verasselt, an der maximal 5 Mitspieler teilnehmen können, erhält zunächst jeder je eine Assel jeder Art, die er vor sich auslegt. Vom Nachziehstapel, der aus den verbliebenen Asselkarten gebildet wird, werden die 10 obersten gezogen und nach Farben sortiert offen als Asseltreff in der Tischmitte ausgelegt. Zuletzt werden alle Würfel auf das Doppelbalkensymbol gedreht. Der aktive Spieler wählt aus, ob er um den Asseltreff oder den Fang, seines Vorgängers spielt, wobei er vor jedem eigenen Wurf den Asseltreff mit Asseln aus seinem Vorgarten weiter auffüllen darf. Überscheitet das Würfelergebnis – und hierbei zählen alle Würfel egal ob neu gewürfelt oder nicht – die Anzahl der gewählten ausliegenden Karten nicht, können diese als eigener Fang nach außen geschoben werden und es kann ggf. weiter gewürfelt werden. Verasselt man seinen Wurf, also hat man mehr Asseln einer Farbe erwürfelt, als ausliegen, endet die Runde und der Vorgänger erhält seinen Fang, welcher seinen Asselhaufen bildet, und der Asseltreff wird wieder aufgefüllt. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, sind im Asseltreff weniger als 8 Karten und wird in der aktuellen Runde nicht um den Fang des Vorgängers gewürfelt, endet die Partie. Alle Spieler zählen die Karten in ihren Asselhaufen. Derjenige mit den meisten gewinnt.

Die Regeln von Voll verasselt scheinen auf den ersten Blick recht simpel, doch steckt dann an einigen Stellen der Teufel doch im Detail, weil die Formulierungen nicht so klar sind, wie man sich dies wünschen würde. Wenn man die Grundregeln dann einmal verstanden hat, spielt sich das Spiel recht flott, wobei es natürlich einen hohen Glücksfaktor hat, der vor allem Pokernaturen ansprechen dürfte.

Titel: Voll verasselt
Autor: Carlo A. Rossi
Verlag: Zoch

SPIEL `20 wird digital

Gestern haben wir an dieser Stelle noch von der Absage der SPIEL `20 berichtet. Nun hat der Merz-Verlag eine neue Pressemitteilung veröffentlicht, die hoffen lässt, dass wir die Messe noch nicht komplett abhaken müssen, soll diese doch nun virtuell in digitaler Form stattfinden:

„Wir heben die SPIEL auf das nächste Level und bereiten bereits seit einigen Wochen eine SPIEL.digital für euch vor. Lasst uns die Messe mit hunderten Ausstellern, unzähligen Neuheiten und einem tollen Programm ins Netz legen. Detaillierte Infos folgen. Der Termin für die virtuelle SPIEL wird der 22.10.-25.10.2020 sein. Let’s do it!“